Ausgabe 
20.2.1943
 
Einzelbild herunterladen

Oie Frühjahrsbestellung.

n

» iu wicuciyuu ytjuiiucn yuvttn. :oieierDn5

ielrf J ib Bestrebungen zu beobachten, mit dem Anbau tt M« ^Eser raschwüchsigen Holzart bereits im Großen zu beiXa beginnen. Fast regelmäßig haben sich aber Schwie- utilyen; itgkeiten bei Beschaffung geeigneten Pflanzenmate' ^ner ua ials ergeben. Der Relchsforstmeister unterstreicht Inei Worliei ||ie Aufgabe der forstlichen Mittelbehörde, vor allem

Kunst und Wiffenschast

3ort von denDummen" aufkommen dürfe. Hin-

schtlich der Diebstähle nach Lüftangriffen sei bereits

Jormens|

n großen Heerführer und i. Ehre und Ruhm des

tioibQ1 Uppen

"ifis.

Spal

SH. öie Frühjahrsbestellung.

pAei Der Vorbereitung der Frühjahrsbestellung diente lorbam?, 'ine Lhrssprache der Landesbauernführer im Reichs- banier i -mährmrgsmimsterium. Staatssekretär Backe und

2 steichsobrnann Behrens erläuterten, wie unter w UusNutzung aller Möglichkeiten mit den beschränkten

keß.) Di­ch die n eine i SU ha eine

M'Partii ist dahu inifter nbers A

6abe.ii 19 «ine |e r Propan N ach

sei die c! s auf die v. s in die r

'n dazu bei, gerechte Erhebungsgrundlagen zu schaß en und damit die Versorgung von Wehrmacht und Stadt stcherzustellen.

Rohstoff Pappel.

hoben, wort 1.

5) r»

berichte 6e Appen,

kckülitt preß.) entenh^ davon F Hin«" j aten^; «« je '

w

rpapreßst WM n Önal riegsnwin;

jportfJ' i. Eine t

>«ge die N nW itchM?

Blick «M Ar die Der P Staaten3 out zu!

weit e^ z von H außen61;

beim;

LV

,uch stärker als bisher bei Beschaffung geeigneter Sorten mitzuwirken sowie die Interessenten zu lernten.

Leder aus Herzbeuteln.

3n der ZeitschriftOstland" wird mitgeteilt, daß le Herstellung von Feinleder aus Herzbeuteln un­srer Schlachttiere gelungen ist. Das Leder ist her.

tragend zur Herstellung von feinen Lederwaren eeignet, auch von Futter- und Schweißleder. Der Herzbeutel des Rindes gibt je nach der Größe des Acres ein Stück Leder von 40 bis 70 qcm. Wenn on allen Schlachtungen die Herzbeutel, besonders on Rindern und Pferden, aber auch von den einen Tieren, gesgmmelt werden, kann eine be- chtliche Menge Leder gewonnen werden. Da die erzbeutel bisher nicht verwertet wurden, bedeutet it Herstellung von Leder aus Herzbeuteln einen olkswirtschaftlichen Gewinn.

Aufgaben des Kriegsstrafrechts.

Der Leiter der Abteilung Strafrechtspfleae des eichsjustizministeriums, Generalstaatsanwalt Dr. ollmer, erklärte in derDeutschen Justiz": afmerksamste Beobachtung verdiene der Tausch it verknappten Waren, weil hier, um er Eigensucht einzelner willen, ein untragbarer

