schaftUch an fing, mußte man auf der Hut sein. Das kannte er schon. Außerdem hatte er soeben das kleine Zwischenspiel bei seinem Eintritt sehr wohl bemerkt, und die Nervosität seines Gegenübers war ihm auch nicht entgangen.
„Gar kein schlechter Gedanke", warf er leichthin ein. „Unser Hamburger Kontor ist ja Der beste Beweis dafür. Aber Sie haben doch hier kaum je mand, dem Sie einen solchen Posten anvertrauen können. Oder haben Sie etwa an Hellingrath gedacht, den Sie so gern los sein möchten?"
Terbrüggen zögerte etwas, ehe er dann ein wenig überhastet weitersprach.
„Ein Techniker kommt doch dafür nicht in Frage. Auf einen solchen Posten gehört ein gewiegter Kaufmann, der auch großzügige Verhandlungen führen kann. Nein, ich habe dabei an Sie gedacht, Mein- ders. Das wäre doch eine ganz gute Gelegenheit für Sie, mal wieder ein wenig unter Menschen zu kommen", sagte er so unbeschwert als möglich.
Meinders nickt ihm mit einem vertraulichen Blinzeln zu.
„Sie meinen natürlich, eine gute Gelegenheit, mich hier in Hammerkott loszuwerden, nicht wahr?" gab er ironisch zurück. „Aber trotzdem, Sie haben recht, die Sache gefällt mir ... ich wäre unter Umständen gar nicht abgeneigt, Ihnen den Gefallen zu tun ..."
Terbrüggen glaubte nicht recht gehört zu haben. Meinders wollte wirklich gehen? Wollte sich freiwillig nach Bremen abfchieben lassen? Das war ja mehr, als er sich hatte träumen lassen. Herrgott im Himmel, mochte er Bedingungen stellen, welche er wollte, um diesen Preis war alles im voraus bewilligt. Es war, als nähme man ihm einen zentnerschweren Druck von der Brust.
„Na also!" rief er etwas zu rasch und zu laut, denn es gelang ihm nur schwer, seine Freude über den gelungenen Streich zu verbergen. „Sie haben dort einen völlig selbständigen Posten, und über schlechte Bezahlung sollen Sie auch nicht zu klagen haben —* (Fortsetzung folgt)
ernannt worden. Rohrbach wurde 1903 in Berlin geboren, studierte in Berlin und Philadelphia und promovierte 1932 in Berlin. 1937 habilitierte er sich in Göttingen. 1941 wurde er in Prag a. o. Professor. — Der a. o. Professor Dr. Hans Wolfgang Kohlschütter ist zum o. Professor für anoraanische und analytische Chemie an der T. H. Darmstadt ernannt worden. Kohlschütter wurde 1903 geboren, und habilitierte sich 1930 in Freiburg. Er kam vier Jahre später als Dozent an die T.H. Darmstadt und wurde dort 1939 a. o. Professor. — Der emer. Honorarprofessor für Archäologie an der Universität Göttingen und ehemalige Direktor der Römisch- Germanischen Kommission des Archäologischen Instituts in Frankfurt a. M., Professor Dr. Friedrich Koepp, feiert sein 60jähriges Doktor- jubiläum. Professor Koepp, der im 84. Lebensjahr steht, promovierte 1883 in Bonn mit der Arbeit: „de gigantomachiae in poeseos artisque mo- numentis usu“. Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und hat außer zahlreichen Abhandlungen, unter denen hier nur seine wertvollen Arbeiten über Alexander den Großen erwähnt fein mögen, auch für weitere Kreise ein gutes Kompendium der Archäologie in der Sammlung Goeschen veröffentlicht.
Der Dichter Kart v. Möller gestorben.
Der Volksdeutsche Dichter, Oberst a. D. Karl v. Möller, bekannt durch seinen Einsatz für das Deutschtum im Banat, aber auch als Schild er er dieses Volkstums, ist in Hatzfeld gestorben. 1876 in Wien geboren, aber Sproß einer in Ungarn ansässigen Volksdeutschen Familie, machte er den ersten Weltkrieg als Generalstabschef einer banater Infanteriedivision mit und nahm nach dem Zusammenbruch an der Niederwerfung der kommunistischen Aufstandsbewegungen in Ungarn teil. Seine erste dichterische Tätigkeit begann Karl v. Möller verhältnismäßig spät. Seine ersten großen Erfolge waren die banater Romane „Die Werschetzer Tat" und „Die Grenzen wandern". Durch sie hat Möller den Lebenskampf des Deutschtums im Südosten in das deutsche Schrifttum eiiigeführt. Das reifste und ge- fchlossenste Werk des Dichters ist fein Prinz-Eugen- Roman „Der Savoyer". Durch fein dichterisches Schaffen und feine Teilnahme am Volkstumskampf war Karl v. Möller Fortsetzer des geistigen Erbes Adam Müller-Guttenbrunns.
