Ausgabe 
2.4.1943
 
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Soldaten helfen dem Kriegs-WHW.

Zn der Bergkaserne und bei den Blihmädchen.

Am kommenden Sonntag an dem unsere Solda­ten sich für das Kriegs-Winterhilfswerk einsetzen werden, sollen die Besucher auch in der Bergkä­se r n e mancherlei interessante Ausschpitte aus dem dlenstlichen Leben unserer Grenadiere zu sehen be­kommen. Don 9 Uhr vormittags ab werden dort die Schießlustigen Gelegenheit zum Kleinkaliberschie­ßen Haden. Eine Alarmübung und Vorführungen im Zeltbau wie auch die -Inaugenscheinnahme der feld­marschmäßigen Ausrüstung unserer Grenadiere wer­den die Gäste ebenfalls interessieren. Von 11.30 Uhr ab wird man in der Bergkaserne zu Mittag essen formen; es wird eine gute Einkopfsuppe mit Fleisch­einlage (ohne Marken!) ausgegeben. Die für die Bleidory-Kaserne ausgegebenen Essenmarken sind in der Bergkaserne für das Mittagessen abzugeben,

da- in der Bleidorn-Kaserne kein Essen verabreicht wird. *

Von 11.30 Uhr ab werden auch unsere Nach' richtenhelferinnen, die Blitzmädchen, in einer Unter­kunft (Obus-Hattestelle Graudenzer Straße) einen guten Eintopf verabreichen, durch den die Besucher, gleichfalls ohne Marken, zu einer kräftigen Stärkung kommen können. Zum Essenempfang muß jeder seinen Löffel mitbringen.

Tischmusik zum Essen wird der M u s i k z u g d e r SA.- Standarte 116 machen, der um die Mit­tagszeit in der Bergkaserne und auch bei den Blitz- müdchen konzertieren und die Tischgemeinschaft er- freuen wird.

lieber die Vorbereitungen unserer Flieger werden wir morgen berichten.

Altpapier ist kriegswichtiger Rohstoff.

Dom 4. bis 24. April Altpapiersammlung.

In der Zeit vom 4. bis 24. April wird die Alt­papiersammlung 1943 durchgeführt. Sowohl die Be­triebe als auch die Haushaltungen werden von die­ser Sammlung erfaßt, für die sich die Partei mit ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden einsetzt.

Schon seit Anfang 1940 wird das Altpapier durch die Schulaltstoff-Sammlung erfaßt. Daneben laust die gewerbliche Sammeltätigkeit. Dennoch wird längst nicht genügend Altpapier gesammelt. Trotz der gewaltigen Steigerung in' den Jahren vor dem Krieg sind wir über 27 o. H. des Gesamtpapieroer­brauchs beim Altpapiereinsatz nicht hinausgekom- men. Andere Länder sind auf diesem Gebiet schon wesentlich weiteraekommen. Durch den Krieg hat das Altpapier als Rohstoff gesteigerte Bedeutung er­halten. Es muß alles getan werden, daß hier keine Lücken entstehen. Deswegen wirb die neue Samm­lung durchgeführt.

Es ist durchaus nicht so, daß aus Altpapier.stets wieder nur Papier ober Pappe entsteht. Das Alt­papier dient heute in der Kriegswirtschaft auch für zahlreiche weitere Erzeugnisse als Rohstoffgrund­lage. Der größte Teil der Papier- und Pappen­erzeugung wird allerdings von der Rüstungs­industrie und unmittelbar von der Front gebraucht. Verpackungsmaterial, das namentlich die Front in großen Mengen braucht, wird fast hundertprozentig aus Altpapier und alten Pappenpackungen herge- ftellt. So werden beispielsweise Oelkanister aus Pappe hergestellt, Granathüllen, Munitionspäckchen, Verpflegungsbomben für vorgeschoben,e Truppen usw. Es gibt aber auch Jsoljerrohre, die steinhart sind und aus Strohpapier als Grundstoff angefertigt wurden. Büchsen, Flaschen werden aus Papier her- gestellt, wozu bann je nach dem Füllgut eine Im­prägnierung tritt. Fahrradgriffe, Fässer und zahl­reiche andere Gebrauchsgegenstände können aus Alt­papier als Rohstoff hergestellt werden.

