Ausgabe 
13.3.1943
 
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Ser ALA-Imperialismus der Feind Europas

Von Professor Dr. Friedrich Schünemann.

ralismus wird noch verstärkt durch einen über-

I

Europa. Der politische Moralismus hat daher rna-

Sturnotwendig tralität der

schöpferisches zur europäischen Ordnung und Be-

inter schlacht

Siegreicher Abschluß der

mit

Mr noch arbeiten für den Sieg.

jede wahre und vernünftige Neu- USA. verhindert und auch nichts

Seegebiet vor Bone an. Drei Handelsschiffe durch Lufttorpedos und

Zruch des K^Mes binqton Pos .W'r befinden Oer Geschm les wie der !' edeutet e i Zur gleichen einer der ersten rikanische Außenpo

3m verlauf der zur Verkürzung unserer Front durchgeführten Bewegungen wurde die Stadt Wjasma ebenfalls nach gründlicher Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen und nach vor Wochen erfolgtem Abtransport der Kriegsgeräte und Ver­sorgungsgüter in der vergangenen Nacht kampflos geräumt.

An den übrigen Abschnitten der Ost­front kam es bei anhaltendem Tauwetter nur zu

sehen, so wird noch unmöglicher ihre Anwendung aqf Lebensrechte und Volksinteressen, auf lang- überlieferte Konflikte und Spannungen etwa in

Während der Schwerpunkt des U-Boot-Einsatzes in den letzten Tagen hauptsächlich gegen die nordatlantischen Seeverbindungen

der Gegner zwischen Nordamerika und dem eng­lischen Mutterland gerichtet war, berichtet die Son­dermeldung vom Freitagabend vor allem von Ver­senkungen im Nordmeer und im Mittel­meer. Auf den Nachschubstraßen für die Sowjets wurde im Eismeer ein rücklaufender G e - leitzug angegriffen, dessen Schiffe hauptsächlich Grllbenholz für die englische Bergbauindustrie ge­laden hatten, zum Teil aber auch nur mit Ballast fuhren. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein völlig neues Liberty-Schiff von 7000 BRT. Größe, das kurz nach dem ersten Torpedotreffer voll Wasser lief und sank. Die starke Sicherung des Geleits beweist, wie sehr sich der Gegner gerade in diesem Seegebiet bedroht fühlt und wie notwendig er die Vollendung der Schiffe braucht. Unter Be­rücksichtigung der schlechten Sicht- und Wetterver­hältnisse' und der zahlenmäßig großen Sicherungs­streitkräfte ist dieser Erfolg besonders hoch zu werten.

Im M i t t e l m e e r wurde der gegnerische Kriegs­materialnachschub für Nordafrika schwer getroffen. Die Transportdampfer waren vollbeladenmit Kriegsmaterial und wurden trotz ihrer unge­wöhnlich starken Zerstörer-, Korvetten- und Luft­sicherung die Flugzeuge kreisten bis nach Ein­bruch der Dunkelheit über den Schiffen un­mittelbar unter der Küste vor dem Ein­laufen in ihre Bestimmungshäfen von unseren Booten gefaßt und versenkt. Neben dem an allen Fronten dringend benötigten Kriegsmaterial und Tausenden von Tonnen lebensnotwendigem Nach­schub ist auch in wenigen Tagen ein wesentlicher Teil des monatlichen Schiffsneubaues vernichtet worden.

hitzten Nationalismus, der sich nur zu gern an­maßt, sich selb st zum Maß aller Welt-- politik zu machen und über alle anderen, mit Vorliebe die Europäer, zu Gericht zu sitzen. Läßt

Britische Flugzeuge griffen in der Nacht zum 12. März südwestdeutsches Gebiet an und warfen Spreng- und Brandbomben vor allem auf die Stadt Stuttgart. Die Bevölkerung hatte Verluste. 3n Wohnvierteln, an öffentlichen Gebäuden und an mehreren Krankenhäusern entstanden größere Schaden. 3äger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Bomber ab.

