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Mittwoch, 50. Juni 1920

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Zweites Blatt

Nr. 151

VSrsenrnrse.

SerOn

Fortsetzung 66.

kNachdruck verboten.)

W meiner Freude, daß er ein Mann von liebens- würdigsten Moneren war. Ec hatte meinen Vater |

wegführen tarnt.

322,15 629,35 611,85

834,15 167,80 230,75 148,60

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25*,78 86,85 23,78

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20,28 26,08

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23,53

die alte Dame, zitternd vor fieberhafter Aufregung, aus. Ich werde sofott aufstehen und mich an­kleiden, meine Liebe, und mit Ihnen den Palast verlassen. Ich kann mich auf den starken Arm des Doktors stützen, um die Treppe hinabzugehen. Gewiß, ich habe noch viel Kraft übrig. Je früher ich von hier wegkomm«, desto besser. Glauben Sie mir das! Kommen Sie, Wärterin, und helfen

sollten, mußten abgebrochen werden, da die Käufer eine außerordentliche Zurückhaltung übten. Fach männer teilen mit, daß beim Forischreiten des Preissturzes eine Katastrophe im Weinbau unaus­bleiblich ist.

Frankfurt a. M., 30. Ium.

Sie mir. Ich ich oh!

Mit einem plötzlichen Aufschrei siel sie m das Kissen zurück und griff krampfhaft nach ihrer Brust.

Mein Gott! sagte ich, nach einer hastigen Untersuchung, ein Schlaganfall! Sie hat sich zu sehr aufgevegt. Dolen Sie eilends Branntwein, Wärterin! Tun Sie, was Sie für sie tun können, damit sie ja nicht stirbt, bevor ich zurückkehre. Welcher Segen, Gräfin, daß Sie Ihren Wagen nicht weggeschickt haben!

Ich eilte durch die Korridore und die breite Treppe hinab in den Hof, sprang in den dort wartenden Wagen und wies den Kutscher an, so rasch als irgend möglich zur englischen Apotheke an der Piazza di Spagna zu fahren.

29. Kapitel.

Amsterdam .

flopen b,agtn.

Stockholm. .

Wie« .. . .

Prag . . . .

29.6. 14,40 16,*20 12,-

28.6.

14,90 7,475

16,50 12,-

269,-

ihre Lippen huschte.

Wieder folgte ein langes Schweigen. Dann wurde dec römische Arzt gemeldet. Er kam aus mich zu, als ich das Bvudvlr betrat, und ich fand

Dalum:

Amsterdam - Rotterd. Brüssel-Antwerpen . Christiania flopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London New-Poick......

Paris Schweiz Spanien Wien (altes) ....

Deutsch.Oefterr. abg Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . .

Die Orakm.

Roman von G, W. Appleton.

Datum: S'/.Deut.flrteyaanl. 4*/n*Deut31eid)6ant. 3"/Deut.Ne!chsan1. 4% Preuß. flonsol« Darmstädter Baud Deutsche Dank. . Disconto» Gesellsch. Dresdener Dmk. . Nationalbank f. D. Mitteld.(Kreditbank fl.-Amerik.-Pakcts. NorddeutscherLloyb Doch. Gußstahlwrk. D..Luxemb.Bergm. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschi. Tisenb^A. Oberschles.Eiseninlk Phönir.Brgb..Akt. Bad.Aniltn-u.Soda Höchster Farbwerk« ülekir. 2t. E. G. . . Schuckert-Werke. . FeltenLGuilleaum« Daimler Bud.- Lisenw.-AKL Adlerwerk« .... 4'/» Hess- Saatsanl. Electron Griesheim

Markuotterungeu.

Datum:

den Wiesen als Festplatz eingerichtet ist. Heute früh fandaus der Egerdach", die mit ihrer Akaznm- Allee die schönste Straße Marburgs geworden ist, Frühkonzert statt und nachmittags schloßen sich dem Kinderfestzug, wie es ja schon immer am zweiten Festtag Sitte war, eine Menge Studenten an. Kinderbelustigungen und ansc^ießenderBachfest­tanz" beschlossen die sonst im einfachsten Rahmen gehaltene Veranstaltung.

