Ausgabe 
30.4.1943
 
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Seit acht Wochen in der Kriegsarbeit.

Krauen und Mädchen mit Freude bei ihren Aufgaben.

Aus der Stadt Gießen.

Lebensfülle.

Der Monat mit dem kürzesten Namen ist erfüllt van einem schwer unerschöpflichen Reichtum des Le- bens uni> der Schönheit. Seine Verheißungen und Offenbarungen, feine zeugenden und gestaltenden Kräfte bedrängen das Herz so sehr, datz sich seine inneren Spannungen nur in der liebenden Hingabe Jü1 ?lerJ unö tm ^kd zu lösen vermögen. Wie ein tausch kommt es über alle Geschöpfe und über uns Menschen, sich zu verschwenden, um sich vollendeter wiederzufinden.

Zart und duftig im Schmuck seiner tausend Blü- ten, durchklungen vom Wohllaut ungezählter Vogel- lieder, besungen von Dichtern und liebenden Men- !Sr" llt..,er der schöpferische Monat, in dem alle -Aiefen über sich selbst hincmszuwachsey scheinen und einem Ziel zustreben, das aus der Tiefe raunt, aus der Hohe strahlt, aus der Weite lockt, um doch zu guter Stunde blutnah erkannt zu werden als die Lebensfülle des eigenen Herzens, als Liebes- kraft, als Mut zu allem Großen und Starken des des eigenen Wesens.

Jffiagt unser Herz in dieser eisernen Zeit eines härtesten Kampfes sich all dem blühenden, zarten und bunten Leben hinzugeben? Lasten nicht das Schicksal und des Tages Mühe zu schwer aus uns, als daß in unseren Gemütern noch Raum wäre' für das Erlebnis des Schönen und Frohen? Färbt nicht jede Blüte, deren Anblick uns in den Jahren des Friedens erfreute, ein Tropfen Blut?

Und dennoch! Unsere Arbeit, unser Kampf ist kein Frondienst, der uns die Seelen verderben soll, son­dern die Erfüllung einer Pflicht um des höchsten Zieles willen: Deutschland! Was uns stark macht, diese Pflicht zu erfüllen, ist die gleiche Kraft, die die Natur erblühen und fruchtbar werden läßt. Nie ist unser Volk blühender, nie sind die Züge seines Gesichtes edler gewesen als zu dieser Zeit, in der sein Herz fest wurde und fein Wille stahlhart durch den Geist der Treue, des Glaubens und der Pflichterfüllung.

Die Blütenträume des Mai werden verwelken, aber unvergänglich ist die Fülle des Lebens, die sich in ihnen offenbarte. Sie wird auch uns die Herzen und Hände stärken, daß wir in vollem Umfang bestehen in der Stunde der Bewährung, bis sich vollendet, woran wir geglaubt, wofür wir gekämpft und ge­arbeitet haben mit allen unseren Kräften! K. R.

Der neue Rektor der Universität.

Am gestrigem Donnerstagnachmittag überreichte Ministerialrat Dr. Leip im Auftrage des Gau­leiters und Reichsstatthalters Sprenger dem Ordinarius für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Direktor der Universitäts-Ohren-, Nasen- und Halsklinik, Professor Dr. med. Alfred Brügge- mann, die Ernennung zum Rektor unserer Universität. Der schlichten Amtsübergabe im Senatssitzungssaal des Uninersitätsgebäudes 'wohn­ten der Hochschulreferent Regierungsdirektor Dr. Grein, Darmstadt, der Prorektor Professor Dr. R a u ch. 'der im verflossenen Wintersemester die Ge­schäfte der Universität geführt bat, ferner die De­kane, der Stellvertreter des Dozentenführers und der Stellvertreter des Studentenführers bei,