Die südenglifche Hafenstadt H a st i n gs wurde am gestrigen läge von schnellen deutschen Kampfflug­zeugen überraschend im Tiefflug angegriffen. Erheb­liche Zerstörungen wurden beim Abflug beobachtet.

Das Oberkommando der Wehrmacht konnte am Freitagabend bekanntgeben, daß unsere U-Boote wiederum elf große Schiffe mit 75 000 BRT. aus der Nachschub flotte für Nordafrika, für die So­wjetunion und England versenkt haben. Vier wei­tere Dampfer wurden torpediert. Damit belaufen sich die in den drei Sondermeldungen an drei auf-^ einanderfolgenden Tagen bekanntgegebenen Versen­kungserfolge unserer Unterseeboote auf 47 Schiffe mit 282 000 BRT. Es muß immer wieder betont werden, daß unsere Unterseeboote ihre großen Er­folge im Mittelmeer und im Atlantik in seiner gan­zen Ausdehnung sowie in den angrenzenden Ge­wässern des Indischen Ozeans trotz der fast überall noch herrschenden ungünstigen Witterung erzielt ha­ben. Es ist begreiflich, daß die häufigen Meldungen über große Crmlge unserer U-Boote im feindlichen Ausland allmählich eine heftige Nervosität Hervor­rufen, denn man weiß dort nur zu genau, daß die Schlacht auf den Meeren von entscheidender Bedeu­tung für das Schicksal des Krieges ist. Haben doch namhafte Staatsmänner der Gegenseite immer wie­der zugegeben, daß die angelsächsisch-bolschewistische Koalition den Sieg über die Achsenmächte nie er­ringen kann, wenn sie nicht der U-Boot^Gefahr Herr wird. Davon ist sie aber augenblicklich weiter ent­fernt denn je, und mit der zunehmenden Besserung des Wetters werden unsere Unterseeboote weit«e Erfolge im Kampfe gegen die feindliche Transport- und Versorgungsschiffahrt heimtragen.

DreiGondernieldungen:282v0vBRT

Weitere <§i folge der deutschen U-Boote. - In den letzten 24 Stunden erneut 75000 BAT versenkt.

FnAngriffundAbwehr.

Als die deutschen 'Truppen Mitte Februar die Stadt Charkow nach Rückführung allen Kriegs­materials und planmäßiger Zerstörung der mili­tärischen Anlagen geräumt hatten, glaubte die so­wjetische Heeresleitung, nun endlich den Schlüssel zur Vernichtung der deutschen Südfront in der Tasche zu haben, und auch in London und Wa- hington sah man damals bereits den sowjetischen Bundesgenossen am Ziel seiner Wünsche, dem Durch­bruch nach der Westukraine und Bessarabien, der die ganze deutsche Ostfront aufrollen sollte. Es kam die Zeit lebhafter Erörterungen der politischen Ab- ichten des Kreml nach dem anscheinend schon sicheren Siege der sowjetischen Waffen. Das durch die mili­tärischen Erfolge zwischen Wolga und Donez er­heblich gestärkte Selbstgefühl der Sowjets erlaubte jedoch gar keine Diskussion der sowjetischen Kriegs­ziele. Es war für den Kreml selbstverständlich, daß ihm als Preis für seine Hilfe Finnland, die balti­schen Staaten, Ostpolen und Bessarabien erneut aus- geliefert und darüber hinaus der Roten Armee der Weg nach Mitteleuropa freigegeben werde. In Wa­shington blieb man gänzlich unberührt von der An­maßung des sowjetischen Bundesgenossen, man war uninteressiert an dem Schicksal, das dem europäischen Kontinent zu drohen schien. Und England zeigte seine völlige Machllosigkeit, den sowjetischen An­sprüchen entgegenzutreten. Man wußte für die klei­nen osteuropäischen Völker keinen anderen Rat, als sich mit den Sowjets gut zu stellen, England und Amerika könnten und wollten jedenfalls nichts für sie tun. Selbst die polnischen Emigranten in London, die auf die englische Garantie pochten und Zusiche­rungen forderten, daß man sie gegen die Begehrlich­keit des sowjetischen Imperialismus schützen werde, wurden zum Schweigen gebracht. Man bedeutete ihnen, daß England nicht daran denke, sich ihret­wegen mit den Sowjets zu Überwerfen.

