eßen.
Mühtet:
pf. persli<
II
II
II tl
ht 5agen tind) daupimieter le derselben nmeter abgedai iltung bcsiMuhen entllmers für die
n Käufern durch | > Lokal mag zuin j betrieb verwendet ? künftigen Wo»- ■
pflege au,- ttr Aufnahme.
^Vrnvirl, die in mit dem An.
4 bringen.
“in tajilbm wt W K, ll)m eldebejchemigung
l, um seinen ge- ! des Ortes, an
wichen rinji.'h.m. ohnung und ie Air- und Ab- lbst geschehen ist, er Wegzug.
i bis um 8 Ittiv i exWexx
! M et
Gießen seine rändert unter Löhnung, ini.'im ichst Verpflicht : Wohnun?.
sich in Sjlav binnen »itx«
sowohl persö--
)eckmaßig die lM- -aus dem Melde- ■?) erhältlich ft* lesundere Fremdem Fremdenbücher i°
tu- und Wegrügei! je Bescheimgun^
Bescheinigung au!
!S.
Ä^^rein t-te
utJ- das Rtfirf *5 felitMfc
«•St böS4l>beuti<^n, ■t» Y
.. °K<-
rten an K zu nc^Kr^
-Ä
D
Lffl.
Erstes Blatt
Montag, 29. März 1920
170. Jahrgang
SietzenerAineiger
General-Anzeiger für Oderheffen
ZwiMngsruttdöruck u. Verlag: vrühl'fchc Univ.-Such- n. Steinöructerei R.Lange. Zchriftleitung. Seschästzftelle u. Druckerei: Zchnlftr. 7.
Nr. 75
ter •le^tner Anzriqer erscheint taglid), aitüet Sonn- und Feiertags, vezugrpreir:
Monatlich Mk. 2.30, Dterteljährlicb Mk. 6 90 einfd)lie&lict)be4'tieftell- getds; durch die Post »udeljäbrlid) Pik. 6.— ausschließlich Bestellgeld. Fernlnrcch • Anschlüsse: für bte cd>nftleitunfll 12 4'erlaa,tt>e|d)ä|i9ftelle51 AnfchrrstsurTradtnach- rtchien: Unzeiger tiefte«.
P#ftfd)edlon»*;
Sr«wff«rt a. M. H686
Annahme von Anzeige» f. die Laaesuuinmer vis zum Nacdminaa vorder ohne jebrik-rbinMichfett. preis für 1 mm höhe für Vlnteiaen v.34mm Breite örllilt 25 Uf, auSivärtS . 30 P'.; für !Hef lame-
Anzeigen von 70 mm Breite Pi. x^ei Platz- »ovfrt)riit20* A Uschlag. Hauotfchn tteiter: Ang. tLoeir. Berantioortlich füi Politik: Aua. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Jen*; für den Anzeigenteil: V. Beck, fämiltd) in Dieben.
Ein Ultimatum des neuen Kabinetts an die Aufständischen.