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Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. B r ü g- gemann, der aus Rotthausen (Kreis Essen/Ruhr) stammt und an den Universitäten Freiburg, Würz­burg, Straßbrg und München studiert hat, anschlie­ßend als Assistent am Pathologischen Institut in Düsseldorf und an der Chirurgischen Universitäts­klinik in Kiel tätig , war, gehört seit 1912 unserer Universität an. In jenem Jahre wurde er Volontär­arzt an der Gießener Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke, dann wurde er zum Assi­stenzarzt und Oberarzt, 1913 zum Privatdozenten ernannt. Im ersten Weltkrieg stand er von 1914 bis 1918 zunächst als Oberarzt, dann als Stabsarzt im Felde. 1918 wurde er zum außerordentlichen Pro­fessor an unserer Universität ernannt. Im Juli 1918 folgte er einem Ruf als Leiter der Unioersitäts-Oh- renklinik in Dorpat (Baltikum), jedoch kehrte er am 1. Januar 1919 von dort nach Gießen zurück. Hier wurde er im Jahre 1922 Ordinarius und Direktor der Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Hals­kranke. Daneben steht er seit 1928 als Direktor an der Spitze der Heilstätte Seltersberg für Tuberkulose der oberen Luftwege. Das Amt des Rektors der Universität bekleidete er schon einmal in der Zeit vom 1. September 1929 bis 3-1. August 1930.

Seit über 40 Jahren gehört Prof. Dr. B r ü g g e- m a n n als Sanitätsoffizier der Reserve der deut­schen Wehrmacht an. Als Oberstabsarzt und Chef­arzt leitet er feit Ausbruch des jetzigen Krieges ein Reservelazarett in Gießen, das Abteilungen fast sämtlicher Universitätskliniken umfaßt.

Am 2. Juli vorigen Jabres konnte der neue Rek­tor, der sich weit über den Kreis der Universität hinaus in allen Vevölkerungskreisen in Stadt und Land großer Wertschätzung und Beliebtheit erfreut, seinen 60. Geburtstag begehen.

Kür Tapferkeit vor üem ßeinöe.

Der Unteroffizier Willi Hühnergarth aus Oppenrod, Kreis Gießen, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Offenes Maisingen der Znngmädel

Nun-ist der Frühling ins Land-gekommen. Mit frischer Kraft und frohem Mut wollen wir nun den Mai begrüßen. Unsere Jungmädel werden, wie immer, an verschiedenen Plätzen unserer Stadt den Mai anfingen. Wir alle, groß und klein, sollen dabei mithelfen. Darum kommt alle, die ihr Lust und Freude am Singen habt, am 1. Mai um 17 Uhr auf den Kreuzplatz zum offenen Singen.

Die Aufnahme ländlicher Schüler in die höheren Schulen.

NSG. Um den durch den Krieg bedingten Ver­hältnissen an den ländlichen Schulen Rechnung zu tragen, hat der Reichserziehungsminister sich ver­suchsweise damit einverstanden erklärt, daß Schü­ler vom Lande, die mit Beginn des kommenden Schuljahres in die Klasse 1 der höheren Schule über­treten wollen und deren Uebergang vom Grund' schullehrer befürwortet wird, die höhere Schule schon Don Anfang Mai ab als Gastschüler besuchen und tn Sonderklassen vorbereitenden Unterricht für die end­gültige Aufnahme im September erhalten. Die. Er­ziehungsberechtigten melden die irt Frage kommen- K>en Schüler und 'Schülerinnen umgehend unter Bor-

Im Rahmen des Kriegsarbeitseinsatzes unserer Frauen und Mädchen kamen vor acht Wochen zu den bisherigen Arbeits­kameradinnen und Arbeitstameraden viele weitere aus Stadt und Land und aus allen Volkskreisen zur Mitarbeit in unsere kriegs­wichtigen Betriebe. Auf diese Frauen und Mädchen, die bis dahin meist fern von den Stätten der betrieblichen Arbeit gelebt hatten, lenkt sich gerade zum morgigen Tage, an dem die Arbeit und die Schaffenden im Vorder­gründe unserer Gedanken stehen, das Inter­esse aller Volksgenossen.