Es eraibt sich daraus, daß jeder die Pflicht hat, kein Stück Papier, keine gelesene Zeitung, keine, leere Zigarettenschachtel oder andere Packuna weg- zuwerfeis. Manches Stück Papier wird zunächst noch als Einwickelpapier dienen können. Es mutz bann aber darauf geachtet werden, daß es nachher wieder- fwairrruw isjrjMuewwPt wjmrr.ni.- iiuwmwm

glattgestrichen und der Altpapierverwertung zuge- sührt wird. Für Geringschätzung gegenüber beni Altpapier ist heute kein Raum mehr. Das gilt so­wohl für das gedankenlose Wegwerfen eines Fayr- scheins wie für das Verbrennen ganzer Zeitungs­stapel. Eine einzige Papiertüte, täglich in jedem Haushall aufbewahrt, ergibt bei 20 Millionen Haus­haltungen schon nach 14 Tagen 560 000 Kilogramm Altpapier. Damit können 1850 Raummeter Holz er­spart werden, nicht gerechnet die Arbeiten, die mit Einschlag, Transport und Verarbeitung verbunden sind.

Auch die seit Jahren aufgestapellen und nicht mehr notwendigen Bücher, Zeitschriften und Packun­gen müssen jetzt der Altpapiersammlung zugeführt werden. Die neuen Aufbewahrungsfristen für kauf­männisches Schriftgut haben hier reiche Papier- referven freigemacht.

Altes kaufmännisches Schriftgut begehrt.

Jedem Betriebsführer geht m diesen Tagen eine Karte zu, die eine amtliche Aufforderung enthält, nicht Mehr aufzubewcchrendes kaufmännisches Schriftgut (Akten, Geschäftskorrespondenzen, Ver­packungsmaterial, Zeitungen, Archiomaterial, alte Bücker) zur Altpapiersammlung 1943 bereitzustellen.' In dieser Aufforderung ist aufgeführt, was nach der Verkürzung der Aufbewahrungsfrist von 10 auf 5 Jahre aussortiert werden kann. Der Betriebs­führer ist gehalten, das der Karte anhängende Meldeformular gewissenhaft auszumllen.und an die Ortsgruppe der NSDAP, zu senden, m der fein Betrieb liebt. Der Drtsgruppenbeauftragte der NSDAP, für Altmaterialerfassung wirb sich mit dem Betriebsführer in Verbindung setzen, um mög­lichst schnell den Abtransport des kriegswichtigen Rohstoffes Allpapier in die Wege zu leiten.

Es wirb erwartet, daß jeder Betriebsführer durch das Ablief em des Altpapiers die Sammelaktion tatkräftig unterstützt.

In Gießen und Umgegend dürfte die Auf­forderungskarte mit dem Meldeformular in den nächsten Tagen zum Versand kommen.

schichte an der Universität Leipzig, Pros. Dr. Leon­hard Franz, wurde an die Universität Innsbruck berufen. 1895 in Wien geboren, studierte, promo­vierte und habilitierte er sich dort. 1929 wurde er Extraordinarius für Urzeitgeschichte in Prag. Stu­dienreisen führten ihn nach Schweden, Dänemark, Ungarn, Griechenland und nach der Schweiz. Seine Schriften behandeln die Funde aus den prähistori- ichen Pfahlbauten und das vorgeschichtliche Leben in den Alpen. An der Erforschung der Vergangen­heit des Böhmerwaldes' hat Franz mitgewirkt und ist, auf klares, wissenschaftliches Material gestützt, vielfach fremdvölkischen Ansprüchen auf uralten ger­manischen Boden entgegengetreten. In neuerer Zeit bat er die Ausgrabungen von Pfahlbauten am Mondsee fortgesetzt, die Einblick m eine unbekannte Kultur der Vorzeit geben. Sein Nachfolger in Leip- .zig wird Prof. Dr. Bolko Freiherr von Richt­hofen, der Direktor des Seminars für Dor- und Frühgeschichte an der Universität Königsberg.

Der neue Intendant des Salzburger Landestheaters.

Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Scheel berief mit Zustimmung des Reichsministers für Polksaufklä- rung und Propaganda den bisherigen Direktor des Düsseldorfer Schauspielhauses,' Peter S t a n ch i n a, zum Intendanten des Salzburger Landestheaters als Nachfolger des verstorbenen Intendanten Dr. Erwin Kerber. Stanchina wurde 1899 in Dresden geboren, wirkte als Schauspieler und Regisseur an verschie­denen großen Bühnen, so auch in Frankfurt a. M., und war zuletzt Direktor des Schauspielhauses in Düsseldorf. Er errang sich namentlich durch die Jn- ßenierung von BethgesMarsch der Veteranen" bei der Reichstheaterfestwoche in München und durch Gastinszenierungen in Berlin und Wien einen guten Namen. Seine Gattin, die Staatsschauspie­lerin G e fi o n Helmke, wird in Zukunft jeweils halbjährig in Salzburg und halbjährig in München tätig fein.

LeoncavallosBajazzo" im Rundfunk. z - Im Deutfchlandfenber gelangt am Samstag von 20.15 bis 22 Uhr Leoncavallos OperDer Bajazzo" ;ur Sendung. Solisten sind. Helge Roswaenge, fHilde Scheppan, Georg Hann, Karl Wessely, Karl Schmitt-Wolter. Dirigent ist Arthur Rother. An- chlveßenb erklingen Konzertstücke von Liszt und Bugamelli unter Mitwirkung von Angelo Kessi- bghi (Klavier).

Neues oym Film.

Im Grünewald-Atelier begannen die Aufnahmen > dem neuen Film der TobisDer tollePro- ' e s s o r". Die Hauptrolle gestaltet Emil Jannings. Für weitere Rollen mutben verpflichtet: Viktor öe 4owa, Maria Landrock, Gustav Knuth, Hedwig tßangel, Curd Jürgens, Paul Bild, Erich Ponto und Max Gülstorfs. Die Spielleitung liegt in den Hän­gen von Paul Verhoeven. Der Regisseur B. Bar- og, der den Terra-FilmWenn die Sonne wieder djeint" nach dem RomanDer Flachsacker" von Stijn Streuvels beendete, hat die Spielleitung eines neuen Ufa-Films übernommen: unge Her­ren", ein Film für die Jugend und mit der Ju­gend. Jugendliche Darsteller übernahmen die Haupt- rollen: Liska Malbran, Ingrid Lutz und Harald lolberg. Die Musik, die die frische jugendliche Atmo- ^pähre des Films aufklingen läßt, wird von Wer­ter Bochmann komponiert, der erst vor kurzem mit einer Musik zuFronttheater" großen Erfolg hatte.

Kleine politische Nachrichten.

Madrid feierte den vierten Jahrestag des Sieges im Bürgerkrieg. Vor dem Caudillo fand eine Mili- ärparabe statt. Die spanische Hauptstadt zeigte Fah- lenschmuck. In allen Garnisonstädten des Landes anden entsprechende Kundgebungen statt.

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Zum Kommodore der Seestreitkräfte des portu­giesischen Mutterlandes"'würbe Kapitän zur See hierreire be Brito ernannt an Stelle des bisherigen Kommodore Oliveira Pinto, der mit der Leitung tiner Militärmission beauftragt ist, die auf Einla- i'ung der USA.^Regierung nach Washington abrei- fen soll.

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Der japanische Mnisterpräsident und Kriegsmini- ier General T o j o traf mit dem Flugzeug in Hsin- rmg ein. Die Reise gilt dem zehnten Jahrestag der Thronbesteigung des Kaisers von Mandschukuo. Tojo wird seinen Aufenthalt in Hsingking auch zu Be- strechungen mit der Regierung und zum Besuch der irtlichen japanischen Organisation benutzen.

Das slowakische Parlament genehmigte ein Gesetz über die vormilitärische Wehrerziehung, die der Ar- iiree obliegen soll. Diese kann jedoch die Wehrerzie­hung der Hlinka-Partei und bei den Volksdeutschen ter Deutschen Partei zur Durchführung übergeben.

Stück auf, Renate!

Roman von Ernst Grau.

