AUF MONCKEBER6
itischeo ; g s*
-erste rg.
)eru( ^rzer Neu. -chen» neu. ensiv r des fangt unst, )erei-
icnten» Musik- iS der
nerab Pro, atlichr tioncti m bet
Aus« •uhing we» rügen eme darin kisch kann, ’n die
hohe )nnte her i sei« 't in : Diri« : ilten, ! Wb i >-gent töbti« hatte i ÄS nten« j fünft« 1915 Ähm« hatte 15 er i der
b bet ysfeld isiker« lenb* ziehet mchm unür» r W
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
II. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Wie heißt das Hotel?"
„Es handelt sich um kein bestimmtes Hotel, Herr lommissar! Das letztemal, als Herr Holm über Kocht fortblieb — vor etwa drei Wochen — war er, gjaube ich, im Jjotet Metropolis* ab gestiegen ... kber ich kann mich auch irren."
„Wie mar Herr Holm gestern abend gekleidet?"
„Er trug einen schwarzen Anzug mit feinen weißen Streifen, einen hellen Staubmantel darüber, tinen weichen grauen Filzhut und schwarze Wild- lkderschuhe —"
„... mit Gummiabsätzen!" ergänzte Raucheisen.
„Allerdings", gab Otto zu, verbesserte sich aber sr fort. „Das heißt ich glaube es! Herr Holm trägt nämlich nur unter einigen feiner Schuhe Gummi- aäfätze, nicht aber unter allen!"
„Schade, daß Ihr Gedächtnis Sie so oft im Stich lißt, Herr Otto!" bemerkte Raucheifen leicht gereizt, denn die kargen und unbestimmten Antwor- ttn Ottos befriedigten Ln in keiner Weise. Unvermittelt fragte er:
। „Besitzt Herr Holm eine Schußwaffe?"
,chm — ja", kam die zögenche Antwort.
,J)at Herr Holm diese Waffe gestern abend mit« genommen?"
„Nein — ich glaube nicht."
„Ditte, zeigen öie mir die Waffe!"
Otto fuhr mit der Rechten einige Male durch feine haare; er erhob sich, murmelte irgend etwas Un- verständliches und schritt auf die Eichentreppe zu.
Der Schäferhund trottete einige Schritte hinter ihm her, dann blieb er stehen, warf einen mißtrauischen Blick auf die beiden fremden Wärmer Wd kehrte suZ femvni Ev Wgtz &uru4
l^te : sich W ÖUng
Zeen^ ;g und >n Tu; lolo m W *5 ►wartet 1er das sollte, ’ten an en. Es
r
>q dck 'M jen dck
’N bei Mche»
feieS
nb oed ten W s wäre in dech geW jr noch .(en f« • ibunfl inW I fei det ibet
en«?1? q-buM ib«r t« »rt«» Bertel6l‘
,-n W„ te <
S 19|2
teibiöÄ ft H airt M SeM
ö
Reinheit seines Kunstwillens, dem ernsten Pathos' des absoluten Dienstes am Werk, die Wunder Der Tonkunst deutet mit jener Wirkungskraft, die, geladen mit größter Ausdrucksspannung, Höchstes erreicht, was ein Dirigent vermag: die magische Ban- nung der Zuhörer durch das Erlebnis ergreifender Kunftoffenbarunq.
Die Plastik Abendrochscher Dirigentengeste, die Sinnlichkeit und Geistigkeit in der Herausmeißelung des Melos, die prägnante Rhythmik in der Be- ftimmcheit des vom Komponisten gewollten Zeitmaßes find das Ergebnis künstlerischer Bewußtheit, deren selbstkrittsches Bermögen eine Haltung beweist, die keine selbstgefällige Pose kennt, sondern aus wahrhaft lebenspendender Ädealaufsassung erregendste Eindringlichkeit empfängt. Nicht ein bestimmtes Gebiet musikalischen Schaffens macht die Größe Abendrothscher Stabführung aus; ihr ist das ganze Reich großer Musik unterteilt. Und in der völligen Hingabe an den schöpferischen Willen des Komponisten entzündet sich sein eigener Genius, dessen Leistung Geheimnis und Größe Abendrvth- scher Kunst umfaßt.
