Eken. Der Koblenzer Zweigverein ist bereits mit gutem Beispiel voranae- ' b“6 überall, wo es noth thut, gleiche Theilnahme sich vL iUvl| vll lull 0.
schaffte mir einige Steinhämmer, große und kleine, sowie einen kleinen Schemel an und fragte nun jeden Vagabunden, der vorsprach: „Warum betteln Sie?" Die stehende Antwort war: „Weil ich keine Arbeit habe." Darauf führte ich dieselben an den Steinhaufen, gab ihnen das nöthige Geschirr und versprach für jede Stunde Arbeit 25 Pf-, bei Mündiger Arbeitszeit 2,50 Mark. Fast ohne Ausnahme kamen die Menschen dann nach einer halben Stunde und erbatrn Vorschuß, da sie noch kein Frühstück rc gehabt. Vorschuß wurde ihnen nicht gewährt, aber die halbe Stunde bezahlt und — Alle sollen noch wiederkommen In zwei Jahren habe ich die 2 Raummeter Steine nicht zerschlagen bekommen, so daß ich sie zuletzt durch hiesig-- A'beiter zerkleinern liest aber der Vortheil für mich bestand darin, daß nach kurzer Zeit mein Haus von Vaaa- Kunden nur noch selten aufgesucht wurde. Seit ich nun die Ueberzeuguna gewonnen daß mit geringen Ausnahmen nicht Arbeitsmangel der Grund des Vagabundirens ist sondern fast immer der Hang zur Liederlichkeit, zum T'Uvk und die Abneigung aeaen regelmäßige Arbeit und Zucht, bin ich in meiner Bemtheilung der Vagabunden viel strenger geworden und habe mit großem Nachdruck durch dre Polizeibehörden und meine Gevsdarmen dieselben verfolgen lassen."
Aus einem dritten Orte endlich wird berichtet:
„Der Antibettelverein in Mettmann führte am 10. Oktober 1881 die Arbeits- Gegenleistung ein. Vor Empfang der Freikarte des Vereins mußte Jeder 1i/, Stunden lang Holz zerkleinern- „Die Arbeit geschieht hinter dem Amtshause, bei Regen in einem bedeckten Saum; dort werden auch holz und Geräthe aufbewahrt. Die nächste Ueber- wachung der Arbeit besorgt das dicht dabeibegende Armenhaus, die weitere Controle das Amtsbureau. Dos fertig zerkleinerte Brennholz wird 'n kleinen Bündeln a 5 Pf pro Bündel verkauft; der Erlös deckt, so viel bis jetzt ersichtlich, die Selbstkosten an Holz und Geräthe; viel mehr wird's nicht sein. - D'e Leute unterziehen sich der Arbeit in der Regel ganz gutwillig; aber die Zahl Derjenigen, die unsere Spende begehren hat auffallend abgenommen. In den fünf Jahren, von September 1876 bis September 1881, haben wir, in fast gleichmäßigem Strome, burchschnitck ch 267.4 Mann pro Monat gespendet (ä 30 Pf. pro Mann für Nachtquartier und F übstück); dabei hielten wir 10 Mann pro Tag als Mox-mum fest und in dieses Max mum checkten sich factisck oft 15 Leute statt 10. Seit Oktober 1881 ist die Maximalgienze unbesch änkt; gleichwohl weisen die letzten 8 Monate von November 1881 bis Juni 1882 nur folgende Zahlen von gespendeten Leuten auf: November 199, December 193, Januar 266 Februar 161, März 110, April 61, Mat 79, Juni 50 Mann."
Wir glaubten diese Urtheile und Beispiele, deren Zahl wir leicht noch vermehren könnten, anführen zu sollen, um nachzuweisen, daß die von dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz empfohlenen Maßregeln durchführbar sind, und daß sie voraussichtlich auch im Großberzogthum dazu beitragen werden, die Zahl der angeblich Arbeit suchenden, in Wirklichkeit aber größtentheils vagabundirenden Durchreisenden wesentlich zu vermindern. '
Berlin, 30. Novbr. Der Vorstand des vaterländischen Frauenvereins erläßt einen Aufruf, zum Besten der nothleidenden überschwemmten Gegenden Sammlungen zu veranstalten, und veröffentlicht ein Schreiben der Kaiserin von Koblenz, 28. November, in welchem es heißt: „Ich bin Zeuge der leider noch steigenden Verheerungen, welche durch die Ueberschwemmungen des Rheins verursacht werden. Von Mannheim bis Köln werden Spuren dieser ganz anormalen Calamttät lange fühlbar bleiben. Dorfschasten und niedere Stadttheile stehen unter Wasser, die Wintervorräthe sind zerstört, anderer Schäden nicht zu gedenken. Dies ist einer jener Momente, wo die Thätigkeit der Zweigvereine sich bewähren muß. Ich werde es angemessen erachten, sofort daraus hinzu-
Türkei.