37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Mutter Hühnlein ...? Ja, lebt sie denn noch?" uiterbratf) Renate ihn erfreut. Das Bild der alten sirau, die ihre frühesten Jugendjahre wie eine leib­liche Mutter betreut hatte, stand sofort wieder vor ür. Soweit sie sich an jene ersten Jahre ihres ßibens erinnern konnte, war immer das gute, alt- i vertraute Gesicht der Mutter Hühnlein dabei ge- ttefen. Wie habe ich diesen Mann geliebt, daß ich alles andere darüber vergessen konnte, mußte sie [teufen.. _

.Doch, doch", nickte der Alte und freute sich, daß i ki damit scheinbar das Rechtö getroffen hatte.Ich \ kcnn ihr' ja sagen, daß sie kommen sott ..

In der ersten Aufwallung wollte Renate allein der alten Frau hinübergehen, sie war gewiß, baß ! [i ihr keine größere Freude machen formte. Aber Sirr gleichen Augenblick dachte sie auch ah die vielen ^ngierigen Blicke, denen sie nach dem. Geschehen wirses Tages ausgesetzt war. Das wollte sie nicht atf sich nehmen.'

,^a, Peddersen", bat sie.Wenn es geht, soll sie zisich kommen."

Schmunzelnd ging der Alte davon, und Mutter Hühnlein ließ auch nicht lange auf sich warten. = e wußte, daß doppelt gibt, wer schnell gibt. Sie rußte auch, daß Renate sie jetzt brauchte, daß sie Hbe um benf eiben Menschen bangten.

.War er es denn nun wirklich, Döchting? fragte j* gleich nach den ersten freudig-bewegten Minuten ^5 Wiedersehens, und ihr angstvoll forschender Blick 'hg an den Augen des Mädchens.

Aus -er Siadi Gießen.

Für Langschläfer.

Langschläfer hat es schon immer gegeben. Aber jetzt, da es für alle heißt, tatkräftig für den Endsieg mitzuarbeiten, kommen die Langschläfer nicht auf ihre Rechnung. Das ist gut so, denn nicht umsonst sagt das alte Sprichwort:Morgenstunde hat Gold im Munde". Auch der hartnäckigste Langschläfer wird nach einigen Mißerfolgen zugeben müssen, daß es seinem Wohlbefinden weit zuträglicher ist, eine Viertelstunde früher das Bett zu verlassen, als sich abzuhetzen.

Sämtliche Verrichtungen am frühen Morgen sind meist auf die letzte Minute ausgerechnet, am aster- ersten, wenn es zur Arbeit gehen muß. Das Früh­stück wird in Windeseile eingenommen, bas Essen nicht gut gekaut. Also kommen Magen und Zähne schlecht dabei weg. Die notwendige Pflege des Kör­pers bekommt einige Minuten abgezogen, was eben­falls nicht gerade gesundheitsfördernd ist und neben­bei auch dem Aussehen schadet. Es wird spät aus dem Hause gegangen. Um trotzdem rechtzeitig an her Arbeitsstätte erscheinen zu können, jagt man über bie Straße, der Straßenbahn nach? Damit hg't schon mancher seine ^Gesundheit, ja so gatt sein Leben eingebüßt. Am Arbeitsplatz angekommen, muß man feststellen, daß dies oder jenes daheim vergessen worden ist. Oft fehlt bas Frühstücksbrot, die Ther­mosflasche, ober das Fenster in der Küche ist in der Eile offengeblieben. Alles Dinge, bie nicht zur inneren Ruhe und Sicherheit beitragen.

Jegliches Hetzen greift bie Nerven an. Man wird nervös, beginnt fein Tagewerk bereits abgekämpft, statt frisch und froh schaffen zu können. Das muß oermieben werben! Dabei ist es eine Kleinigkeit es geht nur um bie armselige Viertelstunde, die man im Bett vertrödelt. Sorgen wir dafür, daß wir am Abend keine Zeit vergeuden, affo eine Viertelstunde früher zur Ruhe gehen. Wenn man für den näch­sten Morgen den Wecker eine Viertelstunde früher einstellt, kann man noch einige Minuten liegenblei- ben. Dann aber heißt es heraus, damit die vorge­gebene Viertelstunde nicht wieder vertan ist. Man wird und muß einsehen, daß, wenn mögens ge­nügend Zeit zum Waschen, Anziehen und Essen vor­handen ist, die Arbeit noch einmal so gut von der Hand geht.