Nach langem Suchen ist es gelungen, ein neues Kabinett Hermann Müller auf die Beine zu bringen. Zum größten Teil find es die Persönlichkeiten der alten Regierung; neu find , die Namen Blunck (Reichsjustizmkni- ster), Dr. Wirth (Reichsfinanzminister), und Hermes (Reichsernährungsminister). Der Reichskanzler Hermann Müller behält auch die Leitung des Auswärtigen Amts. Die wichtigsten Aufgaben der nächsten Gegenwart sind vom Reichskanzler und vom Reichswehrmini- ikr zu leisten. Ob sie Initiative und volle Tatkraft aufzubringen vermögen, wird uns die nächste Zeit erweisen. Die Lage ist noch überaus kritisch. In der Reichshauptstadt herrscht noch politisclzer Sturmwind. In Versammlungen der Unabhängigen wurde ein rein sozialistisches Kabinett unter Führung der Unabhängigen verlangt, ferner sofortige Zurückziehung der Truppen, andernfalls werde die Rote Armee weiterkämpfen und, wenn sie unterliegen sollte, die Bergwerke zerstören! Außerdem wurde ein neuer Generalstreik angedroht. Auch die revolutionären Vollzugsräte im Industriegebiet stellten das neue Ansinnen an oic Regierung, unter Uebergehung der Bielefelder Abmach- ungen weiter zu verhandeln. Demgegenüber sah sich das Kabinett Müller vor eine schwere Entscheidung gestellt. Es ließ den Aufrührern ein Ultimatum zugehen, dessen Wortlaut wir nachstehend veröffentlichen. Hoffentlich siegt die Vernunft! Die Regierung scheint nicht läirger zusehen zu wtollln, daß Millionen von Menschen vom Hungertode bedroht sind, und sie zieht es vor, gegebenenfalls mit Waffengewalt vorgehen zu lassen. Alle Ver- ontnwrtung aber für das Kommende trifft die Aufrührer und ihre Verführer.
Da» Ultimatum de» Kabinett» Mütter.
Berlin, 29. März. (WTB.) Die weichsreg ierung hat an die Aufständischen im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier folgende Forderungen gestellt:
Tie Regierung hat durch die Bielefelder Lerhandlungen versucht, ohne Anwendung son Gewalt die Ruhe und Ordnung im Ruhrgebiet uiederfrrzustellen. Der Versuch ist geschei- !ctt. Die Rote Armee richtet sich nicht an die Abmachungen. Die Angriffe auf Wesel sind mit irößter Heftigkeit fortgesetzt worden. Die Gefangenen wurden nicht freigegeben mrd die Abgabe der Stiften nicht durchgeführt. Die Verhältnisse haben ich im Gegenteil noch verschlimmert. Zahlreiche Notschreie aus allen Kreisen der Bevölkerung berichten über Verbrechen und Gewalttätigkeiten, die •on den Roten Truppen begangen werden. Das wingt die Regierung zu energischem Handeln, um möglichst bald wieder geordnete Verhältnisse in diesem Gebiete herzustellen und Sie Bevölk.-rung vor Willkürakten zu schätzen. Um tbcr allen Verführten nochmals Gelegenheit zu »eben, zur Vernunft -urückzukehven, will die Re- «rierung noch eine letzte Frist gewähren, «he sie mit Waffengewalt rinschreitet. Sre for- Sert daher bis zum 30. März, 12 Uhr mittags ausreichende Sicherheit für den Militärbefehls- .'taber des Wehrkreises 6, Generalleutnant von 'Vatter in Münster, für die Annahme und Durchführung folgender Bedingungen:
1. Uneingeschränkte Anerkennung der ver- nssungsmästigen Staatsautorität.
2. Wiedev.rinsetzung der staatlichen Verwaltung, -Sicherheitsorgane, soweit sie nicht durch Eintreten ür die Kapp Lüttwitz Regierung trieftet sind.
3. Sofortige Auflösung der Roten Armee.
4. Völlige Entwaffnung der gesamten Bevöl- Vnmg, einschließlich der Einwohnerwehren unter Aufsicht der rechtmästigen staatlichen Organe. Art md Zeit der Durchführung der Entwaffnung wird nrrch den Inhaber der vollziehenden Gewalt näher eftrmmt werden.
5. 'Sofortige Freigabe der Gefangenen.
Falls diese Bedingungen mrgenommen werden, wird die Reichsregierung von einem Angriff uchiehen. Andernfalls erhält der Inhaber der voll . leljcnben Gervalt Freiheit des Handelns zur vollen 'Ziederherstellmrg gesetzmäßiger Zustände.
Die Reichsregierung, gez. Müller.
Der Reichslvehrminster, geF. G: v l e r.
Eine Kundgebung der revolutionären BolkSräte.
