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Nr. 1 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhesien)2./Z. Januar M3

Der Gau Hessen-Nassau im Kriegsjahr 1942.

Oie Volksgemeinschaft in der Bewahrung. Mit unbeirrbarer Siegeszuversicht half die Heimat der Front.

Ziehung erfolgreich weitergeführt. Besondere Er­wähnung verdient der Spielschar-Einfatz des BDM. Mit über 8000 BDM.-Angehörgen, der Ausbau der Jugendmusikschulen, die Arbeit der HJ.-Deranstal- tungsringe, die Durchführung von Elternveranstal­tungen, die 'Versammlungen der Jugend", in deren Verlauf auch viele Frontsoldaten sprachen. Jedoch ist es im Rahmen dieser kurzen Schilderung nicht mög­lich, allen Arbeitsgebieten Rechnung zu tragen. Es seien daher nur noch die Erfolge in der Leibes­erziehung erwähnt, die der Hitler-Jugend Hessen- Nassaus im vergangenen Jahr zuteil wurden. Der Mannschaftssport wurde stark forciert, der Lei­stungsstand in der Leichtathletik ist ein guter: im 800-Meter-Lauf wurde der Ländersieg von Mailand errungen. Die Breitenarbeit im Schwimmen ist er­heblich, beachtlich sind die Erfolge im Rudern. Hier steht Hessen-Nassaus Nachwuchs an erster Stelle im Reich, er hat 26 Achtermannschaften heraus­gebracht und konnte in den Kampftagen in Grünau mehrere Siege heimholen. In den Sommerkampf­spielen in Breslau stellte Hessen-Nassau vier deutsche Jugendmeister, sicherte sich zwei zweite und sechs dritte Plätze. Neben der Leistungssteigerung im Fußball, Radsport, der erstmals durchgeführten Geländeerkundungsfahrt der Radfahrer mit vor­militärischen Aufgaben, ist der Breitenarbeit im Kleinkaliber-Schießen besondere Erwähnung zu schenken. Auch die Leibeserziehung der Mädel er­folgte ohne Einschränkungen.

1500 Gäste aus Westfalen und vom Niederrhein.

Die sozialerzieherische Jugendbetreuung durfte auch während des Krieges nicht vernachlässigt wer-

Der Beitrag der Hochschule.

Die Hochschulen innerhalb des Gaues bewiesen auch im vergangenen Jahre ihre lebendige Verbin­dung mit zeitnahen Aufgabenstellungen. Dozenten und Studenten erfüllten gemäß der kämpferischen Tradition, die den deutschen Hochschulen im Frei­heitskampf unseres Volkes noch immer zu eigen war, an der Front wie in der Heimat ihre Pflicht. Der NS.-Dozentenbund entfaltete auch im ver­gangenen Jahre eine starke propagandistische Tätig­keit. In 665 Vorträgen und Kursen, die in der Hauptsache, auf die Wehrmachtbetreuung abgestellt waren, sprachen die Dozenten der Universitäten und Hochschulen des Gaues.

Getreu dem Beispiel ihrer gefallenen Kameraden marcn, die Studenten auch in der Heimat bemüht, ihre Pflicht zu erfüllen. Das besondere Interesse des N S.-S t u d e n t e n b u n d e s galt dabei in erster Linie der Betreuung der zahlreichen Wehrmacht­urlauber, denen nach mehrjähriger Soldatenzeit Ge­legenheit zum Studium geboten ist, und auch der Beratung und fachlichen Förderung derjenigen Ka­meraden, die nun schon seit Jahren den grauen Rock tragen, ohne zur Hoch- oder Fachschule kommen zu können. Allein im Monat September wurden, durch das Sozialamt der Gaustudentenführung bzw. durch das Frankfurter Studentenwerk über 1300 Front­soldaten auf diese Weise betreut. Die kriegsversehrten Studenten fanden in zunächst einem für ein ruhiges

Das Landvolk meisterte schwierigste Ausgaben.

