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Frankreichs platz ist im europäischen Lager.
Don unserem ks.-Korrespondenten.
land abgefahren seien, nach drei Wochen ihre volle Zufriedenheit mit ihrer Lage bekundet hätten. So bleibt, wenn auch in einem anderen Sinne, als es Maurras meint, das Arbeiterproblem eine wesentliche, ja die Kernfrage.
Vichy, 6. Mai.
3m europäischen Lager hat man sich daran gewöhnt, Frankreich als einen schwierigen Fall an- zusehen. Die Reaktionen des schwer bestimmbaren und abzugrenzenden Gebildes, das man öffentliche Meinung nennt, erscheinen nicht nur außerhalb der Grenzen Frankreichs oft unverständig und unverständlich. Es gibt gerade im Innern des Landes sehr -viele Menschen, die mit unbeirrbarer Beharrlichkeit ihren Landsleuten immer wieder klarzumachen versuchen, wie töricht gerade vorn französischen Standkunkt aus jede Hoffnung auf einen englisch-arnerikan'schen oder gar sowjetischen Sieg ist. Was im allgemeinen über die Geistesverfassung des französischen Volkes gesagt wird, stimmt übrigens nur sehr bedingt. Seit wann hat man bei großen politischen Veränderungen immer nur auf die träge, in den überlieferten Vorstellungen beharrende Masse gesehen und durch apodiktische Urteile von vornherein jene kleine Minderheit entmutigt, die, wie wir in Deutschland selbst erlebt haben, überall als Vorhut wirklichen Revolutionen vorangeht?
Ein großer Teil h** Franzosen von heute mau dem neuen europäischen Gedanken gegenüber noch mißtrauisch, zögernd oder gar feindlich verharren. Endgültig ist diese unfruchtbare Haltung deshalb nicht. Die tägliche Praxis beweist viel eher das Gegenteil. Wenft die Redner, die kreuz und quer durch das Land reisen und die Politik der Regierung dem Volk verständlich zu machen versuchen, offene und aufmerksame Ohren finden, dann besteht fein Anlaß zu resignieren oder gar zu verzweifeln. Einer der hervorragendsten dieser Redner, der Journalist Philippe Henriot, berichtete, wie er kürzlich in Clermont-Ferrand, einem großstädti- scheu Zentrum im Herzen Frankreichs, in dem bis dahin das Wort „Kollaboration" mit Deutschland höchstens im abträglichen Sinne von der kommunistische und der gaullistischen Flüsterpropaganda gebraucht wurde, für eine europäische Orientierung Frankreichs sprach. Ueberfüllte Säle, Tausende von Zuhörern, die keinen Einlaß fanden und vor den Lautsprechern auf der geräumigen Place de Jaude zwischen den Denkmälern des Vercingetorix und des Generals Desaix lauschten. Während seines ganzen .Vortrages aufmerksames Schweigen, das nur von stürmischer Zustimmung unterbrochen wurde. Die Kundgebungen der Freiwilligen der Legivn für den Kampf gegen den Bolschewismus in Vichy bestätigen diese Tatsachen, wie auf der Vortragsreihe dieser Organisation in 40 verschiedenen Städten der Südzone von zuverlässigen Beobachtern festgestellt werden konnte. 1
Im übrigen ist die bis jetzt in ihren vorgefaßten Meinungen beharrende Masse des französischen Volkes einem dauernden Stimmungswechsel unterworfen. Es wäre heute schon schwer, mit unbedingter Sicherheit sagen zu wollen, ob der Attentismus, dh. das passive Warten auf eine entscheidende Besserung der Lage, durch irgendeine mehr oder weniger wunderbare Einwirkung von außen, bei der Mehrzahl nicht vielmehr eine jedes politischen Hintergedankens entbehrende Aeußcrung der Kriegsmüdigkeit barstellt, des Wunsches, daß die Erschwerungen des täglichen Lebens, die Röte der Lebensmittelversorgung, die Trennung der Familien so schnell wie möglich ihr Ende finden möchten Es gibt freilich auch Franzosen, die dem europär- schen Gedanken feindlich gegenüberstehen. Sie sind zwar intelligent genug, einzusehen, daß ein europäischer Zusammenschluß nach diesem Krieg nicht wieder vertagt werden darf, sondern von epochalen Notwendigkeiten gefordert wird. Aber ihre Eigenliebe erträgt es schwer, haß sich dieser Zusammenschluß nicht unter französischem Patronat vollziehen soll. Ein Haupthindernis endlich ist die bekannte fundamentale Unkenntnis des Durchschnittsfranzosen in allen Dingen, die jenseits seines engeren oder weiteren geographischen Horizontes liegen. Diesem nationalen Mangel ist es zuzuschreiben, daß der angeblich so kritische und geistig souveräne Franzose ganz besonders leicht Illusionen anheimfällt.
