Zweiter Blatt
nr. 282
Fortsetzung 47.
Abdruck verboten.)
ssr soll nach Möglichkeit erleichtert werden. Tie ;rle([ung von LnrnSartikeln ist zu vermeiderr. tie Idee einer Reichs Wirtschaftsbank ist bislang ’t'i; im Kabinett erwogen worden. Der Reichs- - nichaitsrat dagegen bat sich vor einigen Tagen ■wütig auf eine Entschließung in diesem Sinne l’rötiflt, um der Rot in der Industrie damit ab-
Tamil war der Gegenstand abgetan: aber als i>hn gleich darauf nach dem Essen in sein Ate- « hinauiging, folgte ihm Signe nach. Sie war dH immer bleich unb sie suchte nicht erst nach '•peth einer freundlichen Einleitung.
einen Wbau der Preise bedacht, namentlich i ,ben Rohstoffen. Der Aufbau des Bauwesens
Gegen das Ende des Mahles hm wandle sich Kli an Achim:
pt reffe der Arbeitslosen rasch gefördert werden. - gleichen müssen wir auf eine rechtzeitige Siche- p-< von Auslandsabsatzgebieten bedacht sein und schon jetzt entsprechend vorbereiten. Zur Ge- Whing unseres wirtschaftlichen Lebens halte ich |tti die Einführung eines wirtschaftlichen Tienst- ^L"5 für notwendig, dessen erzieherischer Einfluß s: zur Zeit fehlt. Tie Dezentralisation des führt» sts ^-lebens wird uns ebenfalls zur Gesundung
6 ie Falkner auf Linüenhöhe
Roman von Reinhold Drtmann.
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D.e Ginarttei» t i f ger 9 e b ]-:■ i'li'th den h^hc-, WA ürir- M, wtetiB S» Nam!anbslein «f ilbt Dürmslobl M seinen gelegenen ffiiebrs^ rinnmmfl toadik . xt Stabt Sin r xm bet MmM
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.... _____ ... Hebung unseres Berkehrs-
ist ein dringendes Erfordernis. Unsere ct ist durch den Krieg auf 300 000 Tonnen
28. *!_(V' i
11 Jnt
kt worden. Bis zum Wiederaufbau unserer — haben die gwßen Reedereien Abschlüsse dl hem b'änbi) dm Firmem getroffen. Der Aus- ru unserer inneren Wasserstraßen soll schon im
, -- „Ter Onkel hat mich btacustvagt. Met Zimmer h einen ilym schr lieben Fremdenbuch bcr- JJJ Jiutn zu lassen. Es ist der Justizrat Bcnnewttz, IW/L E,' U er erwartet. Er sollte schon morgen kommen: ft «3 seine Ankunft ist wegen dringlicher Behm-
tintf *.it B ^ng für eine unbestimmte Reil»? oon Tagen ■tooben loord-n. Bist du damit ein^rstanden
i W ich das süoliche Eckzimmer im ersten Stack IN das anstoßende Kabinett für ihn ernrichte? H jrau Signe neigte den Kopf tief über ihren w, und darum sah wohl niemand den jaben btifel der Farbe auf ihrem Geficht
Achim aber erwid.rle ruhig:
, .fralte cs damit ganz nach beinem Ermessen, tfa Erika! Ich habe lster nichts anzuordnem ui* toenn ich einen Wunsch äufrrn darf, rlt es der, daß das Menschenmögliche für bte Ä> lichtet des Gastes geschieht. Ich wie kosten W«n mein Dater gerade seinem Besuche siirrißl. Der Justizrat ist ja fein bester und alte- « Freund."
Deutscher Uelchrtag.
38. Sitzung.
Berlin, 29. Rvvbr
Fattfeyung der zweiten Beratung des Reichs- beim frauShaltSetat des Reichswirt-- . ^stsmrnisterium-
Ter Bench erftatter Abg. Dr. Rietzer (By.) ,:\t eine Uebersicht über die Tätigtet deS Aus- f süsses.