Der gute Ton im Kasseler Rathausc.

nen wird.

** 80 Pfennig, ein Ei! Wie uns eine Leserin, die dieser Tage im Fichtelgebirge M Besuch weilte, mitteilt, werden dort die Eier von den Bauern zu 80 Pfennig das Stück abgegeben. Es handelt sich dabei um den üb­lichen Preis und nicht um eine Zwangsherab- setzung, wie dies in einigen Großstädten ge­schah. Glückliches Bayern!

** Stachelbeeren mit Kunstho- nig cinzulegen. Mit Kunsthonig kann man sowohl unreife als auch reife Stachelbee­ren ganz vortrefflich einlegen. Die Beeren werden entstielt und gut abgewischt. Dann legt man sie in das zum Einlegen bestimmte Glas, doch nur 5 Zentimeter hoch. Ist das geschehen, kommt eine dünne Schicht Kunst­honig darauf, die man sorgfältig mit dem Löf­fel darauf streicht. Abermals kommt dann eine 5 Zentimeter dicke Schicht Stachelbeeren, wie­der ein2 dünne Schicht foonig und so fort, bis das Glas gefüllt ist. Darauf sterilisiert man 20 Minuten bei 75 Grad Hitze. Reife Stachel­beeren ^werden nur 10 Minuten sterilisiert. Bei reifen ist besonders darauf zu achten, daß nicht zu weiche Beeren Verwendung finden, da diese.sonst völlig zerkochen. Auf diese Weise kann Man sich einen prachtvollen Brotaufstrich Herstellen, der viel besser schmecken wird als Kunsthonig allein.

Landkreis Gießen.

* L i ch, 28. Juni. Einem Beobachter des gestrigen Abendhimmels war von hier aus etwa um 10 Uhr ein hübsches Schauspiel geboten. Fern am Horizont über dem Vogelsberg, Richtung Feldkrückec Höhe, erschien plötzlich gerade über Dem dunklen Waldsanrn ein leuchtender, hellgrüner Stern, der nach sekundenlangem Verharren wieder verschwand. Eine Leuchtrakete! Einige Mi­nuten später stieg die zweite, diesmal rot, bedeu­tend höher in etwas mehr nordöstlicher Richtung auf, der kurz darauf noch zwei orangegelbe folgten. Aller Wahrscheinlichkeit nach hängt das Abfeuern der Leuchtraketen mit dem demnächst beginnenden großen Gleit- und Segelslug-Wettbewerb in der Rhön zusammen.

Hessen-Nassau.

Das Ketzerbächer Bachfest in Marburg.

Oh, Gott sei Dank! Es fehlte nicht viel, twß er meinen Widerstand gebrochen hätte es ist ihm fast gelungen und er würde es immer wieder von neuem versucht haben aber stA da Sie ge­kommen sind, hat mein Selben em Ende. Ich habe jetzt keine Furcht mehr, und Sie werden mich auch nicht verlassen, nicht wahr, meine Liebe? fügte sie, sich an die Gräfin wendend, hmzu. Nach einer Pause fuhr sie fort:

Fräulein Hyde, die Wärterin, hat mich sehr gut behandelt. Natürlich wußte sie nichts von dem Vorgesallenen. Man sagte ihr, ich fei irrsinnig. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen. Aber Sie, Maria, können sich Vittorio gegenüber Ihre Selb­ständigkeit wahren. Sie sind die Witwe seines Bruders. Gleich mir, waren auch Sie einmal Herrin in diesem Palaste. Sie können ihm trotzen. Ich brauche mich nicht zu fürchten, solange Sie hier sind. Sie werden mich nicht verlassen, meine Liebe, nicht wahr?

