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em, 27. Dez. W] n Gefängnis au^> | j echer machen bitbil lern unsicher. $nCt»l t einem scharf gelob ior in seiner BehW^kj rer auf die Bruft, ml rau und raubten b EI i. fielen den U&U stände, Eftwam, J1 ) in die bände.

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poslschecttonto: ßrnnftnrt a. M. U68S

Erster Blatt

<70. Jahrgang

Donnerstag, 30. Dezember 1*920 Annahme »on Anzeiger- für die Taqesnummer di» a a u vorh«

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V ssaurljchriftlener. Ang.

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Derlag: vrvhl'scht Unio.-Siich. und SteinSraderei R. £«itge. Sdjriftleitnng, 6ef<häftsfttHe und Dmderti: Schulst!«»« 7. hSi'S'

Die internationale Brise im Sozialismus.

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt Uns:

In Berlin haben kürzlich Wahlen statlgesun- oen, die rin über den Rahmen des Wahlkörpers mnd des Wahlorts hinansgehendes Interesse bean- 'prnchen dürfen. Tie Berliner Ortsgruppe des Deutschen Metallarbeiterverbandes, der größten Gewerkschaft nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt, hatte ihre Leitung neu zu brietz'n, mb es stand, wie in dem derzeitigen Parteikampf int die freien Gewerkschaften überhaupt die Frag.' mr Entscheidung, ob die Leitung des Berliner Retallarbeiterverbandes vom unabhängigen Svzia- ismus auf den Moskauer Kommunismus über­gehen sollte. Um die Entscheidung in ihrem Sinne lerbei zu führen, hatten beide Parteien allt Hilfs- mittel und Kampfmeihoden Aufgeboten, die die "heutigen politischen Gepflogenheiten nur irgendwie mlasien Wochenlang vorher strotzten die Blätter der Nächstbeteiligten von gegenseitigen Beschimp­fungen Und Hetzereien, wie sie selbst in diesem Lager nur das Bewußtsein einer höchst brenzlichen «Situation erzeugen kann, und mit maßloser Er- Intterung wurde dann auch der Wahlkampf selbst geführt. Allerdings bedarf es hier gleich einer Einschränkung: Die Massen der zur Entscheidung berufenen Arbeiter sind der Ekstase und dem G> tobe der Führer gegenüber kühl geblieben: an der Wahl selbst hat sich nur etwa ein Drittel von ihnen beteiligt, und unter diesem Gesichtswinkel betrachtet kann der mit knapper Mehrlzrit errungene Sieg der verbündeten Unabhängigen intb Mehr- beitssozialisten auch schwerlich beanspruchen, als vttmNrungsbarometer der gesamten Berliner, ge­schweige denn der deutschen Metallarbeiter bewertet jyu weichen. Wer die Entwickelung int Deutschen Metallarbeiterverband kennt, weih leider nur zu aut, daß nt dieser größten und wichtigsten freien Gewerkschaft der Radikalismus zuerst festen Fuß «faßt und die reißendsten Fortschritte gemacht hat. Der Metallarbeiterverband stand an der Spitze der Bewegung, die die Ende 1918 geschlossene Arbeits­gemeinschaft mit dem Unternehmertum wieder zu zerreißen begann und den Moskauer Einflüssen wehr und mehr sich hinaab. Die Machtprobe zwi- säen Kontnrunismirs und Sozialismus, die inHalle ymt ersten offiziellen Austrag kam, erlebte jetzt wer in Berlin ihre Wiederholung, und der knappe Sieg der gemäßigteren Richtung kann nicht darüber htnwegtLuschen, daß der Bolschewismus in die «rößte deutsche Gewerkschaft bereits eine breite «resche geschlagen hat und zielbewußt daran arbei­tet, sie zu erweitern.