Tie bürgerlichen Parteien unterstützen einen L »trag Trimbrnm, unvenüvlich eine Stelle ein- richt-n, b-c rin-n fortlaufenden Ueberblick erbSst • alle B scha'f ingen des Reiches. Der Ausschuß -'ntrogt Annahme einer Reche von Entschlio» . nnm, welche die Au'Hebung der Verordnung >r du imr schädliche Demobilmachung betreffen, V\W 9'dm liche Gesetzgebung aus dem Wege des --riechli^en st'rchits vergangen, die Zuständigkeit R(i^'"i tschastSgerichts für alle wirtschost- jldm Streitigkeiten zwischen den Behörden sor- ■n. eine Verminderung des Personalbestandes R^ichskommis'a-iats für Ein- und AuSsuhr- ■villigung und für die Ko klen Verteilung wünschen vx bte Reichs-egierung ersuchen, bei den neuer- -nt Berhnndlungen über ein Kchlenabkommen uii ytt wirken, daß Deutschland die notwendigen .'nuten hochwertiger Kohle belas'en und die stei- .r3Sf fröedenmg W nord^ranzösifchen Zechen be- jü :sich'tgt wird Schließlich w-rd noch eine Min- nm der Papienrreise 1,n$> fint Prüftmq darüber -ta-g'. titnneto i‘ die RcichSzus.chüsse für Papie» Irrungen gemindert oder eingestellt werden 'finen.
MeichswirchchaftSminister Dr Scholz: Bor -i-qen Tagen ging die Nachricht durch die Dresse, Neichsministenum beabsichtige, ein umfassen- "? Dir^schastsvrogramm vorzulcgen. ES ist nicht
•re Absicht, in dieser Zeit, wo noch alles im : -ifi ist ein festes Programm aufzustellen. 2kber ■ Ttf feste Grundsätze lassen sich aufstellen. Zu- !id>st der Umstand, daß unsere Verpflichtungen i i dem Friedensvertrag noch immer nicht fest» f-frn Wir müssen den Umfang unserer Ver» r chtungen zahlenmäßig festgesetzt sehen. Ter l-fite Punkt ist das dauernde Schwanken unseres k-'k>wertes Tas Koblen abkomm en von Svaa. die hnnMage unserer Wirtschaft, ist in einer Weise fhilt wordm. de crich vom Ausland anerkannt r tde. Tie Kohlenförderung ist erheb'ich gestiegen, ' id aber infolge der wesentlichen Verminderung • - Arbeitstage durch die vielen bevorstehenden •rtage nicht unwesentliche Einbußen erleiden.
■’ifi in Oberschlesien bat sich nach dem durch die ' trüben im August bedingten Rückgang eine neue bntliche Erhöhung der Förderung bemerkbar raefit Immerhin konnten bei Gas, Elektrizität i' Eisenbahn die Anforderungen nicht laufend wer>n Von wesentlicher Bedeutung aber - \ib auch die Quälitätsfrage nicht befrickigend l'st wet>n konnte. Eine Aufrechterhaltung des '^>)lenabkommen4 von Svaa auf lännrre Tauer ' infiaftbar. Sie wür^e unker ganze- Wirtschaft-- 1 '*n negativ beeinflussen. Die Zahl der Arbeits- '. irn ist in Teutschland erfreulicherweise zurück- !-sengen. Sie beträgt aber immer noch 348 000, NM noch 334 000 Familiencmgehörige hinzu- 'nmen. Tas Ziel unserer Ernährungspolitik ist ti Entwicklung unserer Landwirtschaft Teshalb hie Beschaffung der Tüngemittel die wichtigste •i'tbentnn Tie Verteilung der Nahrung-mittel :-T durch die bei Einführung de- freien Handels • idaf'encn Reserven sichergesteNt und damit ein Wust auf die Preisbildung genommen werden, -ie Ein- und Ausfuhr muß einheitlich geregelt tVh. Tie Einfuhr von Lebensmitteln muß be» wer>n. Tageaen muß von der Einfuhr : « Luxusartikeln abgesehen werden. Unsere Aus-
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böl rtnt kl> elfen. Die Regierung ist mit allen Mitteln n enalii^ul) ^*n Rohstoffen. Der Aufbau des Bauwesens j, kfiyit erift"r ’ f sich nach den Stellen richten, wo die augen-
iitrfilP Kiche Lage daS zunächst verlangt, B im Qnfire 191* •'( I 1 krcDier Auch die Hebung unseres
«xtetbrm W‘'1 \ '"'ns ist ein dringendes Erfordern
(Tltert *,i • )''^hrt ist durch den Krieg aus 300 0 _
ff witl >r I'j''kränkt worden. Bis zum Wiederausl
Vfle haben die gwßen Reedereien
Glehenet Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberhesten)
verhelfen, .tie Wirtschaft muß zur Selbstverwaltung kommen.