Konüantinopel, 30. Novbr. In Folge der gegen Fuad Pascha wegen Verschwörung emgeletteten Untersuchung sind 120 im Palaste bediente ^schertefffnnen emgeschtfft und in ihre Heimath geschickt worden.
Von allgemeinem Interesse
ist die nachfolgende Mittheilung, welche zur Zeit die Runde durch viele 8eitunnen ^är&S^?8leffUr3l,(& T .whk*ftlid)er Seite gemachte eminente Gstdeckung des Vorhandenseins sogen. Bacterren .rn dem Auswurf Lungenkranker und zwar von Valerien m so minimaler Große, wie man sie bisher nicht kannte bat allkitia das . sagte man sich doch, bQfc bnmit enblid)
sÄt f“ weit verbreitete Krankheit: Die Lungenschwind-
sucht, welche alljährlich Hunderttaufeiide von Opfern fordert, in ihrem eiaentlicken Wesen zu ergründen und hoffentlich auch mit Erfolg zu bekämpfen.
fip ff'l1 es allerdings noch nicht gelungen, diese Batterien zu zerstören, da k^sr^ohl,,intensiver Hitze wie Kalte widerstanden und selbst dem starken Gifte Cnan- kÄ^egenubcr sich ziemlich indifferent verhielten: indcß wird es der nk rnften& aewlst Og./ch'Wlssenschaff, ble ja schon bie überraschendsten Resultate gezeitigt' anh ifinhpdn Är em Mittel gegen diesen schlimmen Feind unseres Geschlechtes SS?Ä"- von höchster Wichtigkeit, da man ja auch noch nicht
rL6' üb diese Bacterien sich erst in den von der Krankheit afficirten mk mir fmm ”°U emdrmgen, ist-diesen schlimmen, unsichtbaren Feind hnrnn m£Oßhcb von uns fern zu halten. So wird man z. B. sehr gut
daran thun, einen Schnupfen ober Katarrh, beii man sich bei jetziger Jahreszeit so kbr bu?ck Nernockis^s'"' beseitigen unb nicht erst, wie es so häufig vorkommt,
^^Eass^ung ben Grunb zu ernsteren Hals-, Brust- unb Lunaenleiben ru Embrinauna"en*hk U" rftenfte?Ieini^ute ber Luftröhre bcn oben erwähnten
^"drmgungen bic willkommenste Herberge bar. — Durch neuere imffenidiriftnrh/ (S-r- slebnisfe ist seftgestellt, baß eilt Katarrh, seinem Wesen nach eine sehr oft mit Fieberbewegungen austretenbe Entzünbung ber bie Luftwege auskleibenben Schleimhäute -b-nw r° ch beseitigt werde» kann, als es gelingt, bicfftartbein fieber' nr"? 'nt»“"’>un8仫l>nBe3.anitM zu heben und haben sich hierfür die Chinaälkalvide als ganz besondere zweckbienltch erwiesen. So beseitigen bie Apotheker W. Voß'leben medkststsck^'®runb biefer( wissenschaftlichen Ergebnisse bargestellt unb von ^ntnrrnA wmn,^.t0^ltaten empfohlen werben, ben Schnupfen resp. einfachen Katarrh nunmehr binnen wenigen Stunben unb führen bie schweren Katarrhe ^bunden mit Husten, Heiserkeit, Auswurf unb Fieber alsbalb in bk milbeste Form fe?. au? bmnen wenigen Tagen ebenfalls vollftänbig zu heilen. Wenn man erinnert, bie man bei einem Katarrh Tage, ja oft Wochen J? AJhhAF? ?^l)men hat, so kann man tiefen Fortschritt ber Wissenschaft nur mit lebhafter Freude begrüßen und man findet es sehr natürlich, daß die Voß'schcn Katarrhplllen m wehreren Ländern bereits alle anderen früher gegen Katarrh unb ^)?rniin hnr gebrauchten Mittel fast vollständig verdrängt haben. Man achte Namen Ä unÄ" Wcn Katarrhpillen, welche auf dem Etiquette die in h^n 'QnrTeb;(12?TttInifler tragen müssen, zu erhalten, ä Schachtel 1 JL
in den meisten deutfchen Apotheken. 7955
Bekanntmachung.
