170. Jahrgang
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verschiedener Interpellationen und der Verwerfung des Notetats au den ReichshauShaltsaalsschutz vertagt sich das Haus auf heute nachmittag 3 Uhr.
Dar Programm der neuen Regierung.
Der erste Zusammentritt des neuen Reichstages sand an dem unseligen Tage statt, an dem mir vor einem Jahre den schmachvollen Frieden von Versailles unterzeichnen mußten. Die wichtigste Aufgabe der neuen Regierung wird es sein, unser Volk vor dem endgültigen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bewahren, der das Werk dieses Friedens sein muß, wenn es nicht gelingt, auf der Konferenz von Spaa unsere Gegner von ihren unsinnigen Forderungen zurücktreten zu lassen. Die Programmrede des neuen Reichskanzlers Fehrenbach mußte unter dem Druck dieser Verhältnisse von einer gewissen Resignation überschattet sein. Die neue Regierung stellt sich einmütig auf den Boden der Verfassung und nennt sich eine Regierung der Versöhnung und des Ausgleichs der Gegensätze. Wir werden auf das äußere und innere Programm im । Einzelnen noch zurückkommen.
Berlin, 28. Juni.
Reichskanzler Fehrenbach gab in der heutigen Sitzung des Reichstages u. a. felgende Erklärung der Regierung ab:
Der ernsten Verantwortung, die wir dem deutschen Volke gegenüber auf uns nehmen, sind wir uns vollkommen bewußt. Die Schwere der uns erwartenden Aufgaben entspricht den außerordentlichen Schwierigkeiten, die bei der Bildung dieses Kabinetts überwunden werden mußten. Wenn die Regierung trotzdem entschlossen an ihr Werk geht, so tut sie es in der Zuversicht, daß das hohe Haus von deni gleichen Verantwortungsgefühl beseelt ist, das ein durch gegenscktiges Vertrauen getragenes Arbeiten ermöglichen und nach Kräften för-
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Was uns jetzt vor allem inottuf, ist Ralfe und I unter Zurückstellung aller
Ordnung in unserem StaatsLeben. Tie ReglQNNg essen zu gunsten ^Großem g^fter,
appelliert, deshalb an das gesamte I
GietzenerAMger
General-Anzeiger für Oberheffen
Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druderei: Schulftrahe 7.
Bei der Eröffnung der Sitzung um 3 W . nachmittags weist das Haus bei weitem mcht mehr die Fülle des Vormittags auf. Auch dre Tribünen zeigen gmoße Lücken. . _ O1/
Präsident Lobe eröffnet die Sitzamg um 3y4 Uhr und erteilt das Wort dem Abg.
Scheidemann (Soz.), der erklärt, er wolle kurz sprechen und W, daß sein Verspiel auf die weiteren Beratungen des Reichstages einwrrken werde. Tie Erklärungen der Regierung ließen freilich manches vermissen, Nxrs ferne Partei gern gesehen hätte, aber im allgememen könne man mit dem Programm einverstanden sein, ^re guten Absichten Fehreirbachs, die Rernheit fernes Wolfen- ständen für ihn außer jedem Zweifel. So habe er auch das feste Vertrauen zu ihm, daß-er mit ferner ganzen Person für den Schutz der Beratung enr- steheu werde. Tas Kabinett werde seine Parier aus seiner Seite haben, wenn es dem (heute gekenlr- zeichneten Pwgramm der Arbeiterschaft gegenüber treu bleibe. Ebenso werde es sie zum Gegner haben, Wenn es jemals die Bahn verlaße, mrs der allein eine bessere Zukunft des deutschen Volkes zu erhoffen sei. Wenn jetzt zum ersten Mole dre Sozialdemokraten im Kabinett nicht vertreten seien, so lei das allein der Politik der Unabhängigen zu danken. Fortwährend von Zwischenrufen untcr- bwchen, 'hält Redner mit den Unabhängigen Abrechnung, denen er Eigensucht, .Kurzsichtig lett und Verblendung vorwirst, die zur Zersplitterung der Arbeiterschaft geführt hätten. Er ivarnt vor jedem Versuch der Heckeiführung gewaltsamer Umwälzungen. Sodann wendet er sich an dre Deutsche Volkspartei, die er davor warnt, den Lockungen der äußersten Rechten zu folgen. Er wirst ihr skrupellose Führung des Wahlkampfes vor. Er entwickelt hierauf das Programm ferner Partei Er fordert vor allem die Aufhebung, der Militar- oerichtsbarkeit, die namentlich im Hinblick aus das Marburger Urteil als eine Schmach empfunden werde^,Redner bedauert, daß die Ausführungen des Kanzlers über die Sozialisierung so mimofenhan geblieben seien und verlangt die Beseitigung des Großgrundbesitzes. In der auswärtigen Pol't.k sei es Pflicht der Regierung, die Welt von un eren friedlichen Absichten zu überzeugen, auch Rußland. Deutschland müsse es ernst sein, seine Pflicht zu erfüllen. Nur die internattonale Solidariwt oes arbeitenden Volkes könne die Wimden des Krieges heilen. Das sage er auch den Männern, die in Spaa unsere Interessen wahrzunehmen haben. Diese könnten auch die Ueberzeugung mit sich nehmen, daß sie in diesen Tagen das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit hinter sich habtti, wenn sich auch vielleicht später die Wege scheitln wuc- 1 tzen. Die augenblickliche Verirrung der Arbeiterschaft, die sich in dem Wahlergebnis widerlpiegele, werde sich wieder geben. Dann werde auch die ' Stunde für den Sozial^mus schlagen. .