den. Hier ist vor allem die Arbeit der Kinder- landverschickuna in Hessen-Nassau zu er­wähnen, die in 23 Lagern jeweils einhalbjährige Aufenthalte für 1500 westfälische und niederrhei­nische Jugendliche aus luftgefährdeten Städten durchführte. In engster Zusammenarbeit von Schule, Lehrer und Hitler-Jugend erwies sich auch in unse­rem Gebiet die Kinderlandverschickung als ausge­zeichnetes Erziehungsmittel, gleichermaßen die ge­sundheitliche, persönliche und schulische Entwicklung der Erfaßten befrachtend. Im kommenden Jahre wird die Kinderlandverschickung gauintern durchge­führt, daneben wird die DienststelleKinderland­verschickung" als Trägerin der Erholungspflege für die gesunde Jugend in vorerst zwei Erholungs­heimen erholungsbedürftige Jugendliche aufnehmen.

Die Erfahrungen in der I u g e n d g e s u n d - heitspflege in Hessen-Nassau erhielten durch die Errichtung der ersten Jugendärztlichen For­schungsstelle im Reich in Frankfurt a. M. eine be­sondere Auswertung. Die sozialerzieherische Brei­tenarbeit in der Berufsaufklärung, der Betreuung der Jugend am Arbeitsplatz, der Arbeitsgemein­schaften des BDM.-Werkes auf dem Lande, der Jugendrechtsarbeit, wird durch die 1942 gegründete Arbeitsgemeinschaft für Jugendbetreuung" noch eine wesentliche Vertiefung erfahren. So kann für das Jahr 1942 gesagt werden, daß alles getan wurde, den Anforderungen des Krieges gerecht zu werden, daß darüber aber auch nicht die in die Zu­kunft reichende Aufbauarbeit vergessen wurde, trotz­dem 95 v. H. der Führer im Felde stehen und die Arbeit im wesentlichen von der Einsatzbereitschaft der zahllosen jungen Führer abhängig war.

Studium besonders geeigneten Haus nahe der Uni­versität eine schöne Unterkunft. Aber auch den Wehr­machturlaubern wurden alle erforderlichen Wohn­gelegenheiten vermittelt. In Darmstadt, Frankfurt und Gießen wie auch an allen Fachschulorten fanden die Studienurlauber in den Kameradschaften des NSD.-Studentenbundes Kameraden, die bereit wa­ren, ihnen im Studium mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Vor allem auch der Altherrenbund der Deutschen Studenten hatte Gelegenheit, den von der Wehrmacht beurlaubten Studenten wertvolle Hilfe zu leisten.

In politischen Lehrgängen der Gaustudentenftih- rung wurden die Kameradschaften des NSDStB. auf ihre Aufgaben vorbereitet und ausgerichtet. Den in der Heimat verbliebenen Studenten war der Kriegs­einsatz der Deutschen Studentenschaft in Rüstungs-- betrieben, Landwirtschaft, Lazaretten sowie in den neuen Reichsgebieten eine willkommene Gelegenheit, durch selbstlose Pflichterfüllung einen entscheidenden Beitrag zur Erfüllung der Kriegsaufgaben zu leisten. Auch die Studentinnen reihten sich ein. 1800 Studen­tinnen und Studenten des Gaues wurden eingesetzt, und infolge der Ferienverlängerung meldete sich eine Anzahl von ihnen darüber hinaus zu weiterer frei­williger Arbeit, die ihren Höhepunkt in der sog. Mainzhilfe", der Mitarbeit bei Aufräumunqs- und Aufbauarbeiten der bombengeschädigten Stadt fand.

II.

Oie Jugend imOienste ihrerIahresparole.