Edwin Fischer als Orchefterdlrigent.
Edwin Fischer trat im 8. Philharmonischen Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters in /dreifacher Weise hervor. Zunächst als Bearbeiter des Ricercare aus dem „Musikalischen Opfer" von Bach, das er mit- romantischer Klangfülle für Streichorchester gesetzt hatte. Sodann als S o l i st des Beethoven schen Klavierkonzertes in C-dur, das er mit seiner ganzen pianistischen Meisterschaft interpretierte, während er zugleich das begleitende kleine Orchester leitete und überwachte. Schließlich trat Fischer — und das war ein ungewohntes Ereignis — auch noch als Dirigent vor das große, vollbesetzte Orchester, das er zu einer prächtigen Wiedergabe der 2. Sinfonie von Bruckner anfeuerte. So stand der Abend im Zeichen der eindringlichen, mitreißenden und unermüdlichen Musizierenergie Fischers, der für diese außerordentliche und vielseitige Leistung stürmisch gefeiert wurde.
Walter Steinhauer.
Heues vom Film.
„Der Mensch, das Tier und die Tugend", das italienische Bühnenstück von Pirandello, wird in neuartiger Weise für den Film umgearbeitet. — Gustav Ucicky hat die Spielleitung des neuen Wien- Films „Am Ende der Welt", der mit Brigitte Hör- yey und Attila Hörbiger besetzt ist. Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel. — Elisabeth Flickmschrld Spielt unter der Leitung von Erich Waschneck in dem Berlin-Film „Die beiden Schwestern" die Gräfin Holsten, eine ebenso geistvoll-' wie boshafte und lebenserfahrene Frau. — Dr. Curt I. Braun schrieb das Drehbuch für den von Erich Engel inszenierten Bavaria-Film „Man rede mir nicht von Siebe nach dem Roman von Huao M. Kritz.
Zeitgenössische Orcheflermusik.
In einem Konzert, das die Preußische Akademie der Künste zusammen mit dem Berliner Philharmo- nrschen Orchester veranstaltete, kam ein Adagio des 1906 geborenen Schweizer Komponisten Hans S ch a e u b 1 € zur Uraufführung. Der langsame Satz entwickelt sich auf Brucknerschen G""ndlagm nut bemerkenswerter Selbständigkeit. Ein V'olin-Kanzert von Hans A h l gr i m m ist für die >cht sehr reich- haltige neuere Geigenliteratur em Gcwmn. Der Komponist ist selbst Geiger bei den Berliner Philharmonikern, daher ist sein Konzert höchst gcigen- rnäßiq geschrieben und auch kompoMonsteckmttch sicher'geformt. Das Programm wurde vervollstan- brat durch ein amüsantes kleines Kammerkonzert op. 34 von Kurt Rasch sowie durch eine spatro- mantische Passacaglia und Fuae on. 76 von Hans Bullerian. Walter Steinhauer.
AusbildungsWen für Frauenberufe der ALS.
Ausgezeichnete Möglichkeiten in unserem Heimatgau.
NSG. Kaum jemals in der Geschichte unseres Volkes haben sich die Frau und das deutsche Mädchen so ausnahmslos' mit der Berufswahl beschäftigen müssen, wie in diesen Wochen und Tagen, nachdem der totale Kriegseinsatz für alle deutschen Menschen erklärt wurde. Im Sturm der Ereignisse wollen wir aber nicht die planmäßige Ausbildung für diejenigen Berufe übersehen, die als ausgesprochene „Frauenberufe" schon immer für den Einsatz von Frauen und Mädchen besonders geeignet waren, und die gerade auch heute von kriegswichtiger Bedeutung sind. Denken wir nur an Den Beruf der Kindergärtnerin oder -Pflegerin.