Abg. L e d e b o u r (USP.) erklärt, feine Partei habe den Eintritt in die Regierung abgeleynt • weil die Wahl klar bewiesen habe, daß das Volk ; die Koalitionsparteien verurteilte. Die llnabhmigi- gen würden ihrer ganzen Vergangncheit ms Gesicht schlagen, wenn sie einer solchen Koalition sich angeschlossen hätten. Alles was die W heitssozialisten sich aus der Koalition auf den Hals geladen hätten, hätte dcum seine Partei mit ausbaden sollen. Als dann die Koalition unmöglich wurde, hatten sich die Mehrheitssozialistenaufs neue an die Unabhängigen gewandt. Selbstverständlich hätten dann diese ihre Forderungen gestellt (Zuruf: Ihr wäret ,a die Minderheit!) und sei das sozialistische Kabinett gescheitert Seme Partei stehe auf ihrem Programm, das ihr fünf Millionen Sttmmen verschafft habe. Er gebe zu, daß einzelne Mitglieder seiner Partei attveichende Absichten bekundet hätten. Darauf komme es aber nicht an. Das Parteiprogvamm sei bindend und daran halte auch die Reichstagsstattron fest. Die Einigung im Proletariat sei frellich auf dem Weg aber nicht auf dem Weg über das Parlament. Der Kampf gegen die Reaktion werde das emigende Band bllden. Dann werde auch der Tag kommen, wo die Mehrheitssozialisten wieder Hand in Hand mit ihnen gchen würden. Redner kommt sodann auf die Kanzlerrede zu sprechm, ans der er nichts greifbaves entnefymen könne. Er erinnert an die noch l>eute besehenden Lüttwitz- wtb Kappleute. Was sei gegen die Offiziere geschehen, die aus der Seide des Kapp-Pkutsches gestanden hätten? Statt die Truppen auszulosen, würden ihnen Fahrkarten in die Heimat gegeben gleichzeitig aber Rückfahrkarten, em Beweis, daß eine militärische Nebenregierung im reaktionären Sinne mi der Arbeit sei, die starker sei als 'M Regierung. Demgegenüber müßten die, Arbeit^ sich rechtzeitig auf den Genenck streik em richten. Wcmn der Kanzler in der Arbeiterfrage die Politik der bisherigen Regierung fettsetzen wolle, w et den Arbeitern damit nicht gÄxvent, denn die alte Regierung sei ihnen so gut wie alles sck/uldig geblieben DaS Kabinett wolle Ruhe und Ordnung. Wenn der Reichskanzler die Zwangswirtschaft nur in gewissen Grenzen weiterfühven wolle, so sei er oimit nicht eruverstmidm. Die Zwangsimrtschaft müsse im Gegenteil aufgegeben und alle Vorräte in Staatsbesitz genommen werden. Ledebour fordert werter Sozialisierung des Großgrundbesitzes und des WPHmmgÄveseus. Tas Pvoletarrat wecke seine Fordermrgen mit immer größerer Energie geltend machen und jedes Mittel wähl-en, das es fernem Ziele näher bringt. In Spaa wecke der Reich,- kanzler jedenfalls den Verbuch machen, eine Mllde- ning der Friedensbcdingungen durchzusetzen. Ernes der betten üllLrLüMugLmittel hterUL würde dre
Aufhebung des stehenden Heeres fein. Wir könnte^ aber nicht erwarten, daß die herrschende Klasse der Westmächte dem entsprechen werde. Das könnten nur die Arbeitermassen aller Völker emfchlletz- lich Amerikas tun. Unsere Arbeit ist es, diese Massen in unserem Sinne zu überzeugen. Nur aus der gegenseitigen Verbrüderung der Volker ist ewiger Friede möglich. Am Schluß ferner fRete trat Ledebour für Friridenssschbuß mit Rußlmo und Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen mit Rußland ein. Dazu werde seine. Partei gern mfthelfen.
