Ausgabe 
9.3.1943
 
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Die LlL>A. fordern einekleine Geste".

Befehl der Verantwortungsfreudigkeit.

Neue Borschristen

für den Nechtsanwaltsberuf.

Der Reichsmimster der Justiz kann künftig Rechts­anwälte, die das 65.Lebensjahr erreicht haben, in den Ruhestand versehen, wenn sie nicht mehr die geistige und körperliche Beweglichkeit be­sitzen, die zu einer volksnahen Ausübung des An- waltsberufs erforderlich ist. Für den in den Ruhe­stand versetzten Anwalt bzw. seine Hinterbliebenen wird je nach wirtschaftlichen Bedürfnissen aus Mit teln der Reichsrechtsanwaltskammer eige Alters­versorgung gewährt. Die Ehrengerichtsbarkeit über Rechtsanwälte und Anwaltsastessoren wird für die Dauer des Krieges an Stelle der rein berufsstän- dischen Ehrengerichte von den staatlichen. Dienst­strafgerichten ausgeübt. Diese entscheiden in erster Instanz mit dem Oberlandesgerichtspräsiüenten als Vorsitzenden sowie einem Richter und einem Rechts­anwalt als Beisitzer. Damit ist zugleich eine einheit­liche Ausrichtung der Anwaltsehrengerichtsbarkeit auf die Ziele der Staatsführung gewährleistet. Das bisherige Recht des Präsidenten der Anwaltskam- mer, kleine Strafen zu verhängen (Warnung, Ver­weis, Geldstrafe bis 500 RM.) bleibt bestehen.

Vereinfachungen bei der Arbeitsfront.

Im Bereich der DAF. werden alle Arbeiten sofort eingestellt, die nicht ausschließlich dem Ziel des totalen Arbeitseinsatzes dienen. Als kriegswichtig gelten nur noch Arbeiten zur Erhaltung der Schaf­fenskraft, zur Stärkung des Leistungswillens, zur Aufrechterhaltung des Arbeitsfriedens und der Ar­beitsdisziplin-und Maßnahmen lohnordnender Art. Die Betreuung wird möglichst in die Kreise ver­lagert; die Gaue, Dienststellen und das Zentralbüro werden mit einem geringen Personal nur noch wirk­liche Führungsaufgaben übernehmen. Ein in Per­sonalunion mit dem Geschäftsführer der DAF. neu zu bildendes Führungsamt faßt die Arbeits­gebiete des Organisationsamtes, Schulungsamtes, Presseamtes, Propagandaamtes und Personalamtes, zusammen. Das Jugendamt wird mit dem Amt für soziale Selbstverantwortung vereinigt, das Amt Be­rufswettkampf mit dem Amt für Leistungsertüchti­gung. Die Fachämter werden zu einemAmt für Betriebsgestaltung" zusammengeschlossen. Es wird durch den Leiter des Amtes für soziale Selbstver­antwortung mitverwaltet, Die Aemter vonKraft durch Freude" werden mit den Arbeitsgebieten KdF.-Truvpenbetreuung und DAF.-Betreuung der Werkschaffenden vereinigt. Das Arbeitswissenschaft- liche Institut wird nur in kleinstem Umfang weiter-

treffe zu, warum mache England die kleine Geste nicht den USA. als kleine Kompensation für ihren Edelmut diese Stützpunkte ganz zu überlassen.

In dieses Stützpunktthema U^A. England pastt auch eine die wahre Absicht der USA. vorzüglich illustrierende Erklärung des Vorsitzenden des Ma­rineunterausschusses des Repräsentantenhauses, des Abgeordneten Magnussen. Dieser erklärte ganz offen:Wir brauchen diese Stützpunkte; wir wer­den uns keine Kopfschmerzen machen, wie mir sie bekommen. Wir werden sie einfach nehmen. Magnussen fügte hinzu, daß es immerhinmög­lich" sei, alle Vereinbarungen auf einer vernünftigen und das Gleichgewicht berücksichtigenden Basis zu treffen. Der Stille Ozean müsse nach dem Kriege, einNordamerikanischer See" werden. Im ganzen Pazifik müßten die USA. Inselstütz- punkte als Brücke besitzen. Die Regierung des. briti­schen Dominions Neuseeland habe durch ihren Ge­sandten in Washington bereits wissen lassen, daß sie bereit sei, die Benutzung neuseeländischen Gebietes durch die Vereinigten Staaten zu diskutieren.

heißen Empfang gerechnet hatten.

