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Gefälschte Briefe im Saargebiet.

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Freitag den 31. Dezember ds. Is. nachmittags 2 Uhr versteigere ich in Butzbach auf dem Diehmarkte

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Berlin, 27. Dez. (WTB.) Der Saarverein teilt mit: Im Sommer wurden im SaargebiÄ verschiedene Briefe veröffentlicht, die ang:blich von Berliner Bureaus stammen sollten, und ui denen sowohl die betreffenden Berliner Bur>.aus wie einzelne Persönlichkeiten im Saargebiet bei dm dortigen französischen Behörden kompromittiert werden sollten. Tie veröffentlichten Schriftstücke, insbesondere das angebliche Schreiben der Ge­schäftsstelle des Saarvereins an das Auswärtig« Amt, welches bei den Gemeinderatswahlen in Saar­brücken eine Rolle spielte, haben sich als glatte Fälschungen erwiesen. Nunmehr wurde eine ganze Reihe solcher gefälschter Schriftstücke bei einem ge­wissen Fink aus Altenwald gelegentlich seiner Verhaftung in Berlin gesunden. Fink gab an, die Dokumente teilweise entwendet, teils von nner Schreibdame aus dem Bureau der U.S.P. in Saar­brücken erhalten -u haben. Er habe beabsrchtigt, sie in Berlin zu verkaufen. Tie Briefe sind auf den ersten Blick als Fälschungen erkenntlich Es sind Angaben darin enthalten, die geradezu lächer-

* Hindenburg über die Technische Nothilfe, Hindenburg hat sich über dre Tech­nische Nochilfe also vernehmen lassen: "Die Tech­nische Nochilse ist eine unerläßliche -selbsthtlfe tn jetziger trauriger Zeit. Ohne ihr tatkräftiges, von Nächsten- und Vaterlcutdsliebe zeugendes Wirken toitroe uns urtendliche Gefahr drohen. Tenen, die sie mutig uno selbstlos abwenden, gebührt der Tank aller wahren Vaterlandsfreunde."

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zember 1920. len.

Die Entente utti) die Entwaffnungsfrage.

Paris, 28. Dez. (WB.) Nach demTemps" hat der gestrige Bo tschafterrat die Frage bezüglich der Einwohnerwehren in Deutschland des­halb den alliierten Regierungen zur Entscheidung überwiesen, weil die wichtige Frage der Ent­waffnung der verschiedenen Organisationen tn Deutschland ein Bestandteil des Abkommens von Spa bildete, das unmittelbar durch die alliierten Regierungen abgeschlossen worden ist.

Deutsche Lieferungen zur Wiedergutmachung.

Paris, 28. Dez. (WTB.) Laut Mit­teilung der Reparationskommission sind im November 1701092 Kilo Farbstoffe und 8217 Kilo pH ar mazeutische Pro­dukte von Deutschland geliefert. Bis zum 30. November wurden insgesamt 9 679 104 Kilo Farbstoffe und 36 701 Kilo pharmazeutische Produkte abgeliefert. Am 24. Oktober wurde ein Protokoll unterzeichnet, das die Lieferung von 25 Prozent der in Deutschland hergestellten pharmazeutischen Produkte regelt, auf das die Reparationskom!- mission ein Optionsrecht hat.

Abbruch

der russisch-polnischen Verhandlungen.

Paris, 28. Dez. (WTB.) Die Ver­handlungen zwischen der russischen und po lnischen T elegation in War­schau sind nach einer Radiomeldung abge-

405,- 420,- 400,- 415,-

Handel»