Es ist mancher Frgu und manchem Mädchen ge­wiß nicht leicht geworden, im Zuge der Mobili­sierung aller Volkskräfte für den totalen Krieg vor einigen Wochen ihre bisherigen Lebensgewohnheiten vorübergehend bis zu einem gewissen Grade auf­zugeben und den Weg zu den Arbeitsstätten in un­seren Betrieben anzutreten. Der frühzeitige Ar­beitsbeginn, das stundenlange Ausharren am Ar­beitsplatz und das Gebundensein bis zum Feier­abend stellen ja auch einen so gewaltigen Um­schwung gegenüber dem vorherigen, freieren Tages­ablauf mancher Frauen llnd Mädchen dar, daß es sehr wohl verständlich ist, wenn sie diesen Wandel in ihrem Leben als ein starkes persönliches Opfer betrachten. In einsichtsvoller Würdigung der un­abweisbaren Notwendigkeit, ihres Einsatzes haben sie sich aber dem Rufe des Führers nicht versagt, sondern sind bereitwillig auf die neue Lebensbahn getreten mit dem Willen, hier ihre ganze Kraft mit einzusetzen zur Erringung des Sieges.

Inzwischen sind seit jener Umwälzung im täg­lichen Leben dieser Frauen und Mädchen rund acht Wochen vergangen. Was ihnen anfangs nicht nur ungewohnt, sondern oftmals außerordentlich schwer erschien, ist für sie jetzt zur täglichen Gewohnheit geworden. Damit soll nicht gesagt fein, daß diese Frauen und Mädchen alle Bindungen zu ihren früheren Lebensgewohnheiten ausgelöscht hätten; aber die selbstverständliche Einfügung in den neuen Pflichtenkreis ist ihnen nun in Fleisch und Blut übergegangen, und aus denNeuen" bei der Ar­beit sind heute schon fastAlte" geworden, die bei der Arbeit in den Betrieben ebenso ihre Aufgabe meistern wie im eigenen Haushalt, oder früher auf einem Büro, in einem kriegswirtschaftlich ent­behrlichen Laden oder dergleichen. Frühmorgens wandern diese Frauen und Mädchen ebenso pflicht­bewußt und schaffensfroh zu ihrer Arbeitsstätte wie andere ihrer Kameradinnen es schon Jahre vorher Tag für Tag getan haben und wie es ihren männ­lichen Aibeitskameraden von jeher der selbst­verständliche Lebensinhalt war. Und wenn der Feierabend gekommen ist, empfinden auch diese Frauen und Mädchen als Kameradinnen der schäf- enden Heimatfront ebenso viel Stolz und Be- riedigung über dos Ergebnis ihrer täglichen Ar­beit wie alle anderen Schaffenden, die schon immer

läge eines Zeugnisses der Grundschule, des Geburts­und Impfscheines bei dem Direktor der Schule an, in die sie übertreten sollen. Sie erhalten sodann Nachricht, ob und an welchen Schulen Sonderklassen eingerichtet werden.

Keine Be- und Entladepflicht am 1. Mai.

Der Reichsverkehrsminister hat die Pflicht zur Be- und Entladung von Güterbeförderungsmitteln für den diesjährigen Nationalen Feiertag des deut­schen Volkes aufgehoben.

tzeiikräutersammlnng im Kreis Wetterau.

In der Goetheschule zu Gießen fand eine wichtige Arbeitstagung der Bezirkssommeistellenleiter RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung) statt. Kreissachbear­beiter RfH., Lehrer O ß w a l d (Bad-Nauheim) geb einen Ueberblick über die Arbeit des Jahres 1942 und dankte Schulen und HI. für ihren erfolgreichen Einsatz. Das ausgezeichnete Ergebnis des Kreises Wetterau, über das wir kürzlich schon berichteten, beträgt ein Siebentel des Gesamtergebnisses des Gaues Hessen-Nassau und rund l1/« v. H. des Aus­kommens im Reich. Die Sammelstellenleiter der 14 Sammelstellen unseres Großkreises haben im stillen eine Riesenarbeit bewältigt. Den Sammel­stellenleitern Apotheker Weber (Lich) und Lehrer Antoni (Laubach), die von ihren Aemtern zurück- treten, wurde herzlicher Dank für ihre Mitarbeit übermittelt. Ihre Nachfolger sind Rektor Sarnes (Lich), der bisher schon erfolgreich mitorbeitete, und Rektor Gaub (Laubach).

