llr. 306
Zwetter Blatt
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Mittwoch, 20. Dezember 1920
an.
bcrnngrn an die Reichskasse besonders
«trotz
sind.
mit abhelfen.
ein Ausgleich dafür, etwa in
Entlaß
Fortsetzung 70.
Mrachdruck verboten.)
Umfange auferlegen werden, ohne datz zu er- Kennen wäre,
halten. Tic Ausgänge, Durchgänge und Treppen Mützen gut beleuchtet und von allen hindern,tzen frei sein, damit im Falle der Not die meist über* süllten Räume sich leidrt leeren können.
mc Frankfurt a. M , 27 Dez. Während der Feiertage entstanden eine guny 'Änvibi Ehristbaumbrände, wodurch teilweise erheblicher Schaden an Möbeln und Einttchttmgsgegen- ständen verpacht wurde
vermischtes.
Amerikanische Kohlensenduugen.
fb. Ter europäische Kohlenm angel hat in den beiden lebten Jahren dazu gesührt, datz amerikanische Kohle in recht beträchtlichen Mengen nach
Veranlassung dazu vorlag, ohne jede vorherige Benachrichtigung nach Ticfenbrunn kommen würde, lrar wirklich das Allerletzte, das sie für möglich gehalten hätte Sie hatte ihm Signes Tod mitgeteilt und hatte vergebens gehofft, datz er sich zur Beerdigung einfinden würde. Auch von all dem Aufregenden und Läßlichen, das sich dann weiter ereignet, hatte sie ihm, wenn auch nur m kurzen Worten, Nachttck-t gegeben; zuletzt mit wenigen Zeilen von der Verhaftung des Dr. Germering und von der fürchterlichen Anschuldigung, die man gegen ihn erhob.
„Ich werde niemals daran glauben, datz er es getan hat," hatte sie hinzugefügt. „Wie auch immer man über chn denken mag: er ist ebensowenig cm Mörder als ein Arzt, der leichtsrnnig mit dem Leben seiner Pattenten spielt. 3<b beklage ihn her und wünsche sehnlich, datz seine Schuldlosigkeit sich bald erweist."
Sollte es dieser Briet gewesen sein, der Erichs plötzlichen Reiseentschlutz bestimmt hatte? Es dünkte sie sehr wenig wahrscheinlich; denn sie hatte m Berlin nicht den Eindruck gehabt, datz ferne Freundschaft für Germering eine sonderlich innige lei Und was hätte er, der den Ereignisfen völlig Fernstehende, überdies für den Mann tun können, den hier in Tiefenbrunn schon alle Welt als überführt ansah!
Ihr Kopfzerbrechen brachte sie nicht zum Ziel, und sie machte sich auf den Weg, ohne einem Menschen im Falknerhaufe etwas von Erichs Öierfetn verraten zu haben. Er hatte ihr das ja nicht ausdrücklich rur Pflicht gemocht! aber die Art, wie et fie zu sich gerufen, lietz sie vermuten, datz es nicht ferne Absicht sei, dqs ZatecharS zu betret«. In
VrinmNl.Nl ft ii. M-1 WWW
Die Falkner aufLinüenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
!*
Tas Erstaunen auf dem Gesicht des Amtsrichters bewies, wie wemg er auf diese kurze, sHroffe Erwiderung oorbereitet) gewesen war. Bott rendringlicher Feierlichkeit fuhr er fort:
,Sie sind sich, wie es scheint, des Ernstes^rcr ^age noch nicht voll beraufet Ich sage Ihnen aber das; Sic sie gar nicht ernst genug nehmen !-innen. Ich warne Sie vor dem Zedarren auf enem 23ene, der Sie nach aller menschlichen X5or- »issicht ins Verderben führen muß/'
Ich habe meiner Aussage Nichts mehr hinzu fugen, Derr Amtsrichter! Was ich fagen konnte und sagen burfte, habe ich rten der sogenamtten irdischen Gerechtigkeit über lassen, die Wahrheit zu Ehren zu bringen — die Dahrheit, die meine volle ^vchulblosigkeit erweiien trufe und erweisen wird."