In London kannte man nur eine Sorge, den Kreml bei Laune zu halten. Jedes Stirnrunzeln Stalins wegen der ungenügenden Materiallieferun­gen oder der Untätigkeit der Bundesgenossen in Nordafrika wurde von Parlament und Presse in England ängstlich aufgegriffen und unter der ge­schickten Regie der Londoner Sowjetbotschaft zu drängenden Aktionen gegen die eigene Regierung ausg'emünzt. Nicht sehr viel anders war es in Wa­shington. England und die Vereinigten Staaten erschienen nur noch als Hilfsvölker des Bolschewis­mus, die den durch ihr Bündnis mit Moskau be­gangenen Verrat an der Mission des Abendlandes durch die Preisgabe des europäischen Kontinents zu vollenden jederzeit bereit waren. Niemals hat es sich deutlicher erwiesen als in diesen Wochen, daß das Schicksal Europas einzig und allein in die Hand des deutschen Ostheeres gelegt war. Riesengroß erhob sich vor der europäischen Dölkerfamilie die furcht­bare Gefahr der Ueberflutung durch die vertierten Horden der östlichen Steppe. Allein von der Stand­haftigkeit der Ostfront hing es ab, ob die euro­päischen Staaten zu Satrapenreichen des roten Kreml werden sollten, ob die Wiege abendländischer Kultur von dem bolschewistischen Moloch verschlun-

r'rie'bung beitragen können: er hat im Gegenteil störend, ja verheerend auf den Frieden Europas gewirkt.

Im Zusammenhang mit jeder nordamerikanischen Realpolitik dient seit langem die Moral als Phrase und Ideoloaie zur Selbstbeschönigung des brutalen selbstinteresses, zur Selbstrechtfertigung vor dem eigenen Volk und der Weltöffentlichkeit, eben als bloße Tarnung. So hat sich die Monroe- Doktrin immer mehr als leere Fassade erwiesen, jie hat sich als allgemeingültige Doktrin aufgeführt, Zber tatsächlich als einfache Jnteressenforde- rung hsrausgestellt, die nach Bedarf mit immer I neuem Inhalt gefüllt worden ist. Weshalb der deutsche Völkerrechtler Friedrich Berber den Euro­päern von heute mit Recht den dringenden Vor- chlag macht, endgültig denMythos der Monroe- Äoktrin zu entthronen". Ebenso hat sich der Pan­amerikanismus Franklin D. Roosevelts mit einer zu oft betonten interamerikanischenS o l i - varität" undwestlichen Hemisphären- Demokratie" als ein einfacher diplomati­scher Bluff herausgestellt, der von den Tat- 1 achen der ibero-amerikanischen Geschichte vielfach belegt werden kann. Nach zehn Jahren seiner »Politik des guten Nachbarn" ist von allen Gliedern 3er Panamerikanischen Union nur noch eins nach­geblieben, das es noch wagt, eine eigene Neutrali- :ätsvolitik zu treiben. Aber auch Argentinien als unabhängiger Staat Südamerikas steht unter siän- Hig zunehmendem Druck der beiden angelsächsischen

Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung.

Mehrere feindliche panzervorstöhe gegen die deulsch-italienische Stellung in T u n e f i c n wurden abgeroufen.

Die Luftwaffe griff im einen feindlichen Geleitzug und ein Zerstörer wurden Bomben schwer beschädigt.

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8' ,Ulir desVormittags

Anzeigen-Preiie:

Anzeigenteil 7 Nvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachläße:

Wiederholung MalstaffeU AbschlüneAtengenstanelS Vlabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°»mehr

Der WeKrmachtbencht.

DNV. Aus dem Führerhauptquartier.

12. Marz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Nach dem siegreichen Abschluß der Winterschlacht zwischen D n j e p r und Donez. der die hoff- nungen der Bolschewisten auf eine Wiedergewin­nung der Ukraine zunichte machte, setzten unsere Truppen ihre Angriffe in Richtung auf Charkow fort. Panzer- und Grenadierverbände des Heeres und der Waffen-^ durchbrachen vor der Stadt die tiefgestaffelte feindliche Schuhstellung und dran­gen von mehreren Seiten in die Stadt ein. heftige Straßenkämpfe dauern noch an.