Berlin, 28. Tetz. BörsenstiM'mungs- bild. Nach der viertägigen Geschäftspause zeigte die Börse die gleiche Festigkeit als vorher, wenn amb die Geschäftstätigkeit sich nur auf einzelnen Gebieten lebhafter gestaltete. In der Hauptlache rourbe sie hervorgerufen durch die fortgesetzten An­lagekäufe des Publikums, da die anläßlich des Brertelsahrswechsels wr Ausschüttung kommenden großen Summen an Zinsen und dergleichen von diesem namentlich in Dividendenpapieren angelegt werden. Wiederum stand der Montanmarkt bei einer 10- bis 15prozentigen Steigerung für bte führenden Papiere im Mittelpunkt: auf den an­deren Gebieten hielten sich die Kursbesserungen in weitaus engeren Grenzen und erreichten nur bei Deutsch-Australiern, Bergmann, Deutsche Waffen, Hirsch .Kupfer und RheinMetall vereinzelt 15 Proz. Bankaktien waren fest aber still. Valutapapiere waren kräftig in die Höhe gesetzt, anscheinend tm Zusammenhänge mit mäßigen Steigerungen der Auslandsdevisen. Am Rentenmarkt machte sich bei Kurssteigerungen von 24 Prozent lebhafte Nachfrage vor allem nach ungarischen Papieren bemerkbar, von denen auch österreichische Werte schließlich etwas mitgezogen 'wurden.

Frankfurt a. M., 28. Dez. Börsen­stimmungsbild. Ter Umschwung der Börse nach oben machte heute einen kräftigen Fortschritt. Tie Kurse zogen in zahlreichen Fällen an, ver­einzelt waren sogar größere Kurssteigerungen zu beobachten. Für Maschinen- und Waggonfabrik- Aktien bestand großes Interesse, wofür große Auf­träge für landwirtschaftliche Maschinen nach Ruß­land intb die Herstellung des rumänischen Lokomo- tivparks den Anlaß boten. Lebhaft war das Ge­schäft int freien Verkehr, wo Deutsche Petroleum mit 1975 bis 2025 bewertet wurden. Gebrüder Fuhr er^hten ihren Kursstand auf 326, Heldburg handelte man mit 307., Holzmann-Attien er­mäßigtem ihren Preisstand auf 324., Schandung- bahn 605. gewannen 10 Proz., Nordd. Lloyd abgeschwächt 194., Montanpapiere zogen mäßig an. Harpener fester 583, Oberbedarf 342^/s, Bochumer 525., Elektrizitätspapiere blieben wei­ter gesucht. Bergmann stiegen um 13 Prvz. au 310., Lahmaper 241, Ärrgt u. Hoeffner 357 Lebhaft waren Reiniger u. Gebbert gefragt mit 430. rationiert plus 10 Prvz. Chemische Aktten besserten sich durchschnittlich um 1 bis 5 Prozent. Chemische Albert notierten 1130 plus 5 Prozent. Papierfabrik Alfeld 626 plus 26 Proz. Metall Dannhorn fester 268V2, Eisenwerke Metzer schwächer 526.. Erwähnenswert sind ferner Mnselfabrik Nürnberg 379, Spiegel und Spiegelglas 510,-s Schuckert fest 283., Fränkische Schuhfabrik 270ya, Metall Bingwerke 285., Schuhfabrrk Herz 538^/2 rationiert plus ?i/2 Proz. 5 Proz. Silbermexikaner 512., 5 Prvz. Tehnantepec 505., je 3 Prvz. befesttgt. Ter Schluß der Abendbörse gestaltete sich lebhaft und fest.

ihnen bete betrachtet! 6ttg der 1 Morlali ßtiMmW ltzoeige der 8 werden.

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Auf Nummer 4 der H (Haushaltungs) Karte können 2 Ztr. Gaskoks, 1 Ztr. Lierkohle und zwei Itr. andere Kohlen bezogen werden. 13735B Gießen, den 24. Dezember 1920.

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Eberverkauf.

Ein zum Dienst untauglich gewordener Eber soll Freitag den 31. Dezember, vormittags 11 Uhr, auf hiesigem Rathaus versteigert werden. Die Be-

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behördliche Anzeige».

Bekanntmachung.

