Ausgabe 
19.4.1943
 
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her Gang st er der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Dieses Wort sollte ein geflügel- tes Wort für alle Deutschen und für alle übrigen erwachenden Völker Europas werden. Was dort von Amerika kommt, das ist Ausdruck des Ehrlose­sten und Kulturlosesten, was die Welt neben dem bolschewistischen Henkertum je erlebt hat, die Summe uon Verbrechertum, Schiebertum und Erprcssertum, gestutzt auf den Erfindungsreichtum europäischer und auch amerikanischer Kräfte, die aber unfähig erschei­nen, eine politische Macht gegen die Bedrohung auch ihres eigenen Landes auszubilden. Heute regiert in Nordamerika der Gangster. Er beauftragt seine Lombtzxbesatzungen, nach Europa zu fliegen, um Dort die heiligsten Stätten europäischer Kultur zu vernichten. Er hat kein Gefühl dafür und wird in einer asozialen Seele niemals ein Gefühl dafür be- itzen. Es ist aber notwendig, daß alle Völker (Eu­ropas sich diesen Typus als den Typus einer Anti­kultur, eines aggressiven Verbrechertums für alle Zeit merken. Wenn man deshalb heute von Nord­amerika spricht und von dem heutigen England Muston Churchills, dann kann man nur von einem bangste r system fpred)en, und dieses Wort soll unseren Feinden als die Bezeichnung ihres Wesens atm heute in die Weltgeschichte mitgegeben werden.

Alle Faustpfänder für den Sieg in Händen.

«eichsminifterDr. Goebbels vor den Leitern der Reichspropagandaämter.

Berlin, 18. April. (DNB.) Am 17. und >8. April fand in Berlin eine Arbeitstagung der weiter der Reichspropagandaämter statt, in deren Nahmen führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat Referate hielten. So berichtete Staatssekre- :är Backe über die Ernährungslage, Staats- 1 ekretär Reinhardt über Kriegsfmanzierung und Staatssekretär (Butterer über Vcrwaltungs- jragen. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Webe von Reichsminister Dr. Goebbels über ne militärische und politische Lage. Er zeigte, wie tie Achsenmächte dank ihrer bisher errungenen (Er- füge alle Faustpfänder für den endgültigen Sieg n den Händen hielten und wie die auch heute noch keineswegs voll ausgeschöpsten Kraftreserven, die hnen zur Verfügung stehen, eine weitere Grund- üge für die unbeirrbare Stegesgewißheit des beut- Idjen Volkes bilden. In einem Kampf, der mit zu- iehmender Länge auch immer härter würde, spiele Wie seelische Widerstandskraft des Volkes eine aus- chlagaebende Rolle. Das deutsche Volk wisse, worum ls gerje, und seine zu allem entschlossene moralische Haltung sei jeder Belastungsprobe gewachsen. Im sesten Vertrauen auf den Führer sei auch der Glaube an den Sieg begründet.

Meine politische Nachrichten.

Der Duce hat den stellvertretenden Sekretär der jaschistt scheu Partei, Earlo S c o r z a, an Stelle des Mücktretenden Parteisekretärs V i d u- s s o n i zum Sekretär der faschistischen Partei ernannt Didussoni ibermmmt das Amt Wehrmachtbetreuung in der Mwisterpräsidentschaf t. Scorza war der Gründer k»er faschistischen Partei in Lucca. 1930 wurde er Aeneralkommandant der Jungfaschisten und Jnspek» ior der Universitätsmiliz. In fünf Kriegen erwarb r sich hohe Auszeichnungen. Seit 1939 war er Vor- sitzender des Presseverbandes.

*

Verbände viermotoriger amerikanischer Bomber lmternohmen auch am Freitag Luftangriffe auf die Städte Catania und Palermo, wo sie im Stadtin- nem beträchtliche Schäden verursachten. Unter der ^Zivilbevölkerung von Catania gab es 51 Tote und R5 Verletzte. In Palernw wurden bisher fünf Tote mb 35 Verletzte unter der Zivilbevölkerung festge- stellt. In Palermo wurden drei Flugzeuge abge- ichossen. Samstag wurden erneut Palermo, Catania mb Syrakus mit Bomben belegt. Die Bevölkerung : >on Palermo hatte 20 Tote. Der Gegner verlor elf

Flugzeuge.

