Einzelbild herunterladen

Walpurgisnacht.

(Binn 1. Mai.)

Hexen, itotolbe und allerlei Tcufele-spük treibt tn der Nacht vom 30. April )um 1. Mai fedn Wesen. Galt drr 1. Mai bei den hcidnischrn Völ- fern als ein Festtag, tom Frühling gewihl, jo glaubte man att.enreiid auch iama'4 f.üon an den Hcxentanz in der Walpurgisnacht. Aus Derges- tzShen, bei den Opstw- und GeächtslLtten ver­sammelten sich die Hexen mit ihrem Meister, dem Teufel. Aus dem Berge begrüßte der Teufel feinst Hexenhofstaat.

In Deutschland hat der Harz mit dem Hexen- tanzplatz intb dem Brocken die besondere Bedeutung als Stätte für den Hexensabbat erhalten. Mer es gibt in unserem Vaberlmid noch mehrere solcher Blocksberge. Johann Meyfarl, ein besond rer Kenner d s Hcxenwesens, nannte 1635 als V?r sammlungspläk« der H xen außer dem Brocken noch den Hörselberg in Thüringen und den Staft. l- berg in Frankcnlande. In der Marl Brandenburg sollte der Ziegclberg bei Trösten, der Pimpin.elll'n- Lerg bei Oderberg, dann der Nonnemmnlel, ein b> walto:er Höhenzug bei DlteFrieLtemd, und der höchste Berg irr Mark, der Rückenl-.rg bei Lorau, den Hi-ren als Tanzplcktz gedient haben. To der Hexenabcre.laubr jedoch allgemein verbr-it.t toar, so galt jeder höchste Berg einer Gegend and? als Zusammenkunftsort dec Hexen in der Wal-

purgisnacht. In Bayern ist es der bet Forchheim gelegene Malpurgisberg, in Schwaben tor H r- berg bei Rothenburg, und in Ungarn der St. Gcbhardsberg bei Budapest. .Weiner dieser B.rg>.' ist jedoch mit einem solchen Zauber von Ro­mantik bedacht worden wie der Brocken int Harz. Goethe sagt imFaust":

Die Hexen zu dem Brocken ziehn:

Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.

Tort s mmelt sich dec große Hanf!, Herr Urian fißl ol»enauf."

Eine Erklärung für den feit Jahrhunderten eingewur^lten Abers l^-ubm an Hexen und Un- liolde der Walpurgisnacht läßt sich darauf be­grünten, daß auf d.m höchstgelegenen Bergen in vorchristlicher Zeit zur FrühlingS>ier Opferseste veranstaltet wurden. A's das Christentum diese (stoischen G brauche untersagte, nur ben solche BuR.mme.i Lnfte im Ge ermen ausg-übt. Man mach' c sich mit Larven unfimntlich und erzählte dem Volte von allerlei Spukgeschichten, die man in der Nacht zum 1. Mai erlebt.

Zur Abwehr der Hexengefahr wird am Wal- i vurgisibeud aus bem Lande oft ein Kred kreuz an die Tür gemalt, damit der Teufel k inen Eintritt Ihat Auf den Dörfern bietet tne Walpurgisnacht I un Jugend eine besondere Freude durch das Ab- I fcr ernten d s Sxrenfener5. Auf einem in der Nähe des Dorfes b findlicl^n Berge wird das Feucr I angeziir.det. Die Jugend bringt immer neues

zum gemütlichen Festmahl und abends beguiffl erst de cigent.ifa HexMfeer. J.tor Vr»ckmglll erhielt eine Teufels- oder Hexeirkapfx, Fackel, ö*1 oder Heugabel und mm begab man sich jut W nannten Teufelsüuizel. Mit Feiknttverk und B Ut5- schüfen wu de zur Mttlernacktsstuicke der H x^ sabbat gefe'ert. Dann vereinte alle Gäste ncc ein gemütliches Tänzckien. Wer nicht auf ir^r Brocken übernachten wollte, der tonnte bu'i Morgenanbruch mit der Brocken bahn wieder :|i Tal fahren.