Küc Tapferkeit vor dem Kemöe.

Der Gestecke Ernst Ludwig Preitz aus Gießen, Wetzlarer Weg, der bei der Marine-'Flakcrrttllerie im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Bilder aus der neuen Wochenfchap.

Aufnahmen von den Fwntverkürzungen am mittleren Abschnitt der Ostfront biilben einen Höhepunkt der neuen Wochenschau. In vor­geschobenen Stützpunkten decken Nachhuten bie Be­wegungen der Verbände, die auf bie vorbereitete neue Hauptkampflinie zurückgenommen werden. Sprengkommanbos lösen sich mit als letzte vom Feinde. Man muß diese Aufnahmen gesehen haben, um ein Bild davon zu bekommen, wie innerhalb^ weniger Minuten breite Waldwege durch Baum- sprengungen gesperrt werden. Der F^inb soll nur langsam nachrücken- können. Unsere Pioniere jagen ganze Bahndämme in die Luft. Häuser, die den Sowjets Unter hm ft bieten ober zum Ausbau von Stützpunkten dienen könnten, fliegen mit mächtigem Knall auseinander. Brücken und Stege sind in Se­kunden vernichtet. Wohin die Sowjets auch nach­stoßen: überall sind bie militärisch brauchbaren An­lagen zerstört. Unsere Bataillone, die in voller Ord­nung zurückgehen, errichten vor der necken.Haupt- kampstmie sofort wieder vorgeschobene Stützpunkte. Feindliche Panzer greifen an! Die Abwehr ist be­reit. Der Angriff wirb abgeschlagen.

Bilder vom Südabschnitt der Ostfront zeigen den Vorstoß unserer Verbände über Char­kow hinaus. Besonders eindrucksvolle Aufnahmen gelangen unseren Kriegsberichtern von dem Angriff auf ein Dorf, in dem sich der feindliche Wi'berftand versteift hatte.

Vor diesen Berichten bringt die Wochenschau Auf­nahmen vom afrikanischen Kriegsschauplatz. Der Angriff starker britischer und amerikanischer Kräfte ist abgeschlagen. Unsere Panzer rollen zum Gegenstoß vor. Mit ühn-en wie immer in vorderster Linie Feldmarschall Rommel. Unsere Stukas stür­zen sich auf feindliche Panzeransammlungen. Ein Einbruch >hes Feindes wirb abgerieaelt. In harten Kämpfen sind bie Briten und Amerikaner, nieberge- rungen, bie Stellungen im Sturm genommen.

Wir erleben weiter den Besuch des Oberbefehls­habers der Kriegsmarine, Großadmiral D ö nj tz, in Italien. Vom Nordkap bis zu den Pyrenäen erstreckt sich der Atlantik-Wall. Zahlreiche -Bilder zei-

Sie nannte keinen Namen, aber Renate wußte, um wen es ging.

Natürlich war er es", gab sie kurz zurück, und ein harter, abweisender Zug grub sich um ihren Mund.Doch ich verstehe nicht, '-Blutter Hühnlein ... warum sollen wir jetzt gerade davon sprechen? Es gibt doch soviel anderes, und du kennst ihn ja nicht einmal ..."

Die Alte sah mit großen verwunderten Augen zu dem Mädchen auf.

Ja ..." sagte sie, und etwas Hilfloses war in ihrer Stimme,warum sollte ich ihn denn nicht ken­nen? Er hat ja bis zu dieser Stunde bei mir ge­wohnt."

Bei dir, Mutter Hühnlein ...?" kam es über­rascht zurück. .

Nun ... schon damals als junger Bursche ... und auch setzt wieder ..."

Renate sah sinnend vor sich hin. Seltsam wie sich alles Geschehen im Leben in seinem ewigen Kreis­lauf wieder zu einem Ring schloß. Also aus dieser Quelle hatte er seine Wissenschaft, dachte sie bitter. So einfach entwirrten sich manchyial die Fäden ...

