abrt nach Mainz wo das Cr-°- ben Wein vorzüglich fand. Nachts 12 Ubr wurde Ltd (offen die Rückfahrt anzutreten, da alle früh in Frankfurt sein wollten. Der Leg «t-er-d- es war allo nichts zu risknen, als die Müh-, stromauf zu rudern. Man batte etwas schwer geladen und wankte dem Boote zu. Alles nahm Pl^tz und auf Temvo wurde mit aller Kraft eingesetzt und fleißig gearbeitet. Be.m Morgengrauen meinte der Steuermann: „Ja, wir müssen ja schon die Frankfurter Thurme 'nl Sicht baden"' man sah auch Thürme, aber es stimmte nicht ganz — man legte sich noch mebr 'n die Riemen, bis bet hellerem Lichte der eine der Ruderer sah, daß vergessen war, die Bugleine loszulösen und daß man die ganze Nacht auf einem Fleck gearbeitet hatte. Tableau. Westfalen hatte sich mehr als billig dem Schnapsteufel
ergeben^n? keine^Äw w oll te anf d)laßen. Da fanden, ihn neulich Leute bet Ibbenbüren toll und voll an der Straße liegen und beschlossen ibn zu heilen Sie schafften den betrunkenen Schuster in den dunklen Schacht eines Bergwerks, wo er nad) vielen Stunden von seinem Rausch erwachte. Rings um ihn herrschte finstere Nacht, dumpf und acspenstisch tönten die gleichmäßigen Schläge der arbeitenden Bergleute an fein Obr Snb fÄernb treten se ne Hände an den naßkalten Wänden herum, Auf fernen ängstlichen Hülferuf eilten die schwarzen Gesellen herbei und gruppirterr sich, von ihren Kruberllichtnn phantastisch beleuchtet und finster bückend um den todtlich erschrockenen Schuster, dem plötzlich sein ganzes Sündenregister etnfiel und der Gedanke kam. daß er der ÄöÜe verfallen sei. Er stürzte dem Obersten der Teufel zu Füßen, der, em Erzschalk, ihm seine Sünden streng vorhtelt und ihm zurief: «Du bist der Holle ver. fallen!" Der Schuster flehte um Gnade, die ihm endlich unter der Bedingung gewah t wurde daß er nie wieder einen Tropfen Schnaps über ferne Lippen bringe. Mit oe bundenen Augen führte man ihn an die Oberwelt, brachte ihn eine gute Strecke vorn Schachte und gestattete ihm, die Binde zu lösen, nachdem sich alle entserr.l hatten. Da sah er sich plötzlich in bekannter Gegend, ohne zu wissen, wie er dahin ^mmen und fest überzeugt, daß der Weg in die Hölle bet Ibbenbüren zu suchen se«, schlich nach Hause. Er hat seine Kur Keinem erzählt, aber weit und breit kennt man sie. Ob sie geholfen hat, wissen wir nicht.
Köln. Von einem Jagdfreunde wird dem „Rhein. Merkur" Folgendes mit- getheilt: „Der richtig geschulte Jäger fängt erst mit dem 15. Oktober an, in seiner Jagd die Hasen abzuschießen und auch sehr selten Mutterhasen. Diese von den Hasen zu unterscheiden verstehen noch lange nicht alle, besonders unsere jüngeren Waidmanner, die sogen Sonntagsjäger, n-cht, und decimiren eben durch diese Unkenntniß meistens das Wild in ihren Revieren für die nächste Saison in unverantwortlicher Weise, Zur Belehrung der Betreffenden sei daher erwähnt, daß der Hase, sobald er aufspringt, j-desmal, sowie auch beim Laufen seine Löffel aufgestreckt trägt, wohingegen die Häsin dieselben platt im Nacken liegend hält. Es bedarf daher nur dieser kleinen Auf- merksamkeit des Jägers und ist derselbe nicht gar zu raub- und mordlustig und laßt Monsieur Lampe um den angegebenen Unterschied constatiren zu können, einen kleinen Vorsprung gewinnen, bevor er ihm auf den Pelz brennt, so schont er damit seine Jagd bedeutend. V'kle unserer Nimrode bitten wir, sich dieses gefäll'gst hinter ihre eigenen
O^ber. Die Errichtung der Wasserpfeiler zum neuen Nbein- brückenbau wird unter dem Schutze von mächtigen eisernen Hohlcylindern bewerkstelligt, welche in das Strombett versenkt werden, worauf durch riesige Dampfmaschinen das in diesen Cylindern (sogenannten Kesseln) befindliche Wasser herausgepumpt wird, so daß die Bauleute, ohne von Wasser gehindert zu fein, ihre Arbeit vornehmen können. Der für den ersten Wafferpfeiler bestimmte Cylinder hat eine Länge von 24,33 Metern und eine Breite von 9,50 Metern, während er im Umfang 59 Meter mißt. Nach Beendigung der Arbeiten werden diese Cylinder nicht w'eder herausgehoben, sondern verbleiben gewissermaßen für die Sohle des Pfeilers stehen.
— Die Schiffbrücke war gestern Nachmittag in Gefahr, zerrissen zu werden, indem sich ein Floß, welches aus dem Main kam, quer vor die Brücke gelegt hatte; das Brückenpersonal hatte alle Hände voll zu thun, um einen Schaden abzuwenden.
Zur gesl. Beachtung.
Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate rc. können wir nur bann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die bergelegt
ist. Ueber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Exp dMon zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten ^'^entheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen.
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