Ganz anders wird ät den italienischen W zen die Walpurgisnacht gefeiert. Die torfigen V wohner betrachten die 'heilige Walpurgis als O' Fürsprecherin irr Ehe. Tic Jugend muß rvi Mitternacht zu Bett fein und nur dre rateien bl' iton mit .ter und erwarten den FrM gottesdienst, wLhrmd die MDckien in ihrer Käme«: bitten, daß sic einen guten Mann erhalten wu Gaben tos Frühlings und dcs Hauses, wie BluvM Kräuter, Fleisch, Miick>, Erbsen. n^rd-u dann M. Morgen der Abadomra in der Kirche von den DM benwhnern zum Opfer gebracht, tomil die Br^ der jungen Mädck-en Ge'hör finden sollen. So t; in den Abruzzen Walpurgis ein Wunsch- o Frc dentng. tri: er auch seinen Namen vott w heiligen Walburg, der Beschützerin vor Zantes ,11 fünften, erhalten hat.

Huf Wunsch der Demokratische n i Gießen teilen wir folgendes Schrri-

** Au

unver-

.meidlich."

heißen.

Landkreis Gichfn.

ften Tagen dringend erz hat für unsere

zimmer wer oen m i begehrt werden. Wer

GelnhausenGießen, Gießen an

GelnhausenGießen, Gießen an

nachm.

Pz. 503 9,52 oorm.

Pz. 507 7,52 nachm.

** Die Po st unterhält auf höhere Aiwrdnung bin am 1. Mai nur Sonntagsdienst (8 bis 9i j Uhr vormittags). Die Jnv lidsnrenten tccrixn jedoch von 81 Uhr ausbezablt.

** Amtliche Personalnachrichten. Am 27. April 1920 wurden der Ministerialsekre- tar bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen Rechnungsrat Hartmann Lipp unter Belassung des Charakters als Rechnungsrat zum Ministerialoberfokretär bei dieser Buchbaltung, und der Probater bei der II. Justifikatur-Abteilung der Oberrechnungskammer Ober cechamngsrevisor Karl Meisinger zu Darmstadt mit Wirkrmg vom 1. April 1920 ab zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen ernannt.

L. U. Von derLandesuniversi- tät. Dr. phil. Georg Funk, der sich für das Fach der Botanik an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält morgen, Samstag vormittag 11 Uhr, in dec kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema:Ueber Farbenprobleme bei der Photo-Synthese".

* Von der Universität. Studenten-

Veranstaltunqen.

Freitag, 30. April: Cafe Leib, 8 Ulyr, öffentliche Versammlung der Deutschen demokra- tiitfen Partei.'.Katholisches VereinshMts. Licbig-- straße, 8 Uhr, Wählerversammlung der Zentrums-- pattei, Gcrschaus Hindenburg. 8 Uhr, Mit­gliederversammlung der Literarischen Gesellschaft. Hotel Einhorn, 8 Uhr, Sch in tanzen. Lichtspiel­haus,Tie Herrin der Welttß 5. Teil. Licht­spiele. SÄlerÄveg, wie gestern.

Samstag, 1. Vtei: Markussaal, Kirchstr., 8'/- Uhr, Gv. Arb.-Verein, Vortrag des Musik-

erwägende Reichsregierung nicht an, ungesäumt einzugreifen, dann ist eine Katastrophe

Die Notlage der Zeitungen.

DerVerein deutscher Zeitungsverleger" .in Magdeburg, hinter dem 1600 deutsche Zei­tungen stehen, hat durch seinen Vorsitzenden ein Telegramm an den Präsidenten der Na­tionalversammlung gerichtet und auf die schwere Notlage der Presse aufmerksam ge­macht. In diesem Telegramm heißt es u. a.:

