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Giehener Anzeiger
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vrühlscheUnivnfitStrdruckereiv. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen,^Schulstratze 7-9
(93. Jahrgang ttr. 59
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Der Uebergang über den Jangtse.
Tokio, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Zu dem gemeldeten Uebergang der japanischen Truppen über den Jangtse auf einer Breite von 300 km wird in Tokio betont, daß der Jangtse an den Stellen des Ueberganges 2 bis 4 km breit ist. Sein Wasserstand ändere sich fast jede Stunde. Der Flußlauf sei vom Feinde mit Minen verseucht worden, und am gegenüberliegenden Ufer hättest 15 Tschungking-Divisionen in ihren Stellungen gelegen.
„Alles Große wird nur durch Opfer errungen, weil in ihnen die Kraft des Guten am meisten
lebendig wird."
Wilhelm von Humboldt (1767—1835).
cher Kampfflugzeuge auf den Hafen von Algier wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe in Brand geworfen.
Einzelne feindliche Flugzeuge flogen am gestrigen Tage in das Reichsgebiet ein, ohne Bomben zu werfen. In der Rächt griff die britische Luftwaffe die Stadt München an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Ls entstanden in Wohnvierteln, mehreren Krankenhäusern, Kirchen und anderen Kulturdenkmälern größere Schäden. Auch auf mehrere Orte Westdeutschlands wurden vereinzelt Sprengbomben abgeworfen: sie verursachten geringen Gebäude- chaden. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe chossen zwölf feindliche Bombenflugzeuge ab.
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge führten einen wirkungsvollen Tagesangriff gegen die südenglische Stadt Worthing durch. In der vergangenen Nacht bombardierten verbände der deutschen Luftwaffe bei guter Sicht die Stadt hutl. Andere Kampfflugzeuge griffen Hafenstädte an der englischen Südküste an. Von diesen erfolgreichen Angriffen kehrte ein Flugzeug nicht zurück.
Vor der niederländischen Küste griff ein Verband britischer Schnellboote ein deutsches Geleit an. Die Sicherungsstreitkräste wehrten den Angriff ab, versenkten drei feindliche Schnellboote und schoßen zwei weitere in Brand.
Wie durch Sondermeldung bekanntgeoeben, versenkten in Schneestürmen des Nordatlantik, der Sonnenglut des Aequators und in den Herbststürmen am Kap der Guten Hoffnung deutsche Untersee
boote in den letzten fünf Tagen in harten, zähen Kämpfen 23 Schiffemit zusammen 134000 BRT. Weitere sechs Schiffe wurden torpediert.
Keine Möglichkeit zur strategischen Entfaltung.
Die Auswirkung der U-Boot-Gefahr.
Genf. 10. März. (DNB.) In einer Besprechung der militärischen Probleme, vor denen die Anglo- Amerikaner zur Zeit stehen, sagt die Londoner Sonntagszeitung „Observer", man habe sich gegenseitig zwar die Schaffung einer zweiten Front in Europa in die Hand versprochen, doch sei es keineswegs so leicht, dieses Versprechen auch einzulösen. Bevor dazu Schritte unternommen werden könnten, müsse der Feldzug in Tunis zum Abschluß gebracht werden. Mit dem dortigen Gang der Dinge aber könne man bisher in keiner Weise zufrieden fein. Scholl hier zeige sich, wie schwierig es sei, die guten Absichten, die auf der Casablanca-Konferenz zum Ausdruck gekommen seien, aus der Form einer reinen Drohung in die Wirklichkeit zu verwandeln. Eines der Haupthindernisse sei die U-Boot-Gefahr. Durch die Schiffsoersenkungen würden nämlich die anglo-amerikani- schen Konzentrationsbemühungen stark verzögert. „Obferoer" bemerkt dazu: Wir beteiligen uns gegenwärtig in jeder Hinsicht an einem Wettrennen, bei dem die Zeit gegen uns ist. genau so, wie damals nach Dünkirchen.