Keine Stunde, so lange Sie an diesem verfluch­ten Orte weilen, sagte die Gräfin. Ich werde ins Hotel senden und meine Zofe beauftragen, daß Nötige hierher zu bringen, und werde hier bleiben, bis Sie sich so weit erholt haben, daß man Sie

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. Juni 1920

** Beförderung. Der Oberbahnhofsvor­steher Weisbrod in Bebra wurde rückwirkend vom 16. März d. I. ab zum Eisenbahninspektor ernannt. Ec .tojrrbe außerdem vor einigen Mo­naten mit dem Eisernen Kreuz 2. Aasse am weiß-schwarzen Bande ausgezeichnet.

** D i e Anmeldung der in Elsaß-- Lothringen beschlagnahmten Spar­gut y a b e n hat für das unbesetzte Gebiet des Volksstaats Hessen bei der Zweigstelle des Reichsausgleichsamts in Frankfurt a. M., Neckarstraße 9, zu erfolgen. Für die besetzten Teile Hessens ist für die Anw''düng die Zweigstelle des Reichsausgleichamts in ? om a. Rh. zusstn ig.

** Zulagen zu I 'rliden- u, w. Renten ab 1. Juli 1; 2 ,>. Allen Reunn- em Mustern wn Juvsi'.deurankm (I), Altersrenten (A), und Krankerrrenten (K), denen bisher eine monatliche Zulage von 20 Mk. gezahlt wurde, etlichen ab 1. ^uli 1920 eine :>Nvnatszulag von 3O- Ml. Empfängern einer Wi wm- ober W<.wer- rente (W) und einer Witwen kcankenrente (Wk.l wird statt der bWngcn Zulae» von 10 Ml. bvm 1 Juli ab eine solche von Id Mk. für leben Monat geza'hlft- Die ab 1. Juli zu den Waisen­renten (O) zu zählende Zuliag' wird zunächst nicht gez-aUt. Sie tiann erst g^ahlt werden, wenn die Versicherungsträg-r die Pvst«ansbalten hierzu ange­wiesen haben. Die Zulagen zu den Unfallrenten 'haben sich nicht geändert. ,

** Postscheckverkehr. Nach Mittei­lung des Postscheckamts Frankfurt beträgt die Zahl der Postscheckkunden zurzeit 704 gegen 529 am 1. Juli 1919 und 579 am 1. Januar dieses Jahres. Es ist also eine erhebliche Stei­gerung eingetveten, die hoffentlich die immer noch Säumigen zu schnellem Anschluß anspan-

p Marburg, 28. Juni. Gestern und heute begehen die Bewohner des Ketzerbach-Viettels das hiswrische Bachsest, das von 5 zu 5 Jahren zur Erinnerung an die im Jahve 1859 vollendete Ueberwölbung des Ketzerbaches gefeiert wird. Gerade als der Weltkrieg ausbrach, sollte das Back)- feft begangen werden, es wurde selbstredend nichts daraus. In Gegenwart einer gewaltigen Menschen­menge zogen gestern nachmittag über 1000 mit Blumen und Kränzen geschmückte Kinder des Stadtviertels unter den Klängen des Ketzerbach- LiedesDer Ketzerbach etn Hujajajah", das bte

gekannt und eine große Hochachtung vor feiner Tüchtigkeit, wie es schien, und so standen wir sofort auf dem denkbar besten Fuße miteinander. Ich erklärte ihm kurz die näheoen Umstände des Falles und teilte ihm mit, was ich bereits getan hatte; sofort erklärte er sich mit meinen Maß­nahmen völlig einverstanden.

Sie werden leicht verstehen, Doktor, sagte ich daß ich mich in emer etwas schwierigen Lage be finbe und nicht die ganze Verantwortung über nehmen möchte.

Er stimmte mir darin bei, und so führte ich ibn in das Sckstasgemach und stellte ihn der Gräfin Maria vor, die er augenb.icklich erkannte, und die zurückttat, um ihn die Kranke selber untersuchen zu lassen. Aber er tat das nicht. Die alte Darm war augenscheinlrch eingeschlummett; er warf einer Blick auf die Schlafende, kehrte sich bann um uni flüsterte mir zu:

Ausgezeichnet! Später ein wenig Digitalis: vielleicht bringen wir sie durch. Ich halte es kaum für nötig, aber um der Form M genügen, will ich um vier Uhr noch einmal vorsprechen.