Die beutfdje Preße steht in ihren wichtigsten Gliedern unmittelbar vor dem Zusammen­bruch. Der Grund liegt vor allem rn der seit Februar emgetreieiien sprunghaften Steigerung der Papierpreise und in der Vvventhattung der ab 1. März fest in Aussicht gestellten Reichsmaß- nahmen zur Senkmtg des Papierpreises. Ich bitte namens des Vereins Deutscher Zeitungsverleger aus das Rcichsjinauzministerium einzuwirken, datz es, wie das Gesetz vorsieht, die Anzeigen­steuer nach vierteljährlichen Abschnitten (§33 des Umsatzsteuer gesetzes) erhebt. Ich bitte, die Neuordnung der Postgebühren für die Zeitungen in der vorliegenden Fassung abznlehnm und zurückzustellen, bis die wirtschaftliche Lage der Presse eine ernsthafte Erörterung weiterer Be­lastung ihrer Glieder möglich und deshalb ver­nünftig erscheinen läßt. Die ohne Rücksicht auf eine abgeschlossene, laufende Bezugszeit erzwun­gene Erhöhung der wichtigsten Gestehungskosten wirst jeden noch so sorgfältigen Voranschlag der Zeitungen über den Hausen.. So stehen wir heute vor der Katastcoplie, wie bürgerliche und sozial­demokratische Zeitungen gleicherweise bekunden.

Ich halte mich im Hinblick auf die unabseh­baren politischen und wirtschaftlichen Folgen eines Zusammenbruchs für die Nation lebenswichtiger Zeitungen für verpflichtet, durch Sie, Herr Prä­sident, die Nationalversammlung auf diese Lage aufmerksam zu machen. Geht das hohe Haus aus­einander, ohne durch eine Tat nationalpolitischcr Einsicht und Entschlossenheit eine umfasftnto, sofort wirksam werdende Rettungsaktwn ei>tzuleiten,^dann ist es zu spät.

, Es genügt heute nicht mehr,. die geplante und durch tausend Bedenk.ichkeiten immer wieder hinausgezögerte Senkung des Papierpr.ises ' u m eine Mark. Es kann heute nur rtoch eine vorn früheren Reichstag sowohl als auch von den führen­den Mitglied'rn ter Natronalver'ammlnng als not­wendig anerkannte Aktion Helsen, die rückwirkend ab 1. März den Papierpreis für die Zeitungs- Verleger auf höchstens 2 Mark fixiert und alle darüber hinausgehenden Forderungen inAner- Temrung des eminenten öffentlichen Interesses am Weitereiffcheinert der Zeitungen der Regelung zwi­schen Reich und Papierproduzenten über'äßt. Wir empfehlen feit je eine Herausnahme der benötigten Menge Papierholz aus dem Markte, ein: ösfent'iche Bewirtschaftung des Papierholzes nach dem Muster der gegen unseren fachmännischen Rat ansg'hobenen Reichsstelle für Papierholz. Versagt sich die Na­tionalversammlung diesem Mahnruf, treibt sie die zaudernde und heute unzulänglich gewordene Mittel

** Neue Gaspreise. Infolge Erhöhung der Mhlenpvnte ist eine weitere Erhöhung der Gaspreise nötig geworden. 'Es Lostet ab 1. April d. Js. tos Kubikmeter: Gas für Beteuchkungs-, Koch- und Heizzwecke 85 Pf., Gas für Motove und Jndustrieztvecke 81 Pf., Gas gegen Voraus­bezahlung -AuilomatengaS) 85 Pf. Tie Miete für die Gasmesser bleibt unverändert bestehen.

** Ausgabe van Holzbez ugskar- ten. An die Bezugsberechtigten des 2. Bezirks werden bis 1. Mai 1921 gültige Holzbezugskarten ausgegeben. Tie Holzausgabe findet in der Zeit von 812 Uhr vormittags und von 14 Uhr nachmittags auf dem städt. Holzplatz in der Stein­skraße statt Näheres siehe Anzeigenteil.