Nördlich und nordwestlich der Stadt warfen un­sere Divisionen den Feind nach Osten zurück. 3m Nachstößen wurden zurückflutende feindliche Kolon- nen aufgerieben.

Starke Verbände der Luftwaffe grif­fen zusammen mit ungarischen und slowa­kischen Fliegerkräften in unermüdlichem Einsatz in die Lcdkämpfe ein.

Infolge der in den letzten Wochen erlittenen schweren Verluste tteßen die Angriffe der Sowjets im Kampfabschnitt von Orel merklich nach. Ver­einzelte schwächere Angriffe scheiterten. Zum soforti­gen Gegenstoß avgesehte eigene Verbände vernich­teten gestern zwei weitere Sowjetregimenter.

zwischen Dnjepr und Donez.

Gutes For schreiten des Angriffes auf Charkow. - Von mehreren Seiten in die Stadt eingedrungen. - Wjasma planmäßig und kampflos geräumt.

leine Zukunft." _

Die Gesinnung, die aus diesen Press ebekenntmisen spricht, steckt noch heute in allem, was der Imperialismus plant und fertigbnngt. Auch aue ^Dmacherifchen Instinkte, dis einst gegen Spanien

3n der vergangenen Nacht führten schwere Kampf­verbände gegen Stadt und Hafen N e w - E a st l e an der britischen Ostküsie einen starken Angriff durch. Ein Verband schneller Kampfflugzeuge stürzte sich in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages auf London, jagte im Tiefflug aus allen Bordwaffen feuernd über das Stadtgebiet und kehrte nach Abwurf zahlreicher schwerer Sprengbombe« ohne Verluste zurück.

Wie durch Sondermeldung bekannlgegeben, haben unsere Unterseeboote in den letzten 24 Stunden aus dem Mittelmeer, dem Nordmeer und dem Atlantik erneut hervorragende Erfolge gemeldet. Elf große Schiffe mit 75 000 BRT. aus der Nachschubflotte für Nordafrika. Sowjetrußland und England beendeten ihre Fahrt auf dem Grunde des Meeres. Vier weitere Dampfer wurden torpediert. Damit belaufen sich die in drei Sondermeldungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen bekanntgegebe­nen Versenkunaserfolge unserer Unterseeboote auf 47 Schiffe mit 282 000 BRT.

Der Blitzangriff deutscher Kampfflugzeuge auf London.

Berlin, 12. März. (DNB.) Am Freitagmorgen kurz nach 8 Uhr führten schnelle deutsche Kampftlug- zeuge einen Blitzangriff gegen London durch. Im Tiefflug stießen unsere Flieger gegen die britische Hauptstadt vor, die durch zahlreiche Sperrballone gesichert war. Die feindliche Abwehr wurde v o W i g überrascht. Nach den Bombenwürfen stürzten nan^e Häuserreihen in sich zusammen. Drei große Gasbehälter gerieten m Brand. Bei dem Angriff der schnellen Kampfstaf­feln, der am hellichten Tage stattfand, kamen unsere Geleitjäger weder über London noch über dem südenglischen Gebiet in Berührung mit feind­lichen Jagdfliegern. Sie griffen deshalb noch Ber­ke h r s a n l a g e n an der Themse-Mündung an und trafen Eisenbahnzüge und andere Ziele an der Ostküste.