Damit verbeugte er sich. Die Gräfin und ich geleiteten ihn durch das Boudoir bis zur äußeren Türe; dort schüttelte ich ihm sehr freundschaftlich die Hand, und ich war wieder mit der Gräfin allein.

Mit knapper Not ist sie dem Tod entronnen, sagte ich.

(Fortsetzung folgt.)

Frankftutt

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

28. Juni 29. Juni

1321,15 1323,85 1346,15 1348,85

- ----- 328,65 329,35

Blätterstimmen zur Michskanzlerrede.

Berlin, 28. Juni. (WTB.) Die meisten Abendblätter heben hervor, daß ber au6ere Sin» druck der Programmrede des neuen Reichskanzlers recht günstig war und gute Aufnahme mcyt fehlte. Wenn auch zeitweise zurückhaltender Wider­spruch erfolgt sei, so habe doch wett der liebe Grundton im Verhalten des Hauses überwogen. Bei Besprechung des Inhaltes bei Rede wiederholt der58ortoärt3', bafe jnau die neue Regierung nur nach ihren Taten ver­teilen werde. Die gegenwärtig vorliegenden Worte der neuen Regierung gäben der Sozialdemottatte keinen Anlaß, gegen das Kabinett Fahrenbach so­fort eine scharfe Kampfstellung einzunehmen.

DieDeutsche Tageszeitung schrnbl u. a.: Wenn wirklich die Grundlage der Arbett bei neuen Regierung nichts anderes sein wird als ehr' liche Arbeit an unserem Witt»eraufbau ohne patter- politischen Kleinkram oder parteiegocsttsche Rück­sichten, dann wird wahrlich nicht die Rechte bte sein, die die dar gebotene Hand zur Mitarbeit zu-

Tie demokratischen Blätter geben den Ift^lt des Regierungsprogramms nur referierend wieder und enthalten sich jeglichen Urteils.

Das französische Echo.

Paris, 29. Juni. (WTB.) Zu den Er­klärungen Fahrenbachs sagt derFigaro": Dieser Staatsmann, der den Wert der Nuan­cen erkennt, ist zu klug, um zu leugnen, daß Deutschland den Friedensvertrag von Versail­les ausführen.müsse. Aber er teilt uns mit, daß Deutschland schon mehr getan habe, als man von ihm erwarten durfte. Ganz wie zu­fällig proklamiert er das Recht Oesterreichs, sich mit Deutschland zu vereinigen. Kurz ge­tagt: er betont von Anfang bis zu Ende die Umstoßung des Versailler Vertrages. Gut' Ader dann müssen wir erst wieder nach Frank' furt zurückkehren und das Ruhrgebiet be etzen(!): dann können wir von Revision uni Herzlichkeit sprechen. '

Vollständig ablehnend verhält sich de. ,,L'Homme l i b re", denn er vermißt u; der Erklärung das Bekenntnis der Schuld und der Resignation über die Niederlage. Man hätte einen günstigeren Eindruck erhalten, wenn die Sprache des Kanzlers etwas demü­tiger gewesen wäre.

