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^Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 10

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chts gehört?

(Forietzung felgt.)

Die Gräfin.

Roman von G. W. A p p l e t o n.

in ihr Glas.Das nrirb Ihnen einen prächtigen Schlaf bringen, imb morgen früh werden Sie wieder ganz gesund und so frisch wie ter fnnge Tag sein." Ta saß sie denn in ihrem Vttte auf und seufzte, aber sie nahm die Medizin folgsam wie ein Lämmchen ein, und sagteGüt' Nacht", und ich liefe sie allein. Ibtb iw ich heut morgen mit einer Tasse Toe hinaufgch? und mir schon denke, sie voller Gesundl-eit anzutr'ffen, und sehe, daß das Bett leer ist, und nirgends auch nur 'ne Spur von Hrr finde, da hab' ich gezittert ane Espenlaub. Das können Sie mir glauben, ÜKrr Tvkwr! Sie hätten mich umblasen können, fe schwach war ich!

Und was ich nich verstehen kann, mischte fttb Mimms radier ins Gespräch, das ist das: du Haustür war verschlossen und verriegelt, ganz ge­nau so wie ich sie verschlossen hatte, als im gestern abend nach Hans Kam. Und das gleiche war mit der Hintertür der Fall. Auch Dann sie nich durch die Fenster gestiegen s'.in, da sie beide auf der Innenseite festgemacht sind, und von den Kamin»n zu reden, wäre dummes Zeug. Wie nun m all'r Welt, Herr Tvkror, hat sie das .Haus verlassen können? Tas is mir unverständlich und bringt mich noch ganz aus dem HäuschQi, Herr Doktor, das dürfen Sie mir glauben!

Das glaub' ich auch, erwiderte ich. Gs ist ganz fett dm. Haben Sie während der Nacht gar

Die paar Stufen zum Gartentor eilte ich so schnell hinab, daß ich einen VLaun überraschte, der auf der entg genges'.tzten Straßenseite unt -r einer Gaslaterne stand und offenbar mein Haus sorgfältig betrachtete. Er roar in einen langen Pelzmantel aehü It; seinen Filzhut hatte >r tief in die Stirne g.drückt, und auch ganz im allge- weinen ra r ich nach Mimms' Beschreibung über­zeugt, dafe der Mann kein anderer war, als der- Kmge, welchen er aus Pontifex Squor 19 hin- misgeraorfen hatte.

Augenscheinlich überrascht durch mein plötz­liches Erscheinen, entfernte n sich eilig, zu meiner Erleichterung in der bem Brfese-asten mtgegengeleb­ten Richtung. As ich diesen erreichte, war -ben ein Postbeamter damit beichäfttgt, den Inhalt des Kastens in seine Ledertafche zu nitbeien. Daker händigte ich ihm das we trolle Srl)riftstück ein rmd kehrte eilends wieder nach Haus-.' zurück Auf diesem Weg^' begegn-te ich keiner Seele.

Ich nrufe geilckien, biß mich der Zwischenfall einigermas-en (vunrul.igte. Alle ntdru- Zw ne! an der Wichtigkeit des SclZüststücks, fcvffen ich mich eben glücklich ent.ebigt h tte, nxiren mitinem Schlage verwogen. Auf ieb<»n Fall steckt'' etwae

über fest, Safe die LlnMrlsgenheit noch nicht er­ledigt war, weil man von der Karwffelsbelle in Bensbeim noch Aufklärung erwartete, durch Ar beitsüberhaufung war man nicht früher zur Er­ledigung gekommen. Tas letzte Vorkommnis habe nun zur Sofortigen Suspendierung des W. geführt, l-eidcr haben sich die meisten Anilagepun'kle gegen W. als richtig erwiesen, die Klage schwebe wch Auf keinen Fall habe aber Millster Tr. Fulda auf den Gang der Untersuchung in irgend einer Form einen Einfluß ausgeübt. Minister Tr. Fulda verwahrt sich entschieden gegen die ihm unterstell en Beschuldigungen.