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, Der Reichsarbeitsführer hat zum Andenken an ben ersten Reichssportführer des nationalsozialisti- chen Deutschlands der Reichsarbeitsdienstabteilung s/153 Hoyerswerda den EhrennamenHans non Tschammer und Osten" verliehen.

Aus der Siadt Gießen.

Papierschnitze».

Man wird es mir glauben, daß meine Kinder, die noch nicht einmal zur Schule gehen, in Lichten­bergs Aphorismen keinen Blick hineingeworfen haben. Ich habe ihnen daraus auch niemals bisher vorgelesen. Indes hindert das meine Buben nicht ZU handeln, als wäre ihnen vertraut, was Lichtem berg u. o. niedergeschrieben hat:Nichts verloren gehen zu lassen, ist eine Hauptregel, Papierschnitzel so wenig wie Zeit."

Das besorgen sie, vor allem gilt das für den ersten Teil der Hauptregel. Mein recht ansehnlicher Papierkorb wird von ihnen mindestens einmal am Tage richtig durchgekämmt. Die Briefumschläge, die ich auf ihre weitere Verwendbarkeit geprüft und dann doch verworfen habe, finden zuerst Wohlgefal­len, weil man mit ihnen so sckM Post spielen kann. Dann werden die noch beschreibbaren Pa- vierschnitzel ausgekramt, damit man mit den letzten Buntstiftresten darauf malen kann, außerdem sucht auch noch die kleine Schere Beschäftigung. Jedoch kommt nichts um, weil die neugewonnenen Schnitzel allabendlich wieder den Papierkorb aufiuchen müs­sen, von wo sie allmorgendlich in die Sammelkiste im Hausflur weiterwandern. Was den zweiten Teil der Lichtenbergschen Hauptregel anlangt, so befolgen ihn die Buben gottlob auch. Sie spielen nämlich den ganzen Tag, was doch soviel heißt wie: wir haben für anderes keine Zeit. Das Essen ist ausgenommen, dafür ist Zeit, muß Zeit sein.

Nun, lieber erwachsener Mitmensch, gehe hin und tue ein Gleiches! Die Gegenwart legt es dir hun­dertfach nahe, daß nichts verloren gehen darf: weder Papierschnihel noch Zeit! Denke an die Kin­der, wie ernst sie ihr klein es-großes Leben nehmen, und denke an den lieben alten Lichtenberg, der sich und seine Pappenheimer kannte, und auf Papier­schnitzel so manchen lebensbrauchbaren Gedanken niederschrieb für sich und für uns. wr.

Kontrolle über die Erfüllung der Meldepflicht.

NSG. Das Landesarbeitsamt Hessen teilt mit: Nachdem die Männer und Frauen, die sich auf Grund der Verordnung über die Meldepflicht vom 27. Januar 1943 bei den Arbeitsämtern zum Kriegs­einsatz gemeldet haben, von diese« erfaßt worden sind, werden demnächst in allen Bezirken Kontrollen stattfinden, um festzustellen, ob die in Betracht kom­menden Personen sämtlich der Meldepflicht nachge­kommen find. Wer meldepflichtig ist, ist seinerzeit in den öffentlichen Bekanntmachungen der Arbeits­ämter in der Presse und teilweise in öffentlichen An­schlägen mitgeteHt worden. Wo Zweifel bestehen, erteilt das Arbeitsamt Auskunft. Wer meldepflichtig ist, aber sich etwa bisher noch nicht beim Arbeits­amt mit dem vorgeschriebenen Formblatt schriftlich gemeldet hat, tut gut daran, dies unverzüglich nach- züholen. Er läuft sonst Gefahr, daß gemäß § 5 der Verordnung vom 27. Januar 1943 zur Erzwingung der Meldung ein erhebliches Zwangsgeld festgesetzt und er darüber hinaus mit Gefängnis- und Geld­strafe belegt wird. Auch wer bei der Verteilung der Meldebogen vielleicht kein Formblatt erhalten hat, ist deshalb nicht etwa von der Meldung befreit. Er ift vielmehr verpflichtet, sich unverzüglich beim Ar­beitsamt einen Meldebogen zu beschaffen und ihn ausgefüllt dem Arbeitsamt zuzuleiten. Es -wird er­wartet, daß nunmehr auch die etwa noch vorhan­denen Nachzügler ihre Meldepflicht erfüllen, und daß Zwangsmittel nicht notwendig werden.

