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Die Verlobung unserer Tochter Irene mit Herrn Oberleutnant Kurt Huber geben wir bekannt
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KleineAtu eigen im Gießener Anzeiger werden von laufenben beamtet und gelefen.
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Die Sprechstunden der Deutschen Arbeitsfront Kreiswaltung Wette rau (Gießen und Friedberg) werden wie folgt festgesetzt: Montags und Donnerstags von 9 bis 12 u. von 14 bis 17 Uhr Samstags von 9 bis 12 Uhr
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Karl-Adolf
Wir freuen uns herzlich über die glückliche Geburt unseres zweiten Kindes
In dankbarer Freudei
Agnes Stark, geb. Puls Adolf Stark, z.Z. bei der Wehrmacht Gießen (Ludwlgstaße 101), z. Z. Kath. Schwesternhaus 22. Januar 1943
Der Beauftragte Washingtons für die Emah- rungsprobleme in Marokko und Algerien, William Johnson, hat aus dem Flug nach Afrika in Paramaribo (Holländisch-Guayana) den Tod gefunden.
Der USA.-Botschafter in Aegypten, Kirk, ist von seiner Regierung beauftragt worden, die Gründung einer nordamerikanisch-äghptischen Gesellschaft zu fördern. Sie soll die Durchdringung Aegyptens mit nordamerikanischem Kapital forcieren.
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Landungen in England und die Furcht vor Invasionen. Wiederaufnahme der Vorlesung am Mittwoch, dem 27. Januar, 20.15 Uhr, im Hörsaal 13 der Universität
Fortsetzung am 10. und 24. Febr., am 10. und 24. März. 0474
Der Eintritt ist frei.
Statt Karten!
Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich der Geburt unseres Peter-Karl sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege recht herzlichen Dank
Oberarzt Dr. Anton Slahn und Frau Elfriede, geb. Grell
Gießen, Kaiserallee 85 _________________________0492Z
fünf Viermotorige Bomber modernster Bauart. ** Einer der erfolgreichsten deutschen Nachtjäger, Ma« jor Lent. Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz, errang seinen 50. Nachtjagdsieg.
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Ein neues Kontingent niederländischer Freiwilliger ist an die Ostfront abgereist. Bei der Verabschiedung waren der Leiter des NSB., Mustert, und der Kommandant der niederländischen Freiwilligen- Legion, General Seyffardt, anwesend.
Wie das japanische Kriegsministerium bekanntgibt, wurde Generalmajor Kitsuhiko Komatsu zum Militärattachö in Berlin ernannt. Er wird gleichzeitig Militärattache für die Gesandtschaft in der Slowakei fein.
Die bekannten italienischen Textilindustriellen Gebrüder Signone von Diella wurden an einem unbewachten Bahnübergang in ihrem Auto von einer elektrischen Bahn überfahren und getötet.
Der Gouverneur von Malta, Lord Gort, befindet sich wegen Verletzungen, die er während eines Luftangriffs auf Malta erhielt, in einer Londoner Klinik.
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»chrtftletter: Lr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter beS ftteiters: Ernst iolumichcin. Lerantworllich für Politik uni BUder: Dr. Fr. W. Lange) für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriotß für Stadt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin.
Truck und Berlaa: Brühl,che Universttütödmckerei R. Lange K. 6k Derlogsletter: Tr.-Ing. Erich Hamann: Llnzeigenletter: Hans 0efl Anzeigenpreisliste Nr. 6.
Kitsch - eine Erziehungsfrage
Bon Martin Kautzsch.
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An alle Hausgehilfinnen I
Die Deutsche Arbeitsfront, Stelle Frauen,Fachgruppe Hausgehilfen, führt in Verbindung mit der NS.-Frauenschaft, - Abteilung VH. — Kochkurse durch. Die ersten werden in nächster Zeit anlaufen. Anmeldungen sind zu richten an:
Die Deutsche Arbeitsfront
Kreiswaltung Wetterau
Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer 12. Dort ist alles Nähere zu erfahren. Die Anmeldungen
erfolgen am besten vormittags.