kunst",Baukunst und Landschaft in Ehina",Ehi« nesische Architektur" undChinesische Baukeramik" heroorzuheben. Professor Dr. phil. habil. Max Kohler ist zum a. o. Professor für theoretische Physik an der Universität^ Greifswald ernannt wor­den. Kohler wirkte vor seiner Berufung nach Greifs­wald an der Universität Berlin, wo er sich 1936 habilitiert hatte. In diesen Tagen vollendet der Hauptkonservator i. R. an der Zoologischen Samm­lung des Bayerischen Staates (Herpetologische Ab­teilung), Professor Dr. h. c. Lorenz Müller, sein 75. Lebensjahr. Professor Müller wurde in Mainz geboren. Er studierte zunächst an der Münchner Kunstakademie. Dann wandte er sich dem Studium der Zoologie zu und war Schüler von Boettger, Hertwig und Broili. 1903 übernahm er die Leitung der Herpetologischen Abteilung der Zoologischen Staatssammlung in München, für die er Reisen nach Brasilien, in die Pyrenäen, zum Balkan und nach Kleinasien ausführte. 1913 wurde er Professor, 1928 Hauptkonservator, 1934 Ehrendoktor der Universität München. Dem Dozenten Dr. Harry Wester - mann ist unter Ernennung, zum Professor an der Deutschen Karls-Universität in Prag der Lehrstuhl

Arbeitskräften und Betriebsmitteln größtmögliche Zeistungen zu erzielen sind. In den landwirtschaft- ichen Betrieben müsse durch die Nachbarschaftshilfe b >ie richtige Führung sichergestellt sein. Vom Wehr- l )ienst sroigestellte Betriebsführer werden künftig zur Verfügung des Kreisbauernführers stehen. Die Hof, egehungskommissionen geben einen Ueberblick über

!ie Ablieferungsmöglichkeiten der Betriebe. Sie tra-

Schon seit dem 17. Jahrhundert wurde darum von weitblickenden Männern die Forderung nach einem stehenden Heer, das aus eigenen Landes­kindern gebildet sein sollte, erhoben. Vorbildlich mit der Tat voran ging hier der Große Kurfürst und noch mehr sein Enkel, der Soldatenkönig Friedrich- Wilhelm L dessenKanton-System" darauf abzielte, alle wehrfähigen jungen Leute seines Staates in Listen einzutragen und zum Wehrdienst zu erfassen. Doch waren gewisse Klassen von vornherein von der Enrolüerung ausgenommen, namentlich war es für die besser gestellten Stände üblich, sich durch einen Stellvertreter vom Dienen loszukaufen. Aber im­mer noch bestand etwa die Hälfte des Heeres aus geworbenen ausländischen Söldnern.

Das blieb sogar noch unter Friedrich dem Großen so, obgleich dieser darauf hielt, wenigstens das Dpi-

ben eigenen Herrn kehren. Dor allem waren die Landsknechte durch kein anderes Interesse mit den Fahnen des Landesherrn verbunden als-durch den ihnen zustehenden Sold. Blieb der aus, so liefen sie leicht zum Gegner über. Es gehörte zum Krieg­führen also vor allen Dingen Geld, und damit sah es in den landesherrlichen Kassen meist traurig aus. Die Besoldung der Truppen lag aber meist nicht unmittelbar in den Händen des Landesherrn, fon-

Hochschulnachrichten.

In diesen Tagen vollendet der Jenenser Geologe Geh. Hofrat Dr. Gottlob Eduard ß in cf sein 85. Le­bensjahr. Linck war zunächst Apothekergehilfe, wandte sich dann dem Studium der Mineralogie und Geologie zu und promovierte 1883 in Straß­burg, habilitierte sich 1888 und wurde 1894 o. Pro­fessor in Jena. 1897 unternahm er eine wissenschaft­liche Reise nach Finnland, dem Kaukasus und Sibi­rien, später arbeitete er im Sudan, in den Pyrenäen und in Asturien. Im ersten Weltkrieg war er in der Türkei. 1921 gründete er die Gesellschaft der Freunde der Universität. Er ist Ehrendoktor von Jena und Tübingen und Ehrenbürger der Universität Jena, Inhaber der Goethe-Medaille und Ehrenmitglied verschiedener Gesellschaften. Ein hervorragender Kenner der chinesischen Baukunst, der Honorar­professor an der T. H. Berlin Ernst Bo er sch- mann, vollendet sein 70. Lebensjahr. Der Gelehrte kam 1906 als wissenschaftlicher Attache an die Deut­sche Gesandtschaft in Peking, von wo aus er For- schungsreisen in China unternahm. Unter seinen Ver­öffentlichungen sind die Werke:Die Baukunst und religiöse Kultur der Chinesen",Chinesische Bau-

