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193. Jahrgang Nr.N8 Dricherm täglich, außer Sonntags unb k>etertagS

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f Samstag. 22. / Sonntag, 23. Mai (943

Gießener Anzeiger

Die Achse von Stahl geschloffen dem Siege entgegen.

Vierter Fährestag der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Bündnispaktes.

Vor vier Jahren, am 22. Mai 1939, haben sich Deutschland und Italien vertraglich gebunden, dem erwarteten Stoß des Weltjudentums und seiner Helotenstaaten, der Franzosen, der Yankees und der Briten, gemeinsam zu begegnen. Der Führer und der Duce wußten, wie auch ihre Völker, daß dieser lang vorbereitete und von England mit allen Mit­teln der Jahre vor 1914 inszenierte Krieg ein Kamps um Sein oder Nichtsein der beiden Ordnungsnatio­nen Europas sein würde. Der deutsch-italie­nische Pakt, durch den deutschen Reichsaußen­minister von Ribbentrop und den damaligen italie­nischen Außenminister Grasen Ciano in Berlin unter­zeichnet, besiegelte das aus der Wesensgleichheit der deutschen und der faschistischen Revolution entstan­dene Herzensbündnis. Er brachte die vollkommene politische und militärische Solidarität Deutschlands und Italiens. Was der Duce bei seinem Besuch in Berlin am 28. September 1937 mit den Worten umriß:Wenn man einen Freund hat, um mit ihm zusammen bis ans Ende zu marschieren", jetzt wurde es Tatsache.

Der Inhalt dieses Freundschafts- und Bündnis­vertrages hat alle Kriegsstürme überdauert und wird auch für den letzten Teil dieses Entscheidungskamp­fes Gültigkeit behalten. Der Artikel II des kurzen Vertrages handelt von den Bedrohungen, die beide Staaten zur vollsten politischen und diplomatischen Unterstützung berechtigen. Der Artikel III bestimmt, daß, wenn einer der beiden Staaten in kriegerische Verwicklungen gerate, der andere sofort als Bun­desgenosse ihm beispringen und ihn mit allen seinen militärischen Kräften zu Lande, zur See und in der Luft unterstützen werde; Artikel IV setzte die Zu­sammenarbeit auf militärischem und kriegswirtschaft­lichem Gebiete fest und bestimmte, daß beide ver­tragschließenden Teile schon damals sich verpflich­teten, im Falle eines gemeinsam geführten Krieges Waffenstillstand und Frieden nur in vollem Einver­ständnis miteinander abzuschließen.

Aber nicht Vertragsworte sind entscheidend, son­dern der Geist, aus dem sie geboren wurden, und dieser gemeinsame Geist bestand schon, als das Wort des Duce von der A ch s e , Jahre vor Abschluß dieses Vertrages, aufs Glückhasteste den Pakt umriß. Das Wort Achse war geprägt worden als Zeichen dafür, daß beide Staaten fest entschlossen waren, unver­brüchlich zusammenzuhalten, um dem Versailler Un­geheuer den Garaus zu bereiten. Beide Staaten wollten, nach den Worten des deutschen Außen­ministers, Europa einen gerechteren Frieden schaf­fen, und Graf Ciano hatte die Energie betont, mit der beide Staaten verlangten, daßÄe Knoten ge­löst werden, die das Leben Europas immer noch fesseln", um die Sicherheit ihrer Lebensräume zu gewinnen. Die sog. Demokratien unter Englands Führung hatten gerade damals den Höhepunkt ihrer Einkreisüngspolitik zum Zwecke der Niederhaltung der beiden maßgebenden europäischen Mächte er­reicht. Immer wieder hatten die zum Kriege hetzen­den französischen und englischen Regierungen ver­sucht, die Achsenpartner gegeneinander auszuspie­len und die Achse zu sprengen. Der Vertrag vom 22. Mai 1939 war die unmißverständliche Antwort.