Hauptsturmführer Eichhorn hatte mehr getan als seine Pflicht, denn er war nicht der Führer einer dieser Kompanien. Niemand hatte ihm einen Be­fehl hierzu gegeben, es fei denn die. Verantwor- tungsfreüdigkeit seines soldatischen Gewissens. - ---Kriegsberichter Kurt Dittwald.

Aus dem Reich.

Fünf Jahre NS -Neichslriegerbund.

Vor fünf Jahren bestimmte.der Führer den da­maligen Deutschen Reichskriegerbund als NS.-Reichs- kriegerbund zur alleinigen Organisation aller ehe­maligen Soldaten der alten Armee und der neuen Wehrmacht. Alle soldatischen Bünde mit Aus­nahme der NSKOV. und des Reichstreubundes gingen im NS-Reichskriegerbund auf. Von den drei Millionen Männern der 42 000 Kameradschaf­ten des NS.-Reichskricgerbundes stehen über 300 000 Kameraden wieder bei der Wehrmacht. Von ihnen tragen 132 das Ritterkreuz, zehn das Eichenlaub und ein Kamerad, Mäjor Graf, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten, lieber 2Vs Millionen Männer des Reichskriegerbundes bilden ein Rück­grat der Landwacht, der Heimatflak, stehen im Dienste des Roten Kreuzes, des Luftschutzes oder -sind bei Bewachungs komm andos eingesetzt.

Oer Urlaub im öffentlichen Dienst.

Der Reichsminister des Innern hat eine weitere Kürzung des Erholungsurlaubs der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst für das Urlaubs­jahr 1943 angeordnet. Erholungsurlaub wird nur gewährt, wenn nach Ansicht des Dienstvorgesetzten eine Urlaubsbedürftigkeit vorliegt und die Geschäftslage der kriegswichtigen Arbeiten den Urlaub zuläßt. Der Erholungsurlaub beträgt

stärkt werden.

Auch im ycmen amerikanische Fühler

Rom, 8.März. (Eüropapreß.) Auch im arabi­schen Staate fernen, so meldetPiccolo", beginnt die Durchdringung des Landes durch die USA. Unter dem Vorwand wirtschaftlicher Hilfeleistung fei es der USA.-Regierung gelungen, Wir'tschasts- d e l e g i e r t e bei der Verwaltung des Landes unter­zubringen. Auch feien bereits einige technische mili­tärische Berater eingetroffen, die die Trup­pen des fernen in der Handhabung des Kriea«- , Materials ausbilden sollen, dessen Lieferung die

USA. in Aussicht gestellt hätten.

Neuer Hilferuf aus Tfchunking.

Schanghai, 9. März. (DNB>Funkspruch.) Die tschungking-chinesische ZeitungNational Herald" fordert in einem dringlichen Hilferuf erneut eine sofortige und tatkräftigere Unter st ützung Tsänmgkings durch die Vereinigten Staaten und England. Das Blatt verlangt vor allem eineIn­tensivierung des Feldzuges in Bur­rn a", um die Wiedereröffnung der Burma- Straße zu ermöglichen.

grundsätzlich höchstens vierzehn Werktage unb für Beamte und Angestellte, die vor dem 1. April 1894 geboren find, grundsätzlich höchstens zwanzig Werk­tage. Eine Übertragung von Urlaubsresten aus dem Urlaubsjahr 1942 über den 31. März 1943 hinaus findet nicht statt, ebensowenig eine Abgeltung nicht erhaltenen Erholungsurlaubs. Der Urlaubsbeginn ist während der Zeit vom 1. Mai bis 30. September grundsätzlich" aus die Wochentage Dienstag bis Frei­tag festzusetzen, es sei denn, daß* eine Reise nicht beabsichtigt oder der Antritt der Reise nicht rn der Zeit von Samstag bis Montag erfolgt. Unberührt bleiben die Sondervorschriften über Erholungszeit nach Entlassung aus dem Kriegswehrdienst für be­schädigte Beamte und Angestellte, bei Arbeiten mit besonderer gesundheitlicher Gefährdung und für ab­geordnete verheiratete Beamte und Angestellte bet Reisen zum Besuch der Familie. Auf Beamte und Angestellte der Wehrmacht findet die Anordnung keine Anwendung.

Neue Richtlinien

zur Fremdenverkehrslenkung.

