Ausgabe 
3.2.1884 Zweites Blatt
 
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Göttingen, 29. Januar. Heute Nachmittag 31/* Uhr nahm her

Director der Sternwarte, Profcssor Dr. Kltnkerfues, auf bisher nicht festgestcllte Weise wahrscheinlich durch einen Schuß In den Mund, das Leben. Die sofort herbet- acrufenen Sicherhetts- und Gesundheitsbeamten fanden den entseelten Körper In einem als Repofitortum dienenden dunklen Raume neben der Kuppel.der Sternwarte. Neben und hinter der Leiche befand sich ein Bretterregal, gegen welches dieselbe in sitzender Stellung zurückgesunken war, so daß die vorgestreckten Füße den Emtrttt ins Zimmer wehrten. Was durch den schmalen Spalt vorläufig zu ermitteln war, ist folgendes. Durch"die mörderische Waste ist der ganze Schädel bis auf einen Hauttappen am Hinterkopf weggerissen. Hinter demselben liegt auf erwähntem Regal die Hauptmaste des Gehirnö, während die übrigen Theile des Gesichts u s. w. in dem ganzen Raume umberaespritzt sind. Näheres wnd die eingeleitete Untersuchung ergeben. Als Motiv der verzweifelten That wird die total zerrüttete Vermögenslage des Verstorbenen ver- muthe? Ernst Friedrich Wilhelm Kltnkerfues wurde am 29. März 1827 zu Ho - Cismar geboren. Er besuchte die polytechnische Schule in Kassel und wurde hierauf m?Vernuffungsfachc bet Aufstellung der Kataster, später beim Bau ber 2)^11=28cfen Sabn QnX(lt. In Marburg wandte er sich 1847-51 dem Studium der Astronomie zu und wurde 1851 Assistent an der Sternwarte in.Göttingen bet Gauß, 1855 Observator und später Dtrector derselben. Kltnkerfues hat viele Kometen entdeckt und deren Bahnen berechnet. Außer vielen Aufsätzen In denAstronomischen Nachrichten und in den Abhandlungen der König!. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen schrieb er eine Theoretische Astronomie" (Braunschweig 1872). Ferner «fanb er

statischen Selbst zünder, mittelst welcher die Gasflammen einer Stadt gleichzeitig! von der Gasanstalt aus entzündet und ausgelöscht werden können, und den ^'Ülarhygro- meter, an den sich erfolgreiche Versuche für praktische Meteorologie und landwirth- schastliche Wetterprognose knüpfen, lieber letzteren veröffentlichte erTheorie des Bifilarhygromcters" (Göttingen 1875). _____________

Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stellen-Vakanzen etc. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntmß der bez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Ruvolf Moffe, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr. 3. 73

- hierbei der Vorbehalt gemacht worden wäre, Kurhessen den Beitritt ohne weitere Verhandlungen zu gewähren, nahm genannter Minister die Eröffnung kühl auf und geneth der Kurfürst in gewaltigen Zorn. Er sagte:Von der Sachti kanni gar rE dte Rede fein. Es ist nicht zu dulden, daß die lüngere Ltnte deS Hauses Heffen sich anmaßt für dte ältere zu pacttren." Diese Erklärung veranlaßte den Minister bu Thtl zu der Bemerkung:DteS tst eines der betrübenden Anspiele, die dte^Ge­schichte zuwetlen bietet, daß die wichtigsten Staatstnteressen, dte Wohlfahrt ganzer Länder ohne weitere Erwägung nach alberner Laune gelenkt werden tptmen.

Als der Vertrag, dessen Vorbereitung und Abschluß in tiefes Gehetmniß gehüllt waren, ruchbar wurde, entstand tm Großherzogthum Hessen, lulmentltch in ®flnnft°bt, eine unbeschreibliche Aufregung. Man sprach davon, der^Minister habe-das Land an Preußen verraihen. ES g'ng sogar das unsinntge Gerücht, ein hoher Beamte der Großherzogltch hessischen Regierung sei mit 109 009^Thalerr. durch^^e" bestach n worden. Der Gegenstand der allgemeinen Verwünschungen war der Minister^du. Th l Der Großherzog Ludwig I. sprach thm zu: "W°s kümmer. unsdas Alle«. N cht ist geschehen ohne meinen Willen; ich habe mtr bte toa^e roobl überlvöt bhi m t 9106111 zufrieden und gratulire mir dazu. An das Geschwätz bei: Leute