Nach einer Darstellung des Neuterburos fwgen deutsche Bomber in Dachhöhe über die Stadt und warfen in einer Anzahl von Bezirken Bomben ab. Zahlreiche Personen wurden getötet. Auch in Wohnvierteln fielen Bomben, während die Bord­waffen der deutschen Flugzeuge ununterbrochen feuerten. Dann wandten sich die Angreifer gegen die Bahnhofsanlagen, warfen auch hier Bomben und beschossen den Eingang, so daß die Menschen, die auf dem Wege zur Arbeit waren, sich auf den Boden warfen. Daraufhin flogen die Flug­zeuge über d i e Geschäftsviertel und luden über zahlreichen Läden ihre Bombenlast cch. Auch hier entstanden große Schäden.

mächttg hervorgelockt wurden, sind geblieben. Groß­wirtschaft, Geldtrust und Expansion sind gleichbe­deutend geworden. Wenn mehr Macht zwangsläufig zu mehr Handelsumsatz führte, dann mußte auch wieder der größere Wirtschaftsumfang weitere Macht erbringen, ja erzwingen. Der Wirtschaftsgötze Pro­sperity mußte sich demzufolge zum Riesen auswach­sen, vor dessen Atem alle großen und kleinen Na­tion alwirt schäften zum Erliegen kommen. So wur­den die USA. aus ihrem eigenen erfolgsicheren Ex- panlsionismus heraus zum Imperialismus geführt.

Die wirtschaftliche Richtung dieses Imperialismus, der eigentliche Dollarimperialismus, hat endlich, von den Amerikanern entsprechend geför­dert, den Eindruck in der Union und in der Welt hervorgebracht, als ob die Großmachtpolitik der Pankees mit weniger Gewalt und Blutvergießen arbeite als beispielsweise die britische. Die Dollar- diplomatie ist erschütternd genug angefüllt mit mili­tärischen Gewalttaten der US.-Marinetruppen, der Polizisten von Wallstreet. Darüber hinaus hat diese echt amerikanische Finanzpolitik bewiesen, daß Wirt­schaftsdruck ebenso brutal wirken kann wie Kanonen­bootspolitik oder Luftbomben. Gerade die getarnte wirtschaftliche Kriegführung hat sämtliche Möglich­keiten eines aggressiven, völlig seelenlosen und aus­beuterischen Hochkapitalismus verraten von Boykott und Blockade bis zur politischen Anleihe mit ihren Versklavungsparagraphen, und alles wirkt auf Volks­wirtschaft und Allgemeinwohl des betroffenen Staa­

tes kaum weniger zerstörend als offener,blutiger" Krieg. Für das Sterben eines Volkes ist es ziemlich gleichgültig, ob das durch das rasche Schwert oder die feibene Schnur der allmählichen, aber sicheren wirtschaftlichen Erdrosselung geschieht.

Gerade gegenüber solchem Wirtschaftskrieg, dessen Methoden immer feiner und umfassender geworden sind, ist ohne Uebertreibung festzustellen, daß der Imperialismus der Jahrhundertwende heute weit in den Schatten gestellt ist. Ungemessene Ausdeh­nungslust von Dollarinteressen und Wirtschafts­monopolen, Goldtaumel und eine ungezügelte Machtgier streben nicht mehr nach dem Weltreich, sondern nach der Weltherrschaft schlechthin, und zwar ebenso militärisch wie wirtschaftlich, politisch und' ideologisch-kulturell. Absoluter als Roosevelts Imperialismus kann kein Imperialismus gedacht werden.

Daß der USA.-Imperialismus nach seinen Hinter­gründen, Tendenzen und Mitteln die g e f ä h r - lich ste Bedrohung eines sich bildenden neuen Europas darstellt, dürste nach all dem Erkannten klar geworden sein. Jene universalistische Macht- und Ausdehnungspolitik kann und will mit Lebens­räumen von Völkern nicht rechnen; sie ist der Erz­feind eines jeden Nationalismus und Sozialismus. Sie kennt keine völkischen Notwendigkeiten und vermag sie nicht anzuerkennen oder gar zu achten. Aber im neuen Europa entstehen Macht und <^jn= sluß im Grade der Lebenskraft, der Arbeitsleistung und Gesamtkultur eines Volkes. Hier wird an einem neuen Weltalter der Verantwortung gearbeitet, in der keine Weltmacht Jnteressenpolitik betreiben darf, ohne die Lebensrechte anderer Völker und Staaten zu wahren.

solche Schwarz-Weiß-Philosophie schon Leben und menschliche Handlungsweise in schiefer Perspektive