Für unsere Verwundeten.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" führte im Lause der vergangenen Woche im Auf­trage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTruppen­betreuung" im Reichsministerium für Volksauf­klärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten olgende Veranstaltungen durch: Die Programm- olgeMeister der Romantik" erfreute die In- assen einer Lazarett-Abeilung. Die Konzertsängerin Erna Stoll (Alt) fang Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann und Joh. Brahms. Herbert Kru­ger (Tenor) brachte Lieder von Edward Grieg, Hugo Wolf und Franz Schubert zu Gehör. Mit

Schützt unseren Wald vor Feuer?

Ein Appell an alle Volksgenossen.

Am gestrigen Sonntag hatten unsere Waldungen starken Besuch. Schon in den Vormittagsstunden zogen viele Wanderer hinaus, am Nachmittag aber sah man ganze Scharen von Spaziergängern, die in den Waldrevieren mit ihrem ersten Frühlings­schmuck Entspannung von der anftrengenben All- tagsarbeit suchten. Für jeden Volksgenossen ist es auf solchen Spaziergängen eine Selbstverständlich­keit, daß er im Walde nicht raucht. Denn unsere Forsten sind gerade jetzt im Kriege viel zu wertvoll, um sie burd) ein leichtsinig weggeworfenes Streich­holz ober einen glimmenden Zigarren- oder Ziga- rettenstummel in Gefahr zu bringen. Uebrigens ist durch ein Reichsgesetz von 1938 das Rauchen im Walde in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober allgemein ft rengo erboten.

Leider ist die verständnisvolle Einstellung unse­rer Volksgenossen gegenüber unserem schönen Walde bis jetzt noch nicht bei denen zu bemerken, die aus dem Auslande zu uns zur Arbeit gekommen find. So konnte man Heftern wieder z. B. im Bergwerks­wald zahlreiche Junge Männer antreffen, die ihre Zigaretten rauchten und bei deren Anzünden die brennenden Streichholzrefte achtlos beiseite toarfen. Daß dadurch unser Wald in höchste Gefahr ge­bracht wurde, war diesen leichtfertigen Burschen offenbar mit keinem Schimmer zum Bewußtsein gekommen. Selbstverständlich muß in solchen Fällen jeder deutsche Volksgenosse dem Rauchen im Walde und dem leichtfertigen Umgang mit brennenden

Streichhölzern nachdrücklich entgegentreten und Ausländer, wenn man sich nicht durch die Sprache mit ihnen verständigen kann, gegebenenfalls durch die Zeichensprache oder Mimik darüber belehren, daß im Walde nicht geraucht werden darf.

Die Forstbehörde und die zuständigen Gendar­merie- und Polizeibehörden werden von sich aus alles tun, um unsere Wälder namentlich an Sonn­tagen weitgehend unter Aufsicht zu stellen. Auch die Gießener SA., deren Männer sich in den letzten Jahren als Hilfsorgane der Polizei und Gendar­merie schon immer durch Waldstreifen verdienstvoll für unseren Wald eingesetzt haben, wird es sich zweifellos wieder angelegen fein lassen, dieser wichtigen Aufgabe zum Schutze deutschen Volks- vermögens ihre Mitarbeit zu widmen. Dennoch wird es niemals ohne die verständnisvolle Unter- stützuna aller Volksgenossen möglich fein, den Wald in allen Teilen ausreichend unter Schutz zu stellen, weil eben die Behörde nicht in jede Schneise einen Beamten oder einen SA.-Mann ober Hilfs­polizisten zur Patrouille stellen kann.

Darum loht uns alle gemeinsam mit der Forst» behorde, der Gendarmerie, der Polizei und bet SA. Zusammenarbeiten zum Schutze unseres Wal­des und zur Erziehung der Ausländer dahin, daß auch sie das Rauchen im Walde und den leicht­fertigen Umgang mit brennenden Streichhölzern unterlassen.

