Einzelbild herunterladen

cn

maßgebenden Stellen

richt schuldig bleibew

mmissär: igsrat.

die an.

uf en.

k'/.., S'/.., 9*/,,.

Die Vorgänge in Ziume.

Rom, 28. Dez. (Wolff.) Giolitti sündigt Einnahme von Fiume für morgen

In derGermania" wird getoil: Tie Entente muß fick 'fei näherem Zusehen davon über^cu-ien, daß die Organisierung der sicherheits-

Berlin, 28. Dez. Zur neuen Entwafs- nstngsnote fordert derVorwärts" vollste Oeffentlichleit. Außerdem werd» y\ erwägen fnn, ob nicht auch der Reickstaasausschuß für auswärtige Angelegenheiten einzu­berufen sei. da er doch zum mindesten das Reckt habe, den Text der neuen Note kennen zu lernen.

Tie deulsch-amerikanischcn DczicHungcn.

Berlin, 28. Dez. (Wolffs Der ameri­kanische Senator M c Cormick hat gestern abend Berlin verlassen und sich zunächst nad> Koblenz begeben Vor seiner Abreise bat er dem hiesigen Amerika-Institut einen Skfiub abgestattet Während seines Besuchen fprad) er sich, wie dieB. Z. am Stittag" beruhtet, über die Aussichten der deutsch-ameri­kanischen geistigen Beziehungen günstig aus. Er faßte sein Urteil über die allgemeine Lage in dem Worte zusammen: Am Ende des Tunnels kann man Licht sehen. Zur Erreichung einer Annäl/eruug ztvisd)en beiden Staaten hält Mc Eormick besonders auch den gegenseitigen Besuch der Hoch­schulen burd) Studenten für sehr wichttg. Er meinte, daß mit Rücksicht auf die Valuta- Verhältnisse in Amerika den deutschen Stu« deuten entgegengekommen toerden müsse, etwa burd) die Errichtung von Dollar-Äi- penbien.

Da- Besindeu der ehemaligen Kaiserin.

Im Laufe bes gestrigen Tages wurde das Feuer bei Fiume auf beiden Seiten ohne

29. Dez. (WTB.') Wie auö Doorn über daS Befinden der früheren deutschen Kaiserin mitgeteilt wird, traten in den letzten Tagen erneute, durch Herz­krämpfe hervorgerusene Anfälle von Atem-

,13.

xn Bedingungen^ in Gumdslücken a!

len sich eine &rän>. e infolge der W

Anlage um W ten imerhaib der Za -endig werden, mg von Gelände imt rt vergütet beziebM

llr. 36b

Dec Siebener Lnzeiaer erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, vezngrpreise:

Monatlich 'jJlarh 3.60 nb Mk. -65Träzerlol)n, oierteljährlichMark 10 80 unbTlh.l.95Iräger[o$)n; durch die Post viertel­jährlich Mark 12. ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: fardieSchriftleitung 112; Verlag,(öeschäftssteile 51. Anschrift für Drahtnach. richten Lnuiaer Sietzen.

Postscheckkonto:

Sranffnrt a. M. U68>

Eine neue Protestnote der Reichs- regiernng in öer (Entmqffnungsfrage.

Berlin, 28. Dez. «Wolff. Tic Reichs- regrerung ließ <nt die Dotschafterkon- ferenz folgende Note richten:

Die Botschafterkonserrmz teilte durch Note vom l <. November der beutfdjm Negierung mit, daß nach ihrer Auffassung die Entscheidung der inter­alliierten miluarrschen Ztvntrolllommission in der Frage der Aus sta t t u ng der deutschen Fe fr u n- 0 en mit Artillerie dem Buchstabeii wie dem Geiste der Artikel 167 und 180 des Vertrages «von Versailles eMspreche, und daß sie diese Entschei­dung nur bestätigen könne.

Die deutsche Regierung vermag nicht an - z u e r k e n n e n, baß diese Entschließung mit ben Bestimmungen des Friedensvertrages im Einkl ang steht.