Die dritte Reichskleiderkarte ist fürÖen Eintrag der Aufenthaltsdauer biszum 31. März 1943 befristet. Ab 1. April 1943, dem Beginn eines neuen Urlaubsjahres, gilt für die Eintragung von Kur- und Erholungsaufenthalten ausschließ­lich die vierte Reichskleiderkarte; der Eintrag in diese hat auf der Innenseite des Stamm­abschnittes auf den mit den Nummern 1 und 2 ge­kennzeichneten Feldern, bie"1 für diesen Zweck be­stimmt sind, sofort nach der Ankunft zu erfolgen. Wer die Reichskleiderkarte nicht sofort bei der An­kunft vorlegt, darf zum Zweck des Erholungs- und Kuraufenthaltes nicht beherbergt werden. Aekztlichc Zeugnisse gelten nur für eine Heilkur in Heilbädern und heilklimatischen Kurorten; sie sind zwecklos als allgemeiner Ausweis bei reiner Erholungsbedürf tig'keit. Wer gegen die Bestimmungen der Frem- denverkehrslenkung verstößt, wird bestraft und muß an seinen Wohnsitz zurückkehren. Es ist daher er­forderlich, vor Antritt eines notwendigen Erholungs­oder Kurauenthaltes sich der Zulässigkeit des Aufent­haltes zu vergewissern. In Zweifelsfällen erteilen die Reisebüros und die örtlichen Fremdenverkehrs- stellen Auskunft.

Stockholm, 8. März. (DNB.) Der den, Staat Maryland im USA.-Kongreß vertretende Senator Millard Tyd ings lieferte zur Politik Roosevelts, das britische Empire zu beerben und den Englän­dern sowie auch anderen Staaten in der westlichen Hemisphäre möglichst viele wichtige strategische Stutz­punkte wegzunehmen, einen bemerkenswerten Bei­trag. Tadings verlangt die Umwandlung d e r Leih- und Pachthilfe m eine«ttaße des wechselseitigen Verkehrs" und fordert daß die Emp­fänger der USA.-Hilfe, besonders Großbritannien, jetzt einen Gegendienst leisten sollten, indem sie den USA. strategisch wichttge Stützpunkte end- l t i q ü b e r l a s s e n, sollten. Der Senator nennt als Beispiel gewisse Inseln im Karibifchen Meer die England den USA. als Gege^^^usi.9 für die Lieferung von 50 veralteten USA.-Zersto- rern auf 99 Jahre verpachtete und meint ironisch, Elmrchill persönlich habe festgestellt, daß die Politik der Pacht- und Leihhilfe der USA. den e d e l mu­tig st e n A k t darstelle, der je von einer Regierung in der Geschichte her Welt unternommen wurde. Wenn diese Feststellung Ehurchills zutreffe, und sie

NSG. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des s Eisernen Kreuzes an ---Hauptsturmführer Hugo < Eichhorn im Pionier-Bataillon einer Panzergre- i nadier-Division der Waffen---. Eichhorn stammt aus 1 Weilmünster im Taunus. Dor dem Kriege ' war er Ordensjunker der NSDAP, und Hauptamt- lich im Parteidienst des Gaues Hessen-Nassau tätig, j Als nach Tagen des heftigsten Schneesturmes die trübe Wintersonne mit ein paar verheißungsvollen Strahlen wieder die weiße Steppe erfüllte, zogen zwei Kompanien eines ---Pionier-Bataillons nach O. Mit den zurückgelgeten Kilometern versank die Erinnerung an die schweren Kämpfe der letzten Wo- ; chen, denn vor ihnen lag die neue Ortsunterkunft, die, bereits im rückwärtigen Kampfgebiet liegend, als Ruhequartier beide Kompanien für ungewisse Zeit aufnehmen sollte.

Todmüde und zerschlagen sanken die Männer, dicyt zusammen gedrängt, in ihre Decken. Draußen pendelten die Posten Stunde um Stunde durch die Schneewehen. Don Zeit zu Zeit lauschten sie ange- pannt in die Nacht hinaus, denn wenn sie auch weit hinter der eigentlichen Front lagen, auf Ueberra- schungen muhte man ständig gefaßt sein, ßängft mar hier am Rande der schier grenzenlosen Steppe aus der starren Front, der festen Hauptkampflinie, der Bewegungskrieg" der einzelnen Kampfgruppen ge­worden, geren Aufgabe vornehmlich der Kampf um Stützpunkte war. Hierbei lag das Schwergewicht, be­dingt durch den unerbittlichen russischen Winter, in der Beherrschung der größeren Ortschaften. So wa­ren auch im Abschnitt dieser ---Panzergrenadier- division die vorderen Kampfgruppen nicht im üb­lichen Sinne angelehnt. Die Verbindung zwischen ihnen wurde meist durch pendelnde Spähtrupps auf- genomnien.

