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Iheiligten Gemeinden die Summe von 180,000 JL außer dem nöthigen Gründ und Bsben verlange.
Telegraphische Depescherr.
Wolga telegr. Eorresponden-r-Dtteean.
Berlin, 31. Januar. Seine Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag mehrere Offiziere, conferirte mit dem Krtegsmintster Generallteutenant Bronsart von ScheUendorf und arbeitete alsdann mit dem Chef des MtlitärcabtnetS, General- lteutcnant von Mbedyll. Nachmittags nahm der Kaiser die regelmäßigen Spazierfahrten wieder auf und zwar in geschlossenem Wagen. ~
— Die heutige erste Ausfahrt ist dem Kaiser sehr gut bekommen. Im Palais des Kronprinzen fand heute ein größeres Diner statt, woran der rusmche, türkische und französische Botschafter und dessen Gemahlin, der Minister A^af Hatzfeld, General Caprivi, Staatssecretär Stephan und Andere Theil nahmen. An das Diner schloß sich eine größere Soiree, welcher der Prinz und die Prinzessin Wilhelm und die Meiningen'schen Herrschaften beiwohnten. . _ _
— In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde der Antrag des Dr. Bohm, bei engeren Submissionen für Maschinen-Etsenconstruct'onen nur anerkannte Berliner Firmen aufzufordern, abgelehnt. Stadtrath Blankenstein und Stadtverordneter Vüchte- mann hatten den Antrag als zünftlertsch und schutzzöllnerisch, welcher der Stadt keinen Votthet^brrnge, belawpft.^^^^^^^^ erledigte in seiner heutigen Sitzung den Cultus- etat bis einschließlich Capitel 118. Auf die Beschwerden Stablewskts und Schorlemers gegen die Staatspfarrer erklärte der Cultusminister von Goßler, daß ihm die angeführten Vorkommnisse unbekannt seien; er wolle jedoch gerne Erwägungen eintreten lassen, um eventuell einen Weg zur Abstellung der Mißverhältnisse aufzusinden; übrigens möge man in den bezüglichen Kreisen die Dinge doch nicht zu sehr auf die Spitze treiben. Abgeordneter Diesenbach klagt über die Nichtzurückderufung des Erzbischofs Melchers. Schorlemer verlangt die Gründe zu wißen, weshalb die Minister aus der Rückberufung des Erzbischofs Melchers eine CabinetSfrage machen wollten t Der Minister von Goßler verweist dieserhalb auf seine Erklärung vom 18. d. Mts., die Negierung gewann nach langen Erwägungen die Ueberzeugung, daß die Rück- berufung dem Frieden nicht förderlich s?in würde. Die Regierung habe für ihre Gründe faktische und rechtliche Momente, der Minister halte sich aber nicht sür oerufen, in eine contrad'ckorische Verhandlung darüber einzutreten. Wie hoch das Centrum diese Momente schätze, bleibe dessen Sache, der Regierung genüge ihre eigene Ueberzeugung. Das Gehalt für den altkatholtscken Bischof in Bonn wurde, nachdem es vom Centrum bekämpft und vom Minister befürwortet worden, mit allen Stimmen gegen die des Centrums und der Polen bewilligt. Die Fortsetzung der Berathung des Cultusetats erfolgt morgen. „ r
Dresden, 31. Januar. Nach einem heute Mittag ausgegebenen zwecken Bulletin hat sich bei der Prinzessin Georg der Hautausschlag ausgebreitet und die Milz stark vergrößert. Die Delirien dauern fort. Die Bader wirken jedoch sehr beruhigend.
