Ausgabe 
19.11.1882 Drittes Blatt
 
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vorgelegt werden. Das Gesuch des Zieglers Caspar Schomber um Erlaubniß zur Abtragung eines städt. Rains wird genehmigt. In Folge eines Gesuchs dortiger Hausbesitzers um Erlaß eines Verbotes gegen die Ablagerung von Straßenkehricht und sonstigem Unrath an der Pipp'schen Schanze wird beschlossen, den Fahrweg daselbst obzusperren und einen Fußweg herzustellen.

Vermischte-.

Die jetzigen sehr niedrigen Kaffeepreise motiviren sich lediglich dadurch, daß Brasilien sich seit ungefähr 4ö Jahren ganz enorm auf die Produktion von Kaffee verlegt bat und daß die Resultate der letztjährtgen Kaffee-Ernten ausschließlich Cey­lon sehr bedeutende genannt werden dürfen. Die Folgen einer derartigen Pro­duktion blieben nicht aus und durch das starke Angebot amerikanischer Kaffees erlitten auch die Java-Sorten einen Preisrückgang, der im Vergleich zu den Notirungen vor 34 Jahren 2025 Procent beträgt. Nur Ceylon-Kaffee hat sich bezüglich des Preises auf fernem alten Standpunkte behauptet, was allerdings hauptsächlich auf die von Jahr zu Jahr schwächer werdende Kaffee-Cultur daselbst und auf die stets lebhafte Nachfrage nach demselben zurückmführen ist.

Da Amerika größtentheils nur geringere Qualitäten und betr.ffs des Geschmacks sehr zweifelhafte Kaffees prvducirt, so häuften sich gerade in diesen Sorten die Vorräthe an den Seeplätzen in dem Maße an, daß dieselben mit der Nachfiage «ach dem Artikel nicht mehr im Einklänge standen und sogar zu Fall ssements recht gut situirter Firmen führten. Bereits im vorigen Jahre sanken die Preise der untergeordneten Kaffees auf ein Niveau, das zu den Productionskosten in einem ungünstigen Verhältnisse stand und dre amerrkanischen Producenten zu der positiv begründeten Thalsache veranlaßte, die Produktion geringerer Sorten zu beschränken, bezw. vollständig eingehen zu lassen. Wenn auch für den Augenblick eine erhebliche Preiserhöhung nicht bevorsieht, so dürfte der Artikel doch wohl auf seinem niedrigsten Werthe angelangt sein und die am 2o. Oktober in Holland abgehaltene Auktion von 87,000 Ballen Java-Kaffee brachte schon einen durchschnittlichen^Ausschlag von 1-3 H pro Pfund, was einen günstigen Einfluß auf die anderen Märkte ausübte. Eine einzige ungünstige Ernte könnte bet dem sich stetig steigernden Consum die Kaffeevreise ganz erh blich erhöhen. Die Con- fumenten haben momentan sicher keine U'soche, über hohe Kafferpreise zu klagen und in jedem Orte sind solche fast zur Hälfte den billigeren Qualitäten gewichen, jedoch hat der Käufer auch häufig h-erbei zu befürchten, daß ihn dieselben nicht zufrieden stellen. Jedenfalls ist es gerade keine Ersparn'ß, die billigsten Kaffees zu kaufen und em Kaffee für^iL 1.40 ist in gewisser Hinsicht ebenso billig, wie ein solcher von 75 oder 80 z$. Die Qualttäts- und Preisunterschiede betragen bei Kaffee über 100 pCt. und dennoch b'ldet sich ein großer Theil der Konsumenten selbst ein, daß ein Kaffee für 70-80 H, der versuchsweise bei einem marktschreierischen Geschäfte gekauft ist, mehr werth sei als ein solcher, den er bei seinem früheren Lieferanten mit 1 JL bezahlt hat

Di- übermäßige Concurr-rz sorgt heut- selbst für billig- und auch wentg abw-ich-nde Preise und das Publikum sollte wohl berücksichtigen, daß das Schleudern nur auf Kosten der Qualität der Maaren geschieht und daß es in diesem Falle selbst der ge­schädigte Theil ist. u

, "Bei der gestern erfolgten Ankunft Adeline Patti's wurde, so schreibt man derTribüne autz Newyork vom 2. November, von den Beamten des Zollhauses Eti - lpsacbe erhoben gegeni die steuerfreie Einführung von Diamanten, deren Werth auf 400 000 Dollar geschätzt wurde, sowie von drei Toiletten für die Rolle der Traviata" die in Paris, Brüssel und Wien neu angeferiigt worden sind. Auch von den überaus werthvoll n Spitzen der Patti sollte die Steuer erhoben werden, und die Beamten ließen erst dann die gesummten Utensilien ungehindert passiren, nachdem Colonel Mapleson. der Impresario der Patti, die eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte, daß die an­geführten Gegenständezu dem für die Ausübung des Berufes der Patti nothwcndigen Handwerkszeug" gehörten. y B

r Die Lebensversicherungs- und Elsparniß-Bank in Stuttgart hat per Ende Oktober d. I einen Versicherungsstand von 42,275 Policen mit 191,648,200 erreicht D'e im Laufe d. J bis Ende Oktober ihr zugegangenen Anträge belaufen sich auf 3707 mit JL 21,519^200. Die Jahres-Einnahme an Prämien und Zinsen wird pro 1882 auf circa 8% Millionen Mark und der Versicherungsfonds auf circa 40V, Millionen Mark ansteigen.

Überschüsse, welche die Bank seit 28 Jahren in der Höhe von 33-46pCt 37,5pEt- durchschnittlich erzielte, werden ungeschmälert in Form von Dividenden an die Versicherten zurückoergüiet. Die Dividenden werden nach zwei Systemen ie nach Wahl der Versicherten veriheilt und zwar:

Nach Maßgabe der Jahres-Prämie, wobei jede Prämie Anspruch auf das höchste Maß von Dividende von Anfang an, je nach fünf Jahren zahlbar, zu gemeßen hat. 8

i ? .sagende Dividenden nach Verhältniß der jeweiligen Präiwensumme, wobei der Versicherte bei lebenslänglicher Versicherung nach 34jähriger Versicheiungs- dauer von jeder Prämienzahlung nicht nur ganz frei wird, sondern von da ab alljährlich eine steigende Rente erhält- Nach dieser Dividenden-Vertheilung B. hat z B. eine 30jährige Person abzüglich Dividenden bis zu ihrem 64. Jahre für eine Versicherung von 10,000 im Ganzen etwa 4297 einzuzahlen und empfängt dagegen von da ab eine jährliche Rente, welche bis zur Erzielung eines Alters von 85 Jahren die Summe von circa JL 1813 erreichen wird. Für die beim Tode zahlbare Versicherungs­summe von JL 10,000 sind demnach nur X 2484 aufzuwenden.

Die Thäiigkeit dieses Institutes hat sich über ganz Deutschland, Deutsch Oester- reicb und die Schweiz ousgebrettet und überall wird demselben ein wohlberechtiates Vertrauen entgegengebracht.

A l l g e m e i u e r Anzeiger.

Montag den 20. November,

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werden im Hause des Herrn Unverzagt (Steinstraße) Bettwerk, Möbel, Küchen- geräthe gegen gleich baare Zahlung ver­steigert.

Gießen, den 15. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht.

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Montag den 20. November,

Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t schen Hofraithe dahier 1 Pferd, 1 Kassenschrank, 1 Billard, 1 Commode mit Aufsatz, 1 Sopha und 1 Bild

öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 17. November 1882.

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