Diesen Umstand nutzten die Kommissare eines sowjetischen Regimentes, um ihre Truppen rück­sichtslos vorzutreiben, die keuchend eine ganze Nacht lang durch den Schnee stapften, um den südostwär- tigen Flügel des Divisionsabschnittes zu umgehen und in feine fast offene, tiefe, rechte Flanke einzu­fallen. Die Bolschewisten wußten auf diesem Marsch, daß denjenigen, der unterwegs liegenblieb, ein an­derer, unheimlicherer Politruk faßte. Freilich war er gnädiger, er trieb sie nicht mehr weiter, sondern zwang sie mit eisiger Hand nieder, um sie nicht mehr loszulassen: der Frost. In O. aber winkten warme Quartiere, wo sie vielleicht auch noch einige Lebensmittel und eine warme Mahlzeit erbeuten würden. So hatten die Kommissare gesagt...

Die Stille des ersten Morgengrauens wurde durch heftiges Gewehr- und MG.-Feuer zerrissen. Die Männer der beiden Pionierkompanien fuhren aus schwerem Schlaf. 5ßar plötzlich der Feind im Ort? Im Hinausstürmen ergriffen sie ihre Waffen, schoben die Handgranaten in die Stiefel und zwi­schen das Koppel, Spannschieber und Sicherungs­flügel nackten. Draußen knallte es von allen Seiten, aber noch war vom Feind nichts zu sehen, und die Kameraden erkannten sich nur schwer im noch un­gewissen Licht. Jetzt krachten die ersten Einschläge der sowjetischen Artillerie. Einige hundert Meter noch, dann mußten sie mit den Bolschewisten zu- i fammenlaufen. Dann würde der Kampf Mann » gegen Mann du oder ich' entscheiden müssen. > Der Stützpunktkampf um O. hatte begonnen. Noch « kannte man die Stärke des so überraschend aufge- ; tauchten Gegners nicht, doch mußte es sich, schon nach dem ersten Gefechtslärm zu schließen, um

wies, die diejenigen haben, die ein Versailles über das deutsche Volk verhängten.

Wir haben Versallles nicht vergeßen. Wir haben nicht vergessen, wie es den Abgesandten des Reiches ging, als sie kamen, den Worten eines Wilson ver- trauenb, den Schlußstrich unter das vierjährige Dölkerringen zu ziehen. Wir Deutschen vergeben aber auch nicht, was nach diesem Versailles kam. Wir vergessen es nicht, wie sie dann kamen und uns alles nahmen, was ihnen nehmenswert schien. Wir vergessen es nicht, wie sie unsere Industrien zerschlugen, unseren Handel unt). Verkehr an sich rissen, wie sie uns unserer Kolonien beraubten, die deutscher Fleiß aufgebaut hatte. Mir vergessen es aber auch nicht unverwischbar liegt es in unserer Erinnerung, was dann kam. Wie an allen Ecken unsere jungen Menschen standen und nicht mehr ar­beiten konnten, weil sie es verlernt hatten, weil sie nicht mehr arbeiten durften. Wir vergessen nicht die Züge der Not und Verelendung, der Verlotterung und inneren Verwahrlosung in den Gesichtern derer, die da nor ben Arbeitsämtern standen und dort, wo mildtätige Hände ihnen etwas zu essen reichten.

Grausam ist der Bombenkrieg, gemein fmb die Terrorangriffe des Feindes gegen Menschen, Die gar nichts mit dem militärischen Geschehen zu tun haben. Beklagenswert sind Die, Die Heim und Herd und oft auch ihre Lieben verloren haben. Bitter weh tut es, die schönen, unersetzlichen alten Städte des Reiches in Trümmern liegen, von ehrwürdigen Domen nur noch Ruinen gegen den Himmel ragen m sehen. Diese wecken die Gefühle, die das deutsche Volk sonst kaum kannte, heute aber braucht: pte Gefühle, diejenigen abgrundtief zu hassen, die zu feige und zu schwach, auf ehrlichem Kampfplatz sich dem Gegner zu stellen, das nun zerstören, was aufzubauen sie nie imstande gewesen wären.