Arn 30. Juni 1942 gab es tm ganzen Reichsgebiet bereits rund 28 000 Kindertagesstätten mit über LI Millionen Plätzen, lieber 70 000 Fach- und Hilfskräften standen schon damals für die Betreuung in den Kindertagesstätten zur Verfügung. In unserem Gau waren es rund 1500 Kindertagesstätten mit der entsprechenden Anzahl von Fach- und Hilfskräften. Diese Zahlen reichen heute nicht mehr aus. Hundert- tausende von Kindern, deren Mütter in den kommenden Wochen der Arbeitsverpflichtung folgen werden, sollen tagsüber von der NSV. betreut werden. Da die vorhandenen Einrichtungen nicht ausreichen, wird die NSV. neue Unterbringungsmöglichkeiten für die Kinder bereitstellen müssen.
Es ist dies nur ein Beispiel aus einem der Frauenberufe unserer NS.-Volkswohlfahrt. Auch Deren Bedarf an Volkspflegerinnen, Iugendleiterinnen, Kranken- und Säuglingsschwestern sowie Haushalthelferinnen wird von Tag zu Tag größer. Die An» foroerungen an die NSV. wachsen immer noch an und werden auch in Friedenszeiten nicht geringer werden in Anbetracht der gewaltigen und vielseitigen Aufgaben, die Der Führer der NS.-Volkswohl- fahrt zur Lösung übertragen hat.
Die NSV. benötigt zur Erreichung ihrer Ziele Frauen und Mädchen, die, erfüllt von nationalsozialistischer Weltanschauung und ausgerüstet mit gründlichem Fachwissen, bereit sind. Dem Volk zu dienen. Diese Mitarbeiterinnen der NSV. sollen aus allen Volksschichten stammen, aus Stadt und Land. Durch die verschiedenen Ausbildungswege und Einsatzmöglichkeiten kann das praktisch veranlagte und geistig gut begabte Mädel eine voll befriedigende Tätigkeit, verbunden mit guten Aufstiegsmöglichkei- ten, finden. In den AusbilDungsstcttten der NSV. kann jedes einsatzbereite Mädel, auch wenn es die Ausbildungskosten nicht aufbringen kann, zu einer Fachkraft ausgebildet werden. Der Fachkräftebedarf
ist so groß, daß der berufliche Einsatz immer gesichert ist.
Das Eintrittsalter in Die Ausbildungsstätten der NSV. ist verschieden. So ist beispielsweise das Alter beim Eintritt in die Berufsausbildung Der Kinderpflegerin das 15. Lebensjahr, Der Kindergärtnerin das 16. Lebensjahr, Der Jugendleiterin das 21. Lebensjahr, der Volkspflegerin das 19. Lebensjahr und Der Kranken- unD Säuglingsschwester Das 18. Lebensjahr. Von der Schulentlassung bis zum Eintrittsalter kann ein als geeignet oefundenes Mädchen als NSP.-Vorschülerin aufgcnonuhen werden, wodurch ihm Gelegenheit gegeben ist, seine Eignung für einen sozialen Beruf unter Beweis zu stellen.
Ist Das Aufnahmealter erreicht, so beginnt Die eigentliche AusilDung auf Dem Seminar, in Der Schule, im Krankenhaus oder in der Klinik.
Die NSV. hat im Gau Hessen-Nassau mehrere Einrichtungen zur Ausbildung ihres Nachwuchses geschaffen, wovon hier folgende kurz erwähnt seien: 1. Das Seminar für Volkspflege in Buchschlag in Hessen bildet in drei nebeneinander laufenden zweijährigen Lehrgängen Volkspflegerinnen aus. 2. Eine Kinderpflegerinnenschule in Frankfurt a. M. mit l'/rjähriger Ausdil- Dunr'sDauer und Adschluhexamen. 3. Ein Kinder- gärt lerinnenfeminar mit zweijähriger Berufsausbildung und staatlichem Schlußexamen in Wiesbaden beginnt feine Ausbildungslehrgänge im Herbst 1943. 4. Für die Ausbildung des Schwestern- Nachwuchses stehen 10 Krankenpflegeschulen zur Verfügung. Davon sind zwei in Darmstadt, zwei in Frankfurt, zwei in Mainz und je eine in Worms, Hanau, Friedberg und Gießen. Allen Krankepflegeschulen sind zur Unterbringung Der Teilnehmerinnen Jungschwesternheime angegliedert. 5. Im NSV.'Schulheim in Frankfurt nm Main ist für befähigte Mitarbeiterinnen der NSV. Gelegenheit zur Fortbildung und Erreichung der Mittleren Reife gegeben, wodurch Der Weg für eine höhere Fa chb eru fs ausbildung frei wird. 6. Nach- schulungslehrgänge für Haushaltshelferinnen und Volkspflegerinnen. 7. In Der NSV. -Gauschule bei Mainz wird in fortlaufenden Kursen die Ausbildung der besten Kräfte innerhalb Der NS.- Volkswohlfahrt ergänzt.