Er konnte zwar den Ausbruch des von Roosevelt und Daladier, von Chamberlain und Eden und Churchill und vor allem von den hinter ihnen allen stehenden Juden gewollten Krieges nicht hindern, aber er setzte den Feinden des Friedens einen ge­einten Block entgegen, an dem alle Angriffe der Gegner zerschellten und zerschellen, auch nachdem diese Gegner die bolschewistische Pest, um die sie sich schon damals bewarben, in ihr System einbezogen haben. Die treue Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und Italien, heute vor vier Jahren ge­schlossen und besiegelt, hat sich in allen Stürmen, die über Europa bisher dahinbrausten, glänzend und leuchtend bewährt. Sie hat im Osten, dem Weltzer- slörer Bolschewismus gegenüber, die stärksten Er­folge errungen, unsere Heere Schulter an Schulter tief in das Herz des bolschewistischen Rußland hin­eingeführt und im Verein mit den anderen Ver­bündeten und den freiwilligen Legionen die bolsche­wistischen Horden verhindert, sich über Europa zu ergießen. Sie hat im Mittelmeer geleuchtet und in den Weiten des Atlantik. Und sie hat in Nordafrika gezeigt, daß sie imstande ist, selbst gegen eine mehr als zehnfache Uebermacht zuOreiten und solange zu stehen, bis alle Berechnungen unserer Feinde, all ihr I Planen und ihre Zielsetzungen über den Haufen ge- i warfen sind.

Die feindliche Welt, die vor vier Jahren lächelte, als ihr der Abschluß des Stahlpaktes bekannt wurde, weil sie es einfach nicht wahrhaben wollte, daß er für sie unheilvolle, ja tödliche Auswir­kungen haben könnte, hat nun ihr Lächeln über, das deutsch-italienische Bündnis verloren. Sie ver­sucht vielmehr, es mit allen Mitteln, allen Terror­methoden, die, jüdischen, angelsächsischen und bol­schewistischen Hirnen entsprungen, ihr zur Ver­fügung stehen, zu brechen oder zu bewerkstelligen, daß es, von innen heraus angegriffen und an- aenagt, von selber zerfalle. Doch zeigt diese feind­liche Welt mit diesem Beginnen nun einmal wieder, wie schlecht oder gar nicht sie sich in den uner= schütterlichen, gleichgesinnten Geist der beiden Vol­ker Deutschland und Italien hineindenken kann. Sie kann es nicht begreifen, daß in unseren beiden Völkern die tiefe Üeberzeugung wohnt, daß unsere Stärke unser gegenseitiges Sichergänzen bildet, unser Dille zusammenzustehen, bis das schwere Werk vollendet und der Sieg errungen ist.

Die feindliche Welt, die nur Zweckgemeinfchaf- ten, Zweck-Freundschaften" kennt, die zusieht wie einer ihrer Staatsmänner den blut- und schuld­beladenen Feind der Demokratien Stalin seinen Freund nennt, kann auch die tiefe Freundschaft nicht verstehen und richtig werten, die die beiden Führer Deutschlands und Italiens nun seit Jahren Win* tnirhinhuh llnh üa fcuxa LL linß Olim nicht l

nachfühlen, daß wir Deutsche und Italiens Volk über all das Gemeinsame, das gleiche Wollen, das Erstreben der gleichen Ziele hinaus gerade in dieser tiefen Freundschaft der beiden Männer, denen wir vertrauen und die uns führen, die Garantie dafür sehen, daß unser Wollen und Streben, unser Mit­einandergehen geadelt ist und gekrönt werden wird vom großen endgültigen Erfolg.

Wir Deutschen und das Volk Italiens haben in

diesen vier Jahren unseres Bündnispaktes und unserer Waffenbrüderschaft viel Schweres mitein­ander ertragen, viel hinreißend Schönes erlebt. Der endgültige Sieg und all das Heil und Glück, das unseren Völkern aus ihm erblühen wird, wird das Schwere vergessen machen und tilgen, so wie die äußeren Bilder der Zerstörung und Vernich­tung des Krieges in unseren Heimatländern durch den Wiederaufbau einst verschwunden sein werden.

unauflösliche Gchicksalsgemeinschast.

Am Ende dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung wird der ruhmvolle Sieg unserer gerechten Sache stehen.

Berlin, 22. Mai. (DNB.) Aus Anlaß des vier­ten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch- italienischen Freundschafts- und Bündnispaktes fand ein Telegrammwechsel zwischen dem Führer, König V i k t o'r Ema­nuel III. und dem Duce statt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Duce sowie der Staatssekretär im königlich-italie­nischen Außenministerium B a st i a n i n i tauschten gleichzeitig Telegramme aus.

Oer Führer an König und Kaiser Viktor Emanuel:

Zum heutigen Gedenktage, an dem sich die feier­liche Unterzeichnung des Freundschafts- und Waf­fenbundes zwischen unseren beiden Völkern zum vierten Wale jahrl. bitte ich Euere Majestät mit meinen herzlichsten Grüßen meine und des deutschen Volkes aufrichtigste Wünsche für das Glück und die Zukunft Italiens und den Kampf seiner Waffen entgegennphmen zu wollen.