Nach dem Vertrag soll Deutschland dws System der befestigten Werke an ferner Süd- rntb Ostgrenze in dem Zu stand vom 10. Januar 1920 und mit den Geschützen, die am 10. Januar die Bestückung bildeten, behalten dürfen dtach der Entscheidung der Konttollkonftnissivn sollen aber ton den 14 Fefrungen an der Südgrenze und OstgrenzeDeutsch- lands elf ilyrer Geschiße beraubt und damit tat­sächlich aus der Reilie der Festungen gefrridm werden. Von den übrigen drei fcueit Plätzen wird nur die für Swinemünde beantragte Zahl Geschälte zugelassen. Für Pftlau werden statt 75 nur 35 Kanonen bewilligt; König: berg soll nur etwa 20 schwere Geschütze behalten. Königsberg ist die größte und wichtigste von allen Festungen. Es liegt auf der Hand, daß sie mit einer so geringen Geschütz- ausrüstung wehrlos sein würde.

Zu diesem befremdlichen Ergebnis gelangt die Kommission auf Grund der Auslegung deS Ver­trages, Die im Widerspruch, mit den seit langen Jahren allgemein anerkannten Regeln der Be­festigungslehre nur ständige Werke als Teile eines Befestigungssystems geltet läßt und eine Be­stückung nur für ständig ausgebaute Geschützstel­lungen in faldjen Werken gestattet. Tatsächlich war man bereits lange vor dem Kriege überall von der Aufstellung von Geschützen in fräiibigen Werken ober im unmittelbaren Anschluß an solche abge­kommen und dazu übergegongen. Batterien in vor­bereiteten ober behelfsmäßig au^u bauenden Stel­lungen im Gelände aufzustLÜen. Die Er.tsch-idung verstößt aber auch gegen den Geist bes Ver­trages, beim von dem System der Befestigungs- Werke, bas Deutschland doch zu feinem Schutze gegen einen bewaffneten Einfall behalten sollte, bleibt danach an der Südgrenze nichts übrig, an der Ostgrenze nur ein gänzlich unzureichender Rest.

Trotz eindringlicher Vorsiellungen hat sich die Botschasterkonserenz der Entscheidung der Kontroll­kommission ange chlossen, und die Kommission per» lanat die Auslieferung der hernach für über­zählig geltenden Geschütze. Der deutschen Regie­rung steht kein Weg mehr zu Gebot-, ihr Recht zur Geltung zu bringen. Sie muß sich der Entschei­dung der Alliierten beugen, legt aber gegen die Verletzung des Vertrags nacArücklich Verwah­rung ein.

Seitdem der Beschluß der Botschafterkonserenz gefaßt wurde, hat sich jedoch die Sage an der deutschen Ostgrenze wesentlich verändert. Die immer bedrohlicher lautenden Nachrichten über Nüslungen der Sowjetrepublik und die Zusammen­ziehung russischer Truppen gegenüber der deutschen Ostgrenze zwingen «dazu, die Gefahr eines Wiederaufkommens des russisch-pol­nischen Krieges und einer Bedrohung der deutschen Grenzgebiete nicht außer Acht zu lasen. Wenn in diesem Augenblicke die dort liegenden festen Plätze sämtlich aller Verteidigungsmittel beraubt würden, schwände die letzt: Möglichkeit, dem eindringenden Gegn-r Widerstand zu leisten. Die deutsche Regierung bittet daher die alliierten Regierungen, nickt darauf zu bestehen, daß Königs­berg, Küstrin und die Feste Doyen, die als vor­geschobene Posten dem ersten Ansturm bes Gegners standzuballen haben würden, sofort ent­waffnet werden. Sie bittet, ihr dafür bis zur Klä­rung der Verhältnisse im Osten Aufs ch u b zu gewahren. In Königsberg handelt es sich im ganzen um 390 Geschütze, darunter 298 schwere, in Küstrin um 168, darunter 100 schwere, in Doyen um etwa 20 Feldgeschütze. Ein Vergleich mit ähnlich wichtigen Festungen anderer Länder wird bestätigen, daß bieic Bestückung außerordent­lich gering ist. Sie stellt bas Mindestmaß dessen dar, was erforderlich ist, um an eine Verteidi­gung überhaupt denken zu können. Es darf daraus hingewiesen werden, daß die deutschen Truppen seinerzeit in Kowno 857 Geschütze, in Warschau rund 1100 und m Maubeuge 412 Geschütze vor­sanden. Die Befehle zur Ablieferung und Zer­störung aller übrigen Geschütze, soweit sie von der Kontrollkommi«sion nicht genehmigt finb, ergingen am 15. Derember und 20. Dezemb-r. Eine Ab­schrift der Note wird dem Vorsitzenden der inter­alliierten Militärkontrollköm Mission mitgeteilt.