** Fahrraddiebsta hl. Geigern vormittag gegen 3,/412 Uhr wurde aus oem Hofe der Firma Schaftstaedl ein Fahrrad, MarkeWett-Tor­pedo", mit der Fabriknummer 154 695, schwarzem Ralimenbau, ebensolchen Felgen mit grünem Strei­fen, neuer Gummibereifung, MartePeters- Union", entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Das Nichtlesen von Zeitungen eine grobe Fahrtäs.sigkeit. Daß in der jetzigen Zeit jeder, der sich nicht selbst schädigen will, regelmäßig eine Zeitung lesen muß, ist eine bekannte Tatsache. Weniger bekannt dürste es sein, daß die Gerichte häufig einem Angek.agten einen strafbaren Vorwurf daraus macken, daß er eine Zeitung nicht gelesen und sich nicht über ergangene Verordnungen usw. unterrichtet hat. Ein solches Urteil fand jetzt die Bttligung des Reichsgerichts. Es handelte sich um das Urteil des Landgerichts II in München, vom 9. Januar, durch welches die Holzarbeiter 3unterer und Lang wegen unbe­fugten Waffenbesitzes nach Ablauf der Liefe­rungsfrist, Z. auch wegen Erlegung einer Gemse während der Schonzeit verurteilt toorben sind, und ztvar Z. zu 4 Monaten. Lang zu 3 Wochen Gefängnis. Biede hatten versichert, sie hätten nicht gewußt, daß durch eine Reichsverordnung die Ab­lieferung der Waffen bis zu einem bestimmten

** Markenhestchen zu 4 Mark. New Briefrnarkenheftck-en zum Preise von 4 Mk. bo' die Reichsdruckerei hergestellt. Sie sotten an der Schaltern der einzelnen Postanstalten verkauft wer den, wenn die Heftchen früherer Auflagen auf gebraucht sind. Die neuen Hestchen enthalten zch Freimarken zu 20 Pf., 8 zu 15 Pf., 4 zu 10 und 8 zu 5 Pf. Die neuen Heftchen werden lr ihrer Ausgabe schon veraltet fein. Ihre Werd entsprechen den Briespostgebührerr vom 1. Oktober vor-igen Jahres. Die Hestchen kommen zur Aus gäbe, tvenn die Sätze, nach denen die einzelna Werte zusammengestellt sind, nneber außrr Kra-t gesetzt sein werden. Nach den Beschlüssen dcs Reichsrats wird man bald weder Briefmarken zu 5, noch zu 15 Pf. brauchen, überhaupt fernen Pf-ennigwert, der durch 5 teilbar ist, bei der Brie'-- post: nur bei den Paketsätzen kommt der Betr^i von 1 Mk. 25 Pf. vor. Es ist nickst anzrmehmor. daß der Reichstag in dieser Beziehung in letzt» Stunde etwas ändern wird.

** Die Hauptverteilungsstelle vor Betriebsstoff für B e r k e h r s z w e ck e,. die Gewerbe-Inspektion Darmstadt, macht diejenigen Kraftsahrzeugbefitzer, denen Betriebs st off auf Antrag frebgegeben wurde, darauf auf merksam, daß der zug-.wiesene Betriebsswff s o f ar t von den Lagerfirmcn a b z u r u f e n ist, bamit bei einem evtl. Verzicht alsbald anderweitig ton der Haupt Verteilungsstelle über den Betriebsslv si verfügt werben kann. Die allgemeine Knapphni desselben verlangt im Verkehrsinterrse mit Rück sicht auf zahlreiche andere zurückgewiesene Gesuche von Krastfahrzeugbesitzern, daß ein Verzicht cm Lieferung umgehend den Lagcrsirmen befamti gegeben wird, da zudem die Freigabescheine nur einige Wochen ihre Gültigkeit besitzen. Nach W lauf dieses Termins kann über den Betri.bsst'ss auch von der Hauptverteilungsstelle nicht mehr weiter verfügt werden. Die HauptverteilungM-r ist deshalb künftighin gezwungen, alle bieientgm Antragsteller von der Belieferung auszuschlich/i^. die den zugewiefenen Bctriebsswff nicht rechtjeite abrufen.

** DerMain-Wesergaude^Devtsö nationalen Handlungsgehilfen-Vec- ban des, Hamburg tagt am Sonntag oberen Saal des Hotel Grohherzog. In dieser Versammlung sollen die internen Angelegenheüm des Verbandes und des Gaues -zur AusspraiiTc kommen. Auch werden für die Mitglieder de- Verbandes wertvolle Vorträge aehastm. Fast alt Ortsgruppen werden vertveten sein. Für bte aiij roärtigen Mitglieder, die am Sonntag die» reife nicht antreten können, ist ein Unterhaltung atond im genannten Hotel angesagt.

* Die Baugenossenschaft von 1891 zu Gießen lädt auf Montag den 10. Mai, atetb* 8 Uhr, im Gewerbehause, Kirchstraße 16 zu eir^r außerordentlichen Hauptversammlung ein.