Konzertstücken von 'Max Bruch und Franz Schu­bert erfreute in Violinsoli Frl. Patberg. Die Be­gleitung der Künstler am Klavier hatte Frl. Maria Bermann übernommen, die auch einige Phantasie- stücke von Robert Schumann spielte. Die aufmerk­samen Zuhörer dankten mit reichem Beifall. Zu einer Veranstaltung der KdF. in der Turnhalle waren durch die Kreisamtsleitung der NSV. eine größere Zahl Verwundeter eingeladen worden. Ebenso hatte das Theater der Univerfttätsstadt Gießen zu allen Veranstaltungen im Laufe der Woche Verwundete zu Gast. Im Auftrage der Kreisbildstelle fichrte Lehrer Appelmann in vier Lazarett-Abteilungen die Filme vomNorwegen- Feldzug" undWeltreise des Panzerkreuzers Emdern vor. Besonders regen Beifall fand ein Film, dessen Bilder aus dem hiesigen Lazarettleben und von einem Ausflug zur Ortsgruppe Saasen zeigte. Am Sonntag gab der GesangvereinGer­mania" Großen-Linden in einem Lazarett ein schö­nes Konzert. Unter Stabführung des Chorleiters, Musikoberlehrer Blaß, erklangen Chöre von Sil- cher, K. Roisling und ein Soldatenlied aus diesem Kriege. Mit starkem Beifall dankten die Hörer den Sängern und ihrem Dirigenten.

Die Auslandsreisen Jugendlicher.

Nachdem durch den Reichsjugendsührer die Aus­landsreisen Jugendlicher mit Wirkung vom 1. April 1943 neu geregelt worden sind, hat der Reichsfüh­rer ff und Chef der deutschen Polizei Anordnungen über die paßtechnische Behandlung Jugendlicher bei Auslandsreisen erlassen. Iugenddienstpflichttge be­dürfen danach für Auslandsreisen der Zustimmung des Reichsiugendführers. Die Ausstellung von Ein- zelpäss-en, die Aufnahme von Jugendlichen in Fa- milienpässe, die Ausstellung von Kinderausweisen und die Ausstellung als Paßersatz dienender Sam­mellisten an Personengruppen, die sich ganz ober zum Teil aus Jugendlichen zusammensetzen, sowie die Erteilung von Sichtvermerken an Jugendliche sind nur zulässig, wenn eine Zustimmungsbescheini- gung des Reichsjugendftihrers vvrgelegt wird. Bei Gruppenreisen muß ferner eine genehmigte Teil­nehmerliste vorliegen. Die Bestimmungen finden keine Anwendung auf den kleinen Grenzverkehr der ortseingesessenen Bevölkerung.

Feldpost in Reservelazaretten.

Wie bas Reichspostministerium mitteilt, werden die Gebührenoergünstigungen der Feldpost im Ein­vernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht fortan auch dienstbeschäbigten, bereits aus dem Wehrdienst entlassenen früheren Wehrmachtange­

hörigen für die Zett gewährt, in der sie sich zur Fortsetzung der Heilbehandlung noch in Reserve- lazaretten ober sonstigen Heilanstalten der Wehr­macht befinden. Von ihnen ausgehende Postsendun­gen müssen mit dem Dienststempel des Reserve- lazaretts versehen fein, für sie bestimmte Sendungen die Anschrift des Reservelazaretts usw. tragen. Sen­dungen unter der Privatanschrift des Empfängers genießen die Vergünfttgung nicht.

Giehen-Klein-Linden.

In der WirtschaftZum deutschen Hof" hielt die Landwirtschaftliche Bezugs - und Ab- f-atzgenossenschaft ihre Generalversammlung ab. Zu Beginn gedachte Ortsbauernführer Heinrich Bechtold des im verflossenen Jahre verstorbenen Aufiichtsratsvorsitzenben Karl Hinterlang I. Nach dem Geschäftsbericht des Direktors Heinrich Weigel beträgt die Mitgliederzahl 62. Aus dem Kassenbericht des Lagerhalters und Rechners Ludwig Jung XVI. war zu entnehmen, baß sich der Umsatz gegen bas Vorjahr wesentlich gesteigert hat. Bilanz und Rechnung wurden genehmigt und der Rein gewinn je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeführt. Das nach der Satzung ausscheidende Vorstandsmitglied Wilhelm Jung und das Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Theiß wur den wieder mit ihren Aerntern betraut.