To doch t'Soz.): Alle ivirtichastlichen
Maßnahmen der letzten Jahve hadm die Not stets »Vrbd£L . wll nun geschehen? Darüber ft uns der Minister die Antwort 'chuldig ge- ^rnZ^r muß die größt? ^oar ^amfeit otemltcn Daß ctniclne Jrtteref'enten- “9]f' ” • 3*1 Tabakhandel, Inte res e an tut-
getxntmter Em.uhr haben, leuchtet ein. Sach: der Reichsregtermtg aber ist es, alle dteic Jnter- eiirntert m emen aUgememen Wirtschaftsrahmen crnjuiügen. Die Preispolitik muß auch einen Unterschied zwischen lebenswichtigen und weniger wichtigen Erzeugnissen machen. Die Bildung der großen Konzerne will nur die Machtste lung der Unternehmer stürken. Das ist für unsere Zeit unmöglich. Das Volk wird sich nicht knebeln lauen. Dtc tzerren Stinnes unb Gm. wollen tm Falle der Sozialisierung ihre Krait der Allgemeinheit nicht zur Veriügung stellen. Wo bleibt da ihre Vaterlandsliebe? DaS werden sich die deutschen Arbeiter nicht gefallen las en. Außerdem verlange ich eine klipp und klare Antwort, wann bre„Sojialtiierung durchgeiührt werden soll. Die Auffalsung der Regierung sch.'tnt daraus hinaus zu laufen, den Reichswrrtschast-Zval gegen den Reichstag auszuspielen. Tas führt zu unmöglichen Verhältnissen.
Abg. Kl ö ck n e r (Zentr?: Die Erhöhung der Kvhlensörderiing ist die wichtigste Ansoroerung an das ReichswirtsclastSministerium Tie Zahl der in Angriff genommenen BergarbeiVerwöhnungen faim sich im nächsten Jahr in einen Mehrertrag von 2 M illionen Tonnen umrechnen lassen und ist bei weitem noch nicht genügend. Auf dem Weltmarkt macht sich auf allen Gebieten eine getvaltige Konkurrenz geltend. Möchte die Regierung dafür sorgen, daß alle Hemmnisse einer Ausfuhr beseitigt werden.
Abg. Dr. Reichert (T.-Natl.): Der Reichswirtschaftsrat ist eine Notwendigkeit. Er muß nunmehr gesetzlich in die Verfassung eingeordnet werden. Wird die Sozialisierung tatsächlich dem Geneinwohl entsprechen? Jedenfalls soll man bei bem Wiederaufbau mehr das Vorbild Frankreichs und Englands int Auge haben als das russische. Die SazialisierungskvmMission ist unnötig. Ter Fleiß unserer Bergarbeiter ist vorbildlich. Leider scheitert unser BertragStville an Transportschwie-- rigteiten. Die Einfuhr kann nicht freigegeben werden, so lange die ienoetu bestehl, Luru-toaren ein- zusühren. Die Zoll aus sicht ist mangclhast. Vor der Schaffung von Zwangskartellen warne ich ganz enlschteden.