Eine Reihe von Zeugen bestätigen unter di-e kaum glaublichen Vorkommnisse in Lampen- hdm und die Tatsache, daß weder das Kreisamt rn Bensheim, das einfach die Akten tveii ergab noch die Gendarmerie in Lampertheim energischer

vvrging, ließ in Lampertheim allgemein die Ver­mutung cmfüommen, daß Minister Tr. Fulda den W. unter frühe, ponst könne er aus die Tauer nicht fe rückichtsios toetcffxnifen. Ter Ange.lagte Dr. Z. erklärt, daß er nur int Interesse der Mge- meinl?eit gehandelt habe, ohne die Absicht, den Minister zu beleidigen. Ter Minister le'hnt aber wegen der Schwere der Beleidigung ben Vergleich ab, den der Vorsitzende vorschlug. Der Vertreter der M'llage beantragt in seinem Plädoyer eme Geldstrafe von 500 Mark, wozu die nicht unerbp lichen Kisten kommen. Der Verteidiger des An-

Ein Schreibe« de» Abg. Grünewald.

Wir haben in unserem Bericht in Num­mer 73 über eine demokratische Parteiver­sammlung in Gießen auch eines Briefes des Abgeordneten Grünewald Erwähnung getan, der vom Vorsitzenden der Versammlung vor­gelesen worden war. Herr Justizrat Grüne­wald ist der Meinung, unser Bericht könnte so aufgefaßt werden, daß er mit der Unzu-- friedenheit einverstanden sei, die gegen Re­gierung und Parlamentsmehrheit bestehe, und er «bittet uns darum um vollständigen Ab­druck seines Briefes. Wir kommen diesem Wunsche hiermit nach:

Ich hätte gerne der heutigen Versammlung beiaewohnt, darf aber vorläufig das Haus noch nickt verlassen, nachdem ich neuerdings wiederholt erkrankt war. Ich freue mich sehr, daß unsere Partei dazu beiträgt, Aufklärung in bi? Bevölke­rung zu bringen. Sie hat sie bitter nötig. Im vorigen Jahre habe ich an ben Herrn Rektor einen offenen Brief gerichtet, in dem ich dringend mahnte die Weimarische Regierung zu stützen und in ihr, gleichgültig von welchem Parteistandpunkte aus. den einzigen festen Punkt zu erbieten, an der fick unser politisches und wirtschaftliä)es Leben wie­der aufrichten kann. Am 19. November 1919 habe ich ebenso eindringlich gebeten, man solle die An­griffe auf die Regierung und auf die Parlaments­mehrheit unterlassen und man solle nicht glauben, daß eine andere Regierung nun plötzlich die Krank­heiten heilen könne, an Denen un)er Volk leidet. Alles vergeblich! Mehr als irgendwo im Reich- Hat man sich in Gießen darin gefallen, auf die Parlamentsmehrheit, auf die Regierung, auf die Juden, auf die Steuern zu schimpfen, nach Neu­wahlen zu rufen und man hat ganz gewiß dazu bei getragen, den Nährboden zu schaffen für die Ge­

dankengänge, die in den Köpfen alldeutscher Fana­tiker und kurzsichttger Militärs auftvuchsen und zu den Verbrechen geführt haben, das die jetzigen Vorgänge zur Folge hat.

Heute vor 14 Tagen bin ich von Berlin zu­rückgefahren, noch erfüllt von einer Unterredung, die ich mit Herrn Schiffer hatte, und in der er mir außerordentlich viel Tröstliches und Erfreu­liches über unsere innere und äußere Lage mite geteilt hatte. Einen Tag später brach das Unglück herein, für welches ich Iden verantwortlich halte der sich an der Hetze gegen Misere verfassungs­mäßige Regierung beteiligt hat, Alldeutsche, Vater - lanbsparteller, Deutsch-Nationale und auch einen großen Teil der Deutschen Bolkspartei. Möge es uns gelingen, auch diese schwere Prüfung zu be­stehen und möge die deutsche Demokratie, von der nach meiner innersten lieberzeugimg einzig und allein bas Wo^ unseres Vaterlandes abfyängt, ge­kräftigt aus diesem Kampfe hervorgehen.