Essen, 27. März. (WTBl D:r Zentral- nat der Vollzugs rate für das Industrio- •ririet St bä: i land-Westfalen stellt fest: Die soge- aunten Bielefelder Abmachungen hän- U-en in der Luft. Die Regierung hat dazu offiftckl eine (Srfläningen abgegeben. Sie gab auch keiner- .er Garantie dafür, daß die in den Llbmachungeiz
enthaltenen Zugeständnisse durchgeführt werden. Der Zentralral hält daher neueBerhandlun Yen für erforderlich Der Zentralrat ordnet an, daß die Gemeinden die Löhnung, Verpflegung und Kleidung der Wachmannschaften zu ü betitel) men haben, nötigenfalls werden ore Gemeinten von dem örtlidxn Vollzugsrat dazu gezwungen. Tic großen Unternehmen haben den Wachmannschaften, die bei ihnen in Arbeit standen, den Lohn weiter zu zahlen. Eiiigriffe in das Wirtschaftsleben von dem örtlichen Vollzugsrat dürfen nur im Einverständnis mit dem Zentralrat erfolgen.
Kundgebungen an den Reichspräsidenten.
Berlin, 27. März. (Wolff. Eine Reihe von Organisationen, darunter der Han abund, tae Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbande, der Bund der Handweiter, der Reichsausschuß b.*r akademischen Berufs ände, das Kartell b:r freien technisckien Berufe, der Bund irr ^andw.rte und andere haben tem Reichs^rä idmten eine Stunt» gebung überreicht, in der sie besonders Gleichstellung mit den Gewcrklchasten dn Arbeiter, Beamten und Anges.elcken sowie Ablehnung feder Mahnahme fordern, di: aut ttne llmgehung der verfassungsmäßigen Beslrm- mungen hinzielt.
Wie das „Berl. Tagcbl." meldet, hat in' Gewerk,ck-aftskornmi iou gestern cbenb ein? Absrt- nuiig zum Reichs residenten und eine andere zum preußischen Stoa smi i crium ge chickt, um ive m der unhaltbaren Zustände im Ruhrrevier vorstellig zu werden.
Ter „Vorwäts" beginnt mit der Veröffentlichung einer R i..e von Artikeln, in denen der blsler ge Reichswebrmii i er Ros k? feine Politik vertridigt. Der „Bo i chen Zeitung" zu olg>: hat in Gl atz die Gan.iou die Kommandantur m;t Maschinengewehren und Miueuwersern umstellt und il/re Offiziere verh-astet. Bri der Verhaftung erschoß sich ein Hauptmann.
Das neue Reichskabinett Müller.
Berlin, 27. März. lWDB.f Amt ich Nachdem das Kabin tt Bauer zurukge r.-ten war, hat der Reichs.risident den Min>str des Au wärttgen mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut. Diese Kabinnt bildu 'g hat zu sol-tendem Ergebnis gefüh.t: Reichskanzler Müller, der einstw.üen Mii.rsver des Auswärtigen bleibt und mit seiner Vertretung im Gischästs- bereich des Auswärtigen Amts in Behind.rungs- falle den Unterstaatssekretär Gesandten o. Hantel beauftragt hat, Strllver rrter des Reichskanzlers und Reichsminister des Innern Koch, ReirhsMinister der Finanzen Wirth, Reichswehrminister Ge ßl cr, 9.eick)smi. ister für Jnsdz Blunck, Rick»stvirt fdxrf' nm ri er Schmidt, Reichsarb it^mi.li er Schlicke, Riichstv'mi istrr Giesberts, Reich schatzmßli. er Bauer, Reicktsverkehr. m inis.cr Bell, Reichsernährungs- minifter Hermes, Reichsminister ohne Portefeuille David. Das Reichsmmis.erium fürWieder- auibau wird in den näd> aen Tagen besetzt werden. Das neue Kabinett'lo i r d sich am Montag der Nativna Versammlung vorstel- l e n. Ter Reichskanzler wird pvogrammatische Ausführungen mach?n und sich über die Ereignisse der letzten 14 Tage aussprechen.