Aber nicht nur als Dirigent zeigt sich seine Bedeutung allein. Zn seiner Stellung als Leiter der Fachschaft Musikerzieher in der Reichsmusikkammer hat er sich besondere Verdienste erworben um die Vertiefung der musikalischen Nachwuchserziehung. Seine Anregungen haben einen Boden geschaffen, der den hohen Stand deutscher Musikpflege nicht allein zu erhalten bestrebt ist, sondern ihn 'noch zu steigern vermag.
Zn seltener Vollkommenhett einen sich in diesem prachtvollen Musiker Charakter und Leistung. Die Musikwelt besitzt in ihm den kongenialen Deuter unsterblichen Musikgutes, der aus der liefe feiner jUeberzeugungstreue wertvollstes Kunstschaffen oer- körpert.
Sch
9a«
S '
- ferii • Uhu Veit, Har.
1 zu ' aus ; U
Aus dem Reich.
Oie Kriegsleistung -er Reichsbahn.
Für die deutsche Reichsbahn war 1942 ein Jahr größter Kraftentfaltung und stetiger Leistungssteigerung. Aus dem Reichsbahnnetz von 54 500 Kilometer des Jahres 1937 hat sich der Betriebs- und Einflußbereich der Reichsbahn bis Ende 1942 zu einem f a st dreifach so großen Netz von 161 000 Kilometer entwickelt. Insbesondere gatt es, die neu gewonnenen Gebiete des Ostens schnell auf hohe Verkehrsleistungen zu bringen. Zu diesem Zweck waren zahlreiche Strecken instandzusetzen, umzuspuren und auszubauen. Bahn- Höfe und sonstige Betriebs» und Werkstattanlagen nieder aufzubauen und zu erweitern, damit die neige Ausweitung des deutschen Raumes für die Ce» icnshaltung des deutschen Volkes und die Kriegs- •üftung bald wirksam ausgenutzt werden konnte. Vor allem mußte auch der Fahrzeugpark der Reichsbahn dem gewaltigen Mchranfall an Beförderungsleistungen angepaßt werden. Dazu kamen aurd)greifende Maßnahmen gegen Frost und Schnee m Eisenbahnbetrieb.
Unter dem Leitwort: „Räder muffen rollen für en Sieg" begann Anfang Juni 1942 eine neue Phase in der Abwicklung des Güterverkehrs. Dank er verständnisvollen Mitarbeit sowohl der Ver- ehrstreibenden als auch der Reichsbahngefolgschaft rgab sich eine erhebliche Kürzung der Waqen-Um- aufszeit und damit eine Steigerung der Verkehrs- ?iftungen. Dies kam nicht nur der Flüssigkeit des militärischen Verkehrs, sondern auch dem Versor- ungsverkehr der Heimat zugute. Künfttg muß es nögllch fein, die Verkehrstoter, die bei dem bis« engen Ablauf des Güterverkehrs abwechselnd mit Verkehrsspitzen in fast starrem jahreszeitlichem Lhychmus auftraten, mit jahreszeitlich ungebunden Verkehrsleistungen aufzufüllen und auf diese Leise zu einer weiteren Leistungssteigerung zu jmmen.
Die gewaltigen Leistungen der Reichsbahn finden )ren Ni^erschlag in den finanziellen Er» ebnissen des vergangenen Jahres. Die Ge- rmteinnahmen der Betriebsrechnung im Geschäfts- ,hr 1942 belaufen sich voraussichtlich auf 9,7 Mil» arben RM. gegenüber rund 9 Milliarden im Dor- ahr; sie werden sich somit gegen 1941 um 7,8 v. H. chöhcn. Zm Personen» und Gep'äckver- ehr ist infolge des gestiegenen Reiseverkehrs die innahme um 700 Millionen angewachfen. Beim Güterverkehr ist dagegen eine Mindereinnahme zu rrzeichnen, die auf die Verringerung der Trans- orte des öffentlichen Verkehrs infolge der zur Bewältigung des Ostverkehrs und des kriegsbedingten erkehrs dem übrigen Güterverkehr zeitweise auf- rlegten Annahme, und Stteckensperren zurückzu- chren ist.
—
Theater der Llniversitätsfladt Gießer
Friedrich Hebbel: »Ein Trauerspiel in Sizilien-.