Die interalliierte Kontrollkommission und die Reorganisation der Polizei.

Berlin, 28. Dez. (Wolff.) Die intcr- alliierte militärische Kontrollkommis­sion richtete unter dem 23. Dez. eine Note an das Auswärtige Amt, in der sie sich mit der Art, wie die Reorganisation der Poli­zei ausgeführt wurde, nicht befriedigt er­klärt.

Da die Reorganisation nack) einem Plane erfolgt ist, der bis i^S einzelne im Einver­nehmen mit der Kontrollkommission auf- gestellt wurde, muß angenommen werden, daß Mißverständnisse vorliegen. Das Auswärtige Amt ist damit beschäftigt, diese Mißverständnisse aufzuklären.

Lin Rückschlag.

Die Aeußerungen des französischen Mi­nisterPräsidenten L e y g u e s in ber Kammer­debatte kurz vor der Weihnachtspause haben in allen politischen Kreisen Deutschlands große Bestürzung und heftigen Widerspruch ausgelüst und werden im Reichstag nach den Ferien voraussichtlich noch einen lauten Nachklang finden. Man war durch den Ver­lauf der Brüsseler Wiedergutmachungskon­ferenz in eine versöhnliche Stimmung ge­wiegt. Man Tonnte erwarten, daß die fran­zösische Geistesverfassung sich zum Besseren gewendet und einer verständnisvollen Aus­sprache mit Deutschland zugeneigt sei. Ja, der Rücktritt des Kriegsministers Lesövre und die erste Erklärung seines Nack)folgers Raiberti, der Augenblick sei gekommen, die militärischen Lasten herabzumindern, ließen das Beste erhoffen. Da kam der Rück­schlag. Georg Leygues stand auf und sagte: Deutschland hat .Hintergedanken! Hätte er wenigstens gesagt:Ich traue der deutschen Regierung nicht", oder:In Deutschland sehe ich eine Rad)ePartei heraufkommen". Das wäre zu greifen und zu widerlegen ge­wesen. So aber stehen mir vor einer leeren Redensart und erhielten einen Peitschenhieb. Weiter sagte Herr Lehgues: Deutschland er­füllt foen Vertrag, aber es führt die Verttags- bestimmungen nicht loyal aus. Man könnte über diesen Widersprud) lachend zur Tages­ordnung übergehen, wenn es nicht die fran­zösische Regierung wäre, die uns durd) den Mund des Kabinettchefs und auswärtigen Ministers irgendwie ins Unrecht setzen will. Sollte mit dem Vorwurf der illoyalen Ver­tragserfüllung gesagt sein, daß Deutschland die wahnwitzigen Lasten des Versailler Ver­trages nur mit Murren und Protest trage? Das wird von uns offen zugegeben. Man kann Deutschland nicht zumuten, daß es, nachdem es um alle 14 Punkte des Frie- dens ohne Sieg betrogen wurde, nun freudig an die volle Erfüllung des unter grausamsten Martern auf gezwungenen Paktes herangehe. Wir sehen, wie dieser sogenannte Vertrag und seine illoyalen Verschärfungen uns an den Rund des Abgrundes drücken und sollen ihn freudig und eifrig erfüllen, wie ein gut­bezahlter Baulieferant, der bei seiner Arbeit ein'schönes Geschäft madit? Oder sollen wir .in Tränen der Reue zerfließen? Das könnte man von einzelnen verlangen, die etwa als schuldig gebrandmarkt sind, aber nicht von einem ganzen Volle (das zum allergrößten Deile den Krieg nid)t gewollte hat), auch nicht von einer Regierung, die spät nach -Friedensschluß die Geschicke ihres Landes zu letten hat. Also, was will man von uns, wenn wir den Vertrag nad) Kräften korrekt «erfüllen? Was hat es für eine Bewandtnis mit dem geheimnisvollen Worteloyal"?