Action francaise" findet, daß Fehrenbach nichts neues gesagt habe. Der Reichskanzler habe seine Meinung seit Wei­mar nicht geändert. In Frankreich habe man nach Waterloo von den Verträgen von 1815 gesagt, man müsse sie durchführen, um sich diesen Ballast vom Halse zu laden. Fehren^ bach sagt, Deutschland werde den Vertrag von Versailles im Rahmen der Möglichkeit 1 ausführen. Diese Feststellung müßte unbe­dingt auf der Konferenz in Spaa zur Richt-

Kassel, 28. Juni. Tie vier bürgerlichen Kasseler 3d hm gen Haben amneinsam ein Schreiben an die städtischen Körperschaften gerichtet, tn dem es u. a. 'heißt:In der Stadtvevordnetenntzung vvm 21 Juni sind von verschiedenen Rednern gegen die Kasseler bürgerliche Presse und ihre Schriftleiter Bel-ridigimgen der gröbftcn Art aus­gesprochen toorben. Sv 'hat nach den übereinstim­menden Angaben der Herren Berichterstatter Herr Stadtverordneter Stadtrat Häring v>on Schmierfinken übelster Art",gewifsenloien und unmvralisck)en Elementen" undvon lausbuben- hafter Art und Weise" gespwchen. Herr SDbm> bürgermeister Scheide mann sprach von Ver­tretern der Kasseler Presse als von ,tt»erfiden 'Ehr­abschneidern", ^politischen Idioten" undinfamen Verletzern". In lauten Zwischenrufen aus der Versammlung wurden die Schriftleiter alsdreckM Schmutzftnken" unddumme Schuljungen" be­zeichnet. Ter Herr Vorsitzende ließ diese Beschimp- hingeit der Presse rmti) ihrer Vertreter widerspruchs­los geschahen und fand Erin Wort der Rüge, wäh­rend unsere anwesenden VTrtret-er als Gäste wclw- los Waren. Die unterzeichneten Zeitungen erheben auf das Entschiedenste Einspruch gegen diese un­geheuerlichen Beschimpftarsen und fpreckien die be- sttmmte Erwartung ans daß die beleidigenden Bemerkungen in der narb'en Sitzung der Stadt- vewrdneterlversammlungi uom Herrn Vorsitzenden noch nachträglich gerügt Werden und der Presse Genugtuung gegeben wird. Sie fordern ferner eine Gewähr dafür, daß künftig die Presse und ihre Vertreter im Stadtparlament nicht mehr ungeragit beleidigt werden können, sondern auf den Schutz des Herrn Vorsitzenden rechnen dürfen. Andern­falls würden wir rms gezwungnen sthen, die Ent­sendung von Vertretern zu den Stadtverwrdneten- sitzungen und bannt die Berichter stattung ein-u stellen."

sei.

Die alte Gräfin war jetzt von ihren Schmerzen befreit und lag eine Zettlang mit geschlossenen Augen da: bann schlug sie sie auf, suchte ängstlich mit ihrem Blick den meinigen und ließ ihr Haupt wieder schwer zurückfallen, wobei ein Lächeln über

In der Apotheke erklärte ich rasch, wer ich sei, und die näheren Umstände, und bat den Besitzer, sich sofort mit einem guten römischen Arzt in Verbindung zu setzen, und ihn unverzüglich in Iben Palazzo Frangipani zu senden. Mittlerweile

Handel.

Berlin, 29. Juni. Börsenstimm unas- bilb. Aus den schon bisher geltenden Einflüssen war die Börst aus den meisten Umsatzgebieten wieder nahezu geschäftslos. Die Kursbewegung war ganz unregelmäßig, am Monbanmartte meist nach unten gerichtet (bis 5 Prozent niedriger). Rhein. Braunkohlen verloren unter G winnrealisierungen 15 Prozent. Von Schiffahrtsaktien büßten Argo aus dem gleichen Grund, 29 Prozent ein. Lebhaft gestatteten sich die Umsätze mir in Petroleum- aftien unter Bevorzugung von deutschem Erdöl, die bis 1100 stiegen. Deutsche Petroleum waren zu 755 umgesetzt. Balutapapiere waren auf das Anziehen der Devisenkurse höher bewertet. Mexst konische Anleihen gewannen etwa 6 Prozent. Von Kolonialwerten waren New-Guinaa und Otam 10 Prozent gebessert. Am Anlagemarkte gaben preußisch Anleihen teilweise V2 Prozent nach.

