Einzelbild herunterladen

tler

w'sscn, Wertt

' *<6:

SflLJ* F&

WldfWj, aat. Mtartat w «Äft* roetbtn, öött LovmrStag den 2? i. tot 5. Februar 1920 HSt« Mi bei Arger, wungen köimen roänrent Spracht iwrben.

>_ hffi 1920.

1 Mshauim.

L» e r- 987 Pappelstäm«e>. ain-lar nrfcuft äj xtitimmt 1. bis 5. fflafk, bofe sind lmichlosser nm

3Q" lis Mittwoch de, MchmiVoO 2 Uhr, aui nftßti räjuridrn, m ta staüsindtt. X«ii fttöigm* iröihmng befanntgtgtfa.. 28. Zaimar 1920.

ergermeiftflti, igel.________M

Orkans.

?m verkauft im W M chrmftarnmholz 2.-5. ff v atmeifflL &r Ansal :r Mlzhauerei' mgcge6e octWow mit der i W« Dmsmg te s 12 Ubr an btt mW» miwiwa. SuiWrne

anwiT 1920.

cislrrei, Aüllrr. _

^Pachtung.

iltragb mW* Niwvocb da i WM Ibr aui ton Dtfou-^ >> ZweftereKJMW' m. Die Bedingmen w

rrg, den 27-^®« L"

üpaiftOlttg' wjSsS swSS? ZebioMSal wervcn

-rmmc 1^0 ijteca Rodhew.

_______ epa^tnnst.^

-Ns*»1 s.D»' FÄS. biUil^r^T 1 rrpa^'L

--

iW.

Sft*/ KiSAr rfer-" <> «23;-^** 0

Nr. 24

Ter Lietzener Siryfgti erscheint läglub, anher Sonn- und FererlagS.

Sezvgrpreir:

Monatlich Mk. 2.30, oierteljäbrtid) Tlf. 6 90 einschließlich de4Bestell- flelds; durch die Post Dievtdjäbrlid) 'JJlf. G. aucschtießltch Bestellgeld. Fernsvrech - Anschlüsse: sürdre -3chriilleitungll2 erlaa,Gejchi.kiSstelle51

Anschrsit für T rablnach- rtchten: Lozeiger Stehe«, postschecktonto:

Srauffurt a. M. 11686

170. Iatzrgcmg

Donnerstag, 29. Januar 1920

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhessen

ZwiMngrntnddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftlertnnz. Geschäftrstelle u.vrackerei: Schulftr. 7.

^uuayuit von au^e.geu f. bte Lage»nunrrner vtä zum Nackinlliaq vorbei ohne jedeVerdlntttichleit. Dreis für 1 mm höhe uir An<ei.ien u.34mm breite örtli ti 25 ßt, auswärts 30 'M!.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 90 Pf. Aei Platz- öorftf)nfi2O*/ A ««schlag. Hauotschri tlerter: Ang. Äoeiz. Veraiuworittch für Politik: Arrg. Cioetj; für den übrigen teiL Dr. Reinhold Zenz: snr den Anzergenterl: o. Beck, sänrllrch in Giehen.

Was kann beim Neichrnotopfer vom vermögen abgezogen werden?

Es ist dringend notwendig, daß sich der zum Reichsnowpfer Steuerpflichtige rechte zeitig darüber unterrichtet, wie die Der Mögensaufstellung zu erfolgen hat und was in Abzug gebracht werden darf. Dom Hansa- Bund geht uns eine knappe übersichtliche Zu­sammenstellung zu, die dem Steuerzahler einen Anhalt bietet:

Das Vermögen selbst ist nach folgenden Grundsätzen festzuftellen:

1. Grundvermögen: Bei landwirtschaft­lichen Grundstücken gilt das 2Ofache des Jahresreinertrages unter der Voraussetzung gemeinüblicher Bewirtschaftung, bei bebauten Grundstücken ist der Miets- oder Pachtertrag, den sie erbringen oder bei gemeinüblicher Vermietung erbringen würden, um ein Fünftel für Nebenleistungen und Jnstandhal- mngsarbeiten zu kürzen und mit 20 zu multi­plizieren, um den Ertragswert -u erhalten.

2. Betriebsvermögen: Zum Betriebsver- Inögen gehören alle dem Unternehmen ge­widmeten Gegenstände, es ist nach Abzug der Betriebsschulden mit 80 Proz. seines Wertes einzusetzen.