Jn den Hafengehieten Lissabons hört man die Sprachen aller Länder. Schiffbrüchige, die fast täglich an Land gesetzt werden, tauschen mit Flücht- lingen aus den besetzten Gebieten ihre Schicksale aus. Hier werden in Portweinstuben und Kaffeehäusern Geschäfte kleineren und größeren Umfangs abge- schlagen. Ein kubanischer Reisepaß wird mit 20 000 Eskudos (etwa 2000 RM.) gehandelt, meistens nicht, um dem Käufer nach Kuba zu verhelfen, sondern um die erschöpfte Gesandtschafts- oder Konsulatskasse aufzufüllen. Oder ein durch die britischen Zensur- behörden in Bermuda geschmuggelter Geldbrief trägt 10 v. H. seines Wertes ein. Die Zeitungs- und Zeitschriftenstände, die sich vor Kriegsausbruch fast ausschließlich auf den Verkauf der portugiesischen Presse beschränkten, bieten heute Drucksachen aus aller Herren Länder feil. Selbstverständlich müssen vom Käufer einer amerikanischen oder englischen Zeitschrift auch alle Risiken der Atlantik- oder Kanal- überquerung getragen werden, so daß eine Neu- yorker Zeitung ober ein Chikagoer Witzblatt jiuf etwa 20 RM. zu stehen kommt.

Auch im Dergnügungsleben der Stadt hat sich vieles geändert. Der Portuaiese, der lilsher in den großen Kaffeehäusern des Rossio-Platzes oder der Avenida bis in die Abendstunden hinein seinen Kaffee schlürfte oder bei einem Portwein die Nacht beim Lauschen der eintönigen Fado-Lieder ver­brachte, hat durch geschäftstüchtige Flüchtlinge aus Montmartre oder Brüssel Bekanntschaft mit dem Nachtleben Westeuropas machen müssen. Innerhalb weniger Wochen wurde das größte und bekannteste Fado-Lokal am Plaza de Alegria abgerissen und in ein mondänesDancing" verwandelt, wo allabend­lich höchst dürftig bekleidete unterbezahlte Tänze- rinnen den reichen Wolframgrubenbesitzer und Sar­dinen- und Thunfischhändler amüsieren. Oder man besucht die inalliierten" Händen befindliche Nacht­barNina", die von einem zweideutigen Russen eröffnet wurde und wie man sagt mit sehr hellhörigem Bedienungspersonal operiert, oder das Spielkasino von Estoril, wo auch mit englischer Hilfe einige Bars gestartet wurden, um Anknüpfungs­punkte mit Europa zu suchen.

Der Portugiese fühlt sich durch die Bemühungen der Ausländer, ihn auf diese oder jene Weise für den Krieg zu begeistern, zwar geschmeichelt, zieht es aber vor, an dem ihm.vorgezeichneten Kurs der Neutralität festzuhalten. Die Hoffnung, die er an die Zukunft knüpft, zielt auf das unveränderte Ant­litz seiner Hauptstadt auch für die nächsten Jahre ab, selbst wenn die kapitalkräftigen undideen­reichen " Ausländer verschwinden. Wenn erst wieder an Stelle der Nachtbars die Fado-Lokale

bern in denen des Kriegsobersten, der gegen eine bestimmte Summe die selbständige Aufstellung eines Regimentes übernahm, also zugleich Truppenführer und Unternehmer war. Ohne Unterschied der Her­kunft und Nationalität folgten die Landsknechte der Werbung bes* Feldherrn, der ihnen Sold, Sieg, Beute und Ruhm verhieß. Wohl schmiedete ein eigenes Treueverhältnis den großen Heerführer und feine Soldaten zusammen. Ehre und Ruhm des Feldherrn war auch Ehre und Ruhm des Soldaten, aber diese aus aller Herren Ländern zusammen­gelaufenen Haufen, die nur durch das eiserne Gesetz des Krieges zusammengehalten wurden, erkannten auch keine andere Zucht an als die des Lagers, sogen das Land, in dem sie lagen, rücksichtslos aus und waren, wenn sie als ,/Freunde" kamen, .vom Volke nicht weniger gefürchtet als der Feind. Aber auch für den Staat konnten die unbotmäßigen Söld­nerheere zur unmittelbaren Gefahr werden.