Dor diesem Hintergrund haben sich die neuesten, hochpolitischen Ereignisse der vergangenen Woche ab- gepielt. Der Empfang Lavals im Führerhaupt- quortier und die Aussprachen zwischen Deutschland und Italien einerseits und Frankreich anderseits. Wie man in der französischen Öffentlichkeit der Südzone auf das Komuniquö dieser Zusammenkunft reagiert,, läßt sich nur in allgemeinen Zugen sagen. Diese Fühlungnahme Hot ftattgefunben 3n”1cv^.n dem Führer eines Volkes, das schon deshalb die ins Auge gefaßte Lösung des französischen Pro- blems unbesehen und rückhaltlos b i 111 g t, weil es niemals» nicht einmal in den schummsten Zeiten seiner Wehrlosigkeit, feindseliger Empfindungen gegenüber seinem westlichen Nachbarn fähig war, und ouf der anderen Seite einem Re gier u n gsche f, der wertschauender als feine Landsleute mit unerhörtem Mut eine^heute bei manchem noch unpopiP läre Politik macht, die ihre Richtigkeit m Zukunft erweisen wird. Das bringt es mit sich daß l-avai seine großen politischen Konzeptionen ln sich selbs oder doch nur in einem sehr kleinen Kreis vertrautester Mitarbeiter ousreifen lassen rann onne die Nation an den Einzelheiten teilhaben ZU lassen. P i e r r e L a o a l hat schon einmal d.e bittere Erfahrung gemacht, wie eine weitsichtige $!a_
nun, - jener L-v°l-H°°r--Plan am Vorabend des Abejstnienbrieqes - durch Indiskretionen und he m- tückische Sabotagen hintertrieben wurde, womit tat sachlich die Entscheidung über Krieg aber auch in Eurova gefallen war. Man versteht deshalb nur zu gut die tiefe Abneigung Lavals, ssrogen, von denen das Schicksal von Millionen -bbongt au, öffentlichem Markt diskutieren zu lassen. Die Frm rostn aber, die das Kommunique aufmerksam a lesen haben und daraus nur allgemeine Schluste Men können, verschließen sich bem Emdruck nicht, daß zum erstenmal seit langer Zeit zwischen den
Partnern eine ande re Sprache gesprochen wird, daß sich Lichtblicke öffnen, Möglichkeiten zeigen und wieder Grund zur Hoffnung besteht. Begünstigt wird dieser Optimismus durch die merkliche Verbesserung des Klimas gegenüber Italien, das in den Erwägungen der Franzosen eine Hauptrolle spielt.
