jkrTönTufr Fortschritte mr-geschlossen werbe». Tie Haupt ack« ist, boß cbt Sy I lern gefunden wird; Die ch.ist idma ionale Bcn.EAimg fchibet sich nid)t an ein Programm.
Als grundlegend für den Wiederaufbau bc- «eidynctc der Redner dann die Wohnungsfrage: er bcbairrte habet ihre Vrnachläisigmig vor dem Kriege ah eine Ursache der Rroolutwi und sand w huiüiige Worte für den Niedergang der Karitas. Die Such'-, von Staate alles za verlang'», die s:ch jetzt breitmach', führe .<u fo-ialen Sch r en; im Volke müsse der Gemeiniel-a IZgoi-t, der den Nachbar still und unter der .Hand hel.e. wieder gedeihen. Bei der Erörterung der Fra,?, welch? Mittel und Wege xur Erreichrng der erwähntet Ziele zu gel)en sind, ermahnte er die Gen^rk- schas^en. sich neu ein-,ustellen und die St-eiks ans ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Arb.tttSgemem- scha'ten imb die Bet i bZräteges tzgebung ans dem Boden der sozialen G'eichberecht-ing (nicht der Klaistnorgani ation) zeichnen den W'g -um Reich?- toirtsck'.a'tSrat, denn die Politik bü'fe nicht das verpfusch», was die Wirtschgft ausbaue. Grundsatz müsse allerdings eine starke politische Regie sein: so wie die Dinge trnt? liegen in bezug auf die RegiernngsautoritSt, ta3 sägte GiesbertS o'fen, könne e3 nicht lang* mehr weitergehm. denn di? hmtig? Regierung fete nich' an; eigner Kratt, sondern nur von de- Gtmst der Parteien. Er bchtnie'-te an dieser Stelle den Austritt der Sozialdemok-a'en an? der Regiemny, den er nicht als Heldenstück bezeichim kann; die Sozialdemokratie habe darntt eine große Beran t- tvortiria auf sich graben: sie mktze ihre tückstigen und fleißigen Kräfte dem politischen Leben erhalten. ~
Die christlich? Arbeiterschaft Angestellten- und Beamtenschaft läse sich die Politik weder von recksts noch von links vorschreiben und werde bte parlamentarisch» Kräfte, die auf dem christlichnationalen Bod.m stel^n, aus allen Partei- Lagern zu sa m m en sa s sen: sie verlense, baß die ln'irgerlichm Patteim geschlossene U n d e i n h e i t l i ch e P o l i t i k mach» und nicht eine solche der Z"rris'enh'tt: einen solch» Lu»s her politischen Parteizänkerei könne man nicht v'rantworlen, solle Deutsch and nicht vor die Hunde •foatmen. Je größer die Phalanx, um so brier; das in Bildung begriffene politisch-parla- meuterische Komitee werde demnächst chrnrrhalb der Parteien wstken und arbeiten tm Sinne der Richtlinien: Beständigkeit der Politik, Stützung der StaatSauto- r i t ä t u tb möglichster Verbreiterung bet Plattform ber {Regietting. Diese Ziele denkt man olme Kampf gegen andere Parteien bu ch positive Arbeit zu erreichen, sei abt gewillt, falls die Parteizankereien, di? den Wieder- an'bau D»'sch'ands hindern, nicht auff:6"tn, auch vor dem zwe tm Mittel, der eignen Partei, nicht zifückzufchrecken. und zwar auch dann nur aus Liebe zum deutsch» Land und Volk.
In einer Entschließung, die die V*r* fammhma annahm, wurden diese Richtlinien des Reidtevostministers gutgehsssten, und man stellte sich auf bat Boden der Essener Beschlü'se in dem Sinne, daß nur in dem Zusammenarbeiten der gutgesinnten Volksschichten und Parteien der Wiederauchan von Staat und Wirtschaft erfolgreich gestaltet werden kann.
Der Nus nach Zusammenfassung der Parteien.