Australien würde trotzdem noch reichlich Reserven behalten. „Es ist Australien willkommen, Indien mit Weizen zu versorgen, wenn wir die Schiffe bekommen können. Indien ist einer unser natür-- lichen Märkte."
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Der Lcbensmittelmangel, unter dem das indische Volt leidet, hat für die Engländer noch ernstere Folgen als die Sabotageakte der Kongreßpartei', schreibt die Londoner Zettschrift „News Statesman and Nation". Reis, das Hauptnahrungsmittel, der früher 5 Pfennig bas Pund kostete, sei nur noch im Schwarzhandel zu einem Preis von wenigstens 60 Pfennig zu haben. Allgemein seien die Lebensmittel- preise in den letzten Monaten um 180 Prozent gestiegen. Die Schieber feierten Orgien, und das Hamsterunwefen nehme von Tag zu Tag weiter zu. Die Zentralregieruna in Neu-Delhi schaue alledem mit verschränkten Armen zu. Sie scheine aber ZU vergessen, daß dem Blutbad von Amritsa eine ähnliche wirtschafttiche Depression vorangegangen sei. Auch „Manchester Guardian" schreibt. Der Lebensmittelstandard des indischen Volkes senke sich von Tag zu Tag, währen- in den Luxushotels Neu- Delhis fünf oder sechs Gangs zu den Mahlzeiten angeboten würden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichskriegerführer hat die Männer des NS.- Reichskriegerbundes aufgefordert, sich in möglichst großer Zahl an -en Schießwehrkämpfen der <52L zu beteiligen.
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In der Nacht zum 22. Januar wurden über Westdeutschland und der Küste des besetzten Westgebietes neun feindliche Flugzeuge abgeschossen, darunter
Malerei der eigenen Zett an und scheute auch nicht vor einer belanglosen oder verwässerten Wiedergabe von Meisterwerken aller Kunst zurück, soweit sie dem Zeitgeschmack etwas zu sagen hatte. Das Gefährliche an diesen Verfahren war und ist die Wirkung auf den großen Kreis von Käufern, denen Drucke, Nippsachen oder auch Oelbilder dieser Gattung mit der gleichen Beredsamkeit angepriesen und aufgenötigt wurden, bis sie sich daran gewöhnt hatten sie schön zu finden und heute nur noch ungern davon lassen wollen.
Der Druck oder das Bild an der Wand, die Klein- figur oder das Reiseandenken im Schrank hinter Glas wirken ja leider nicht nur am ersten Tag als Neuigkeit, sondern überdauern erfahrungsgemäß mindestens eine Generation der Familie und verbreiten unausgesetzt die Bild- und Vorstellungswelt ihrer Erzeuger und Entstehungszeit. Diese Wirkung, besonders auf die aufnahmefähige Jugend, kann gar nicht ernst genug genommen werden. Denn die rosarote Scheinwelt, die Wunschbilder unbesorgten Lebens in süßlicher Oberflächlichkeit und Verlogenheit, die dadurch unheimlich nachdrücklich den Menschen eingeimpft werden, werden zu Be- standtoilen seines Bildes von Well und Leben, zu seinen Wunschbildern und Jugend erinnerun gen. Den Einfluß, der daraus auf die Quellen unseres eigentlichen Wesens, auf unser Denken und unseren Vor- stellungsbesitz ausgeht, kann jeder selbst an sich selbst nachprü'fen, wenn er überlegt, wie stark von den Bildern seiner Kindheit und Jugend feine Lebenseinstellung und -Haltung bestimmt ist.