ReichSwirtscl>astsnvinister S chv l z: Ein großer Teil der gemachten Vorscl^äge betrifft gar nicht mein Machtbe-eich Tas Kpmnvinausiermrgs- aesetz gehört nicht »u meinem Ressort, ist aber in Vorbereitung, wie ich erklären kann.'Der Redner betont, daß seine Einfuhrpolitik einen durchaus einheitlichen Charakter mit der Ausfuhrpolitik tragen werde. Er warnt vor zu rascher Gesetzes- macherei, zumal sich aus der Rechten wie auf der Linken eine getoi fe Gesetzesmüdigkeit entwickelt habe. Daß die Tkvidendenpolitik der großen Gesellschaften auch die Regierung zu Erloägungen veranlaßt habe, wolle er auSdrücllich^ feststellen. In der So-ialisierungsfrage stehe die Regierung vor einer schwierigen Aufgabe. Das hätten die Ausführungen des Abgoordneten Hoch noch unterstrichen.
Morgen nadnrtittag 1 Uhr kleine Anfragen, Abslimmimg über die Anträge zum Friedensetat und Weiterberatung deS ReichShauShallS.
Schluß gegen 6 Uhr.
Siegener Strafkammer.
Gießen, 26. Nov. 1920
Ein unverbesserliche Langfinger ist der Karl August Sch. von Butzbach, der, erst 22jährig, bereits s.ebenmal w gen Diebstahls vorbest-ast ist. Diesmal hotte er einer Filialleiterin in Butzbach für etwa 300 Mk. Zigarren gestohlen und zu Geld gemacht. Strafe: 1 Zahr G fängnis
SBegen schweren Dtebstahls stand der Geoy W. von Marburg vor Gericht. Gelegentlich der Kirchweihe in Oberndorf hatte ihm der Knecht Kaspar Kirchner Nachtauartier gewährt. Er belohnte diese Gastfreundsckwst damit, daß er am andern Morgen die G?ldka's.tte seines Quartiergebers erbrach und 880 Mk. erspartes Papiergeld daraus entwendete. Bei seiner Festnahme hatte er noch 3 Mk. Das Urteil lautete auf 6 Monate GesängniS.
Die Berufung des Bildhmiers J^an H. von Bad-Nauheim gegen ein Urtnl des dortigen ScbössengerichtS, das ihn tvegen Beleidigung zu einem Monat Gefängnis oerurt?ilt hatte, war von Erfolg. — ö. hatte einen Nauheimer Pen- fionsinhaber wegen unberechtigten- Fleischb-zugs der Polizei denunziert: obwohl sich s ine Beschuldigung als haltlos herausstellte, billigte ihm das
Gericht den Schutz des 8 193 Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu und sprach ihn tret
Erfolg hatte auch die Berufung des Drl- helm B von Büdingen. Er batte seine alle Mutter mißhandelt und war dessalb vom Schössengerichi zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden, da nicht feftsuftellen war, daß die Mißhandlung mittels eines gtfäbrlitb.m Werkzeugs erfolgt war, die Mutter aber ihren Strafantrag xurüdgatommen hatte, mußte Entstellung des Ber fahrens erfolgen.
Der ftraiunmünbige Sohn des Peter Franz R. in Brauerichwcnd hatte in einer Falle einen Fuchs gesunden und brachte ihn seiner Mutter heim, dir ibn, nachdem der Johannes R. von dort ihn vollends totgeschlagen batte, für 240 Mk. an den vandelsmonn Leopold A. von Storndors verkaufte. DaS brachte den drei Genannten eine An Nage w gen Jagdvergehens und Hehlerei em, doch roueixm sie vom Schöffengericht freigesprocheit, da ihnen das Bewußtsein, eine straibare .Handlung zu begehen, gefehlt habe. Die Strafkammer tarn zum gleichen Ergebnis unb wies die Berufung zurück.