Noosevelts Imperialismus in Nordafrika.

Tanger, 9.mär». (DNB. Funkspruch.» Die Ab- schlußkagunn des Obersten Kreditrates IN Alp.er qibt der Z-itunqEcho de Tanger" Anlab, die Auf. gaben dieser Institution einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. In Wirklichkeit, so schreibt das Blatt, ist die Schaffung des Kreditrates nur em Beweis Dafür, daß die Bevölkerung Nordafrikas in wachsen­dem Maße herangezogen werden solle, die Krieg s- kosten der Achsengegner auf sich zu nehmen. Don ihr werde nicht nur verlangt, ihr Leben für den USA.-Jmperialismus zu opfern, sondern man wolle ihr auch un geh e ure f i n anzi elle La­st e n auferfegen. Alle diese Opfer wurden der Be­völkerung Nordafrikas zugemutet, ohne daß eine Aussicht dafür bestände, daß die Yankees jemals das Land wieder verlassen.

ttSA.-Kommissionen in Nahost verlangen neue Zwangslieferungen. Istan bul, 9. März. (DNB.Funkspruch.) Nach einer Meldung des Senders Bagdad hat eine der Zahlreichen USA.-Kommissionen, die die nahöstlichen Länder nach Möglichkeit zur Produktion und Le- bensmittelbeschafiung durchforschen, ihre Ausgabe im Irak beendet und ist nach Iran roeiterge= reift. Vor ihrer Abreise sei sie von Nuri Said, dem irakischen Ministerpräsidenten, empfangen worden. Dabei sei davon gesprochen worden, wie der Irak seine Zwangslieferungen an die Militär­einheiten der USA. und der Briten zu steigern habe. Dom 11. bis 17. April soll im Irak und Iran eineSammelwoche zugunsten der britischen Wehrmacht" durchgeführt werden. Die Auspressung der Bevölkerung, die schop erheblich unter der Ab- gäbe ihrer Lebensmittelvorräte an die Besatzungs­truppen leidet, soll nUn auf diese zynische Weise ver­

stärk überlegene Kräfte handeln. Es konnte also ein erfolgreicher Kampf nur gelingen, wenn ein entschlossener Wille Die überraschten und noch zer­streuten eigenen Kräfte schnell und wuchtig zum Gegenstoß zusammenzwang^

Und es fand sich der Mann, der den Willen und die Besonnenheit zu solchem Wagnis besaß: der ---Hauptsturmführer Eichhorn vom Stabe des ---Pionier-Bataillons, der mit einem dienstlichen Auftrag zufällig in O. weilte und wußte, daß zwei schwache Kompanien des Bataillons in O. Ruhe­quartier bezogen hatten, vih in diesem Augenblick die Führung an sich.

3n die erste Verwirrung dieses ungleichen Kamp­fes fuhren klar und beruhigend seine Befehle und faßten die zwei Kompanien zusammen. Inzwischen waren aus den umliegenden Quartieren auch die letzten Männer herbeigeeilt. Unter dem ordnenden Willen dieses Führers vollzog sich die Bereitstellung schnell und reibungslos. Bei allem Schneid, den Hauptsturmführer Eichhorn nun seinen Männern voranstürmend bewies, war er besonnen genug, von noch im selben Ort untergebrachten Teilen der ---Aufklärungsabteilung seiner Division einige Panzerspähwagen und schwere Waffen anzufordern, mit deren Hilfe er den Gegenstoß dann zu einem vollen Erfolge führte. Don sechs Uhr morgens etwa bis zum frühen Nachmittag tobte der Kampf, der zur restlosen Vernichtung der überraschten Sowjets führte- die mit geringem Widerstand und warmen Quartieren, aber nicht mit einem so

Licht des Vorfrühlings.

Von Hedwig Forstreuter.

Erster Morgenglanz strahlt vom blauen Himmel und verheißt einen vorfrühlinghcrften Tag, wenn auch die Dächer der Schuppen und Lauben weiß- bereift schimmern. lieber den Feldern ist ein ver- schwimmendes Licht, Kirchturm und Mühle des fer­nen Dorfes stehen scharf abgegrenzt über den Dächern und Wipfeln und wo weiterhin die Sonne ein Stück Ackerland beleuchtet, glänzt es auf in sanften Farben. Da erwacht Sehnsucht, die Stadt zu verlassen, ins Freie zu wandern. Wir nehmen die Gartenschlüssel vom Haken und gehen frohge­mut los, Tüten und Einschlaapapier in der Tasche, denn man kann draußen jetzt schon bescheidene Ernte halten.