Mit den Gliederungen wetteiferte in begeisterter Hingabe und Einsatzfreudigkeit die Jugend des Gaues in der Erfüllung ernster und großer Auf­gaben. Mit der JahresparoleO st e i n s a tz und Lanbdienst" hatte» der Reichsjugendführer der Jugendarbeit im dritten Kriegsjahr ein besonderes Ziel neben den ständig wachsenden Aufgaben im Kriegseinfatz und der Wehrerziehung gewiesen. Die hessen-nassauische Hitler-Jugend ist zielstrebig den Anforderungen dieser Jahresparole gerecht gewor­den. Nachdem bereite im Winterhalbjahr 1941/42 eine gründliche völkisch-bäuerliche Aufklärung in den unteren Einheiten der Hitler-Jugend erfolgte, konnte die verstärkte Landdienstwerbung darunter auch Film-Werbeveranstaltungen und unablässige Einzel- werbung im Anfang dieses Jahres den 23 Land­dienstlagern des Gebietes über 500 Jungen und Mädel zuführen. Damit erhöhte sich der Gesamt­einsatz gegenüber dem Vorjahre um 200 Landdienst­freiwillige. Wenn 1941 70 v. H. der Landdienst­jungen auf dem Lande verblieben, so ist in diesem Jahre, das gleiche Ergebnis zu erwarten, bei den Mädeln wird die Zahl der ländlichen, sozialen und pflegerischen Berufen zugeführten Landdienst­angehörigen sogar eine größere fein.

Der VDM. im Patengebiel Ostrowo.

Einen wesentlichen Fortschritt in der Landdienst­arbeit in Hessen-Nassau stellt die Errichtung des Landdien st- Lehrhofes für Führeranwärter in Aulhausen (Rheingau) dar, der mit der Unter­stützung des Gauleiters Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen wurde und in ständigen einjährigen Lehrgängen jeweils bis zu 60 Landbienstführer- anroärter und -anwärterinnen ausbilden kann. Die berufliche und soziale Förderung der Landdienstfrei­willigen wurde in diesem Jahre auf eine breitere Basis gestellt. Schon im April d. I. wurden über 60 Ostfreiwillige durch den Gauleiter verabschiedet, als Ergebnis dieses Arbeitsjahres werden kommende Ostern wiederum zahlreiche Jungen und Mädel in die Landdiensteinheiten des Warthegaues abgehen, die sich heute schon dazu bereit erklärt haben. Der Gedanke des Osteinsatzes wurde vom BDM. in vier ständigen Einsatzlaqern des Gebietes Hessen-Nassau im Patengebiet Ostrowo verwirklicht. Dort sind in stetigem Wechsel Einsatzgruppen von BDM.-Führe- rinnen in der Betreuung von Rücksiedlern am Werk (im Sommer waren es 127 Kameradinnen). Auch der Einsatz von vier Bannspielscharen mit insgesamt 76 Veranstaltungen erfolgte in diesem Jahr im Osten.

Die Ausbildung in den Wehrertüchtigungslagern.

Die vormilitärische Ausbildung konnte durch die Einrichtung von fünf Wehrertüchtigungslagern we­sentlich erweitert werden. Im letzten Winter wur­den bereits fünftausend Junggenossen ausgebildet; durch die Wehrertüchtigungslager in Sauerberg, Emmerichenhain, Hundstadt usw. sind in drei­wöchigen Lehrgängen inzwischen über 8000 Ange­hörige des letzten HJ.-Jahrganges erfaßt worden. Welch intensive Arbeit in diesen Lagern geleistet wird, soll nur ein Beispiel aus dem Wehrertüch­tigungslager Hundstadt beweisen. Dort haben im Juni d. I. von 165 Teilnehmern 145 den K.- Schein, 12 den Kriegsübungsleiterausweis erhalten. Im August waren es von 202 Junggenossen 186, die den K.-Schein, 30, die den K.-Üebungsleiter- ausweis erhielten. Im September . errangen von 220 205 den K.-Schein, 37 den K.-Uebungsleiter- ausweis also eine ständige Steigerung. Durch diese in. engster Gemeinschaft mit der Wehrmacht durchgeführte Ausbildung wird den Jungen wert­volle Vorbereitung für den Wehrdienst, die sich nicht nur auf infanteristische Grundausbildung, sondern auch auf das Nachrichtenwesen, Kraftfahren usw. erstreckt, vermittelt und damit für die Rekruten- ausbildung der Wehrmacht eine gute Grundlage gegeben. Das gleiche Ziel verfolgt die Breitenarbeit in den Sonderformationen: Motor-HI., Flieger- HI., Nachrichten-HI. und die Bordfunkernachwuchs­ausbildung. Fast 7000 Hitlerjungen wurden in der Feuerwehrausbildung geschult, über 2000 befinden sich noch in Ausbildung. Die Feldscherausbildung, durch die Errichtung einer Gebietsfeldscherschule in Königshofen wesentlich erweitert, ersaßt im laufen­den Jahr über 8400 Jungen und Führer. Die schon im vergangenen Winter begonnene Schiausbildung wird nach dem Willen des Reichsjugendführers ihren vormilitärischen Charakter vertiefen. Fünf Hutten im Allgäu und ständige Lehrgänge im Ge­biet gewährleisten breiteste Erfassung.

