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Veiriebssichecheil durch Gememschastsarbeit.

Alle Arbeitsschutzmaßnahmen müssen ständig überprüf werden.

Im Rahmen der Aufklärungsarbeit, die gegen- wärtia zur Vermeiduna von Betriebsunfällen und zur Erhöhung der Sicherheit der Gefolgschaft-Mit­glieder geleistet wird, erscheint es notwendig, daß in allen Betrieben der Betriebsführer persönlich und der Betriebsobmann sich die Frage vorlegen, ob die Maßnahmen technischer und organisatorischer Art, die zur Unfallverhütung getroffen werden, aus­reichen oder ob noch manches ergänzt werden muß. Insbesondere muß festgestellt werden, ob im Be­trieb Vorsorge getroffen worden ist, Gefahren recht­zeitig zu erkennen und ob die Gefolgschaftsmitglieder ständig angehalten werden, Gefahrenquellen sofort zu melden. Es muß sichergestellt werden, daß regel- mäßig Kontrollgänge durch Len Betrieb stattfinoen und daß der Arbeitsschutzwalter die Möglichkeit hat, regelmäßig jeden Teil des Betriebes abzugehen. Weiterhin ist es notwendig, daß ein Erfahrungs­austausch mit anderen Betrieben stattfindet und daß der Arbeitsschutzwalter regelmäßig an den Arbeits­gemeinschaften der DAF. teilnimmt. Ferner muß der Arbeitsschutzwalter an den Betriebsbesichtigun­gen teilnehmen, die die Gewerbeaufsichtsbeamten oder die technischen Aussichtsbeamten durchführen. Alle Unfälle, auch diejenigen mit geringeren Folgen, müssen für die Unfallverhütungsarbeit ausgewertet, ihr Hergang und chre Ursachen genau erforscht werden. Ebenso ist es notwendig, eine Unfallstatistik zu führen und aus ihr die notwendigen Lehren zu ziehen. Erkannte Gefahren müssen selbstverständlich sofort beseitigt werden. Schutzvorrichtungen und Schutzmittel müssen in genügender Anzahl vorrätig sein.

Einer der wichtigsten Punkte aber ist, die Gefolgt

schaftsmitglieder dazu zu erziehen, daß sie die Un­fallgefahr erkennen und meiden. Eine Voraus­setzung dafür ist, daß die betrieblichen Unterführer und DAF.-Walter alles tun, um die Sicherheit im Betriebe soweit als möglich zu gewährleisten. Sie selbst müssen überall mit gutem Beispiel voran­gehen. Die Gefolgschaft ist in wirksamer Weise auf die Notwendigkeit der Unfallverhütungsmaßnahmen immer wieder hinzuweisen. Fragen der Betriebs­sicherheit müssen in der beruflichen Erziehungs­arbeit, in erster Linie bei der Ausbildung der Lehr­linge und Anlernlinge und bei der Einführung dienstverpflichteter und betriebsungewohnter Frauen berücksichtigt werden. Das gleiche gilt für die aus­ländischen Arbeiter. Wenn derartige Fragen be­sprochen werden, ist nicht nur der Arbeitsschutz­walter, sondern auch der Sicherheitsingenieur hin­zuzuziehen. Die persönliche Anwesenheit des Be- trisbsführers ist deshalb vonnöten, weil er seine ganze Autorität einzusetzen hat, damit die beabsich­tigten Maßnahmen auch wirksam werden. Appelle der betrieblichen Unterführer und DAF.-Walter müssen die Einsicht iw die Notwendigkeit der Unfall verhütungsmaßnahmen vertiefen, und schließlich muß die gesamte Gefolgschaft immer wieder mit allen geeigneten Mitteln aus diese wichtige Frage hingewiesen werden. Dabei ist besonderes Gewicht darauf zu legen, daß die Aufklärung nicht mecha­nisch wirkt und an der Oberfläche haften bleibt, sondern daß die Gefolgschaftsmitglieder in die tiefe­ren Zusammenhänge der Unfallgefahren eingeführt werden, immer nach dem Grundsatz, daß eine er­kannte Gefahr schon halb überwunden ist.

längste Zelt benötigen schon der großen Cntfer- nungen wegen die nach Australien gerichteten Pa­kete mit etwa sechs Monaten. Bei den weiten Wegen und der komplizierten Beförderung muß man also für Pakete dieser Art Geduld aufbringen. Landwehroffiziere und Nekerveoffiz-ere