Wir haben über dieses hier berührte Thema wiederholt auch unsere Auffassung den Lesern vorgelegt, und wir sind der Meinung, daß der Wunsch nach Neuwahlen, der von rechts wie von links in der Nationalversamm­lung vorgebracht worden war, von der Re­gierung und den Mehrheitsparteien hätte er­füllt werden sollen, gerade um Putschstim­mungen und politischen Gefahren vorzu­beugen.

Eröffnungsfeier des Liebig-Museums.

Die Erhaltung einer weltberühmten Kultur­stätte ist nicht nur eine Aeufterung der Pietät für einen verstorbenen Geisteshelbe t, sie ist vielmehr, besonders in jetziger Zeit der Regenration unseres armen Boltes, geradezu eine unbedingte Notwen­digkeit.

Die Gesellschaft Lisbig-Vkuseum, vortrefflich geleitet, hat sich ein unsterbliches Verdienst für die Förderung einer Wissenschaft, die für Stadt und Allgemeinheit von größter Bedeutung ist, erworben. In letzter Zeit verteilst die Gesellschaft zum An­sporn für chemische Arbeit für dve Fugend Preise von Bolharbs Biographien, ferner jährlich eine Plakette für Verdienste um die Geschichte der Che­mie. Die Volksvorlesungen naturwissenschaftlichen Inhalts sind gevadezu als eine Erbauung für uns zu bezeichnen.

Kein Wunder, daß die Eröffnungsfeier einen glänzenden Verlauf nahm. In der neuen Aula leitete die Regimentskapelle mit der Ouvertüre aur Oper /Don Juan" die akademische Feier würdig ein. Hierauf begrüßte der Rektor der Lanbesuni- versität Prof. Dr. Kalbfleisch im Namen der Ludovieiana die erschienenen Gäste aufs herzlichste. Nach Erwiderung derselben von Seiten der Ge.ell- schaft Liebig-Museum vertreten durch Geheimrat Prof Dr. Sommer, überbrachten Herr Präsi­dent des Lau besamtes für das Mlbunc^wesen Dr. Strecker die Glückwünsche der Negierung, Herr Oberbürgermeister Keller die Grüße der Stadt, Geheimrat Prof. Wöhler die Glückwünsche der technischen Hochschule Darmstadt. Alsdann fanden die offiziellen Festreden statt, die tote folgt verteilt waren: 1. Geheimrat Prof. Dr. Elbs: Liebigs Bedeutung für die reine Chemie, 2. Geheimrat Ö Dr. G iseviu s: Liebigs Einfluß auf die wirtschaft, 3. Prof. Dr. Bürker: Liebigs Bedeutung für die Medizin, 4. Chefchemiker Dr. Buchner- Hannover: SiebigS Einwirkung- auf die technische Chemie, 5. Geheimrat Prof. Dr. Som­mer: Geschichte des Liebig-Laboratorinms.

Zahlreiche Glückwunschschreiben von deutschen und österreickstschen Universitäten fegten Zeugnis ab von der Würdigung der Rekonstruktion des Lie- biy-Loboratoriums. Die akademische F ier schloß mit dem MarschGroße Zeit, neue Zeit" von Brase.

Bei dem anschli'ftmden Essen im Hotel Ein- hom wurden zahlreiche Trinksprüche ausgebracht. Beigeordneter K r e n z i e n sprach auf die Univer­sität, deren Vertreter Geheimrat Prüf. Dr. Gi- sevius bi schönen Worten Herrn Pros. Som­mer feierte; ferner sprachen, für die Universität Marburg Prof. Tr. v. Anders, für Frmttsurt Prof. Mayer.