Was können sie Ihnen denn anhaben ohne mich? Und dessen können Sie versiqerl sein. ^^e^R^terun^en^kamen^tn Aufruhr; an allen Höfen läutete die Sturmglocke wider den Löwenvertrag. NamenS der PrSsidialgesandtschast am Bundestag nahm sich der General Langenau heraus, den Minister du. Thtl zurRedezu antwortete:Oesterreich hat kein Recht zur Beschwerde. Hatte das Bundes Präsidium, wie es seine Pflicht war, den Art. 19 der BundeSacte -ur Ausführung gebracht, so wären alle Sonderverträge abgescknitten gewesen. Daran ober bat der.Egoismus d.e österreichischen Finanzmänner gehindert, und wenn man diesem Egoismus zu Gefallen deutsche Fürsten zwingen wollte, die wesentlichsten Interessen ihrer Länder zu vernach­lässigen, so wäre dies zu viel verlangt." . , .

0 Unter den deutschen Fürsten jener Tage war nur einer, der ^otz seiner tiefen Erbitterung ganz deutlich kommen sah, was da kommen mußte. Der König von Württemberg sagte bet der Nachricht von dem Abschluß des so gebetmnrßvoll e.ngeletteten Vertrags:Ihr werdet sehen, früher oder spater werden wir gezwungen fein, diesem ®C<fPdi^effifdien Zollelnigung trat zunächst Kurhessen mit Wirkung vom 1. Januar 1832 bei. Es folgten, und zwar alle mit Wirkung vom 1. 3anuar 1834. Bayern und Württemberg, dann das Königreich Sachsen, endlich d.e- zu Ihürtnpi- schm holl- und Handelsveretu v.'rbundencn Staaten. Die preußisch - hessische Zoll- Einigung hatte sich durch Beitritt weiterer Staaten' zum deutschen Zögere " erhoben. Die Voraussicht der Urheber des Vertrags von 1828 hatte sich glanzend bestätigt

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Gnaukh.

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2. Schreinerarbeiten

3. Glaserarbeiten

4. Schlosserarbeiten

5. Tapezierarbeiten

6. Eisenlieserung

7. Ofenlieferung

8. Pflasterarbeiten

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1977,56 698,78 364,-

37,50 45,

192, 279,80 168, 140,

auch

Mittwoch, den 6. Februar, Bormittags 1v Uhr

die Eröffnung der bis dahin Längstens Verschlossen einzureichenden Offerte statt. Sonstige Auskllnft ertheilt Bezirksbau­aufseher Senßfelder in Gießen.

Gießen, am 22. Januar 1884.

Der Kreisingenieur:

Vergebung von Bauarbeiter; und Lieferungen.

Die zum Ausbau des neuen Schul­hauses in Allendorf a. d. Lahn erforderten, nachstehend aufgeführten Arbeiten und Lieferungen sollen im

9. Einfriedigung 10. Pumpenmacherarbeit

Kostenvoranschlag, Detailzeichnungen und Bedingungen sind auf Großher­zoglicher Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn einzusehen; ebendaselbst findet

Wege schriftlicher Submission ver­geben werden: veranschl. zu

1. Weißbinderarbeiten

Holz-Versteigerung.

Dienstag, d. 8. Februar ! I.

follen im Lollar er Gemeindewald

District Kopf, versteigert werden:

24 Eichen-Stämme, bis zu 53 Ctm.

Durchm. und bis 11 Mtr. Länge, mit 17,73 Festm.,

2 Buchen - Stämme, 45 Ctm. Durchm., bis 8 Mtr. Länge, mit 1,86 Festm.,

59 Fichten - Stämme, mit 14,26 Festm.,

t 161,2 Rm. Vuchen-Scheitholz,

11,4 Eichen-

18 Buchen-Knüppel,

7 Eichen-

2800 Wellen Buchen-Neisholz,

500 , Eichen-

1600 Nadel-

42 Rm. Buchen- und Eichen-

Stockholz.

Die Zusammenkunft ist Morgens

9V2 Uhr oberhalb der Bawnschule.

Lollar, den 29. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Lollar.

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soll die der Gemeinde Oppenrod zu­stehende Jagd auf dem Bürgermeisterei- Bureau auf weitere 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Oppenrod, 24. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod.

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