In der „Sunday Times" sagt Lord hankey, die Anti-Achsenmächte träten in die Krise dieses Krieges mit einem schweren Handicap. Es sei ihnen nämlich nicht gelungen, die U-Boot-Gefahr im Jahre 1942, dem großen Vorbereitungsjahr, zu bannen. Da man es auch noch immer nicht fertiggebracht habe, T u - n i s u n d Bizerta zu nehmen, fei das Mittelmeer nach wie vor für die anglo-amerikanifche han- del^schiffahrt gesperrt und man könne keinen Schiffsraum durch die Benutzung dieses kürzeren Seeweges einsparen. Ob die Offensive der Bolschewisten i m O st e n so weitergehen werde wie bisher, sei recht zweifelhaft, denn einmal habe das Tauwetter eingesetzt und zum andern kämpften die Sowjets mit rückwärtigen Verbindungsschwierigkeiten. Während nämlich die Nachschublinien der Deutschen ständig kürzer geworden seien, hätten sich die der Sowjets in einer bald nicht mehr tragbaren Weise verlängert.
Auch das Unterhaus ist beunruhigt über die U- Boot-Gefahr. So erklärte der Labourabgeordnete Shinwell, daß unersetzliche Lücken in Englands Nckhrungs Mittelreserven gerissen seien. Churchill habe selber kürzlich zugegeben, daß die Ncrhrungsmittelreseroen angegriffen würden. Zahlreiche andere Abgeordnete gaben gleichfalls ihrer Unruhe über die U-Boot-Gefahr Ausdruck und verlang-' ten wirksame Mittel zur Bekämpfung der U-Boote.
Oer neue U-Boot-Erfolg
3n fünf Tagen 434000 ZMT. versenkt.
Oie Abrechnung wird nicht vergessen werden
Britische Barbarei enthüllt sich im Lustterror gegen deutsche Kulturzentren.
Erkenntnis der deutschen Seele, der gewaltigen unwägbaren Kräfte, die im Deutschen 'beschlossen liegen. Sie rufen nach dem Wunder, nach ihrem Wunder. Soviel aber ist gewiß: sie werden ihr Wunder erleben — an Deutschland. „Was mich nicht um- roirft, das macht mich nur noch stärker", so hat es der Führer selbst ausgedrückt. Sein Leben ist uns Beweis genug dafür, welche Wunder sich an einem Volk vollziehen können, das seinen Unbekannten Soldaten nicht zum leeren Symbol, sondern zum lebendigen Führer machte, das aus Zersplitterung und Elend den Weg zur Größe und zur Einheit fand.
Wir, die wir heute den großen Antrieb in uns und um uns spüren Fuf Schritt und Tritt, wir wollen uns des Prinzen Eugen Wort über die preußischen Grenadiere gut merken: „Man findet nicht ihresgleichen. Mit diesen holt man den Teufel aus der Hölle." Wenn das von 15 000 braven Männern gesagt wurde, was wird man einst zu sagen haben von der unüberwindlichen Phalanx eines 80-Millio- nen-Volkes von Kämpfern? K.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Geschichte selten genug bewiesen hat. Wir wollen mit einem Volke rechten, das Kultur besitzt und Tradition verehrt. Wir wollen mit einem Volke rechten, das behauptet, christlich, demokratisch und kultiviert zu sein, und doch Mordbuben hervorbringt, wie Cottam, den Vikar von Wootton in der Grafschaft Bergshire, der am 31.10.1940 in der „Daily Mail" in hysterischer Raserei verlangte: ,,3d) sage, zerstört den Kölner Dom, bombardiert St.'Peter in Rom, lasset die Flotte Genua bombardieren und Männer, Frauen und Kinder und Marmorplätze vernichten!" Sind es nicht Mordbuben, die am 10.12.1940 im „Sunday Expreß" schrieben: „Ein Heeresbericht darüber, daß deutsche Häuser in Ruinen gelegt worden sind, ist für die Briten eine trostreichere und ermutigendere Neuheit als Meldungen eines neuen britischen Bombenangriffes auf Oel- tants irgendwo in Deutschland." Sind es nicht Mordbuben, die in einem offenen Funkspruch von London aus verlangten: „Um Himmels willen fangt endlich mit der deutschen Zivilbevölkerung an aufzuräumen; denn es ist bewiesen, daß es der einzige Weg ist, ihre Moral zu brechen." Ist es nicht etwa auch ein Mordbube — der Reverend C. C. Whipp, der am 5. 9.1941 verlangte: „Die Befehle für die Bomber der britischen Luftwaffe sollten sein: Löscht die Deutschen aus! Es sollte keinen englischen Flieger geben, der zurückkommt und sagt, er habe kein militärisches Ziel für seine Bomben gefunden. Der Befehl sollte lauten: Alle totschlagen!"