Germerings Antlitz war sehr bleich, at^r er ftrach mit der ruhigen Würde eines Mannes, der sich der Bedeutung seiner Worte bewußt unb über d<s, was er zu tun hat, völlig nut sich im Jiei- 1131 Mit einem Achselzucken wandte sich Eberth g-gen den Sekretär:
„Schreiben Sie also!" •
Sachlich und nüchtern frittierte er ihm fräs Protokoll in die Feder und liefe es nach der Fertig- jfcHimg von ihm verlesen.
>Laben Sie gegen die Fassung etwas emzu- untben, Herr Ar. .Germerings
„NUN."
Litte bengern»
.021»^. am 2. Wjw
emer erheblichen Steigerung der Arbeitsfreude unb des Arbeitsertrages, gewährleistet würde. Sozialpolitik ist gewitz notwendig, und Deutsch- fenb hat ja auch vor allen anberen Staaten! muhgewiesen, datz es die Berücksichttgung der ar» bfitenben Massen als eine Ehren-- und Gewissens- oflicht ansähe. Aber die Sozialpolitik steht nun einmal in unlösbarem Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik, vielmehr sie ist htfofern völlig von ihr abhängig, als zur sozialen Betätigung des Staatswesens Mittel gefrören, die nur enne vernünftige, produktive Witts chaftspolittk ihm geben kann.
In dieser Lage befinden wir uns zur Zeit aber | ui cht; beim unsere Wirtschaft bringt uns nicht I nur nichts, sondern verschlingt Milliarden über • Mllliarden, und da ergibt sich die traurige, aber : unumgängliche Notwendigkeit, der sozialpolitischen ! Gesetzgebung die Bremse anzulegen. Damit soll f-nner einseitigen Unternehmer Politik oder gar einer i Rückkehr zu manchesterlichen Ideen das Wort ge- t redet werden, ebenso wie wir aus psychologischen Gründen eine Zurückziehung der seit langem der ’ Oeftentlichkeit in ?lnSsicht gestellten Gesetz-, j nrürfe für verhängnisvoll halten würden.
Leschleunigle Zahlung der Umsatzsteuer für 1920.
Bei der Lebhaftigkeit der Auseinandersetzungen über die beschleunigte Zahlung des Reichsnotopfcrs ist eine andere Maßnahme gar nicht bekannt geworden, die geeignet ist, der Reichskasse eine erhebliche Zahl von Mtl- k I innen vorzeitig zuzuführen, sie betrifft die ZNmsatzsteuer. Diese Steuer wird nam-
Ams Stciöt und Land.
Gietzen, den 29. Tez. 1920
Bewahrt da» Feuer - zur Weihnachtszeit.
Tie Lick>tfreude des EhristfesteS, die sich im brennenden Weihnachtsbaum unb in Illuminationen mancher Art äußert, hat auch ihre Sck>a1ten- feiten, denn es vergeht kein Weihnachtsfest, ohne datz man von allerlei Bränden lieft Tie grotze Mehrzahl dieser Unfälle lietze sich aber vermeiden, wenn man etwas mehr Vorsicht walten lietze, und deshalb werden einige Ratschläge in dieser Hinsicht genrife willkommen fern. Bei der Ausschmückung eines Baumes und der Räume soll nach Möglichkeit die Verwendung leicht brennbaren Materials, die bunten Papiere künstlicher Blumen Usw. vermieden werden. Auch die Benutzung von Bind- faben ist sttts feuergefährlich und wird am besten durch dünnen Draht ersetzt. Besonders vorsichtig mutz man mit Lampions fein, sowie mit dem Schmuck bunter Papiere, die im Lampen, Gasflammen usw. gelegt werden. Bei Illuminationen sind Oellämpchen unb Kerzen, die nicht genügend befestigt sind, zu vermeiden. Tie Mode des „lösus- kinos", die sich jetzt einbürgert, bringt eme neue Feuersgefahr mit sich. Natürlich will man mit dem neugeschentten Ktnoapvatt eine Weihnachts- vorstellung geben, und es sollte dabei stet- daran gebadet werden, daß die Filme auherordentlich leicht entzündlich sind und besonders den Anlatz zu Bränden bieten, die die zahlreichen UnglückS- fätte in Filmfabriken beweisen. Zu Beleuchtungszwecken wird wohl auch hier und da zur Weihnachtszeit eine elektrische Leitung umgelegt, und dann ist die Gefahr eines Kurzschlusses gegeben. Man lasse daher solche Umlegungen der elettn- schen Leitung nur durch Sachverständige vornehmen. Bei Theatervorstellungen in der Famllie oder den so beliebten Berlleidungen der Kinder, werden vielfach vasch zusammengeschneibette Kleider ter-- rrvnbet, vielfach aus Papier, jedenfalls aus sein leicht brennbaren Stoffen. Auch hier ist die Mög- I übtet sebr naheliegend, datz solch ein leichtes Fähnchen Feuer fängt und die furchtbarsten Verletzungen nach sich ziehen kann. Man sollte daher bei solchen Vorstellungen stets Tücher oder Teppiche zur Land haben, die zur Erstickung einer raich auflohenden Flamme am besten geeignet sind. Vorsichtige werden sogar bereits angefeujtete Tücher unb ein paar Eimer Wasser in grettbarer Nahe