wurde dasVolk in Waffen" zum erstenmal feit der germanischen Urzeit wieder Wirklichkeit und be­währte sich in Den glänzenden Waffenleistungen jenes Krieges. Und als der Sieg erfochten war, da war es nach der Befreiung des Landes die edelste Frucht des Kampfes, daß die allgemeine Wehrpflicht mit der Errichtung von Landwehr und Landsturm Aum allgemeinen dauernden Gesetz erhoben wurde. Unsere Feinde wußten, was sie taten, als sie im Versailler Diktat dem deutschen Volke die allgemeine Wehrpflicht zu nehmen versuchten. Das gesamte deutsche Staatsbewußtsein ruht auf der Wehrhaf­tigkeit, auf dem Geist, der es ohne irgendeinen Unterschied der Klassen uyd Stände als ftoMte Verpflichtung und Ehre des Mannes betrachtet, Dem Vaterland mit. 6er Waffe zu dienen. Aus diesem Geiste ist die deutsche Einigung im Kriege von 1870 erblüht, er hat uns im Weltkriege befähigt, vier Jahre lang dem Ansturm der Welt standzuhalten, und er hat die höchste Steigerung ermöglicht, dic, wir jetzt in diesem totalen Kriege erleben. Und wenn die deutsche Frau auch im Weltkrieg schon im größeren Umfange und über die Verwundeten« pflege hinaus, die ihr zunächst vorbehalten war, auf den verschiedensten militärischen Gebieten und in der Kriegsindustrie tätig mitarbeitete, so wird nun eine jede in den aufgerufenen Jahrgängen, die nicht ernstlich behindert ist, freudig mithelfen. DasVolk in Waffen" ist damit zu einem allumfasienden Be­griff geworden. C. K.

Zeitschriften.

Im letzten Heft der ZeitschriftNeuesVolk" (Blätter des Rafsenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) erscheint an der Spitze eine BetrachtungLeistungsmenschen müssen kinderreich sein!", die durch eine Reihe von interessanten Fa­milienbildern und durch den BeitragKindersegen Quell der Macht" im gleichen Sinne eindrucksvoll ergänzt wird. Dr, Ranniza von Bazan untersucht die rassenhiologischen Folgen der französischen Re» volution. In derKleinen Vererbungslehre" be« handelt Dr. Gustav Franke die Erblichkeit der Glatze. Außerdem sei auf die SparteVölkische Lebensfragen" hingewiesen, in der das Rasienvoliz tische Amt Auskünfte erteilt,

Europas Tor nach Lleversee

Bon unserem N.-Korrespondenten.

linge, von denen es trotz aller Abtransportversuche Englands und der Gaullisten noch Tausende gibt, in kleine Städte Mittelportugals gebracht worden,

Der Reichsforstmeister stellt fest, daß seine An- leaungen zur Förderung des Pappelanbaues über» Al lebhaften Wiederhall gefunden haben. Vielerorts

pas und ist über Nacht durch Fluglinien mit No^d- unb Südamerika, mit Afrika, mit Deutschland und Italien, mit England und Irland verbunden. Der Hafen ist oollgepropft mit Schiffen der verschieden­sten Nationen, die das Bindeglied Europas mit der überseeischen Welt Herstellen. Die diplomatischen Vertretungen, die vor Kriegsausbruch oft nur aus dem Gesandten uckd einem Altachö bestanden, haben sich zahlenmäßig verhundertfacht, Tausende von Flüchtlingen, denen es trotz aller Protektion und Bestechungsversuche noch immer nicht gelungen ist, einen der kostbaren Plätze auf dem Clipper-Flug­boot ober auf einem neutralen Dampfer zu erlan­gen, haben sich auf unbestimmte Zeit hier nieber» gelassen. In den Küstenorten des Atlantik schießen moderne Bungalos, wie man sie im Grünewald, in Neuilly oder in den modernen Vororten Amster­dams sieht, wie Pilze aus der Erde, um die kapi­talkräftigen Ausländer zu bergen. Kleine Hotels werden zu Riesenkarawansereien und alte Aristokra- tenpaläste zu kostspieligen Wohnstätten umgebaut. Allerdings sind, die Minderbemittelten der Flücht-