Frauen und Mädchen, die sich für einen Frauenberuf Der NSV. interessieren, roenDen sich am zweckmäßigsten an ihre NSV.-Kreisamtsleitung, von der alle Anträge bearbeitet und meitergeleitet werden.
Au« der etaM Gießen j Die Operationsschwester.
Tiefe Stille herrscht im Operationssaal, nur unterbrochen vom Klirren der Instrumente und Den leisen Anweisungen Des operierenden Arztes. Ruhig und sicher waltet Schwester Margarete ihres Amtes als Operationsschwester. Sie weiß genau, was Der Arzt braucht unD reicht ihm das Erforderliche zu, noch bevor er es verlangt.
Eine der Iungschwestern — zum erstenmal bei einer Operation anwesend — ist ziemlich am Rande ihrer Nervenkraft angelangt. Die Operationsschwester streift sie mit einem flüchtigen Blick; sie kennt den Zustand, es packt jede beim erstenmal.
Der Arzt legt die Instrumente aus der Hand. Schwester Margarete deckt Den Patienten sorgsam zu. Vorsichtig wirD er Dann hinausgefahren. Ein paar kurze Worte zwischen dem Arzt und der Operationsschwester, bann verläßt Der Arzt Den Saal — fertig für heute. Nun müssen die Instrumente gereinigt und verwahrt werden. Kurz und knapp gibt Schwester Margarete ihre Anweisungen. Die Jung- schwcstern machen sich ans Werk.
Schwester Margarete aber wendet sich nun her Jungschwester Barbara zu. Die lehnt blaß und starr an der Wand und kämpft mit Tränen. Die freundlichen Worte der Operationsschwester lösen die Starre, sie ist bis ins tiefste- aufgerüttelt, die junge Schwester Barbara. Sie hatte so danach gedrängt, einmal bei einer Operation Dabei fein zu Dürfen, unD jetzt hatte sie Das Gefühl, versagt zu haben. Den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Schwester Margarete beruhigte sie. Mit diesem einen Mal sei noch gar nichts entschieden, außerdem habe Der Schwesternberuf so viele Einsatzmöglichkeiten außer den verschiedenen Tätigkeitsgebieten im Kranken hause: in Säuglingspflege, Kinderpflege, Gemeinde- pflege. Barbara' müsse sich ja nicht unbedingt bas Spezialgebiet der Operationsschwester aussuchen.
Gewiß, aber Barbara hat nun einmal den Wunsch, gerade Helferin des Arztes im Operationssaale zu werden.
Nun gut, doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Erst muß Barbara Die Schwesternprüfung ablegen, bann noch eine Zeit im Krankenhause praktisch arbeiten, Darauf erst kann sie daran denken, eine Spezialausbildung durchzumachen. Barbara hat also Zeit genug,'sich Darüber klar zu werden, ob ihre Begabung und Eignung für die Anforderungen, Die an Die Schwester als Helferin des Arztes gestellt werden, ausreichen.
Und während sich Barbara getröstet und ermutigt Den Kameradinnen zureiht und hilft, wenden fid) Schwester Margaretes Gedanken dem eigenen Leben und zurückliegenden Jahren zu. Auch sie war einst Jungschwester, auch sie hatte Das Erlebnis Der ersten Overcttion tief erschüttert. UnD doch fand sie das Ziel, das unverrückbar vor ihren inneren Augen stand. Es war ein langer, mühevoller Weg gewesen. Wie gut haben es heute Die Iungschwestern in ihren schönen Heimen, unter mütterlicher Beratung!
. Könnte ich nochmals sunp sein, ich würde von vorn anfangen, denkt Schwester Marggrete weiter — und wieder Schwester werden. H. A.
Studienrat Dr. Fritz Fischer f.