Es ist also mehr als eine unverbindlich-persönliche Geschmackssache, ob wir den Kttsch dulden oder nicht; und wenn viele heute den Unterschied nicht mehr genau kennen, so müssen sie davor bewahrt werden, dieses für sie im Augenblick vielleicht süße Gift zu nehmen. Außerdem ist es unseres Volkes, das als Kernvolk eines neuen Europas auch den kulturellen Führungsanspruch erhebt, unwürdig, diese konzentrierte Unkultur zu dulden oder gar auszuführen. Durch die Reichskammer der ffll- denden Künste und den bei ihr gebildeten „Ausschuß zur Begutachtung minderwertiger Kunsterzeugnisse" haben wir uns 1940 die Möglichkeit geschaffen, den Heilungsprozeß zu beschleunigen und die Produkte einer fehlgeleiteten „künstlerischen" Betätigung wenn nötig sicherzustellen. Dadurch sollen der Hersteller (Künstler wie Verleger) und der Händler, die mit diesen Erzeugnissen nur das Ansehen des wirklichen Künstlers und des anständigen Kunschändlers schädigen, zugleich daran erinnert werden, daß sie nicht ungestraft ihr kulturelles Verantwortungsbewußtsein vergessen können. Eine ganze Reihe großer Verlage und Händler haben das im Laufe der letzten Jahre schon eingesehen und helfen damit an einer wichtigen Stelle zur kulturellen Gesundung unseres Volkes, das wir gerade jetzt im Kriege als unseres Volkes, die wir gerade letzt im Kriege als notwendig erkannt haben.
Für das freundliche Gedenken anläßlich unserer Verlobung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst
Irma Hahn
Uffz. Helmut Viehmann
z. Z. im Felde
Aliendorf (Lahn), im Jan. 1943
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Kunst und Wistenfchast.
„Ls lebe das Leben-.
Im Chemnitzer Schauspielhaus kam Josef Maria Franks Stück „Es lebe das Leben" zur Uraufführung. Frank wollte so etwas wie ein modernes Märchen schreiben. Ein junger Mann hat das Leben satt, klettert über die Kirchhofsmauer, setzte die Pistole an und — da beginnt das Stück: Auf einmal sieht er sich nicht mehr allein, um ihn herum stehen feierlich gekleidete Leute. Er erkennt, daß es Gestorbene sind, ein Bankdirektor, ein Dramatiker, ein Pfarrer, eine Tragödin, ein Philosoph und ein Humorist. Sie alle geben sich Mühe, den jungen Mann von seinem Plan abzubringen. Si« drücken ihm Gaben in die Hand, einen Scheck, Bargelds Schmuck, ein unvollendetes Dramenmanuskript und Empfehlungsschrerben. Derart materiell ausgerüstet und seelisch aufgemöbelt beginnt er einen neuen Lebenslauf und wird im Wirbel von Enttäuschung und Beglückung trotz allem ein Humorist, ja noch mehr — ein Charakter.
Frank hat im wesentlichen den Weg des realistischen Lustspiels beschritten, wenn auch hier und da die int Vor- und Nachspiel angeschlagenen Märchentöne wieder aufklingen. Schon seine Gespenster sind sozusagen Geister von Fleisch und Bein, ein bißchen unmodern geworden, aber durchaus am Diesseits interessiert. Was aber in dem Stück zwischen den Friedhofsbildern geschieht, ist vollends taghelle Wirklichkeit, ein wenig zugespitzt in der Typenschilderung und humorig frisch gezeichnet. Der Dialog ist geschickt angelegt, mit hübschen Klugheiten gewürzt, herzhaft im Ton, srellich zuweilen etwas weitschweifig. Karl Bachler.
Monolog um die Tapferkeit.