Eine Verfügung des Führers stellt fest, daß eine Trennung in Landwehroffiziere und Reserveoffiziere sowie in Wehrmachtbeamte der Landwehr und Wehrmachtbeamte der Reserve im Kriege nicht mehr gerechtfertigt ist. Die Landwehroffiziere der' neuen Wehrmacht und die Landwehroffiziere z. V. führen deshalb die Dienstbezeichnung Reserveoffiziere. Die Wehrmachtbecßmten der Landwehr der neuen Wehr­macht und die Wehrmachtbeamten der Landwehr z. V. führen -ie DienstbezeichnungWehrmacht­beamter der Reserve".

Kunst und Wissenschaft.

Prof. Richard Hoelscher gestorben.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, ist Professor Richard Hoelscher, der im Februar vergange­nen Jahres seinen 75. Geburtstag begehen konnte und Gegenstand zahlreicher Ehrungen war, ge­storben. Mit Professor Hoelscher ist ein bekannter Maler des Hessenlandes dahingegangen. Seine ganze Liebe gehörte seiner oberhessischen Heimat, wenn er guch in Darmstadt, der Stätte seines langjährigen Wirkens als Zeichenlehrer und freischaffender Künst­ler, eine zweite Heimat gefunden hatte. Friedrich August Richard Hoelscher wurde am 5. Februar 1867 in Alsfeld geboren. Nach dem Besuch der Aka­demie der Künste in Kassel bestand er 1887 das Zei- cheitlehrer-Examen in Berlin. In den folgenden Jah­ren unternahm er seine ersten Versuche zu selbstän­diger künstlerischer Tätigkeit in der engeren Heimat. 1889 bis 1890 war Hoelscher als Lehrer am Real­gymnasium und der Kunstgewerbeschule in Offenbach tMg, seit 1898 ass Oberlehrer am Neuen Gymna» siüm in Darmstadt, wo er in den folgenden Jahren als Leiter von Zeichen- und Aktkursen und seit 1909 als Mitglied der Prüfungskommission für Zeichen­lehrer eine fruchtbare Tätigkeit entfaltete. Von 1911 bis 1914 führten ihn Studienreisen nach London, Paris, Holland und'Oberhessen. Ostern 1914 schied er aus dem Staatsdienste aus. Neben Figurenbil­dern, Bildnissen und Landschaften hat Richard Hoel­scher eine ganze Anzahl von Illustrationen, Stein- zeichmingen und Radierungen geschaffen. Nam­hafte Aäeiten aus seiner Hand findet man in allen größeren Kunstsammlungen von Kassel bis Worms.

Eine Kerner-Uhland-Urauffuhrung.

In den Jahren 1809 und 1810 hat die beiden schwäbischen Dichtersreunde Uhland und Kerner eine kleine Posse beschäftigt, die sieB ä r e n r i t t e r" nannten: ein burlesker Einfall, der auf der Don Quichotterie zweier Maulhelden aufgebaut ist. Erst Friedrich Knapp, einer aus dem Kerner-Kreise, schuf eine Musik, mit der das Stück beim Stuttgarter Hoftheater eingereicht wurde, aber keinen Gefallen sand. Jetzt hat man in H e i l b r o n n diesen heiteren Einfall aufgegriffen. Die Musik schuf der Jenaer Komponist Heinrich Funk. Er tauchte das Stück in eine Fülle feiner musikalischer Einfälle und verstand es vor allem, die Personen sinnvoll zu charakteri­sieren. Ganz aus dieser Miffik schuf die Regie von Hans Viehweg eine Ausführung, die eine kleine Gruppe Schauspieler bewältigte. Das Publikum fand an der romantischen Kost großen Gefallen.

Hans Franke.

hochschulnachrichten.