Hannover, 29. Nvv. (Wolfs.) In der Sitzung di's Landesausschusses und des Gesamt- Vorstandes der SchleSwig-holsteinischen Landespartei sprach am Freitag in Neumünster der Al>»?rdnete der sckfleswig-holsteinischen Landesvartei I v e r s e n über die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller Elemente. Er sagte, die Not des Volkes lasse eS nicht zu, baß Richtungen, die derselben Gnmdaufsassimg huldigen und nicht durch unüberbrückbare Unterschiede getrennt sind, getrennt bleiben. Alle Parteien, die ans liberaler Grundlage fußen, den Klas- senkamvs aVebncn und bie Selbstverwaltung ber Stämme anerkennen, müßten sich zu gemeinsamer Arbeit und zur Abwehr zusammenfinden.
Dieser Ruf nach Zusammenfassung mt8 bet beutsckum Nordmark die tm Grenzkarnvf die Not des politischen Zusammenbruches besonders nachfühlte, dürfte einen starken Widerhall finden. — hierauf beschlossen der LanbeSmtsfchuß und der Gesamtvorstand der schleSwig-holsteinischen Lan- desvartei einstimmig, an die Deutsche Volks- Partei und die Deutsche Demokratische Partei die Aufforderung zu richten, zur Durchführung dieser Anregung in Berdandlungen ein» zutreten. — Der Prnißentag der Deutschen Demo- fratifdyen Partei nahm am Sonntag Kenntnis von dieser Aufforderung und überwies sie dem Vartcivorstand zur weiteren Veranlassung.
Aus Stadt itn& Land.
Gießen, den 30. Nov. 1920.
PcrsonenftandSaufnahme.
, Auf die in der SamStag-Nummer erschienene Bekanntmachung über die Personen- staudsaufnahme wird noch besonders hinge- gewicsen. Da die Aufnahme außer zu Feststellungen für die Reichseinkommensteuer 1920/21, auch für statistische Zwecke dienen soll, ist sie nach dem Stand vom 15. No-- vember 1920 angeorbnet
Durch Polizeibeamte werden die Woh- nungslistcn an sämtliche Haushaltungs-Vorstände und selbständigen Wohnungsinhaber ausgegeben, die diese bis spätestens zum 8. Dezember 1920 ihrem Hausbesitzer oder beffeu Stellvertreter auSgefüNt zu übergeben haben. Die Hausbesitzer oder deren Vertreter haben den gesammelten Wohnungslisten eine Bescheinigung (nach einem Vordruck, der von dem Polizeibeamten übergeben wird) beizu- sügen, worin sie bestätigen, baß sämtliche in ihrem Hause wohnenden Personen vollzählig aufgeführt sind. Die vom Polizeiamt mit der Einsammlung beauftragten Beamten werden die ausgegebenen Formulare spätestens am 10. Dezember 1920 heim Hausbesitzer wieder abholen. In die Wohnungsliften sind außer famtlicfjen Familienangehörigen auch die zur Haushaltung zählenden Dienstboten, Gesellen, Gehilfen, Untermieter, Studenten usw. aufzuuehmen. Jede einzeln lebende Per- sou mit eigenen Wohn- und Wirtschaftö- läumeii (Küche usw.) gilt als HauShaltungs- vorstand und sind für solche besondere Woh- nungslisten zu verwenden.
Keine MMtarpasse mehr!