Frankfurt, 29. Juni. Börsenstim­mungsbild. Feste Haltung zechten wiederum Auslands- und Kolonial Papiere. Elektr. Deutsch- Ucteriee wurden um 40 Proz. auf 795 gesteigert. Baltimore Ohio gingen 4 Proz. höher auf 214. Schantungbahn verbesserten ihren Kurs um 3 Pro­zent auf 628. In reger Nachfrage standen Otam- Minen 790 plus 32 Mark. Neu-Guinea 660 bi5 665 Mark. Eine Kursaufbesserung erftrhren Dttlt- sche Petroleum 770, während Deutsche Erdöl- Aktien ruhiger lagen 1100. Südsee-Pchosphch feft 1950 bis 2000. Otavi Genuß lebhaft 670 a67o ä 680 Mexikanische Anleihen wurden lebhaft ge­handelt Es stellten sich 5proz. Goldmexrkaner 351V2 Plus 5 Proz., 5prvz. SMermexttaner bei reger Nachfrage plus 12 Proz. 285. 5pvoz. Ta- mMilipas Plus 13 Prozent 176. Stoana Romana fanben zu erhöhtem Kurst Aufnahme 1000. Jndu- striepapiere lagen ruhig. Ehern. SäMdeanstalt wei­ter rückgängig 478 ( 12 Droz ), Bad. Austin 427 1 Proz. gebessert. Elektr. Schuckert ichwachtcu sich ca 2 Proz. ab I68V2. Mvntanpapiere still. Harpener 2893/4. DeutsÄ-Luxemburg 271, öproz. Reichsanleihe 795/8.

mo. Frankfurt a. M,, 29. Jüni. Die Deutsche Gold- und Sttberscheideanstalt vormals Rößler schlägt 17 Proz. Dividende gegen 20 Prvz. im Vorjahr vor.

linie dienen.

Nordschleswig.

Kopenhagen, 28. Juni. (Wolff.) Das Landsthing nahm das Gesetz über bte Einver­leibung Nordschleswigs m Dänemark mtt 56 Stimmen einstimmig cm. Es wird tn Kraft treten, sobald die formelle Uebcrtragimg dec Sou­veränität über die erste Zone an Dänemark durch die Entente stattgefunden hat.

Lrbensrnittelunruhen.

Berlin, 28. Juni. (WTB.) Privat-Telegr. DasBerl. Tageblatt" meldet aus Stuttgart: Heute kam es in Ravensburg infolge der Lebensmittelteuerung wieder zu schweren Zu­sammenstößen zwischen Demonstranten und Reichswehrttuppen, die seit den letzten Unruhen die Amtsgebäude besetzt hielten. Es gab euren Toten und eine Anzahl Verwundeter. Die Retchs- wehrsoldaten zogen sich schließlich nach dem Garnt- sonort Weingarten zurück.

Berlin, 28. Jttni. (Prtv.-Telgr.) In Ber­lin zogen mehrere ^hundert Frauen und Kinder demonstrierend vor das Ratl-aus, um dort gegen die Lebensmittelteuerung zu protestieren. Auf Tastln las man Inschriften wie: Nieder mit dem Lebensmittelwuckrer und gebt uns billigeres Brot! Die Demonstration verlies ohneZnnschenfall. Lebensfrage eines Jeden ist der Kempf gegen die Folgen der heutigen mangel­haften Ernährung,durch welche. derMensch leichter denn st von Infektienskraatiietten (Grippe, Tehor- knlose, Fnrankitieseetc.) (Desko-Si-Grünl,Blntarmnt (Desko-Si-Rot). Blagen- u. Darmkeschweräen (Desko- Si-v old) befallen wird. Nach Urteil erster Aerzte ist dieser Kampf sicher erfolgreich zu führen durch SUielum-Kisselsliire. Jed. r nehme daher äglich unsere SlIiciamprallnQ mit feinster Schoko­lade Desko-Si-Grän, -Bot und-Goli! (kein Nährmittel). Originalschachtel mit 15Pralinen nur in Apotheken und Drogerien. 7,Mss

Oeiko-Werk B. m. d. H., Htnehen II, Horamaniitr. 18a

Müllefsche Badeanftstt. Wasserwärme der Lahn: 17 Grad R.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Spaa.