Die Erklärung des Rätsels gibt der Zwischenruf Nudrö Tardieus, auf den der Ministerpräsident Leygues mit einer Bereitwilligkeit cingina, die vermuten läßt, daß es eine bestellte Störung war Tardieu erinnert an den Artikel 429 des Versailler Paktes und Leygues dankte für diese Anregung Artikel 429 regelte den Ab - $ug der alliierten Truppen aus dem besetzten Gebiet in 5, 10 und 15 Jahren, wenn Deutschland den Vertrag getreulich" erfüllt. Tardieu und Leygues wollten mm das Wort getreulich nicht ge­rade ihrem Begriffe loyal gleichsetzen, aber sie erlaubten fid) einen anderen Gedanken- jprung: Im letzten Absatz des Artikels 429 ist von den Sicherheiten die Rede, die gegen einen Angriff Deutschlands gegeben sein müssen, wenn man die Räumung des besetzten Gebietes nicht hinausschieben soll. Diese Sicherheiten, meint Tardieu unter der wohlwollenden Zustimmung des Minister­präsidenten, sind nid)t gegeben, weil der ge­plante Schutzvertrag 'zwischen Frankreich, England und Amerika nicht zustande ge­kommen ist. Hier liegt eine grauenhafte Ver- drehung von Wort und Sinn des Versailler Vertrages vor. Natürlich kann es sich in Ar­tikel 423 nicht um Sicherheiten handeln, die aus geheimen Abkommen ohne Deutschland hervorgehen, sondern mir um die durch die deuftcye Vertragserfüllung gewährleistete Sicherheit. Sogar ein französisches 'att, das Ech o de Paris", nennt den Advokaten­kniff Tardieus scl>onend eineIllusion". Aber daß dieser Kniff versucht wurde, daß er von verantwortlicher Regierungsstelle gebilligt, vielleicht sogar als parlamcntarifdye Wirkung bestellt wurde, das ist ein überaus trauriges

not in wachsender Stärke hervor Wenn auch die Kaiserin infolge ifrrcr zähen Konstitution die Anfälle bisher überminben konnte, wird doch die Widerstandskraft, zumal bei unzu­reichender "Nahrungsaufnahme, von Tag zu Tag sichtlich geringer.

Tie Rot ber österreichischen Staahkangcstelltrn.

Wien, 28. Dez. (WTB.) Wie btf1 Korrespondenz Herzog meldet, beschloß der Zentralverband der österreichi» schen Staatsangestellten-Verei­nigungen in einer Sitzung am 17. Dezenv ber einstimmig, mit Rücksicht auf die bis ausS äußerste gestiegene Notlage der Staatsange» stellten, an die österreichische Sektion der Rv- parationskommifsion mit der dringenden For­derung heranzutreten, hier raschestens helfend einzugreisen. In den Gründen wird il a. ge­sagt, daß die Gefahr bestehe, daß die Verwal­tung des Staates ohne Verschulden der Ange­stellten demnächst zusammenbrecbe, was gleich­bedeutend mit dem Ende des Staates sein mußte. Die Staatsangestellten wollen durch diesen Schritt die alliierten Mächte darauf aufmerksam machen, welche Gefahr nicht nur Oesterreich, sondern auch bei dessen Zusantz- menbruch den übrigen Staaten droht.

2111» Ocm welche»

Die BeanttenbeloDung.

Berlin, 29 Tez. In Verhandlungen zwischen dem Reichssinanzminifrerium imb dem Deutschen Beamtenbun^ wurde' einer Blättermelbung zufolge beschloßen, bie Fov- benmgen ber Eisenbahner dem RcickrsgrUackterauS- schuß zu überweisen, in dem Vertreter des All- gern inen Deut chen Gewerkfchaftsbundes. besDnck- schrn Bcamlenbunbes und des Deutschen Gewerk- schastäbunbes sitzen. Ter ReichsgutacherauLschuß wirb am 3. und 4 Januar in Berlin alle die Eisenbahnb:amten angehenden Fragen erörtern.' Tie Forderungen ber Eften bah narbei ter werden in Verhandlungen im ReichSarbeüsminifrerium erle­digt werden.