Abg. Tr. Herg'ht (D.-Ntl.) bespricht due Presseäußerungen der Koalitionsparteien, toelche den Ausfall der Wählen als eine Dumniheit der Wähler bingestellt hätten. Er schckdett sodann die Verhandlungeu über die Regierungsbildung, die wie ein kalter Wasserstrahl auf die Wähler gewirkt hätten. Aber wenn man sich an die Regierung der Demokratie von >1917 erinnere, daß fein Reichskanzler ohne vorherige Verständigung mit den Parteien ernannt wecken dürfe, frage man sich doch, Ttw sei das alles geblieben. Es sei da em gewisses Gefühl der Abstumpfung gekommen, daß man sich sage, das sei einleuchtend. Man habe so den Eindruck eines Handelsgeschäftes sttach itöer Revolution kommt ein Rückschlag noch rechts. Tas sei auch heute der Fall gewesen. Klar fei es eben falls, daß im deutschen Parlam^it nur eine Koalitionsme'hrhett möglich sei. Wenn sich der Kanzler Müller erst an die Unabhängigen wandte, so sei das nach dem Ausfall der Wahlen erklärlich. Glücklicherwelle hatte d« Antwort der Unabhängigen die Sache klargelegt. Die Unabhängigen sind gegen jede Demokratie unu gegen jede Koalition, also gegen tue Verfassung. Mr sie gilt die Diktatur des Proletariats. (Protest. Zuruf: Sie selbst sind gegen die Verfassung!) Solange ich Vorsitzender her Deich ch- nationalen Partei bin, wird sie auf dem Boden der Verfassung stehen. Was Ideologen von den Mehrheitssozialisten erhofft hätten, treffe nicht em. Die Mehrheitssozialisten sagten sich von der Koalition los. Damst hätten sich die Mehrheitssozialisten als zu jeder positiven Mitarbest unfähig erklärt. Die andere Lösung war e*m gesamtbürgerlicyes Kabinett, worüber wir keinen Zweifel gelassen haben Das Volk schreit nach Autorität. Die Demokraten wollen aber nicht mit uns zusammen arbeiten; deshalb haben sie unser AufbaUpwgramm aar nicht einmal angehört. Der T^utschen Volkspartei mache er zum Vorwurf, daß der Abgeordnete Heinze gleich zu Beginn der Regierungsbildung die Waffen gestreckt habe. Den Wählkamps haben wir ©eite an Seite geführt, weshalb Heinze sich zu uns bekennen sollte. Die Regierungsbildung ist ein Verlegenheitsprodutt, zwar bürgerlich, aber mit einer starken Neigung nach links. Wir wecken , uns abwartend verhalten, aber uns nicht binden. ! Die Hauptsache bleibt die Konferenz von Spaa, deren Programm leider noch nicht bekannt sei. Redner dankt der Regierung für ihre guten Ab- . sichten. Gegenüber der Landwirtschaft bitten wir, sie vor dem Terror der Landarbeiter zu schützen.