In längerer Beratung wurde das für 1943 ge­stellte Kontingent besprochen. Es sind im wesent­lichen dieselben Drogen, die auch im vergangenen Jahr gesammelt worden sind. An den Orten der Sammelstellen finden in nächster Zeit Besprechun­gen in den Arbeitsgemeinschaften statt, in deren Verlauf die Bezirkssammelftenenleiter den Schulen ihre Aufgaben für dieses Jahr stellen. Der Kreis kann fein Kontingent nur dann erfüllen, wenn je Schüler der Gesamtschükerzghl einer Schule ein Mindestaufkommen von 2,5 kg Trockengut erreicht wird. Dos ist bei gutem Willen leicht zu schäften. Im letzten Jahr haben viele Schulen mehr als 5 kg je Schüler aufgebracht, ja Durchschnittsleistungen von 7 und gar 10 kg konnten von einigen Schulen verzeichnet werden. Wie der Kreissachbearbeiter mitteilte, unterstützt die Kreisleitung Wetterau das Sammelwerk in vorbildlicher Weise, und der Kreis­leiter hat wieder eine Auszeichnung der besten Stadt- und Landschulen in Aussicht gestellt. Einige Schulen werden auch wieder für die Auszeichnung des Gauleiters in Bettacht kommen. Der totale Krieg erfordert auch auf dem Gebiete der für unsere Volksgesundheit und Kriegswirtschaft so wichtigen Heilkräutersammlung den gesteigerten Einsatz aller Sammeleinheiten.

Zur Zeit ist die Sammlung der Schlüsselblumen­blüten und wo noch möglich der Schlehen­blüten von besonderer Wichtigkeit.

Gießener Öodienmarftpreife.

* Gie ß en, 30. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, il2 kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8, Kartoffeln, 5 kg 56, gelbe Rüben, 1/2 kg 15, rote Rüben 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Schwarzwurzeln 35, Rhabarber 30,

täglich den beglückenden Stolz auf ihre Arbeit von der Stätte ihres Wirkens mit nach Hause genom­men haben.

Eine Umschau in Gießener Betrieben hat uns allenthalben die Bestätigung gebracht, daß die neuen Arbeitskameradinnen sich sehr gut in ihren anderen Pflichtenkreis eingelebt haben und mit aller Liebe bei der Arbeit sind. DieAlten" lassen es sich stän­dig angelegen sein, den neuen Kameradinnen mit praktischen Winken und nützlichen Hinweisen die.Ar- beit zu erleichtern und dergestalt ihnen wie auch den Arbeitsvorgängen förderlich zu sein. Daher ist es auch verständlich, daß alle Frauen und Mädchen in gu­tem Arbeitsgeist ihre ganze Kraft für die ständige Steigerung ihrer Leistungen einsetzen. Die kame­radschaftliche Verbundenheit zwischen denAlten" und denNeuen" hat sich in diesen wenigen Wo­chen schon allenthalben in erfreulicher Weise ver­lieft und bildet die gute Grundlage, auf der sich die Arbeit aller Gefolgschaftsmitglieder in bester Weise entfaltet. So ist es ganz natürlich, daß wir allent­halben nur volle Befriedigung der Bettiebsführun- gen über den Einsatz unserer Frauen und Mädchen vernehmen konnten. Selbst in solchen Betrieben, in denen bisher noch niemals Frauenarbeit in Anspruch genommen wurde, äußert man sich sehr lobend über die Leistungen der neuen Arbeitskameradinnen, und man trägt sich hier ernsthaft mit dem Gedanken, auch in Zukunft gewisse Arbeitsvorgänge, die ihrer ganzen Art näch für Frauenhand besonders geeig­net sind, von Frauen oder Mädchen ausführen zu lassen, um die Arbeitskraft der Männer für andere Vroduktionsaufgaben einzufetzen. Man denkt hierbei schon jetzt ap die vielen weitreichenden Arbeitsauf­gaben, die unserer Wirtschaft nach unserem Siege gestellt werd eil m'üssen und für die Arbeitskräfte in weit größerem Umfange als vor dem Kriege in Anspruch zu nehmen sind. Aber nicht allein in den Betrieben haben sich die Frauen und Mädchen bis­her ausgezeichnet bewährt, auch im öffentlichen Verkehrswesen haben sie sich den Anforderungen durchaus gewachsen gezeigt. Neuerdings ist derKa­merad Frau" u. a. auch als Lenker von Kraftfahr­zeugen in den Vordergrund getreten, und in näch­ster Zeit werden wir dieFrau am Steuer" jeden­falls noch weit mehr alss bisher im Verkehrsbild unserer Stadt zu sehen bekommen. In anerkennens­werter Werse haben sich Frauen und Mädchen auch an dieser Stelle mit ihrer Arbeitskraft in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt, um kriegs­wichtige Aufgaben der Heimat erfüllen zu können.