Dies alles scheint indessen noch reichlich unbestimmt und dem ungeduldigen zu unfertig. Einer von den ganz Unnahbaren, der alte Maurras, nach dessen Ansicht zur Bekämpfung der kommunistischen Gefahr ein Polizewerbot genügt, und der Europa weder zu sehen noch zu faaen vermag, weil er es vorzieht, in den vergilbten Akten längst verjährter historischer Prozesse zu wühlen, sieht in der letzten deutsch-französischen Fühlungnahme nichts Neues. Er führt sie vielmehr auf ein äußeres Problem, die Stellung französischer Arbeiter für Deutschland, zurück, begrüßt es aber doch, daß die Leistung Frankreichs nicht einseitig bleiben soll, sondern es dafür, wie es in dem Kommunique heißt, auch Vorteile erwarten könne. Der Wortführer des „integralen Nationalismus" weiß gar nicht, wie nahe er dem Kernpunkt der Dinge ist. Laval hat selbst nach seiner Rückkehr aus Deutschland darauf hingewiesen, wie viele von den Arbeitern, die mit feindseligen, gegen die eigene Regierung gerichteten Kundgebungen nach Deutsch-
Wie einst der deutsche Partikularismus deft ersten entscheidenden Schlag erhielt, als die Entwicklung der Verkehrsmöglichkeiten die deutschen Stämme einander näherrückte, so wird der europäische Par- tikularismus, vor allem der deutsch-französische Gegensatz, nur durch das Kennenlernen wirksam be- kämvft. Die Kriegsgefangenen und die Arbeiter, die im Urlaub nach Hause kommen, werden mit ihren wahrheitsgetreuen Augenzeugenberichten die Zahl derer im Lande verstärken, die schon heute Verständnis für die Förderungen der Stunde zeigen.
Es waren Engländer ...
Paris, 8. Mai. (Euvopapreß.) In ganz Frankreich wurde am Samstag der Festtag der Johanna von Orleans begangen. Die Presse bemerkt dazu, daß die Engländer es waren, die die Befreierin Frankreichs lebendig verbrannten. „Englische Bomben", so schreibt der „Petit Parisien", „fielen kürzlich in Rouen auf die Stelle, an der Jeanne d'Arc den Scheiterhaufen bestieg. Dies alles müsse von den Franzosen bedacht und richtig verstanden werden. Das Blatt erinnert dann on die Haltung Deutschlands den französischen Kriegsgefangenen gegenüber und betont, daß jeder Franzose wissen müsse, auf welcher Seite er zu stehen habe, um für Frankreichs Kultur und Zivilisation einzutreten.
Mr werden Ma das Konzept verderben.
Reichsorganisationsleiter Or. Ley gab in der Gauhauptstadt der Führerschaft Hessen-Nassaus die Arbeitsparole.
NSG. Am Sonntagvormittag waren 2500 Führer und Führerinnen der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände im Schumanntheater in Frankfurt a. M. zusammengekommen, um durch Reichsorganisationsleiter Dr. Le y Ausrichtung für ihre weitere Arbeit zu erhalten. Die Führertagung, auf der auch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger das Wort ergriff, stand ganz im Zeichen alten nationalsozialistischen Kampfgeistes. Zu Beginn der Tagung begrüßte
der Gauleiter
Reichsorganisationsleiter Dr. L e y und wies darauf hin, daß er am Anfang dieses Jahres dem Führerkorps der Partei von der gleichen Stelle aus die Marschrichtung für das Jahr 1943 gegeben habe. Er erinnerte daran, daß der Gau Hessen- Nassau in über 20 Jahren den Kampf gegen das Judentum in allen seinen Phasen durchlebt habe. Eine Minderheit habe den Kampf in der Judenmetropole Frankfurt a. M. begonnen, sich gegen die Verjudung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens gewandt und die nationalsozialistische Weltanschauung in das 'ganze Gau- Sebiet hinausgetragen. Freiwillig haben sich mit der ,eit unzählige deutsche Männer und Frauen in die Reihen der Kämpfer Adolf Hillers gestellt, zu einer Zeit, in der dieser Kampf von vielen als ein aussichtsloses Unternehmen angesehen wurde. So konnte auch die Gauhauptstadt, in der die höchsten Stellen mit jüdischen Schmarotzern besetzt waren, als geistig- kulturelles Zentrum des Reiches wieder zurückgewonnen werden. Es ist einzig und allein das Verdienst der Partei,-daß das Gaugebiet von [einen unerbittlichen Gegnern g e • säubert wurde. Auch in Zukunft wird die Partei alles tun, um die Bereitschaft zu schaffen, die alle Widerstände wegfegen und zur Härtung der Volksgemeinschaft beitragen wird, einer Gemeinschaft, die mit dem Führer jeden Weg gehen wird.