50 000 Jungen und Mädel halfen dem Landvolk.

Im freiwilligen Einsatz in der Landwirtschaft waren über 17 000 Hitlerjungen kurzfristig und örtlich, fast 4000 außerhalb ihrer Heimatorte bis zu drei Wochen eingesetzt. Die Mädel waren mit über 30 000 an jeglichen Einsätzen auf dem Lande beteiligt. 4500 Mädel waren im Haushalts­einsatz, über 6000 im Parteieinsatz, über 500 bei der Wehrmacht, über 300 im Fabrikeinsatz usw. Im Rohmen der laufenden Erziehungsaufgaben des BDM. waren tm ganzen 204 045 Mädel in 1705898 Arbeitsstunden eingesetzt. Die Hitler-Jugend stellte 1000 Jungen für den Pehördeneinsatz (die Mädel etwa die gleiche Zahl) und rund 700 Freiwillige waren in den Verkehrsbetrieben tätig. Im Kata­stropheneinsatz (Luftschutz) waren 7400 Junggenos- fen zum Teil ständig eingesetzt.

In der Reichsstraßensammlung sowie den stän­digen Sammlungen waren laufend 59 000 Hitler- jungen und 14 000 Mädel tätig. Als einer der schön­sten Einsätze kann das Wettrüsten der Hitler-Jugend bezeichnet werden. Weit über eine halbe Million Spielzeuge wurhen in den Bastelstuben her gestellt. Die Spielzeuge wurden an Weihnachten den Kin­dern unserer Soldaten überreicht, ein Teil gelangte auf den Weihnachtsmärkten zum freien Verkauf.

Die sportlichen Erfolge.

Trotz dieser Kriegsanforderungen lief die jugend- eigene Schulungs- und Erziehungsarbeit weiter. Neben Führer- und Führerinnenschulungen, teils in den Einheiten durch Tagungen, teils in den Ge­bietsführer- und -führerinnenschulen, wurde die rvettanlchaukcha, kulturell- und körperliche Er°

Der Bedeutung, die der Sicherstellung der Er­nährung für den Endsieg zu kommt, wurde das Landvolk unter Führung der Partei auch im Gau Hessen-Nassau unter Einsatz von Schweiß und Mühe voll gerecht. Der Landesbauernschaft oblag die Auf­gabe, die Erzeugungsschlacht nicht nur mit unver­minderter Kraft weiterzuführen, sondern noch wei­terhin auf Erzeugungssteigerungen bedacht zu sein. Außerdem galt es, die Ablieferungsfreudigkeit anzu­fachen. Das Frühjahr brachte die Notwendigkeit, nach einer schlechten Kartoffelernte des Herbstes 1941 und nach Auswinterung der Winterölfrüchte, des Klees, der überwinternden Futtergemische, eines Teiles der Winterbrotfrucht sowie der Frühgemüse­arten uns trotz ungünstigster Frühjahrswitterung dennoch die Ernährungssicherung und die Aufrecht­erhaltung der Rationen zu gewährleisten. Eine ge­waltige Anbaufläche mußte noch einmal umge­brochen und neubestellt werden, wobei vor allem die Sa atgutbe schaff ung mit aller Energie durch­zuführen war. Daß diese Fülle unvorhergesehener und zunächst fast unüberwindlich scheinender Auf­gaben gemeistert wurde, ist dem vorbildlichen Ein­satz des hessen-nassauischen Landvolkes, an seiner Spitze den Landfrauen, zu danken.