Das sind nur einige Stimmen aus einer Unzahl ähnlicher, die alle denselben Tenor haben. Doch was für eine Welt von Heimtücke, Gemeinheit und Bestialität tut sich auf! In der Liste seiner Untaten, die England einmal bei der Abrechnung vorgelegt werden wird, wird kein Tropfen heimtückisch und sinnlos vergossenen Blutes, kein friedliches Wohnhaus, keine Krankenanstalt und kein Gotteshaus, keine Kulturstätte, nichts von dem, das sonst dem friedlichen Leben, der Verehrung des Göttlichen und Schönen geweiht war, fehlen. Wir werden für sie alle, Punkt für Punkt, Sühne verlangen.
Die V e r k e h r s z e n t r e n, die militärisch wichtigen Verkehrswege des Deutschen Reiches zu treffen, fei Sinn und Absicht bei den Terrorangrift
Berlin, 10. März. (DNB.) In nur fünf Tagen wurde der neue schwere Schlag gegen die feindliche Nachschub- und Transportschiffahrt in allen Teilen des Atlantik und in den Randgewässern des Indischen Ozeans erzielt, wie das OKW. in seiner Sondermeldung bekanntgab. Er erhält ein besonderes Gewicht dadurch, daß es trotz widrig st er Wetterum st ände und sehr erschwerter Kampfbedingungen vor allem gegen stark gesicherte Geleitzüge den deutschen Unterseeboten gelang, 23 Schiffe mit zusammen 134 000 BRT. zu versenken und weitere sechs zu torpedieren.
Im winterlichen Atlantik bei schwersten Schneestürmen bis zu Windstärke.11, in dem tropisch heißen Aequatorialgürtel des Atlantik, im See- qebiet des Kaps der Guten Hoffnung und im Indischen Ozean südlich Madagaskar, wo zur Zeit schwere Stürme herrschen, erfaßten die deutschen Unterseeboote insgesamt acht durch Zerstörer, moderne Korvetten und durch Flugzeuge stark gesicherte Geleitzüge. Gleichzeitig waren sie erfolgreich gegen E i n z e l f a h r e r. Unter ihnen befand sich mitten im Atlantik die der Londoner Reederei Fred. Leyland und Co. gehörende „California Star" mit 8300 BRT. Dieses schnelle, 15 Seemeilen laufende Schiss, das aus Grund seiner Geschwindigkeit ohne Geleit blieb, war voll mit Butter und Fleisch beladen. Wenn man annimmt, daß der Laderaum zur Hälfte mit Butter und Fleisch angefüllt war, dann ist der Untergang gleichbedeutend mit dem Verlust von vier Millionen Kilogramm Fleisch und 7,2 Millionen Kilogramm Butter. Das Ziel des Schiffes war England, dessen Versorgung durch diesen Ausfall schwer getroffen wurde.
Im Indischen Ozean, 7500 Seemeilen oder 14 000 Kilometer von ihren Stützpunkten entfernt, erfaßten unsere Boote etwa 110 Seemeilen südlich des südafrikanischen Hafens Durban, nur 15 Seemeilen von der Küste entfernt, einen schwer beladen auslaufenden G e l e i t z u g. In zäher Verfolgung des stark geficherteo Verbandes, dessen bis über die Lademarken vollgepfropfte Schiffe schwerfällig in der See stampften, wurden in' harten, verbißen durchgeführten Tag- und Nachtangriffen zwei Drittel des gesamten Geleitzuges a u f g i e» den. Damit haben die deutschen Unterseeboote erneut den Beweis erbracht, daß sie im Kampf gegen stark gesicherte Geleitzüge ebenso erfolgreich sind wie gegen schnell laufende Einzelfahrer, denen vor allem die Versorgung des englischen Mutterlandes mit leichtverderblichen Lebensmitteln obliegt.