Das im Januar 1847 vollendete einaktige „Trauerspiel in Sizilien" ist die Frucht von Hebbels sonst nicht sehr ergiebigem Aufenthalt in Italien: ein „tolles Ding", die Dramatisierung einer Kriminalgeschichte, die ein sizilianischer Kaufmann 1845 dem Dichter im Caf6 di Europa in Neapel als einen Vorfall aus Palermo erzählt hatte. Zn der Vorrede zur Buchausgabe (1851) gibt Hebbel den folgenden Aufriß der Fabel: „Ein Mädchen flieht aus dem Haufe ihres Vaters, um sich durch einen schon gewonnenen Geistlichen mit ihrem Geliebten verbinden zu lassen und so einer Zwangsehe zu entgehen. Sie erscheint zu früh auf dem für die Zusammenkunft bestimmten Platz und fällt zwei Gendarmen in die Hände, die ihr erst den mitgenommenen Schmuck rauben und sie dann ermorden. Als der Geliebte nun kommt, werfen sie sich über ihn her, bestreichen ihn mit Blut, schleppen ihn vor den Podesta und klagen ihn der Mordtat an. Natürlich finden sie Glauben, und was am Beweise fehlt, das ersetzt ihr Schwur. Aber ein Bauer, der sich vor ihnen mit gestohlenen Früchten auf einen Baurn geflüchtet und alles rntt angesehen hat, ist ihnen gefolgt und enllarvt sie ..." Hebbel nennt das ihm aus Palermo Berichtete selbst einen „entsetzlichen Vorfall"; ihm schwebte „bei dieser kleinen Production, die sich, um es nur gerade herauszusagen, in der Sphäre des Abscheulichen bewegt", ein Stück vor, „rote ich lange geglaubt hatte, daß Shakespeare eins gedichtet habe". (Doch erwies sich das elisabethanische bürgerliche „Trauerspiel in Horkshire", das er meinte und nach langem Suchen endlich aufgetrieben hatte, als „eine ganz gemeine Mordge- schichte".) Beim „Trauerspiel in Sizilien" hat ihn die innere Form, die er dem Stoff zu geben hatte, lange bewegt. Die Begründung der Bezeichnung des Einakters als Tragikomödie wird uns heute so wenig einleuchten wie der dem Dichter sich sogleich aufdrängende Symbolgehalt des Falles; wir begreifen aber, daß die tragische Ironie der Begebenheit ihn reizen mußte, die völlige Umkehrung der gewohnten sittlichen und menschlichen Ordnungen und Beziehungen — „toHer kann die Wett kaum
dargestellt werden" —, wobei der Humor c derndes Grundelement gedacht war. Dem Z freilich wird das Lachen vergehen, „wenn Diener der Gerechttgkett in Mörder oerroani der Verbrecher, der sich zitternd vor ihnen v ihr Ankläger wird ...", aber er wird auch in kleinen Drama, das sein Schöpfer übrige drücklich „nicht zur Darstellung bestimmt" die messerscharfe Charakterisierung, die für kennzeichnende, erbarmungslose Entschleiert lischer Abgründe wahrnehmen und oielleiä bewundern: das Bild der beiden, einer tiefi kommenheit unschuldig zum Opfer fallenden den Angiolina und Sebastiano wirkt fast bla den schaurigen Selbstporträts der beiden soldaten" Ambrosio und Bartolino und vo des diabolischen alten Gregorio. —
*
In der von Oberspielleiter Mund insz Aufführung entwickelte sich der wahrhaft s erregende Vorfall ohne nennenswert t. Pointen, vielmehr mit einer der Hebbelschc matif recht angemessenen, gewissermaßen ei-, ten Dialektik vor einer von Herrn Löffle roorfenen, düsteren Waldszenerie, die räumP stimmungsmäßig durchaus zu der Fabel po liefern Nocturno fehlgeleiteter Leidenschaft einer sizilianischen Laienpredigt über bas 2 die Welt ist schlecht und voller Mißverständn Den Gregorio spielte Herr S a u e r l a n d al- infernalischen Greis von genießerisch ausko Bösartigkeit (auf die nicht ganz folgerichtige teste Schlußgebärde wäre zu verzichten). De brosio des Herrn Mund als intellektueller U des Mordes und Herrn Meyers einfältig triebener und wiederum gehemmter Bartolino r das verkommene Landsoldatenpaar. Anja ? eine zarte, leidende Angiolina. ein Geschöpf Hebbels ureigensten Bezirken, Herr V o l ck a grimmig bürgerlicher Vater, Herr K ö ch l i n . verstörter Sebastiano und Herr F u h r m a n i Dauer rundeten bas Ensemble. — Die Zusä spendeten anerkennenden Beifall. Hans Th;
Aus der Stadl Gieße«.