,4ter tapfere Herr S." heißt die neue Komödie von Hans H ü m b e r g, die im Kleinen Haus des Berliner Staatstheaters aus der Taufe gehoben wurde. Es ist ein liebenswerter dichterischer Einfall, wenn uns Homberg im ersten Akt den griechischen Sokrates — dieser ist nämlich der Herr S. — als Rekrut zeigt und dartut, daß auch die Philosophie ihre höchste Weihe durch den Einsatz für sie gewinnt. Das ist ein sehr starker erster Akt, und es ist nur schade, daß schließlich die Quintessenz des Stückes nicht dem Sokrates, sondern dem von Homberg geistig wenig profilierten Alkibiades in den Mund gelegt wird: daß nämlich der Mut angeboren ist, Tapferkeit anerzogen werden kann. Dq das Ganze an einem sehr dünnen Handlungsfaden aufgehängt ist, ergeben die nächsten Akte eigentlich keine weitere EntÄcklung mehr, bis zu der wieder netten Schlußpointe, die Xanthippe, auf die man das ganze Stuck über gewartet hatte, als sehr junges und noch zahmes Mägdelein auf die Bühns bringt. Sie wird von Sokrates als Ersatz für dis Enttäuschung einer Liebelei mit Aspasia hingenommen, die bei Hömberg nicht die geistreichste Fran von Hellas ist, sondern ein recht oberflächliches Lärvchen, das es mit Alkibiades hält. Das Stück hat eigentlich nur eine Rolle, Werner Krauß spielt auch mit Mitteln äußerlicher Leichtigkeit den wunderlichen griechischen Weisen. Der junge Re« gisseur Helmut Käutner war mit Erfolg um bi# kluge Absetzung der übrigen Figuren von dem zerk traten Pol des Stückes bemüht.
Gerhard Aichingen
Cherubinis „Demophon*.
Im Göttinger Stadttheater fand anderthalb Jahr» Hunderte nach Erscheinen die deutsche Erstaufführung von Cherubinis Oper „Demophvn" statt. DaS „zu Deutsche", das dem in Paris schaffenden Italiener bei der Uraufführung seines Werkes im Jahrs 1788 den Erfolg schmälerte, wurde hier zum lebendigen Kraftquell, der das Lebensfähige aus der Vergangenheit mit den Forderungen der Gegen» wart vereinte. Mmmontels Opernbuch, das Prost Adolf Krücke in engstem Zusammenhang mit der Melodik Cherubinis in die deutsche Sprache über- trug, erscheint uns zeitgebundener als die Must- des Komponisten. Der der Sage entnommene Vor« wurf von der Rettung einer zu Ehren Apollos zunt Opfertod Befttmmten hat wohl dramatische Män« gel, sie find jedoch nicht größer als die mancher im Repertoire sich haltenden Oper und vermögen den Wert der Musik nicht zu beeinttächtigen. Die! bedeutende, große und tiefe Musik weist den „Dante der Tonkunst", wie Cherubim von Schumann gekennzeichnet wurde, als die über die Bindungenl der Zeit hervorragende Persönlichkeit aus, dessen geistige Verwandtschaft mit der Kunst Glucks sich in der klassischen Klmheit, der Mäßigung bei stärkster Ergriffenheit und in der Freiheit und Meister« schäft äußert, mit der die Formeln der damaligen Musikübunq aus dem Willen zu dramatischer Wahrheit benutzt und umgestaltet werden.
Albert Rodemann.
Im Kampf gegen die Zivilisationskrankheit Kitsch, der uns heute — auch und gerade im Kriege — aus besonderen Gründen lebhaft beschäftigt, glaubt sich mancher Skeptiker die Sache leicht machen zu können mit dem Einwand: „Wer sein Geld für Kitsch ausgeben will, den sollte man ruhig dabei lassen, er wird doch nicht zu belehren sein". Damit wird der Verbreiterung der minderwertigen „Kunst", erzeugnisse Tür und Tor geöffnet und außerdem in unangebrachter liberalistischer „Großzügigkeit" ihre gefährliche Wirkung unterschätzt. Zugrunde liegt dabei das Gefühl, daß es sich bei dieser Erscheinung um eine Art unabwendbaren Naturereignisses handele. Das trifft keinesweas zu; vielmehr war noch vor 80 bis 90 Jahren diese Volksseuche unbekannt — ein verhältnismäßig sehr kurzer Zeitraum, der uns Hoffnung macht, daß die Erkrankung bei richtiger Diagnose und entschlossener Behandlung auch in absehbarer Zeit zu überwinden sein muß!