Aus dem Gebiete der Erzeugung und Ablieferung war wieder das Moment des Wettbewerbs einge­schaltet. Besonders in der Milch- und Fetterzeugung, der Aufbringung des Genötigten Schlachtviehs, und im Gemüsebau leisteten die in allen Kreisen tätigen Leistungsausschüsse erfolgreiche Arbeit. Der Förde­rung der besonders wichtigen Fettversorgung dien­ten eine Reihe von Ausstellungen, die in Gemein­schaft mit dem Gauamt für das Landvolk durchge­führt und von der Partei tatkräftigste Förderung erfuhren.

Neben der Erfüllung aller Aufgaben der Boden- erzeugung konnten auch die verschiedenen Zweige der Tierzucht ihre Aufbauarbeit fortsetzen, wovon mit gutem Material beschickte tierzüchterische Ver­anstaltungen und die dabei vergebenen zahlreichen Auszeichnungen Zeugnis ablegten. Die Kriegsbewirt­schaftung der Lebensmittel stellte der Organisation des landwirtschaftlichen Marktes eine ungeheure Fülle von Aufgaben. Auch die Aufklärung und be­rufliche Ausbildung wurden gefördert. In über 1000 Erzeugungsschlachtversammlungen wurden die Pa­rolen für die Erzeugungsschlacht an das Landvolk des Gaues ausgegeben. Daneben fanden Arbeits­tagungen des landwirtschaftlichen Führerkorps, so­wie Kreis- und Bezirksbauerntage statt.

Förderung des bäuerlichen Nachwuchses.

Das Gauamt für das Landvolk wurde im abge­laufenen Jahre weiter ausgebaut und aktiviert. Eine besonders wichtige Aufgabe wurde dem Gauamt für das Landvolk am ErnteVanktag übertragen. Der (Bauleiter verkündigte im Zusammenhang mit der Ehrung von Männern und Frauen des Landvolkes die Gründung einerGauarbeitsgemeinschaft für dsn bäuerlichen Nachwuchs". Es ist big Aufgabe

dieser Arbeitsgemeinschaft, die Arbeit aller derjeni­gen Kräfte im Gaugebiet zusammenzufassen, die irgendwie mit der bäuerlichen Nachwuchsfrage zu tun haben. Dadurch wird eine zielbewußte Ausrich­tung der gesamten Arbeit auf diesem Gebiete und eine diese Arbeit fördernde gegenseitige Ergänzung geschaffen. Die Arbeitsgemeinschaft, in der die NS.- Frauenschaft, die Hitler-Jugend, der NS.-Lehrer- bunb, die Berufsberatung und der Reichsnährstand vertreten sind, hat bereits wichtige Entschlüsse für den kommenden Einsatz gefaßt und umfassende Pla­nungen für die bäuerliche Nachwuchswerbung und Nachwuchsausbildung aufgestellt. Auch den sozialen Fragen im Bauerntum hat das Amt seine besondere Aufmerksamkeit zugewandt. In gleicher Weise hat es die Förderung der Neubildung deutschen Bauern­tums und der Ostsiedlung in sein Arbeitsprogramm ausgenommen.

Tat und Erfolg des unbekannten Parteigenossen.

Dieser Ueberblick über die vielfältigen Einsatzge­biete der Partei, ihrer Gliederungen und ange­schlossenen Verbände erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da ein entscheidender Teil der Ar­beit, die sich aus wichtigen Kriegsaufgaben zusam­mensetzt, aus naheliegenden Gründen erst nach Er­ringung des Endsieges der Öffentlichkeit mitgeteilt werden kann. Dennoch beweist auch dieser Ausschnitt eindeutig genug, daß sich die Heimat in ihren beschei­denen Möglichkeiten nach besten Kräften bemühte, dem Frontsoldatentum würdig zu fein. Wenn diese Haltung erreicht wurde, so danken wir dieses dem unermüdlichen idealistischen Einsatz der vielen tausenden ehrenamtlichen Helfern der Partei. Sie standen überall da, wo es not­wendig war, über das Maß der selbstverständlichen Pflichterfüllung hinaus ein Mehr an Glaubenskraft, an entschlossener Zuversicht und helfender Tat zu beweisen. Wir verdanken ihre Erfüllung endlich aber vor allem den Millionen Volksgenossen unse­res Gaues, die mit anständiger Gesinnung und ein­satzfreudigem Handeln dem über die Partei und ihre Maßnahmen ausgesprochenen Willen des Führers folgten. Ihr Vertrauen zur Führung des Volkes, das sich durch feine Feindeinwirkung beirren ließ, ebenso wie ihr Wissen um^ie Notwendigkeit unseres Freiheitskampfes, ließ sie an jedem Arbeitsplatz nicht passive Erdulber, sondern aktive Gestalter des Zeit­geschehens fein.