Zur Vergebung des bei der unten- genannten Verwaltung erforderlichen Beda rfs an Lagerstroh, ca. 620 Ctr., ist ein öffentlicher Submissionstermin auf
Montag den 4. Dezember, Vormittags 10 Uhr, in deren Bureau, woselbst die Lieferungsbedingungen zur Einsichtnahme ausgelegt sind, anberaumt. 7905
Gießen, den 29. November 1882.
Großh. Garnison-Verwaltung.
Bekanntmachung.
1882
M
ff
1883
den
Januar
2.
3.
4.
6.
9.
10.
11.
7.
9.
12.
13.
14.
16.
19.
20.
21.
23.
27.
28.
30.
Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Mittwoch Donnerstag Samstag sowie
Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und^zwar:
Dienstag den
5. Dezember
6. „
Samstag „ 13.
Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen-
Gießen, den 24. November 1882.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse.
Kehr.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Die Stimmfähigkeit bei der Wahl der Stadtverordneten.
ckcach Vorschrift des Art. 13 der Städte-Ordnung wird die nachstehende Bestimmung bezüglich der Stimmfähigkeit bei der Wahl der -Stadtverordneten hiermit bekannt gemacht: *
Stimmfähig sind
1. alle in der Gemeinde gründ-, gewerb- oder einkomniensteuerpflichtiae Ortsbürger derselben,
2. alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen und welche seit zwei Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben,
jedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt sind und vom 1. Januar des dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergehenden Jahres an zur Einkommensteuer zuaezoaen worden sind.
Die Stimmberechtigung jedes der unter 2 bezeichneten Stimnifähigen ist davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des Jahres, welches dem Jahr, in welchem die Wahl stattfindet vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in dessen Amtslocal die mündliche Erklärung abgegeben hat, daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er gleichzeitig auch Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, seit welchem er in der Gemeinde wohnt, und den Zeitpunkt, seit welchem er Einkommensteuer bezahlt, anzuaeben und auf Erfordern nachzuweisen hat.
Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche die Abgabe dieser Erklärung bis zum 31. Dezember d. I. unterlassen, können bei der im Jahre 1883 statt- sindenden Wahl zur Stadtverordneten-Versammlung oder bei einer solchen Wahl für welche die Stimmberechtigung durch die Stimmberechtigung zur Stadtver- ordneten-Wahl bedingt ist, kein Stimmrecht in Anspruch nehmen.
Gießen, den 1. Dezember 1882.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
7978 A. Bramm.
HauS-Verkauf.
Die nochmalige Versteigerung des ehemaligen Burgpfarrhauses zu Gießen bringen wir mit Bezugnahme auf bas Inserat im „Gießener Anzeiger" Nr. 251 vom 25. October 1882 mit dem Bemerken in Erinnerung, daß die Versteigerung am 13. Dezember 1882 des Morgens 10 Uhr im Gasthause „Zum Einhorn" stattfindet. — Wegen Einsichtnahme der Verkaufsobjecte ist sich an Großherzogliches Kreisbauamt Gießen zu wenden. 7973
Gießen, den 2. Dczencher 1882.
Großh. Oberförsterei Gießen.
Lang.
7466 Ofenschirme, eiserne Blumentische, Fiaschen- schränke empfiehlt
Hmil Fistor.
Cvrfetten in allen Fa^ons u. Extraweiten empfiehlt in großer Auswahl _4L JPtfC ugj? m cw en ei.
Montag den 4.Dk?nnl)erl.I., Vormittags 9 Uhr unb Mafimittatf 1 Uhr, Fortsetzung
der Mobilienversteigerung auf ber Heuchelheimer Mühle, unb kommen insbesonbere bessere Möbel, Küchengcräthe, Porzellan, Bettwerk rc. zum Ausgebot.
Gießen, ben 29. November 1882.
7922
F« Hoffmann,
Concursoerwalter.
Keitgeöotenes.
H. von Gimborn,
Ehem. Fabrik Emmerich a. Rh, Gallus-, Aleppo-, Kaiser-, Dalon-, Alizarin-, rothe, blaue rc. Tinten, Stempelfarben, stüssiger Leim, vorrathig bei «IiiI. IIoos unb Olim. KSlhler. 7200
Die
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7695 C. Noth, Neuen-Bäuen.