Im unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma Emil Bechstein in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Emil Bechstein zu Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Haus- und Küc^ngeräte en gros.

Ferner in Abteilung B: a) bezüglich der Firma Apotheker Weiß & Cv. in Gießen: Die Gesell­schaft ist aufgelöst. Der bisherige Geschäftsführer Hvfapotheker Willy Wagner zu Biebrich a Rh. ist zum Liquidator bestellt; b) die Firma Nuntsch, Schwalm & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Handel mit Lebensmitteln, Genußmitteln and Landes Produkten. Das Stammkapital beträgt 100 000 Mr. Der Gesellschaftsvertrag ist am 9. Dezember 1920 festgestellt. Geschäftsführer sind die Kaufleute Johannes Nimtscb und Ott» Schwalm, beide in Gießen. Jedem Geschäftsführer steht die selbständige Vertretung der Gesellschaft zu; sie zeichnen die vorgezerchnete oder vor­gedruckte Firma mit ihrer Unterschrift. Gesell­schafter fnti>: Johannes Ninftsch in Gießen, Emil Ml in Halle a. S., Elisabeth Hirsch Wwe. geb. Hofmann, in Halle a. S. 137558

Gießen, den 21. Dezember 1920.

Hessisches Amtsgericht.

brochen worden. Joffe hat erklärt, oatz die internationale Lage Rußlands jetzt so günstig sei, daß die Klauseln des mit Polen abge­schlossenen Vertrages nicht mehr den Charak­ter der Notwendigkeit hätten und daß Ruß­land gezwungen sei, die polnischen Kriegs­gefangenen nicht in ihre Heimat zucückkehren zu lassen. Sie würden jetzt in Rußland be- schäftigt werden.

Polnische Wirtschaft.

Berlin, 28. Dez. Rach einer Meldung der Boss. Ztg." aus Breslau ist man bei der H a u pt- dire ktion der po lnis chen Bergämter riesenhaften S chiebu ngen auf die Spur ge, kommen. So sollten nicht nur die Maschinen her Salinen von Bochnia, sondern auch die Kohlen, gruben von Kabusz und sogar die noch unausgebew teten Krakauer Kohlenbeckeit verschoben werdm.

D'Aummzio gefallen?

Rom, 27. Dez. (WB.) .Es gcht das rücht, daß D'Annnnzio tor fet. Die Le­gionäre von Fiume haben die Brücke zwischen Susak und Fiume in die Luft gesprengt.

Zara, 27. Dez. (WTB.) Unter der slavrschev Mstenbevölkerung herrscht große Aufregung, weil die Legionäre von Fiume von San Marco aus fortwährend Gewehr- und Maschinengewehr- solven abgeüen. , .

Rom, 28. Tez. (WTB.) Nach Zettungsmeb düngen fiel eine Knnpagnie Alpenjäger, als emc Gruppe Legionäre sich angeblich ergeben wollte, tn einen Hinterhalt und wurde gefangen genommen Mehrere Alpenjäger wurden verletzt. Ter Tor­pedo bootszerstörer >,Ef perv" wurde tn Brand gesteckt. Versuche der Fiumer Bevölkerung, zu revoltieren, rourben sehr streng unterdrückt. Merkwürdige Räuberstücke in Metz und Straß­burg.

Paris, 28. Dez. (WTB.) Nach einer ,fW tin"-Meldung aus Straßburg haben sich T tebt in die Festungswerke Metz und Straßburg eingeschlichen. Während in der ersteren alle elek­trischen Leitungen gestohlen wurden, wurde aus der letzteren alles mitgenommen, was nicht niet- intb nagelfest war.

Raubüberfall.