Dozent Dr. r>hil. habil.1 Wilhelm Brachmann ist zum o. Professor für ReligionswissensckM an der Universität Halle ernannt worden. Brachmann würde 1900 in Brieg geboren und ha­bilitierte sich 1938 in Halle. Er ist Abteilungsleiter der Dienststelle Rossberg in der Reichsleitung der 9LSDAP. Von seinen Werken nennen wir ,I)er Weltprotestantismus in der Entscheidung" undAl­fred Rosenberg und seine Gegner". Der Ordina­rius für Alte Geschichte an der Universität Leipzig, oer seit 1940 auch das Rektoramt dieser Universität inne hat, Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Bervtz , wurde als Nachfolger von Geheimrat Otto auf den Lehr­stuhl für Alte Geschichte an die Universität München berufen. Derve wurde 1896 in Breslau geboren. Er studierte in Breslau, Marburg, Freiburg, München und Berlin, promovierte 1921 in München und h^ diktierte sich ebenda 1924. Seine Berufung nach Leipzig erfolgte 1927. Er ist Dr. phil. h. c. der Uni­versität Athen. Er hat DroysensGeschichte Sllexan- ders des Großen" neu herausgegeben. Von feinen Werken nennen wir noch seine zweibändigeGrie­chische Geschichte". In einem kleinen Handbuch Sparta" hat er die Staatsform antiker Welt dar- gestellt und in einer Monographie die Gestalt des Kaisers Augustus umrissen. Weitere Arbeiten von ihm sindThukydides" undPerikles".

Aus -er Stadl Gießen.

Hübsch ober schön.

Unsere deutsche Sprache ist eine sehr reiche und eigenartige Sprache. Das empfinden alle Ausländer, die sie erlernen. Diese sind oft über die Vieldeutig­keit eines Ausdrucks oder über die feinen Unter­schiede zwischen zwei ähnlichen Ausdrücken sehr er­staunt. Es ist ja auch so, daß einzelne Worte ihre Bedeutung mitunter ein wenig verschieben, und zwar je nach der Situation, in der sie gebraucht werden. Oft wird auch erst aus dem Zusammenhang eines ganzen Satzes klar, wie ein einziges Wort wirklich gemeint ist.

Schön" ist ein ganz alltägliches Wort. Es wird wohl ebenso häufig gebraucht wiehübsch": es wird aber viel häufiger mißbraucht. Das Schöne wird ebenso wie das Hübsche als angenehm empfunden: soweit stimmen die Bezeichnungen überein. Das Ge­meinsame des Hübschen und dis Schönen ist ferner, daß die beiden Begriffe etwas besagen, was zumefft oom menschlichen Auge wahrgenommen wird. Aber das Schöne wird zugleich, und jedenfalls in stärke­rem Maße als das Hübsche, von der menschlichen Seele ausgenommen. Das Schöne regt seelisch an und ist darum von höchster sittlicher Bedeutung. Das Hübsche gefällt, so lange es da ist: außer einer an­genehmen Erinnerung verspürt man im allgemeinen keine sonderliche Nachwirkung des Hübschen.

Hüb sch verläuft viellei cht für eine zu schauende Tante ein Kinderfest, bei dem dieGroßen" das Spiel der Kinder mit Rechtentzückend" finden. Schön hingegen ist das Wechnachtsfest, sofern seine eigentliche 'Bedeutung gewahrt und begriffen wird. Hübsch können die Geschenke sein, die unter dem Tannenbaum liegen. Dieser wiederum, ein Gegen­stand der Natur, ist schön. Es ist auch unmöglich, eine großartige Alpenlandschaft als hübsch zu be­zeichnen: dazu ist sie zu groß und zu erhaben, zu sehr von einer Art, der die Bezeichnung hübsch nicht mehr gerecht wird.

Goethe war, entgegen anderer Auffassung, keines­wegs der Ansicht, daß die Natur immer schön sei. Er bezeichnete sie als immerirgendwie gut",' aber nicht als immer ,-irgendwie schön". Zweifellos ist der Mensch im allgemeinen mehr der Schöpfer des Hübschen, und nur selten wird er auch zum Schöp­fer des schönen. Hübsch wirken die gepflegten Ra­senflächen, die Kugelbäume und Taxushecken in einem künstlichen Park; schön jedoch entfaltet sich eine in ihrem Wachstum ungehinderte Eiche. In ihr hat Goethe, unter gewissen Voraussetzungen, das Sinnbild des Schönen in der Natur gesehen.

Die leichte Musik, die allabendlich aus dem Rund- funk zu uns dringt, kann sehr hübsch fein; chre Wir­kung geht kaum über die Absicht der Unterhaltung und Anregung hinaus. So wirkt auch eine reizvoll kostümierte Frau, die zu einer rhythmisch betonten Musik über irgendeine Schaubühne tänzelt. Der Un­terschied zwischen dieser Wiykung und der einer Tänzerin, die in einem schlichten Gewand ihren Empfindungen zu einer Musik von Bach oder Mo­zart Ausdruck gibt, ist offenbar. Wie die Musik wen­det sich hier die Tänzerin an das Innere des Men­schen. Sie möchte unmittelbar zu der Seele des Be­trachters Beziehung gewinnen.