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** Fahrpreisermäßigung für bie Jugendpflege. Tie FahrpveisermätziMmg zugunsten der Jugendpflege ist nicht lediglich zu Wanderfabrten ausgefprochnier Jugendpflege vereine bestimmt, sondern gilt auch den Jugend abteilungen einzelner Sportvereine. Nach der An ortnumg iwm August soll die Ermätzigung ohne Urtterfchied den Jugendorganisationen aller politischen Richtungen zugestanden werden, die eine körperliche Ertüchtigung und Gesundung der In gend erstrebt. Dies gilt auch für die besonderen Jugendabteilungen solcher Vereine, die ihrer Bezeichnung uack keine Jugenbpfleaevereine sind, z. B. den Jugendadteilungen der Tum-, Ruder-, Schwimm-, Ballspielvereine usw., deren Zweck die Pflege von Leibesübungen ist. Die Vergünstigung soll auch nicht nur zu Wanderfahrten, sondern mich zur Beteiligung an spottlichen Beranstal- tinigen, wie zur Austragung von Wetckämpsen gewährt werden. Die Dienststrllenvorsteber der Reickseisenbahnen smd ersucht worden, die beteiligten Beamten und Angestellten hiernach aufzu- klären.
** I m K rieg beschlagnahmte Briefe. Tic während des .Krieges von ftanzö- fischen militärischen Behörden beschlagnahmten Bttefe und zwar gewolmlichc, cingcfmricbene imb Wertbriefe, werden jetzt vom ftanzöfischen Kriegsministerrum zur weiteren Behandli'. an den Segn ester abgegeben. Tie Absender oder Empfänger können Gesuckx um Freigabe foldjer Sendungen „an die Geschäftsstelle für deutsche Güter. Rechte imb Interessen in Frankreich" richten. Die Anfragen sind der „Kurierabsettigungsstelle des Aus wärtigen Llntts, Berlin W 8, Will-elmsttaße 75" zur Weiterbeförderung zu übermitteln. Für die Nachforschungen sind folgende Angaben zu machen: Name dis Wsenders und des E>,.»>f.Nigers, Inhalt der Sendung, wenn möglich die Aufgabenummer und die Bezeichnung der Aufgabepostanstalt.
Kreis Schotten.
d. Oberlais, 28.Eez. Unter sehr großer Beteiligung wurde hier der Kriegsteilnehmer Karl G o t t w a l s zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der erst im 27. Lebensjahre stand, hatte als Pionier in den Jahren 1915—17 an den schweren Kämpfen an der Westfront teilgenvmmen. Infolge von Gasvergiftung hatte das Augenlicht sehr not- gelitten, so daß bald seine Entlassung erfolgte. An den Nachwirkungen dieser Vergiftung ist er jetzt plötzlich gestorben.
Hessen-Nassau.
Der Löfftlschlucker.
fb. Kelsterbach, 27. Detz. Der von frtrr gebürtige Einbrvcker Leinrich Göckel hat schon wiedecholt dir Ceffcntlidifcit beschäftigt. So oft et in das Gefängnis erngeliefert wird, verschluckt er einen Löffel, der ihm dann im Kranken lxrus auf operativem Weg entfernt werden muß. Aus dem Krankenhaus entspringt er dann. Aus diese Weise hat er in der letzten Zeit Müm viermal über den Wog des Löffelschlnckens den Weg in die Freiheit gesunden. Am Tage vor Weihnachten fafetc Inan ihn aber in der Nahe von Goldstern wieder ab, als er ein gestohlenes Motormd verkaufen wollte. Er wurde in das llntcTsuchungsgefangnis gebracht und verschluckte dott pünktlich seinen Löffel. IM Krankenhaus stellte man fest, datz er noch von der letzten Operation eine eiternde Bauchwunde hatte, was ihn jedoch nicht im geringsten hinderte, schon 20 Minuten nach seiner Einlieferung spurlos wieder yu verschwinden. Nicht minder originell war bie Art, wie man heute den Menschen wieder einfing. Nun ist er abevmals in das UntersuchungSgcfängnis zurückgebracht worden; aber einen Lössel will man ihm nicht mehr in die Land geben.
