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Dienstag, 28. September 1920

Zweites Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen)

llr. 228

Wen etc.

lohnend.

ba5

Beobachtungsgebiet bleibt intixrränbert.

ist

Aus dem Amtsverkiindiqungsblatt.

Fortsetzung 41-

Machdruck verboten.)

die

Der SchlichtungSausschutz der Provinz Oberheste«. Sitzung vom 22. September.

Blinder Hah.

Roman von Alfred Sassen.

** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 139 vom 27. September enthält: Preise für Arzneimittel. Bezüge der Vertrauensmänner

tungsgebiet bleibt unverändert: 3. in Villin- gen. Es wird gebildet: a) em Sperrbezirk, be­stehend aus der Gemarkimg Villingen, b)

Aufwendungen rmrklich für den Zweck der Friedensbesetzung, wie sie der Vertrag von Versailles vorsieht, erforderlich sind?

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,it bitten

O Tonte, Tante," schluchzte nun Renn laut hevaus,werm noch alles gut nrürbe!"

Tie alte Frau murmelte in tiefster Erregung ein paar Worte, die nicht zu verstehen waren aber um so verständlicher war die Bewegung, mtt der sie impulsiv den Kopf des jungen Mädchens an ihre Brust zog.--

Um die Mittagsstunde des anderen Tages stmd Rena allein drunten in der großen Wohnstube am Fenster. Ter Atem versagte ihr, auch die Füße wollten treulos werden sie mußte lid) am Fensterbrett halten, um nicht urnzusinlen.

Draußen war eben ein Wagen vorgestrhren. Sie wußte, wen er gebracht hatte ...

Lermann Lüttich trat mir dem Lehrer Reins­dorf, der ihn am Bahnhof in Göschwitz erwartet, in das Haus. Ter junge Mann hatte hinter den Scheiben des Zimmers, in dem er vor mehreren Wochen der zürnenden Blinden gegenüber gestan­den, ein blasses, aber doch in seligen Man; ge­tauchtes Aättlitz gewahrt. Run riß er ine Tur auf und schsirß die bebende MLdchengesdalt in ferne Arme. , _

Rena ließ es geschehen. Jetzt, nach der großen Wandlung m der Seele der Tonte, durfte tte den ersten Sufi des Geliebten hinnehmen und erwidern. Tie Weit versank ihr einen Augenblick ui dem großen, mir den heißesten Tränen und bittersteu Qualen erkauften (Aücks.

Plötzlich aber schreckte sie empor und wehrte den Geltebien ab.Rein, nein, Lermann Ihr Vater o, wie konnten wir"

Heber die Züge des jungen Mannes ging ein ernstes Lächeln.Wir taten, was uns die lieber macht des Augenblicks gebot/' fagte er emfach. Sx>nun, Rena, nun treten wir mtt verschränkten

XVH1.

Es mochte drei Wachen später sein.

lieber dem Garten hinter dem Schloß lag strahlende Sommersanne.

In den Sonnenschein heraus trat die Blinde

gegen die S tem brandkrankfrril zu erteilen und die Beizmittel praktisch oorzutühren. Tie Gemeinden und die Landwirt: werden ersucht, sich im Bedarfs­salle an die 5aimnelftelle für Pflanzenschutz bet der lcrichwirtschaftl'.ckten Winterschule in Lich zu

lichen Lcremsveröfflnitlichunffen.

Mit dem S.011 grefi, der heute zu Ende gegan­gen, war in verscksiedenen Räumen des Kurhauses <ine A u s st e l l u n g verbunden, die einen hocl)- intcressanten Anblick bot ttnb Zeugnis davon ab> legte, daß die deutsche Technik auch trotz tes ber- [orenen Krieges ihre LcisttmgSfälngkett sich er- l-alten bat. Tie berühmtesten deutschen Firmen waven mit ihren Erzeugnissen an medizinischen und naturwissenschaftlicl-en Instrumenten und Apparaten vertreten.