Da» neue preußische Kabinett.
Berlin, 27. März. (WTB.) Tie Verhandlungen der Mehrheitsparteien brachten heute abend das Ergebnis, daß sich das preußischeStaats Ministerium w.e folgt zusammensetzen soll: Mi. i e.p ä ident und Landwirtschaft : Braun, Inneres: Severins, Unterricht: Hänisch, Finanzen: Lüoemann, öffenlliche Arbeiten: Oeser, Handel: Fisckchttk, sZsj lksivöhlsahrt: Steeaerioald, Justiz: Tr. am Zehuhoff.
Erklärungen Heruiann Mütter».
Berlin, 27. März. (Wolff.: Ter d.uttche Minister des Aenß^rn Hermann Müller er- Härte in einer Unterredung mit dem Berliner Vertreter der „Daily News": De Kavr-Lütttritz- Angelegenlteit erbrachte len dokumen ari chen B- weis, daß in Deutschland der neue Qfrüxmte der Temokratie für immer über den militärischen Geist der früheren Regierung int Oberhand behält.
In einer Unterreb.mg mit dem Vrtretcr der „Daily (Thronte(e" ertärte Mül er, die bunELm Tagt hätten fr m eien, drß Deut chlarte feine Klasse nregierung dulde. Tie mora.i 6>*. und materielle Macht habe einw folchm Regierung Widerstand zu leisten. Müler schoß: „Bitte, sagen Sie dem bri i eben Vo'.le, daß Dnttschi md letzt rur die Temokraiie ge ich»rt ist. Ich lwfse, de er B7w.is wird die Wllt r€re.n!<r en, mehr Vertrauen auf das deutsck? Volk ic ö fein? demokratischen Fülwer zu setzen. W am di s der Fall ist, haben wir nicht umsonst gelitten."
Die Agitation in der Reichshauptstadt.
Berlin, 28. März. (WTB Am ersten Sonntag nach Abbruch des Generalstreiks fanden z a h l- reiche Versammlungen in Berlin statt, in denen man sich meist mit der Affäre Kapp und deren Folgeerscheinungen beschäftigte. Zn sieben Lokalen sprachen bekannte demokratische Abgeordnete über das Thema: Tie Militärdiktatur und ihr Sturz durch das deutsche Volk. Tie Unabhängigen hielten 29 große ösfentliche Versammlungen ab, in denen Criimen, Breitscheid, Tr. Cohn, Täumig, Eichhorn, Adolf Hoffmann, Lede- bour und viele andere sprachen. Alle lehnten jeöe Zusammenarbeit mit der neuen Koalitionsregierung ab. Die U. S. P. D. könne nur dann Vertreter in das neue Kabinett entsenden, wenn ihrer i Partei in einer reinen Arbeiterregierung das Uebergewicht zugesichert werde. Tie Zentrale für die Einigung der Sozialdemokraten 1 veranstaltete im Zirkus Busch eine große Propa-
gandaversammlung, die recht stürmisch verlief. Ter Zirkus war bereits eine halbe Stunde vor Beginn überfüllt. Parallelversammlungeu wurden auf dem Zirkusplatz, wo etlva 7000 Personen zusammen geströmt waren, und in Haberlands Festsälen abgehalten. Die Redner, von denen Eduard Bern- stein, Ströbel und Tkautsky genannt seien, wurden vielfach durch lärmende Zwischenrufe unterbrochen und der Lärm artete zum Tumult aus, als sich das Gerücht verbreitete, daß die Sicherheitspolizei mit vier Maschinengewehren ausgerückt sei. Die Erregung legte sich erst wieder, nackchem die Polizei zurückgezogen war. Die Versammlung löste sich sckstießlich ergebnislos aus.