** Berichtiguna In Nr. 100 vnfciry Mattes muß es in dem Artikel über die Skrfama hing der ÜSP. statt Herr Bär richtig Herr Ben!

Partei Gießen teilen wir roigenoed ben dos Herrn Justizrals G r ü n e w a l d,M. d. N., an den 1. Borsitzärden mit,, in dem er fernen Entschluß kundgibt, bei oen Neuwahlen nicht zu kandidieren. Das Sdjreiben lautet:

Sehr geehrter Herr Fischer! Ich bestätige den Empfang Jhtor Zuschrift vom 18. ds. Mts. Ich habe Ihnen vor einiger Zeit, zunächst vertraulich, mitgeteilt, daß ich zu dem .Entschluß gelangt bin, für den neuen Reichstag nicht zu kandidieren und ich wiederhole Ihnen hiermit diese Mitteilung, nunmehr mit der Ermächtigung, daß Sie jeden Ihnen geeignet erscheinenden Gebrauch davon machen, wie auch von gegemvärtiger " Zuschrift überhaupt. Als um die Jahresivende 1918/1919 das deutsche Volk vor Chaos und Anarchie itanb, glaubte ich dem Ruse, bei bet Herstelttuig ver­fassungsmäßiger Zustände auch meine Kraft m den Dienst dcs Landes zu stellen, mich nicht ver­sagen zu sollen. In 14 Monaten schwerer auf» tettender Arbeit ist es der ParlamentsmehvlM und der Regierung gelungen, eine gesetzliche Ord­nung und verhältnismäßig beiriedigende Zustände zu schaffen, so daß voraussichtlich der neue Relck)s- tag in Ruhe an die Weiterentwickelung der fwliti- sch.m Verhältnisse, an den Ausbau der Gesetz­gebung und die Wiederaufrichtung der Wirtschaft herantreten kann. Unter diesen Umständen darf wohl derjenige, dem die Pflichten eines frii.m Berufs die gleichzeitige Ausübwig des Parla­mentsmandats ersckMeren, zu ersteren zurückrehreii. Aus dieser Erwägung ist in erster Linie mein Entschluß entflossen, die Parteileitung zu bitten, von meiner Wiederaufstellung abznsehen. Ihnen, sehr geehrter Herr Fischer, und.ben Perionen, tn deren Namen Sie mir geschrieben ^aben, habe ich zu danken für die Anerkennung meiner parlamen­tarischen Dätigteit und für die Erkenntnis, daß Wahllampf imd Parlamentcarbeit nicht ohne Nach­tet für meine Gesundheit geb;leben sind und daß hierdurch allein eine gewisse Beschränkung im Ver­kehr mit der Wählerschaft während der Parla­mentsdauer verursacht worden ist. Es erübrigt sich nach dem Vorstehende«, daß ich mich über die eventuelle Gestaltung der Kandidatenliile äußere; auch in den Kreisen der Reichstagsfraktion würde es als eine selbstverständliche Pflicht der Wähler angesehen tvorden fein, mit dem seitherigen Abge­ordneten an erster Stelle in den Wahlkampf ein» zutveten. Ich habe die Ehre, zu zeichnen Ihr er­gebener Justtzrat Grünewald, Rechtsanwatt.

nicht durch .dien schm jeden des zerbrochenen ^deut­schen Schwertes, sondern durch zähe, uiiermüdliche Arbeit, damit das lünftige Gescheckt vor einem Leben in Sklavensrohn beroafat bleibe. Bauer- che r Gesangverein und O r ch e st e r v e r- e i n teilten sich mit gleicher Liebe und gleichem Können und Erfolg in die Aufgabe, dieser Toten- seier einen würdigen musikatischen Rahmen zu geben. Ein seiner Takt hatte das Programm zu- fammengeftellt, das dieEgmont"--Ouvertüre ein­leitete und mit dem Pilgerchor zumTannhäuser al^chloß. Auch der Männerchor ist mit feiner von jeglicher Süße befreiten herben Eindringlichkeit an sich schon wie geschaffen, den Gefühlen grotzen und stillen Schmerzes und Trauer Ausdruck zu leihen. Wenn den Ausübenden auch keine beifall- klatsckrendeii Landen bohnlen, fo tonnten sie doch in den Augen ihrer anoäckstig lauschenden Zulivrer einen Dank lesen, der ihnen gewiß wertvoller war als rauschmder Beifall.