Wien, 31. Januar. Der Ministerpräsident hat dem Unterhause die Verordnung über die Ausnahmemaßregeln für die Gerichtssprengel Wien, Kor- neuburg, Wiener-Neustadt mitgetheilt. Die Verordnung wird begründet mit den notorisch in letzter Zeit in Wien und dessen Umgebung Dorgefommeneii verbrecherischen Vorfällen und mit den immer mehr steigenden Gefahren der auf den Umsturz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung, namentlich in den obigen GerichtSsprengeln, hervortretenden Umtriebe, zu deren Bekämpfung die der Executive zu Gebote stehenden ordentlichen Mittel nicht mehr ausreichen. Die Regierung behält sich vor, diese Gründe bei der Berathung durch den ReiLsrath näher darzulegen. In einer zweiten Zuschrift wird die Einschränkung der Wirksamkeit der Geschworenengerichte mit dem Hinweis auf zu Tage getretene Erscheinungen motivirt, welche die begründete Besorgniß erweckten, daß zur Zeit eine unabhängige und unparteiesche Rechtssprechung der Geschworenen bei Mieten gefährdet sei, deren Thäterschaft Personen beigemessen werde, welche den Umsturz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung anstrebten.
Paris, 31. Jan. Das Gerücht von einem abermaligen, aber erfolglosen Angriff der französischen Truppen auf Bacninh ist der „Agence Havas" zufolge unbegründet.
London, 31. Januar. Wie den „Daily News" vom 28. ds. aus Trinkitat gemeldet wird, landete Baker Pascha mit 1600 Mann. Weitere 2000 Mann wurden am anderen Tage von Suakim erwartet. Baker Pascha unterhandelte mit den zwischen Maffaua und Trinkitat befindlichen Araberstämmen, um den Vormarsch zum Entsatz von Tokkar zu sichern.
Rom, 31. Januar. Die „Agenzia Stesani" meldet aus Kairo: In Folge der von den diplomatischen Agenten Frankreichs, Oesterreich-Ungarns und Italiens getroffenen Maßregeln hat sich die gesammte katholische Mission von Khartum nach Assuan gerettet, wo dieselbe von dem apostolischen Vikar Sogaro empfangen wurde.
Konstantinopel, 31. Januar. Der am typhösen Fieber erkrankte Ehrenadjutant des Sultans, Kaehler Pascha, sowie die an demselben Fieber erkrankten Unterstaatssecretäre Wettendors Bey und Sebaldt Effendi befinden sich im deutschen Hospital, doch bietet ihr Zustand keinen Anlaß zur Besorgniß.
Washington, 31 Januar. Der Belicht des Staatsfecretärs Freltnghuysen an den Präsidenten Arthur über die von fremden Ländern auf die Einfuhr amerlkanischer Fletschprodukte gelegte Beschränkung ist in dem Congreß eingebracht worden. Der Bericht empfiehlt dem Präsidenten, dem Congresse keine Represialten gegen die betreffenden fremden Regierungen vorzuschlagen, bis die Commission zur Untersuchung des Protestes der Verpackung und Versendung der amerikanischen Fletschproducte ihren Bericht erstattet habe. Für den Fall, daß nach Constatirung des gesunden Characters dieser Products die befreundeten Natonen ihr diesbezügliches Einfuhrverbot noch aufrecht erhalten solltev, wird dem Präsidenten anempfohlen, die Aufmerksamkeit dieser Nationen auf die bestehenden Vertragsbestimmungen zu lenken und der zuversichtlichen Hoffnung auf Berücksichtigung derselben Ausdruck zu geben.'!
B e e «r i s <ch t re S.
Groß-Nohrheim, 29. Januar. Die vor 3 Wochen durch die Schelle bekannt gemachte Lieferung von 5 Sperlingen pro Hausbesitzer hat bis jetzt eine Summe von über 500 Stück ergeben; andernfalls sind 14 H pro Stück an die Gemetndckasse zu bezahlen.
Mainz, 29. Januar. Am Samstag Nachmttag wurde in dcr Nähe der Hart- mÜhle einem Arbeiter der Grundbahn der Kopf vom Rumpfe abgefahren. Der Verunglückte ist ein geborener Württemberger.
— Wegen falscher Atchung — vorgenommen von einem hiesigen Arbeiter — wurden in einem benachbarten Olle in den Wtrthschaften sämmtltche Gläser confisctrt. Die Wtrthe sind gegen den „falschen" Aicher klagbar geworden.