Infolge der ves.lo'en Auslösung b?8 alten heeveS int) bä: Aushebung tec allAgnetaeu Wehr-. p licht ha oud> ier Mil.täN>.iß als«Ausstr»? iSpap er j eine frft' e e ©? eifung tx roten. T otz e.u w.rd er von zahlr il/o.i A bei F b.ru ali vor-
Wurif.cien Verhol ens währen) lec M L ürdieiist- zcit verlangt. E.ne Der umfang.eirft\e.t Arbeiten jer bUbc.tgcn AbwicklungssteUen hat darin be- starüen, 7 000003 Miss ärpö se auf Ve.langen aiistzustellen. Ung führ 4 000 000 liegen noch un- ertejigt bei den AOivldlungsslessen. Da letzt auf Drängen der Verbtnv.ss)aat<m die Kvrpsabw ck- limgsänmi er mit dem Ende des Jahres vnzeitig aufgelöft werden, Hal sckzon icy: das >A.'.sfellen der Mi t ärpä e enl>gül ig Ice tört Iverixn ml feit. Die - och unerielig en G. f ach? Ejunten nich bean frontet, iaxy irgend ein Be'ch?ld er e Ü trxerden. Tie ehemaligen £>cerc3angtbörigen ’juct en daher ersucht, von einer Anforderung ihrer M li äpä, e Adstand zu nehmen. Auch ist cs zw.cklos, jtd> zur Aushändigung eines Passes an eine Verorg'ings-e- bör?< zu wenden. Um wenigstens bia Nach eile für Bow rber v»n V-ecrm en e len un> Angestellte zu fceei ig-n, hat das R ichSrninis'erium in einer Ge'amsitzmg einen Kabine tsbe'ckckuß. gews't, nach >cm ti? R-ichsbehörden in Zukunft oie Vorlage >es Mili ärpasses nich' mehr vrlangen sollen. Das RcichsssnanUwnh'lerium alS olcrit B?Hörle des Abwicklungswesens fi?n auf die ©jaa s- und Gemeindebehörden in d e em Sinne eiiilmrfen. Auch ist bie g'laut e Pr br iitburtrire gebeten worden, hierin bent Beispiel der S aa s- und Gc- nieinbebehöchen zur Förderung einer reibungs- lv'en und schnellcven Un erb t gintQ von Arbeitnehmern zu folgen und künftighin vor der Vorlage eines Mililärpasses bei ber Einstellung von Arbeitsuchenden al^uselfen. w.
Veranstaltungen.
Dienstag : Stadttheater, 7 Uhr, „Die Raschhoffs". — Großer Horsaal der Universität, 8Vz Uhr, Hochschulgesellschaft, Vortrag des Prof. Egers über die griechischen Pa- ptzri in' Gießen. — Caf6 Leib, 8 Uhr, Abschiedsabend der Medick-Meidiuger. — Lichtspielhaus, „Die Söhne des Grafen Tostsy" und „Das neue Mädchen". — Lichtspiele, Seltersweg, „Die gelbe Fratze"' und „Mit 300 PS. zum Standesamt".
L2rttcrvorauS;age
Trüb und Temperatur wenig
über 0 Grad. Südwestliche Winde.
Die Periode des trockenen und kühlen Wetters dürfte nunmehr endgültig vorüber 'ein, da ein von Irland erscheinender kräftiger Tiefdruckwirbel allmählich eine durchgreifende Aenderung der Wetterlage erwirken wird.
Temperaturen.-
Gießen + 1,7" — 2,2<>
Lauterbach 4- 0°, — 5"
Darmstadt 4- 3°, — !•
•* Am tliche Personalnachrichten. Der rum Könia ich Ni derläudifchen Dizekonsul in Frankfurt a. M. ernannte Herr H. W. ter Hör st, dem namens des ReickzS das Ereaua'ur ertei t worden ist, ist yur Ausübung konsu'arisch.r Verrichtungen im Volksstaat Hessen zmgelassen worden. — Am 26. Nov. d. Js. rmirben ernannt: der Oberbausekretär Emil W a l t he r -u Bad-Nauheim und ber FinaWnaktikant Philipp Gan zlerzu Darmstadt zu Ministerialsekretären bei ber Buchhaltung des Ministeriums ber Finanzen, ferner der Obcr- bausekretär Ludwig Meirich der Justizprak.ikanl Wilkelm Hammann imd der Fmanzp.aktikant Lud- wgNanf t, samt ich MiTarmsiadt, .'uMiniste'.i' l» fekretären bei der Registratur des Ministeriums bet Finanzen. — Hebei tragen wurden am 25. Oktober dem Lehrer Otto Röt ter zu Altenburg (Kreis Alsfeld) eine Lehrerstelle an der Volksschile zu BobenhMen II (Kiels Sckzotten), dem Schulamtsanwärter Friedlich Schöne aus Lich die Lehrcr- stelle an dec Bolkssckrule zu Climbach (Kr. Gießen).