Renate ..warm und lind tarn es zu ihr, wie die liebkosende Stimme einer Mutter.Ich habe es ja damals gleich gewußt, daß so etwas nicht gut ausgehen würde ... ich habe bas alles kommen fe^en. 2hber er war so glücklich, als er das erstemal von dir erzählte ..."

Das Mädchen hörte ihr wehen Herzens zu. Sie wollte ihr ins Wort fallen, wollte nichts mehr von alledem wissen, aber sie fand nicht die. Kraft dazu.

,Jch ahnte, was ihm bevorst-and", fuhr bte andere nach einer Weile stummen. Nachdenkens langsam fort. ,Jch sah bas kleine Tuch bei ihm und fühlte, was die beiden Buchstaben bedeuteten ..."

Renate fuhr mit heißen Wangen auf.

Du wußtest es, Mutter Hühnlein? Und du hast es ihm auch gesagt?"

Die Alte schüttelte den Kops.

gen, wie diese gewaltige Schutzwehr in den letzten Monaten weiter verstärkt wurde. Jeder Gegner, der hier anrennt, wirb auf eine immer bereite Abwehr von großer Schlagkraft stoßen. In einem Einsatz- Hafen an der italienischen Küste sehen mir die Rück­kehr deutscher U-Boote von erfolgreicher Fe'md- fahrt. Im Kampfraum des Mittelmeeres wurde auch der erste Unteroffizier der Kriegsmarine mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet: Bootsmannsmaat Karl I ö r ß ; als Flakführer auf einem Transporter be­wies er ^Schneid und Kattblütigkeck und erhielte un­ter schwierigsten Umständen 12 Abschüsse.

Die Einleitung der Wochenschau bilden Aufnah­men von der Verpflichtung der Jugeno in Breslau; sie stehen für alle feierlichen Veranstal­tungen im Reiche bei denen zu gleicher Stunde rund eine Million Jungen und Mädel auf den Führer verpflichtet wurden. J. P. 8.

Abschlußprüfungen

an der Glädl. Handelskehranftali.

In diesen Tagen fanden an der Städt. Handels- lehranstalt unter dem Vorsitz pon Handels--Studien- direktor Dr. Kruse die Abschlußprüfungen statt. Den Prüfungen unterzogen sich 86 Jungen und 70 Mädchen. Bestanden haben 81 Jungen und 66

Nicht gleich. Wozu auch. Er war ja blind und taub in seinem jungen Glück, und ich dachte, die Zeck würde es schon aufklären ..."

Aber dann ... dann hast du es ihm doch er­zählt ...?" drängte die andere.

Er tut mir leid, der große Junge. Er sprach ja nur von dir und davon, daß er heiraten wollte, so bald er eine' andere Stellung gefunden hatte. Da mußte ich es ja sagen. Ich konnte ihn doch nicht so einfach in fein Unglück laufen lasten. Ja ... und da habe ich es ihm bann gesagt, baß du Renate Hammerkott bist ..."

Wann chast du das gesagt, Mutter Hühnlein?" Renate saß atemlos und wartete fieberhaft auf bas nächste Wort, an dem so viel hing.

Gestern abenb war es ... abet was ... was hast du denn, Kind ...?"

Die alte Frau schwieg erschreckt. Hatte sie zuviel gesggt? Sie begriff. nicht, was ihre Worte denn Schlimmes bergen konnten.

Das glühende Gesicht in beiden Händen vergraben, saß das Mädchen vor ihr, und ein heftiges Weinen ettchütterte den schmalen Körper. Gestern abend erst nachdem es längst bei ihm festgestanden hatte, daß die vermeintliche Kollegin seine Frau werden sollte. Aufs neue brach heiße Scham wie ein betäubendes Sturzbad über sie herein. Don einem Augenblick zum anderen begriff sie nicht mehr, wie sie auch nur eine Minute lang hatte daran zweifeln können, daß dieser Mann je. eine Lüge sagen, ja etwas Häßliches, Hinterhältiges tun würbe. Schuld hatte nur sie, die in ihrer Torheit und Leichtfertigkeit solcben Ueberlegung"n überhaupt Raum gegeben hatte. Und alles, was sie in diesen Minuten dachte, gipfelte in dem heißen, drängenden Wunsch, nun wieder gutzumachen, was blinder, überheblicher Eifen hier zerschlagen hatte.