Nach Besichttgung des Liebig-Museums, die unter Führung des Geheimrat Sommer statt­fand und allgemein befrfcirigte, schLoß sich ein Ausflug auf die Liebigshöhe zum Kaffee an.

Der eig-aitliche Festakt wurde am Mtenb durch die Veransal'ung im S'abtth-aer weihcvollzum Abschluß gebracht. Alles liatte sich auf diesen Abend sckwn lange gefreut und die Erwartungen bet Be­sucher wurden aufs angenehmste durch die Dar- bietungen übertroffen. Nach einleitender Musik, die ans der OperMeistersinger" entnommen wurde (Dirigent Herr Obermusikmeister Löb er) ergriff der Festredner des Abends, Herr Tr. nteb. F. F. Werner das Wort, nm Liebig in begeisterten Worten zu feiern. Nach der Ouvertüre Lsonore und nach Spiel der Löberschen Sckillersansare er­schien der Sprecher des Proloas Herr H. Noe- bert zum Festspiel des AbendsTer chemi­schen Hexenküche", verfaßt von R. Som­mer. Tie Aufführung des Festspiels war der Glanzpunkt des Abends. Wull'Il selten ist ein sol­cher nicht endenwvllender Beifallssturm über das ausverkaufte Haus babingegangen. Herr Sv m - me r hat es in geradezu meisterhaft verstanden.

nicht nur ben Werdegang Justus Liebigs und sein Leben in diesem Stück wieberzuspiegeln, son­dern auch die lotalgeschichllichi' Seite in schön« Form zu berücksich igen. Ms im 3. Akt bei bei» stimmungsvollen Bild des Gleibergs umrahmt Vv» Gießen, die lieblichen Kinderstiinmen des von Herr« Summer gedichteten Gleiberg-Liedes sangen, erhob sich sogar der Beifall auf offener Bühne. Särnt- Tarsteller des Abends hatten sich vorzüglich in ihre Rulle hineingelebt. Tie Regie lag in den bewährten vorzüglichen Händen Herrn Vulcks, Justus Liebig wurde durch Herrn Eisvlt in Gestalt und Spiel lebendig verkörpert, Mephisto war durch Herrn Weber, die Hexe der Fr. Rammel fehl gut wiedergegeben, der Erdgeist fand in Herrn Nuebert einen vortrefflichen Dar­steller : Bürgermeister Ferber war in lebens- ähnlicher Gestalt und glänzendem Stiel durch Herrn Volck vertreten; die fünf Gießener Bürger wurden durch Lie Herren Feder l i n, Leut hei­ser, Harschan, Hellborn Pid Stichel humorvoll gespielt.

Alle Mi nüttenben hier auszuzäUen, ist nicht möglich, nur sei noch Fr. We r n i cke als Lehrerin rühmend erwähnt.

Die geformte Feier, die besonders für unsere Stadt einen ruhmvollen Glanzpunkt bedeutet, hat doch die Stadtverwaltung in dankenswerter Weise den hohen Betrag von 5000 Mark ge­stiftet, wird allen Teilnehmern in schönster Er­innerung bleiben.

