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Me Schifffahrt höchst günstige, vor jeder Versandung durch die vorlregendeu Inseln mfäühte Hafen mutz jedenfalls frei sein und nicht unter fremder Bewachung steheu; denn er wird nur den Emgang bilden zu einer großen Verkehrsstraße nach dem Innern. Mit der vorn Copland aus gegründeten Mission Bethanien besteht ohnehin schon ein gew sser Verkehr, da dort bereits eine Niederlage von Maaren errichtet ist und eS an Wasser Nicht ehlt- Die Missionäre haben dort schon sehr bedeutend vorgearbeitet und auch wette Strecken dem regelrechten Ackerbau zugeführt; sobald letzteres erst genügend geschehen ist, wirb es dann der sttzt noch unvermeidlichen Zuführung von Nahrungs­mitteln nach Angra-P quena nicht mehr bedürfen. Der Ackerboden ist dort beinahe unübertrefflich und das Klima für alle deutschen Acker- und Gartenpflanzen durchaus zusagend, wie denn das ganze sogen.Namaqua-Land", d. h. das nächste Hinterlmrd hinter dem obengenannten Würfelgürtcl, eine schone und fruchtbare Gegend ist. Bei Bethanien tr ffen eine ganze Anzahl von Flüßchen zusammen, die gemeinsam dem Aup oder Ftschflusse und mit diesem gegen Süden dem Orangefluffe zuströmen.

jenseits des Aup ist eine :m Caplande schon mehrfach bekannte Gegend, welche sehr reich an Eisen und Kuvfer ist und jedenfalls den deutschen Colonisten zufallen wirb. Noch weiter landeinwärts beginnt dann die Kalahart-Wüfte, die ober eigentlich nur im nördlichen, entlegenen Theile eine Wüste ist, während der zunächst liegende The,! aus ungeheuren Sttppen und gegen das Betschuanaland hm aus riesigen Ur­wäldern besteht. Diese Gegenden sind von den hätzlichen, einsiedlerisch wild lebenden Buschmännern bewohnt, sowie von deren Hrrren, den gelblich-braunen Hottentoten.

Jenseits des MelopoflusscS, der wieder mehrere bedeutende Nebenflüsse hat, leben die Betichuanen, die sich gleichfalls mit den Colonisten in vielfache Verbindungen em- ließen und nicht, wie die andern Völker des Innern, in zerstreuten Kraals, sondern in -ft sehr volkreichen großen Ortschaften, ja, selbst Städten hausen. Diese ©lamme find zwar noch Heiden, aber sie haben keine organisiite Religion, keine Tempel und Götzen­bilder, sondern nur eine Menge Aberglauben, der aber dem von beiden Setten ein­dringenden Christenihum nicht sehr bedeutenden Widerstand entgegenzusetzen vermag, zumal es auch nur Regen- und Windmacher und Zauberer, aber keine wirklichen Priester bet ihnen gibt. ,, . . _

Auch dns ist dn höchst bedeutsames Moment für die Cultivirung jener Gegend. Die Tracht der Einwohner ist fast überall Schaffelle, und Schaf- und Straußenzucht die Haupternährungszweige, während jetzt von Port Natal her auch Wein und Weizen schon mehrfach angebaut werden. Es gibt bereits Gegenden bet Bethanien, wo eine einzige Züchterei über 300 Srrauße hält, so daß unsere deutschen Frauen bald billige Straußenfedern werden bekommen können, wenn die Vögel auf deutschem Besitze selbst gerupft werden. Die Waldgegenden dort, wo die Kupferminen angelegt werden sollen, desteben aud Taxus, Eisenholz (schwarzes und weißes), Milchholz, Lanzenholz und Roth- birne. Die Thierwelt ist dort durch Massen von Springböcken, Antilopen, Zebras, Leoparden, Schakalen, Hyänen (im Caplande Wölfe genannt), sowie durch allerdings schon seltnere Elephanten, Löwen und Giraffen, ferner durch Schlangen, große Skor­pionen und Heuschrecken vertreten. Im Sommer fl bt es sehr oft Gewitter, aber im Vergleich mit dem Copland ist das Klima doch viel gleichmäßiger und weniger von jenem Südwind heimgesucht, den die Capländer wegen seiner luftretntgenden Wirkung den Doctor nennen, der aber oft schlimme Zerstörungen anrichtet.

Ich beschreibe diese Berggegenden so spectell, weil sie ohnehin sehr bald deutscher Besitz sein werden und weil fifi nur dort die mehr wirkliche Colontal-Entwicklung wird abspielen können, während Angra-P quena selbst nur ein monotoner Punkt am Strande m einer fürchterlichen Einöde ist, umgeben von einigen Hügeln und von einer arabrsstillen Landstrecke. Angra-Pequena ist der Hafen des Namoqualandes und deshalb muß dieses schöne Hinterland das erste Ziel sein für weiteres deutsches Streben. Möge es erreicht werden zum Wohle des Vaterlandes und dessen aus- roanbernber Söhne!