*♦ Mitteilung aus dem Stadttheaterbureau. Für die nächste Zeit stehen in Vorbereitung Roseggers Sckmuspiel „Am Tage deS Gerichts", Hofmannsthals „I e o e r m a n n", Shakespeares „D i e bezähmte Widerspenstige" und LL-- hars Operette „Wo die Lerche singt". Für den weiteren Verlauf der Spielzeit sind vorgesehen Goethes „Götz von Berti chingen", Georg Kaisers „GaS" und Tolstois „Er ist an ullem schuld". — Es sei darauf hingewiesen, daß die Vorstellung „Die versunkene Glocke" am nächsten Mittwoch, Punkt 7 Uhr, beginnt, damit auswärtige Besucher nicht vor Schluß der Vorstellung aufbrechen müssen.
** Oberhessischer Kun ft verein Da am Donnerstag wieder einige erst seit kurzem ausgestellte Bi ber, worunter auch das Koberstein- f(t< „Sonnige Gedanken" aus der Ausstellung genommen werden, sei darauf hingewiesen, daß die Ausstellung mirgen Mittwoch von 11—1 Uhr und am Nachmittag von 3—5 Uhr geöffnet ist
** Ein Strei chkonzert wird am Domnrstag, 2. Dezember, abends 7.30 Uhr, im Saale des Hotel Einhorn von der Kapelle des 3. Bat. Rcichsw.-Sch.-Rgt. 22 ausgeführt.
** Zum Besten einer Gedenktafel für Hermann Hoffmann, weiland Prv- sessor der Botanik in Gießen, wird am Dienstag den 7. Dezember, abends 8 /< Uhr, Universitäts- Professor Dr. Küster, Direktor des Botanischm Gartens, „Uebcr Gartenkunst in alter und neuer Ziet" sprechen und Dienstaa den 14. Dezember, abends 8’/< Uhr, Universitäts-Garteninspeklor Rehnelt „lieber Ceylon, fein? wirtscha t ichrn, "u - 'urcllen und p''anzengevgraph sch n Verhältnis e". Die Vorträge finsen in der neuen Aula der Universität statt. Siehe Anzeige.
** Steiiereinbrud). AnS einem Keller wurden 25 Flaschen Wein gestohlen. Es kommen die Sorten: Bosenheirnerberg, Niersteiner Tom- tal, Ebernbürger u?.ib Nüdesncimer in Frage. — AuS dem ©artl eines hiesigen Lokals wurden die Scheiben-art ienen u b Vorhänge, sonne Te?ora» tionen der Thoaterbühne entwendet. Vor Ankauf wick gewarnt.
** Preise für Zündhölzer. Das Rcichswirtschaftsministerium teilt uns mit, daß der Preis für Streichhölzer durch den Kleinhändler an den Verbraucher ab 1. Dezember 1920 für 10 Schachteln 2.50Mk. .und für Westentaschenzündhölzer und Buch- I Hölzer 2Mk. für das Paket beträgt