Das linkshändige Kind.
Welch ein Schreck in der Familie, wenn sich beim Heranwachsen des Kindes heraussteltt, daß es ein „Linkser" ist,* daß es also vorzugsweise die linke Hand benutzt, anstatt die rechte!
Zu einem solchen Schreck liegt kein Anlaß vor. Linkshändigkeit ist durchaus keine Benachteiligung, keine Degenerattonserfcheinung, keine Minderwerttg- keit. Strafen und Schelten find völlig fehl am Platze, und bitteres Umecht fügt man dem Kinde zu, wenn man ihm feine Linkshändigkeit als Mim derwerttgkeit vorhält. Bis zu 5 v. H. aller Menschen werden als Linkshänder geboren, und unter den bedeutenden Persönlichkeiten, ja, den Genies der Menschhett finden sich zahlreiche Linkshänder: Holbein, Menzel, Leonardo da Vinci, Michelangelo und viele andere waren Linkshänder. Schon in der Steinzeit gab es diese Eigentümlichkeit, wie zahlreiche Darstellungen jener Zett auf den Wänden von Felsenhöhlen erkennen lassen, und auf Celebes lebt ein Naturvolk, das überhaupt fast nur aus Linkshändern besteht.
Natürlich ist es angebracht, das linkshändige Kind zum geschickten Gebrauch beider Hände zu erziehen. Das sollte übrigens auch beim rechtshändigen Kinde geschehen! Man vermittle dem Kinde die Geschicklichkeit der rechten Hand durch geeignete Uebungen, denn verschiedene Gebrauchsgegenstände sind ja zum Gebrauch durch die rechte Hand geradezu zugeschnitten. Aber man nenne keinesfalls die Tätigkeit der linken Hand eine schlechte Sitte. Dadurch macht man das Kind nur befangen, schüchtert es ein und drückt fein Gefühl der Gleichberechtigung. H. Ch. H.
Georg Todt f.
Am Samstagivormittag ist der roeichin bekannte Sängerveteran Georg Todt in Gießen im neunzigsten Lebensjahre verstorben. Mit ihm ist ein Mann in die Ewigkeit ein gegangen, der in der Gießener Sängerschaft eine besondere Stellung innehatte.
Georg Todt, am 12. Oktober 1853 in Gießen geboren, wurde im Jahre 1874 aktiver Sänger im Bauerschen Gesangverein, dem er feit jener Zeit, also 68 Jahre lang, in Treue und steter Bereitschaft zum Dienst am deutschen Lied angehört hat. Im Jahre 1893 wurde er als Bibliothekar in den Vorstand des Bauerfchen Gesangvereins berufen, von 1901 ab war er zweiter Vorsitzender des Vereins. Im Jahre 1908 übernahm er das Amt des ersten Dereinsvorsitzenden, das er eine Reihe von Jahren in vorbildlicher Weife führte, um schließlich mit Rücksicht auf fein Alter von dieser Ausgabe zurückzutreten. Er verblieb aber weiterhin im Kreise der akttven Sänger der „Dauern", bereit Senior er feit vielen Jahren bis zu seinem Tode gewesen ist. Anläßlich des 60jährigen Bestehens des Bauer- schen Gesangvereins im Jahre 1924 und im Hinblick auf Georg Todts 50jährige Zugehörigkeit zur Sängerschaft des Vereins wurde der bewährte Sangeskamerad zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt, gleichzeitig errichtete der Bauersck-e Gesangverein zu Ehren des Jubilars eine „Georg-Todt- Stiftung", deren Zinsen dazu beftimmt waren, in Not geratenen aktiven Sängern eine Unterstützung zu gewähren. In dankbarer Anerkennung seiner Verdienste wurde Georg Todt die Goldene Sängernadel verliehen, er wurde weiterhin vom Deutschen Sängerbund mit allen Ehrungen ausgezeichnet, sowie von den Gesangvereinen .^Liedertafel" in Marburg und „Harmonisches Kränzchen" in Schlitz zum Ehrenmitglied ernannt. Im Jahre 1931 erschien aus seiner Feder eine Schrift „Ernste und heitere Er- innerungsn aus der Geschichte des Bauerschen Gesangvereins" im Druck, die interessante Abschnitte aus der Geschichte der „Bauern" enthielt. Ferner stammen von Georg Todt eine Anzahl Gedichte, die alle tiefe Heimatliebe bekunden und von denen auch ein Teil vertont worden ist. Neben feinen „Dauern" galt die besondere Anhänglichkeit des nunmehr Verewigten der Kameradschaft ehemaliger 116er, der er als früherer Soldat unseres alten Gießener Regiments in treuer Verbundenheit cmgehörte.