ötr Webrmacktbericht.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 10. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Süden der Ostfront hat das anhaltende Tauwetter die Kampfhandlungen bis auf örtliche Gefechtstätigkeit eingeschränkt. Dagegen gewinnt der deutsche Angriff westlich und nordwestlich Charkow weiter Raum. Trotzdem der Feind schnell vorgeworfene Truppen ins Gefecht warf, die sich in erbitterten Gegenangriffen verbluteten, erreichten unsere Angriffsdivlsionen ihre Tagesziele.
Im Abschnitt von Orel setzte der Feind auf breiter Front zu neuen starken Angriffen an, die wieder mit ungewöhnlich schweren blutigen Verlusten abgeschlagen juurben.
In die planmäßige Absetzbewegung im Mittel- abschnitt der Ostfront versuchte der Gegner mit starken Kräften erfolglos einzubrechen. Eine deutsche Division schoß hierbei 17 Panzer ab und zählte 2000 gefallene Sowjets vor ihren Stellungen. Die Stadt Velyj wurde in der vergangenen Rächt planmäßig und für den Feind überraschend geräumt.
Der Ansturm des Feindes gegen unsere Stellungen bei Staraja-Ruhja ließ gestern an Stärke gegenüber den Vortagen nach. Mehrere örtliche Angriffe der Sowjets scheiterten.
Starke verbände der Luftwaffe führten an den Schwerpunkten der Kampfhandlungen wuchtige Schläge gegen Stellungen, Marschkolonnen und den Rachschub des Feindes.
Auf dem afrikanischen Kriegsschau-
yiatz herrscht Lutze. einem Rachtangrijj deut
fen — behaupten die Engländer jetzt mit scheinheiliger Miene. Man zeige sie uns, die „militärisch wichtigen Verkehrswege", die z, B. die offene Stadt Freiburg und ihr ehrwürdiges Münster aufweist Man zeige sie uns, diese „Verkehrswege", die das Rotburgahaus, als Reservelazarett eingerichtet, in Neuß-Grävenbruch, seine Kapelle und die Klausur der Schwestern aufwiesen oder man zeige uns das „Verkehrszentrum", das sie berechtigte, in mondheller Nacht und aus geringer Höhe Sprengbomben gegen den Dom zu Speyer zu schleudern oder die nationale Weihestätte auf dem Bückeberg sinnlos anzugreifen. Man zeige sie uns, die „Verkehrswege", die im Park von Weimar so militärisch wichtig waren, daß sie es verantworten konnten, das Gartenhaus Goethes, allen Deutschen teuer, mit Bomben schwersten Kalibers zu suchen. Man zeige die „Verkehrswege" des Bismarck-Mausoleums in Friedrichsruh, das mitten im Wald, fernab jeder größeren Siedlung liegt. Der Dom von Merseburg, die Wohn- und Arbeiterviertel deutscher Städte, die Altstädte von Lübeck, Rostock, Köln, Mainz, Nürnberg, München — um nur einige zu nennen —» sind sie alle Zentren des militärischen Verkehrs?
Nein, sie haben es ja selber gesagt, was sie irt Wirklichkeit bezwecken, wenn sie Deutschlands friedliche Gebiete angreifen. Harold Balfour, der Unterstaatssekretär im britischen Luftfahrtministerium, hat am 24.10.1942 deutlicher denn je es ausgesprochen: „Wenn man mich fragt, ob die 'Luftbom-> bardements den Krieg entscheiden können, ist meine Antwort die, man möge mir eine bessere Art und Weise zeigen, wie man Deutschland heute treffen kann. Wir treffen das deutsche Volk auf zweierlei Weise: „Wir erschüttern seine Moral urto seinen Glauben an seine Führer." Ein unbegreiflicher Trugschluß, der den Briten einmal teuer zu stehen kommen wird. Denn jeder solcher Bombenangriffe schmiedet die Herzen der deutschen Nation um so härter. Wir trauern um das, was sinnlose Wut zerstörte, aber wir wissen, daß das lebendige Deutsch land unzerstörbar ist, daß es darauf wartet, daß der Tag der Abrechnung endlich komme. Mit zusammen- gebissenen Zähnen märtet am Deutschland auf ditt len Tgg.