3. Das Kapitalvermögen wird ermittelt nach einem für den 31. 12. 1919 erscheinenden Steuerkurszettel. Zum Kapitalvermögen gehören u. a. auch: Forderungen an Schuld­ner (auch unverzinsliche). Dagegen brauchen uneintreibbare Forderungen nicht eingesetzt zu werden. Ferner faften nicht hierunter der Kapitalwert der Renten und sonstigen wieder­ffehrenden d?utzungen. (Renten für Verlust der Erwerbsfähigkeit, auch Kavitalabfindungen dafür, fallen gleichfalls nicyt hierunter.)

Bon dem nach diesen Grundsätzen für den 31. Dezember 1919 ermittelten Ver­mögensstand können nur abgezogen werden:

1. die dinglichen und persönlichen Schulden, 2. vom Abgabepflichtigen zu entrichtende

Leistungen, die auf gebundenem Ver­mögen beruhen (Familiensideikommiß, Lehen, Stammgut und dergl.),

3. nach dem 31. Dezember empfangene Schenkungen, die nach § 13 des Gesetzes der Schenkende seinem Vermögen zuzu- rechnen hat,

4. der Betrag einer Kapitalabfindung für eine Rente auf Grund des gänzlichen oder teilweisen Verlustes der Erwerbs­fähigkeit,

5. Kapitalabfindungen an infolge der Ver­minderung der Wehrmacht ausscheidende Kapitulanten,

6. Steuern für das Rechnungsjahr 1919, soweit sie am 31. Dezember 1919 noch nicht bezahlt waren, ferner auch die auf Grund der außerordentlichen Kriegs­abgabe 5U entrichtende Abgabe von Mehreinkommen (Mehrgewinn) und die Kriegsabgabe vom Dermögenszuwachs,

7. Beträge, die zur Bestreitung laufender Ausgaben nicht geschäftlicher oder beruf­licher Art für die nächsten 3 Monate be­stimmt sind, soweit sie aus laufenden Jahreseinkünften stammen,

8. von jedem Vermögen bleiben 5000 Mk. abgabefrei; wird das Vermögen zweier ^begatten gemeinsam versteuert, sind je

9. für das 2. un§ jedes weitere Kind (ohne Altersbegrenzung) sind je 5000 Mk. frei- geftcllt bei 4 Kindern können also für das 2., 3. und 4. Kind je 5000 Mk., d. h in diesem Falle 15 000 Mk abgezogen werden,

10. bei einem Vermögen bis zu 150 000 Mk kann, falls fein Anspruch auf Pension oder Hinterblieben enfürsorge besteht ein.Abgabepflichtiger, der das 45. aber noch nicht das 60. Lebensjahr überschrit­ten hat, für die ersten 50 000 Mk. */. und für die nächsten 50000 Mk. >/5 ab­ziehen. Ist das 60. Lebensjahr über­schritten, so betragen die Abzüge 1/s für oie ersten und V* für die nächsten 50000 Mark.

Die Abgabesatze betragen:

für die ersten 50 000 Mk. 10 Prvz., für die nächsten 50 000 Mk. 12 Proz., für die nächsten 100000 Mk. 15 Proz., jur die nächsten 200000 Mk. 20 Proz. usw.

Vie Stage bet Auslieferung des früheren Hatte s.

London, 28. Jan. (Wolffs Havas. In olstziellen Kursen Londons besteht die Absicht, fcmerlei wirtschaftlick-en Druck aus Holland t»<Kn oer Ausli eferung Dilhelms II. nszuüben. Es soll beschloss n werden, den Kiriscr ln contumaciam zu verurteilen.

Amsterdam, 28. Jan. (Wolff.) DerTele- S^oas" me(i<t aus Washington: Be. or die antiportnote der niederländisck-en R^ rnng auf 3 Ersuchen der Mliierten um Auslieferung Wil- httlms II. abgesandt wurde, Earuuci beQ-its alle

alli.erten Regierungen ihren Jnl-alt. Lan­sing erklärte in e.ner Versammlung in Boston, Ameri ka werde sich in der Frage der Auslie­ferung des Kaisers niemals den Alliierten an- jchtlietzen. Nur mit Genralt sei die Auslieferung zu erzwingen.