Weit über den Kreis der Sänger und der alten 116er hinaus wurde Georg Todt in breiten Bevöl- rungsfreifen große Wertschätzung entgegengebracht, die er sich durch sein allezeit freuTidliches und gegenüber jedermann hilfsbereites Wesen sowie seinen lauteren Charakter in reichem Maße verdient hatte. Das Andenken an den verdienstvollen Sänger und austechten deutschen Mann wird in unserer Stadt und darüber hinaus allezeit in Ehren fortleben.
Schulentlassung 1943.
Die Derpflichtungsfeier der Jugend im Jahre 1943 findet am 28. März statt. Der Reichserziehungsminister hat deshalb angeordnet, daß die Entlassung der Schüler aus der Volksschule nach Erfüllung
ihrer Schulpflicht am Samstag, 27. März, erfolgt. An diesem Tage sind auch die Schüler der Mittleren und Höheren Schule zu enttassen, die die Schule zum Dftertermin verlassen, um in einen Beruf einzutreten.
$ür unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Dolksaufklä- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: IDas Unterhaltungsorchester KdF. konzertierte in einem Lazarett mit fröhlichen Weisen bekannter Komponister. Der Dirigent Otto Schillinger spielte ein Violinsolo „Csardas" von Montt. Nikolaus Kiefer (Trompete) blies das Solo in der „Post ttn Walde". Zwei flotte Saxophonsoli, von Ludwig Schmenger und ein Klarinellenduett, von Franz Svoboda und Schmenger gespiett, ergänzten das Programm, in dem auch eine Komposition von Stabsarzt Dr. Ihne „Es leuchten die Sterne" zum Dorttag kam. Mit schönen Liedern und Operettenmelodien erfreute die Sopranistin Elsa Tietjen. — In einem Lazarett gestalteten die „Grillenfänger" ein abwechslungsreiches, frohes Programm Fred Cotting, Imitator und Bauchredner, sagte humorvoll an. Seine Leistung als Imitator und Bauchredner war erstklassig. Friedet Müller erfreute als Kabarettistin mit Liedern und Melodien, die vom anwesenden Komponisten Franz Funk größtenteils komponiert waren. Fr. Funk, vom Rundfunk her bekannt, spielte auf dem Akkordion seine Schöpfungen, darunter auch „Zwei Gitarren am Meer". — „Zwei Stunden lustiges Kabarett" unterhielten die Kameraden in einem anderen Lazarett aufs beste. Hilde Grützner zeigte sich mit schöner Tanzkunst. Alfa hielt durch seine Zaubereien im Bann. Mit sehr gutem Fuß-Balanceakt wartete Alberti auf. Sehr gute Leistungen boten der Kunst- schütze und die Messerwerferin „Zwei Wonnings" in ihrem Kombinationsakt. Viel Erfolg hatte Charlotte Bern in ihrer Szene mit ihrem kleinen Freund als Bauchrednerin. Kläre Frank-Deuster (Sopran) fang bekannte schöne Lieder und Melodien. Eine sehr luftige Nummer brachte Franz Ro- sell mit rheinischem Humor und Pistonsoli. Macdy und Gabor, das Akkordion-Duo, spielten schöne Melodien. Für die musikalische Umrahmung sorgte Else Peters mit viel Geschick. Alle Veranstaltungen
brachten den Mitwirkenden wohlverdienten r lichen Beifall. — Die Intendanz des Theaterc Universitätsstadt Gießen hatte Verwundete zu verschiedenen Vorstellungen in dieser Woche zu 0
Freiwillige im Heer.