Als die deutsche Wehrmacht chren Siegeszug durch Frankreich, Belgien und Holland machte, da schonte sie — wie sich jeder überzeugen kann —, wo dies nur irgend möglich und vor den militärischen Erfordernissen des Feldzuges verantwortbar war, die Kulturstätten dieser Länder. Ja — auch das ist hundertfach erwiesen — deutsche Soldaten retteten unter Einsatz ihres Lebens dort Dome, Kathedralen, Museen und sonstige kulturgeschichtlich wertvolle Bauwerke, wo diese, allen Vorsichtsmaßregeln zum Trotz, etwa doch Feuer gefangen hatten. So handelten wir „Barbaren", wir Hunnen". So handelten deutsche Menschen, die genau wußten, daß die Vernichtung eines der schönen und unersetzlichen Baudenkmäler aus alter Zeit auf belgischem oder französischem Boden auch einen unersetzlichen Verlust für uns Deutsche darstellt, die wir mit dem Glücksgefühl, das der Anblick des Schönen und Ehrwürdigen gibt, vor ihnen gestanden hatten und das Bedürfnis hatten, dies auch weiterhin tun zu können. Tiefe Ehrfurcht vor dem, was unsere Vorväter schufen, aber auch vor dem, was auf der weiten Welt künstlerischer Genius geschaffen hat, ist uns Deutschen tief ins Herz versenkt.
Um so unbegreiflicher ist es uns, daß es auf dieser Welt Menschen gibt, die nicht dieselbe Ehrfurcht, dieselbe Verehrung vor dem vollendet Schönen als unvergänglichem Besitz in fid)-tränen; ja die geradezu darauf aus sind, aus wahnwitziger Wut darüber, überall militärisch zu versagen und dem Gegner nicht.gewachsen zu sein, und aus der teuflischen Sucht, ihn in seinem Teuersten zu treffen, die Zeugen seiner alten Kultur und großen Vergangenheit zu zerstören.
Wir denken, wenn wir diese Anklagen erheben, nicht an den Amerikaner. Denn mit einem Völkerkonglomerat, das noch nicht den bescheidensten Beweis eigenen Kulturschaffens erbracht hat und glaubt, dadurch, daß es Bauwerke aus kunstgeschichtlich wertvollen Epochen in Europa aufkauft und Stein für Stein nach den USA. versetzt, für sich und die Menschheit etwas getan zu haben, läßt sich nicht rechten. Nein, wir wollen hier mit einem Volke rechten, das sich bis jetzt ein europäisches nannte, «Lim LS solch ein Eurupaerkmr auch im Laute feiner
Oie Kriegsfinanzierung.
Die deutsche Kriegsfinanzierung vollzieht sich völlig geräuschlos, ein Beweis dafür, wie richtig und zweckmäßig das von uns gewählte Verfahren ist, die Kriegskosten aus Steuern und durch Kreditaufnahme zu decken, wobei auf jede Finanzierunass form etwa die Hälfte fällt. Man darf die Befrieoi-, gung des Geldbedarfs der Reichskasse keineswegs nur unter finanztechnischen Gesichtspunkten betrachten. Weil der Staat heute der weitaus größte Verbraucher ist, greift die Kriegsfinanzierung sehr erheblich in die gesamte Volkswirtschaft ein. Der Zusammenhang ist verhältnismäßig einfach und oft erörtert. Im Kriege werden in erster Linie Waffen und Ausrüstungsgegenstände für die Wehrmacht hergestellt, während sich die Produktion für den zivilen Verbrauch auf lebensnotwendige Erzeugnisse beschränkt. Diese Umstellung führt dazu, daß es wenig zu kaufen gibt. Wenn wir also von der Warenproduktion ausgehen, gelangen wir zu der Feststellung, daß gütermäßig der Krieg von der Gegenwart bezahlt wird, nämlich durch eine starke Einschränkung des Verbrauchs. So entsteht die freie Kaufkraft, die nicht ausgenutzt werden kann, weil die Einkastfsmöglichkeiten nicht vorhanden sind.