Ra-ck> Beschluß der Tagung unternahmen heute noch eine größere Zahl der Teilnehmer eine Fahrt im Extrazuge nach Wiesbaden, während an­dere Besucher des Kongresses heute noch einer drnladung der Behringwerke in Marburg ge­folgt waren, wo Gelegenheit geboten itrurbc, die Sx'rum Herstellung kennen zu lernen. Irrend Der Tagung selbst fanden täglich Führungen durch die technisck.en Betrieb? des Bades sonne tu ine nähere Umgebung statt. Auch nach Münzenberg, Arttsburg usw. wurden Ausflüge unternommen. Etwa 30 Pvriseverlreter aus Teutsck^and und dem Auslande besucksten gestern unter Führung von Baurat Berck die hessischen Vtaatsguellen zu Schwalheim, die Löwenauelle, den Schwal- l-eirner Säuerling und den OJ^nr.anüibrunnen.

Solche anstrengende Geistesarbeit, wie die der hinter uns liegenden Wock-e, tonn nur geleistet werden, wenn neben ihr auch Ausspanmrng unh Erholung zu ihrem Rechte kommen. Tasür hatte die Bade- und Kürverwaltung in reichem Maße g.-sorgt. Richt nur durch die Drganiiatim der Spazi rgäng? und Ausflüge, sondern auch durch di? Gewährung des freien (ustrauchs der Stur­mittel und durch die Erlaubnis zum Besuche der Silo narrte und Thcatervorstellungen. Tas Stur» orebefter gab u. a am Dienst g zu Ehren der Gäste im bis zum letzten Piatz gefüllten Storniert- Hause ein Festkonzert inner Lafvat Windersteins Leitung, und das tairtfreater (Gießener etabt- th.ater) spielte am SonntagTas Beschwerde­buch", am MontagZwangs inguartiening", <rm MittwcxüTer Weibsteusel" vor vollem Dause mit starkem Erfolg Am Donnerstag folgte dann noch ein Operngastspiel des hessischen Landes» thmters (Darmstadt)Die lustigen Weiber von Windsor". Um die Teilnehmer des Kongresses über die Vorträge und Sitzungen der einzelnen Abteilungen, über Unterixt'turgen und sonstige B ranstaltungen und töetanntmadj&rgm zu unter- rid/tm, ist täglich ein besonderesTageblatt" erschienen, das auch die Teilnehmerliste verösient- lichte.

Der hessische Staat und dir Stadt Bad-Rau- beim haben sich durch die Aufnahme der nahezu 3000 Besucher ein großes Verdienst erworben. Wenn auch große finanzielle Opfer für den Staat und die Bürgerschaft mit der Tagung verbunden toaren, so sind diese Opfer aber nicht umsonst ge­bracht worden. Die Beucher, darunter viele Aus­länder, haben unseren Badeort und seine Leilsak- toren kennen gelernt und werden den Ruf unseres Bades hirurustragcn in die Welt.

nenden, die zu allen Auskünften bereit ist und das weitere veranlaßt Bei Vornahme der Saatgutbeize unter Anleitmrg der Sam mal stellen für Pflanzen­schutz haben die Gemeinden bzw. die tianütoirte nur die Kosten für die Beizmittel und für die Beizartsführung zu tragen. Tie persönlichen Kosten für die Tätigkeit der eammetitdlen für Ptlanzea- schütz .übernimmt die Landwirtschastokammer.

Tie Versorgung unseres Landes mit Kartoffeln Laut Verfügung der Lan- deslartofselstelle in Tarrn stad t vom 23 Septem­ber 1920 zu Rr. L. K. St. 760 ist die Ausfuhr von Kartoffeln nach Orten außerhalb des Freistaates Lessen und der Provinz Lessen-Rassau nur auf Grund cineö vorn KreiSamt ab gestem­pelten Frachtbriefes zulässig Bei Antragstellung ist der Nachweis des Ein- und Verkaufspreises durch Vorlage der Belege zu erbringen, da vor Erteilung eines Versandschrines die Ein- und Ver­kaufspreise zu prüfen sind.