Berlin, 28. Dez. (WTB.) Die Reichsfinanz- Verwaltung hat die Anordnung getroffen, daß die nächfreGehaltszahlung der Beamten nicht erst Anfang Februar, sondern bereits vom 20. 1. ick erfolgt, damit ruckt über etwa einen Monat feit der vor Weihnachten erfolgten Zahlung des Januargehalts verstrichen ist. Wegen ber von den Organisationen der Reichsbeamten und Reichs- arbrtcr gestellten neuen Forderungen foll unver­züglich nach Neujahr im Reicks i-lanzmftisterium vor Eintritt in die Verhandlungen eine Aus­sprache über die Gesamt ituation mit Vertretern her beteiligten Kreise stattfinden Sonst verbreitete Nachrich'en über angebliche Beschlüsse der Reichs- mrnisterien enckehoen der Begründung.

Neu? Eisenbahntarife.

Berlin, 28. Dez. (Wolfs.) Nachdem der Unterausschuß des Sachverständigenbeirats der Reichseisenbahnen kürzlich ' der Reichs­regierung erhebliche Tariferhöhungen imGüter-undPersonenverkehrzur Deckung des Defizits im Eisenbahnhaushalt vor geschlagen hatte, wurden jetzt die Vor­arbeiten für die Aufstellung neuer Tarife begonnen. Sie sehen, derVoss. Ztg." zufolge, eine erhebliche Steigerung der Gütertarife und eine mäßige Steigerung der Personen­tarife vor. Vor dem Frühjahr ist mit dem Inkrafttreten neuer Tarife nicht zu rechnen. Zur Arbeitslosenkundgebung in Breslau.

Bres lau, 29. Dez. (WTB. Gegen den Kommunisten Klein aus Hamburg, der in der Arbeitslosenversammlung am Montag­nachmittag in Breslau auf dem Schloßplatz die Massen zu den gemeldeten Kundgebungen aufhetzte, wurde ein Haftbefehl wegen schwerenLaudfriedensbruchs erlas,en.

Zeichen bösen Willens und illoyaler Absichten auf Seiten eines Siegers, der uns um jeden Preis quälen Und ins Unrecht setzen will, weil er uns immer noch fürchtet. Unsere i Polizei ganz nach den getroffenen Abmachun- ~ dürfen die Antwort l gen umgcändert ist

Ergebnis fortgesetzt. Bei Zaate wurde geftern abermals ein Flugzeug aus Fiume erbeutet. Bis jetzt sind den regulären Truppen vier Apparate auf diese Weise in die Hände ge­fallen.

Triest, 28.Dez. (Wolff.) Der Bür­germeister von Fiume ersuchte den Befehlshaber der Divtsion von Abbazia um eine Zusammenkunft, die auf den 28. Dezember vormittags festgesetzt wurde. Hier finb an Leichtverwundeten 5 Offiziere und 78 Soldaten, darunter ein Offizier und ein Soldat aus Fiume, angekommen.

Rom, 28. Dez. Stefans. Heute vormittag sind der Leiter brr nationalen Verteidigung von Fiume, Venturi, und der Bürgermeister von Fiume in Abbazio mit Geneval Ferrario infam mengt1 fr-ol­fen. Ta bie beiden Delegierten der Re^ntsckaü die Verhandlungen eröffnen wollten, ohne sich über ihre Stellung zum Vertvage von Rapallo zu erklären, drückte General Ferrario in un-wci el- hafter Weife aus, daß die vollständige und rückhaltio'se Anerkennung des Ver­trages eine unerläßli'che Vvrbedi gmrg ieglicl«r Unterhandlmig fei. Daraus erbaten die delegierten bie Anberaumung eines neuen Zusammentrefsens aus den Nachmittag.