Gegenüber diesen durch reiche Geldmittel und durch eine skrupellose Phraseologie genährten Wüh­lereien hat der Linkssozialismus, und zwar nicht Mr ber deutsche, einen schweren Stand, und ein Ausfluß der zunehmenden Verlegenheit und Rat- tosigkeit aller dieser mit Moskau insgeheim lieb- Llgelnden, aber den offenen Uebertritt noch nicht wagenben Parteien Deutschlands, Frankreichs. Oesterreichs und anderer, war es, wenn sie vor einiger Zeit die Präliminarien einer neuen Internationale festgelegt haben. Der Bund, dessen endgültige Besiegelung im nächsten Frül>- j ahr in Wien stattfinden soll, sucht darin ledtgltch rin vergrößertes und vergröbertes Abbild der deut­schen Unabhängigen, zwilchen der Szylla derre* krmistischen" zweiten Internationale und der Moskauer CharybdiS vorsichtig hi,rchurchzu>chlan­geln, indem er ein Programm aufttellt. das ein* rnal den ..Harmvniedusel" bet Rechtssozialxsten sicherlich und verächtlich macht und zum anderen bertut, daß die Moskauer Thesen nickst geeignet feien, das klassenbewußte Proletariat aller Länder tzesammenzufassen. Man wird in Zukunst also noch mit einer 2a* oder ^-Internationale zu tun Sahen, deren Grundorientierung, ungeachtet aller Arktischen Derschleierungsversuche, zweifellos mehr »ach Moskau als nach London eingestellt fein iflrfte. Daraus beutet u. a. die in den vorläufigen Statuten aufgenommene Bestimmung hin. daß ber kEintritt in die neue Internationale allen Parteien affen stehen soll, die ihren Bruch mit ber refotte imstischen Richtung vollzogen haben.

Inzwischen ist am Moskauer Himmel eine »richte Wolke aufgezogen, und unsere vereinigten Kommunisten, die seit dem glanzvollen Auftreten les Herrn Sinowjew in Halle aus dem Rausch ter Moskauer Gralsverehrung überhaupt noch nicht Herausgekommen waren, erleben ihre erste Er­nüchterung. Grimo: Tie Konkurrenz mit dem ^llerechtesten Marxismus, die ko mm umstriche Arbeiter Partei, ist ebenfalls in das Mos- fmer Heiligtum eingelassen wocken. Zwar noch richt als ganz vollberechtigtes, sondern nur als .sympathisierendes" Mitglied; aber man braucht «ur den neiderfüllten Haß zwischen den kornrnu- ristischen Brüdern beider Schattierungen in Innen alltäglichen Leben Säuberungen '«chrzu- rehmen. um Die schlecht verl-eKte Wut und Ärt-- ttauschung der Rochtskoutnmnisten ob der Zulai* ßmg Der Arbeiterpartei zu begreifen. Lchmr wagt

Herr Levi in der ,,Roten Fahne . zu xrrünben, Satz die Moskauer Entscheidungen nicht immer der DeiSheit letzten Schluß bedeuten, eine fte&erei, die »or wenigen Wock^n noch muKnfbar ffinnen wäre Die kommunistische Arbeiterpartei nricDeruni vat mit ihrer wenn auch losen ErnorDnung in die Or- eanittition Der 3. Internationale zweifellos eine Abkehr von Den bisher in ihr vorhernchenden «varchisch-chaotischen Strömungen vo lzogen. Uno <u§ dieser Tatsache darf wohl gefo'Iffert werden, Satz wir uns in absehbarer Zeit eines neuen, Die tie.r entstandene Lücke ausfüllenden Parteigebitt>es iu erfreuen haben werden.

Abbruch der Beziehungen zwischen Amerika und Sowjet-Autzland.

Moskau, 29. Dez. (WB.) Tschitcherin ersuchte den bolschewistischen Geschäststräger tn Dlcuyork, Martens, Der von der amerikani­schen Regierung ousgewiesen wurde, in einem Tele­gramm mit Rücksicht daraus, daß infolge der feind­seligen Haltung der amerikanischen Regierung eint wirt scha ftliche Zusammen arbeit'un­möglich geivotben sei, sofort mit dem Personal seines Stabes nach Rußland zurückzakchren und alle mit amerikanischen Ii men etngeganacnen Ver­träge gemäß den Instruktionen des Volkskommissa­riats für den Außenhandel für nichtig zu er­klären.

England und Rußland.

Paris, 30. Dez. (WTB.) Wie aus London gemeldet wird, sind trotz der Verzögerung der Unterzeichuung des Handelsabkommens zwischen England 3inb Rußland bereits einige nam­hafte Kontrakte auf Lieferungen von Maschinen, Eisenbahnmaterial und Textilwaren abgeschlossen worden. Einige Sendungen sind bereits auf dem Wege nach Rußland.