mc. Frankfurt a. M., 28. Dez. Daß man im Theater Süßigkeiten ißt und mit Butterbrotpapieren einen entsetzlichen Lärm verursacht, soll ja schon mehrfach vorgekommen sein, daß aber ein Ku n ften thu sia st einen schönen fetten Bückling ausvackt, um ihn mit dem Taschenmesser fein säuberlich zu putzen und dann zu verspeisen, das war im deutschen Theater wohl nvch nicht vorgekommen. Das Frankfurter Schauspielhaus hatte an den Weihnachtstagen im 2. Rang den Bückling putzenden Theaterfreund zu Gast, der sich durch die lachenden Gesichter der Umsitzenden keineswegs in seiner etwas unsauberen Arbeit stören ließ.
diesem Fall war es wohl besser, datz überhaupt niemand feine Ankunft errüfrr.
Ter m der Nähe des Bahnhofs gelegene „schwarze Adler" war nicht der beste Gasthof von Tiefenbrunn, sondern ein ziemlich bescheidenes Laus, m dem die bäuerlichen Grundbesitzer der Umgebung und die Geschäftsreisenden zweiten Ranges abzusteigen pflegten. Erich konnte ihn nur gewählt haben, roeü er so wenig wie möglich be- merkt werden wollte; bemt feine Mittel hätten ihm ohne Zweifel auch geftattet, in dem ungleich vornehmeren „Datei Ritscher" am Marktplatz zu wohnen.
Er ermattete sie in seinem kahlen,- ungastlichen Zimmer, und Gerda gemahne aus den ersten Blick, frafe er nicht so ruhig und lelbstsicher war, rate fic ihn m Berlin gefunden. Rasch kam er aus sie zu und drückte ihr die Hand.
„Guten Tag! Es freut mich, daß du |obalb gekommen bist. Aber du siehst nicht gut aus. Ganz schmalwangig und blaß bist du geworden. Laben diefe Tinge dich so sehr mitgenommen, armes Mädel?"
„Wie hätte es anders fern können, Erich! ES war eine schreckliche Zeit. Und wer weife, ob las Allerschrecklichste uns nicht erst bevottteht."
Er führte sie zum Som und letzte sich ihr gegenüber an den Tisch, mit aufgestützten Ellenbogen und gespanntem GesichtscruÄ>ruck wie einer, der von Un- gttmld verzehtt wird, eine brennende Wißbogierde gestillt zu sehen.
„Das AllerschrerLichste? Was sollte dos fern? Ist der Baler etwa wieder kränker
(Fortsetzung folgt)
WäI
ÜiederverkäiüEi.»