Freigespwchen van der Beschuldigung, eine falsche Versicherung an Eide -statt abgegeben zu haben, wurden das Dienstmädchen Anna B., Frau Luise W. und LilfSschaffner Ernst Sch., sämtlich in Gießen.
In einer Mieter - Zwang-Vollstreckungssache g?gen eine Frau £». wendete diese unter Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses ein, sie sei krank und könne die Wohnung nicht verlassen. Ter Vermieter brachte demgegenüber die eidesstattlich.' Versich.rung der drei Angellagten ein, daß Frau lö. am 3 1. Ja n ua r 1. I aus der LiebiAsh-he grtanzt und bei einem Schiebertanz die Spitze geführt habe. Später stellte sich heraus, daß dies nicht am 31. Januar, sondern kurz vor- oder nachher gew:s.m toar. Odivohl mithin die eidesstattlich.' Versich rung bezüglich des Datums objektiv falsch war, gelangte die Straftammer zur Auihebung des Schö senu.teils, das den Angeklag^ ten je 3 Tage Gefängnis zudiktiert hatte. Sie war der Ansicht, es fei bieten in erster Linie daraus angekommeri, nachzuweisen, daß Frau $). getanzt habe, das Datum habe m ihrem Bewußt' lein eine nebensächliche Rolle gespielt.
Wegen Schwarzschlachtung waren gegen den Landwirt und Metzger Albert £)- von Ober- Eschbach 2 Woclten Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe ausgesprochen worden. Seine Berufung wurde zurückgewiesen.
Aus dem Amtsvcrkündigungdblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 173 vom 29. November enthält: Erhöhung der Gebühren für die Prüfung von Kraftfahrzeugen und von KraftfahrHeugführern. — Diensträume des Chemi chen Unter uchungsamtrS. — Evwerbs- loscnsünvrge — Viehseuchen — Tienstnachrichten des KreiScrmtS Feldberecniaungen Reinhards Hain. Obcr-Bessingcu und Londorf
Die Tiensträume dcS Chemischen Untersuchungsamtes der P.vviuz Oberhessen befinden sich jefrt nn Hause Ost-Anlage 19 p. in Wefjen.
Die Maul- und Klauenseuche ist in Lang-Göns bei der Schafherde der Gemeinde festgestellt worden. Die Herde ist außerdem mit Räude verfeuert Sie wirb auf das Gemarkungs- aebiet westlich der Straße nach Buhbach und südlich der Straße nach £od)dhK*tm venmesen. Feld.ve.ze, die durch dieses Gebiet führen, werden'hiermit für den Verkehr mit Rin berge spannen gesperrt. — In Grüningen imb Lich ist bte Seuche erloschen. — In den Gemeinden Bergheim,Ma- r t e n bo r n und Al tenstadt (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebwchen. — Ferner in den Gemeinden Alsfeld, Bleidenrod (Kreis Alsfeld), Kestrich (Kreis Msfeldi, unter den Vi hbeständen in Ar gen st ein (Krei) Marburg», Betziesdorf (Kreis Marburg», Cyriaxweimar (Kreis Marburg!, unter dirSchaf- herde in Ginseldorf (Kreis Marburg), in den Gemeinden dutzdort und Metzlos (Kreis Lauterbach), Greifenthal, Ebersgöns und Oberkleen (Kreis Wetzlar). — Die Maul- und Slaucnfeudje ist e rfofdwn in den Gemeinden Bernsfeld (Kreis Msfeld), Neuhaus bei Lomberg an der Ohm, L e h n h e i m (Kreis Alsfeld, Reichelsheim, Dorn-Assenherm. Nieder-Erlenbach, Vilbel. Klein- Karben (Kreis Friedberg), sonne in Freren- seen und RudingSharn (Kreis Schotten).