rch schnellste Ermittlung, Aburteilung und Voll­sten. Die: G 'reckung, z. T. durch Erhängen, weitgehend Sicher­ten :eit geschaffen worden. Eine Verschärfung der amerMs Praxis werde bei 11 überfüllen auf Frauen, Hand- rschen-, Schmuck- und Gepäckdiebstahl erstrebt, feldpostberaubungen seien kompromißlos auszu- aerzen. Schon jetzt werde in allen schweren Fällen Todesstrafe verhängt. Fracht-, Gepäck- und Stück- ijtcrmarber, aber auch die Diebe von Fensterriemen inb Polstern würden durch drakonische Bestrafung sgemerzt werden. Entsprechendes gelte für An- ihlungsschwindel mit verknappten Waren und für Straftaten gegen abwesende Soldaten. Größte Auf- erksamkeit werde der Kriminalität ausländischer Arbeiter zugcwendet. Sorgsam werde die strafrecht- lche Seite des Schutzes guten deutschen Frauentums lrobachtet werden. Einheitlich werde die sachgemäße tytrafung von Arbeitsvertragsbrüchen ausgerich- tii werden.

auftauchen, wenn die modern ausgebauten Flügel der Hotels verfallen, wenn die neuen und oft nicht in die Landschaft passenden Bungalos für immer geschlossen werden und die Zeitungsstände nur noch portugiesische Blätter feilbieten sollten, bann, bei r ö o , aller Bereitschaft an einer neuen besseren Welt mit» mit ihnen zusammen viele Juden, die dort bereits I zuarbeiten, möchte der Portugiese auch in Zukunft ihrem Handel nachgehen und nicht mehr das Be- die Zahl der Uniformierten bei einem Spaziergang dürfnis haben, in die militärpflichtigen transatlan- über die sieben Hügel eines unverdunkelten Lissabon tischen Länder weiterzureisen. > an einer Hand abzählen können.

zierskorps fast ausschließlich aus dem Adel des eigenen Landes zu gewinnen, und obgleich durch dieses einziaartige Osfizierkorps, das in eine ganz neue Beziehung persönlicher Gefolgschaft zu seinem König trat, das Heer in einer Weise in den leben­digen Organismus des Staates eingefügt wurde wie nie zuvor. Der Los kauf, dieExemtion", nahm sogar aus wirtschaftspolitischen Gründen unter Friedrich dem Großen wieder zu: trotzdem weckte dieser Fürst durch seine Taten auch im friedlichen Bürger eine neue Begeisterung für sich selbst und seine Soldaten, einen neuen nationalen Stolz, der mehr als alles andere dazu beitrug, Heer und Volk einander anzunähern und miteinander zu verschmel­zen.

Dieses preußische Nationalgefühl blieb, einmal zum Leben erwacht, auch über den Tod des großen Königs hinaus, im Volke erhalten; es ermöglichte die Wiedergeburt nach der Katastrophe von 1806, aus ihm konnten die Männer der Reform schöpfen, als sie Preußen und damit Deutschland das Ge­schenk der allgemeinen Wehrpflicht machten. Ein deutscher Fürst, der Graf Wilhelm zu Schaumburg- Lippe, hatte, wenn auch in winzigen Maßstäben, die allgemeine Wehrpflicht bereits praktisch durch- gesührt. Aus seiner Schule war Scharnhorst, der Schöpfer der neuen preußischen Wehroerfassung, hervorgegangen. Schon Jahre vor der Napoleoni­schen Zeit war sich Scharnhorst über die umwäl­zende Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht, vor allem auch für bas sittliche Leben der Nation, klar. Niemand hat so eindringlich wie er. gegen denem­pörenden Seelenhandel" der Exemtion gepredigt wie er. Sein Entwurf zur Bildung einer Reserve­armee, mit der er sich schon 1807 befaßte, beginnt mit dem monumentalen Satz:Alle Bewohner des Staates find die geborenen Verteidiger desselben." Und sein Entwurf von 1810 gipfelt in dem Satz: »Zeder, den das Los trifft, muß persönlich dienen. Stellvertretung findet nicht mehr statt." Es war Scharnhorsts Grundgedanke, daß die gebildete Ju­gend der Sauerteig "für das Heer werden und ihm jeneElevation", die Erhebung, einflößen sollte, die allein große Taten schafft.