JtÄ nach emer gerade nicht besonders glück luhen Bestlmmung des Umsatzsteuergesetzes, obgleuh sre vom Verkäufer bei jedem Waren Umsatz sofort vereinnahmt wird, doch erst für alle steuerpflichtigen Umsätze des abgelaufenen Jahres nach diesem Ablaufe bezahlt, und zwar erst auf Grund einer nach Deklaration des Steuerpflichtigen erfolgenden Feststellung und Anforderung der Steuer, nach der noch eine 14tagsge Zahlungsfrist besteht. Bis zum Ab lauf dieser Frist ist die Steuer sogar zinslos gestundet. Erft vom~l. April des betreffenden Jahres ab ist die Schuld zu verzinsen. Von dem Gedanken ausgehend, daß gerade zu Be ginn des Jahres 1921 die Reichskasse drin, gend großer Mittel bedürfe, hatte der Abge ordnete Dc. Becker (Dessen) mit einer An Zahl seiner Parteifreunde einen Jnitiativan trag auf Erlaß eines Gesetzes eingebracht, wonach bei Zahlung der Umsatzsteuer für 1920 fror ihrer Fälligkeit dem Zahlenden eine gestaffelte Vergütung gewährt werden soll. In einer dec letzten Sitzungen des Steuerausschusses haben sämtliche Mitglieder des Ausschusses wie auch die Regierung den in dein Antrag niedergelegten Gedanken sympathisch ausgenommen und die Negierung hat daraufhin mit Zustimmung des Ausschusses sofort verfügt, daß für vorzeitig gezahlte Umsatzsteuer, die bis zum 31. Januar 1921 entgeht, eine Zinsvergütung von 6, für die nach diesem Tag bis zum 1. frlpril eingehenden Beträge eine Zinsvergütung von 5 Prozent gewährt werden soll. Da diese Vergütung über den Zinssatz erheblich hinausgeht, den die Banken für bei ihnen angelegtes Geld zahlen, darf wohl mit Bestimmtheit erwartet werden, daß die Umsatzsteuerpflichtigen von dieser Möglichkeit, einen nicht unerheblichen Zins-Zwischengewinn zu erzielen, Gebrauch machen werden. Neben dem eigenen Vorteil, den sie damit erzielen, werden sie der Not des Reiches durch ihre vorzeitigen Einzahlungen gerade um die Jahreswende, wo die Anfor-
Aus dem Amtsverkündi^unqsblatt.
" Tas Amtsverkündigungsbialt Nr. 190 vom 28 Dezember enthält: Sänne,zerstöre Goldhypotheken. — £>mtfrefteurr. — Fottbiidungs- schulsparkassen. — Sonntagsarbeit in gewerblicbw Betrieben. — Schulzahnpflege — Ttenftnarfirirtv ten — Feldbereinigungen Bergheim, -Lausen imb Nieder^Besjingen.
Tie Hundesteuer. Die Umgestaltung, die durch die Neuordnung des gesamten Staalssteuer- wesens auch in der Steuererbcbtmg eingrtr’ten ist, nötigt dazu, den Fälligkeu^ermin für die äunbe • steuer fernerhin vom 25. Februar auf den 15. Februar zu verlegen, damit diese Abgabe gleichzeitig mit dem letzten Ziel der Reichc^inkoiumensteu'r erhoben werden kann. Tie Einl-altuwi dieses Termins erscheint nur bann möglich, wenn die Aufstttllmg der Lunfresteuerheblisten und die Mitteilung den Anforderungszettel durch die 93ürgenneiftcreien rechtzeitig erfolgt. Nack einem von J>em Mini> ftrrium der Finanzen, Abteilung für Steuer wesen, am 26. November l. Js. erlassenen Amtsblatt sollen die 5mndesteuerheblisten von den Bürgermeistereien, alsbald nach ihrer Aufstellung, fpätty'tcns bis zum 10. Januar, an das zuständige vauptstcueramt ab- gegeben und die den Bezirkskafsen zur Erhebung überwiesenen Hundesteuer posten den Stmerschuld- nem durch Vermittelung der Bürgermeistereien bis zum 25. Januar zur Zahlung angefordert werden. Will eine Gemeinde vom 1. Januar 1921 an eine gemeindlich- Lunfrestcuer neu einführen ob?r bid bereits cinqefüfrrtr Steuer erhöhen, so müsftn die entsprechenden Verhandlungen umgehend ourch- gefübrt werden. Es empfiehlt ftch, dafe bei Abgabe Der 5)undesteuerliften an die Hauptsteuerämter bi* von solchen Beschlüflen vorläufig benachttchtigl werden.
Sonntagsarbeit in gtewerbltchen Betrieben. Enftprechend dem Antrag der Ftt- seur- und Perückenmacherzwangsinnung genehmigt das Kreisamt die Ausübung des Bardier- unb Friseurgewerbes am Sonntag, 2. Januar, von 9—12 Uhr vormittags
Schulzahnpflege. Es schließen die Zahnärzte M e tz bis zum 3 Januar 1921, Dr. PetsÄ bis zum 5. Januar 1921, Ko ch bis Mim 6. Januar 1921, föaubatf) bis Mm 7. Januar 1921, Fischerbis zum 6. Januar 1921, (Konter bis zum 5. Januar 1921, Jaeger bis zum 4. Januar 1921, Tr. Kockerbeckbis zum 7. Januar 1921. Vertreter für die Ferien sind in dringenden Fällen die Zahnärzte Buchinger, Wertheim, Dr. Baum.