Es wäre nun gefährlich, wenn dieses Geld als Nachfrage voll wirkfäm werden würde. Bestimmt hätte es der Preiskommissar dann sehr schwer. Des-; halb muß diese freie Kaufkraft unwirksam gemacht, also abgeschöp'ft werden, damit sie nicht die Nachfrage verstärkt und die Neigung der Preise er* höht, nach oben zu gehen. Zum Teil erfolgt diese Abschöpfung schon bisher durch die Kriegssteuern, aber das deutsche Volk hat außerdem auch freiwillig das Richtige getan, nämlich gespart, so daß aus diese Weise ebenfalls große Milliardenbeträge über die Sparkassen und Kreditinstitute dem Reiche zur Verfügung gestellt werden konnten. Diese Spar-- lelstung ist zugleich ein Ausdruck des Vertrauens in die Wertbeständigkeiten der Sparguthaben, also in die Sicherheit der Währung. Die Grundlage dieses Vertrauens bildet neben den zweckmäßigen - Methoden unserer Kriegsfinanzierung das vernünftige Verhalten der Volksgenossen, die ihr jetzt nicht verwertbares Geld sparen.
Wir hatten schon betont, daß gütermäßig der Krieg in der Gegenwart durch Verbrauchsverzicht bezahlt wird. Aber geldmäßig ist das nicht der Fall, denn die Kredite, die das Reich aufnimmt, bedeuten eine Verschiebung der endgültigen Abrechnung auf die Zeit nach dem Kriege. Wollte man das nicht ausgegeben werden kann, müßte diese Mög- Steuern aufzubrinqen, also das Steueraufkommen sehr stark zu erhöhen. Wenn das Geld sowieso enicht ausgegeben werden kann, müßte diese Mög* lichkeit eigentlich vorhanden sein, aber eine derart hohe Besteuerung läßt sich praktisch schwer durch führen, weil die Verhältnisse der Steuerzahler sehr verschieden sind. Je höher man die Steuern anfetzt, um so mehr wird es notwendig, soziale Härten zu vermeiden, also die Lage des einzelnen Steuer* Zahlers zu berücksichtigen. Deshalb haben wir einen wesentlichen Teil der Kriegskosten durch An» leihen finanziert, wie es zweifellos richtig war.
Die Wirtschafts- und Finanzpolitik ist aber keine starre Angelegenheit, sondern sie muß sich den Verhältnissen anpassen, die sich ständig ändern. Das deutsche Volk wird jetzt ein Beispiel totaler Straft* entfaltung geben. Dies bedeutet eine nochmalige Verstärkung der Rüstungsproduktion, womit zwangs
Werst alles hinter euch!
Ist nicht der Schritt der Menschen anders geworden in dieser Zeit? Hat nicht auch der Verträumte : und Zurückhaltende eine Zielstrebigkeit erhalten, die man früher bei ihm vermißte. Wir haben wie ein guter Schiffer viel überflüssigen Ballast beiseite geworfen. Ein altes heroisches Wort aus deutschem Denken geht uns allen durch den Sinn. Es heißt: „Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein!" Wir meinen an unserer Seite den Alt^n Dessauer zu sehen, wie er bei Cas- sano den Grenadieren voran in den Fluß springt, weil einmal doch gesprungen werden muß. Und wir hören ihn grollen: „Gott, steh' uns bei. Willst du uns aber nicht beistehen, so siehe zu, wie wir es schaffen werden."
Und wir wissen neben ihm den großen König, der wider alle Regeln der Kriegskunst den dreimal stärkeren Feind angehen wird wie ein Panther. Auch sie mußten hindurch, auch sie hatten sich zu entscheiden, und auch sie, wußten um das Unwägbare in der deutschen Seele. Werft alles hinter euch, ,was euch hindern könnte, wagt es, und ihr werdet eine wunderbare neue Stärkung verspüren.
Die Feinde haben uns oft genug beobachtet, sie hasten uns geschätzt und gewogen und danach ihre Pläne gemacht. Aber in einem sind unsere Feinde noch schlechter beraten als ihre Vorfahren: in der!