Frankfurt a. M, 27. Januar. Der Marken- und Mustcrschutzverein deutscher Tabaktndustrteller, dessen wir jüngst an dieser Stelle gedachten, hat heule im Frankfurter Hof seine constiluirende Generalversammlung abgehalten, welche aus allen Thetlen Süddeulschtands (aus Bayern, Baden, Hessen, der Pfalz und der Provinz Hessen- Nassau) besucht war.
Außer Rauch- und Schnupftabakfabrikanten, Cigarren- und Cigarretten- fabrikanten nahmen auch Angehörige der einschlägigen Htlfstndustrte (Ktstchenfabrtkation, Lithographie u. s. m ) Theil.
Im Namen der in Mannheim Ende Novembers. I. abgehaltenen Versammlung begrüßte nun der Vorsitzende derselben, Herr Franz Thorbecke, die Erschienenen und spectell auch Herrn Aug. Haurand in seiner Eigenschaft als langjähriger Vorsitzender der süddeutschen Abthetlung des allgemeinen deutschen Tabakmteressenten- Veretns. Letzterer dankte und nahm das ihm angetragene Ehrenpräsidium an und beglückwünschte die Versammlung zu ihren Bestrebungen.
Die Leitung der Verhandlungen übernahm darauf auf einstimmigen Wunsch Herr Franz Th orbecke-Mannheim und es wurde sofort in die Berathung des Statutenentwurfs eingelreten. — An der dreistündigen Discussion bethetligten sich außer dem Referenten Dr. Landgraf-Mannheim, hauptsächlich die Herren T h o r b e ck e- Mannheim, Lucan - Hanau, Landfried - Heidelberg, Schirmer-Gießen, Schweitzer-Mannheim, Mayer-Mannheim und Gräff-Bingcn u. A-, sowie Herr Sccrelär Hiller, welcher von der Handelskammer Lahr spectell delegirr war.
Als Hauptzwecke des Vereins heben wir aus den Statuten hervor: Fortbildung und Revision des Marken- und Musterschutzg'setzes, insbesondere durch Veranstaltung einer Enquete aus der Mitte des Vereins Zwecks Feststellung der in der Tabakbranche üblichen zahlreichen Freizeichen. Ferner Einsetzung eines Schiedsgerichts aus btm Vorstände zur Erledigung etwaiger Marken- und Musterschutzstrettigkeiten zwischen Mitgliedern. Man beschloß weiter, daß der Verein aus zwei Sektionen bestehen soll und zwar einer von Rauch-, Kau- und Schnupstabakfabrikanten und einer zweiten von Cigarren- und Cigarrettenfabrikanten. Die Firmen der Hilfsindustrte treten in die letztere ein.
Der Vorsitzende erklärte nunmehr den Verein für constituirt und es wurden die nothwendigen Wahlen vorgenommen. Als Vorstand der Sectton für Rauchtabak gingen aus dem Scruttnium hervor die Herren: Gail-Gießen, Landfrted-Heidelberg, Lucan (Firma Oldenkott) Hanau, Schirmer-Gießen und Th en (Firma Schürer) Würzburg; als Stellvertreter die Herren: Gräff-Kreuznach, Griesbach-Karlsruhe und R ttz h aup t-Wersauer-Hof. Für die Section der Cigarreufabrikanten die Herren: Hauck (Firma I. L. Reiner) Heilbronn, Ernst Kaufmann-Lahr, Georg ßubo- Mayer (Firma Gebrüder Mayer) Mannheim, Schweitzer (Firma Brunner u. Schweitzer) Mannheim und I. Zehe-Speier und als Stellvertreter die Herren Deines-Hanau, Gräff-Bingen und Willstätter (Firma S- Simon u. Co) Mannheim. Als Generalstcrctär des Vereins wurde Herr Dr. Landgraf-Mannhetm gewählt und als Sitz deS Vereins Mannheim bestimmt. Auf Vorschlag des Herrn Lucan- Hanau wurde Herr FranzThorbecke - Mannheim einstunm-g zum Präsidenten des Vereins erwählt und auf Ersuchen des letzteren Herr August Haurand- Frankfurt zum Ehrenpräsidenten ernannt. Beide nehmen die Wahl dankend an. Der Vorsitzende theilt noch die eingegangenen Zusttmmungserklärungen von verschiedenen Handelskammern, sowie von zahlreichen Fabr,kanten mit und schloß mit einem Dank für die rege Betheiligung.