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Vom Rätekongrctz.

Kopenhagen, 28. Dez. (WTB.)Poli­tiken"' metoet aus Riga: Auf dem allrussi­schen Rätekongreß erlitten die kriegerisch gestimmten Clemente eine Rickerlage. Lenins Plan für eine positive Wirtschaftspolitik wurde mit großer Mehrheit angenommen Ter allrussische Zentralrat ber Arbeiterorganisationen beschloß, alle politischSt Abteilungen innerhalb der Arbeiter- oraanisationen mit vierzehntägiger Frist aufzu­lösen. Man befürchtet, daß diese Abteilungen, Die die Beherrschung der Arbeiter erleichtern sottten, bei wachsenoer Unzufriedenheit unter den Ar­beitern zu einer Sammelstelle der oppositionellen Elemente wecken könnten.

Tie polnisch-russischen Verhand- lunacn gehen weiter. Man hofft polnischerseits, daß sie im ytmunr abgeschlossen werden.

Die Abstimmung des sozialistischen Kongresse» in Tour».

Paris, 30. Dez. (WTB.) Der sozia- listischeKongreß in Tours beenbete gestern die Diskussion über den Anschluß au. ixe dritte Internationale und stimmte gestern über diese Angelegenheit ab. 3252 Maickat- von 4763 haben sich für den Anschluß an die kommunistische Inter­nationale mtsgesprochen. Für die mittlere Richtung Longuet stimmten 1022 Mandate. Die TageSorj> nung Blum, die sich für die zweite Internationale ausspricht, wurde zurückgezogen und ihre Anhänger enthielten sich der Abstimmung.

Paris 30. Dez. (WTB.) Da die deutsche Kommunistin Klara Zetkin ohne Paß über die Grenze gekommen ist, um auf dem sozialistischen Kongreß in Tours eine Rcke zu halten, nritb heute ber Kammer eine Anfrage zugehen, wie es möglich gewesen ist, daß Frau Klara Zetkin ohne Paß die Grenze überschreiten konnte.

RüstuugSpolitik.

Paris, 28. Dez. (WTB.) Wie die Chicago Tribüne" aus Washington erfährt, beschäftigte sich der Budgetausschuß des Re- pi äsentantenhauses gegenwärtig mit einem Gesetzentwurf, dec den Bau von Befesti­gungen am Panamakanal vorsieht. Die Verteidiaungswerke sollen mit der st ä r k - sten Artillerie der Welt ausgerüstet werden. Es verlautet, daß der neugewählte Präsident H a cd in g selbst den Ausschuß er­sucht hat, einen derartigen Plan auszu­arbeiten.

Frankreich und die deutschen Einwohnerwehren.

Paris, 30. Dez. (WTB^) Nach einerMa- tm"-Meldunff hat der deutsche Botschafter Dr. Meyer gestern dem Ministerpräsidenten Leygues einen Besuck^ abgestattet, um ihm Erklärungen über die Einwohnerwehren zu geben. Gleich nach dem Besuch be-3 deutschen Botschafters empfing Leygues den General Rollet.

Die Verteidigung von Fnrme.

Rom, 30. Dez. (WTB.)Vopolo d'Jtalia" metoet aus Mbazia, daß d'Annunzio ben General Caviglia Durch Funkipruch davon be­nachrichtigt hat. Daß die Vorbesprechungen mit bem Syndikus von Fiume sich nur aut ben Abschluß eines Üebereinkommens blschr än en können, wo u ch Den Frauen, Kindern und Greisen gestattet wecke, die 'Stabt zu verlassen. Tie Stadt aber selber müsse bis zur vollständigen Zerstö­rung und bis zum Todc des letzten Mannes verteidigt wecken.

Rom, 28. Detz. Stefani. Nack der gestern nachmittag' von den Fiumcmer UnterhändlernGe- nerat 5 er Dario gegenüber abgegeben Erklä­rung hat d ' Annunzro, dem Wunsche de- Re- gentschaftsrats von Fftrme folgerto, jeden_23x- verstand aufgcgeben und der Entmannung der Legionäre zugesrimmt. Die General GamgUa durcki Ferrario miiteüen ließ, vr er nur unter der Bedingung zur Entgegennahme der ßxttarung Der Unterhändler bereu, daß m-an Gennßheck über dre Absicht-m d'AmrunAios habe Er Dertorgte Darum, daß d'Ainxunzio eine Erklärung unterzexchne. Die diesen Punkt klärt. Eine Antwort nraro morgen früh erwartet.