: Seine Partei wolle der Regierung kem Miß-, trauen»t>otum, aber auch kein Vertrauensvvtunt
gleichgültig ivelcher Parteirichtung. Führen ttnr den schrecklichen Krieg nicht fort im Innern, nachdem er an den Grenzen des Reiches «nfegetobt t»t. (Zurufe bei den Unabhängigen: Das tagen Sw nur der Rechten!) Tem Appell an die Gewalt muß und Wick die Regierung unparteiisch.nad) allen Seiten tatkräftig entg.gentreben und leben Versuch einer gewaltsamen Umwälzung, wöher er auch kommt, niederkämpfen. Auf den Grimdmanern der Verfassung von Weimar soll der Aufbau des inneren Staatswesens toeitergeführt werden. Dre Regierung wird sich dabei von dem Ge^rchtspuntte leiten lassen, daß den Ländern im Jiähmen des Reichsrechtes Freiheit der Entwickelung Mwahrt und geschaffen werden soll. (Beifall.) Einer Ueberspannung der Zentralisation werden wir uns widersetzen. Die Reichsregierung und das deutsche Volk hegen die feste, unerschütterliche Zuversicht, daß bei der bevorstehenden Abstimmung über das zukünftige Schicksal von Teilen Ost- und Westpreußens und von Oberschlesien die durch Jahrhunderte bewährte deutsche Gesinnung der Bevölkerung den Sieg unterer gerechten Sack)e verbürgt. (Lebhafter allgemeiner Beifall.) In ähnlichem Sinne gedenken wir der Bevölkerung von I Eupen und Malmedy. Die Durchführung der Neuorganisation dec Reichswehr wird dazu führan, die bedauerlicherweise entstandene Kluft zwifchM Volk und Heer zu überbrücken. (Zustimmung rechts, Zwischenruf links: Fort mit der Reichswehr!) Fehrenbach fortfahrend: Handel und Verkehr, Gewerbe und jede Arbeit sind durch die unausgesetzte Entwertung des Papiergeldes und den 1 ich daraus natürlich ergebenden Lohnkämpfen auf das ernsteste gefährdet. Dieser Gefahr muß begegnet werten. Mit allen zu Gebote stehenden Mitteln werden wir unser Volk vor dem Zusammenbruch unserer Volkswirtschaft und der Staatswirtschaft bewahren. Darum muß die ©anierimg der Finanzen des Staates mit allem Nachdruck gefördert werden. Wenn sich die neueröffneten Einnahmequellen ent- sprechend den Beurteilungen entwickeln, wecken an Steuern 24 Milliarden eingehen, darunter allerdings 3 Milliarden einmalige Steuern. Aber trotz dieser Steuern ist ine Last der Staatsschuld eine ganz bedeutende. Mr sind also noch nicht zu Ende mit unseren Rrefermar beiten auf diesem Gebiete Die Post rechnet Mit einem Defizit von nahezu einer Milliarde, die Eisenbahnen mrt mehr als lo Milliarden. Hier muß unbebmgt Ml«
wecken. Weiterhin muß unsere Volkswirtschaft durch die Wiederbelebung unserer Gütererzeuglmg gefördert wecken. Unsere einzige Rettung liegt m der Steigerung unserer Erzeugung, die mit allen Kräften unterstützt und gefördert werden muß. Unsere Ernähr ungÄage ist nach wie vor sehr besorgnis- err>- -Np Für die Aufrechterhaltung unserer Er- I (nu "cken wir auch weiterhin auf größere I Zuftchstttnta.., -an Auslände angewiesen sein. Wol-
dern wird. .
Nachdem dann der Kanzler der alten Regierung unter großem Beifall des ganzen Hauses den herzlichsten Dank des deutschen Volkes ausgesprochen hatte, .fuhr er fort: Das Programm der neuen Regierung, das ich Ihnen nunmehr unterbreite, ist entsprechend unserer Verfassimg das ErockniS ehux sorgfältigen Beratung des ganzen Kabinetts. Höchst erfreulicherweise ist babei eine vollkommene Ueberernftimmung sämtlicher Mitglieder des Kabinetts zutage getreten. Die Konferenz von Spaa steht nunmehr unmittelbar bevor. Sie gibt mir Anlaß, zunächst einige Worte zu sagen über die auswärtige Politik. Alle unsere Beziehungen zum Auslande stehen unter dem Zeichen des Friedens Vertrages von Versailles. Tie Lasten, die dem deutschen Volke durch diesen aiiferlegt sind, sind unermeßlich groß ...-------.
und in ihrer vollen Schwere kaum richtig zu er-1 ten -Otv>nöbr ^aftliche Wiedergesillidung, so ge- . flennen. Nachdem Deutschland den Vertrag an-I nügt nicht, ” fr auf den bisherigen dürftigen , genommen 'hatte, bunte die Regierung, solange ,ich Rationen ftehm MMn. UnsrrBesrreben muß daher , die bisherigen Feinde nicht zu erner Aen^rung l in nächster Zukmift darauf gerichtet sein, eme größt- , des Vertrages herbelließen, keine anderen Richt- möglichste Steigerung unferer Zufuhren zu er- linien in der auswärtigen Politik aufstellen, als reichen. Bei dieser Gelegenheit muß ich ten ttefften diejenigen, die eingegangenen Veckflichtnngra voll-1 Dank unseres Volkes den ^hochherzigen ausländischen auf zu erfüllen, soweit dies in ihrer Macht lag, Menschenfreunden ausdrücketi, die täglich Tausen- besonders in der Herabsetzung der Heeresstärl^, den ton chmgrigen deutschen Kindern Speise ver- sonsttgen Abrüsttmgsmaßregeln und der Wiedwgut-1 nhreickxen.
