Ausgabe 
23.1.1943
 
Einzelbild herunterladen

0480/

lUlA

ARZNEI MLTTE 1»

Die Verlobung unserer Tochter Irene mit Herrn Oberleutnant Kurt Huber geben wir bekannt

Tierarzt Dr. Limberger und Frau Toni, geb. Bierau Lollar^ Dau bringet Straße 84

Schreibmaschinen

Ankauf und Reparatur

Franz Vogt S Co., GleBen

GoethestraBe 82 - Ruf 2464

das ist der Quell des Lebens

Rückgrat- Verkrümmung Einzigartig. System!

,jGesund an Leib

Qbenen Sender Er folts- De- rtchte kostenlos cul 8 Tafie! F. Menzel

Berlin SW 1118 Kleinbeerenstr. 21

tseä Die Deutsche Arbeitsfront

KleineAtu eigen im Gießener Anzeiger werden von laufenben beamtet und gelefen.

Gs Han« Stunbtt' tzten . Wafjti' ter für en gront üffen bji i anbfii mb Eeeb

Die Sprechstunden der Deutschen Arbeitsfront Kreiswaltung Wette rau (Gießen und Friedberg) werden wie folgt festgesetzt: Montags und Donnerstags von 9 bis 12 u. von 14 bis 17 Uhr Samstags von 9 bis 12 Uhr

ersten er- t Verlck Zellen rat latzbaulki sagte m* ) für m n fjdto Das ist« illt, A 3W W Dr. Ho

Statt Karten!

Karl-Adolf

Wir freuen uns herzlich über die glückliche Geburt unseres zweiten Kindes

In dankbarer Freudei

Agnes Stark, geb. Puls Adolf Stark, z.Z. bei der Wehrmacht Gießen (Ludwlgstaße 101), z. Z. Kath. Schwesternhaus 22. Januar 1943

Der Beauftragte Washingtons für die Emah- rungsprobleme in Marokko und Algerien, William Johnson, hat aus dem Flug nach Afrika in Para­maribo (Holländisch-Guayana) den Tod gefunden.

Der USA.-Botschafter in Aegypten, Kirk, ist von seiner Regierung beauftragt worden, die Grün­dung einer nordamerikanisch-äghptischen Gesellschaft zu fördern. Sie soll die Durchdringung Aegyptens mit nordamerikanischem Kapital forcieren.

Niger $ us Bri' ;n beB lljährW allen Zowhld« ach enylisi^ Indische ^-ArOi >n Sch^ stschen ff »Ä de, ine v1 u überoi itzen-

MN ti wehre^ toürbt, ler QU6 oo n be, bequem ' zu las. mit hm an dy

601 Wa» >l ist. jbt l brenZ n lassen, en ihnv erlangen, ruckt ooi Stunden, ne Aus kn, njfl t leben» tut odt| niemch

Leib­binden

Brucbb&nder Einlagen

Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vern.ltftt Ntdü. jaBdiilitsoaeiil. Marktetr.16

Lieferant der Krankenkassen

en. Wen Sowjet! auch 3» mfgefA > kein W dreht!

im W ne Am« laben sih Rriegsm» en ench in ihn.

Mehr Freude an der Natur

durch Bermühler-Büchers

------- -----------*

Oe t. e ü il 7A be ndVorlrä ge iter Dniversitäl

Landungen in England und die Furcht vor Invasionen. Wiederaufnahme der Vorlesung am Mittwoch, dem 27. Januar, 20.15 Uhr, im Hörsaal 13 der Universität

Fortsetzung am 10. und 24. Febr., am 10. und 24. März. 0474

Der Eintritt ist frei.

Statt Karten!

Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich der Geburt unseres Peter-Karl sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege recht herzlichen Dank

Oberarzt Dr. Anton Slahn und Frau Elfriede, geb. Grell

Gießen, Kaiserallee 85 _________________________0492Z

fünf Viermotorige Bomber modernster Bauart. ** Einer der erfolgreichsten deutschen Nachtjäger, Ma« jor Lent. Träger des Eichenlaubs zum Ritter­kreuz, errang seinen 50. Nachtjagdsieg.

*

Ein neues Kontingent niederländischer Freiwilli­ger ist an die Ostfront abgereist. Bei der Verab­schiedung waren der Leiter des NSB., Mustert, und der Kommandant der niederländischen Freiwilligen- Legion, General Seyffardt, anwesend.