Verdunkelungszeit.-

19. April von 21.26 bis 5.46 Uhr.

** 8 6. Geburtstag. Frau Wwe. Elisabeth Keil, Lindenplatz 7 wohnhaft, kann am morgigen Dienstag, 20. April, in guter Gesundheit ihren 86. Geburtstag begehen. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer großen Zeit regen Anteil und betätigt sich immer noch eifrig. Unseren herz­lichen Glückwunsch.

NSG. Die Gaubräuteschule des Deut­schen Frauenwerks auf dem Webersberg bei Weilbura führt in den kommenden Monaten wie­derum Lehrgänge durch. Für die Lehrgänge vom 7. 6. bis 17. 7., 12. 9. bis 23. 10., 31. 10. bis 11. 12. können noch Meldungen zur Teilnahme entgegen­genommen werden. Auskunft erteilt ferner die Gau­stelle des Deutschen Frauenwerkes, Abt. Mütter- dienst, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 25.

Kreis Wehlar.

* Odenhausen (Lahn), 19. April. Am morgi­gen Dienstag, 20. April, kann Frau Wwe. Elisabethe Schneider, Haus Nr. 105 wohnhaft, ihren 8 0. Geburtstag begehen. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch.

Vom Schicksal verweht

Roman von Holla Gutkelch

8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Bis dahin schreibt die junge Aerztin mit dann chweisen ihre Gedanken ab, untätig halt sie ben Bleistift in der Hand. .. .

..... gegenüber bisher gebräuchlichen Methoden liegt in der Tatsache warum notieren Sie nicht, 2fiß Larsen?" mf

Virginia antwortet nicht. Sie legt den ^eiftift -nd den Block auf den Tisch. Dann verbirgt sie ihr Besicht in den Händen. Ihre Schultern zucken, si öeint. . . .

Mitleidig sieht Dos Passos Virginia an dann !-et)t er auf und streicht ihr über die dunsten rocken.Ich glaube, Professor Forster hat sch, ge- irrt. Es ist nicht, weil jemand fortfahrt, sondern veil jemand gekommen ist..."

Virginia Larsen hebt den Kopf. Ihr Gesicht s («quält.Peter, ich bitte dich, hör auf.

3a, Virgin!" Die beiden kleinen Worte wer- ien so zart ausgesprochen, wie es niemand dem nahen Dos Passos zutrauen würde.

.Du bist Dos Passos?" fragt Virginia, als wäre h noch immer nicht von dieser Tatsache ube

' U£a, ich Peter Fischer!" sagt der Mann fast Angstvoll faltet Virginia die Hände.MeinGott, mb ich bin schuld daran, daß du hierher ge Aromen bist!" ...

Dos Passos setzt sich wieder, er »«grabt me -Hände in ben Hosentaschen.Store ich dich so sehr. tagt er zynisch.

Ehe Forster das Labor verläßt, wendet er sich noch einmal an Dos Passos.Ich sehe öie nachher in meinem Büro, Doktor, ja?" Er hat offensichtlich Gefallen an dem neuen Mitarbeiter gefunden.

Dos Passos nickt zustimmend. Er sieht dem Pro- ieffor nach, bis sich hinter ihm die Tür geschlossen hat. Auch jetzt hält er Virginias unverwandten Blick ms.Ja, Larsen. Man hat mir gesagt, datz oie hier die Persistin-Injektionen durchfuhren lallen. Aber wollen wir uns nicht setzen? Beide reimen Platz.Haben Sie vielleicht etwas zum schreiben da, Kollegin?" Während Hirgima nach Zfock und Bleistift greift, meint Dos Passos: ,Zch yerbe Ihnen die wesentlichen Daten unb Dofierun- ten ansagen Wollen Sie bitte schreiben? Die be- bnberen Vorteile der Persistin-Therapie ..