Die Begriffsbestimmung lautet: auf Gestaltungen aller Art, nicht auf die Gebiete der bildenden Kunst beschränkt! Mit künstlerischem Anspruch, aber völlig unzureichenden geistigen, künstlerischen und handwerklichen Mitteln hergestellt und meist in fabrikmäßiger Massenauflage verbreitet. Die Betonung liegt dabei auf dem anspruchslosen Unvermögen, das in der Themenwahl ohne Selbstkritik und Geschmack, in der Ausführung ohne Kenntnis, Können und ursprüngliche Empfindung arbeitet und keine Ahnung davon hat, daß Kunst kein Geschäft oder eine freundliche Nebenbeschäftigung ist, sondern aufreibende und angestrengte Arbeit voraussetzt. Unbeholfenheit und primitive Darstellung brauchen keineswegs Kitsch zu sein, wenn sie sich bescheiden und in dem Rahmen bleiben, in dem sie ihre Wirkung tun sollen und nicht mehr fein wollen, als schlichtes Gebrauchsgut; in der Volkskunst treffen wir auf Schritt und Tritt solche Arbeiten, die ihre eigene bescheidene, aber echte Schönheit haben. Der „Elfenreigen" im Schlafzimmer, mit kostbarem Goldrahmen, das Schillerstandbild in bronziertem Gips als Briefbeschwerer aber wollen Kunstwerke darstellen und den Besitzer in eine „gehobene Stimmung" versetzen, ohne auch nur entfernt die Fähigkeiten zu einem solchen Aufschwung mitzubringen oder im Wert der handwerklichen Arbeit, geschweige denn des verwendeten Materials dieser Aufgabe gerecht zu werden!
Das Bedürfnis nach solchen Machwerken ist keineswegs ursprünglich vorhanden gewesen, sondern in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, besonders feit den „Gründerjahren" künstlich gezüchtet und den Käufern anerzogen worden von geschickten Geschäftsleuten, die unter Ausnutzung der neuaufgekommenen Wiedergabeverfahren in der massenweise betriebenen Herstellung möglichst billig erworbener und entworfener „Kunstwerke ein gutes Geschäft sahen. Dabei knüpfte man geschickt an ein mißverstandenes Rokoko oder eine gewisse repräsentative und gefühlsselig-erzählende
Meine Verlobung mit Fräulein
Irene Limberger
Tochter des Herrn Tierarzt Dr.
Limberger und seiner Frau Gemahlin Toni, geb. Bierau, beehre ich mich anzuzeigen
Kurt Huber
Oberleutnant in ein. Art.-Regt.
Gießen, Seltersweg 14 im Januar 1948 _________________________0442/
Wir kaufen gebrauchte, gut erhaltene KRAFTWAGEN aller Fabrikate
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Ruf 2847-48
1823 D/
Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst
Wachtmeister Ludwig Benner und Frau Gertrud, geb. Körber
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Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an
Hermann Schmidt u. Frau Klara, geb. Neuhaus
Krofdorf, 22. Januar 1943 z. Z. Kathol. Schwesternhaus Gießen
England bittet um Geld bei den Dominien.
Stockholm 22.Jan. (DNB.) Die enMche R-. zierung hat in den letzten Wochen einen neuen Bitt- gairg zu den Dominien angetreten, der aber bisher ergebnislos war. Der im Februar 1942 auf Der- langen Londons von der kanadischen Regierung zur Verfügung gestellte Geschenkfonds in Hohe von einer Milliarde Dollar zur Finanzierung der Kriegführung ist bereits erschöpft. Ende des Jahres versuchte England, die kanadische Regierung zn veranlassen, eine neue Milliarde Dollar „zu schenken". Nach den letzten Berichten aus Ka- nada denkt man dort aber nicht daran diesen Wunsch Englands zu erfüllen, da Kanadas Devi- senlage sich infolge des fortschreitenden Abbaus der GoDproduktion weiterhin verschlechtert. Die englische Regierung wandte sich daraufhin an andere Dominien, vor allem an Südafrika und Australien Aber auch hier stieß sie auf Widerstand. So erklärte man in Kapstadt, jeder derartige Plan würde bei der öffentlichen Meinung auf schärfsten Wider- stand stoßen, die innenpolitischen Schwierigkeiten der Regierung Smuts seien ohnehin groß genug, da ein beträchtlicher Teil der südafrikanischen Bevölkerung die Kriegsbeteiligung als solche bereits ablehne und infolgedessen eine „derart großzügige Geste" für unerträglich halte. Aus Australien liegt noch keine Antwort vor.