Dien st na d> richten deS KreiSamtS
WilhelmLuh V. wurde $um Kvmmandant und Karl Faber zum Stellvertreter des Kommandanten der Pflichtfeuerw-Hr zu A l l e n d o r f a. d. Lahn ernannt und verpflichtet.
Lotterie. Dem Vorstand der Ortsgruppe Darmstadt des Allgemeinen Deutschen Firauen- vereins hat das Ministerium des Innern die Er-
„Bist du noch immer getarnten, die Dinge ihren Laus nehmen zu taffen T* fragte sie. „Wenn er auch für morgen abgefagt hat, wer bürgt uns dafür, daß dieser Justizvat nicht übermorgen ober an einem ber nächsten Tage eintriist? Ist er aber erst einmal hier, so ist e- sicherlich zu spät."
„Zu spät? Für was? Für die Beeinstussung meines Vot^-rs? fcabe ich dir nickt nackgerade oft genug erklärt, daß ich nicht an eine solche Beein- llussung denke
Sie war hart neben ber Tür stehen geblieben, und sie streckte ihre Hand schon wieder nach ber Klinke aus
„Ist das dein letztes Dort? Dein allerletztes?"
„Ja. — Und ich verbiete dir mrSbrüdlid), etwa auf eigene Hand irgendwelche Versuche zu unternehmen. Das ist eine Sache, die dick ganz uno gar nichts angeht."
„Unnütze Besorgnis, mein Freund' — Ich stehe mit dem alten Derrn nicht so vertraut, daß ich mick auf solche Wagnisse einlasse ndürfte. Tu fühlst dick hoffentlich stark genug, die Veranttoor- tung für alles zu tragen, was g schehen wird?"
„Ja ich fühle mich stark genug. Und ich wünsche, daß nicht mehr darüber gesprochen werde."
„Don mir nicht: dessen darfst du versickert sein. Ick gehe jetzt zu deinem Vater."
Er sah sie an und schüttelte nne in Mißbilligung den Kopf.
,Ln deiner aug?nblidlichen Gemütsverfassung solltest du es lieber unterlassen. Es kann kaum zu feintx EchettcruLg beitraaen, dich so zu sehen."
Signe lachte spöttisch.
„Las- das getrost meine Sorge sein. Gerade beute möchte ick ihm vorlesen, freute erst recht. Ick bin niemals besser aufgelegt gewesen, ihm Gesellschaft zu leisten, als eben heute."
Als die junge Frau in Bernhard Falkners Arbeitszimmer trat, sand fr es leer, und draußen sagte ihr der Diener, daß sein frerr sich heute schwacher gefühlt habe als sonst, auf seinen ausdrücklichen Wunsch habe er ihn bereits *,u Bett bringen müssen, und auaenblicklich sei Fräulein Erika bei ibm. Da ging sie in das Schlafgemack hrnüber, lächelnb imb unbefangen, w e rt rlren besten Stunden. Falkner, ber aufrecht in den Kissen saß, begrüßte sie fveundlich
„Es ist nichts," erwiderte er auf ihre teilnehmende Frage. „Ich habe in der Nacht schlecht geschlafen, und das macht sich jetzt fühlbar. Ich werde es eben nackholen müssen Erika will mir’« erleichtern, indem fic mir etwas recht Langweiliges vorlieft."
„Denn sie lieb ist, läßt sie mich an ihre Stell? treten. Ich habe mich gerade heul.' so daraus gefreut, noch ein wenig bei dir zu sein."
Erika war sogleich aufgestanden, und sie wurte durch ein dankbares Kopfnicken Signes für ihre Bereitwilligkeit belohnt: Die junge Frau blieb mit dem Kranken all rn: aber nach einer balb.-n Stunde schon kam sie vorsichtig auf den Fußspitzen wieder heraus.
„frerr Falkner ist eingeschtafen," sagte fu zu dem im Vorzimmer sitzenden Dütschke. „Geben Sie Acht, daß er nicht vorzeitig gestört wird.