London, 28. Jan. sWolff.) Havas. Der Daily Expreß" will nnssen daß die Alliierten Holland den Vorschlag machten, daß, falls Wilhelm II. in Holland bleiten würde, er seinen Wohnsitz wechseln solle.

*

Admiral v. Reuter freigelassen.

L o n d o n, 29. Jan. Havas. ZeitungGlobe" meldet, der verantnwrtliche Urheber dec Zer­störung der deutschen Ktr.'gsschisfe von Srapi Flow, Admiral von Reuter, der in England interniert war, sei freigelassm worden uno be­finde sich bereits auf dem Weg^ nach Deutschland.

W i l he l m sba ve n, 29. Jan. (WTB.) Der Ches der Admiralität von Trotha ist zur Be­grüßung der Internierten von der in Scapa Flow versenkten Flotte hier cingetroffen.

Die Time» über die Größe Lctiow BorbeckS.

A m st e r d a m, 28. Jan. (Wolff) Die Times" schreibt in einem Leitartikel über Ge­neral v. Lettow-Vorbeck, dessen Fckozugs- erhmerimgcn das Blatt vecösfent icht, bie Gröhe des Generals Ifcffe in der hervorragendm Em- schlossenheit, die ihn durch tausende von Prüftmgm des vieljahrigen Tropenseldzug-s hochhie^tcn. Nur die moralische Kra.t seiner gebi-^berischen Pwsön- lichkeit konnte solches vollbringen. Daß er d'n Krieg so rein und so ritterlich führbe, war von den K)ennern seiner Art ^rtvarvet lvorden. Das überraschendste an seinen Erzählungen sei die Standhaftigkeit seiner eüigeborer.en Truppen. Ihr Verhalten zeigbe, wie gefährlich es gt-toefcn wäre, Deutschland ein tropisches Reich zu lassen.

Sine Reise ElemeneeanS nach Aegypten.

Paris, 28. Jan. (Wvkff.) GTemenceau reist am 3. Februar auf dem Dampfer ,L^tus" nach Aegypten.

Eine Soldatentundgebung in Ramnr.

Namur, 28. Jan. (Wvlft) Ungefähr 800 Soldo ten aller Waffen mrnisestierten heute in den Straßen der Stadt und forderten Einheitlich» feit in der Dauer des Militärdienstes. Die Mani­festanten wurden durch starke Patrouillen zerstreut.

Von der französischen Presse.

Paris, 29. Jan. (WB.) Am Mittwoch fand eine Versammlung von 360 Zeitungs­verlegern statt, die ein: Kommis ion wählten, mit dem Auftrage, eine einheitliche Versorgung brr der franzlsischen Presse mit Druckpapier zu or­ganisieren. Das Komitee wurde beauftragt, bet der Regierung Schritte zu unternehmen, um die Herausgabe und den Verkauf von Zeitungen aller Art von Samstag mittag 12 Uhr bis Montag mittag 12 Uhr zu verbieten. Ferner soll der Erlaß eines CinfulTrverl-o'.es für ausländi'ches Papi.'r, dessen Preis sich infolge von Spekulativn>m ver­doppelt hat, erftrebt werden.

Spanien verweigert Dr. Rosen da» Agrement.

Madrid, 29. Jan. lWB.) Die Nachricht, dof die spanische Regierung dem von D'utschland mit seiner Vertretung aus rs-hcnen Dr. R o s : n das Agrement verweigert hat, wird äm t* lich bestätigt.

Wilson» Absichten.

Washingtan, 29. Jan. iWTB.) Präsi­dent Wilson fordert den Staatssekretär für die Finan^n neuerdings auf, daß er sich nochmals an den Nmgreß wende, damit dieser einen Vor­schuß von 150 Millionen Dollar für Polen, Deutsch-Oesterreich imb Armenien be­willige. Ter Präsident will es nicht glauben, daß die Vereinigten Staaten nicht imstande wären, dem großen moralischen und materiellen Elend zu steuern.

Die irische Bewegung.

London, 29. Jan. (WTB.) Heute ver­öffentlichen die römisch-katholischen Bi­schöfe von Irland eine Erklärung, in der sie über die g^ahrvollen Zustande, die infolge der Unterdrückung und Beschrän'mng der natio­nalen Freiheiten im Lande herrschen, klagen und erklären, der einzig richti^'.iWez, auf dem freund- schattliche Beziehungen zwischen England und Ir­land hergestellt werden forme, sei der, dem unge­teilten Irland zu erlauben, seE Beziehungen selbst zu wählen.