Es ist tatsächlich vorgekommen, daß jemand eine erhebende und wohlgelungene Trauerfeier als eine hübsche Trauerfeier bezeichnet hat. Warum empfin­den wir diese Bezeichnung hier als besonders unan­gebracht, als geradezu peinlich? Weil das Feierliche ebenfalls zu erhaben ist, um hübsch zu sein. Der Be­richterstatter verwechselte die Begriffe; er hätte sehr wohl von einer schönen Trauerfeier sprechen können. Doch nur wer selbst ein Gefühl für das Schöne hat, wird wissen, was eigentlich mit diesem Wort schön gemeint ist.

Die Schönheit auf der Welt ist nicht so häufig, daß wir auf die alltäglichere Erscheinung des Hüb­schen verzichten möchten. Auch ist das Hübsche selten so gefährlich. In einer klassischen Legende stürzt sich ein Jüngling in das Meer, weil er den Anblick der Schönheit nicht ertragen kann.

Schönheit kann schmerzlich und traurig stimmen. Man hat von der Schönheit des Todes gesprochen. Und wenn dos ausgesprochen ist, wird man viel­leicht am deutlichsten den Unterschied zwischen schön und hübsch empfinden. Das Hübsche ist vergänglich. Das Schöne aber hat etwas vom Glanz des Ewigen.

Werner Suhr.

Neufestlegung der Polizeistunde.

Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Poli­zei hat mit sofortiger Wirkung die Polizeistunde allgemein auf nicht spater als 23 Uhr festgesetzt. Nur in Großstädten mit besonders regem Fronturlauber­verkehr darf für Gaststätten, die in der Nähe des Hauptbahnhofes oder in der Nähe sonstiger dem Fronturlauberverkehr besonders stark dienender Fernbahnhöfe liegen, der Beginn der Polizeistunde

auf 24 Uhr hinausgeschoben werden. Bei der Aus­wahl der für den späteren Beginn der Polizeistunde in Betracht kommenden Gaststätten ist ein besonders strenger Maßstab anzulegen. Für die Zulassung von Ausnahmen.sind neben der Zuverlässigkeit des Be­trieb sinhabers allein die Bedürfnisse des Frontur­lauberverkehrs entscheidend.

Rückkehr zur Sommerzeit.

Nach einer Verordnung des Ministerrats für die Reichsverteidigung tritt in Grotzdeutschland am 2 9. März die Sommerzeit wieder in Kraft. Danach werden am 29. März um 2 Uhr nachts die öffent­lichen Uhren im Gebiet des Großdeutschen Reiches wn eine Stuside, das heißt von 2 auf 3 Uhr oorge- skellt.

Damit wird der Tagesablauf um eine Stunde mehr in den Hellen Tag verlegt. Mit fortschreitender Jahreszeit beginnen die Tage merklich länger zu werdön. Jetzt geht die Sonne gegen Vz7 Uhr auf, Ende ites Monats sogar schon 3A6 Uhr. Der Son­nenuntergang liegt z. Z. gegen 18 Uhr und wird bis Ende des Monats auf I8V2 Uhr hinausrücken. Aus diesen Zahlen sieht man, daß unser Tageswerk sich nicht symmetrisch in die Tageshelligkeit ein grup­piert, sondern dem Sonnenlauf nachhinkt. Aus die­sem Grund hat man schon in den vergangenen Jahren hie Sommerzeit eingeführt, in diesem Jahr werden nun wiederum die Uhren im Sommer um eine Stunde vorgestellt, womit uns abends eine Stunde länger die Tageshelligkeit zugute kommt. Wir können also mit weniger Beleuchtung auskom- men, und es wird uns dadurch erheblich erleichtert, die Stromeinsparung durchzuführen, die alle 'maß­geblichen Stellen von uns erwarten.

Schadenfeuer durch Kinderhand

führt oft zur Bestrafung der Ellern.