Viktor Emanuel III. an den Führer:

Am 4. Jahrestag des Vündnlspakkes, der unsere beiden Völker verbindet, möchte ich Ihnen, Führer, die lebhaftesten Wünsche übermitteln für die Größe und das Gedeihen des deutschen Volkes in der Ge­wißheit, daß der Tapferkeit und dem Wert unserer Waffen der Sieg nicht fehlen kann.

Oer Rührer an den Duce:

Duce! Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an dem unsere beiden Länder vor vier Jahren durch den Abschluß des Freundschafts- und Vündnispaktes eine unauflösliche Kampf- und Schicksalsgemein­schaft miteinander eingingen, sende ich Ihnen zu­gleich im Namen des ganzen deutschen Volkes meine aufrichtigsten und wärmsten Grüße und Wünsche. Ich gedenke hierbei in dem Gefühl herzlicher Ver­bundenheit des heldenhaften Kampfes der italieni­schen Wehrmacht in dem gemeinsamen großen Ringen für die Freiheit und die Zukunft unserer Völker und verbinde damit den Ausdruck meiner unerschütterlichen Gewißheit, daß am Ende dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung der Einsatz und die Opfer, die gebracht werden mußten, in dem ruhmvollen Siege unserer gerechten Sache ihren höchsten und letzten Lohn finden werden.

Der Ouce an den Führer:

heute, bei der Wiederkehr des viertel» Jahrestages der Unterzeichnung des historischen Paktes, wäh­rend unsere Heere und unsere Völker den heroischen Kampf gegen die gemeinsamen Feinde führen.

möchte ich Ihnen, Führer, die unlösbare Solidari­tät der Waffen und der Gefühle des faschistischen Italiens für das nationalsozialistische Deutschland und unser vollkommenes Vertrauen in den Sieg der Achse und der Dreierpaktmächte von neuem be­stätigen.

Reichsaußenminister von Ribbentrop an b"n Ouce:

Zum heutigen Jahrestag des paktabfchlusses, durch den sich Deutschland und Italien zur Wah­rung und Sicherung ihrer Lebensrechle zu einem stählernen Block zusammengeschlossen haben, bitte ich Sie, Duce, meine aufrichtigsten und herzlichsten Grüße und Wünsche entgegenzunehmen. Ich weiß mich eins mit Ihnen in der Gewißheit, daß dieser uns aufgezwungene harte Kampf mit der Bezwin­gung unserer Gegner enden und zu einer glück­lichen Zukunft für das deutsche und das italie­nische Volk und für die mit ihm verbündeten Ra­tionen führen wird.

Oer Ouce an R-'ichsaußenm'nister von Ribbentrop:

Während Italien den 4. Jahrestag der Unter­zeichnung jenes Paktes feiert, durch den Deutsch­land und Italien heute zu einer Waffenbrüder­schaft, die durch die gemeinsamen Prüfungen noch gestählt wird, zusammengeschsossen sind, sende ich Ihnen meinen Gruß zusammen mit dem Wunsch für den Endsieg unserer Heere.

Ribbentrop an Bastianini:

An dem Jahrestage, an dem Deutschland und Italien zum vierten Male die Unterzeichnung des beide Länder unlösbar miteinander verbindenden Freundschafts- und Vündnispaktes begehen, über­mittle ich Euerer Exzellenz meine aufrichtigsten Grüße und Wünsche. Gleichzeitig bringe ich Ihnen meinen unerschütterlichen Glauben zum Ausdruck, daß der gemeinsame Kamps unserer verbündeten Waffen zu einem vollen Siege-führen und damit die Freiheit und Zukunft unserer Völker endgültig sicherstellen wird.

Bastianini an Ribbentrop:

Am 4. Jahrestag des Abschlusses des Vündnis­paktes, der unsere beiden Völker vereint, freue ich mich, Ihnen meinen kameradschaftlichen Gruß in der Gewißheit zu übermitteln, daß die Anstren­gungen, die Deutschland und Italien mit hartem Dillen und festem Glauben vollbringen, vom Sieg gekrönt sein werden.

NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger sprach am Freitag zu höheren Beamten und Behördenleitern des Gaues, die zu einem Schu­lungslehrgang in der Gauschule Selters zusam­mengekommen sind. Der Gauleiter gab den Lehr­gangsteilnehmern in einer alle Fragen des Be­amtentums streifenden Rede einen umfassenden Ueberblick über die Aufgaben des Beamten, der als Diener des Staates eine hohe Pflicht zu er­füllen habe. Der Nattonalsozialismus habe sich die Aufgabe gestellt, dem deutschen Volk aus dem Grundgedanken einer allgemeinen völkischen Welt- vorstellung unter Berücksichtigung der praktischen Wirklichkeit der Zeit und des vorhandenen Men­schenmaterials ein politisches Glaubensbekenntnis zu vermitteln. Heute gelte es, noch vorhandene Lücken zu schließen; daher sei auch die weltan­schauliche Schulung eine unbedingte Notwendigkeit.

In dem Neuaufbau und Ausbau des Staates sei das Beamtentum in starkem Maße beteiligt und müsse gemäß seiner Sonderstellung, die es im Volk einnehme, auch besondere Anforderungen er­füllen. Als Vertrauensmann des Volkes, als Ver­walter der Geistes- und Kulturgüter und als Mitt­ler zu Führer und Volk müsse der Beamte Na­tionalsozialist sein, da er sonst die ihm gestellten Aufgaben nicht erfüllen könne. Als einziger Grad­messer haben die persönliche Haltung, der Cha­rakter und die Leistung zu gelten. Die Behörden­leiter haben die hohe Ethik des Beamten vorzu­leben, keine volksfremde Bürokratte zu dulden und ihre Gefolgschaft auf die Gegenwart auszurichten, damit jeder einzelne Beamte als Verwaltungssol­dat des Führers in die Lage versetzt werde, seinen Aufbaubefehl in die Tat umzusetzen. Neues. Besse­res ist an die Stelle des Alten, Vermorschten zu setzen.

Der (Bauleiter behandelte dann weiter die Sraae

des Beamtennachwuchses, der gesichert sei, wenn sich die gegenwärtige Beamtengeneration aus be­sten Nationalsozialisten zusammensetze. Der Werde­gang des zukünftigen deutschen Beamten geht über Hitler-Jugend, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Partei. Kampfgeübt und erprobt, fachmännisch und zielstrebig aus der Allgemeinheit herausgehoben, das wird die Prägung des nationalsozialistischen Beamten aus Berufung sein, die zu den höchsten Aufgaben befähigen wird. In einer Zeit höchster Bewährung, in einem gigantischen Kampf zweier Weltanschauungen wird der Beamte seine Pflicht erfüllen.

In einer lebhaften Aussprache, die sich der Rede anschloß, konnte der Gauleiter als berufener För­derer des Beamtentums aus feiner praktischen Er­fahrung heraus wertvolle Hinweise geben, die in der weiteren Arbeit ihre Auswirkung finden werden.

öer Wehrmachtbericht.

DRV. Aus dem Führerhaupkquarkier, 21. Wai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Ostfront wurden mehrere örtliche An­griffe der Sowjets abgewiesen. Eigene Stoßtrupp­unlernehmen waren erfolgreich.

Die Luftwaffe bekämpfte Truppenziele, Transportzüge und Versorgungsbetriebe des Feindes.

Leichte deutsche Seestreitkräfte verfenklen vor der Kaukasus-Küste zwei Nachschubfahrzeuge der Sowjets und schossen hier sowie über der ö st - t i ch e n O st s e e sechs fowjettsche Bomber ab.

Deutsche Kampfflugzeuge belegten in der Nacht zum 21.2Hal das Hafengeblet von Djldjelli an

Der Beamte Vertrauensmann des Volkes Ser Gauleiter vor höheren Beamten.

I

Aachiraumkneg und GesanutkieMnmg.

Von Vizeadmiral Friedrich Lützow.