Dienftnachrichten des.Kreisamtes. Ludwig Bück von Queckbo rn wurde »um Feld- geschworenen für die Gemeinde Queckborn verpflichtet. Gwrg M ö b u s von Q ir e d b o r n wurde zum Polizeidiener der Gemeinde £.uetfborn verpflichtet.
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iiiiiei' anserlMMes^ Lwllung und @crct leihen (leiuttiL M Wn ^br. Aick i 021.563 on den (Mjb "Die
Mnrie Friednut- Sieinbach 1 »utütf. Jakobs
Sojiab und Wirtschaftspolitik.
Tie vielgenannte ScklickMngsordnung zur Verhütung und schiedsgerichtlichen Beilegung gewerblicher Streitigkeiten ist nunmehr über das schon reichlich lange währende Stadium der Vor- bettrtung der Besprechung mit den in Frage kommenden Interessenten und der abermaligen Abänderung glücklich hinaus und wird, wie halbamtliche Mitteilungen besagen, noch im Verlaus des nächsten lMonats dem Reichlsrat und dem Reichswirlsck>aftSrat zugehen. Aller Voraussicht nach wird namentlich der letztere über den Re gierungdentrourf allerhand zu sagen haben, und es ist nicht ausgeschlossen, fraß die Arbeitgeber- imb die Arl»eitnehmergruppe in ziemlich geschlossener Front einander gegen über treten werden, nachdem bereits die Vorbesprechungen mit dem pari kätisch zusammengesetzten Sachverständigenaus-- chuß erwiesen haben, daß gerade über die sachlich -nichtigsten Bestimmungen der SMichtungsordnung eine Einigung der 'Karteien vorläufig nicht zu erzielen ist. Es handelt sich dabei vornehmlich um bie Frage, ob die Pattei, die einen Arbeitsvamps »hnc vorherige Erschöpsung aller schiedsttchter- rchm Mittel entfesselt, dafür haftbar gemacht ■oerben kann, und zum anderen darum, ob die lebensroirtitigen Betriebe durch besondere, emp- ■indliche Sttasandrohungen vor StteikS unb Aussperrungen wirksam geschützt werden sollen. Die Vertreter der (^eraerkschasten waren für beides nicht zu haben, während die Vertreter der Arbeitgeber mit Recht daraus hinwiesen, daß ohne diese Sicherungen die ganze Schlichtungsordnung für ’ic wertlos sei. Diesen Standpunkt vetttttt unseres Dissens die Gesamtheit der organisierten Arbeit- td>erf(f>aft, andererseits lassen die Aeußerungen ^cr sozialistischen Presse faum Zweifel daran, daß -bie Link varteien sich jeder Eindämmung des un -beschränkten Streikrechts bis zum Aeußersten wider- etzen werden. Das Schicksal der Schlichttmgsord- rung ist deinnach, namentiid) auch was die spätere ■yerahmg im Reichstag angeht, völlig ungewiß, mb genau dasselbe gilt von dem ganzen reichen "Bufett sozialpolitischer Gesetzentwürfe, die das Iteichsarlx itsministettum noch in Bereitschaft hält.
Es sei erinnert an das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung, das mit Rücksicht aui die einmütig ablefrnenfre Kritik der Sachverständigen und Sozialpolitiker augenblicklich emer völligen Umarbeitung unterzogen wird; an das H e i in ar be its-, an das Tar i fver- «ragsgesetz und endlich an den Entwurf über die Reform des Angestelltenrechts. Älles Vorlagen, die bald nach der Revolutton, unter dem Druck der Linksparteien und ihrer Freunde im bürgerlichen Lager mit teilweise sehr fÜbertriebener .Hast in Angriff genommen und ausgearbeitet worden sind, und die man auch beute, bi der unmittelbare Einfluß der Sozialisten nicht mehr vorhanden ist, nicht beiseite zu legen tragt, um sich nicht dem fürchterlichen Verdacht reaktionärer Gesinnung auszuseyen. Dabei steht aber fest, daß diese Entwürfe, einmal Gesetz geworden, unserem Wirtschaftsleben neue Fesseln unb namentlich neue Kosten in sehr erheblichem
Ver iqtf J Gießen
Weil;?'-,
Kirche und Schule.