Immer wieder wirb an Hand von Einzelfällen warnend darauf hingewiesen, welche tiefgreifenden Folgen an Leben und Gesundheit und wie schwere wirtschaftliche Schäden häufig durch Brände ent­stehen, die von Kindern verursacht sind..Zündhölzer gehören nicht in Kinderhand! Meist sind die El­tern gar nicht in der Lage, den Schaden, den ihre Kinder angerichtet haben und für den sie haftbar sind, wieder gutzumachen. Der von dem Schaden­feuer Betroffene kann dadurch wirtschaftlich völlig ruiniert werden, gar nicht zu reden von dem Schaden, der damit gleichzeittg der Volkswirtschaft entstehen kann.

Darüber hinaus machen sich die Erziehungsberech­tigten mitunter selbst der fahrlässigen Brandstfftung schuldig, wenn sie so wenig sorgsam sind, daß ihre Kinder ohne weiteres an die Zündhölzer heran- kommen können. In zahlreichen Fällen solcher durch Kinder verursachter Brände war obendrein noch die Bestrafung der Eltern mit einer erheblichen Ge­fängnisstrafe die Folge, weil sie trotz böser Er-

fahrungen allzu leichtfertig den Kindern es er­möglichten, mit Zündhölzern Unfug zu treiben. Un­überlegtheit und mangelnde Sorgfalt führen dann nicht nur zu schweren Schäden, sondern bringen über die Familie auch noch das Unglück der Be­strafung der Ettern!

3m Gommer kein Zilzhutverkauf.

Nach einer Anordnung der Reichsstells für Klei­dung und verwandte Gebiete dürfen in der Zeit oom 15. März bis 15. August Filzhüte von Verkaufs­stellen an die Verbraucher nicht abgegeben werden. Ausgenommen von diesem Derkaufsverbot sind aus­gesprochene Trachtenhüte, die jedoch nur an die ein­heimische Bevölkerung verkauft werden dürfen. Fein- Pastellhüte dürfen ab 16. Juli 1943 verkauft wer­den. Bis zum 31. März 1943 können mit Stroh ver­arbeitete Filz hüte, sog. Uebergangshüte, verkauft werden. Es fft ferner verboten, in der Zeit vom 15. März bis 15. August 1943 von der Kundschaft gekaufte Capelines in gleichen Materialien zu ver­arbeiten; dagegen müssen Umarbeitungen von Filz­hüten, die Eigentum von Verbrauchern sind, oorge- nommen werden. Das Verbot betrifft auch den Ver­kauf von Damenchüten in Herrenhutgeschäften mit oder ohne Damenhutabteilungen sowie in sonstigen Kleinhandelsgeschäften, die Damenhüte führen.

Glühlampen schonend behandeln.

Durch Anordnung ist bekanntlich bis zum 31. Au­gust d. I. die Lieferung von elektrischen Großlampen an andere als kriegswichtige Betriebe und Einrich­tungen mit sofortiger Wirkung verboten. Die Ein­schränkung erfolgte mit Rücksicht auf die Versorgung der Wehrmacht und der kriegswichtigen Industrie, auf die es heute in erster Linie ankommt. Dabei wird auf die übrigen Verbraucher dadurch Rücksicht genommen, daß für die Liefersperre von Lampen die Hellen Monate des Jahres gewählt wurden, in denen ohnehin der Bedarf an künstlicher Beleuchtung erheblich geringer ist. Es sind deswegen neben den Haushaltungen auch Unternehmen des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes, Dienststellen der Reichs-, Landes- oder Gemeindebehörden, Banken, Versicherungsgesellschaften usw. in diese Anordnung mit einbezogen.

Während der ömonatigen Sperrzeit für den Glüh-- lampenoerkauf werden wir noch mehr als bisher daran denken, keine Lampe einzufchatten, die nicht unbedingt gebraucht wird. In/ keinem unbenutzten Raum darf künftig das Licht brennen bleiben. In mehrarmigen Leuchten sollte nur die zur Ausübung unserer Tätigkeiten notwendige^ Anzahl Lampen brennen; alle zusätzlichen, im Kriege nicht leuchtwich­tigen Brennstellen lege man still, indem man die Lampen zwar nicht ganz entfernt, sondern, was rat­samer fft, ausreichend locker schraubt, womit zugleich die Frage ihrer Aufbewahrung am besten gelöst wird. Ausreichend locker schrauben heißt, bas Ge­winde ein- bis zweimal herumzudrehen, um so bei

(Nachdruck verboten.)

25. Fortsetzung.

Glück auf, Renate!

Koman von Ernst Grau.