Berlin, 27. März. (WB. Die im Laute des Sonnabends g-gen ein: Reihe sich unange- mcltet in Ber in aufi/i te dei Auslst.idte <m-: g - fiflrrten Maßnahmen waren ichou ;eit längerrr Zeit vorgesehen. Cs handrlt sich Le oni>na um Wrren- unb Valuta schiebet. Unter den Verhaft .aen beftnden sich auch me./rer: Pe.sonen, ti: wegen slrtsb.irer Handlungen v rfolgt iixt en ober b.reite abgc* urteilt bzw. ausgetvieseu find. Schließlich fhib unter den Festgenom menen auch mehrere russische Offiziere, de mts dem ehemaligen Westrnsiland nach Deullchland g kommen find uno sich hier in durck-aus u:t8iilä]'liger Weite betätigt haben. Die Festgenommenen, etwa 3000 Per- ionat, warben, soweit iie nicht nnd>?r entlassen werden konnten, in dem Barackenlager von Zossen untergebvacht.
*
Die Kampflagt
Münster, 28 März. (WTB.) Der Befehls- Haber des Wcs-rk.eiies 6, Freil-err v. Matter, hat gestern sich persönlich von dem Zustand der dort bisher in schwerem Kampfe stellenden Truppen überzeugt. Die Division Kabisch hatte gestern das Lager Friedrichsfelde gesäubert Aus der Gegenseite große Verluste. Erbeutet wurde eine schwere Feld Haubitze, eine Feldkanone, eine Revol- »erfanone und mehrere leichte Miuemre ser, ferner zahlreiche Maschinengewehre und große Munitions- bestände. Das Einschreiten der Truppm südlich Wesel wurde iwtwendig, um die Zivileinwohner von einer nr-ritetzn Beschießung durch rote Artillerie zu schützen. Die gegnerische Artillerie wurde teils «genommen und mit den Resten soweit zurückge- brängt, daß eine Beschießung Wesels nicht mehr zu befürchten ist.
ein Revolutionstribunal in vssen.
Berlin, 27. März. (Priv.-Telegr^ Nach dem „Berl. Lokalanz." meldet der „Essener Spartakus", daß das Revolutionstribunal in Esten seine Tätigkeit ausgenommen hat. Es bearbeitet Spionage, Bedrohungen, Angriffe auf Posten, Wachen und Truppen und Plünderungen. Ter Anführer einer Räuberbande wurde wegen Plünderung standrechtlich erschossen. Aus Duisburg wird gemeldet, daß der Vollzugsrat Lebensmittel auf beut Bahnhof und m der Stadt beschlagnahmt. Wohnungen, in denen große Mengen Lebensrnittel vermutet werden, werden durchsucht.
Schwere Ausschreitungen in Plane».
Plauen i. Vogt!., 28. März (WB. > Am heutigen Sonntag hat der ftomminiiftenftibrer Max Hölz aus Falkienstein unter gewaltisem Andronge eine Ver'anm.ung im ec frriem Himmel vor dem FelsemchlößckZen abgeialtat. Rach em Hölz geipaxhen, zog er mit fünf 2lutomobilen, die mit Maschinengewcklwen büvaiwt waren, zunächst zur Neuen Vogll ändis chen Zeitung, deren Jnnenernrichtmig derart zerstört wurde, daß das Erschernen los Blattes aut längere Zeit unmöglich ist. Viole Drmksachm njrurb.n auf die Str- ß gewvrsen und verbrannt. Später verlangten B roatnrete auf Autos von dmi Kaf.ee-- Hausbesitzer T r ö m e l 10 0 0 00 M k. V ö i c » gelb und schleppten den Prokuristen Rudoft Tr ö- mel als Geisel fort, seine Fvan schloß sich ihrem Qkt.cn freiwillig an. Nackidem 100 000 Mark abgeliefert waren, wurde das Ehepaar frei- gelassen.
Line Kundgebung der oberhe?sischen Bauernschaft.