** Der Frühling spazieret durch die An . . Aber er ist nicht mehr der kleine schüchterne Musw Dveikäfel-vch, der vor Tagm noch leise durch die Fluven trippelte, bei jedem Schritte sich ängstlich umschauend, ob nicht der alte Gries- zgram, Herr Winter, hinter chm stehe, ihn mit eist- Ißiem Nordost anfaudfe oder ihm eine Handvoll Schnee imb Regen m den Nacken werfe. Er ist jetzt eilte anspruchsvolle Ho!eit g»worbn: ferne Maje­stät der Frühling, der nun auf goldenen Sonnen - wagen fein Reich besichtigt, und bte Sonnenstrahlen, ferne kleinen Herold-?, durch die Lande sendet, um federn Baum und Strauch aufjuforbern, daß er fein Feiertags kleid an lege, seine tausend imb tau­fend grünen Wimpel lLvaushange. Sein Triumph- »ig burch die Welt ist lauter Jubel. Es jubeln die Mesen, die sich in ihren schönsten grünen Mantel gebullt haben, der breite Sonnenstrom, die Lerche mit ihren gefieberten Gesellen, es jubelt die Lahn, die vvm frühlingsweichen Marzhauche blank ge- Hafen, wie ein silbernes Band das Dal burdjp sschlängelt. Keines Menschen Herz kann von dieser 'jatufoenben Frühlingswelt unberührt bleiben! «Gin jeder muß hinaus, muß sich mit eige- men Augen von all dem Sprießen und Weimen überzeugen, muh in tiefen Zügen den Schollengeruck der Frühkinyserde trinken. So ftrMte denn gestern am Palmsonntag alt und rung vtS Freie. Fast ganz Gießen war auf den Beinen. Parterre und Ränge des Stabtkhxtters gähnten in beängstigender Leere das Naturtheater des Frühlings war eine übermächttge Konkurrenz. Meist beschränkten sich aber die Spaziergänger und Ausflügler auf die nächste Umgebung. Ter ettvas toetterroenbifcbc April ist allzunah. Manchem ihallte noch der für diese Jahreszeit ungewohnte Donner in den Ohren, der am verregneten Sams­tag mittag ängstliche Gemüter erschreckt 'hotte. An - Ameisenstraßen erinnerten die Wege nach dem Schisfenberg, Gftiberg, Heuchellieimer München, Karlsru'he usw. In den Gärten konnte man bereits Lebereifrige sehen, die trotz des Regens am Sams­tag sich 'hemdsärmelig und schwitzend an der Pumpe obmuhten. Doch die geputzten Müßiggänger be­fanden sich nt überwiegender Mehrheit. Als die Dämmerung langsam aus den TLlern in die Hölle kroch, als sich dve weiche sternbestickte Samtdecke der Nackt über btt* Erde legte, als der Mond milden Glanz verbreitete, da war der sonnenjauch- Seude Tag Von einer vielleicht noch schöneren Frül>- Üugsnacht abgelöst. Einer weichen lauen Nacht, flj wundersam still, daß man auf die Stille hor­chen mußte ....

** Aus dem Stadttheaterbureau. Wir weisen nochmals auf die heute und morgen abend ftaltfinbenbcn Vorführungen der Original Oberammergauer Passionsspiele hin. Die Vorfül/rungen beginnen abends 7 Uhr (nicht wie irrtümlich aus den Plakaten angegeben 8 Uhr). Karten sind an der Theaterkasse zu haben.

** Ausnahmegerichte. Durch die Aufhebung des verschärften Ausnahmezustan- bas sind auch die durch das Ministerium ein­gesetzten Ausnahmegerichte hinfällig gewor­den. Die Verhandlungen gegen die wegen Ver­gehen gegen das Gesetz bisher Verhafteten und in Voruntersuchung- Befindlichen werden

durch den Oberreichsanwalt in Leipzig ge­führt, der weitere Anordnungen zu treffen hat.

** Zei tfreirailligc! Arbcitt ejmtrn, bu sich m den Dienst der EHiravhnerwchc, brr Zeittrei- ivilligen oder der technischen slte>ttst1f>; gcftellt ha­ben, kann von den Arbeitgebern mis di'iem Anlaß nicht gekündigt werden. Die Arbeittirhrnec gelten für die Zeit Uwes Dienstes in brr EnrraolM'nvehr, in Zeitfr ei willi genfvrmatiouen oder technisck>er Not- hilse als von ihrer jetzigen Dienststelle beurlaubt. Lo-i/nkürzmigen b re.i nicht <intrc<c:i. I r Wiedewintritt in it/re früü-eee Bcrafs'äelle bleibt ihnen vechtlich gesiä-ert. Wir tie. ro i en aut ent- fprechende Bekanintmachui'gen im Anzrigen eit.