Das »t*=r Ernährung llingnähme nicht beeinftußt. Wenn Verblendete und I unsche Lauboirtschaft. Der Wiederau^au her tanb' Uuversöhnliche diesseits und jenseits der deuffchen wirtschaftlichen Produktionskräfte fft erne erste Grenzen die d-eutschen Leistungen herabsetzen, so Voraus,etzungen für i^n. ^dercmfbau. Dien wird es die vorn-chmsw Aufgabe der neuen Regie- Regierung wird alle ^äralen und wirtschaftliche rang sein urkundlich darzulegen, was wir bereits Maßnahmen ergreifen, um die Kohlenförderung Stet abgetraten und hin^geben haben. Wenn sicher zu stellen. Das un ^Jntevesse ber Bo®- tratzdeni' nickst alle Bertragsbesttmmungen nach dem gemeinschast beantragte ^ralift^gsgefetz^ms-- Wortlaut des Vertrages durck^gefü'hrt worl^n ftnd, besondere sv liegt das nicht an dem bösen Willen Deutsch- fthaft, wird loyal durchgefuhrtwerst«n. Jj^tu lands, solchem in den V-fthältnissen, die ftär- Erfolg ieder. Sozialiiierung soll eine -^iZrnng ta .als sein guter Wille. (Sehr! der Produktion tzn., Dw Reg«rung
richtig ) Zu dieserl Umständen gehören in erster lckhaft, daß glerchzE mtt d)t i^r AeichÄmck Lütte das tiefe Mißtrauen, das btt unferm f^oftönit ferne .^trn b^t AÄ de^Du^ nem auch heute noch gegen Deutschland hmscht. fuhrung der sollen ^^en hall d«Ee (Sehr gut.) Wir werden es als unsere vornehmste gierung feftv mirb nötig
Aufgabe betrachten, der verhängnisvollen Wechsel- Passung, an die Verhalckisfe wird nong
Wirkung, die zwischen dem Mißtrauen der Gegner sein. Die Regierung denk^. dcchei vor: allrni an^mne und dem Mißlingen der Erfüllung der vertrag- R^aufstellun^ ^hnklaffen und eme Ji uw liehen Bestimmungen besteht, ein Ende zu machen, setzung der. dettra^ sp indem wir alle unsere früheren Gegner davon Leistungen der
ante Deutsche jetzt nur das Losungswort^ennt: des Heimstattengefetzes.^chn Lnfästup an oie grave Deutschland muß durch ftiedliche Arbeit und gutes Rttchsverwrgung> der Kriegs^schädigten soll auch mit bSt llaißroöHern wiedL in die EiitschädiMiig derer g^rdii^^dew die durch die <ößhe kommen Wir sehen einen Fortschtttt ttne kriegerstche Handlung irgendwelc^n korptt-
einsamen Wiederaufbaues zwischen deii Betei- Lebens und der ipeinnoyeir oer aroiicer peruruei LÄ^Ehr mündlich besprochen werden sollen, sich ebenfalls ein Gesetz m^Bockereitung. Dve Neu- 2B.ir können dieser Besprechung aus sehr begreif- orbnimg der sozialen "^vndergerichtsbarkett ist lichen tzttünden nicht vorgrttfen. Jü der inneren ebenfalls in Bearbeittoig. Er hoffen zuversichtlich Politik ist unsere vornehmste Sorge der Wiederauf- mit dem Ausbau der Arbeittrverttetung ttne neue bau des zusammen gebrochenen Vaterlandes. Diesen imchtige Etappe zuruckzulegencnif dem Wege zur arf dein Boden tfer bestehenden republikanischen wirr, chaftlichen undsozialen Rundung und Wie- Stoalssorm tatfräftig weiterzufühcen, wird der un- derausrichtungUnseres ^aNMeiigebrochenen V^er- umstößliche feste Wille der- Regierung fein. Alle landes. Es ist der ehrliche uiid imfrichtige Wille Seien fordern mir auf, verfassungsrechtliche der Regierung, nicht gegen die Arbetterscha^son- Mmpfe zurücktreten zu lassen. Wir iWn auf dem dern für fte und mtt ihr zu regieren (Lebhafter Boden der politischen Gleichberechtigung aller Deut- Btt fall.) Wir tollen eine Reg^Mg der Versö^ Smlehnen daher jeden Versuch der Aus- ming, des Ausgleichs der gegötf^e. fem und ridytmia einer Klassenherrschaft oder die Bewilli- richten an das deutsche Volk den Aufruf, alle ver- Än &Mto an eine Klasse ab. (Unruhe fügbaren $um