BeichSorganisationSlei<er Dr, Ley legte sodcistn in einer umfassenden Rede, die immer wieder von lebhafter Zustimmung der Führer und Führerinnen unterbrochen wurde, die Führungsaufgaben, die der Partei gestellt sind, dar. Er betonte darin, daß es in diesem Schicksalskampf her Nation, der vom Weltjudentum herbeigeführt wurde und in dem es keine Kompromisse und auch keinen Mittelweg gebe, um Sein und Leben des deutschen Volkes gehe. Wir alle müssen daran arbeiten, die Heimat stark zu machen. Unsere heldenhafte Wehrmacht, verbunden mit der Kraft der Heimat, wird [ich dem Dernichtungswillen des Weltjudentums ent gegen stellen, den Kampf zweier Weltanschauungen zu einem siegreichen Ende führen und die Tore zu einer neuen Welt öffnen.
Dr. Ley stellte dann unsere Werte der Arbeit, der Ordnung und des Ausbaues dem jüdischen Sadismus, dem Streben nach der Weltherrschaft und der Ausbeutung der Volker durch unsere Gegner gegenüber. Der Weg, der von uns zu gehen ist, ist schwer und fordert Opfer, aber daß wir es schaffen werden, darüber besteht keinerlei Zweifel. Der Starke vermag alles, und der Feige wird fallen. Wichtig fei es, daß wir immer wieder den Gegner sehen, nämlich den internationalen Juden, der nichts anderes kennt als die Beherrschung der Welt. Juda ist unser Feind und I " d a m u ß f a l l e n. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erinnerte an die Zeit, in der er selbst am Kampf im Gau Hessen-Nassau teilgenommen und dessen Härte er auch hier kennengelernt habe. Wir haben, so rief er aus, nicht das Recht, abseits zu stehen, fanatisch muß der Kampf von uns geführt werden, unser ganzes Leben ist auszurichten auf den Kampf für Deutschland. Idee und Glauben sind unser Rüstzeug geistiger Art.
Die Aufgaben, die in Zukunft der Heimat und insbesondere der Partei gestellt sind, bildeten die Grundlagen der weiteren Ausführungen. Wir haben es auch nicht nötig, Friedensfühler auszustrecken, denn wir haben unsere tapferen Soldaten, die der beste Garant für einen Frieden sind. Wer den Frieden will, muß kämpfen. Wir haben die nötigen Mittel, den erforderlichen Raum und die Menschen hierzu. Hinter dem größten Deutschen aller Zeiten, dem Führer, steht das ganze deutsche Volk. Aus seinem Glauben an den deutschen Menschen schöpft er die Kraft und den Willen, die ihn zu seinen aroßen Leistungen führen. Darum werden wir es schaffen. „Deutschland die Freiheit, — unser der Sieg!" Mit diesen Worten schloß Dr. Ley seine fesselnden Ausführungen.
Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger dankte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley für feine Worte und gab die Versicherung ab, daß der Gau Hessen-Nassau den gegebenen Auftrag in die Tat umfetzen werde.
Dem Führerappell schlossen sich am Sonntagnach- mittag Arbeitstagungen des Gaupersonal-, Schu- lungs-, Organisationsamtes und der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront an, auf denen die Leiter der Reichsämter über das Aufgabengebiet der einzelnen Aemter sprachen. Der Tagung des Gau- personalamtes wohnte der Gauleiter bei. Eine Dienststellenbesichtigung der genannten Gauämter ging den Tagungen voraus.
Frankfurt stand somit am Sonntag im Zeichen einer Intensivierung der kriegswichtigen Parteiarbeit, wie sie sich m ähnlicher Form auch in anderen Gauen vollzieht.