Der Hessische Bauernbund, Provinzialverband Obcrhessen, erläßt srlgende Kundgebung:
Friedberg, 27. März Tie obertzessische Bapernsdraft erklärt ange,ich:s der außerordentlich g€fälj*rbeten Lage, die dem deutschen Volke, tebem einzelnen Bürger, Bauer und Arbeiter durch den nahenden Bolschewismus droht, daß sie gewillt ist, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln Hand in Hand mit der verfassungsmäßigen Regierung die Ruh.' aufrecht zu erhalten.
Soll en unvrantwörtliche Clemente die Ordnung und Sicherl-eit in den Städten stören und von da aus llnruhen aufs Land trugen, so muß die hessische Bauernschaft als Abwehr gegen einen unerhörten Terrorismus, der sich gegen die gesamte Bevölkerung richtet, sofort in den Liefer- streik treten, um iten Ausrührern die Lebens- rnöglichkeft abzuschtetden.
Alle BedTnten hätten in diesem Älligenblick zurückzutreten
Die oberh.'"i'ck»e Bauernschaft steht geschlossen und bereit da und erwartet, daß sie bte Unterstützung Cer gesamten oronungsliebenden Bevölkerung findet.
Die Gnfichr von Lkbemmitteln.
B e r l i n, 28. März. Wolff.) Beunruhigenden Meldungen gegenüber wird mitgeteilt, daß die Verhandlungen der Reichsbehörden über die E i n - fuhr von Lebensmitteln aus dem A u s l a n d e, wie Getreide, Fleisch, Fett und Mllch zufriedenstellend' verliefen. Aller
dings muß bemerkt werde::, daß dtttch die Unruhen in Wesldeutsdstaud die Verhandlungen über die aus Holland cinuiführcnben '23tuen außeiotdentlich erschwert werden. 'JiidX nur der Balrnmwkehr ist sehr unregelmäßig, sondern es muß auch bcrüdfidxtigt werden, daß Holland nickst Willens ist, die Warenausfuhr zu gestatten, toenn es nicht fidjer ist, daß die Waren prompt tu den Besitz der Emvsänger gelangen. Tie Einfuhr der einzufübrcuden Mengen ist daher davon abhängig, daß so fdmell als möglich wieder geordnete Verhältnisse in Westdeutschland herrschen. Gelingt cs nickst, das deutsch' Wirt- fd)aitste und Verkehrsleben mieber in rcregelte Bahnen zu bringen, so kann auch nickst damit gerechnet werden, daß das Ausland dem Deutschen Reick» in der Bemessung der Preise und in den Zahluitgsbedingiingen bei weiteren Einkäufen von Lebensmitteln entgegenkommt.
Amerika und Deutschland.
Haag, 27. März. (WTBst Wie der „Wienrot Courant" aus Washington meldet, entwarf der Ausschuß des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten eine Entschließung über die Beendigung desKriegsteu st an- des gegenüber Deutschland und vie Aushebung aller durch ihn verursachen Beschänkungs- maßnahmen.
Frankreich und der FriedenSverkrag.
Paris, 28. März. (WTB. Die Blätter drücken ihre Genugtuung aus über ine Einmütigkeit, mit der die Wammer durch die am Frntrg angenommene Tagesordnung die Rrgr rui'g ein» geladen l)at, die Durchführung des Friede ilsvertrages zu fo.dern. Tie Zu^immung zu dieser Tagesordnung sei der beste Beweis, daß das Parlament und die gaiue öffentlich Meinung hinter der Regierung ständen, um fi» in ihrer Ausgabe zu unterstützen.