Tie Maul- und Klauenseuche ist amtlich festgestellt: 1. in Annerod. Es wird gebildet: a; ein Sperrbezirk, bestehet curS der Gemarkung Annerod, b) das Beobachtungsgebiet wird nicht geändert; 2. in Ober-Bessingen. Es wird gebildet: a) ein Sperrbezirk, bestebend nu8 der Gemarkung Ober-Bessingen, b) das Beodach-

an ihrem Arm ging der wiedergenesene Terttsch- ameriBauer. Er verließ heute zum ersten Male das Seron Ben$im mer.

Langsam schritten die beiden durch die Gänge in einem innigen, genießenden Schwergen. Dre Luft war so kösllich warm und weich, ein ganz leichter Wind trug auf feinen Schwingen Blurnen- duft und die süße Schwere dörrenden Leus. Vogel­sang Käfergesurr rings ...

Endlich begann die Blirche langsam:Walter, wir haben uns an deinem Krankenbett gefunden, ohne daß auch nur ein einziges Wort der Aus­einandersetzung zwischen uns gefallen wäre,

(Fortsetzung pigxj

Langsam süß sie sich wieder in die Stiften zu- rücksinken. Eine Weile Lag fic ganz still bann wagte sie leise:Sein Sohn - Wre geht es ihm?'Was macht seine Wunde? Befrndet er ,rch noch in Davas?" . _ ,

Tem jungen Mädchen stieg cm Euchzeu rn bi» stehle aber es war ein ^schluchzen des Glucks. Sie Tante hatte nach Hermann Lütttch gefragt, itxfr seinem Ergehen! . ,

Tag es war strahlender Tag geworden! bricht nur für das verfinsterte Lerz der Tante auch das ihre, das so bettelarm an Losinung und Freude gewesen, durfte sich haben in wonnigem Licht' Sie fühlte es, die wirren Fäden, in denen sie und der Geliebte, eins so weltfern vorn an­deren. sich gebunden und gefangen ge>e.;cn, locker­ten sich bald fielen sie woU ganz ab!

Stammelnd beantwortete sie endlich, die rzrage der alten Frau:Es geht Lermann Lütttch nicht Wecht. Rur aus Vorsicht ist er noch in TavoS geblieben. Der Lehrer hat ihm jedoch telegvaphtlch die Erkrankung seines Vetters angezeigt. Er hat sofort zurücktelegraphiert, daß er kommen werde. Er fühle sich wohl genug zum Reifen, auch ixt Arzt habe nichts dagegen. Morgen mittag wird er hier sein."

Tie Blinde nickte mit dem Koch.Morgen mittag gut. Richt eher will ich zu Walter Lüt­ttch hinüber. Mir ist, als müsse ich von fernem Sohn erst die Erlaubnis haben, an das Krankenbett treten zu dürfen."

1. Steinbruchbesitzer Seurich in Münzenbecg verpflichtet, mit Wirkung vorn 1. September 1920 an einen Stundenlohn von 3,80 Mk. zu

Zugleich beugte er unwillkürlich em taue vor der Blinden vor der besiegten Siegerin.

Sie küßte ihn aus die Stirn. Still harrte er ein Weilchen unter der Berührung, die Segen und eine Bitte um Verzeihung zugleich bedeuten sollte ...

Tann traten die Drei in das Krankenzimmer, wo eine ältere Pflegeschwester mit gleichmäßigen geräuschlosen Bewegungen hantierte.

Ehe der junge Mann in der halben Täm- merung, die durch die leicht verhangenen Fenster geschasfen worden war, das Bett noch bemerkt hatte, war die Blinde, die ja genau wußte, wo eS stand, schon daram 'zugeschritten, war davor in txe Knie gesunken und hatte die auf 'der Steppdecke liegende fieberheiße Land des Kranken an ihre Lippen gezogen.

Die mablosen vesatzungrloften im Rheinland.

Berlin, 27. Sept. (WB.) Rach einer HavaSmeldung vom 22. September antwor­tete der französische Finanzminister auf die Anfrage eines Senators nach der Höhe der Besatzungskosten im Rheinland und der von Deutschland bisher ge­zahlten Entschädigung, daß die Be- jatzungskosten bis Ende März 1920 1,8 Mil­liarden Franks betragen hätten und von Deutschland bis Ende Juli d. I. 1388 047 245 Mark bezahlt worden seien. Der Betrag von 1,8 Milliarden Franks ergibt 2,2 Milliarden Mark.