Zu erwarten ist, daß die ebenso praktischen wie zeitgemäßen Bestrebungen des Vereins, welche mit dazu beitragen werden, der Tabaktnduftrie die entsprechende Geltung im In- wie Auslande zu verschaffen, in weitesten Kreisen Sympathie und Betheiligung finden werden.
Wien, 28. Januar. Die vielen Schreckensthatm der letzten Wochen haben gestern eine Bereicherung erfahren durch ein entsetzliches Verbrechen. E.n Vater hat sein Kind ermordet, angeblich, um cs vom Hunger und dem Elend zu befreien. Der Schauplatz dieses Mordes ist das halb verfallene Haus, das kaum mehr diese Bezeichnung verdient, in der Weinhauserstraße Nr. 37, Ecke der Lcopoldgasse in Hernals. Im Bodenraum dieses Hauses hat der beschäftigungslose Wagnergehülfe Schaffeck am Samstag Abend seinem 6jäbrigen Sobne den Hals durchschnitten.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 30. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. Januar von Bremen und am 18. Januar von Southampton abgegangen war, ist heute 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Kirchliche Anzeigen der Dtndt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
G o t t e s d i e n st.
Sonntag, den 3. Februar (4. n. Epiphanias).
Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Kinderkirche, Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
9tachmittags 2 Uhr in dcr Kleinkinder schule: Vereinigung der confirmirteir Mädchen zur Christenlehre, Pfarrer Dr. Naumann.
Montag, den 4. Februar, Abends 8 Uhr, in der Klein.inderschule Bibelstunde, Apostelgesch. 7, Pfarrer Dr. Naumann.
Donnerstag, den 7. Februar, Abends 6Uhr, in der Kirche Erbauuugs- stunde, Pfarrer Dingeldey.
Sonntag, den 10. F e b r u a r, wird das h e i l i g e A b c n d m a h l in Verbindung mit der Beichte im Vormittagsgottesdienst gefeiert werden.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 3. bis 9. Februar besorgt: Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
4. Sonntag nach Epiphaniae.
Von 7 Uhr an: Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und AuStheilung der. hl- Commu- nion. i/r!0 Uhr: Hochamt und Predigt, nach demselben Ertheilung des Blasiussegens.. 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Ziinagogc.
Freitag Abend 4*° Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr,. Samstag Abend 6 Uhr.
fa Torfstreu
von unscrn verschiedenen Fabriken.
Fedor Wolff & Co.
601_____________in Bremen._______
Creme-Stärke
eingetroffen. 742
Grg. Wilh. Weidig.
Allgemeiner Anzeiger.
Alicen - Schule.
Der früher schon angekündigte Putz - Cursus beginnt Montag den ZI. n. Mts. Die Unterrichtsdaner mit wöchentlich 6 Unterrichtsstunden erstreckt sich auf 6 Wochen, das Honorar hierfür beträgt << 12.
Anmeldungen bittet man längstens bis zum Samstag den 2. n. Mts. bei Frau Wilhelmine .Haustein, Ludwigstraße, oder bei einem der Fräulein Lehrerinnen der Anstalt machen zu wollen. 714
Der Vorstand.
Töchterpeuswmt.
Junge Mädchen finden zu ihrer weiteren Ausbildung, Erlernung des Haushaltes und geselliger Formen unter sorgfältiger Leitung freundliche Aufnahme.
Lehrgegenstände: Sprachen, Buchführung, Aufsatz, Literatur h. s. w. Beste Referenzen und Prospecte durch die Vorsteherin I. Heßloehl, Heidelberg, 610 Ziegelhanßerstr. 2.
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