Betriebsräte in Norwegen.

Kopenhagen, 29. Jan. (WTB.) Tie National-Tidende" me bet aus Kristiania: Die Minderheit der Arbeitskommi sion von 1918 hat einen Borchilag aus gearbeitet, wonach in allen Industriebetrieben Norroe ens, die mindestens 50 Arbeiter beschäftigen, durch Ge'etz Betriebs­räte cingeführt werden, die aus Vertretern dec Arbeitgeber, Beamt.n und Arbett rn zu ammen- gesetzt sein sollen. Die Betttcbsräte sollen aus- ichließlich beratende Vollmacht la en Im Gegen­satz zu einem Barsch ag oer Mehrheit dec Kom­mission wird die Einsetzung von Bezirks- oder Landesräten vorgeschlagen.

Letten und Bolschewisten.

Paris, 28. Jan. (Wolff.) Havas. Die let­tische Armee hat die bolschewistische Fron! an zwei Stellen durchbrochen und ist 20 Kilo­meter vorgedrungen.

Japaner im ttanipf gegen Bolschewisten

Tokio, 28. Jan. Tie Bolschewisten haben den Bezirk Uffmi in Sibirien angegriffen japanische Truppen wiesen den Angriff ohne jede -^Schwierigkeit zurück.

Wahlen zur ungarischen Natlonal- versamm'ung.

Budapest, 28. Jan. (Wolff.) Ungar. Stor.- Bnreau. Die Wahlen zur Nationalver­sammlung am Sonntag und Montag sind im ganzen Lande ruhig verlaufen. Bis gestern abciti. lagen folgende Wahlergebnisse vor: 47 Christlich Nationale, 37 Kandidaten der Partei der kleinen Landwirte, 4 Demokraten und 2 Parteilose. Sechs Wahlergebnisse fehlen noch. In dem Budipester Wahlkreis siegte der Kriegs Minister Friedrich über den ehemaligen Ministerpräsidenten Wekerle. Vou 22 Budapester Mandaten fielen 15 auf die Christ­lich-Nationalen, 4 auf die Demokraten. In 3 Bu­dapester BezirLn findet Stichwahl statt.

Ungarn wieder Königreich?

Budapest, 28. Jan. (WTB.) In 108 Wahlkreisen wurden 52 Christlich-So-iale, 39 kleine Landwirte, 4 Demokraten und 2 Parteilose gewählt. Elf Stichwahlen sind erforder'ich. Mi­nisterpräsident Huszar sagte in einer Versamm­lung, die erste Aufgabe der Nationalversammlutig werde die Walst des Staatsobcrl-auptes sein. Es sei klar, daß Ungarn wieder Königreich werde. Doch wäre es verfrüht, schon heute diesen volkstümlichen Namen hervorzuheben.

Die Lisenbahaerbrwtgung.

Frankfurt a. M., 28. Jan. (Wolff.) Am 28. Januar bat die Frist für die Meldung der­jenigen Arbeiter begonnen, die die Arbeit in den Eisenbahnhauptwerkstätten Frankfurt a. M. und Nied aufnehmen wollen. Die Anzahl der Ar­beiter, die sich zur Aufnahme der Arbeit unter den neuen Bedingungen bcreiteTflärt haben, beträgt in den beiden Werkstätten zusammen bereits beute gegen 3000 Mann. Nach der Schließung der Eisen­bahnwerkstätten boten sich dem Eisenbahnminifte- rium von verschiedenen Seiten Arbeitsgemernschaf- ten nach dem Muster der von Hauptmann Schmude gegründeten an, um die Arbeit in den geschlossenen Werkstätten zu übernehmen. Den Arbeitsgemein­schaften stehen sachverständige Führer und in den Angehörigen der früheren technischen und Eisen- bahntruppm auch geeignete Arbeitskräf'e in aus­reichender Zahl zur Verfügung. Das Eiscnoahn- ministerium ist diesen Angeboten noch nicht nähec- getreten.