** Freibanck. Mittwoch, 1.Dezember, findet Fleischverkauf von 1 Uhr ab statt.
** $ e r KreiSverein © te ßen ber demokratischen Partei hielt am 27. d. Mts. eine Mitgliedervcrjammlwig ab, bte aus allen Teilen des Kreises gut besucht war, ab, m der La!idtagSalg?ock..eter Reiber» Tarrnst- bt über das La..dstcuergefed sprach. Ter 9tcb er, ber an der Beva.ung dieses Geietzcs tätigen Anteil hat. führte in recht aisckzaulicher SBitiC aus, unter ivelck>en großen Nöten dieses Ge,etz zustande gekommen sei. Zunächst wies er daraus hm, datz den Läichern und Gemeinden fast alle Steuerhoheit, insbesondere bie Einkommen- und Vermögenssteuer, gewonnen aus dem Reiche, übertragen morden sei. Nickst ernmal bte lirßebu p von Zusckstägen zur Einkommensteuer fei gestattet So bliebe den Ländern nur übeig, bie tu>d) freien Quellen auszusckwpsen, denn die ihnen und den Gemeinden überlassenen Anteile an ber Euikom- mensteuer teilten zur Teck ng ber liesen übe lassenen Aufgaben lange nicht aus. An ber Sb- pitalertragssteuer sind sie nickst beteiligt. Tas Hess Lwidsteuergesetz sei nur ein Aussühru, gsgesctz zum Reichsgesetz. Tas von den Gegnern des Hess. Gesetzes cnipschlene Zuwarten Ion ite der Regierum., und den Parteien, die den Gemeinden einigermaßen aus den Finanznöten heranszuhelseu int> ihre schwierige Lage etivas zu erleichtern bestrelt waren, nickst genügen, sie fühlten sich gezwungen, etwas zu fdjaften. Taß die Regierung und ttc Mehrheitsparteien et ic undanlbire Aufgabe aut sich nahmen, war von vornheccrn klar unb bei der Partcilage in Hessen ni.ht anders zu erwarten gewesen. Nach bem Reichscinkommensteuergestp blieben bem Neickse ein Drittel und den Ländern zw.r Trittei der auflomme; b.n Ei kommen- fteuet. 9hin muß das Land einen Maßstab finden über die Verteilung der zwei D.ittei unter Land und Gemeinde. Dieser Verteilungsstab ist dnrch das vielumstrittene Laubessteuergesetz g?fd)af en. Tas hier niedergelegte Verhält.is ist nur ein Provisorium uno gilt nur für das Jahr 1820. Tie ausgestellten Grunbsätze seien nickst alle nach Wunsch, jedoch lstibe die Not d?r Gemeinden die Schos- fung einer Recht.grundlage gebieterisch gefordert, wollte man diese nicht ganz aut den Sand setzen. Am heißumstrittensten feien sedoch bte Beftimmun- gen über die Wiedetei isühmng der feit 1895 ab- gcfd.xifitcn Gruiidslcucr gewesen. Tie hiergegen von den beiden Rechtsparteien erhobenen Ci > todnie feien meist nahlagiiatonslstr Act un) li tzen nicht den von ihnen tu Erbpacht genommenen na- tionalni Geist erkennen, denn weim das Land aus semen Fiivanznöten hcrausgesührt werden solle und müsse, dann müsse ihm auch die Möglichkeit dizu, d. h. ihm die nötigen Mittel gegeben werden. Beim Kampfe um dieses Gesetz sei aber von einer Steuerfreudigkeit gerxtbc dieser Kreise, bie etne scchr günstige Entwickelung ihrer ca- zen Wi.tschaft nicht ajlcugnen tdnnen, nicht zu finden gewesen. So habe ein Mitglied des Hessischen Lauernbunbes allen Ernstes die gleich? fteucrlt Ite Behandlung des städtischen Gebäub?besitz?s, deS Ha dwerks und des landnnrtfckastlich genutzten Gm dbesitzes mit 70 