PanS, 29. Ter. Mvlst.) HavaS meldet aus Rom: Es nrirb versichert, daß General E a - o t g Lta in Fiume etngebrungen ist, nach­dem er vorher den Hasen besetzt hcMe. ?lus bc den Seiten soll es einige Verletzte gegeebn Haden Tie nationalistischen Versuche, in Rom Straßen- umzüge zu veranstalten, haben die große Mehrheit der Bevölkerung «st gleichgültig gelassen

Aus Triest wird der , 3b?a Var.ionafe" ge- metoet, daß die von dem Fiumer Svn"x"üs Vor* geschlagenen Wasfenstillstandsbedingur.- g en folgenden Wortlaut hxben: Zurückziehung Der regulären Truppen jenseits der alten Grenze ixr Regentschaft das Zugeständnis b?r Regeutsck-a't, Arbe und Veglia zu rättmen und die regulären Schifte entwaffnet zurückzugcken. Tte italxeniide Regienmg soll lieh um die militärisckie Organi­sation der gtegentiduft nicht kümmern und die Anwesenheit der Legionäre am dem Gebiet des sogenanntencorpus lenaratum" exnscküxetz.ich des Deltas xmb des .Hafens gestatten. Entwich soll eine Telegation Fütmes zu der Kvmmisswn zu- gelassen werben, die die Lösung der Frage des Hafens von Da ros behandelt.

Aus Dolosca Wick der,,ZL»a Na-umale" gc- melvet, daß die Zähl der bei bem Sturm auf Fiume getöteten regulären Soldaten 400 erreicht: die Zähl der Verwundeten sex so grotz, daß sie in' Eisenbahnwagen nxggefdxrift wecken mußten. Zivilisten xmd Frauen hätten in Der ersten Linie an der Verteidigung Fiumes Wil- genommen.

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Reichzsinanzminister vr. Wirth über die innerpolitische Lage.

Freiburg i. Br.. 28. De» ®CT.) W Einladung ber hiesigen Gruppe dös Volksvereins für das kMkwlische Deutschland sprach heute abend Reichsfinanzminister Dr. Wirth in einer stark besuchten Versammlung über die innerpoli­tische Lage Deutschlands. Er betonte da­bei die unbedingte Notwendigkeit, die gesamt»' deutsche Politik auf den Versailler FriedensvertraH einzustellen. WlerdingS könnten ferne finanziell nx Destünmungen nur dann erfüllt roerben, wenn die technischen Voraussetzungen gegeben seien. Tie als Wiebergirhnachvmg von französischer Seite immer wieder »mannte Su'nvne von 2 6 7 Milliar­den Goldmark .stelle den jetzigen Wert des gesamten deutschen Volksvermögens bar. Tas könne man nicht leisten. Die Brüsseler Verhandluxxgen seien noch nicht abgeschlossen. Aus dem fn Brüssel vovgelegten Fragebogen könnte die deutsche Beamtenschaft er eben, ein wie gefährliches Spiel es sei, eine unkluge Politik zu irexben. Die Beamtenschaft dürfe nicht über» sehen, daß sie sich der Verantwortung nicht ent­ziehen köxrne. Wenn eine große Bcw?gung d r Ackeiter, Angestellten und Beamte»! kommen sollte, und wenn die heutige Regierung, die doch eine Minderheitsreigierunff sei, in Gefahr kommen sollte, den Forderungen nicht entspreck'en zu können, dann mußten diejenigen dse Verantwortung über­nehmen, die glaubten, daß die Fockemmgen unbe­dingt erfüllt werden müßten. Er wisse sich eins mit dem Reichskanzler, daßdasHinundHer inderSozialisierungsfrageetnEnde finden müsse. Der Gesetzantwurs, ber Dem Reichstag demnächst zugehen werde, werd? den Grundsatz ausstellen, daß die Schätze des Bodens Eigentum der Allgemeinheit seien. DasRechnungs- jahr 1920 schließe mit einem Fehlbetrag von 80 Milliarden ab. Ein neuer Ergün-ungsetat von rmxd 12 Milliarden sei für die Einfuhr von Brot­getreide erforderlich. Der Besitz müsse Opfer brin­gen. Ter zu zahlende Betrag des ReichFnotopfers solle ermöglichen, ein langsameres Arbeitstimpo der Notenpresse zu erreichen. Die Topvelbcsteue- nntff soll abgeschafft werden und ber nicht zu be­steuernde Cüxkonrmenanteil von! 500 auf 1000 Mark erhöht werden. Er hoffe, daß das nunmehr rati- fftierle holländische Kreditabkommen den Anfang bilde für weitere solche Abkommen.