** Bei bet Bezirk s s p arkasse Gießen sind vorn 1. April ab bi-c Msfensiuwxu auf wcrk- täg.ich: 81 Uh tvermi.tags und 34 Uhr nach mitt.ags, SamstogS: nur von 81 Uhr vormittags festgesetzt.

** Liebhaber unb Freunde de s Buches «oird eine Ausstel ungin einem Fenster der Ferbersck-en Universttäts-Buchhanblung er- freuen, die Bücher aus Privatbesitz, in Leder und teilweise sehr teilbare Stoffe g.bunben, zeigt.

** Ober hessisches Museum und Gails che Sammlungen. Die Besuchszei en sind aus einer Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres Blattes zu ersehen.

Tas Fest der goldenen Hochzeit feierten gestern in voll >r Gesund eit und körre.- licher und gei'iger Friickx bt1 Eheleute Ptch.ipp Pfeiffer und Eli«abeth geb. Leib von Kfeosdorf.

**DemokratischePartei. Morgen Dienstag, abends 8 Uhr, findet imAqua­rium" ernc Mitgliederversammlung mit wich­tiger Tages-orbnung statt.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 28. März. Die unberechtigte Ausfuhr von Brot durch Hamsterei und Schleichhandel aus dem Kreise Büdingen hat einen solchen Umfang angenommen, daß die Brotver­sorgung der Kreiseinwohner ernstlich gefährdet ist. Das Kreisamt hat infolgedessen die Abgabe von Brot an Kreisfremde untersagt.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 28. März. Die Ho­tel- und Gasthausangestellten sind in eine Lohnbewegung eingetreten, weil die Unternehmer die Einführung der festen Entloh­nung und die Wschasfung der Trinkgelder ab- lehnen. Sie wollen nunmchr ihre Forderungen durch Arbeitseinstellung erzwingen unb haben ihre Orgairisationsvertretung mit der Durchführung des Kampfes beauftragt.

Fauerbach v. d H., 25. Marz. Gestern nacht wurde in der hiefigen Ki r che em» gebrochen. Dte Truhe, rav in sich Albarvrckm und AbendmMsgeräte befanden, hwausgefchasst. Man sand gestern die leer? Truhe am Ende der Kirsckbanmallee bet Straße nach Langcnham; tn,' Hostiendose h-rtten die Einbrecher ebenfalls weg- geraorfen. Im Laufe des heutigen Tages fand man gleichfalls die AbeiHmaAsgeräte im Felde zwischen hier und Ztegenberg bei einer Sämaschine. Dagegen sind die Decken verschraunden. Auch in die Kirche in dem nahen Münster war gestern nacht ein Einbruchsversuch gemacht worden. Tort wühlten die Spitzbuben die Altardecken w© andere Sachen durcheinander. Glücklicherweise sind m Münster die racrtool en Kircheng räte in Verwahr des Pfarrers, so baß dort bie Rohlinge mit leeren Härchen abziehen mußten.

Beleidigung durch die Presse.