Renate war am Sonntagabend in denkbar bester Stimmung nach Hammerkott zurückgekehrt, in oer Stimmung eines Menschen, der sich seiner Erfolge freuen durfte. Sie wußte nichts davon, daß die Szene am Bahnho- noch von einigen Kollegen be­obachtet worden war und sich inzwischen rm Be- amtenhaüs zu einem Dankbaren Tagesgespräch aus­gewachsen hatte, in dem die tollsten Vermuttrngen wucherten. Aber selbst wenn sie davon erfahren hätte, es wäre ihr in diesem Augenblick vielleicht sogar sehr gleichgültig gewesen, eie batte den Vater gestern nachmittag nur sehr kurz Tonnen,

denn die Zeit drängte. Aber sie hatte gesehen, tot glücklich ihn Thoras Botschaft gemacht hatte, irnh war froh und stolz gewesen, als er mit kräftigem Druck ihre Hand in die seine genommen und ganz ^^^^-Samerab. Mädel Und wenn der Mann in Hammerkott...du weißt Ichon, wen ich meine ... wenn er dich mag, dann habe ich mcht- dagegen. Brauchst nicht wieder rot »» w°rde", Renn Seher muß selbst wissen, wo er sein Gluck zu stnden glaubt. Wenn ich nach dem Rennen, also am MM mach, nach Hammerkott komme, können wir meinet­wegen gleich alles ins reine bringen ...

Nach einem solchen Auftakt war es kein Wunder wenn Renate an diesem Montagmorgen (em Auge für die vielen neu-gierigen Blicke hatte, die ihr^über­all folgten. Sie war viel zu sehr mit sich selbst ve- chöfttgt und hörte auch nichts von den harnischen Tuscheleien, die in allen Ecken und Winkeln um sie her blühten v ± , ,

Guten Morgen Herr Berbruggen .sagte sie fro^ gelaunt, als sie das Direktionszimmer betrat und sich

Zerbrüggen gegenüber auf Meinders Platz fetzte.

Höflich erwiderte er ihren Gruß.

jKun", fuhr er dann liebenswürdig fort,alles nach Wunsch gegangen? Was hat Ihr Vater gesagt? War er zufrieden mit Ihnen?"

Aber ja", lachte sie, und dieses Lachen war ein Strahlen von lauter überquellender Lebensfreude. Was würde. Terbrüggen erst sagen, wenn er erfuhr, wie sehr der Vater mit ihr zufrieden war, dachte sie dabei und freute sich über den Doppelsinn ihrer Worte.Uebrigens Papa wird am Mittwoch selbst hierherkommen."

Diese Nachricht hörte Terbrüggen weniger gern. Aber inzwischen würde ja Hellingrath die Zeche ver­lassen und Plack seinen Posten übernommen haben. Daran würde auch Hammerkott nichts mehr ändern können, wenn er seinen Bevollmächtigten nicht bloß- fteff-m wollte.

Nach einer kleinen Pause fuhr er dann mit einigem Zögern fort: .

Was ich eigentlich zuerst sagen wollte, Fraulem Hammerkott ich muß Sie noch nachträglich um Entschuldigung bitten -r"

Sie sah ihn neugierig an.

Um Entschuldigung? Weshalb?"

Nun ja dieser unangenehme Zwischenfall am Samstag. Es ist mii* außerordentlich peinlich, daß mir keine Zeit blieb. Sie vor den Zudringlichkeiten des Herrn Meinders genügend in Schutz zu nehmen."

Renate mußte sich zusammennehmen, um bei diesen Worten ernst zu bleiben.

Uber ich bitte Sie, Herr Terbrüggen, Sie trifft doch keine Schuld. Im übrigen, ich hatte Herrn Meinders ja schon vorher versprochen, daß ich ihn auf der Fahrt nach Köln begleiten würde."

Terbrüggen stutzte.

Sie hatten Meinders versprochen?

Also so weit waren die Dinge hisr schon gediehen? Hinter seinem Rücken? Nun blieb gewiß kern Zweifel auch Meinders mußte endlich aus Ham­merkott verschwinden, wenn er, Terbrüggen, ans Ziel kommen wollte.

Ja. Und ich verstehe nicht, was da sonderbar dabei ist? Noch weniger allerdings begreife ich, warum der Streit zwischen Ihnen und Herrn Mein­ders in meiner Gegenwart notwendig war. Jeden­falls war ich Herrn Hellingrath sehr dankbar, daß er mir Gelegenheit bot, dieser häßlichen Szene den Rücken zu kehren."