Zeitpunkte vvrgeschrieben wmcken ist, und sie HM« darauf hingennefen, daß sie in ihrem kleinen Gebirgsdorfe keine Zettung zu lesen bekämen. Tas Landgericht hat aber diesen Einwand nicht gelten lassen und im Urteil ausgesprochen, daß die An­geklagten grob fahrlässig hande.ten, wenn sie keine Zeitung läsen. Das Gericht hat also den alten GrundsatzUnkenntnis der Gesetze schützt nicht vor Strafe" ausdehneiid ausgelegt und die Ansicht vertreten, daß jeder Staatsbürger eine Zeitung lesen und seine be/vndere Aufmerksamkeit den amt­lichen Bekanntmachungen und den redaktionellen Mitteilungen über solche zuwenden muß. Nur wenn jemand nachweisen kann, daß in seiner Tages zeitung ober in seinem Fachblatte die Verord­nung, deren Verletzung ihm zur Last gelegt roirt>; nicht abgedruckt gewesen ist, kann er aus Straf-, fofigfeit rechnen. In ihrer Revision suchten die beiden genannten Angeklagten darzulegen, daß man Holzk.cecksten, die sich oft wockjenlang im Ge birg« aufha.ten müssen, nicht zumuten kann, regel­mäßig eine Zettung zu lesen. Das Reichsgerich verwarf jedoch die Revision als unbegründet

** Bei Briefen nach Berlin macht es der Massenoerkehr bringenib erwtftorlid), in bei Aufschrift außer dem P«>s.bezi.te (C N.O., W. unbS. W.) auch die Nummer dis Pv/amts anzu- geben, von dem die Sendung bestellt oder abgclplt wird (z. B.'-Berlin 8. 42; Berlin O. 17). Selbst­verständlich darf aber auch die Angabe der Stmßc. der Hausnummer, dcs Gebäudeteils und des Stock­werks in der Aufschrift nicht fehlen.

Studenten, die nach dem großen Zeitverlust durch den Krieg unter den schwierigsten Umständen zu einem Abschluß ihrer Studien zu kommen suchen, melde jedes verfügbare Zimm'r bem Universitäts- Sekretariat, Bismarckstraße 22.

** Boikshock,schule. Tie Arb ttsgemeui- schaft aus der Teutlchen Literatur steht nunmcl,r fest. Unter kundiger tiei.img soll Goethes Faust gelesen und be'pdochen werden. Zett: Donnerstag 810 Uhr.

** Eine Gedächtnisfeier wurde von der Gießener Turn e rs chaf t gestern ateub zu Ehren ihrer im Kampfe für das Vaterland ge­fallenen Mitglieder veranstaltet. Die mit schlich­tem Tannenschmuck stimmungsvoll hergerichlele Turnhalle am Oswaldsgarten vermoch e faum all die ?lngehörigen und Freunde der gefallenen Tur­ner es sind ihrer fast "hundert, die nunmehr der kühle Rasen deckt zu fassen. Die Gedächtnisrede hielt Lehrer Valentin M ü 11 er, der es wunderbar verstand, die rechten Töne zu greifen, um die letzten sechs Jahre mit all ihren widerstreitenden Empfindungen unö «Stimmungen vom himmel­hohen Jauchzen bis zum Todebetrübtsein wieder auferstehen zu lassen. Seine Ausprack>e klang ans in dem Gelöbnis, das Vermächtnis derer, die ihr Blut für uns ließen, in Treue zu erfüllen; aber

Mitglied unserer Gemeinde, Jvl-annes Reifte feierte am 26. April fernen 84. Geburtstag, ki besitzt noch körperliche und geiftige Frische w» nimmt als Landwirt noch an allen FeldaiveiM regen Anteil.

Kreis Lmtterbach.