Bis zur letzten Patrone.
Heldenhafter Widerstand der deutsch-italienischen Truppen in Tunesien. - Hohe Verluste der Sowjets am Kuban-Brückenkopf.
Oer Wehrmachiberichi vom Samsiag.
DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 8. 2Uai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der Feind dehnte feine Angriffe gestern auf die weiteren Abschnitte des Kuban-Brückenkopfes aus. In heftigen Nahkampfen und durch erfolgreiche Gegenangriffe wurden die Sowjets zurückgeschlagen, dabei Gefangene gemacht und 30 Panzer zerstört.
Am mittleren Donez und westlich Dell- fije Luki sanden gestern lebhafte örtliche, für uns erfolgreiche Kampfe statt.
Jager und Flakartillerie der Luftwaffe vernichteten 99 Sowjetflugzeuge bei vier eigenen Der. lüsten.
In Tunesien setzte der Feind mit erdrückender Uebermacht feinen Großangriff fort.
Deutsche und italienische Truppen leisteten mit ungebrochenem Kampfgeist erbitterten Widerstand, wiesen Einkreisungsverfuche starker Infanterie- und Panzerkräfte ab und fügten dem Feind hohe blusige und Materialverluste zu. Auch die eigenen Verluste sind empfindlich. Nach schweren Kämpfen drang der Feind in die Städte Bizerta und Tunis ein. Bizerta wurde nach Zerstörung der militärischen Anlagen aufgegeben, in Tunis find Straßenkämpfe im Gange. Feindliche Vorstöße gegen den südlichen Abschnitt der tunesischen Front wurden abgewiesen.
Schwere deutsche Kampfflugzeuge erzielten im Mittelmeer bei einem nächtlichen Angriff Bombentreffer auf einem feindlichen Zerstörer.
Ein Verband schneller deutscher Kampfflugzeuge führte einen überraschenden Tagesangriff gegen Great-Zarmouth an der englischen Ostküste
Panzer 1943.
Von Oberstleutnant Christern.
Vom ersten „Tank" bis zum Panzerkampfwagen „Tiger" geht ein langer Weg. Wollen wir heute einen Ausblick in eine neue Epoche des Pan- zerkampfes tun, müssen wir im Rückschauen auf jenen Weg die Grundlage dazu finden.
Der Tank war ein neues Glied in der langen Kette der Waffenentwicklung, folgerichtig entstanden, um das schlachtfeldbeherrschende Maschinengewehr zu überwinden. Es ist nun so — und vor allem war es damals so —, daß Neuerungen nur schwer Eingang finden. So hat das Maschinengewehr schon einen längeren Dornröschenschlaf tun müssen, bis der entscheidende Wert erkannt wurde. Im Grunde genommen ging es dem Panzerkampfwagen nicht anders. Die deutsche Erfindung von vor 1914 wurde in der Enlwicklungsmöalichkeit nicht erkannt und verfiel der Ablehnung. Die Tankschlacht > von Cam- brat ließ trotz der beachtenswerten Erfolge den Feind den Wert des Panzerkampfwagens nicht erkennen. Vielmehr war das Ergebnis dieses ersten großen Panzereinsatzes, daß die Untauglichkeit der neuen Waste erwiesen fei und deshalb der weitere Bau von Panzerkampfwagen eingestellt werden sollte. Nur der fanatische Wille einzelner Persönlichkeiten und der Glaube an diese neue Waffe bewirkte, daß der Panzerbau fortgeführt wuvde.
Schon in der Reichswehr fanden sich Offiziere, vornehmlich der alten Kraftfahrkampftruppe, die den Glauben an den motorisierten Kampf und da» fttit an den Panzer festhielten und ihn hinübertrugen in die Zeit der neuen deutschen Wehrmacht. Dies war um so bemerkenswerter, als jene Offiziere im Kriege kaum eigene Panzer erlebt hatten und nach dem Kriegsende die Fertigung deutscher Panzer überhaupt vertraten war. Man soll sich einmal vor Augen führen, welche Passion, welch unerschütterliches Vertraue.: zur Idee dazu gehört, ohne Panzerwagen, ohne ausübende Praxis, ohne Aussicht, in absehbarer Zeit die Gedanken verwirklichen zu können, festzuhalten an dem Willen, Wegbereiter einer neuen deutschen Panzerwaffe zu sein.