Er Lehrte ihre Zurechtweisung mit einer unge­duldigen Handbewegung ab.

Mag alles sein, Fräulein Hammerkott", sagte er rasch, als wollte er zu Ende kommen.Auch dieser Hellingrath hatte kein Recht, sich in Dinge einzu­mischen, die ihn nichts angingen."

Seine Unduldsamkeit gegen die beiden anderen' weckte ihre Aufmerksamkeit. Und mtt einemmal be­gann sie zu ahnen, um was es hier in Wirklichkeit ging. " *

Ja, warum nicht?" fuhr sie auf.Er hielt mich für seine Kollegin, und da war es vielleicht sogar seine Pflicht, mir in dieser peinlichen Situation bei­zustehen Sie selbst boten mir ja Ihren Wagen an."

Terbrüggen war es bei diesen Worten sehr unbe­haglich zumute. Ganz ohne Not hatte er sich in seiner Uebereilung hier in eine Lage hineinmanövriert, in der er im Augenblick keinen rechten Ausweg sah.

Sie verkennen die Lage wohl doch etwas, Fräu­lein Hammerkott", sagte er bann wieder einlenkend und zwang sich zu einem verlegenen Lächeln.Als Ihr Herr Vater Sie hierher schickte, hatte er dabei wohl als ganz selbstverständlich vorausgesetzt, baß Sie hier auf Hammerkott unter meinem besonderen Schutz stehen. Mit Herrn Hellingrath habe ich soeben bereits in diesem Sinne gesprochen. Leider ließ er sich dabei zu Tätlichkeiten hinreißen, so daß ich ihn entlasten mußte. Aber die Autorität muß gewahrt werben. Schacht HI wird morgen nachmittag von Oberingenieur Plack übernommen."

Er hatte das alles sehr rasch und in bestimmtem Tone gesagt, beinahe überstürzt, um jeden Einwurf zu verhindern. Nun war endlich reiner Tisch ge­schaffen, und befriedigt konnte er den Eindruck seiner Worte beobachten. Zunächst stutzte sie wohl, aber

Dann schien es doch, baß ihr seine Eröffnungen nicht sonderlich nahegingen.

Er hatte damit ganz recht gesehen. Im ersten Augenblick war Renate über diese unvorhergesehene Wendung der Dinge bestürzt gewesen. Wenn Wer­ner in der Tat gegen Terbrüggen tätlich vorgegan­gen war wie sollte eine derartig verfahrene Situa­tion hernach wieder ins rechte Gleis gebracht wer­den? Aber gleich darauf sagte sie sich auch, daß es keinen Sinn hatte, diesen Mann, der vielleicht selbst Hoffnungen hegte, tiefer einzuweihen. Außerdem hatte sie kein Recht, Anordnungen zu widerrufen, die der Bevollmächtigte des Vaters nun einmal getroffen hatte. Wenn dieser am Mittwoch hierherkarn, mürbe sich ja sowieso alles klären unb Hellingraths Freude würde dann nur um so größer sein, wenn er aus ihrer Hand mehr zurückempfnig, als Terbrüggen ihm jetzt in seinem eigennützigen Eifer genommen hatte.

So saßen sich beide eine lange Weile wortlos gegenüber.

Hoffentlich haben Sie nicht zu übereilt gehan­delt", sagte sie bann mit einem kleinen Lächeln, bas Terbrüggen auf seine Weise deutete. Er hatte nicht zu hoffen gewagt, daß sie die Sache so leicht nehmen würbe. Sicher galten ihre Gedanken Meinders. Aber auch dieser sollte sein Spiel in Zukunft hier nicht mehr stören.

Ist das nun wirklich Ihr Ernst, Herr Doktor?" fragte Mutter Hühnlein mißtrauisch. Ihr altes, fal­tiges Gesicht war voller Zweifel unb Ungewißheit, und die kleinen flinken Aeuglein blickten forschend. Sicher treiben Sie wieder einmal Ihren Spaß mit mir alten Frau. Bei Ihnen weiß man wirklich nie­mals"

Der blonde Riese vor ihr ging einige Male in der kleinen, niedrigen Stube auf und ab. Die Hände auf dem Rücken, ließ er sich noch einmal das Ge­schehen des heutigen Tages durch den Kopf gehen. Endlich blieb er vor ihr stehen und sah sie treu­herzig an.

(Fortsetzung folgt.)