Pf. für 100 Mk. Anlaiewert gefordert. Bei allen Anfeindungen bet G gier nx.be oergef.eit. *u sagen, datz die Erträgiisse der städttschen Gc>- Däulid)teiten nickst wail)<los gesteigert wecken können, da bie erlassenen Mietsperrvorschriften diese ganz wesentlich becrnträchttgen; «um) verfchnxcgen würde, daß bei Ermittelung des Steuerwerts deS land- und sorstwirtsäMstlich genutz.en Grund und Bodens der im Jahre 1912 festgestellte allgemeine Wert zu Grunde gelegt werde, also biß die inzwischen inS migcmejene gestiegene Wert chätzunp vollständig unberücksichtigt-bleibe. Was bedeute do heute der festgesetzte Stcuerkxtiag von 1 Mk. (le- aiitrogt 1,25 Mk.) von 100 Mk. landwirtschaftl. Anlagekapitals, gegenüber 25 Pf. von 100 Mk Gebäudekapibal der Stadt und 15 Pf. von 100 Btt. Gewerbesteuer'« ndal? Jeder Einsickstige, dessen U - teil durch die berufsständischen Jn'eresfen nich: ganz getrübt ist, wecke Las Vorgehen ber Regierung unb der Mchchettsparteien, insbesondere daS obieliiae Verlalten der Temokcatischen Porte» anertermen müssen. — T«ie hieran sich anschließende Ausspvackx ließ erkennen, daß b e Versammlung mit der Stellirugnahme der d.mokrati- schen Fvaktion der Volkskammer in dieser Frage einverstanden war. Gerade von ländlichen K. eisen wurde auf bie gesteigerten Werte des laudwiri- sckxiftlick-en Gru?d uns Bodens hingenne,en und der vorgesehene Steuersatz als burdxiu8 a gemef- sen bczeichiet. Im Laufe der weiteren Verhandlungen wurde Ite Revision b'ä La b:nttidxi,"t> kommergesetzeS im freiheitlichen Si.me und bte Reorganiation der Regierungsstellen, da b:e für die derzeitigen Einrilstmigen maßgebenden Gründe nicht mc<l)r gegeben seien, als dringlich gefordert unb dahingrchendc Befchlüffe gefaßt.
Landkreis Gießen.
T. Allendors a. d. Lda., 30. Nov. In der vergangenen Wock>e wurde hier eine Haussamm lung zugunsten der notleidenden Ausländsdeutschen veranstaltet. Die Sammlung ergab 408 Mk. Der Betrag nmrbe an die „Hessische Rückwandererhilfe^ abgeführt.
er. Röthges, 28. Nov. Daß Röthges ein Rathaus bzw. einen Sitzungssaal für die Gemeinderatssitzungen haben müßte, beweist folgendes: In der letzten Gemeinde- ratssitzung mußte ein Gemeinderatsmitalied während der ganzen Sitzung, etwa 2 Stunden stehen. Die wenigen Sitzplätze waren von den übrigen Gemeinderatsmitgliedern und drei Zuhörern alle besetzt. Unter diesen Umständen ist es schon zu entschuldigen, daß sich.der bisherige Bürgermeister so entfchie- den gegen die Oeffentlichkeit der Sitzungen gewehrt hat, so daß das Ministerium sich mit er Angelegenheit befassen mußte.
Kreis A'sfeld.
a. Flensungen, 2). dLov. Bürgermeister Bräunig von hier feierte gestern feite silberne Hochzeit Zahlreiche Glückwünsche gingen bem Jubilar zm Seit zwanzig Jahren steht er an bet Spize unsrer Gemeinde und wurde im lorigen Jahre einstimmig auch nach der neuen Wahlordnung Imedergewablt. Gwße Verdienste hat er ich während seiner Amts- tatirckcit rm unsere Gemeinde enoorben. DaS neue Schulhaus, wclckxs 1914 ivllcnbet wurde, ist eine Zierde unseres OrteS, ja der ganzen Gegend.
Kreis Schotten.
Jehann-Frickrich-Stift.