Mit uns laufen die Kinder der Siedlung, die sich auf dem Kriegspfad mit den Jungen der nächsten Straße befinden. Die feindlichen Gruppen treffen sich auf der Wiese und stoßen wildes Geheul aus, als sie gegeneinander gehen. Wir streben eilig von diesem Lärmen fort. In dem kleinen Reich der Gärten ist dann nichts als Hühnerkakeln aus den Stallanbauten der Lauben. Ammern rufen dazwi­schen, und ab und an klingt das feine Schwirren der Insekten auf, welche Die Sonne heroorgelockt hat. Es sind Fliegen mit florfeinen Flügeln, eine zarte Mottenart und wirklich schon ein paar verfrühte Bienen, deren tiefer Summlaut für Augenblicke eine Vision des Frühlings in den Garten zaubert.

Und bann sind da an den Beetkanten Reihen von Schneeglöckchen, unterbrochen von Leberblümchen und Winterdluhern, die fonnengelb strahlen. Auch zwischen den Büschen und an der Hecke stehen ge­heimnisvoll anqesiedelt ganze Trupps von Schnee­glöckchen und Märzbechern. In vollkommener Rein­heit und Weiße stehen sie da, fall unwirklich zart über der dunklen Erde, neben ihnen Krokus und frühe Szillas. Und es ist jedes Jahr das gleiche, daß dieser Anblick des überraschenden Blühens in dem foult noch winterlichen ©arten uns säst zu Tränen

rührt. Denn es ist etwas von Einsamkeit um diese Blumen in der unwirtlichen Nachbarschaft sperriger kahler Büsche, umgegrabener Beete, leerer Obst­bäume und zerzauster Sträucher. Kein freundliches Grün schimmert zu ihnen herüber, kein knospender Zweig neigt sich schattend über sie; nur von den Beeträndern grüßen die aufgereckten Spitzen der Tulpen und Hyazinthen herüber, und imKinder­winkel" blühen Stiefmütterchen und Tausendschön kurzstielig und bunt durcheinander. Die Muskat- hyazinthen stecken mit den blauen Trauben noch halb in der Erde, und die Zitronenmelisse hat schon zarte grüne Blätter getrieben. Wir pflücken eins und erquicken uns an dem frischen reinen Duft, der schon Sommer verbeißt.

An den Gemüsebeeten halten wir dann Ernte beim Rosenkohl, schöne dicke Rosen häufen sich in unserem Korb. Gerade ausgerichtet stehen die Ra- pun.zel auf ihren Beetstreifen; wir nehmen eine Handvoll mit, auch die jungen Blätter der Pimper- nellftaube, die so gewürzig den Salat verfeinert und mit Kerbel und Kresse zusammen delikate Frühlings­brote oder Soßen gibt. Jedes noch so bescheidene Abendbrot wird dadurch bereichert.

Um die Laube herum sieht es noch sehr winter­lich aus, die Vögel haben im Komposthaufen nach Futter gesucht, und Spreu und Blätter verstreut, in den Weinranken über der Laubentür haben sie gesessen und große Palaver abgehalten; man sieht es an der Losung, die in weißen Streifen das braune Gerank berunterläiift und auch im Lauben- innem Tisch und Bretterboden bedeckt, denn das durchbrochene Gegitter über dem Ejngang erlaubt das Ein- und Ausfliegen.

Auf dem Rasenplatz nehmen wir den großen Rechen vor und Harken das welke Laub aus dem Grün. Die Sonne brennt uns dabei auf Kopf und Schultern, daß mir die Wärme wie eine Liebkosung spüren, ein zarter Vorgeschmack des sommer­lichen Glücks auf der Liegewiese.

Die Birke im Rasenwinkel läßt ihre schwebenden Zweige spielen, sie ist von biegsamer, federnder mir streicheln ihren ichlarstes Stamm und

freuen un$ schon jetzt auf die Aziriltage, an denen er aus einem Nest von Veilchen emporfteigen wird wie die leibhcrfttge Verkündigung des Fühlings. Heute gehen wir noch ohne Veilchen nach Haus, doch mit Rosenkohl, Kräutern und einem Strauß halb weiß, halb blau von Schneeglöckchen und Leberblümchen.