Allzu früh verschied im Alter von 53 Jahren Der Studienrat am Landgra'f-Ludwigs-Gymnasium Dr. Fritz Fischer. Am 13. April 1889 in Offenburg geboren, trat er Ostern 1898 in die Sexta des Land- grgf-Ludwigs-Gymnasiums zu Gießen ein. Im März 1907 bestand er die Reifeprüfung, dann studierte er bis 1912 in Gießen und Tübingen die alten Sprachen. Das Seminarjabr und das zweite Vorbereitungsjahr für das höhere Lehramt verbrachte er wiederum am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Nach seiner Ernennung zum Studienassessor am 1. April 1914 trat er als Einjährig-Freiwilliger bei Dem Jnf.- Regt. 116 zu Gießen ein. Am Weltkrieg nahm er von Kriegsbeginn bis 15. Dezember 1918 teil. Im Juli 1915 wurDe er zum Leutnant d. R. befördert. Nad) seiner Entlassung aus dem Heeresdienst kehrte er als Volontär' an das Landgraf-Ludwigs-Gym- nafium zurück. Von April 1919 bis Ostern 1921 verwaltete er eine Lehrerstelle am Realgymnasium zu Gießen. Am 16. April 1921 wurde er zum Studien- rat am Landgraf-LuDwigs-Gymnasium ernannt, wo er bis September 1939 außerordentlich segensreich wirkte. Bei Kriegsausbruch wurde er als Haupt» mann zur Wehrmacht einberufen und am 1.11.1942 zum Maior d. R. befördert.
Dr. Fischer war ein hervorragender Lehrer und Erzieher der Jugend. In unermüdlicher und rastloser Arbeit war er viele Jahre hindurch auch als Leiter der Altsprachlichen Abteilung des Pädagogi- lchen Seminars tcttig, um den Referendaren das Rüstzeug für den späteren Beruf mitzugeben. Großer Erfolg und nachhaltige Wirkung waren immer seiner unterrichtlichen und erzieherischen Tätigkeit befehle-
Den. Durch fein freundliches, stets heiteres und liebe- volles Wesen hat er es während feiner zwanzigjährigen Tätigkeit am Landgraf-Ludwigs-Gymna- fium verstanden, sich die Zuneigung unD Liebe seiner Schüler, die Hochachtung und Wertschätzung Der Amtsgenossen unD Das Vertrauen der obersten Schul- behörDe unD auch der Elternschaft in reichstem Maße zu erwerben. Der Jugend trat er stets mit warmem Herzen und großem Verständnis entgegen; er war seinen Schülern ein väterlicher Freund und gütiger Berater. Das große Wohlwollen, das er jederzeit der Jugend entgegenbrachte, lag in seinem / edlen und vornehmen Charakter begründet. Er besaß ein tiefes Gemüt und ein goldenes Herz. Dr.'Fischer war ein Mann, der streng gegen sich selbst und unbeirrt von äußeren Einflüssen in hoher Auffassung feines Berufes einen geraden Mea durchs Leben ging, ein Mann von eiserner Selbstdisziplin und strengster Pflichterfüllung. Bei Den Lehrern und Schülern des Landgraf-Ludwias-Gymnasiums wird er in gutem Andenken bleiben.
H'er gibt es keine Sremen.
Zum Opfersonntag am 14. TNctrz.
NSG. Unser Sozialismus zeigt uns allen und auch dem einlachsten Menschen unter uns, daß das Leben mehr bedeutet als nur arbeiten, essen und schlafen. Alle Probleme des nationalen Lebens und vor allem auch Der Zukunft unserer Nation werden vom Nationalsozialismus in Der Erziehung zu einem unüberwindlichen Gerne, nschattsernpfinden angepackt und bezwungen. Das Ziel dieser gemeinsamen Arbeit unseres Volkes ist Die Erreichung eines höheren Lebensstandes.
Um Die Erhaltung dieses Sozialismus kämpft heute Der deutsche Soldat. In den Gewittern dieses größten aller Kriege setzt er unerschrocken und mutig sein Leben ein, Denn er weiß, daß ein totaler Krieg ausgetragen wird und daß es Dabei um Sein oder Nichtsein der ganzen Nation geht. Er weiß deshalb sein Leben und seine Waffen immer entscheidender ein zu setzen, immer opferbereit und treu. Diesem Ein» satz wird sich am kommenden Opfersonntag die Hei-
mat an Die Sette stellen und durch ihre Spende zum Ausdruck bringen, daß sie verstanden hat, worum es in Den schweren Kämpfen im Osten geht.