Die Opposition in Südafrika.
Stockholm, 21.Jan. (Europapreß.) Im Zusammenhang mit der von der südafrikanischen Re- gierung verlangten Ermächtigung, Truppen auch außerhalb des afrikanischen Kontinents zu verwenden, stellen englische Korrespondenten aus Kapstadt fest, daß der Einspannung der Südafrikanischen Union in die Kriegführung praktisch immer enge Grenzen gezogen seien, da die unerbitlliche Oppo- sition der extremen Burenkreise gegen jede Zusammenarbeit mit England und gegen Premierminister Smuts selbst weiter bestehe. Südaftika sei und bleibe ein uneiniges Land, berichtet der Korrespondent der „Times". Die siidasrikanische' Bevölkerung fei nicht einmütig bereit, die Wehrpflicht und jedes andere Kriegsopfer auf sich zu nehmen. Die Oppo- sitton unternehme alles, um die Stellung von Smuts zu erschüttern, den sie ebenso sehr hasse, wie sie ihn furchte. Sie sehe in militärischen Erfolgen der Sowjetunion nichts als die Erhöhung der Gefahr einer kommunistischen Beeinflussung der eingeborenen Südafrikaner, im deutschen „Expansionsbestreben" nichts als ein natürliches Bedürfnis nach Lebensraum, in jedem „Entgegenkommen" der drttischen Politik nichts anderes als eine Aeuherung zur Geltendmachung vermehrter Ansprüche.
Oie Angst um die Verbindungslinien.
Stockholm, 22. Jan. (Europapreß.) Unter der leberschrist: Eitler kann noch gewinnen" veröffent- icht „News Chronicle^ einen Leitartikel, in dem es unter anderem heißt: „Wenn Hitler den Seekrieg gewinnt, kann er auf dem Kontinent Nicht mehr geschlagen werden, denn um nff dem Kontinent zu gewinnen» müssen wir nn« ere Verbindungslinien sichern. Wenn fitter aber nicht auf dem Kontinent besiegt werden ann, so kann er überhaupt nicht geschlagen wer- ien/ Die Zeitung kritisiert dann die Regierung, veil sie nicht die besten Kräfte für die i-Boot-Bekämpfung eingesetzt habe. Das ölatt fragt ferner, was eigentlich Stafford Cripps, »em vor einiger Zeit der Vorsitz in dem Anti- i-Boots-Ausschuß übertragen wurde, ausgerichtet labe. Zum Schluß fordert „News Chronicle" eben- o wie die „Daily Mall" eine genauere Unterrich- ung der Öffentlichkeit über den Ernst der Lage.
Auch „New Port Times" wendet sich heftig gegen »le nordamerikanische und britische Zensur. Es werde übersehen, daß die versenkten Ladungen oft viel wertvoller als die Schiffe waren, und die Nannschasten prakttsch unersetzlich seien. Die Verluste bedeuteten eine wachsende Bedrohung der Üachschublinien von Nordafrika bis Guadalcanar, wo die kämpfenden Truppen auf stetige Versorgung md Ergänzung angewiesen seien. „Wir sind wett laoon entfernt, so erklärt die „New Port Times", »en Krieg gegen die U-Boote zu gewinnen. Unsere Jerluste auf diesem Gebiet gefährden im Gegenteil, oas wir in jeder anderen Schlacht gewinnen könn-
Australischer Weizen wartet auf Verschiffung.
Stockholm, 23. Jan. (Europapreß.) Der imstralische Handelsmimster, Scurrey, erklärte, Australien könne sofort große Mengen Weizen an sindien liefern, wenn England die Schiffe pufb ringen könne, ihn zu transportieren.