Dienstag, 30. November 1920
lautet- erteilt, zugunsten der Mädchenhvrte eine Verlosung ton Landarbeiten und frandfert gkeitS- arbeiten yu venaustaltcn. — Dem ftäutngen Rai für Kunstpflege in fressen zu Darmstadt hat da- Ministcrium deS Innern die Erlaubnis erteilt, eine Vrr.vfung von kunstgcwerb.ich« n Wegenliänben, Gemälden uftv im Gebiete des Bolksstaates frefien zu veranstalten
ICtinft und Wissenschaft
Georg Kaiser aus der fräst entlassen. Ter Dichter Georg Kaiser ist, einer Münchener Drahtung zufolge, aus der fraft entlassen worden, da eine BerfchleierungSgefahr nicht mehr vorlag. Auch das Strafverfahren gegen die Gattin Kaisers nimmt feinen Fortgang
Wann erhält er baut die AbendbosiS feina? Arznei?"
„Gewöhnlich erst gegen elf Uhr Wir haben die Erfahrung gemacht, daß er bann am längste» und tiefflen schläft "
Sie wollte to.iter gehen, aber der alte Timer fand sich nach einem kleinen Zaudern veranlaßt zu sagen: . ,
„Wollen sich nicht gnädige Frau selber ein bischen hinlegen? Gnädige Frwi sehen wtrllick sehr angegriffen aus — ganz verändert?"
Liebenswürdig lächelte sie ihm zu.
„Wie besorgt Sie um mich sind, Dütschke! Ich danke Ihnen dafür. Aber es g^-ht mir wirkltch ganz gut. Es ist nur die eing fcchlossene Luft im Krankenzimmer, die ich schlecht vertrage. Viel- leickl gehe ich itoch ein paar Sttmden spazieren."
Der Alte fühlte sich sehr geehrt; denn die junge Frau Falkner hatte sonst durchaus nicht die Gewohn-hnt, sich so leutselig mit den Dienstboten ju unterhalten "
„Sie ist reizend " dachte er, „aber wenn man sie heute anfieht, sollte man dock meinen, sie wäre krank."
~ Ihre Absicht, spazieren zu gehm, führte Frau Signe nicht auf der Stelle ans Erst als die Schatten der Dämmerung zur Lindenhöhe hinaufzukriechen begannen, verlies fte das frans, in "inen leichten seidenen Mantel gehüllt, und mit einem b llfarbigen Schleier vor dem Gesicht.
Wohin sie zu gehen beabsichtigte, bitte sie nach ihrer Gewohnheit niemand gesagt. Und es war keinem eingefallen, sie danach zu fragen
(Forljetzu»^ folgt.)
Tanten, Spiel unb Sport.
— Männer-Tur ii verein Gießen Tas Winterfest des M T B., da» am Samstag in der Turnhalle (Sleinstraßc stattfand, war von echt turnerischem Geiste durchweht Dieser kam schon in dem Borfpruch, der von Mitglied R Rautenberg sehr wirkungsvoll vvrgetragen wurde, zum Ausdruck Die S abübuugen der Mili- tärabteilung und dcw Turnen der Aklioen am Reck und am Barren zeig en eine recht gute Schulung und fanden den lebhuitesten Beifall der in überaus großer Zahl erfdjienenen Bereinsmitglieder und Gäste Ganz besondere Anerkennung fand, M# Stocksdilagen, das Ehrenmitglied P M a r g o l f mit einigen Turnern eingeübt batte unb auch selbst vorführte. Daran schloß sich eine Ehrung Mar- golfs, indem Gauvertreter A Pfeiffer aus «Bctdar dem 78jährigen Turnbruder in Anerkennung feiner Verdienste um das deutsche Turnen den Ehrenbrief des MittelrlieinkreifeS überreichte. Ein von 24 Damen sehr hübscst getanzter flleiaen erzielte großen Beifall. Zur Verschönerung deS Abends trugen aber wesentlich die gesanglichen Darbietungen von Frl. M. GnsSe unb frerrn A. Koblhase bet. Besonders in dem Duett: „Weißt du eS noch" legten sie vorzügliche Proben ihres Könnens ab. Sehr schön gestellte Marmor- qruppen schlossen den ersten Teil deS Abends. Tann tarn ine tanzlustige Jugend j^u ihrem Rechte und machte davon auch ausgiebigen Gebrauch ES herrschte nur eine Stimme deS Lobes und der Anerkennung über die ganze Veranstaltung, die in einem ebenfalls sehr stark besuchten Ausflug auf die Karlsruhe am Sonntag nachmittag ihren Absd,luß fand.