Wie das japanische Kriegsministerium bekanntgibt, wurde Generalmajor Kitsuhiko Komatsu zum Militärattachö in Berlin ernannt. Er wird gleich­zeitig Militärattache für die Gesandtschaft in der Slowakei fein.

Die bekannten italienischen Textilindustriellen Ge­brüder Signone von Diella wurden an einem un­bewachten Bahnübergang in ihrem Auto von einer elektrischen Bahn überfahren und getötet.

Der Gouverneur von Malta, Lord Gort, befin­det sich wegen Verletzungen, die er während eines Luftangriffs auf Malta erhielt, in einer Londoner Klinik.

ei Shufl siebens dasLLiZ r Otto/ e, «3 tungJ2 Mrch *

efN5

iiiing9 xihW r auK

lii

'eM *

mit*"1*

ttr ««*

N

»chrtftletter: Lr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter beS ftteiters: Ernst iolumichcin. Lerantworllich für Politik uni BUder: Dr. Fr. W. Lange) für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriotß für Stadt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin.

Truck und Berlaa: Brühl,che Universttütödmckerei R. Lange K. 6k Derlogsletter: Tr.-Ing. Erich Hamann: Llnzeigenletter: Hans 0efl Anzeigenpreisliste Nr. 6.

Kitsch - eine Erziehungsfrage

Bon Martin Kautzsch.

Äb imba *nt tiäg

9 nith Mfiea

e Sing, 1 f. ^1 Mod, ob '»uni, US bei, auf d,

Jfinder&etten

eingetroffen! [mod

Offenbacher Lederwaren

O. Röder,M&usbnrg 14

An alle Hausgehilfinnen I

Die Deutsche Arbeitsfront, Stelle Frauen,Fachgruppe Haus­gehilfen, führt in Verbindung mit der NS.-Frauenschaft, - Ab­teilung VH. Kochkurse durch. Die ersten werden in nächster Zeit anlaufen. Anmel­dungen sind zu richten an:

Die Deutsche Arbeitsfront

Kreiswaltung Wetterau

Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer 12. Dort ist alles Nähere zu erfahren. Die Anmeldungen

erfolgen am besten vormittags.

Australien würde trotzdem noch reichlich Reserven behalten.Es ist Australien willkommen, Indien mit Weizen zu versorgen, wenn wir die Schiffe bekommen können. Indien ist einer unser natür-- lichen Märkte."

ch

Der Lcbensmittelmangel, unter dem das indische Volt leidet, hat für die Engländer noch ernstere Folgen als die Sabotageakte der Kongreßpartei', schreibt die Londoner ZettschriftNews Statesman and Nation". Reis, das Hauptnahrungsmittel, der früher 5 Pfennig bas Pund kostete, sei nur noch im Schwarzhandel zu einem Preis von wenigstens 60 Pfennig zu haben. Allgemein seien die Lebensmittel- preise in den letzten Monaten um 180 Prozent ge­stiegen. Die Schieber feierten Orgien, und das Hamsterunwefen nehme von Tag zu Tag weiter zu. Die Zentralregieruna in Neu-Delhi schaue alle­dem mit verschränkten Armen zu. Sie scheine aber ZU vergessen, daß dem Blutbad von Amritsa eine ähnliche wirtschafttiche Depression vorangegangen sei. AuchManchester Guardian" schreibt. Der Lebensmittelstandard des indischen Volkes senke sich von Tag zu Tag, währen- in den Luxushotels Neu- Delhis fünf oder sechs Gangs zu den Mahlzeiten angeboten würden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskriegerführer hat die Männer des NS.- Reichskriegerbundes aufgefordert, sich in möglichst großer Zahl an -en Schießwehrkämpfen der <52L zu beteiligen.

*

In der Nacht zum 22. Januar wurden über West­deutschland und der Küste des besetzten Westgebietes neun feindliche Flugzeuge abgeschossen, darunter

Malerei der eigenen Zett an und scheute auch nicht vor einer belanglosen oder verwässerten Wiedergabe von Meisterwerken aller Kunst zurück, soweit sie dem Zeitgeschmack etwas zu sagen hatte. Das Ge­fährliche an diesen Verfahren war und ist die Wir­kung auf den großen Kreis von Käufern, denen Drucke, Nippsachen oder auch Oelbilder dieser Gat­tung mit der gleichen Beredsamkeit angepriesen und aufgenötigt wurden, bis sie sich daran gewöhnt hatten sie schön zu finden und heute nur noch un­gern davon lassen wollen.