Auszeichnung für Stalingrad-KLmp'er
NSG. Die Befehlshaber Der Wehrkreise werden Dafür sorgen. Daß alle Stalingrad-Kämpfer in Den Besitzt Der verdienten Auszeichnungen unD Karnvf- abzeichen gelangen, unb Daß Die Angehörigen aller gefallenen oDer vermißten Stalingrad-Kämpfer die diesen verliehenen Auszeichnungen nebst Besitz- urkunden ausgehändigt erhalten. Nähere Auskunft erteilt jedes Wehrmeldeamt.
Der Unteroffizier im großdeutschen Heer.
NSG. An allen Fronten sind es Unteroffiziere, die als Führer kleiner und kleinster Einheiten oft das Gefecht entscheiden. Als Gruppen- und Zugführer, als Stoßtruppführer, Nachrichtentruppführer, Gra natwerfertruppführer, als Geschützführer, als Stützpunkt- unb Panzerkommandanten. Ueberall bilden sie däs Rückgrat des Heeres. Einen großen Teil der Enderfolge verdanken wir ihrer Führung und Leistung.
Jeder junge Deutsche, der gesund, zuverlässia und einsatzbereit ist, kann mit 17 Jahren als Unter offizier-Bewerber in das großdeutsche Heer ein- treten. Verpflichtung kann erfolgen für eine Dienst zeit von 4% ober 12 Jahren. Melbungen nimmt zu jeder Zeit das nächste Wehrbezirkskommanbo entgegen. Die Arbeitsdienstpflicht ist für Unteroffizier Bewerber auf brei Monate verkürzt. Truppeneinheit unb Waffengattung können selbst gewählt werden. Die Beförderung zum Unteroffizier ist bei Frontbewährung nach neunmonatiger Dienstzeit möglich. Bei entsprechender Leistung kann auch tue lieber» nähme in die Offizierslaufbahn erfolgen. Ein zweiter Weg zum aktiven Unteroffizier geht über die Unteroffizier-Schulen. Bewerbungen sind an das We^r bezirkskommando ober an die Annahmestellen für Heeres-Unteroffiziers-Schulen, Berlin W 35, Vikto riastraße 32, zu richten.
Glück auf, Renate!
Roman von Ernst Srau.
17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Auch unerquickliche Dinge sollte Renate hier len» nenlernen. Büroklatsch blüht in jedem größeren Betrieb. Auch in den Kontoren von Hammerkott trieb er seine mitunter recht häßlichen Blüten, unb besonders „Die Neue" bot Anlaß zu mancherlei Vermutungen und hämischen Anmerkungen.
Daß Terbrüggen sie so plötzlich außer der Zett eingestellt hatte, war noch nicht einmal sonderlich aufgefallen. Obgleich Der Pförtner in vertrautem Kreise ihr erstes Auftreten entsprechend geschildert und es an Den dabei Üblichen Randbemerkungen nicht hatte fehlen lassen. Daß sie Dann nicht gleich den rechten Ton fand, sich auf Die neue, ungewohnte Umgebung einzustellen, nahm man schon als Überheblichkeit auf. Aber ein richtiges Kopfzerbrechen gab es erst, als man sehen mußte, daß Direktor Terbrüggen Dieses neue Fräulein Schmidt so merkwürdig zuvorkommend behandelte, baß er für sie niemals ein grobes Wort fand, mit dem er sonst nicht gerade zu sparen pflegte. Das ging gewiß nicht mit rechten Dingen zu. Wußte man schon nicht so ganz, was man von Dem sonderbaren Verhältnis zwischen Terbrüggen und seinem Sekretär halten sollte, von dem doch manches Merkwürdige nach außen drang, so war man sich um so mehr Darüber im klaren, daß zwischen Dem Direktor und der „Neuen" gewisse Beziehungen bestehen mußten, die einige Vorsicht geboten. Diesem Terbrüggen war es schon zuzutrauen, daß er hier eine Aufpasserin hingesetzt hatte, die ihm alles hinterbringen würde, was für seine Ohren eigentlich »weniger bestimmt war. Nur Meinders lächelte zu solchen Erörterungen, aber er sprach stch nicht wei
ter aus. Er ahnte, daß hier mehr dahintersteckte und baute Darauf seine eigenen Pläne.