— Fußball. Der Verein für Bewegungsspiele trug am letzten Sonntag au) Innern Sportplatz^,Trieb" die fälligen Vertend-spiele in 4 Mannfd»iten gegen biu Wetzlarer Ballst^el- Elub v. 1910 aus und konnte au) der ganzen Linie einen Erfolg für seine Farben budjen. Tas Spiet der Ligamannsehanen kam vor etn» 500 Zusckiou- em nachmittags 2*/» Uchr zum AuStrag. V f. B hat Anstoß und gleich zeigt ber Sturm, in dem Nuntze erstmalig wieder spielte, einen unbändigen Druck nach vorn, gut unterstützt von der bekannten guten Läuferreihe In der 10 Minute winkte der erste Erfolg durch einen unhaltbaren Bombenschuß Külitzes. Nim war der Bann gebrochen, von den vielen gefährlichen Schüssen, von denen viele eine Beute der Torlatten wurden, sanden noch drei den Weg ins Wetzlarer Tor. fralbzeit 4:0. Nach 'eeitemwdrfel war V. f. B. weiterhin überlegen, besonders ber linke Flügel konnte f,chr gefallen. Einige gesährliche Turckbrüche von Wetzlar Flarlat Wrngensilder und Kvlb in guter Weise Beim Eckball vor Wetzlar- Tor vermochte freerDt durch einen gut plazierten Schuß den fünften Erfolg zu erzielen. Bei Gießen gefiri vor allem die <5>:ürm-*r- reihe. Wetzlar war »äh unb eiing, e- fehlt der Mannschaft der innere ZufammenHalt — Tie zweite Manns cha f» des V f. B spielte vorher und schickte Wetzlar mit 4: 2 Toren nach fraufe, nod’bem das Spiec noch 2: 1 bei fralbzeit für Wetzlar gelautet hatte Auch hier zeigte der Sturm Energie und gutes Zicsammcnspiel, ein besondere- Lob verdient der LrukSaußen Schnauz. — Tie dritte Mannschaft gewann nach gutem Spiec mit 3:1 Toren, die vierte Mcrnnsdiait holte sich die Punkte mit dem gutem Resultat von 3.0 Toren nach eifrigem Spiel.
— Fußball. Am Sonntag spielte der B. f. 9t. 1900 Gießen mit feiner Liga Mannschaft tn Wetzlar gegen F. C. 05. Nach ziemlich ausgeglichenem Spiel konnte Gießen die beiden Punkte nach fraufc bringen und steht somit hinter V. f. B. Marburg in der Ligatabelle an 2. Stelle mit zwei Punkten Verlust. Gießen konnte sich mit den ungünstigen Platzverhälttiissen nidjt zuredstftnden. so daß daS von den Rafenspielern geratente schnelle Spiel nicht zustande kommen konnte. — Tie zweite Mannsdtast verlor mit nur 10 Mann 2:1. — Tie dritte Mannschaft de- F. E. Wetzlar, bte bi-her ungesch'agcn an der Spitze der Tabelle stand, mußte sich mit 6:3 den kleinen flinken Ra)en- spielern beugen. — 4. Mannschaften teilten fick mit 0:0 in bte Punkte