Ptcispolitif im Reichrkohlenrat.

Berlin, 29. Dez. (WTB.) In einer Sitzung des großen Ausfchm'ses des Reichskohl en- r ats und des Reich^kohlenverbandes wurden die seit einiger Zeit wiederholt beantragten Koh­le n p r e ise r höh un g en beraten. Tie Preis­erhöhungen wurden teilweise gegen den Wider­spruch Der Regierung beschto'sen. Staatsstkcetär Prof. Hirsch erklärte daraufhin im Auftrage ber Regierung, daß tne Stellungtxahme der Reichs­regierung Den Forderungen auf Kvhlenpreis- erHöhungen gegenüber grundsätzlich urxoerändert iei. Es werde nicht verkannt, daß die Gesamt­rentabilität des Bergbaues nicht a'.Igemein günstig iei, doch lasse die allgemein- Wirtichastslage eine allgemetne Kohlenpreiserhöhung nicht erträglich erscheinen. Eine Aendermxg der Preisvolxtck sei aber auch deshalb unzweckmäßig, well die getarnte Weltmarkt age durch die Absatzstockung beemträch- tigt sei. Die in Brüssel geführten Ver­handlungen könnten eine Aenderung der gesamten Wirtschaftslage frrteiführen, msbewndere vielleicht die Fvlge haben, daß auch Deutschland an bem Preisa dbau der g an» jen Welt tellnehme. Auch aus Die em Grunde erscheint der gegenwärtige Augenblick nicht geeignet, . die Kohloxpreise. zu____Der*

ändern Äenn trotzdem für exmge Nebenremere Preiserhöhungen nicht branstanbet wücken, jo b-> beute das keine Turchbrechung der alTgemcxren Preisvolüll der Regierung Ster handele es sich um Ausgleichungen, die aus örtlichen Grünten notwendig geworden seien unb für die aflgemexre Preislage keine erhebliche Be' eimrng haben. Tem- beanstandete die Regierung b*e Kreiserhö-

himgSbesckxlüsse für Rheinlant-D,st ölen, Rteder- sachten, Mittcldeussck>land uii> Ostellam. Hxergegeit ist ;um ?lusgleich bereits ydriLStigutDer Scldi- kosten eine Bansüanduug nicht erfolg! ober nur teilweise für die sächsischen St.inklchleiirex'ierr und für Braunkohle aus bat Revieren Frankfurt (£>ücr), Görlitz und ftoflci sowie für l«ayerische FrtUohle und rheinische BvaunkohlenbrllextS.

Präsidentenkonferenz der ReichSrisntbtfhnen.

Dresden, 29. Dez. (Wolff.) Gestern fand hier die dritte Präsidentenkon fe- renzderReichseisenbahnen unter Lei­tung des ReichSvcrkehrsmin'.sters Gröner statt. Anher einet Reihe laufender VerwaltuugSan- gelegenheiten wurde die wirtschaftliche und po­litische Lage der Eisenbahnen besprochen. Es wucke darauf hingewiesen, daß ein beginnen­des Wiedererstarken des ganzen Appa­rates und ein wachsendes I n te r tzf se des Personals an den Leistungen der Eisen­bahnen feftgestellt werden könne. Beides werde allerdings durch die ernste Bewegung in der Beamtenschaft und die Versuche, sie zu unübe» legten Beschlüssen zu verleiten, qesährdet. Die Präsidenten erkannten einmütig die Not­lage der Beamten in weiten Teilen des Reiches an. Der Minister wies darauf hin, daß die Reichsreaieruntz *ntb das Parlament die Notlage der Beamten ebenfalls durchaus anerkannt und durch die im Dezember yv- trossenen Maßnahmen begonnen hätten, thr abzuhelfen. Die Reichsregierung wecke an dem in der Kundgebung vom 17. Dezember enthaltenen Standpunkt gegenüber einem Be- amiet.streik unerschütterltch sesthalten. Die vom Minister in der Kundgebung der Regie­rung erlassenen Richtlinien wurden den Prä­sidenten erneut eingeschäcft. Dxe DeraUma dauerte bis zum späten Abend.