tt T re i Sa. d. L., 2T<. Tvj Deute nadimutaA sand im Auftrage des CberfoniiftDruime die Prüfung und Abnahme unserer neuen, von der Firma Rinker- Sinn bei Buderus- Wetzlar in Edel« stahl gegossenen M ircben glockcn durch den Hessischen girckreimuljikmeistet Proftisor Mcndel>- solm-Darmstadt statt. Tie Glocken ivurhen nach Ton und Larmonie mit den vorhandenen Brvnce- glorfen ak' vollweniger Ersatz deS alten Geläutes anerfannt
ed. EichelSdors, 25. Dez In sehr gut besuchten Versammlungen de 5 Evangelischen Bundes in Oberschmitte» und Eichelsdorf sprack, Prosefjor Sdyian - Gießen eindrucksvoll über die Verbrennung der Bannbulle Beide Feiern »mirden versckwnt durch Schülerckore. In Eichel - dort wirkte auiri • dem der Gesangverein „Eintracht" mit.
ed Schotten, 23. Dez. Lehrer roll von frier wurde dieser lag; zum fHeftor unterer Volksschule ernannt
L\ Nioda, 26. Dez. Mird'rmrat Werner, der erste hiesige Efeislliche, gedenkt nach 33jübriger Dienstzeit im nächsten Frühiahr in den Ruhestand zn treten. Trotz seines Alters von 78 Jahren ist er noch körperlich unb geistig erstaunlich» rüstig und versah bisher noch die Dienstch-schäfte des zweiten Geisllichzen, des Pfarrers £)emt.inn, mit, her ivegen Erkrankung einen längeren Urlaub erlxtltm bat. Jin neuen Jahve wird Kirchen rat Wenvr Hilfe erhalten. Pfarramtskmididat 2 übler von Fried berg ist zum Pfarrassisdmtcn frier ernannt iwvben imb wird am 2. Januar ht der biefigen .«'irdK orbrniert werden
Verschieden» SSö u«t Filiale Jn itebmen ob. fiuiaei, <Ö0jt zu pachten oL faulen. Kapital ©tbnhL Anaebate u!?: an den GirUi «-rwlichh,,,,
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Schriftt Singet .tt 021596 an ben M-n
Perfekte “ Zchneidem nimmt nach Sunba s RobbelmerTtr.tltt' MöSAsiiV Ä'Ä WM ML
Wasch-u. MM 2. Annahme iebervi.-,
„So wollen Sie, bitte, unterschreiben." Ter Arzt leistete frei Aufforderung Folge. Tann fragte er mit etwas verschleierte Sttmme:
„fiknrn ich nun gehen?"
„Nein. — Ich bin gexraungen, Sic wegen Mordverdachts m Unterfuchungshaft zu nehmen, und Sie sogleich abführen zu lassen Sie können gegen diesen Beschluß zu Prowkoll des Gettchts- schreibers oder auf schriftlichem Wege Beschwerde ernlegm. Wünschen Sie es vielleicht g<eich auf der Stelle zu tun?"
„Nein. — Ich bin nicht gesonnen. Ihnen ine Verantwortung zu erlekfrtem, die Sie rn diesem Augenblick auf sich nehmen."
Ter Amtsrichter erwiderte nichts Aber er drückte auf ben Knops bet Glocke, die den Gc- richtsdiener hereinttef. Ohne fedes äufeere Zeichen der Erregung ließ Tr. Germettng sich von thm abführen.
„ütebe Gerda!
Ich wohne im Gasthof „zum schwarzen Adler" und möchte Tich so bald als möglich sprechen. Latz mich, bitte, durch ben Boten wissen, wann ich Tich ern-arten darf.
Tein Bruder Erich." war das erste Lebenszeichen, bas Gerda Falkner als Antwott auf alle ihre nach Berlin gerichteten Briefe van dem Bruder erhielt .Em L>ausdiener aus dem Gafchofe hatte das Brieschen zu früher Vorurittagsstunde aus bie Lmdenhohe atbrod*, und Gerda schickte ihn mit dem Bescheid -urück, fraß sie tn einer halben Stunde unten lein werde Sie war übervascht und iait erschrocken. Tom txch Erich iefct, wo fcnan soö eme gBxngeufre