Der Druck oder das Bild an der Wand, die Klein- figur oder das Reiseandenken im Schrank hinter Glas wirken ja leider nicht nur am ersten Tag als Neuigkeit, sondern überdauern erfahrungsgemäß mindestens eine Generation der Familie und ver­breiten unausgesetzt die Bild- und Vorstellungswelt ihrer Erzeuger und Entstehungszeit. Diese Wir­kung, besonders auf die aufnahmefähige Jugend, kann gar nicht ernst genug genommen werden. Denn die rosarote Scheinwelt, die Wunschbilder un­besorgten Lebens in süßlicher Oberflächlichkeit und Verlogenheit, die dadurch unheimlich nachdrücklich den Menschen eingeimpft werden, werden zu Be- standtoilen seines Bildes von Well und Leben, zu seinen Wunschbildern und Jugend erinnerun gen. Den Einfluß, der daraus auf die Quellen unseres eigent­lichen Wesens, auf unser Denken und unseren Vor- stellungsbesitz ausgeht, kann jeder selbst an sich selbst nachprü'fen, wenn er überlegt, wie stark von den Bildern seiner Kindheit und Jugend feine Lebens­einstellung und -Haltung bestimmt ist.

Es ist also mehr als eine unverbindlich-per­sönliche Geschmackssache, ob wir den Kttsch dulden oder nicht; und wenn viele heute den Unterschied nicht mehr genau kennen, so müssen sie davor be­wahrt werden, dieses für sie im Augenblick vielleicht süße Gift zu nehmen. Außerdem ist es unseres Volkes, das als Kernvolk eines neuen Europas auch den kulturellen Führungsanspruch erhebt, unwür­dig, diese konzentrierte Unkultur zu dulden oder gar auszuführen. Durch die Reichskammer der ffll- denden Künste und den bei ihr gebildetenAusschuß zur Begutachtung minderwertiger Kunsterzeugnisse" haben wir uns 1940 die Möglichkeit geschaffen, den Heilungsprozeß zu beschleunigen und die Produkte einer fehlgeleitetenkünstlerischen" Betätigung wenn nötig sicherzustellen. Dadurch sollen der Hersteller (Künstler wie Verleger) und der Händler, die mit diesen Erzeugnissen nur das Ansehen des wirklichen Künstlers und des anständigen Kunschändlers schä­digen, zugleich daran erinnert werden, daß sie nicht ungestraft ihr kulturelles Verantwortungsbewußt­sein vergessen können. Eine ganze Reihe großer Verlage und Händler haben das im Laufe der letz­ten Jahre schon eingesehen und helfen damit an einer wichtigen Stelle zur kulturellen Gesundung unseres Volkes, das wir gerade jetzt im Kriege als unseres Volkes, die wir gerade letzt im Kriege als notwendig erkannt haben.

Für das freundliche Gedenken anläßlich unserer Verlobung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst

Irma Hahn

Uffz. Helmut Viehmann

z. Z. im Felde

Aliendorf (Lahn), im Jan. 1943

\ _______0444X

cinals cd iinftigH und W

Kunst und Wistenfchast.

Ls lebe das Leben-.

Im Chemnitzer Schauspielhaus kam Josef Maria Franks StückEs lebe das Leben" zur Uraufführung. Frank wollte so etwas wie ein mo­dernes Märchen schreiben. Ein junger Mann hat das Leben satt, klettert über die Kirchhofsmauer, setzte die Pistole an und da beginnt das Stück: Auf einmal sieht er sich nicht mehr allein, um ihn herum stehen feierlich gekleidete Leute. Er erkennt, daß es Gestorbene sind, ein Bankdirektor, ein Dra­matiker, ein Pfarrer, eine Tragödin, ein Philosoph und ein Humorist. Sie alle geben sich Mühe, den jungen Mann von seinem Plan abzubringen. Si« drücken ihm Gaben in die Hand, einen Scheck, Bar­gelds Schmuck, ein unvollendetes Dramenmanuskript und Empfehlungsschrerben. Derart materiell ausge­rüstet und seelisch aufgemöbelt beginnt er einen neuen Lebenslauf und wird im Wirbel von Ent­täuschung und Beglückung trotz allem ein Humorist, ja noch mehr ein Charakter.