In der gewaltigen Erhebung der Freiheitskriege

Lissabon, im Februar.

Wahl kaum hat eine europäische Hauptstadt seit Ausbruch des Krieges chr Gesicht derart erhalten können wie Lissabon. Wenn die Zahl der Einwoh­ner auch nach Einsetzen des großen Flüchtlings­stroms von Holland, Belgien und Frankreich vor­übergehend um nahezu 60 000 Obdachlose vermehrt wurde, die in den Sommer- und Herbstmonaten des Jahres 1940 in Massenlagern, in Bahnhofshallen, Garagen, Zelten oder unter freiem Himmel kam­pieren mußten, so gehört dies doch bereits der Ver­gangenheit an und das Stadtbild gleicht dem des Friedens. Lissabon ist trotz des akuter werdenden Kohlenmangels nachts hell erleuchtet. Die Läden, seien es Delikatessengeschäfte, Konfektionshäuser, Parfümerien, Goldschmieden, Schuhwarenläden ober oie Niederlassungen der großen Schnapsbrennereien oder Portweinhauser des Nordens, sie alle sind bre­chend voll, und ohne jede Rationierungskarte kann der Wohlhabende hier seine Einkäufe machen. Und die Zahl der Uniformierten kann bei einem Spa­ziergang über den sieben Hügeln der Stadt an einer Hand abgezählt werden.

Lissabon galt für den Reisenden, der von Ame­rika kam oder von Europa nach Süd-, Mittel- ober Nordamerika strebte, als eine Zwischenstation, als ein Umsteigebahnhof ober Uebernachtungsplatz, dem man nie allzu große Aufmerksamkeit schenkte. Hier gab es weder große Hotels noch eine Fremdenwer­bung, ebensowenig wie die Umgebung der Stadt, die Badeorte am Ufer des Atlantik, die alten Klöster, die malerischen Fischerorte oder das Weinrebental von Colares zeigten, daß man mit dem Besuch von Ausländern rechnete. Dies ist fei* 1940 anders ge­worden. Lissabon wurde zum letzten Tor Westeuro-

so wie 3 eruna zu Me Orgoi 5 in m r-Ministtk Ifter im Met" mi mhrschri en noch ächt von in<j uniti schäften' ib starke i ; amen' i sei. i 'anischen Zevens

edarfsstrudel entstehen könne. Wo der Tausch- hieber auch noch arrogant und ironisch gegenüber emHabenichts" auftritt, errege er besonders den !srechtigten Unmut des arbeitenden Menschen, des Solbaten, der stark belasteten und oft berufstätigen rrau. Das aber seien die Träger der nationalen Widerstandskraft, bei denen nie wieder das böse

Vom totalen Kriege.

Das Volt in Waffen heute wie einst.

In der Verkündung destotalen Krieges", zu tem jeder Mann und jede Frau jetzt aufgerufen vurde, erleben wir den Abschluß einer Entwicklung be sich in den Freiheitskriegen anbahnte und bte dich eigentlich nur die Rückkehr zu einem Zustande bedeutet, der am Anfang unserer Geschichte die lrichtiastL Einrichtung des altgermanischen Staates tzar. In diesem war jeder freie Mann der geborene Utrteibiger des Staates, wie umgekehrt nur der »«hrhafte Mann und Krieger freier Bürger des Maates war; der Heerbann und die Gememschaft d-r freien Männer bildeten die selbstverstäMlche ^nheit, in der nur kriegerische Tüchtiakett Macht itib Ruhm erwerben konnte. Aber auch die Frau Vor, wie es uns oft geschildert wird, hierbei die ^Iferin des Mannes und nahm unmittelbar an «n kriegerischen Vorgängen teil, feuerte die Man- in der Schlacht an und pflegte die Verwunde­rn. Es mar ein weiter Umweg, der in den j)'0lge- Wen über Ritterheere und Söldnerwesen zu tue« 'i n Ausgangspunkt zurückführte.