□ Laubach. 27. Nov. Unter den schweren Zeitverhältnisfen hat auch daS hiesige Johann- Friedrich-Stift sehr xu leiden Tiefe An. statt ist von großem Vorteil für unser Städtchen und seine Umgegend. Tas Stift dient als Kranken-
Hans, als PfrüntmerhauS ttnb als Heim für affet*, stehende ältere Leute beiderlei Geschlechts öS al.en GcseL.schattoklasfen. Durch die tce,f.td)e 8er« toaltung, vornehmlich unter der OberschwesterMac. balene, wurden vor einem Jahrzeh.tt die Mim! zum Anbau eines besonsereu Tamenheims I Wonnen. Femer ist eine Kleinkinderschule mit der Anstatt verbunden, was eine große Wohltat für die arbeitende Bevölkerung ift Leiier haben sitt die finanziellen Verhältnisse des Stiftes neuere dings unter den Folgen des Kriegs sehr vec- schttchtert. Im vorigen Jahre war schon ein Teü, zit von e.wa 14 000 Mark entstanden Es ist seü dieser Zeit nicht besser geworden. Die AnftaL hat schon für 1Ö030 Mk. Kriegsanleihe verkauiei, müssen, nur um den Vorrat an Karwffeln fix, dieses Rechnungsjahr bezahlen zu können. Tic Anstalt hat alle Vorzüge eines Krankenhauies: ttc hat tm anftoßenben Garten ein besonderes Jsvlicr- Haus mit einem geräumigen Opcrationsfaal, treib . liebe Badecinrichtungen usw. Die Anstatt halte t sich stets der eifrigen Fürsorge »nd warmen Ted- j nähme des Grafenhauses zu cri reuen. Noch üi I dieiern Jahre, bei Gelegenhett der Gwßjährig' keitserklärung des Grafen Georg Friedrich, wurden ihr deträchtliche Sckxnkungen gemacht. Lie iA begründet vom Grafen Johann Friedrich tu Solms-Laubach, bem Stifter ber Neu-Laubachei s oder Wddenfe ser Linie (1676—1693 reg Reichs- graf in Laubach^. Literatur- und Altertumssreundi wird interessieren, zu hören, daß der älteste Teil! des Stiftes von jenem Bernhard Kresvel 17931 erbaut wurde, ber als ber seltsame Held von; E. T. A. Hoffmanns „Scrapionsbrüder" in weiteren Kressen b lamtt un) durch Offenbachs Ct«r zu einer weltberühmten Per öusschkeit wurde. Er war ein philosophssclxr Schri.tfteller, ein Jugendfreund Goethes, der ihn in seiner Sclbstbiograv^se I (15. Buch) rühmend erwähnt. Er ist der „Bn. nardo" in Goethes „Erwin unb Elmira". 1813 ist er in Laubach an der Pest gestorben, bie von j russischen Truppen eingcschlcppt wurde.
□ Laubach 29 Nov. In erfreulicher Wcksr hat sich der am hiesigen Gymnasium Fride- j ricianum vor einigen Monaten bejrünb t? Deutsche Jugendbunb entwick 1t. Er HLl j sich frei von jeder parteipolitischen Richiu.rg unb | will xu dem Wiederau bau des Bat rlandeS, inj' ’ besondere zu der Ertüchtigung d.r Jugend, srin bescheiden Teil beitragen. Gestern abend trat <r zum ersten mal mit einer Veranstaltung vor dir Oeffentlichkeit. Er hatte die Abl)altt.na eiw ,W o lfram-v. -Cjchcinbach-Abends ro-t- bereitet. Lehramts« sessor Funks hatte sich in bwi kenswerter Weise in den Dienst der Juienb $e stellt. Ebenso dankenswert war die TeilnohM des Orchesters der „Tauf itbkba't Gießen" Vti Teutschm In en.bunbl?s, P ovinria'-V rbaib ilt Ober Hessen. Die V ranstaltung fand im großen Saale des Hotels „Solmsec Hof" statt unb hart/ sich eines sehr zahlreich n Be'ucheS zu erfreuen.