So sehen wir auf vielen Gebieten in der Heimat unsere Frauen und Mädchen als einsatzbereite Ka­meradinnen der Männer eifrig mit am Werk, alle erfüllt von dem Gedanken, sich mit dem Einsatz ihrer Arbeitskraft unserer kämpfenden Front würdig zu erweisen und beizutragen zur Erringung des vollen Sieges und zur Wegbereitung einer großen Zukunft unseres Volkes unter'der Führung Adolf Hitlers. B.

Salat 1 bis 1,20 RM., Lauch, das Stuck 5 bis 10 Rpf., Radieschen, das Bund 18 Rpf.

Anfragen an Beherbergungsbetriebe.

Im Hinblick auf den nahenden Sommer häufen sich jetzt schon die Anfragen der Erholungsuchenden bei den Beherbergungsbetrieben. Die Reichsgruppe Fremdenverkehr weist auf einige Richtlinien hin, die bei solchen Anfragen unbedingt beachtet werden müssen. So werden die Beherbergungsbetriebe noch immer stark belastet durch Erholungsuchende, die gleichzeitig an mehrere Beherbergungsbetriebe schrei­ben und auf diese Weise mehrere Zusagen erhalten. Der Schriftwechsel würde bedeutend vereinfacht werden, wenn die Erholungsuchenden bei einer An­frage gleich daraus Hinweisen» würden, welcher Gruppe von Erholungsuchenden sie angehören und über welche Bescheinigungen sie verfügen, also Wehrmachturlauber auf den Urlaubsschein, Gefolg­schaftsmitglieder kriegswichtige? betriebe auf die Urlaubsbescheinigung des Betriebsführers oder der zuständigen Dienststelle, Selbständige auf die Be­scheinigung der zuständigen Kammer oder Berufs- oertretung, Schwerkriegsbeschädigte auf ihren Aus­weis, Witwen, Kinder und Eltern Gefallener auf die Mitteilung des Truppenteils, kinderreiche Mütter auf ihre amtlichen Ausweise und Personen aus stark luftgefährdeten Gebieten auf die Bescheinigung der NSV. Wenn keine Angaben über die Gruppen­zugehörigkeit und die Bescheinigungen gemacht wer­den, ist die Bearbeitung von Gästeanfragen außer­ordentlich schwierig, da leider auch die' Anfragen nichtbevorrechtigter Personen zunehmen, die absicht­lich diese Frage nicht anschneiden. Solche Personen dürfen aber in der Zeit vom 20. Juni bis 10. Sep­tember nur bann beherbergt werden, wenn sie mit schulpflichtigen ober jüngeren Kinbern reisen. Einige Beherbergungsbettiebe sind bazu übergegangen, von den Gästen bei Abschluß des Vertrages Voraus­zahlungen zu verlangen. Ein berartiges Verfahren ist unzulässig unb wird von der Wirtschaftsgruppe Beherbungsgewerbe entschieden abgelehnt.

Verdunkelungszeit:

30. April vdn 21.45 bis 5.22 Uhr.

l. Mai von 21.47 bis 5.20 Uhr.

2. Mai von 21.48 bis 5.19 Uhr.

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** Alter sjubllare. Am morgigen 1. Mai wird unser Mitbürger Wilhelm Wagner, Stein­straße 43, in guter Gesundheit 87 Jahre alt. Frau Marie B i e d e n k ap p , Alicenstraße 33 wohnhaft, kann am Sonntag, 2. Mai, in aller Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag begehen. Die frühere Schneiderin Frau Margarete Schott, verw. Klös, geb. Sann, Schiftenberger Weg 32, be­geht am Montag, 3. Mai, in geistiger und körper­licher Frische ihren 70. Geburtstag. Die Jubilarin ist Trägerin des Ehrenkreuzes der deutschen Mut­ter. Den Altersjubilaren gelten auch unsere herz­lichen Glückwünsche.