Erst die fortschreitende Entwicklung fd)ieb Die r'önde, ließ Ackerbau, Gewerbe, Handel, Wissen- sbaft und Kunst als gleichberechtigte Daseinsinhalte tjoortreten. Die kriegerische Tüchtigkeit und das öeegerische Berufsethos als höchstes sittliches Ideal üng an einen besonderen Stand über. Es bildete W) das Rittertum und mit ihm zugleich das Lehns- Men, das das Rückgrat des mittelalterlichen Staa- war. Dem Lehnsheer, das ganz auf die Waffen- 1 ftung des einzelnen aufgebaut war und kein Zu­sammenwirken großer Massen kannte, hastete eine i ^wisse Schwerfälligkeit an, wodurch es einem ein« ! Eich geschulten Berufsheer unterlegen war. Dom Jjsgang des Mittelalters an spielten daher aus Khrhunderte hinaus die geworbenen Söldnerheere x-d die großen Söldnerführer die enstcheidende

in der Geschichte des Abendlandes.. Wenn auch I Söldnerheere eine gefügigere Waffe in der Hand Jß Landesherren waren als das irotzige Lenns- i for, fo konnte doch auch diese Waffe sich Lege»

fatal ik! SfSI

ul

schreibt zn der;

ile Dor !hn nord,

A aii?ber bi«

»s rJx fei

sfür bürgerliches Recht übertragen worden. Dee an der Universität Stockholm tätige Chemiker Prof. Dr. Hans von E ule r- Eh el p i n vollendete feilt 70. Lebensjahr. Er wurde in Augsburg geboren, er­hielt seine Ausbildung in Berlin, Göttingen und Würzburg und ist feit 1905 Dozent an der Unioer- fität Stockholm. Euler hat den Weltkrieg mitgemacht. Er hat wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der Vitamine, Fermente und Enzyme gemacht und ist an der Erforschung der Biochemie der Kresbzells beteiligt.

Der Mathematiker David Hilbert f.

Der weltberühmte em. Ordinarius für Mathema­tik an der Universität Göttingen, Geh. Regierungs- rat Professor Dr. phil. D. David Hilbert, ist im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Unfalles in Göttingen gestorben. HÄbert wurde am 23. Ja­nuar 1862 in Königsberg geboren, studierte 188084 in Königsberg, Heidelberg, Leipzig und Paris, pro­movierte 1884, habilitierte sich zwei Jahre später an seiner Heimatuniversität, wurde 1892 dort Extra­ordinarius, ein Jahr später Ordinarius und siedelte 1895 als Nachfolger Heinrich Webers nach Göttin­gen, demmathematischen Zentrum der Welt", über. Hilbert, Ehrendoktor vieler Fakultäten, Mit«< glied zahlreicher Akademien und gelehrten Gesell'- schäften, hat durch seine Forschungen auf allen Ge­bieten der Mathematik feiner Wiffenschast neue Bahnen gewiesen. Hilbert, der 1932 auf einem inter­nationalen Kongreß in Zürich alsLehrer aller lebenden Matbematiker" gefeiert wurde, hat.seins Arbeiten auf dem Gebiet der algebraischen Jnva--. riantencheorie begonnen, also im Felde der reinem Mathematik. Er bewies den Fundamentalsatz dieses Gebietes, den Satz von der Existenz einerend­lichen Basis". Seine Studien zur algebraischen Zah- lencheorie, der er sich dann zuwandte, führten zu dem berühmtenZahlenbericht", den er als ,Ihea- rie der algebraischen Zahlkörper" 1907 veröffent­lichte. Hiermit schuf Hilbert die Grundlage für dia Entwicklung der Algebra und Zahlentheorie unserer Zeit. 2lber diese Arbeiten überbot er mit seiner neuen Grundlegung der Geometrie. Die nicht- euklidische Geometrie unserer Zeit hat er in ein­gehender Prüfung mit seiner axiomatischen Methode erst eigentlich begründet. Das berühmteste seiner Bucher, dieGrundlagen der Geometrie", 1923 er­schienen, bedeutet für die Entwicklung des Begriffest her mathematischen Strenge dasselbe, wie die (He* mente des Euklid für den ersten, logisch scharf be­gründeten Aufbau der Machematik. Neben dieser Grundlegung der neuen Geometrie behandelte S)"ü< bert auch die Probleme der Analysis. Auch den Grundproblemen der Physik wandte er sich zu. Dick kühnen Gedanken Hilberts gehören ohne Zweifek zu den größten Leistungen, welche menschlicher theoretischer Verstand in der Gegenwart hervorge-- bracht hat.