Be r l i n, 28. Jan. (WTB.) Bis mittag hatten sich.in den geschlossenen Eisenbahnwerkstätten von Berlin, Breslau und Nied bereits mehrere hundert Arbeiter gemeldet. In Salbke und Jena 'hatten die radikalen Elemente Vorkehrungen getroffen, um die arbeitswilligen Elemente an der Meldung zu verhindern. Für au £ reichenden Schutz der Arbeitswilligen ist überall gesorgt.

100 prozentifche Erhöhung der Güter­und Personentarife.

Berlin, 28. Jan. lWTB.) Tie deut­schen S taatsbahnen beschlossen, am 1. März eine alffle meine Erhöhung der Güter­und Personentarife um 100 Prozent rintreten zu lassen.

Erzberger» Krankenlager.

Berlin, 28. Jan. (Wolst.) Erzberger hat in der vergangenen Nacht bis 4 Uhr mit Unter­brechungen geschla'en. Dann setzten Herzbe­schwerden ein. Die Professoren Plesch und Hildebrandt untersuchten die Wunde abw- mals. Der Puls gtfpt sehr lebhaft. Heute vormittag besuchte Ge.ieval v. Winterfeld, her leruwz-nt ebenfalls der Wafsenstillstandsk'vmmis.ron ange­hörte, den Minister.

Berlin, 28. Jan. (WTB.) Tie fcutige Untersuchung Erzbergers ergab, daß Schwellung und Schmerzhaf.igsei! der Schußwunde noch wenig oeränd.rt sind. Eine Infektion ist nicht eingetreten. Temperatur normal. Puls 120. Der Patient ist erschöpft unb sehr schonungsbedürf­tig, doch bestellt keine unmittelbare Lebensgcsahr.

Berlin, 29. Jan. (WTB.) Dem Reichs­finanzminister Erzberger gehen dauernd Bei­leidskundgebungen aus dem In- und Aus­lande ;u. Zah.reiche Abgeordnete bei National­versammlung und der Lande "-Parlamente drücken ihre Empörung über das Attentat imb Wünsche für baldige Genesung telegraphisch aus. Dasselbe gilt von den großen deutschen Zeituirgen, von Verlagen sowie von einer Anzahl sozialer und gemeinnütziger Gesellschaften.

Au- dem tteiche.

Eine Aenderung im Reichseinkommen- siencrgesetz.

Berlin, 28 Jan. (WTB.) Im Steuevrns- sch- Der Na:kiuihxrnmmlung wurde bei Be­ratung des Reichseinkommensteuerge- setzes der § 19 des Entwurfes dahin ab­geändert, das; der den Betrag von 2000 Mack übersteigende Teil d-s itrucrbircn Eineommens s^-rpflichllg itt S euerpstichtigen Familienmitgliedern werden Vergünsttgungen ge- wäl-ct.

Der Kohlenmangel.

Berlin, 29. Inn. Nach dem .Lokalanzei- ger" muß die Bremer Bulkanwerst wegen Kob- lenmangels von heute ab ihre Werke bis auf weiteres schließen.

Die Akkordarbeit

Berlin, 29. Jan. Im Groß-Berliner Bau­gewerbe wird die Wiedereinführung der Akkordarbeit erstrebt, um die Acb<ntsl.istung zusteigern. Es ist eine Studienkommisjwn beauf­tragt worden, schleunigst die Formen für eine verbesferte Akkordarbeit auszustcklen.

Ein neuer Ausstand.

Leipzig, 28. Jan. (WTB.) Jm Lugau« Oelsnttzer Steinkohlenrevier sind heute die Bergarbeiter indenAusstand getretüL. Bis jetzt sind 75 Prozent der Belegschaften aus- ftändig. Es wird befürchtet, daß der Streik auf das omue Revier und auch auf das Zwickauer Revier sich ausdchitt.

Tie Preise in der Landwirtschaft.

Berlin, 28. Jan. (Wolff.) In der Sitzung der preußischen Landesversammlung wurde ein An­trag Friedberg (Dem.» angenommen, nach dem für fokbe larchwirtschaftiiche Erzeugnisse, für die die Zwangswictschaft aufrechterlxilwn wird, schon jetzt "Preise für die nächste Emde festgesetzt wer­den sollen, in solcher Höhe, daß sie der Ge.uhr eines Rückaangs der Erzeugung entgegenwirken und daß den Landwirten für einen ausgedehnten Kartoffel bau binretdjenbe Saatkartoffeln belassen werden.