Lokales.

Gießen, 30. Juni. Begünstigt vom herrlichsten Wetter entwickelte sich am gestrigen Stiftungsfeste des Schützenvereins das fröhliche Treiben und Leben auf dem Feftpiatze und in her Festhalle, nach Eintreffen des Zuge8, in voller Mannigfaltigkeit. Speisen und Geträ-ke mundeten den Besuchern vortrefflich, nur schade, daß man bet dem gestern herrschenden Nordwinde öfters in der gerade nach dieser Seite offenen Fefthalle, durch Staubwolken belästigt wird. Die Resultate des Concurrenzschteßens sind folgende:

Au/ 175 Meter C Müller von Gießen den 1. Preis,

175 Jul. Euler , 2.

, 300 Ed- Noll , , 1.

300 I. Luy von Wetzlar 2.

Schießen auf laufendes Wild:

Stud. v. Diemar von Gießen drn 1. Preis,

Louis Schudt , 2.

Ernst Lotz , 3.

Goldmann von Laubach 4.

Gießen, 30. Juni. Vom prachtvollsten Wetter begünstigt, unternahm gestern dieWartbU'gia" einen Ausflug auf den DtnSberg. Diverse Wagen fuhren Alt und Jung über Rodheim und FellmqShausen an den Fuß des Berges und unter fröhlicher Stimmung gings durch den schönen Wald auf die Höhe. Bet munteren Gesängen und einem ganz vorzüglichen GlaS Actlenbter vergingm die Stunden nur zu rasch und begab sich bann Die zahlreiche Gesellschaft, nachdem noch einmal auf der Rehmühle Halt gemacht worden war, durch das schöne Bieberthal auf'dcn Heimweg. Die Parthie kann nur als eine wohlgelungene bezeichnet werden. K.

Vermischtes.

Marburg, 26. Ium. Herr Prosissor Dr. Franz v. Liszt hat, wie daS Mark. Tagebl." hört, einen 65dm ehrenvollen Ruf nach Wien erhalten, denselben je­doch nicht angenommen. Unsere Universität ist dadurch vor einem schweren Verlust bewahrt geblieben, was um so erfreulicher ist, als dieselbe in letzter Zfft bedeutende Einbußen an Lehrkräften erhalten hat. Die Studentenschaft soll beabsichtigen, Herrn Professor v. L szt aus Anlaß seines Hierbleibens einen Fackelzug zu bringen.

(Vacante Stellen für Miluäranwärter im Bereiche des 11. Armee-CorpS.j Fronhausen, Postamt, Landbriefträger, 450 X Gehalt und 60 Wohnungsgeldzuschuß. Jena, Gr. Landesheilanstalt, chirurgische Abtheilung des Landkrankenhauses, Wärter, 180 X baar und freie Station. Neustadt (Orla), Postamt, Packetträger, 680 X Gehalt jährlich und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. Wehlheiden, Kgl. Strafanstalt, Aufseher, 900 X Gehalt, jährlich steigend, und freie Dienstwohnung.

(Alles umsonst.) Pfarrer:Warum so traurig, Hannes?" Hannes: O Gott, met Weib will nemme bei mer bleiwe." Pfarrer:Ja, haft Du's nicht vrobirt, sie von diesem Vorschlag abzubringen?" Hannes:Alles hab' i tho, Hochwürden. I hab' fe g'schimpst, i hab' ihr's Esse wegg'nomme, lneulich hab' i se sogar g'schlage, damit fe uf andere Gedanke komme soll, n'x hilft allemol sagt je zum Schluß:Bei Dir bleib' i net, i geb' wieder bo«m"______

Sandel und Verkehr.

Grün berg, 28. Juni. (Fruchtpresse.) Weizen X 19.25, Korn X 1790, Gerste X 17.00, Hafer X 17.00, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Lein X 26.00, Samen X 22.00, Kartoffeln X 4.80, Wicken 00.00.

Frankfurt, 28. Juni. Aus hem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 3.203.80, Stroh X 2.703.20, Eier das Hundert X 4 605.00, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.002.25, Kohlrabi 5-8 H pr- St, Erbsen 100 Kg. 19.0027.50 X, Rothkraut pr. St. 0000 H, Poularden X 00, Huhn 1.502.20, 1 Ente X 3.004.00, 1 Taube 6000,$, Habu X 1.702.00, Gans X 40.00, Welsche X 7-12.

Reperioir der vereinigten Stadttheater ju Frankfurt a. M. OpernhanS.