Die beiden Stochert."

Die alten Römer hatten in Plautus einen Volks- dichter, der mit seinen vielen Komödien den Unter­haltungswünschen seiner Zeitgenossen, mir würden heute jagen: in derber Holzschnittmanier, entgegen» kam. Die Idee, nur einen Positionswechsel in freu südgermanischen Bereich des Limes vorzunehmen, stammt vom Intendanten des Münchner Volks­theaters, Willem H o l s b o e r, der die Derwechf-« lungskomädie von den ZwillingsbrüdernMe- nächmi" durch Hans Fitzsehr frei" ins Bajuwarische übertragen ließ. Es entstand eine Posse von krach- lederner Brünstigkeit, die aus dem Halbundhalb von Toga und Lederhose, von römischem Soldaten- drill und bajuwarischer Dorflebendigkeit handfeste Situationen auf einem römischen Exerzierplatz in der Nähe eines bajuwarischen Dorfes entstehen ließ. Holsboer inszenierte die Gaudi mit Blick für sichere Wirkung. Das Ensemble, voran die beiden Gtacherl, entfesselte einenweißblauen" Abend nach erprob­ten Rezepten. Da man sich auf die derbe Manier festgelegt hatte, gingen -freilich die schönen innigen Töne im Bild bajuwarischer Volkslebendigkeit oer« loren. / Alfred Dahlmann.

Ein Roman um Carufo.

Frank THieß hat das Leben und Schicksal Ca< rusos, als das Sinnbild der großen und ewigen Tra- ; gödie des Künstlers in den Mittelpunkt eines zwei­bändigen Romans gestellt, wovon der erste, in sich abgeschlossene Teil unter dem TitelNeapolitanische Legende" im Karl H. Bischossss-Verlag in Wien dem­nächst erscheint. Der zweite Roman, der das Lebens­ende und den Tod Carusos behandelt, wird folgen.

! HouptsLriftlelter: Dr. Friedrich WüheUn Lange. Stellvertreter bet 1 vauptfdjriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für PolM unb wilder: Dr. Fr. W. Lange: für bad Feuilleton: Dr. HanS Dhuriot; ilit Stadt ©ienen, Provinz Wirtichast unb Svort: Ernst Blumjchetrl.

trud unb Berlag: Brühl,cke Unweriitätsbruckerei R. Lange S. 0. Lerlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Leck.

ArueigsntrreiSltste Nr. 6.

Mischen Vernichtunasplane, diesmal ausdrücklich iirf Fmnland abgestellt. ;

Gandhis Befinden unverändert ernst.

Stockholm, 20. Februar. (DNB. Funkspruch) Iandhi war nach enalischen Berichten am Freitag ücht in der Lage mel zu sprechen. Sein Schwäche- ^ustand dauert an. Die Familienmitglieder weilten wr wenige Minuten an seinem Lager; anderen Be- vchern wurde der Zutritt von den Aerzten verwehrt. J 000 Einwohner Neu-Delhis haben ein Manifest unterzeichnet, das sofortige Freilassung Ganbhis ordert.

Aus dem Reich.