S Sen UnabTangig-n. Beifall rechts ) Unser Zi.-l landes anzuspomen. Uns hat nur das Bewußtsein ist ttne Politik der Versöhnung (Unrühe unb unferer^Ur^^t gegenüber
HuiS bei^n Unnb'öängigi W und des Ausglttchs I ferem Vaterlande an diese Stelle gesetzt. Der Kan - chffstoMsc^m, sozi.illru und kulturellem Gelttet. ler schließt: In emer Zeit bet 9tot “«b Moen- TesS Enpwn wir jeden Klassen- und Rassen- schwersten.^tsche^n tret^w vor den dm^ tzaß, jede soziale und xeli-rivfe Kergttvaltigtlli^ lÄM ReiMtag. GemttüstM Voll« ichaven
Die Entente-Noten
zur Entwaffnung Deutschlands.
Berlin, 28. Jüni. (WB.) Amtlich. Die dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation ut Patts übermittelten drei Noten über die Entwaffnung haben hi Ueberfetzung folgendwi Wortlaatt:
*1 J-m Namen der alliietten Machte beehre ich mich, Sie zu bitten, der deutschen Regierung folgende Note zu übermttteln:
Die alitierten Regierungen haben mit dem größten Bedauern die Langsamkeit und den Mangel an gutem Willen festgestellt mit dem die deutsche Regierung an die Ausführung,der Bestimmungen des Fttedensvettrages über Landheer^ Luftfahrt und Mattne herangegangen ist
Am 21 3uni, nach Ablauf von beinahe sechs Monaten sttt Fnkrafttteten des Fttedensvettrages, sind die wichtigsten dieser Bestimmungen noch unausgeführt oder unvollständig ausgefuhtt. So kommt es, daß das stehende H-eer soeben.erst.auf 200 000 Mann zirrückgesühtt worden ist eme Zahl, auf die es am 10. Aprll hätte gebracht sein müssen, und daß feine Gliederung mit der im Friedens- Vertrag vorgesehenen nicht im Einklang steht: daß kttnerlei Gesetz erlassen tvorden ist, um m Deutschland ein dem Friedensvertrag entsprechendes Hekr- wesen ttnzuttchteii: daß durch den Berttag. verbotene militättsche Formationen, wie die Sicher- htttspoliztt und die Einwohnerwehren, trotz ttne- derholter Aufforderungen noch fottbestehen; daß die Zerstörung des Kriegsmatettals, die am 10. März hätte beendet fein sollen, noch nicht zut .Hälfte durchgefühtt ist, und daß die Ausfuhr von Waffen iiftd) dem .Auslande Lndo^tt,
ausstellen. _. _ y ,
Minister des Auswärtigen Simons legte dar, .daß die französisck>e Note ani 25 ds. Mts. eingegangen und von ihm am 26. Ium bei feinem Amtsantritt vorgefunden wurde Die mit der Bildung des Kabinetts und dem Entwutt des Pro-, gramms verbundenen Arbeiten hätten die Veröffentlichung verzögert, die morgen erfolgen werde
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr nachmittags, Interpellationen und Fortsetzung der heutigen B- ratung. Schluß Vs? Uhr.
Die Verhandlungen in Spaa.
Berlin 28. Juni. (WTB.) Wie heute int Aeltestenrat des Reichstages mitgeteilt wurde, werden an den Verhandlungen in Spaa voraussichtlich der Reichskanzle r, de r Minister des Aeußern und der Reichsfinanzminister teilnehmen.
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Der Siehener Anzeiaer erscheint täglich, außer Sonn, und Feiettags.
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poftscheckionto: lsrankfnrt a. M. U686
Dienstag, 29. Juni s920 Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigern). 34 mm Brette örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platzvorschrift 20°/9 Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Veranttoottllch für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.