Berlin, 28. Tez. (WTB.) Von italienischer Seite wirb uns über die Fiumer Vorgänge eine zusammenhängende Dars.ellung gegeben, dir bis zum 27. Dezember reicht, und der wir folgendes entnehmen:

Das Vorgehen ber regulären Truppen kann in zwei Perioben geteilt werden: Verkündigung der Blockade und nnrflidjer Vormarsch, ivelcher im Gange ist. Der Vormarsch konnte nicht weiter hinausaeschoben werden, und eS war die Gefahr vorhanden, daß die Füunaner Legionäre d'Annun- zios lugoslawisches Gebiet betreten könnten. In ber Nackt vom 24. bekamen die regulären Truppen allseitig Befehl, vorzurücken, während Kriegssckifse des Geschwaders der oberen Adria in, den Gewässern Ziumes erschienen, sich jedoch auf eine Dmon- slration beschränkten. Gegen 5 Uhr nachmittags fanden oie regulären Truppen den er ft en e r n - ft e n 2B t b e r ft a n b. Nach kurzem Gefecht rückten die regulären Truppen die Eisenbahn entlang bis zu den ersten Häusern von Fiume vor. Eine Ab­teilung Alpini besetzte den Bahnhof. Die Truppen gaben sich bie größte Mühe, sowohl bie Häuser wie bas Leben ber Einwohner möglichst zu schonen. Währenb die meisten Einwohner migswoll in dm Häusern sich einschlossen, veranstaltete eine erhck- liche Anzahl Frumaner eine Sttaßenkundgedung zu Ehren Italiens und gegen die Torheit b'Annun- zios. Sie versuchte den Palast der Regentschaft zu erreichen, wurde jedoch von den Legionären zerstreut. Um V?12 Uhr abends war der Vor­marsch ber regulären Truppen beendet, und die Truppen hatten die Ausgabe unter Wahrung der Disziplin DoIIenbet, obschon ine Legionäre alle Widerftandsmittel anroe- betm. General Eaoig- l i a wollte, daß wenigstens der heilige Tag ohne Blutvergießen vor sich gehe. Daher stellten bie regulären Truppen jedes Unternehmen e n. Am 26. 12. wurden die Kriegsoperationen .m der aut» genommen. 2ie regulären Truppen rückten m die 5tobt, wo die Legwnäre lebhaften Widerstand lei­steten. An Bord des TorpdoiägersEspero", der sich aut feiten d'Annunzios beraub, brach eure Feuersbrunft aus und das Schift wurde vollstän- btg zerstört.

Der in Rom zusammengetretene Ministerrat beschloß. Geneval Caoiglia volle Freiheft zu lasten. Ueber ote innere Lage in Fiume gehen allerlei Gerüchte um. Wie man weiß, sind nickt alle Fiumaner d'Arrnun-io ergeben. Anderefrefts ist ein großer Teil bereü, sich mit d'Annunzio aut» zuopfern Es ist zur Stunde außerordentlich schwer, die Gerüchte zu kontrollieren. Tie italienische Presst berbirgt den tiefen Eindruck der traurigen .Ereignisst nicht, steht jedoch ^schlossen hinter der Regierung und General Eavigliu.

Paris, 29. Dez. (WTB^) Der Korre­spondent derEbicago Tribüne" meldet unterm 27.: Im letzten Augenblick erfuhr man, daß Landgeschütze die Stellungen der Truppen der Regentichaft im Norden von Fiume bombardieren und daß sich ein schrecklicher Kampf, Mann gegen Mann, in dem Vororte Susak abspielt, der fast voll­ständig von Jugoslawen bewohnt wird. Auch bei Cantrida und.Gartrana wird heftig ge- lämpft

170. Zahrgcmg Mittwoch, 29. Dezember 1920

/fcdrifclr v UM Zunahme von Lnzergra

* * - für die Tagesnummer v»

..ichenerAnjkigcr >

«w - - 5,aupstchrift!efter Auq.

Geneml-AnMger für Gberheffen -WM

Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vnch- und Ztetndrnckerei tt. Lange. 5chriftleitrmg, Seschüftrpelle und vrnckerei: §chulftratze 7. ®i