rr. Schlitz, 29. Nov. Die Finavrteimni'sor für Errick-tung einer KriegergedacktniS- hätte hat nunmehr enb-iültig den Beschlich faßt, ein etwa 6 Meter hshcS, von Fundcm.M nach oben fich txrfüngenbe«, wuchtiges steinend Denkmal aus weisnm Mainsandsteiu nach btn Plan ton Professor Walde Darmstadt errichte« zu lassen. ES belvwmt seinen Elnniplaz oti unserem, wundeckvll lodigelr^cnm Fciedlvf: hin sichtbar soll eS bie Exnnnenmg loachhalten a bie 115 Gefallenen unserer Stadt Eine efnfati« nrürbige Aufschrift w rb tun der Best! umung W Ehrenmals Sltnbe geben. Die Namen ber Ge* jallenen sollen in ber dem Denttnssl dmachbaNri TotenNvche an ben Emporen in künstlerischer Vüfk burch ehren bekannten Kirckx-nmaler omtbrefi wecken, wodurch da- flehte, alte GotteShanS w einer rechten „Totengebdck»kniSftätte" nHrb. die vorhandenen Gcldmittcl zur Ausführung nicht au-reichen, hat die Bürgnmi istcrci nnm Aufruf an bie Bü.gerschaft zu nxiteren ©peniai erlassen.
Kreis Frlüfberg.
□ Friedberg, 28. Nov. KriegSqa' • sangenenheimkehr. Drei Söhne des Lack)- wirt? Hermann Philippi wireu wchcend Krieges in Gefangenschaft geraten, bn eine f» französiche, ber andere in englische unb ber dvw in rus ische. Während die beiden ersteren berft if vor längerer Zeit in die Heimat z-uruckgekehrt ftkv, . blieb der dritte, der im Jalne 1911 als aktri-'r: Soldat ein getreten war uno seitdem uniinterbrodan ' biente, verschossen unb seine Eltern wa'en wi')' renb ber ganzen Jahre ohne Nachricht. Nun tfl'« f gestern abend zur großen Freude seiner Angchc'D- gen und der ganzen Nnwohners.chaft doch glürflirtfl x-u"ückgekehrt, nachdem er am 21. September ww sibirischer Gesangensckxrft entlassen wurde v«. Vater selbst hat den Feldzug von 1870/71 hcs ischer Gackejägcr mitgemacht und ist mit tret | eisernen Kreuze unb ber hsssischeu Verviensta.n»-1 zeichmmg geschmückt, glücklich in die Heimat iri": rüdgetommen. . j
Ö Friebberg, 28 Nov. DaS von I Seitemt deS Froebel Kinbergariens, Fck. v-u:i! Ferber, im großen Saale des Hotel Trapp i anftaltetc Kinbersest erfreute sich eines so W | fwften Besuche-, daß ber Saal biS zum leM» Plätzchen gefüllt war. DaS Programm bot'al reicher Auswahl Kinderspitte, Kinberliexr vuk« musikalische Borträge, so daß allen Tei'nebmcmi alt tote jung, einige sehr genußreiche Stunden 1 rci‘et würben; ber Leiterin ves Abends wurde ' Schlüsse chs Anerkennung für ihre Mühewal von ben Kinbern eine schöne Radierung von 5r^ berg überreicht.
X Griebel, 28. Nov. Nachdem Jimi dieses Jahres ber hiesige Gesangs „Eintracht" feinen gefallenen Mitglickern cs blechendes Denkmal in Gestalt einer Cb re | täfel errichtet hit, ist man nun auch dew me danken näher gttvrten, bie sämtlichen gefalle Helden imse?es Dor'es burch ein Denkmal cbTU. Unter dem Borsitz von Bürgermetster vi' J bildete fich eine Kommission, bte fim bet malSfvage annahm. Berrits am vorletzten v tag wucke eine Haussammlimg von Spenden »eranlaßit. Cie ergab ben stattluh-'N trag von über 8500 Mk.
Starkenburg und Nsteinbessen.
rm. Darmstadt, 29.Nov. Eine wettt« Tariferhöhung tritt mit bem L v zernber wieder bei der Heag ein. Die her 50 Pf. betragenden Mindestsätze sov^ jetzt auf 70 Pf. erhöht werden. Die TarN erhöhung wird mit ber Lohnbewegung Straßenbahn bediensteten begründet, die M ihrem etwa 31 Mk. betragenden Turchschnl^ cinfommen pro Tag noch 8Mk^, unter städtischen Straßenkehrern stehen. «* . kommt allerdings die Kleidimg.