tm. Darmstabt, 25. März. Wegen Be­leidigung des Ministers Tr. Fulda durch die Presse stand heute der seitherige Sofalrebaftair des Tonnst.^. Anzeigers Dr. Zell fei der Vor der Ijiefigm Strafkammer. Er ist beschuldigt, durch einen Artikel am 7. Februar ds. Is. sich, wie schon früher, über die Mißwirtschaft des in­zwischen vvm Amte enthobenen Bürgermeisters Würtenberger in Lampertheim be­schwert unb habet dem Minister des Innern vor- geworseu haben, daß er parteipolitische Inter­essen vertrete, etn Auge zabrücke, die Vorgänge zu vertuschen mche refo. a-us falscher Scham partei­politische Interessen habe walten lallen. AmtS- Mwichtsrat Tr. Mickei vertritt bie Anllage, Dr. Juldo ist als Nebenkläger zugelassen. Ans der Beweisaufnähme ging hervor, daß der seit dem Umsturz zur Herrsck>aft gelangte Bürgermeister Würtenberger nach kurzer Zeit, obwv'V er als Demokrat gilt, mit Unterstützung von 6 rnebrheits- fiozialisbischen Gerneinberäteii eine willkürliche Pro- tektionswirtschaft verwerflichster Art betrieb, indem er Lebensrnittel zunächst mit Hilfe des vom Reich gekauften Specks in großen Mengen an Freunde zentnerweise abgab, auch Kartoffeln, Mehl usw. in willkürlicher Weise an Freunde lieferte, daß er wilde Z garrensabrikativn mit geschivärztcm Tabak, Sckäcbereien aller Art und Schleichhandel betrieb und der Schwarzfchlächterei dringend ver­dächtig ist: auch hat er in zwei Hüllen dortige Be- wvhsier, darunter eine Fran, ine sich bechwerde- führend an. ihn wandten, gevhrfeigt. Er ließ wer ter zu Unrecht einen Teil der Wohnung des Arztes Dr. Oelemaom wiederholt beschlagnahmen, mußte fie aber wieder freigeben. Alle diese Vorkomm­nisse hatten fdjon zu großen Pressefehden in Lam­pertheim geführt, die auch vvm Dägl. Anzeigir auf gegriffen rourbeu, wobei der Angellagte in st- f am men vier Artikeln die Suspendierung des W. verlangte. Als nun W. soweit aing, am 3. Febr. ds Is. 176 KLo Sumatratabak, bie ihm be- scklagirahmt worben waren, mit Gewalt aus der Güterhalle herauszuholen imb den behütenden Bahnbeamten dabei verletzte, erschien der erwähnte Artikel, nadjbcm sich herausgestellt hatte, daß die beim Kreisamt eingeveichte Beschnoerbe noch beim Ministerium in Darmstadt lag unb keine Aussicht auf Abhilfe schien.

Beide begannen zu gleicher Zeit auf mich emzn- reden. Aber Mimms wandte sich dann an feine Frau unb sagte, indem er sie mit dem Ellbogen .rurückschob: Schweig jetzt für einen Augenblick still, Mathilde! Laß mich zuerst reden, ich bitt' dich! Alles is drunter unb drüber bei uns, Herr Doktor, ja, alles drüber und brunter. Mit einem Wort: bie Gräfin is ausgeflogen, zum raenigften is sie weg. Meine Alte ging heut' ton immer des Morgens hinaus, um ihr den Tee zu bringen

Und die Gräfin, unterbrach ihn feine Frau, roar versckMnnden. O Gott! Es 'hat mir einen folclfen Sckflag versetzt, als ich das Bett leer fand unb bie Zimmer in entern feldxn Zustand, rate Sie nie roas gesehen haben alle Schachteln unb Koffer atifgertssen unb Hie Sachen über dm gan­ten Fusboden zerstreut unb, meiner S-el-, ich glaub', sie hat noch nich mal 'ne Nadel mitge­nommen.

Wie merkroü'ckig! entgegnete ich. Si? habnt ihr, wie ich an nehme, das Schlafmittel gebracht, das ich Ihrem Mann mitgab, nicht?

Jaraohl, Herr Doktor. Ich hab's sofort selber hitiaufgetr.agen unb mit meinen e^gennt Augw gesellen, roic sie s einnahm. Si lag kereits im Bctt und roar offenbar fürchterlich aufgeivgt Ich fegte zu ihr:Regen Sie sich nicht so auf gnäb'ge Fr.tu," sag' ich.Di is bie Arznei, dve Ihnen her Herr -^oftor verschrieben unb »ben gt» llh'ckt hat," und bamü schüttete ich die Meviztn

Mttö

Gießen, den 29. März 1920.