NSG. Jeder deutsche Junge, der 17 Jahre ist, kann als „Kriegsfreiwilliger" oder als „(än dienender Freiwilliger" (Unteroffizier-Bewerber. das Großdeutsche Heer eintreten. Kriegsfrsiwi' werden bei der Infanterie, bei den Pionieren, der Panzertruppe und bei der Nachrichtentt-uppe gestellt. Sie verpflichten sich zum Waffendienst Kriegsdauer, mindestens zur Ableistung der y jährigen Dienstpflicht. Längerdienende Frettvi! (Unteroffizier-Bewerber) können sich Trupvev und Waffengattung selbst wählen. Nach erwiese- Eignung zum Unteroffizier und Ableistung der yr jährigen Dienstpflicht verpflichten sie sich zu ei - Gesamtdienstzeit von 12 Jahren. Die Befördern zum Unteroffizier ist bei Frontbewährung v neunmonatiger Dienstzeit möglich. Bei entsprech der Leistung kann Uebernahme in die Offizierslai bahn erfolgen.
Auf die umfangreichen Fürsorgemaßnahmen u vielfältigen Derufsmöglichkeiten für längerdiener Freiwillige nach der Entlassung, z. B. Ueberfü rung in das DearntenverhäItnis, Uebernahme ein landwirtschaftlichen ^Betriebes (Wehrbauer), Untc stützung bei Uebertritt in das freie Erwerb siebe wird hingewiesen.
Voraussetzung für den Eintritt als Freiwilliger ' das Heer find: 1. Zuverlässigkeit, Einsatzbereltfkßr und einwandfreier Charakter; 2 körperliche Tauglit kett; 3. Beendigung der Lehrzeit ober Eimvilligm des Lehrherrn zur Lchrzeitterkürzung; 4. Ableistui der verkürzten Arbeitsdienstpflicht von 3 Monate 5. Wehr Würdigkeit 6. Abstammung von deutsche i oder artverwandtem Blute.
Meldungen nimmt jederzeit das nächste Wehrb ' zirkskommando entgegen.
Verdunkelungszeit:
11. Januar von 17.30 bis 7.59 Uhr. ♦
** Akademische Ernennung. Der Ober arzt und Dozent der inneren Medizin Dr. med habil. Plügge, der seit 1936 in der Gießene Medizinischen Klinik tätig war, wurde mit Wirkung vom 16. Dezember 1942 zum wissenschaftlichen Assi stenten an der Medizinischen Klinik und Poliklini
Raucheisen sprang plötzlich aus.
„Einen Augenblick, Herr Otto! Ich begleite Sie!" Otto führte den Kommissar in Axel Holms Schlaft zimmer. Es war ein heller, freundlicher Raum mit klaren Linien. Die Einrichtung bestand in der Hauptsache aus einem breiten Messingbett und einem großen Nachtschränkchen, auf dem eine Anzahl Bucher lagen. Wie überall im Hause herrschte auch hier peinliche Ordnung und Sauberkeit; von der berüchtigten Iunggesellenwirtschast war nirgends etwas zu scheu.
Otto öffnete eine Schublade des Nachtschränkchens, blickte hinein, zag die zweite Schublade auf und schüttelte den Kopf.
„Die Pistole ist nicht hier!" murmelte er gepreßt. „Dann muß Herr Holm sie doch mitgenommen haben!"
„Pflegte Herr Holm diese Waffe denn sonst nicht mitzunchmen?"
„Nein! Das heißt: in den letzten Monaten sind hier in der Umgegend einige Uebersalle vorgekommen, und deshalb steckte er die Waffe manchmal ein. Herr Holm besitzt natürlich einen Waffenschein!"
„Es handelt sich also um eine Selbstladepistole!" stellte Raucheisen fest. „Ditte, von welchem Fabrikat und welchem Kaliber war die Waffe?"
,^Zch glaube, es handelt sich um eine Mauserpistole ... Das Kaliber kenne ich srellich nicht."
„Na, es werden sich doch sicherlich einige Ersatzpatronen hier befinden?" drängte Raucheisen.
„Leider nicht, Herr Kommissar! Da Herr Holm die Waffe nie benutzt, hat er tatsächlich außer dem einen gefüllten Magazin feine Ersatzmunition!"
Raucheisen war sehr nachdenklich geworden, als er in die Halle zurückkehrte. Er stellte noch eine Reihe von Kreuz- und Querfragen, aber der vorsichtige Otto wich ihm geschickt aus; und schließlich gab es Raucheisen auf... Vorläufig ...
Otto begleitete die beiden Beamten bann hinaus und öffnete ihnen zuvorkommend das Gartentor. tLett» MjchiLd hllb tt 8ru6rab dis Sttob Uüd
lächelte höflich, aber infolge der entstellenden Narben wirkte es auf Raucheisen wie ein höhnisches Grinsen.