Dec Reichsausschußfürdiedeutsche La n d wi r t s ch oft erklärte, den besten Weg zur Sieberfttttung der Bolksernährung und zur Erhal­tung der Lebensfähigkeit der Landwirtschaft in der sofortigen Anbahnung unmittelbarer Liefe­rungsverträge zu erblicken. Mit der Fort­führung der zu diesem Zweck eingeleiteten Verhand­lungen ist er einverstanden.

Großthürinqea.

Berkin, 28. Jan. (WTB.) Der Verfass sungsausfchuß der preußischen S an* desversam mlung überwies eine Reihe von Petitionen chürrngischer Gebiete, die sich gegen die Abtretung an den zu bildenden thüringi schen Staat wenden, bei Regiernng zur BerücksiastiMng. Mit den thüringischen Staa­ten soll auf deren Wunsch dagegen in Verhand­lungen eingetneten werden.

An» Hessen.

Ans dem FivanzanSschutz.

rm. Darm stadt, 27. Jan. Der Finanz­ausschuß der Hess. Bokksvammer trat beute wieder zusammen. Zunächst ivurben die Schäden der Wasserlatastroph.' der Nahe besonders in Tie- tershei.m, das wieder so sck)wer heimgesucht wurde, besprochen und die Notwendigkeit alsbal­diger Hilfe dringend anerkannt. Es soll in Kürze eine Besichtigung durch den Finanzausschuß in Gemeinschaft mit Sachverständigen und Regie­rungsvertretern stattfinden und die Möglichkeit einer dauernden und gründlichen Abhilfe der Ver­hältnisse geprüft werden. Vorläusig soll zur Deckung der dringendsten Not die notwendige Bei- hllfe gewährt nxtben.

Hierauf wird die Vorstellung des Verbandes Teutschec Militäranwärter bestrndelt, die nach der erfolgten Rrgierungsantwort, welche die Frage in befriedigender Weise löst, für erledigt erklärt wird.

Zu dem Anttage der Abgg. Widmann und Eißnrrt betreffend die Wohnungen der Staats­beamten in öffentlichen Gebäuden, hat die Regie­rung ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht, und auch dieser Gegenstand wird für erledigt er- llärt. Es folgt die Beratung der Regierungsvor­lage betreffend die Braunbohlengrube Wölsers- he i m, die kürzlich durch eine Kommission besich­tigt wurde. Ter Ausschuß sprach sich einstimmig für die Bewilligung des Betrages aus: es sollen auch die Mehrkosten gutgeheißen und die zur Be- scksleunigung der Ausführung nötigen Auftrage alsbald erteilt werden, lieber die Verteilung der Kosten weiden Verhandlungen mit der Provrnzial- direk ion ftattfinben. Zum Schluß machte Fi­nanzminister Henrich Mitteilungen übet die Pläne, die zur HerbeisülTrung der ReichSeisen- bahnen trorber.itet sind. Tie BerHandlungen werden am Mittwoch fortgesetzt.

rm. Da rmstadt, 28. Jan. Im Finanz­ausschuß der Volkskammer schloß sich an dis Mitteilungen des Landesamtes für das Bildungs­wesen bett, den Ausbau des landw. Insti­tuts an der Landes Universität eine längere Aussprache. Es wird beschlossen, sobald es die Verhältnisse gestatten, die Versuchs­station Darmstadt nach Gießen zu oer' legen.

Uns dem besetzten Gebiet.

Eiue Mordtat in der Rhemproviuz.

Berlin, 29. Jan. (WTB.) Ein erst vor einigen Tagen aus englischer Gefangenschaft ^u- rüdgefebrter städtischer Beamter wurde in Jülich aus einer Promenade ohne jeglichm Wortivechsel von einem schwarzen französischen Kolon i al solda ten erschossen Tie Ar­beiter und Angestellten der stäbtischm unb pri­vaten Betriebe [teilten darauf die Arbeit ein und zogen unter zahlreicher Beteiligung der Bevölke­rung vor die französischeCrtSEommanixrntuc. Der französische General sagte die Bestra ung des Attentäters zu. Der erschossene Beamte routix auf städtische Kosten beerdigt. Am Tage der Be­erdigung hatten tautDeutscher Allgemeiner Zeitung" sämtliche Behörden geschlossen.