Paris, 28. März. (WTB.) HaL^s meldet: Tie Reichswehr truppen setzten ihren Einmarsch in die neutrale Zone ohne (’knefnnv- gung fort. Ter „Petft Pariften" meint, daß mam gels jeder reg lmäßigen Regierung e? wohl die militärischen OberbefelLshaber seien, die eine Lösung der Lage im Ruhrgebiet nur in neuen Kämpfen sähen und den Marschbefehl c,-iben. Tas Blatt glaubt zu wi.s en, dah die fran-öiifch Regierung len, 9Uliierten bereits in« schwere Verg?waltiaung des FriedenSverlrages gemeldet habe, und daß bereit- neue Maßnahmen gegen die dauernden Uebev- tretungen vorgeschagen würden.
Paris, 26. März. (WTB.) Reuter. Wie xxx* lautet, haben die Bereinigten Staaten beschossen, sich gemeinsam mit Großbritannien und Italien einer militäri* Hielt Aktion der Alliierten ^u r Auf- rech terhaltung dec Ordnung im Ruhrtal zu widersetzen.
FreistaatSwahleu in Danzig.
Danzig, 27. März. (WTB.) Der Völler- bintb genehmigte, daß die F r e i st a a t s wa h l e n zur verfassunggebenden Versammlung für den Freistaat Danzig am 15. Mai stattfinden. Oberbürgermeister Sahm wurde zum WahlkomHiissar bestellt. Der Völkerbmid wird sich noch mit der Wahlordnung beschäftigen.
Au» Liessen.
Abänderung d7s FürscrgekassengesetzeS.
rm. Darmstadt, 26. März Dir Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Landtags beriet in zweitägiger Sitzung unter seinem Vor- sitz/enden Abg. Schröter die Regierungsi»rlage betreffend bte Abänderung des Fürsorge- ka ssenge setze s. Die 64 Artikel nebst ein- • gehender Begründung enthaltende Berlage fand nach eingehender Besprechung mit einigen Abänderungen rin stimmige Annahme. Von wesent- tid>er Bedeutung ist ein hierzu von Abg. Knoll gestellter Antrag zu Artikel 54 des Gesetzes, durch den eine Abänderung des Instanzenzuges statt- fii:bcn soll. Danach sollen die anfechtbaren Entschließungen des Venoallungsra es der Gesellschaft nicht mein im Denval.ungs'tiritv-erstih eu, sondern durch neu zu schaffendes Sondergericht, analog den Steucknnsmnzen des Bersicherungs- und Oberver- sickterungsamtes zur Entlchridung ttrnmen. Tie übrigen Aenderungen sind nickst von rvesentlicher B.deutung. Ter Aussckrnß vertagte sich bann bis zum nächsten Monat.
Zur Schulgksetznovcll^.
Das bischöfliche Ordinariat in Mainz hat sich erneut an das Landesamt fürdas Bildungswesen gewandt und gegen die Novelle zum Hess. Volksschul- gcsetz Stellung genommen. Zum Schluß sagt es in dem Schreiben:
„Es wird seit dem Umsturz unserer Verhältnisse ohne Unterlaß genudpu, tote notwendig ernste zielbewußte, opferwillige Zusammenarbeit zum Wiederaufbau sei. Das Hessische Landesamt für das Bildungswesen hat es cm solchen Erllärungen bei den verschiedensten Gelegenheiten nicht seksteE lassen. Dasselbe Landesamt aber hat kein Bedenken getragen, den Zankapfel der Schulgesetznovelle in das Getriebe dieser Tage hineinzuwerfen, wo es doch wissen mußte — auch wir haben sofort unsere warnende Stimme erhoben — wie tief und schmerzlich die Nadikalifterung des Schulwesens dem gläubigen Teile des Volkes, der wahrhafttg nicht der schlechteste ist, wo es sich um die tsorge für das Wohl des Vaterlandes handelt, ins Innerste rinsch.cridet. Di- Bercmt- toorhmg für den neuen Kulturkampf fällt einzig und allein denen zu, die die Zeit der Radi- kalifierung g-kommcn glaubten, nidfi denen die um ihre heiligsten Interessen bangen und sich gegen die Vergewaltigung zur Wehr setzen."