Am 7. April 1943 suchte der Rundfunksender Neu- york die Aussichten unseres U-Boot-Krieges durch die Erinnerungen an 1918 zu verkleinern und sagte dabei:Ludendorff und Hindenburg erwachten nach 16 Monaten aus ihren U-Boot-Träumen." Eine solche Auffassung steht im Widerspruch zu den da­maligen Aeußerungen der leitenden Männer in England. So schrieb Churchill am 12. 1. 1919 im Sunday Pictorial":Darf ich es sagen? Wir sind nur eben durchgekommen. Je mehr wir über den Krieg erfahren, um so mehr erkennen wir, an wel­chem kleinen, dünnen, gefährlichen Fädchen unser Erfolg hin. Es war ein gleiches Wettrennen bis zum Ende." Der damalige Ministerpräsident Lloyd George sagte in einer Rede:Wenn die Deutschen die Kraft ihrer U-Boote eher eingesetzt hätten wer weiß, ob das Britische Weltreich dann noch be­stünde." Churchill sowohl wie Lloyd George haben offenbar die U-Boot-Gefahr keineswegs für einen leeren Traum gehalten. Die Auffassung des Neu- yorker Rundfunks steht aber auch im Widerspruch mit dem Londoner Rundfunksprecher Thomas Ea- dett, ebenfalls vom 7 April 1943. Er sagte:Im Jahre 1918 hatten wir dem deutschen uneinge­schränkten U-Boot-Krieg endgültig das Rückgrat ge­brochen. Können wir heute irgend etwas Aehnliches behaupten? Ganz bestimmt, wir können es nicht. Es wird gut für uns sein, die U-Boot-Bedrohung so ernst zu nehmen, wie sie es verdient. Hier stehen wir also bedeutend schlechter da als 1918." Zu dem­selben Urteil gelangt dieSunday Times" von An­fang April 1943. Auf solche Widersprüche in den Urteilen der Feinde war schon Mitte Februar bin* gewiesen; es ist aber festzustellen, daß die sorgen­vollen Aeußerungen in letzter Zeit, besonders nach dem guten Versenkungsergebnis im März über­wiegen. In der Oberhaussitzung vom 24. März be­zeichnete Lord Hankey denAnti-U-Boot-Krieg" alsgrößten Mißerfolg Englands"; Lord Winster klagte die Regierung an, sie habe das U-Boot unter­schätzt. DieDaily Mail" vom 23. März 1943 gab aus Neuyork die Meinung wieder, im März 1943 würden ebensoviele Schiffe versenkt, wie früher in einer ganzen Frühjahrsoffensioe. DerDaily Ex­preß" bezeichnete Anfang April die Seekriegslage als katafttophaler denn je, und Eden nannte in Kanada nach Reuter das U-Boot die größte Gkfahr. Aehnlich drückte sich nachUnited Preß" Colonel Knox aus. Alle Stimmen aus dem feind­lichen Lager sind sich darüber einig, daß man ein wirksames Abwehrmitte gegen U-Boote bis jetzt noch nicht gefunden habe. So ist es zu verstehen, daß unsere Feinde die Uebertragung des Oberbefehls über die deutsche Kriegsmarine von Großadmiral Raeder an den bisherigen Befehlshaber der U- Boote, den jetzigen Großadmiral Dönitz, als eine be- drohlicke Zusammenfassung aller Kräfte auf den Fracytraumkrieg auffassen.

An welcher Stelle bei unseren Feinden sich di« U-Boot-Bedrohung am stärksten fühlbar macht, ist

der algerischen Küste erneut mit Bomben schweren Kalibers. Im Mittelmeerraum schossen deut­sche Jäger und Flakartillerie acht feindliche Flug­zeuge ab, ein eigenes Flugzeug ging verloren.

Einzelne leichte britische Bomber unternahmen in der vergangenen Nacht wirkungslose Stärangriffe auf das nördliche Reichsgebiet.

Oer italienische Bericht.

Rom, 21. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr« machtbericht vom Freitag meldet:

Unsere Flugzeuge bonwarbierten in der vergan­genen Nacht die Hafenanlagen von B i z e r t a und torpedierten in den tunesischen Gewässern einen Zerstörer.

Die feindliche Luftwaffe führte gestern Einflüge auf Grosseto, Messina, Pantelleria und Orte auf Sardinien durch. Don den Bat­terien der Insel Pantei.lera wurden 7 Flugzeuge zerstört, ein weiteres Flugzeug, das ebenfalls vom Abwehrfeuer aetroffen worden war, stürzte bei Augusta ins Meer.

lieber Sardinien schossen italienische Jäger in Luftkämpfen ein viermotoriges und zwei zweimoto­rige Flugzeuge ab. Zwei weitere feindliche Flug­zeuge wurden von deutschen Jägern abgeschossen.

Esteva wurde Offizier auf Lebenszeit.

Dichn, 21. Mai. (Eurooapreß.) Admiral Esteva, Gencralrefident von Tunesien, ist durch Dekret des fianzösischen Staatschefs auf Lebenszeit

zum aktiven Offizier ernannt worden. Diese Auszeichnung wurde in Frankreich bisher: nur den Generalen zugebilligt, die im Kriege eu\ militärisches Oberkommando führten. Durch dis Maßnahme wollte der Marschall öffentlich die bet« spielhafte Haltung Admiral Estevas anerkennen« die er im Laufe der Ereignisse in Tum- gqi zeigt bat