Eine der hervorragendsten Persönlichkeiten dieses Kreises war der heutige Generalinspekteur der Panzertruppen, Generaloberst Guderian. In ihm sehen wir den Beweis dafür, daß bei aller Würdigung des Materials und der Technik letzten Endes das Entscheidende der Mensch ist. Er wußte auch in der panzerlosen Zeit der deutschen Wehrmacht seine Gedanken zu verbreiten, sicherte sich eine Ge olg- schaft treuer Anhänger und Mitkämpfer und chuf damit die Voraussetzung zu einem ersten Aufbau der Panzerwaffe. Mit der Machtübernahme erging dann der Befehl des Führers, diesem leben«
und verursachte durch Bombentreffer Zerstörungen und Brände. In der vergangenen Rächt bombardierten deutsche Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele an der englischen Süd- und Westküste.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist die am 5. Mai 1943 gemeldete Geteitzugs chlacht abgeschlossen. In hartnäckiger Verfolgung des versprengten Geleitzuges haben unsere Unterseeboote bei schlechtem Welter und Rebel unter schweren Kämpfen weitere 13 Schiffe mit 74 000 B RT. und eine Korvette versenkt. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert.
Oer Wehrmachibericht vom Sonntag.
DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 9. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Am Kuban-Brückenkopf fetzte der Feind feine Angriffe fort. Im Abwehrkampf brachten unsere Truppen den Sowjets erneut hohe blusige Verluste bei und schossen zahlreiche Panzer ab.
Bei örtlichen Kämpfen nördlich Lifsilschansk und südlich Örel wurde der Feind im Gegenangriff trotz hartnäckigen Widerstandes zurückgeworfen.
Die Luftwaffe unterstützte mit starken Kräften die Kämpfe des Heeres im Kuban-Gebiet und fetzte bei Tag und Rächt die Bekämpfung des feindlichen Eisenbahnverkehrs fort Am gestrigen Tage wurden bei sechs eigenen Verlusten 72 sowjetische Flugzeuge vernichtet.
Im Schwarzen Meer versenkten leichte deutsche Streitkräfte aus einem gesicherten Geleitzug vier kleinere Fahrzeuge mit zusammen 1800 BRT. Die eigenen Einheiten erlitten trotz hefttger Abwehr feindlicher Küstenbatterien keine Verluste oder Be- jchädigungen.
In Tunesien leisteten auch gestern die deutsch- italienischen Truppen dem von allen Seiten mit weit überlegenen Kräften angreifenden Feinde heldenhaften Widerstand.
Im Raum südlich Bizerta halten mehrere Kampfgruppen ihre Stellungen in vorbildlicher Pflichterfüllung bis zur letzten Patrone. Rach schweren Straßenkämpfen gingen unsere in Tunis kämpfenden Truppen befehlsgemäß auf Stellungen südöstlich der Stadt zurück.
Starke feindliche Angriffe gegen die neuen Stellungen und den Südabschnitt der tunesischen Front scheiterten am entschlossenen Widerstand der deutschen und italienischen Verteidiger. Zahlreiche Panzer wurden abgeschossen und dem Feinde empfindliche Verluste zugefügt.
Bei der Sicherung des tunesischen Küstengebietes schossen deutsche und italienische Iäger und Flakartillerie 2 7 feindliche Flugzeuge ab. Drei eigene Jagdflugzeuge gingen verloren.
Deutsche Kampfflugzeuge warfen in den Morgenstunden des 8. Mai Bomben schweren Kalibers auf Ziele in Südo ft-England.