Kaiserslaute rn, 27. Dez. (WTB) Die vorgestern aus dem Gefängnis ausge­brochenen Verbrecher machen die Um­gegend von Kaiserslautern unsicher. In Otter­berg überfielen sie mit einem scharf geladenen: Revolver einen Professor in seiner Behausung, setzten ihm den Revolver auf die Brust, fessel­ten ihn und seine Frau und raubten das ganze Haus aus. U. a. fielen den Verbrechern sämtliche Wertgegenstände, Eßwaren, und 500 Mark bares Geld in die Hände. Bei der Verfolgung durch zwei Förster konnte einer der Verbrecher feftgenommen werden. Die an­deren entkamen.

Das Erdbcken in Argentinien.

Paris, 28. Dez. (WTB.) Nach einer Radiv^ Meldung aus Buenos Aires soll das Erdbeben in Mendoza 8000 Opfer gefordert haben. Da Sachschaden wird auf über 50 Millionen Mr geschätzt.

Kalk und Eisen, Milch und sind nach Wissenschaft licht» Pyospyor^aure Forschung und ärztliche« Urteil zur Neubildung deS BluteS, Hebung d?, Nerveu-Eueraie, Kräftigung der Organe, gung der Knocken uud zum Aufbau der Zell« : unentbehrlich. Das in der Hauptsache aus ovigm Stossen zusammengesetzte Cavbolactin lmilch-pho4' vhorsaures Kalkpräparat) erfüllt diese Ausgabe tu vorzüglicher Weise. 252 Tabletten für eine 4wöchevd ; liche Kur M. 16.. Erhältlich tn allen Avotheke»

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Herrnbrodt, Gerichtsvollzieher in Butzbach.

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Bleichsoda wird ftetS in gleicher Güte und Beschaffenheit bergeftellt. Man verlange daher van BaerlcS Bleichsoda, da nach Freigabe des Wortes Bleich- soda durch die Reichsbehörde heute auch ganz minder­wertige Produkte unter der fälschlichen Benennung Bleichsoda verkauft werden. Paket M. 1.60. I®88 van Baerle & Co., Worma a. Rh.

Betr.: Reichsnotopfer.

Bekanntmachung.

Es wird zur Kenntnis gebracht, daß die Frist z-ur Hingabe für das Reichsnotöpfer von nach­weislich selbstgezeichneten Schuldverschreibungen, Schuldbuchsorderungen und Schatz an Weisungen der Kriegsanleihen des Deutschen Reichs zum Nenn­wert bis zum 31. Januar 1921 verlängert wor­den ist. 13744

Gießen, Butzbach, Gründers, Htmyen, den 27. Dezember 1920.

_ ___________Die Finanzämter._______________

Milchbelieferung.

Den Empfangsberechtigten für Vollmilch wird hiermit bekanntgegeben, daß mit Ablauf dieses Monats die täglichen Milchmarken in Wegfall kommen. Die Milch wird für die Folge gegen Vorzeigung der Ausweiskarte zum Be­züge von Vollmilch verausgabt.

Die am 1. Januar 1921 ablaufenden Milch­ausweiskarten für Kinder von 2 und 4 Jahren müssen am Donnerstag den 30. D e - zember!920, von vormittags 812 und nach­mittags von 35 Uhr Mr Umschreibung auf Zimmer 11 des Lebensmittelamts vorgelegt werden. 137548

Gießen, den 29. Dezember 1920.

Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt).

lich wirken für jeden, der die Verhältnisse kennt. Aus dem Inhalt geht hervor, daß der oder die Fälsck^r beabsichtigten, bestimmte Personen des Saargebiets bei den französischen Behörden ver­dächtig erscheinen zu lassen. Es ist ganz offenbar, daß die Fälscher die Belwrden im Saargebiet aufs schwerste getäuscht und dadurch mit dazu berget ragen haben, eine ungesunde Atmosphäre des Mißtrauens liervorzurufen, ganz besonders gegen die bekannte Geschäftsstelle des Saarvereins in Berlin. Es ist anzunehmen, daß manche Familie im Saargebtet ihr Unglück diesen Fläschern, von denen ihre An­gehörigen in der gemeinsten Werse verdächtigt wur­den, zu verdanken hat.