So kam es, daß Renate, die sich redlich Mühe gab, ihren selbstgewäblten Posten auszufüllen, bald merken mußte, daß iyr von den Kollegen und Kolleginnen nicht Das Vertrauen entgegengebracht wurde, das sie erwartet hatte. Im Gegenteil, sie mußte sehr bald Die Erfahrung machen. Daß man sich ihr gegenüber verschlossener gab, als sie es nach ihrem eigenen Entgegenkommen hätte fordern Dürfen. Doch sie fand das alles zunächst noch ganz in Der Ordnung und glaubte, daß sich diese so wenig kameradschaftliche Zurückhaltung bei einem längeren Zusammenarbeiten schon legen würde.
„Ich bin über Das Wochenende mit meinem Vater in Köln verabredet", sagte sie am Freitag zu Terbrüggen, als dieser eben damit fertig war, ihr eine Reihe von Briefen zu diktieren. Sie saß ihm Dabei gegenüber auf Dem Platz von Meinders und packte nun ihre Schreibsachen zusammen. „Wenn Sie vielleicht etwas Wichtiges für ihn haben, will ich es natürlich gern mitnehmen."
Er sah sie einen Augenblick sinnend an. Sie fuhr nach Köln ... am Samstag ... ? Ein Gedanke sprang in ihm auf. Da bot sich vielleicht Die Möglichkeit, nach Der er schon feit Tagen suchte.
„Wichtiges ...?" meinte er nachdenkend und hob die Schultern. „Da liegt im Augenblick wohl nichts besonderes vor. Aber Der letzte Monatsbericht ist fertig ... wenn Sie Den mitnehmen wollen ..."
(5ie war schon auf Dem Wege zur Tür und blieb nun neben ihm stehen.
„Gut. Aber vielleicht haben Sie noch etwas anderes, es braucht ja nicht ganz so wichtig zu sein, ich ... ich mochte ihm doch zeigen, daß ich mich hier schon etroas'eingearbeitet habe", setzte sie hinzu, vertraulicher, als sie es sonst gegen Terbrüggen war.
Der horte diese Wandlung nicht ungern, und ein fast dankbarer Blick traf sie. Hübsch ist sie, dachte er dabei. Ein hübsches, gerade gewachsenes Mädchen, wie man es nicht alle Daye traf. Und in ihrer Hand
lag alles, lag alle Macht, nach der er strebte. Wer einmal diese kleine Hand eroberte, war Herr auf Hammerkott.
„Aber gern ... wenn ich Ihnen helfen kann ... natürlich", sagte er verbindlich und stand ebenfalls auf. Schade, daß ich ein wenig kleiner bin als sie, mußte er wieder denken. „Ihr Vater wird sich sicher sehr freuen, wenn er hört, daß Sie ... Er brach mitten im Satz ab, denn Meinders trat eben ein. Rasch wechselte er den Ton. „Also den Brief an das Syndikat schreiben Sie dann bitte zuerst, Fräulein Schmidt", fertigte er sie geschäftlich ab, und ein ärgerlicher Blick auf den anderen begleitete seine Worte.
Mit unsteten Fingern kramte er hastig und ziellos in den Papieren, die sich vor ihm auf Dem Tisch häuften. Ich muß mir diesen Menschen vom Halse schaffen! Einmal muß es mir doch gelingen. Immer wieder sprang dieser Wunsch in ihm auf, wenn sich Der andere mit diesen unverschämt lässigen Bewegungen ihm gegenübersetzte. Er muß hier weg! Ich ertrage es ganz einfach nicht länger, daß er mir überall hier im Wege steht und mit seinem Wissen um die Vergangenheit Wucher treibt. Aber alle Versuche, Die er bisher in dieser Richtung unternommen hatte, waren stets an der Wachsamkeit Des anderen fehlgeschlagen. Meinders war ein schlauer Fuchs. Es sah aus, als ob er die Absicht hätte, sich für seinen Lebensabend hier zur Ruhe zu setzen.
„Sagen Sie, Meinders", begann Terbrüggen nach einer Weile mit harmloser Miene, „ich habe schon wiederholt Darüber nachgedacht, daß es eigentlich an Der Zeit wäre, in Bremen ein eigenes Verkaufskontor einzurichten. Unsere Beziehungen zur Schifffahrt haben im Laufe Der Jahre Doch nun einen Umfang angenommen, der so etwas durchaus recht- fertigen wurde. Auch für den weiteren Ausbau unserer Exportverbindungen konnte es nur von Nutzen sein."
Meinders zündete sich aufhorchend die unvermeid- Nche Zigarette an. Wenn Terbrüggen so freunb-