Neben uns laufen Kinder und sehen verlangend/ auf die Blumen, und französische und ' belgische Landarbeiter in ihren Holzschuhen kommen gegan­gen und summen ein Lied leise und sehr schnell und rhythmisch. Wir verstehen nur den Refrain: Attention, Gaston! Die fremden Worte klingen so sanft und frühlingsselig, daß sie uns nicht stören, sie werden eingeschmolzen jn das große Wunder, das eben zwischen Himmel und Erde geschieht und in dem Sonne, blauer Himmel, Felderweite und ftisches Gras, erste Blumen, Vogelrufe und frohe Menschenstimmen sich so wunderbar vermischen und der Seele ein Paradies vorgaukeln, das nur in Träumen existiert. Doch wie dankbar sind wir, einen Abglanz davon zu haben. Jede Blume trägt ihn in ihrem Kelch.

Zeitschriften.

Im jüngsten Heft der Monatsschriftu n st dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) findet man an der Spitze zu einem eindringenden, erfreulich orientierenden Aufsatz von Heimo Kuchling über Bildnisse Hans Holbeins d. I. eine Anzahl meist ganzseitiger, z. T. farbiaer, technisch ganz vor- flüglkber Reproduktionen. Sehr interessant, auch technisch aufschlußreich, liest sich ein Beitrag von Dr. Hans Ankwicz von Kleehoven, der einen lieber» blick über die europäischen Meister der Radierung gibt; das vielseittge, gut gewählte Abbildungsmate­rial reicht etwa von Ostade und Trepolo bis zu Leibl und Thoma. Weitere Beiträge des äußerst gehalt­vollen und sorgfältig ausgestatteten Heftes befassen sich mit denZwei Hexen" von Hans Baldung Grien und mit dem trefflichen Wiener Porträtisten Friedrich non Amerling (1803188%,

Allgemeiner Glelscherrückgang.

Einem Bericht des Beauftragten für die wissen^ schaftlichen Forschungen des. Alpenvereins, Rektor von Klebelsberg (Alpen-Universität Inns­bruck), über die im Sommer 1942 an 56 Glet­schern in allen Teilen des deutschen Alpenraumes durchgeführten systematischen Gletscherfoxschungen des Alpenvereins entnehmen wir folgendes: Im Dachsteingebiet: Der kleine unterirdisch absließendc See, der sich 1941 vor der linken Zunge des Hall­stätter Gletschers gebildet hatte, ist wesentlich größer geworden; der Gletscher kglbt in ihm, d. h. größere Eisblöcke brechen ab und stürzen in das Wasser. In der Silvretta wies den stärksten Rückgang der westliche Dermunth-Ferner mit 53 Meter auf; die Randkluft dieses Gletschers gegen den Piz Duin ist kaum mehr überschreitbar. In den Oetztaler Alpen ist der Hintereisferner besonders stark zurückge- gangen (schon Anfang September um 54 Meter)-, auch eine Dickenabnahme der Gletscherzunge bis zw 11 Metern wurde sestgestellt. Die Fließgeschwindig feit des Gletschers hingegen hat von 16 Meter im Jahre 1941 auf 21 Meter im Jahre 1942 zugenom­men. Der Torfstich vor dem Rotmoos-Ferner deckr interessanterweise bereits zwei Drittel des Brenn- stoftbÄarfs der Schönwies-Schihütte, ein Beispiel dafür, wie vorteilhaft solche hochgelegene Tor'vor- fommen ausgenützt werden können. Im Großglock­ner-Gebiet hat die Pasterze, der größte Gletscher der deutschen Alpen, einen besonders starken Schwund zu verzeichnen. Der große Elisabeth-Fel­sen ragt jetzt mehr als 20 Meter als hohe apere Kuppe über das Eis, während ditzfe Kuppe im Jahre 1924 noch in einer Dicke von mehreren Me­tern von Eis überzogen war. In der Somtblick- Gruppe ist das Freiwerden einer alten Knappen­stube (Felsstollen) im Reiterkar (Rauris) zu Der zeichnen, die bisher unter dem Eis begraben war In dem Stollen fanden sich Geräte und Werkzeuge, wie sie seinerzeit beim Goldberschau verwendet mürben.