Paris, 28. Juni. (Wofff.) Hugo Stin- nes erMrie dem Berichterstatter desMutin", Besiegter und Sieger chttten die Pflicht, zu pvo- duzieren und Werte zu schaffen, um die zerstörten zu ersetzen. Alle rnriügbaren Kräfte reichten nicht aus für diese riesenhafte Aufgabe. Man sagt, in Spaa Zwolle man dieses Werk ins Auge fassen. Spaa komme viel zu früh: es werde ein Fiasko für beide Teile werden. Man hätte noch einige Monate vergehen lassen sollen, dann hätten sich die svzmlen und wirtschaftlichen Probleme ent­wickeln können unb sich eine Lösung von selbst er­geben. Deutschland 'hätte seine Arbeiter von der Nottoendlgkett gröberer Arbeitsleistung überzeugen können, augenblicklich sei dies schwer, ^tirotes glaubt, die wir t scha ftliche und finan­zielle internationale Svlidarit-ät sei ansftfhrbar. Das werde die Neuttalen und Amerika reizen, fick am Wiedevaufbau Euvopas zu be­teiligen. Sttmies eihvfft ein Witt>ergiutmachen der Schäden nicht durch eine Arsteihe, sondern durch internationale Steuern. Kohlen, Eifert und Ver­kehrsmittel stllten belasliet werden. Ein in Spaa zu treffendes allgemeines Abkommen sieht Stinnes als den Beginn der sozialen Zusammenarbeit an.

DasB. T." teilt mit, daß in Begleitung des Ministers des Aeußern, Simons, der Direk­tor der Rechtsabteilung an Auswärttgen Amt, Ge- Istimrat von Simson, nach Spaa reisen werde. -Beibe Herren hätten den Friedensvertrag bis in seine verborgensten Teile studiert, urrd insofern werde Deutschland in Spaa gut vertreten sein.

= Wiesbaden, 29. Juni. Die wirtschaft­liche Lage wirkt jetzt auch auf das W e i n g e - schäft. Aus allen Wemorten des Rheingaues kommen Meldungen von merklichen Preisstürzen, _ denen ein völliges Versagen der Nachfrage folgt.

Sinkt "um^Liwchm Mftig"* mitfangen, nad> i SSeinnerfteigerungen in bwfenjEa^n in ®t- dem Kurgarten in Marbach, der mit den an grenzen-1 rnlle, Hattenheim ^md^Oestrcch^a^ehaltm^werdeir

Oh, ich fühle mich jetzt schon ganz wohl, rstf i wolle ich, da der Fall dringlich sei, Nttroglyzerrn- ilte Dame, zitternd vor siwerhaster Aufregung, I dabletten und Tigttalistinktur Mitnahmen. Mit diesen Heilmitteln airsaestattet, sprang ich wieder in den Wagen. Selbst die Pferde schienen zu ahnen, daß es sich um Leben und Tod handelte, und sie jagten in wilder Eile zum Palastt zurück. Zu meiner Befriedigung fand ich die Gräfin noch am Leben vor. Aber ich erkanwe, daß es sehr schlecht mit ihr stand. Ich gab ihr eine in Wasser gelöste Tablette ein. Sodann setzten wir uns alle drei und matteten schweigmd das Ergebnis ab.

Nach zehn Minuten verschwand die schreckliche, aschgraue Farbe aus ihrem Gesicht, und es nahm seine normale Färbung wieder an. Ich fühlte ihr den Puls und erkannte, daß die Krisis vorüber sei und sie sich wenigstens für einige Zeit außer Gefahr befinde. Ich tvarf der jungen Gräfm einen beruhigenden Blick zu, legte aber meinen Zeigefinger über den Mund, um ihr anzudeuten, daß immer noch vollständiges Schweigen am Platze

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