** Die Offizierlaufbahnen b er Kriegsmarine werben auf neuen Merkblättern behanbelt. Diese unb neue Formblätter (Bewer­bungsunterlagen) sind Gegenstanb einer Bekannt­machung des Oberkommandos der Kriegsmarine in unserem heutigen Anzeigenteil.

** Marinehelferinnen werden bei den Landbienststellen ber Kriegsmarine in ber Heimat und auch in außerheimischen Gebieten eingesetzt. Zu Meldungen für diesen Dienst ruft das Oberkom­mando ber Kriegsmarine im heutigen Anzeigen­teil auf.

** Da 5 Museum für Völkerkunde im Neuen Schloß wird vom 2. Mai ab an jedem Sonn* tag wieder zur Besichtigung geöffnet sein.

** Der Waldmeister grünt. Unser Wald* meister, in Oberhessen vorwiegend Maikraut ge­nannt, ist ein typischer Buchenbegleiter. In unseren herrlichen oberhessischen Buchenwäldern tritt die Pflanze in der Bodenflora auf weiten Strecken bestandbildend auf. Der würzige Geruch wird durch den hohen Gehalt an Cumarin bedingt. In der Volksmedizin stand das Kraut als schweißtreiben­des und blutreinigendes Mittel in Ansehen. Heutü wird es vorwiegend als Genußmittel (Maitrank) und Duftmittel verwandt. Darüber hinaus ist bas Maikraut aber auch ein geschätzter Zusatz zu den heimischen Tees, unb es wird deshalb von un­seren Schulen im Rahmen der Heilkräuterbeschaf­fung fleißig gesammelt. Jetzt steht der Waldmeister in unseren heimatlichen Wäldern bereits in üppigem Grün und im Schmuck der ersten Blüten. Die Zeit bes Sammelns ist nun, früher als in anderen Iah* ren, gekommen.

Landkreis Gießen.

* Rödgen, 30. April. Der Gastwirt unb Schreinermeister Heinrich Sch Neider, Gießener Straße 25, begeht am 1. Mai in geistiger und kör­perlicher Frische feinen 8 0. Geburtstag. Dem Jubilar herzlichen Glückwunsch.

+ Grünberg, 29. April. Am Mittwochabend hielt der Verkehrsverein im HotelHirsch" feine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Wag» nermeifter L. Zinßer, erstattete den Jahresbe­richt. Danach wurde eine gründliche Durchforstung der Anlagen auf dem Hain vorgenommen, wodurch Rasenflächen und gute Aussichtspunkte gewonnen wurden. Der vor einigen Jahren von der Alsfelder Straße aus in die Anlagen geschaffene Weg wurde verlängert und verbessert. Der Kirchenplatz, ber nach dem Wegfall der überalterten Kastanien ein etwas zu kahles Aussehen hatte, wurde wie der benachbarte Winterplatz mit Linden bepflanzt. Die Erden des verstorbenen Fräulein Anna Jöckel über­wiesen dem Verein ein Kapital von 1000 RM. mit der Auflage, 30 Jahre lang die Grabespflege der Verstorbenen zu übernehmen, um bann unbeschränk­ter Besitzer des Kapitals zu werben. Die Rechnungs­ablage ergab eine Einnahme von 936,42 RM. und eine Ausgabe von 889,11 RM., so baß ein Kassen­vorrat von 47,31 RM. verblieb. Das Sparguthaben beträgt 544,11 RM. Als Stellvertreter des Schrift­führers H. Robert wurde Lehrer Wenzel, in ben Ausschuß Flurschütz Eifert gewählt.

Kreis Biedenkopf.

* Gladenbach, 30. April. Der hiesige Dach» beckermelster Peter G e ß n e r I. kann am Montag, 3. Mai, in körperlicher unb geistiger Frische sein 9 0. Lebensjahr vollenben. Der Jubilar nimmt trotz seines hohen Alters noch regen Anteil an den Ereignissen unserer Zeit. Dem alten Herrn herz­lichen Glückwunsch.