Frank hat im wesentlichen den Weg des realisti­schen Lustspiels beschritten, wenn auch hier und da die int Vor- und Nachspiel angeschlagenen Märchen­töne wieder aufklingen. Schon seine Gespenster sind sozusagen Geister von Fleisch und Bein, ein bißchen unmodern geworden, aber durchaus am Diesseits interessiert. Was aber in dem Stück zwi­schen den Friedhofsbildern geschieht, ist vollends taghelle Wirklichkeit, ein wenig zugespitzt in der Typenschilderung und humorig frisch gezeichnet. Der Dialog ist geschickt angelegt, mit hübschen Klugheiten gewürzt, herzhaft im Ton, srellich zuweilen etwas weitschweifig. Karl Bachler.

Monolog um die Tapferkeit.

,4ter tapfere Herr S." heißt die neue Komödie von Hans H ü m b e r g, die im Kleinen Haus des Berliner Staatstheaters aus der Taufe gehoben wurde. Es ist ein liebenswerter dichterischer Einfall, wenn uns Homberg im ersten Akt den griechischen Sokrates dieser ist nämlich der Herr S. als Rekrut zeigt und dartut, daß auch die Philosophie ihre höchste Weihe durch den Einsatz für sie ge­winnt. Das ist ein sehr starker erster Akt, und es ist nur schade, daß schließlich die Quintessenz des Stückes nicht dem Sokrates, sondern dem von Hom­berg geistig wenig profilierten Alkibiades in den Mund gelegt wird: daß nämlich der Mut ange­boren ist, Tapferkeit anerzogen werden kann. Dq das Ganze an einem sehr dünnen Handlungsfaden aufgehängt ist, ergeben die nächsten Akte eigentlich keine weitere EntÄcklung mehr, bis zu der wieder netten Schlußpointe, die Xanthippe, auf die man das ganze Stuck über gewartet hatte, als sehr junges und noch zahmes Mägdelein auf die Bühns bringt. Sie wird von Sokrates als Ersatz für dis Enttäuschung einer Liebelei mit Aspasia hingenom­men, die bei Hömberg nicht die geistreichste Fran von Hellas ist, sondern ein recht oberflächliches Lärvchen, das es mit Alkibiades hält. Das Stück hat eigentlich nur eine Rolle, Werner Krauß spielt auch mit Mitteln äußerlicher Leichtigkeit den wunderlichen griechischen Weisen. Der junge Re« gisseur Helmut Käutner war mit Erfolg um bi# kluge Absetzung der übrigen Figuren von dem zerk traten Pol des Stückes bemüht.

Gerhard Aichingen

CherubinisDemophon*.

Im Göttinger Stadttheater fand anderthalb Jahr» Hunderte nach Erscheinen die deutsche Erstauffüh­rung von Cherubinis OperDemophvn" statt. DaS zu Deutsche", das dem in Paris schaffenden Italie­ner bei der Uraufführung seines Werkes im Jahrs 1788 den Erfolg schmälerte, wurde hier zum leben­digen Kraftquell, der das Lebensfähige aus der Vergangenheit mit den Forderungen der Gegen» wart vereinte. Mmmontels Opernbuch, das Prost Adolf Krücke in engstem Zusammenhang mit der Melodik Cherubinis in die deutsche Sprache über- trug, erscheint uns zeitgebundener als die Must- des Komponisten. Der der Sage entnommene Vor« wurf von der Rettung einer zu Ehren Apollos zunt Opfertod Befttmmten hat wohl dramatische Män« gel, sie find jedoch nicht größer als die mancher im Repertoire sich haltenden Oper und vermögen den Wert der Musik nicht zu beeinttächtigen. Die! bedeutende, große und tiefe Musik weist denDante der Tonkunst", wie Cherubim von Schumann ge­kennzeichnet wurde, als die über die Bindungenl der Zeit hervorragende Persönlichkeit aus, dessen geistige Verwandtschaft mit der Kunst Glucks sich in der klassischen Klmheit, der Mäßigung bei stärk­ster Ergriffenheit und in der Freiheit und Meister« schäft äußert, mit der die Formeln der damaligen Musikübunq aus dem Willen zu dramatischer Wahrheit benutzt und umgestaltet werden.

Albert Rodemann.

Im Kampf gegen die Zivilisationskrankheit Kitsch, der uns heute auch und gerade im Kriege aus besonderen Gründen lebhaft beschäftigt, glaubt sich mancher Skeptiker die Sache leicht machen zu können mit dem Einwand:Wer sein Geld für Kitsch ausgeben will, den sollte man ruhig dabei lassen, er wird doch nicht zu belehren sein". Damit wird der Verbreiterung der minderwertigenKunst", erzeugnisse Tür und Tor geöffnet und außerdem in unangebrachter liberalistischerGroßzügigkeit" ihre gefährliche Wirkung unterschätzt. Zugrunde liegt dabei das Gefühl, daß es sich bei dieser Er­scheinung um eine Art unabwendbaren Natur­ereignisses handele. Das trifft keinesweas zu; viel­mehr war noch vor 80 bis 90 Jahren diese Volks­seuche unbekannt ein verhältnismäßig sehr kurzer Zeitraum, der uns Hoffnung macht, daß die Er­krankung bei richtiger Diagnose und entschlossener Behandlung auch in absehbarer Zeit zu überwinden sein muß!