Virginias Gefühle für ihn stehen auf ihrem Ge- sicht geschrieben.Aber Peter, verstehst du mich denn nicht? Du bist hier in Gefahr!" Erregt fügt sie hinzu:Du kannst hier jeden Augenblick erkannt werden. Du darfst nicht in Puntamarra bleiben!"

Dos Passos ist ganz sorglos.Aber, Virgin, wer soll mich erkennen? Nach so lanaer Zeit, und ich habe mich doch auch febr verändert!"

Ich habe dich sofort erkannt, schon an der Stimme!"

Ja du Virginia. Aber du wirst mich wohl nicht verraten?"

Sie schüttelt heftig den Kopf.Nein, doch Bob Lewis ift hier."

Ach Bob? Ist er zufällig der Mann, der fort- fährt?"

Ja, aber er kommt bald wieder zuruck!

Unb du glaubst, er würde mich"

Peter", fällt ihm Virginia ins Wort,ich bin mit Lewis verlobt! Er will mich in ein paar Wochen heiraten." , ,, v _

Dos Passos tritt nahe an sie heran.Und du? Liebst du ihn?" Er lehnt einen Augenblick lang feine Stirn gegen die ihre.

Zitternd schiebt sie ihn von sich fort.Warum fragst du das? Bob Lewis war der einzige Mensch, den ich hatte, feit du fort warst. Er hat alles für mich getan. Er hat mir auch die Stellung hier besorgt. Ich habe ihm mein Wort gegeben ich konnte ja nicht wissen" ,

Halt, Virgin, du irrst dich, Peter Fifcher ift fett vielen Jahren tot. Der Peter Fischer, den du einmal gekannt hast, ist damals gestorben, auch wenn das Urteil nicht vollstreckt worden ift"

Virginias Gesicht leuchtet vor Liebe.Aber du lebst doch Peter!"

Nein, Virgin. Dr. Dos Passos lebt, verstehst du ? Ich bin Dos Passos, und ich habe nur noch eine Aufgabe: Menschen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können, und die nicht fragen, was ein Mann war, sondern was ein Mann ift. Warum weinst du schon wieder, Virginia? Du darfst nicht weinen", tröstet er sie.Dos Passos ist ein glücklicher Mensch, um den brauchst du dir feine Sorgen zu machen. Er führt das Leben, das er sich immer gewünscht bat. Daß er dabei ein wenig allein ist? Mein Gott, Virgin wer hat bas Glück im Leben, nicht allein zu jein?"

Das ist schon richtia. Peter, aber ich habe ganz reale Angst um dich. Wenn Lewis dich erkennt du mußt fliehen, du darfst nicht hier bleiben!"

Nein, Virgin, es wird überall einen Lewis geben ober einen Journalisten, wie diesen Rubber vom Dampfer. Was geschehen soll, muß geschchen.

Ich bin oft genug geflohen. Man kann eine Ent­scheidung immer nur hinausschieben, man kann ihr nicht ausweichen. Habe ich nicht recht, Virgin?"

Ja, Peter."

Siehst du, und jetzt wollen wir beide etwas ver- gejjen, Virgin." Zärtlich klingt seine Stimme.Wir wollen vergessen, daß wir für ein paar Augenblicke fjeglaubt haben, wir hätten uns schon einmal ge» ehen. Wir haben uns getäuscht. Man kann sich doch täuschen, Virginia?"

Ja, Peter, man kann sich täuschen", nickt sie ge­horsam.

Und Mut haben mir beide doch immer gehabt ? Nicht?"

Ja, Peter, Mut haben du und ich immer gehabt."

Nach kurzer Pause fragt Dos Passos:Willst du jetzt schreiben, Virgin?"

Ja, Peter!"

Sie setzt sich, er diktiert:Die besonderen Vorteile der Persistin-Therapie gegenüber bisher gebräuch­lichen Methoden liegen in der Tatsache, daß durch eine Injektion ... Haben Sie, Miß Larsen?"

Ja." Sachlich klingt ihre Antwort.

Dos Passos diktiert weiter. Sie bieten das Bild zweier in ihre Arbeit vertiefter Kollegen.