Die Eisenbahnerfockerunaen.

Berlin, 29 Tcy (Wolsf., Der von bat Eisenbahneroraamsationen ring netzte Secbz^mer- ausschuß erläßt, den Wend-blättern zufolge, eine Erllärxmg, Die bei aller Schärfe die Absicht erfen* neu läßt, nicht die Prft^ipienftoge des StrriL- recksts zur Ensscheilnmg zu bringen, lonbem em en ' r.vri e-brxbaren Vergleich zu erzielen. Was jetzt zur Erörterung stehe, sei nicht die Frage, ob bic Eisen- ochner das ytedjit zum Streifen haben, sondern ob sie für sich und rbre Familien die Mittel zum Leben besitzen. Tie Mlicht der Regierung, bte von ihren Bediensteten Hingabe und hockimerime Leistmigen. von ihren Boomten ein besonderes Treueverhältnis verlange, fet es, für deren Ert- stenz ausreichend zu sorgen. Gegen jeden Ver­such, den Berimtblungsboden zu verschieben, muß­ten die Organisationen Lterwahrung ernlegtit.

Die R-ichspostgewerkfchnft.

Berlin, 29 Tez lWvlsf.) Der Verband der Reichsv ost- und Telegra pH en beam­ten mit ungefähr 40 000 Mitgliedern beschloß kn seiner (^saurtvorstandssitzung am 28 Dezember gnmdsätzlicß, an der Ausgestaltung b*r Reichs- ge werkschaf t ber Poste w d Teleg-aplxmbeam- tem positiv mitjuarbeiten. Damit wick der RricbS- ivstgewerlschaft die erste Dierteümillilm Mllg^ie'er erreichen. Auch mit den übrigen postalischen Be- amtenverbänden sind die Verhandlungen ringe­le itet.

Ein Primaner als bolschewikischer ZeitungS» redakteur.

Magdeburg, 27. Dez. Der Unter» Primaner Wolkiser in Sondershausen, der Haupt- und Residenzstadt des früheren Fürstentums Schwarzburg - Sondershausen, ist imNebenamt" Rckakteur des dortigen Kommunistenorgans. Das Schulkollegium be­dachte ihn dafür mit einer vierstündigen Kar- zerstrafe und die Schulabteilung des aus So­zialdemokraten bestehenden Schulministeriums verfügte seine Entfernung von der Schule. Hiergegen aber schritt das Gesamtministerium ein und hob die Entscheidung mit der Begrün­dung auf, nach Artikel 118 der Reichsverfas­sung könne jeder seine Meinung in Wort, Schrift, Truck und Bild oder in sonstiger Weise äußern, an diesem Recht dürfe chn kein Arbeits- oder Angestelltenverhältnis hindern und niemand dürfe ihn benachteiligen, wenn er von diesem Recht Gebrauch mache. Hierzu bemerkt die Magdeburgische Zeitung: Danach betrachtet also das Sondershausener Gtzsamtministerium seltsamerweise den Besuch einer höheren Staatsschule als einArbeits- oder Anstellungsverhältnis" und gibt jedem Schüler das Recht zu völlig freier politischer Betätigung außerhalb der Schule. Angesichts dieser grundsätzlichen Stellungnahme muß aber feftgestellt werden, daß erst kürzlich von derselben Anstalt drei Schüler wegen anti­semitischer Propaganda verwiesen worden sind. Man sollte doch annehmen, daß das, was- den antisemitischen Propagandisten recht ist, dem bolschewistischen Hetzer billig fein müßte. Die bayerische Gesandtschaft in Stuttgart.

Berlin. 29. Tez. Wie dasB. T-" aus München meldet, beabsichtigt die bayerische Re- gxrnnxg, bte unter bem sozialdemokratischen Mi­nisterpräsidenten Hofnnann atopebo bene baye­rische Gesandtschaft in Stuttgart wie­der herzustellen, und zwar, wie früher, bei gleich­zeitiger BVlaixbizung in Darmstadt intb Karlsruhe.

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