Oie Führungsmaßnahmen des Gauleiters.

Planvoll geordnet und damit zum wirkungsvoll­sten Nutzen gebracht aber wurde diese Summe von Gesinnung und Tat durch die umsichtige, den ver- sthiedenartigsten Situationen stets gerecht werdende

Führung des Gauleiters. Er sorgte bafüix daß jede unvermeidbare Belastung in der Heimat nach dem Prinzip der Gerechtigkeit von allen getragen wurde. Gewiß ging dies nicht ohne Anwendung auch unpopulärer Maßnahmen abw Allein die Wirkung hinsichtlich des Gemeinnutzens war maßgebend, sonst nichts. So war es nuq natürlich, daß sich im Lager der Kritiker und Nörg­ler allein jene befanden, die geglaubt hatten, bei auftretenden Schwierigkeiten auf Kosten der Ge­meinschaft persönliche Vorteile zu erreichen und diese Absicht nun durch klare Anordnungen durch­kreuzt sahen. Ueberall wo es notwendig war, die, Verwaltungsmaschinerie mit dem Geiste national* sozialistischer Verantwortungsfreudigkeit zu erfüllen^ war der (Bauleiter initiativ tätig und schaltete damit in weitgehendem Maße Reibungen aus, die zu Miß­stimmungen Anlaß gegeben hätten. Die im Jahre 1942 verfügte Kongruenz der Bezirke der Reichs- verteidigungskommissare mit den Gau­gebieten hat sich für derartige Maßnahmen äußerst günstig ausgewirkt.

Von besonderer Bedeutung war die Tätigkeit des (Bauleiters a l s Bevollmächtigter für de ft Arbeitseinsatz. Seine Ausgabe in dieses Eigenschaft sah er vor allem darin, die letzte Ar­beitskraft an den Arbeitsplatz zu stellen, der un­mittelbar ober aber zumindest mittelbar der Krieg? führung diente. Darüber hinaus sorgte er in über­wachender Tätigkeit für einen anhaltenden Zustrom von ausländischen Arbeitskräften und für ihrem richtigen, den größten Nutzeffekt erzielenden Ansatz.

So wie dieses Aufgabengebiet des (Bauleiters mit den Notwendigkeiten des Krieges unmittelbar ver­bunden war, sah er es als vordringlichste Aufgabe- an, alle Lebensäußerungen der Heimat auf ihrem Wert ober Unwert für die kämpfende Front zu über* prüfen unb unter Anlegung bieses Maßstabes ent* fprechenbe Korrekturen vorzunehmen. Besonderem Wert legte er hierbei barauf, baß alle kriegsbebing- ten Maßnahmen nach Möglichkeit auch von der Ein­sicht der davon Betroffenen begleitet wurden. In un* ermüdlichem Einsatz hatte er sich zu diesem Zweck im vergangenen Jahr in einer Vielzahl von Ver­sammlungen, die ihn im kleinsten Dorf ebenso wie itt dem größten Betrieb als Redner sahen, dafür ein* gesetzt, daß auch der letzte Volksgenosse über Sinn! unb Bebeutung dieses Freiheitskampfes für sein persönliches Schicksal aufgeklärt würbe.

