Ausgabe 
1.6.1884 Zweites Blatt
 
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sUeberraschender Erfolg gußeiserner Lagerschalen mit consistentem Schmier- utalerial.] Noch heute glauben viele Techniker uno Praktiker eines besonderen Lager- Materials (Roth- oder Wetßguß) nicht entbehren zu können, ja mancher ist geneigt, eine Maschine, an der nicht wenigstens die Hauptlagec aus Rothguß sind, als eine unsolide Arbeit zu betrachten. Und doch dürfte für allgemeine Verhältnisse ein weiches Gußeisen nicht nur das billigste, sondern auch das beste Lagermatertal sein. Obgleich härter als Rothguß, greift es, wie die Erfahrung lehrt, d>e schmiedeeisernen Wellen doch weniger an, da es in Folge seiner porösen Natur das Schmiermaterial besser festhält und vertheilt. Doppelt vorzüglich sind gußeiserne Lager bei Anwendung von F tt statt Oel. Ich verwendete Stauffer'sche Ftttschmierbüchsen für die Lager von Walz-nstuhlungen (in Mühlen). Die Zapfenlager bestehen hierbei aus einer einfachen «.nicht gethelltm) gußeisernen Büchse von 200 Mm. Länge und 60 Mm. Bohrung. Die Zapf-n haben 150 bis 180 Umdrehungen in der Minute. An einer solchen Stuhlung, die täglich 18 diS 20 Stunden in Betrieb ist, wurde im Verlaufe von mchr als 2 Jahren die Füllung der Schmierbüchsen nur 5 resp- 7mal erneuert, so daß sich d e Kosten der ganzen Schmierung in dieser Zeit auf wenige Groschen belaufen. Die Lager sind ninnals warm gegangen und eine Abnutzung der Lagerbüchsen oder der Zapfen ist nicht zu bemerken. Angesichts solcher Resultate muß man die Oelschmierung heute als eine unverantwortliche Verschwendung bezeichnen. Die absolute Reinlichkeit der Fctt- schmiemng ist noch eine besondere Annehmlichkeit. (G. t. B.)

(Das schlechte Brennen der Petroleum-Lampen.] Gewerberath C. Ecker in Hannover veröffentlicht hierüber in der WochenschriftFürs Haus" folgendes: Es kommt sehr oft vor, daß eine sonst vorzügliche Lampe, welche früher ausgezeichnet gebrannt hat, trotz des besten Kaiseröls, trotz ganz neuen Dochtes, dunkel und trübe brennt, leicht rußt und eine langgestreckte dunkelrothe Flamme mit wenig Leuchtkraft zeigt. Auf meinen vielen Reisen ist diese Frage oft an mich gerichtet worden und fast stets war die Ursache ein falscher Cylinder. Der Cylinder paßte wohl für die Lampe in Bezug auf die Weite, nicht aber auf dir Länge des unteren Theiles, also vom unteren Rande bis Mitte des Kniffes. Leider macht fast jeder Lampenfadrikant ferne Lampen so, daß man gezwungen ist, sämmtltche Ersatzstücke nur von ihm zu beziehen, da die der anderen Fabrikanten nicht passen. Dies betrifft nicht allein die Schrauden- gewtnde, sondern namentlich auch die Form der Cylinder. Abgesehen von einigen «eueren Spectslttäten, als Sonnenbrenner, Vulkanbrenner, Mitrailleusenbrenner rc. unterscheidet man 2 Hauptarten Petroleumlamprnbrenner: Flachbrenner und Rund- brenner. Von Rundbrennern existiren 4 Haupfforten, nach deren Durchmesser ein- getheilt in 8-, 10-, 12- und 14-Ltnien-Brenner. 12-Linien-Brenncr werden in der letzten Zeit nur noch wenige gemacht. 8 Linien dienen hauptsächlich zu Flurlampen, 10 Linien