Gültige Lebensmittelmarken

Für die Zeü vom 29. März bte 4. April 1920.

Brot: 1850 Gramm Brot ober 1370 Gramm Mehl. Brot Kllogr. 1.25 Mk.. 80proz. Weizen- brotmebl Kllogr. 1.50 Mk., 90proz. Weizenbrot- rrreÄ Kllogr. 1.44 Mk.

Butter: auf Marke 13: 125 Gramm Mar­garine zu 2.25 Mk

Fleisch: Wochenabschnitt 13. Metzger für Fremde: Gust. Müller, Bahnhisstr. 34.

Zucker: für März 1920: 750 Gramm Zucker.

Nährmittel für März 1920 Marke B: 250 Gramm Gries, 1 Paket Kindergerstenmehl oder 1 Paket Dr. Klopftiers Kindernahrung.

Nährmittel und Zucker für Zuge- jogene: A. Geiß?, Selterstoeg, A. Plack, Neuen bSöue 17, K. Seibel, Frankfurter Straße 39, Schade u. Füllgrabe, Ludraigstr. 20, Jvh. Bogel, Schützen strafte 5.

Zucker für Kranke: E. Fischbach, Sel- tersweg 24.

Mehl für Kranke: PH. Ganz, Damm­straße 34.

Nährmittel und Zucker für Fremde: Kaisers Kaffee-Geschäft, Ktrchenplatz 11.

Seife: Marte für März: Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpulver, das Pfund «u 2.10 Mk.

** Städtifche Sees i sch-Verkaufs­stelle Morgen Dienstag kommen von 9 Uhr vormittags ab rn den Markllauben Kabliau und Schellfische ^um Verkauf.

** Milchversorgung. Infolge uw- gemrgender Zufuhr von Milch konnten Sonn- taa, 28. Marz 1920, die auf 3/4 Liter lautenden Milchmarken nicht beliefert werden.

Beranftallungen.

Montag, 29. März. Stadttdeater, 7 Uhr, OberammergEr Passions pfele. Gi.'ßener frei­willige jfeiivrtoebr, 8 Uhr, Mmiatsoersammlung bei Kamerad Schmid, Löwengasfe. Lichtspiel­theater wie geltem.

Wichtiges bi rin, unb ich begcrmt, mir Geb in k n darüber zu machen, ob ich nicht selber tu die Ge­schichte verwickelt fei.

In gerolltem Sinne war ich ganz froh, in diefer Nacht ti!4 zu einem firith geölt zu werden. Tie Vorfälle des vorherg lienden Abends hatten aus meine Nerven etnm g öfteren Embruck gemacht, als ich für mög ich re ?ilten hätte. Ick mußte, um einschlafen zu können, zur Lektüre greifen, und bann noch verfolgten mich tmfregenb Träume.

Meine Haushälterin weckte mich um halb acht Uhr am folgenden Ndorgeu.

Es wartet em Mädchen unten auf Sie, Herr Toktor, sagte sie. Sie ist febr aufgeregt unb fegt, sie müfte Sie sosvrt sprechen. Mimms heißt st», Herr Tv ttvr.

In einer Minute komme id), gab ich zur Ant­wort.

Anna roar, wie ich feitb, wirklich aufgeregt. ,£), bitte, Herr Tvkwr," stammelte sie,bie Gräfin ist verschäumten -- auf w fett ame Art oer* sckrounden unb all ihre Koffer imb Sacli-n sind b.irchwlll/ll tovrtm, und ihr g at'Aj Zimmer is rn 1er g öfeje Uno b urng unb Ba e- läß! ftagvn,. ob Sie nich sogleich .....ammzn mArbh'n>**