Es ist unnotroenbig befonbers zu betonen, daß der Gauleiter selbstverständlich bei jeher feindlichen Ein­wirkung auf das (Baugebiet die entsprechenben Hilfsmaßnahmen der Partei überprüfte unb dort, wo es notwendig mar, selber leitete. Das Ziel seines Einsatzes war.es, zu jeder Zeit das Vertrauen des Volkes zu feiner Führung aufrecht* zu erhalt en. In ihm sah er die wesentliche Voraus* setzung des Gelingens jeder Aufgabenstellung der Partei. Der vorstehende Leiftungsbericht hat deut­lich werden lassen, daß diese Zielsetzung des Gau­leiters voll erreicht wurde.

OieAnerkennungdesFührers.

Der Gau Hessen-Nassau darf daher mit Recht jene! Anerkennung, die der Führer auf der sechsten Kriegssitzung des Großdeutschen Reichstages über1 den Kriegseinsatz der Partei aussprach, auch auf seinen Einsatz beziehen. Er würdigte die Arbeit bei? Partei damals mit folgenden Worten:

Ls erfüllt mich mit großem Stotz unb tiefer Befriedigung, daß sich nunmehr die Erziehung unseres Volkes durch den Nationalsozialismus immer starker auszuwirken beginnt. Trotzdem die Partei selbst die weitaus große Masse nicht nur ihrer Anhänger, sondern auch ihrer Führer, an den Fronten hat, Millionen Männer der politi­schen Organisationen, der SA., des NSKK. usw. als Soldaten ihrer Pflicht gehorchen, wirkt sie itt ihrer Führung wahrhaft beispielhaft. Nicht nur der ost schwer bedrängten Heimat hilft sie durch ihre Organisationen, der Arbeitsfront unb bet Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt usw., son­dern auch den Soldaten im Felde."

Das Jahr 1943 wird die Partei vor größerö uni) schwerere Aufgaben stellen. Immer aber soll es uns mit Glaubensstärke unb Siegeszuversicht am Werke sehen. Dies sei bas Versprechen des GaueL Hessen-Nassau zum Jahreswechsel.

Kunst und Wissenschaft.

Die Kulturpreisträger der Stadt Darmstadt.

In ber Abschlußsitzung der Darmstädter Rats* Herren wurde der Kulturpreis der Stabt Darmstabt vergeben. Preisträger finb in diesem Jahre der be­sonders durch sein Liebschaffen über den Runbfunk bekannt geworbene 35jährige Komponist Paul Zoll, der seit 1934 in Darmstadt wirkt und die Jugend­musikschule und die Volksmusikschule ber DAF. leitet, sowie ber burch sein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen bekanntgeworbene Heimatmaler Heinrich Cze rn i n.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Kurt E h r e n b e r g ist zum o. Pro­fessor für Paläontologie unb Paläbiologie an bet? Universität Wien ernannt worden. Ehrenberg wurde 1896 in Wien geboren, er promovierte dort 1921, habilitierte sich 1923 und wurde 1929 a. v. Professor. Dozent Dr. Wilhelm v. Meyerett ist zum außerordentlichen Professor für Ex peuchen* lalphysik an ber Deutschen Karls-Universitäk in Prag ernannt worden. Meyeren wurde 1905 in Ber­lin geboren unb habilitierte sich 1938 an ber T. H. Hannover. Dozent Dr. Werner Döring ist zum a. o. Professor für theoretische Physik an ber Uni­versität Posen ernannt worden. Döring wirkte seit 1939 an ber Universität (Böttingen. Dozent Dr. Heribert B r u b i t s ch ist zum a. o. Professor für analytische Chemie an ber Universität Posen er­nannt worben. Dr. Carl Rohmann ist zum o. Professor für pharmazeutische Chemie an ber Universität Posen ernant worben. Rohmann würbe 1897 in Gelsenkirchen geboren, er studierte in Mün­chen. Gießen und Münster unb promovierte 1924 in Münster, wo er sich auch habilitierte. 1931 erhielt er an ber T. H. Stuttgart einen Lehrauftrag für Chemie unb Toxikologie. Im selben Jahr würbe ei an bie Universität Jena berufen und dort 1941 AA teilungsvorsteher.