Mittwoch den 2. Juli: Abschiedsvorstellung der Münchener. Im AuStragS- stüberl. Außer Abonnement.

Donnerstag den 3. Juli: Teil (Oper im Abonnement.)

Freitag den 4. Juli: Boccaccio. (Außer Abonnement.)

Samstag den 5. Juli: Margarethe. Margarethe: Fräulein Nicolai. (Im Abonnements

Sonntag dm 6. Juli: Lakme. (Im Abonnement.)

Wafferwärwe der Lahn.

Am 30. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 17° R. - Luffwärme 18° R. Rübsamen.

Allgemeiner Anzeiger.

Llkfernng von BasaNKleinschlsg.

Die Lieferung von 360 Cfcbm. Bafaltkleinfchlag auf die Straße Gießen - Bromskirchen soll loosweise durch Submission in Akkord gegeben werden.

Angebote sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, längstens bis den

s. Juli d. Js.,

Vormittags 10 Uhr, aus unserem Bureau schriftlich und portofrei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können.

Gießen, den 27. Juni 1884.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

Walter. 4369

Dienstag den 8. Juli,

Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hos- raithe der Heinrich Gebhard II. Wwe., jetzt verehelichte Veith

Flur 1/193 131 Meter Hofraithe in der Löwengasse, me stbietend versteigert iuerben.

Gießen, den 16. Juni 1884.

Großherzogliches Ortsgericht.

4130__Müller.

Versteigerung schwer). Gardinen & Stickereien.

Mittwoch, den 2. Juli 1884, Nachmittags 2 Uhr, werben im Saale der Restauration Bramm 'Neustadt) die Restvorräthe des Becke r'schen Stickereilngers, bestehend in:

Gardinen verschiedener Art u. Breite, glatten und gestickten Taschentüchern, glattem Mull und Stickereien freiwillig gegen Baarzahlung versteigert. 4404 Im Auftrag: Mütter.

Gustnv-A-olss-Ast in Gießen.

An Die Einwohnerschaft Gießens richten wir die freundliche Bitte, durch Beflaggen der Häuser die Feier unseres Gustav-Adolss- Festes am nächsten Dienstag und Mittwoch verherrlichen zu wollen.

Gießen, den 28. Juni 1884. 4388

Das Gustav-Adolfs-Fest-Comite:

Dr. Naumann, Pfarrer. A. Bramm, Bürgermeister. liewbe^Äüsstelliiiig^

stt Biedenkopf*

Eröffnung: Sonntag den S Juli d. J-, Nach­mittags 2 Uhr. Dauer 3 Wochen.

4405 Der Festausschuss,

Die

Gartenlaube

hat im ersten Semester dieses Jahres ihre Auflage von 224,000 auf RGG-OGM Exemplare

gesteigert und diese Abonnenienjahl wächst iägiich.

Neu eintreteude Abonnenten können das 1. und 2. Quartal sowohl in Nummern (Mk. 1,60 vierteljährlich) oder Heften (ä 50 Pf.) oder Halb­heften (ä 30 Pf.) nachbeziehen. Das 1. Semester enthält u. A. Heines Memoiren über seine Jugendzeit. (Die einzigen bis jetzt vorliegenden ächten Memoiren Heines.) Fesselnde Erzählungen. Belehrende dlrtikel. Im 3. Quartal erscheint die nachgelassene Novelle Levin Schücking's: Die Herrin von Arholt.

4401 Mädchen für Küche und Haus­arbeiten werden gesucht, sowie eine per­fekte Köchin sucht Stelle durch

Frau Hüttenbcrger, Westanlage 15.

Gesucht.

Ein möblirtes Zimmer mit oder ohne Cabinet inmitten der Stadt gesucht.

Näheres bei I. Henkel, Schneider­meister, Caplansgasse 23. 4421

Mittwoch den 2. Inti d. I.,

Nachmittags 2 Uhr,.

sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier 1 Rollwagen, 3 Sopha's, 2 Kommoden, 1 Secretär, 1 ovaler Tisch, 1 Spiegel mit Goldrahmen, 1 Nachttischen, 1 Nähmaschine, 2 Kühe, 1 Tischchen, 1 Häckselmaschine, 1 Wagen, 1 Kleider­schrank, 1 runder Tisch und sonstige Möbel

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 30. Juni 1884.

Geißler,

4416 Gerichtsvollzieher.

Aeikgeöoterres.

1 Zett (Militair) zu verkaufen bei Louis Rothenberger,

4413___Neuenweg 22.______

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iu der Westanlage, welches fich feiner guten Lage halber zu jedem Geschäft eignet, ist preiswürdig zu verkaufen 4289 durch J. Blitz.

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