Schwindel mit Lebensmittelkarten.

LPD. Darmstadt, 29. April. Der unberech- tigte Bezug von Lebensmittelkarten stört die gerechte Verteilung ber wichtigsten Lebensrnittel unb -ist bes» halb als schwerer Fall eines Vergehens gegen bis Verbrauchsregelungsstrafverorbnung zu bestrafen. Die 41jährige Ehefrau Katharina C. in Darmftabt, bie unter vorsätzlicher Verletzung ber Ab- unb An» meldepflicht beim Ernährungsamt für vier Zu- teilungsperioben die Lebensmittelkarten ihres zum Wehrdienst einberufenen Sohnes weiterbezog, wurde vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig zu br ei Monaten Gefängnis verurteilt.

Gefängnis für einen Lustschutzsünder. . Lpd. Mainz, 29. April. Ungeachtet der fortge­letzten öffentlichen Hinweise auf die Notwendig- ke>t des luftschußmäßigen Verhaltens ber Bevöl­kerung unterließ ein Gefolgschaftsmitglied eines in­dustriellen Werkes des Bezirks die ordnungsgemäße nächtliche Abblendung der Lichtquellen und Licht- austtittsöffnungen einer Unterkunftsbaracke. Die da- dnrch entstandene Störung der Verdunke­lung verstärkte sich zu, einer Gemeingefahr, weil die grobe Nachlässigkeit des Täters in die Zeit eines in Gang befindlichen Luftangriffs fiel. Das Amts­gericht Mainz, bestrafte deshalb die unverantwvrt- liche Zuwiderhandlung gegen bie Luftschutzbestim­mungen mit vier Monaten Gefängnis und ordnete zum nachdrücklichen Schutz ber öffentlichen Sicherheit gegen derartige Luftschutzsünder bie so­fortige Strafvollstreckung an.

Tschammer-Gedenkläg auf dem Universilätssportplah.

Die NSRL.-Reichsführung hat angeordnet, baß am 2. Mai zum Gedenken an ben verstorbenen ?^'^h^fportführer unb zur Erinnerung an 6ie zehn­jährige Wiederkehr seiner Berufung Gedenkstunden mit turnerischen und sportlichen Vorführungen durch» geführt werden. Der Sportkreis Wetterau hat auf dem Universitätssportplatz eine Veranstaltung vor­gesehen, die um 10 Uhr mit der Gedenkstunde be­ginnen soll. Anschließend werden bie Vorkämpfe 'm Weitsprung, Kugelstoßen, 100-m-Lauf und ber 4X100-m-Staffel ber Männer »und Frauen, dem 400-m-Lauf ber Männer und dem 75-m-Lauf ber Frauen durchgeführt. Um 14.30 Uhr beginnen die Endkämpfe. Vorführungen der Turner und Turne­rinnen sowie ein Handballspiel der Luftwaffe gegen bie Bannmannschaft werben ben Sportfreunden ne­ben fpannenden Kämpfen einen Ausschnitt aus den Arbeitsgebieten des NSRL. bieten.

Luftwaffe G4 eßen Bannll6Gießem

Die Soldaten waren bei ben Punktspielen in ber Gauklasse durch Abgänge gezwungen, oft ihre Mannschaft neu zu formieren. Trotzdem konnte von ihnen noch ein guter Mittelplatz belegt werden. Weitere Uebungsspiele haben bie Schlagkraft ber Man schäft gefestigt. Für bie jugendlichen Spieler der Bann-Auswahl ist daher bas Treffen eine ft art» Belastungsprobe. In ben Gruppenspielen um bie Gebietsmeisterschaft konnte sie wohl achtbare Er­gebnisse erzielen, ob diese allerdings als Vergleich gegen bie Soldaten gewertet werden können, ist schwer zu beantworten. Man darf mit einem span« nenben Spiel rechnen, dessen Ausgang als offen zu bezeichnen ist.

Dee Swfistkute

braucht dringend den Fernsprecher nach Luft­angriffen. Darum führe Du dann kein« Privatgespräche!