für Tischlampen, 14 Linien zu Hängelampen und Kronleuchtern. Soll ein 10-Linien-.' Brenner gut brennen, so muß bte Entfernung der Oberkante des Dochtes bis zur Mitte des Cylinderkniffes 1213 Mm. betragen, nicht mehr und nicht weniger. Ist die Entfernung kleiner, so brennt die Flamme zu klein und ganz weiß. Bstm Höher - schrauben des Dochtes wird die Flamme nicht größer, sondern kleiner. Wenn men den Cylinder ein wenig in die Höhe schiebt, so daß er nicht ganz auf dem Boden des Klemmringes steht, so wird die Lampe sofort eine größere, schönere Flamme zeigen, welche bedeutend mehr Helligkeit gibt. Ist die Entfernung größer, so brennt die Lamp-; dunkelroth mit langer Flamme und leuchtet schlecht. Beim germgstey Höherschrauben schwalgt die Lampe. Es ist am besten, in einem größeren Geschäfte Cylinder zu suchen, welche im Untertheil kürzer sind, oder vom Glaser einen Streifen absÄneidcn zu lassen- Ich habe auf schlecht brennenden Lampen Cylinder gefunden, welche über 1 Ctm. zu lang waren, so daß die Lampen wegen gänzlicher Unbrauchbarkeit gar nicht rnrhe benutzt wurden. Nach Aufsetzen eines kürzeren, paffenden Cyllnders brannten dieselben gerade so gut wie früher. Leider wissen bte kleinen Geschäftsleute, welche die Cylinder verkaufen, nur selten, welche Länge her Unterteil Cylinders haben muß. Man kaufe daher nur bei diesen, wenn man einen richtigen Probe-Cylinder hat. Ich habe gefunden, daß bet schlecht brennenden Lampen von 10 wohl 9 falsche Cylinder halten.

Constantine, 28. Mai. Gestern wülhete hier ein furchtbares Gewitter mit Hagel und Wasserhose. Die Ernte der ganzen Umgegend ist hart geschädigt.

Ems, 28- Mai. Am 24. ds. Abrnds verließ die Tochter eines Beamten, welche hier zum Besuche anwesend war, das Haus und keyrte nicht wieder zurück. In einem an demselben Abend zur Post gegebenen Briefe sprach die junge Dame die Absicht aus, sich das Leben zu nehmen, da ihr Bräutigam, e n Handlungsbesl ssener in einem, benachbarten Orte, vor Kurzem das Verhältniß zu ihr brieflich gelöst hatte, angeblich, weil der Prinzipal des Bräutigams in Concurs gerathen wäre, was ihm, dem jungen Manne, das Emgehen einer ehelichen Verbindung vorläufig nicht gestatte. Gestern Abend nun hat man die Leiche der Unglücklichen in der Lahn in der Nähe des Kur- gartenß aufgefunden.

In den Pfingsttagen begeht zu Mühlhausen i. Th. der Cartellverband akademischer Turnvereine auf deutschen Hochschulen sein Cartellturnfest. Die berufensten Turnautoritäten aus ganz Deutschland sind eingeladen, um Über die Gesammtleistungerr der akademischen Turnerei ihr Urthetl abzugeben. Der von nur drei akademischen Turnvereinen bei dem großen allgemeinen deutschen Turnfest zu Bonn 1872 gegründete Cartellverbünd umfaßt j-tzt bereits Vereine auf 14 deutschen Hochschulen mit zusammen 1100 Mitgliedern.

Donnerstag den S. n. Mts.,

Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause versteigert werden:

Zimmerarbeit, veranschl. zu Dachdeckerarbeit,

Planirarbeit,

Steinhauerarbeit,

Basaltsteinlieferung,

Steinsuhrlohn,

Chaussirarbeit,

Pflästererarbeit,

107,50 2080,- 1124,40

658,80 180,- 672,- 370,31

1412,72

Gießen, den 30. Mai 1884. f Großh. Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm. 3763

Steinlieferung.

Die Lieferung von ca. 400 behauenen Grenzsteinen zur Aussteinung der neuen Flur- und Gewanngrenzen bei Conso- lidation der Grundstücke in der Ge­markung Nieder-Erlenbach soll auf dem Submissionswege vergeben werden.

Die Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten offen und sind etwaige Offerten bis spätestens Samstag den 7. Juni d. I. daselbst einzureichen.

Vilbel, den 22. Mai 1884.

Der Consolidationsgeometer:

3658 Bergauer.

Mittwoch den 4. Juni.

Nachmittags 2 Uhr, 3708 sollen die zum Nachlasse des verstorbenen Gotthard Schreiner gehörigen Haus- haltnugsyegenstände und Oeconomiegeräth- schäften in dessen Wohnung, Nord-An­lage 18, meistbietend versteigert werden.

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