Otto wartete, bis die Beamten in ihrem Auto davongefahren waren; dann lief er eilig ins Haus und ftürgte an den Fernsprecher. —
6. Kapitel.
Raucheisen fuhr auf dem kürzesten Wege zurück ins Polizeipräsidium.
In seinem Dienstzimmer trat er zunächst an den Fernsprecher und rief seine Frau an:
„Schönen, guten Morgen, Ellen! Gut geschlafen, Liebling?"
„Danke, ausgezeichnet?" antwortete eine helle Frauenstimme. „Wie gehtts dir, alter Brummbär? Kommst du etwa wieder einmal nicht nach Haufe, weil du jetzt anruf ft?"
„Erraten! Du, Ellen, eine Frage: Lag deine Steppdecke heute morgen vielleicht zufällig auf dem Fußboden?"
„Na, hör mal ...1 Kannst du neuerdings etwa auch noch hellsehen?"
„Ein bißchen schon! Also, Liebling, ich komme erst zum Mittagessen nach Hause, vielleicht aber auch nicht! Ich rufe noch an! — Diel zu tun! Und eine häßliche Sache!"
„Aber Fritz! Du hast dach wieder die ganze Nacht gar nicht geschlafen!"
„Das ist nicht das erstemal, wie dir wohl bekannt sein durste!" Er lachte. „Wiedersehen, Ellen!"
„Wiedersehen, alter Brummbär! Du, Fritz, rauch' nicht so viel!"
„Guter Gedanke!" sagte Raucheisen, nachdem er den Hörer aufgelegt hatte. Er holte seine Meer- schaumpfeffe hervor und begann, sie zu stopfen.
Dann, während er rauchte, versank er in Nachdenken. Er reihte die Ihm bisher bekannten Tatsachen noch einmal aneinander, aber das Ergebnis erschien ihm durstig und äußerst unbefriebigenb: denn wirklich einwandfrei und unumstößlich stand bisher* nur das eine fest: Professor Beierfeld war
dtt LiAwHer Mer DM ermordet morden,
und der Täter hatte eine Selbst!crdepistole Kaliber 7,65 benutzt. Alles andere verlor sich im Nebel un klarer Vorstellungen und unbestimmter Dermu tun gen.
Freilich, wenn man die naheliegende Frag stellte: .Wer hat Nutzen vom Tode Professo Beierfelds?' so gab es darauf vorläufig nur vr eine Antwort: ,Ärel Holm!<
Wie auf ein Stichwort läutete in diesem Augen blick der Fernsprecher. Raucheisen nahm den Hörer ab und hörte die geschäftsmäßige Meldung de'- Zentrale:
,^)ilfskommissar Stodbe wünscht Kommissai Raucheisen zu sprechen. Augenblick — ich verbinde?"
,Hallo — hier Stvbbe! Herr Kommissar Rauch- eisen?"
„Am Apparat! — Was gibt's denn, Stobbe?^ »Herr Kommissar, ich befinde mich hier In der Bibliothek der Villa Beierfeld. Soeben ist hier der Herr Axel Holm erschienen! Er sitzt nebenan in der Diele."
„Haben Sie ibn schon verhört, «Stobbet*
„Nein, Herr Kommissar, ich wollte erst Jhrv Anweisungen und auch ..."
„Ausgezeichnet, Stodbe! Sorgen Sie dafür, daß er mit keinem Menschen spricht! Und lassen Sik ihn nicht fortgehen! Halten Sie ihn unbedinw feA, Stvbbe! In zwanzig Minuten bin ich dort!?
♦
Einige Morgenzettungen hatten bereits einy kurze Meldung von der Ermordung Profesiotz Beierfelds gebracht, und deshalb wunderte sich Raucheisen nicht weiter, als er an der Straßenfront der Villa Beierfeld eine kleine Menschenar» sammlung vorfand, obwohl es hier durchaus mchÄ Austegendes oder Besonderes zu sehen gab.
Raucheisen war aus seinem langen Beruf siebe« zur Genüge an derarttge Ansammlungen gewöhn» er drängte sich ziemlich rücksichtslos zwischen de3 einzelnem Sru^peZ hindurch, denn er Hotts groU Eitib (Fortsetzung tolSW