X Engelrod, 28. April. Bei dem nid der Preisverteilung von der 7. Allg. Ausskl lung von Hunden am 25. Aprtt in Gießen tu »J Kl. 7Drahtl>aarige Vorstehhunde" bei v. Oberwald", D. H. St. B 146 T., beim ©unbicÄ Revierförsters Eggers von hier ein J.rtum tmtat laufen. Der Hund bekam folgende Preise: 1- 1<T2? in Offener Klasse, 1. Preis in Begrenzter Kia 1. Breis in Nenlinas-Klasie und Ehrenpreis.

lehrers Gernhardt:Einführung in die Musiki Lichtspieltheater wie Freitag.

Sonntag, 2. Mai: Gckwelckschas shaus, 10 Uhr, Generalversammlung des Konsumveveins. Lichtspieltheater wie Freitag.

Neue Zugverbindungen.

Ab 2. Mai verkehren Sonntags wieder nach­stehende Züge:

P^_ 773 FrankfurtKassel (Gießen an 12.27, ab 12.39).

Pz. 793 FrankfurtKassel (Gießen an »,2u, ab 3.18). e

Pz. 797 FrankfurtMarburg (Großen an 6.47, ab 6.56).

Pz. 791 ButzbachMarburg (Gießen an o.!7, ab 5.33).

D. 71 FrankfurtHamburg (Gießen an 10.00, ab 10.10).

D. 81 FrankfurtOberhausen (Greßen an 8.52, ab 9.01).

D. 175 FrankfurtDuisburg (Gießen an 3.32, ab 3.42).

Pz. 790 Marburg- Gießen (Gi ßen an 7 40).

Pz. 776 KasselFrankfurt (Gceßen an 2.17, ab 2.40).

Pz. 794 KasselFrankfurt (Gießen an 5.16, ab 5.27).

D. 74 HamburgFrankfurt (Gießen an 9.53, ab 10.03).

D. 176 DüsseldorfFrankfurt (Gießen an 1.26, ab 1.36).

D. 82 OberhausenFrankfurt (Gießen an 10.05, ab 10.15).

Pz. 641 GießenKöln (Gießen ab 3-48).

Pz. 644 BetzdorfGießen (Gießen an 7.58).

Pz. 553 GießenFulda (Güßen ab 8.13).

D. 126 GießenKoblenz (Gießen ab 8.19).

Pz. 408 Gi ßenKoblenz (Gießen ab 10.20).

Pz. 4336 GießenLollarGrüickerg (Gießen ab 6.20).

Pz. 4342 GießenLondorf (Gießen ab 7.01).

Pz. 503 GießenGelnhausen (Gießen ab 8.20).

Pz. 503 Gi.'ßenGelnhausen (Gießen ab 1.18).

Pz. 5l2 GießenGelnhausen (Gießen ab 6.15).

Pz. 501 NiddaGießen (Gießen an 7.40).

Pz. 632 KölnGi ßen (Gießen an 12.25).

Pz. 1654 Gi ßenBetzdorf (Gießen ab 10.45).

Pz. 552 FuldaGießen (Gießen an 7.53).

T.' 125 KoblenzGießen, Gießen an 11,1 nachm. 9

Pz. 41^ KoblenzGießen, Gießetr an 9,45.

Pz. 43lb Lo'.tdvrsGießen, Gießen an 5,37 vorm.

Pz. 4339 ©rünberg1Gießen, Gießen an 6,46

7 us Stabt «nd Eand.

Gießen, den 30. Aprtt 1920.

Bor einer weiteren Milchprei-crhvhung'?

** Ein dringlicher Antrag der Ab- geörbneten Fenchel und Dorsch geht dahin, die iftammer wolle bZchlicßen, die Regierung zu er­suchen, sofort den Mttchpoeis ab Stall das £iter auf 2 Mk. zu erhöhen.

In der Be gr ü n dun g h^ißt es: 1. Es dürfte allgemein bekannt sein, daß der Preis für Futter­mittel enorm in die Höhe gegangen ist. 2. Daß der Anschaffungspreis für Mttckllihe eine Höhe ton 67000 Mk. erreicht hat. 3. Daß das Reich den Preis für Margarine auf 30/75 Mk. das Kilo­gramm erhöht hat.

Lebensmittel.