Renate fand in dieser Nacht nur wenig Schlaf. Zu viel war in den wenigen Stunden dieses einen Tages auf sie eingestürmt, mehr als bisher in ihrem

Mädchen. Die - Ergebnisse im einzelnen waren: 4 Schüler mit Note 1 bestanden, 43 Schüler mit Note 2 bestanden, 51 Schüler mit Note 3 bestanden, 49 Schüler mit Note 4 bestanden.

G'eken-Mein-Linden.

Der langjährige Vorsitzende und jetzige Ehren­vorsitzende des Turnvereins Klein-Linden 1889, Werkmeister i. R. Adolf Brandenburger, wohnhoft Brandweg 9, begeht astl kommenden Samstag seinen 75. Geburtstag. Dem Altersjubilar, der geistig und körperlich noch sehr auf der Höhe ist, gelten auch unsere Glückwünsche.

Der Uhrmachermeister Wilhelm Lenz VII., wohnhaft Hügelstraße 24, konnte am vorigen Dienstag, 30. März, in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag feiern. Nachträglich unseren herz­lichen Glückwunsch.

Einen schönen Erfolg hatte bie Sammlung von Altmaterial burch unsere Volksschüler in den Mo­naten Januar, Februar und März. Mehr als 75 dz Altstoffe kamen durch bie Kinder zusammen; im einzelnen gelangten zur Ablieferung: 9,04 dz Papier, 4,14 dz Knochen, 14,15 dz Knochen, 46,16 dz Alteisen, 0,32 dz Buntmetall und 1.92 dz Leder, Gummi und ähnliche Altstoffe. In Punkte umgerechnet ergibt das für die gesamte Schule

ganzen Leben zusammen. Sie dachte an Thora, die stets ohne Gegenwehr bie Schläge des Schicksals hinnahm, und sie erkannte beschämt, daß auch sie eben nähe.daran gewesen war, dem Drängen der Ereignisse widerstandslos Nachzugeben. Nein, die Alte hier war im rechten Augenblick zu ihr gekom­men. Sie wußte jetzt, um wen sie kämpfen mußte, und sie fühlte, daß sie diesen Kampf nicht verlieren würbe, der ja nur darum ging, ihn von einer Schuld zu befreien, an die sie jetzt nicht mehr glauben könnte.

Die Voruntersuchung des Falles mar bald abge­schlossen. Werner Hellingrath besttitt zwar nach wie vor jede Schuld, aber die Aussage von Meinders in Verbindung mit der unleugbaren Tatsache, daß die zur Tat benutzte Waste fein Eigentum war, ließen keinen Zweifel an seiner Schuld zu. Die Last dieser Indizien war erdrückend.

In den ersten Stunden.seiner Haft hatte er nur wie teilnahmslos an dem kleinen Tisch in seiner Zelle gesessen. Es war ja auch alles so plötzlich, so völlig unvorbereitet über ihn gekommen. Er hatte das Gefühl, als sei ein Haus über ihm zu­sammen gestürzt und hielt ihn unter seinen Trüm­mern begraben, ohne daß er selbst ein Glied rüh­ren konnte, um sich zu befreien.

Dazu kam die quälende Ungewißheit, die chn immer wieder mit der bangen Frage bedrängte, ob er denn nicht wirklich der Schuldige mar, zu dem man ihn hier machen wollte.. Vielleicht hatte er wirklich mit seinem alten Widersacher einmal gründ­lich abrechnen wollen und dabei zur Waffe gegrif­fen. Warum nicht ... mogttch mar auch das. So kamen Tage, an denen er an sich seldft zweckend von einer inneren Unruhe getrieben in feiner Zelle wie ein gefangenes Tier in feinem Käfig herum lief, sich die Seele an den stählernen Gitterstäben mundstieß und drauf und dran war, alles zuzu- geben, was man von ihm verlangte, nur um>- lich einmal zur Ruhe zu kommen.

(Fortsetzung folgt.)