Die Begriffsbestimmung lautet: auf Gestaltungen aller Art, nicht auf die Gebiete der bildenden Kunst beschränkt! Mit künstlerischem Anspruch, aber völlig unzureichenden geistigen, künstlerischen und hand­werklichen Mitteln hergestellt und meist in fabrik­mäßiger Massenauflage verbreitet. Die Betonung liegt dabei auf dem anspruchslosen Unvermögen, das in der Themenwahl ohne Selbstkritik und Geschmack, in der Ausführung ohne Kenntnis, Können und ursprüngliche Empfindung arbeitet und keine Ah­nung davon hat, daß Kunst kein Geschäft oder eine freundliche Nebenbeschäftigung ist, sondern aufreibende und angestrengte Arbeit voraussetzt. Unbeholfenheit und primitive Darstel­lung brauchen keineswegs Kitsch zu sein, wenn sie sich bescheiden und in dem Rahmen bleiben, in dem sie ihre Wirkung tun sollen und nicht mehr fein wollen, als schlichtes Gebrauchsgut; in der Volks­kunst treffen wir auf Schritt und Tritt solche Ar­beiten, die ihre eigene bescheidene, aber echte Schön­heit haben. DerElfenreigen" im Schlafzimmer, mit kostbarem Goldrahmen, das Schillerstandbild in bronziertem Gips als Briefbeschwerer aber wollen Kunstwerke darstellen und den Besitzer in einege­hobene Stimmung" versetzen, ohne auch nur ent­fernt die Fähigkeiten zu einem solchen Aufschwung mitzubringen oder im Wert der handwerklichen Ar­beit, geschweige denn des verwendeten Materials dieser Aufgabe gerecht zu werden!

Das Bedürfnis nach solchen Machwerken ist keineswegs ursprünglich vorhanden gewesen, son­dern in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhun­derts, besonders feit denGründerjahren" künstlich gezüchtet und den Käufern anerzogen worden von geschickten Geschäftsleuten, die unter Ausnutzung der neuaufgekommenen Wiedergabeverfahren in der massenweise betriebenen Herstellung möglichst billig erworbener und entworfenerKunstwerke ein gutes Geschäft sahen. Dabei knüpfte man ge­schickt an ein mißverstandenes Rokoko oder eine gewisse repräsentative und gefühlsselig-erzählende

Meine Verlobung mit Fräulein

Irene Limberger

Tochter des Herrn Tierarzt Dr.

Limberger und seiner Frau Ge­mahlin Toni, geb. Bierau, beehre ich mich anzuzeigen

Kurt Huber

Oberleutnant in ein. Art.-Regt.

Gießen, Seltersweg 14 im Januar 1948 _________________________0442/

Wir kaufen gebrauchte, gut erhaltene KRAFTWAGEN aller Fabrikate

OPEL IN GIESSEN

Ruf 2847-48

1823 D/

Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu un­serer Vermählung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst

Wachtmeister Ludwig Benner und Frau Gertrud, geb. Körber

Gießen-Wieseck, im Jan. 1943 \0479/

Wissenschaftliche Werke

Sondergeblet der

Brflhl'ache» Druckerei

Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an

Hermann Schmidt u. Frau Klara, geb. Neuhaus

Krofdorf, 22. Januar 1943 z. Z. Kathol. Schwesternhaus Gießen

England bittet um Geld bei den Dominien.