*

An Vergnügungsstätten hat Puntamarra nicht viel zu bieten. Die jungen Leute aus den guten Familien haben sich deshalb ganz auf Sport ein­gestellt. Auch dabei lassen sich Verlobungen arran­gieren. Aber perfekt werden diese Verbindungen meist erst an einem der Abende im Country-Club, der Vereinigung der Weißen Puntamarras. Der Country-Club hat das schönste Haus der Inselhaupt­stadt. Die Frau des Gouverneurs Parker versteht mit Geschmack Feste im Country-Club zu veran­stalten. Unb sie benutzt jeden auch noch so gering­fügigen Anlaß dazu.

Heute abend stehen sie und der Gouverneur wieder einmal in der großen Halle nnb empfangen die Gäste. Als einer der letzten Gäste erscheint Mr. Sedgewick mit Gattin und Töchter-Trio Erst am Nachmittag hat er bei Professor Forster durch- gefebt, das Hospital verlassen zu dürfen.

Ah, mein lieber Mr. Sedgewick." Frau Parker reicht ihm ihre weiße Hand zum Kuß,Kaum ge- funb unb schon wieder munter und frisch auf den Beinen!"

Sedgewick ist nicht für Komplimente aufgelegt. Na, ich wünsche Ihnen nicht, baß Ihre so wackeln wie meine, Frau Gouverneur!"

Aber Georgy!" mißbilligt die dickliche Mrs. Seb- gewick seine Worte. Mit einem süßlichen Lächeln meint ficcEntzückend haben Sie das wieder ge»

macht. Liebste. Wo haben Sie nur all die Leute auf- getrieben?"

Ich habe die Passagiere vom Dampfer einge­laden natürlich nur die gesellschaftsfähigen!" erwidert die Frau des Gouverneurs.

Sedgewick platzt heraus:Damit sie hier von ganz ungefellschaftsfähigen Moskitos gestochen werden. Aber niemand beachtet feinen Einwurf.

Am anderen Ende der Halle liegt eine gläserne Tanzfläche. Ringsherum kleine Tische mit tiefen Sesseln. Die Kapelle stimmt einen Tango an. Unter den langsam sich über die Tanzfläche bewegenden Paaren sind auch Virginia Larsen unb Bob Lewis.

Wenn man biese Musik hört, kann man fast Sehnsucht nach der verfluchten Dschungel bekommen!" scherst Bob in glücklicher Laune. Er strahlt, denn er halt Virginia im Arm. Um bas Handgelenk trägt sie ein schweres, goldenes Armband. Bobs Verlobungs- geschenk. Daß sie traurige Augen hat unb immer wieder zur Glastür des Eingangs blickt, fällt ihm in feinem Glück vorerst nicht auf.

Wird es dir nicht auch ein bißchen schwer, daß wir uns jetzt lange Zeit nicht sehen können?"

Hm!" macht sie geistesabwesend.

Was ist denn mit dir, Virgin?" fragt er er­staunt.

Sie nimmt sich zusammen, lächelt ihn an.Nichts, Bob, was soll denn mit mir sein?"

Weißt du, Virgin, das mit der Zeit ist eine komische Sache!"

Wieso, Bob?" Aber ihre Augen sind schon wieder an der Eingangstür.

Ja, ich habe eine Entdeckung gemacht!" erzählt Lewis.Ein Tag ist gar nicht immer ein Tag! Das ist manchmal mehr und manchmal weniger." Er merkt, daß Virginia mit ihren Gedanken wo anders ift und sagt mit zärtlichem Vorwurf:Du hörst ja gar nicht zu!"

Doch, Bob natürlich. Aber warum ist die Zeit eine komische Sache?"

Weil ein Tag, den man vor sich hat, viel länger ist als einer, den man hinter sich hat. Zum Beispiel: Die sechs Wochen, die ich jetzt wegsahre, kommen mir heute vor wie sechs Jahre, und wenn ich zurück­komme ..." Die Musik bricht ab.

Was ist eigentlich, Virgin? Schlechte Laune an meinem letzten Abend?" Lewis ist enttäuscht. Vir­ginia läßt sich in den Sessel finten.Aber nein, Bob, ich bin nur ein bißchen unruhig. Ich habe doch Nachtdienst. Du weißt, eigentlich wollte ich über­haupt nicht kommen!"

Gortsstzung folgte