193. Zahl gang ttr. 6t

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gießener »vamilienblättet Heimat imBild DieScholle

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vrühlsche UniversitatsdnlckereiU. Lange General-Anzeiger für Oberhefsen Sietzen,^Lchulftratze 1-4

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die ich gern als das politisch fortgeschrittenste Land der Welt brüsten und sich mit ihrer Außenpolitik für weiser als ganz Europa halten, haben in Wirk- ichkeit eine überaus geringe Beoölkerungsminder-

)eit mit Sinn für außenpolitische Tatsachen und Insbesondere europäische Zusammenhänge. Aber überwältigend groß ist demgegenüber eine altange­stammte und populäre Gewohnheit, Fragen der Weltpolitik moralisch zu betrachten. Dieser Mo-

Mächte.

Europa gegenüber hat sich der Pankee als ein recht fatalerNachbar" benommen, dessen Ein­mischung heute wie gestern in zwei Weltkriegen mit reurem europäischen Blut bezahlt werden muß- sie i)at unserm Kontinent Verhetzung gegen die besten gegenseitigen Interessen und Not aller Art einge­tragen. Ein Versailles von 1919 sollte aber in Mit­tel- und Südeuropa den Wahn eines wohlwollenden und friedenfordernden US.-Amerikas endgültig zer­stört haben. Jedenfalls gewinnt heute das Wort ! tes französischen Gesandten Adet vom Jahre 1796 I eine erschütternd neue Bedeutung:Em Amerikaner ist der geborene Feind aller euro­päischen Völke r." ,

Die amerikanische Geschichte, die sich grundanders als die demokartische Theorie mit ihrer sentimentalen Abneigung gegen Eroberung,Militarismus" und Krieg entwickelt bat, war nur eine einzige Ex­pansion auf Kosten von Indianern, Franzosen, Holländern, Spaniern und Merikanern. Die Aus- I tehnung auf dem nordamerikanischen Kontinent war wie von selbst geschehen, ebenso unaufhaltsam rme i Iinstinktsicher, rücksichtslos und ohne jede moralische Behinderung. Die Besitznahme war derart erfolg­reich vor sich gegangen, daß sich bei Millionen von Amerikanern der Glaube an einen von der Vor- ehung diktierten Erfolgs- und Glücksweg einstellte, an ..manifest destinv. Dieser Glaube war in den 1840er Jahren zur Geltung gekommen anläßlich der Eroberung von Texas und des Raubkrieges gegen Meriko (1846), der den Vankees unter anderem Kalifornien verschaffte. Diese Ideologie vonmani- fest destiny gelanote dann in den 1890er Jahren zu neuer Kraft und Gestaltung. .

Hier konnten die ersten berufsmäßigen J3mpe= I rinliften leicht und beguem anknüpfen. DasGesetz , ^cm anscheinend für die kontinentale Ausdehnung ter Union vom Schicksal Geltuna gegeben morden mar, sollte nun auch alle hochfliegenden Welt­en ch t s p l ä n e der USA. oder besser: ihrer^ klein­lichen imperiolistisch-n Fübrungsschicht ideologisch be- zründen. Aralos, aeschmeichelt überredet oder mora­lisch fanatifd) fnWen die Volk-molien solchem 9

Der neue Ausdehnungswille fand eine mächtige Stühe in der Presse', die nicht müde wurde von frischen Welten zur Eroberung" zu reden und da- nif den alten angestammten Kolonial- und Piorner- jeift anzur-nen. So st"H^ einmal kurz vor Aus- - - - nien 1898 m der .Wa-

aufschlußreicher Absatz: einem sonderbaren Schicksal, pire ist im Munde des Vol­on Bl"l im Ds^"nael. Dos rialistische Politi k." sich der Senator Lodge, der USA, über die ome- i'e folgt vernehmen:Dom Mo Grande bis zum arktischen Meer foQte es nur eine Flagge und ein L and geben. Die Ten- d'enz von heute ist hin zur Konsolidierung... Kleine Staaten gehören der Vergangenheit an und Haven

jjy d A* d Samstaa, 15 /Sonntag,14 MarzMS

Gießener Anzeiger