Stockholm 22.Jan. (DNB.) Die enMche R-. zierung hat in den letzten Wochen einen neuen Bitt- gairg zu den Dominien angetreten, der aber bisher ergebnislos war. Der im Februar 1942 auf Der- langen Londons von der kanadischen Regie­rung zur Verfügung gestellte Geschenkfonds in Hohe von einer Milliarde Dollar zur Finanzierung der Kriegführung ist bereits erschöpft. Ende des Jahres versuchte England, die kanadische Regierung zn veranlassen, eine neue Milliarde Dollar zu schenken". Nach den letzten Berichten aus Ka- nada denkt man dort aber nicht daran diesen Wunsch Englands zu erfüllen, da Kanadas Devi- senlage sich infolge des fortschreitenden Abbaus der GoDproduktion weiterhin verschlechtert. Die eng­lische Regierung wandte sich daraufhin an andere Dominien, vor allem an Südafrika und Australien Aber auch hier stieß sie auf Widerstand. So er­klärte man in Kapstadt, jeder derartige Plan würde bei der öffentlichen Meinung auf schärfsten Wider- stand stoßen, die innenpolitischen Schwierigkeiten der Regierung Smuts seien ohnehin groß genug, da ein beträchtlicher Teil der südafrikanischen Be­völkerung die Kriegsbeteiligung als solche bereits ablehne und infolgedessen einederart großzügige Geste" für unerträglich halte. Aus Australien liegt noch keine Antwort vor.

Die Opposition in Südafrika.

Stockholm, 21.Jan. (Europapreß.) Im Zu­sammenhang mit der von der südafrikanischen Re- gierung verlangten Ermächtigung, Truppen auch außerhalb des afrikanischen Kontinents zu verwen­den, stellen englische Korrespondenten aus Kapstadt fest, daß der Einspannung der Südafrikanischen Union in die Kriegführung praktisch immer enge Grenzen gezogen seien, da die unerbitlliche Oppo- sition der extremen Burenkreise gegen jede Zusam­menarbeit mit England und gegen Premierminister Smuts selbst weiter bestehe. Südaftika sei und bleibe ein uneiniges Land, berichtet der Korrespon­dent derTimes". Die siidasrikanische' Bevölkerung fei nicht einmütig bereit, die Wehrpflicht und jedes andere Kriegsopfer auf sich zu nehmen. Die Oppo- sitton unternehme alles, um die Stellung von Smuts zu erschüttern, den sie ebenso sehr hasse, wie sie ihn furchte. Sie sehe in militärischen Erfolgen der Sow­jetunion nichts als die Erhöhung der Gefahr einer kommunistischen Beeinflussung der eingeborenen Südafrikaner, im deutschenExpansionsbestreben" nichts als ein natürliches Bedürfnis nach Lebens­raum, in jedemEntgegenkommen" der drttischen Politik nichts anderes als eine Aeuherung zur Gel­tendmachung vermehrter Ansprüche.

Oie Angst um die Verbindungslinien.

Stockholm, 22. Jan. (Europapreß.) Unter der leberschrist: Eitler kann noch gewinnen" veröffent- ichtNews Chronicle^ einen Leitartikel, in dem es unter anderem heißt:Wenn Hitler den See­krieg gewinnt, kann er auf dem Kontinent Nicht mehr geschlagen werden, denn um nff dem Kontinent zu gewinnen» müssen wir nn« ere Verbindungslinien sichern. Wenn fitter aber nicht auf dem Kontinent besiegt werden ann, so kann er überhaupt nicht geschlagen wer- ien/ Die Zeitung kritisiert dann die Regierung, veil sie nicht die besten Kräfte für die i-Boot-Bekämpfung eingesetzt habe. Das ölatt fragt ferner, was eigentlich Stafford Cripps, »em vor einiger Zeit der Vorsitz in dem Anti- i-Boots-Ausschuß übertragen wurde, ausgerichtet labe. Zum Schluß fordertNews Chronicle" eben- o wie dieDaily Mall" eine genauere Unterrich- ung der Öffentlichkeit über den Ernst der Lage.

AuchNew Port Times" wendet sich heftig gegen »le nordamerikanische und britische Zensur. Es werde übersehen, daß die versenkten Ladungen oft viel wertvoller als die Schiffe waren, und die Nannschasten prakttsch unersetzlich seien. Die Verluste bedeuteten eine wachsende Bedrohung der Üachschublinien von Nordafrika bis Guadalcanar, wo die kämpfenden Truppen auf stetige Versorgung md Ergänzung angewiesen seien.Wir sind wett laoon entfernt, so erklärt dieNew Port Times", »en Krieg gegen die U-Boote zu gewinnen. Unsere Jerluste auf diesem Gebiet gefährden im Gegenteil, oas wir in jeder anderen Schlacht gewinnen könn-

Australischer Weizen wartet auf Verschiffung.

Stockholm, 23. Jan. (Europapreß.) Der imstralische Handelsmimster, Scurrey, erklärte, Australien könne sofort große Mengen Weizen an sindien liefern, wenn England die Schiffe pufb ringen könne, ihn zu transportieren.