** Fleisch Verteilung. Die bei bem Metzger Ernst Scibt, Ed rßr. ße 6, abg gebenen Fleischmarken d'r 17. Woche werden von dem Metzgerm-is.er Karl Schar mann, Marbur.ec Strofie 34, beliefert. Fleischmarken dürfen für die Folge an den M.'tzger Ernst Seibt, Eder- strafe 6, nicht mehr abgeliefert werden.

** "Tie Abgabe von Werßmehl und Nährmitteln, die auf Grund ärztlicher At­teste ausgegeben werden, ist für ben Monat M a t übertragen wo d n: Weißmehl bet He'cker, Robert, Brandgasse: Nährmittel bet Heyne, Hch., Wa l°> torstraße. Tie Wvchenck.rrtostelmarken der 19. nnb 20. Woche werden bttiescrt vom 3. bis ein­schließlich 15. Mat von sämtlichen Karte ft. Ihänd- Imt.

Vrennmaterial herauf und teergeträntte Reisig­bündel wetten gleich einer Fackel durch die Luft geschwenkt <^>?r in wertem Bogen ins Tal htN'ib- gelcklei tott. Durch ixe es Fackelwersen sollen bte Hex^n aus tor Luft verjagt werdm. Was für Grxmsam'.'eiten die Hexen aler auch auf dem Ge­wißen 'babenl Ter Volksmu. d iie.int darüber ein mr'angreiches Sündenregister. Sie bei een nicht nur tos Vieh, damit es abniagert unb fi rne Milch gibt, nein, sie entführen auch Heine Kinder unb übertragen allerlaick böfe Krankheiten. Das Sckckimme tobet ist, daß sich die Hexen unsichtbar mackien tonnen; das gelingt ihnen durch Einreiben mit einer aus Krö lense tt her gestellten Hexenfalbe. Und wieder weiß sich das L-rndtolk gegen solche Gesalnen -auch zu sch'itzcn. Man gibt dem Vieh Wasser mit Ttl> und Peter iltenkraut gewürzt zu trinken, und der Stall muß mit Baldrian unö Tenselskraut E^räuchett we ton. St ent man Hirse cuf die Türschwelle, so meidet der Döse das Haus.

Eine Walpurgisnacht auf bem Brocken war vor ben Kriegs.'akwcn ein ganz besond-res Ver­gnügen. Dus städcksche BerSehrsamt tn jßerrev» geerto unb der Wirt dcs Brockenhauses waren die Veranstalter er Frühlingsßiein. Dce Bvockeubalm brachte am Nachmittag b-*6 39. April de zahlreichen Festtettwchmer auf den meist noch völlig verschm-tten Gipel Ichnauf. Etn behaglich durchgewärmter Saal mit guter Bewirtung lud

nit- KZ

Stabt ivlant (rStrai Uw*»0

-M.

«ercinl

7,ticdnal i Tage" m

M lebhafte»

im Lillig" Mbcnd M idiilti der".

jortH in J' ici Ertrage; «ems über l

Ä' ^jlhvälht.

VT gefinm e Wflhusses w Kt Sanbitoter xRuPP

Hi narfimittag nid» von Büd M Tie Tack eint gwt teitiat, welcher Whn rnirbe Lcrslhast eine Cktümiiridjtc atridelte in Uttschcn Hif.gen Auf) («Bheim ei ütib statt.

xTlitte Sam «l« Bauer lt*r Vers ftit, 'Dach :t! ballen Mauflrar Msämme -

Jagen, entßrn 3 ®rüi

We Halle! Dütnicht ir uhnachmittc »erblichen F kn. Auf den korsland bef nr Zeichens Sen. Bei ix Taten 3 St «m ffdrerei *<nmeii, so Xi dürste Npcrbküx Äd auf t ' XSchol huchmifti Nmifl fta Diäten hak

auf, silischxn $<i M mchl.

'^orsän

. 3n ter «nossen n Mrieten? mmtr das ^naBur! !?d Aug. $ 'Wiis uni erteilt.

» des ®ttffen ledi Stellt inorl Sprinteten 'ntz zum

& fe^ff w .( ^nauszuA

k

-

I

lie bei für bei, seit liv ber

Die

^ten

Jäten i

tthallei

I