Rach zuverlässigen Informationen han­delt es sich bei der Summe von 1 388 047 245 Mark nur um die baren Geldleistun- gen, die bis jetzt an die französische Be- latzungsarjnee gezahlt werden mußten. Der Wert der für die Besakungsarmee getätigten Sachleistungen ist noch gar nicht zu schätzen. Allein durch die Requisitionen der nesatzungstruppeit dürfte ein Kostenaufwand oon mindesbeihZ 6 Milliarden Mark verursacht sein. Das; die Ansprüche insbesondere in dem französischen Besätzungsgebiet nicht im Zu­rückgehen begriffen sind, ergibt sich daraus, das; nach zuverlässigen Nachrichten aus der Rheinpfalz in der Nähe von Kaiserslautern erst in den jüngsten Tagen ein wertvolles Daldgelände von etwa 600 Hektar zur Er­richtung eines Munitionsdepots beschlag- jjahmt wurde. Die Gesamtkosten hierfür wer­den auf mindestens 110 Millionen Mark an­gegeben, deren Zahlung von Deutschland ver­langt wird; ebenfalls die in der Nähe von Kaiserslautern geplante große Benzin-Tank­anlage, deren Errichtung ' von Deutschland gefordert wird, verschlingt nach Überschlägi­gen Schätzung weitere 40 Millionen Mark. Beide Anlagen sind für die Ver­sorgung einer Millionenarmee ausreichend. Auf der Gemarkung Euren-Zweam bei Trier planen oie Franzosen ferner den Bau einer Feldbäckerei, die täglich zunächst 100 000,spä­ter 200 000 Brote, also einen Tagesbedarf für 200 000 bzw. 400000 Mann Herstellen soll, sowie den Bau eines Uebungsplatzes für Eisenbahntruppen, mit dessen Bau bereits be­gonnen worden ist. Dierzu werden nach an­deren Mitteilungen 300 Morgen des ftucht- barsten Ackergeländes, fast durchweg K ein­besitz, beansprucht. Die Höhe der Kosten, dis hierdurch dem Reich aufgebürdet werden soll, ist noch nicht übersehbar. Die alten deuö- schcn Flugplätze im besetzten Gebiet reichen den Franzosen und Belgiern nicht aus. Sie haben angeblich als Reserveflugplätze für den Mobilmachungsfall wertvolles Ackergelände in vollem Umfang beschlagnahmt: die Bei­zier bei Düren 140 Hektar, bei Jmmendorf und Prummern 175 Hektar, böi Aldenhoven 50 Hektar, bei Odenkirchen 180 Hektar, dis Franzosen bei Euskirchen und Koitzheim 75 Hektar, bei Sembach (Pfalz) 85 Hektar, bei Marxheim 93 Hektar, bei Wackernheim und Niederingelheim 200 Hektar. Der Erntcaus- fall, der durch die Beschlagnahmung von ins­gesamt 800 Hektar besten Ackergeländes er- Dächst, und der schwere Schaden für die meist kleinbäuerlichen Grundbesitzer angesichts der Zerstörung ihrer Wirtschaft findet bei den französischen und belgischen Militärbefehls­habern keinerlei Verständnis. Der geldliche Schaden, den das Reich außerdem zu tragen haben wird, ist zur Zeit überhaupt nicht zu 'chatzen. Die Belgier fordern weiter die Er­richtung von vier großen Truppenlagern bei Neuß, Herdt, Rheinlamp und Repelen, deren Bau über 47 Millionen Mark kosten wird. Es bedarf angesichts der finan­ziellen Lage des deutschen Reiches keiner Antwort auf die Frage, wie Deutschland neben diesen, ledig­lich französischen und belgischen beereszwecken dienenden, unge­heuren Besatzungskosten Wieder­gutmachung leisten soll. Wohl aber darf Deutschland Antwort auf die Frage er­warten, ob diese gewaltigen, militärischen

86. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte.

(19.25. September in Bad-Nau heim) ^lBad-Nauheim,25. Sept.

VI.

Die meisten der wissenschaftlichen F-achiruppen haben ihre Beratungen geftem schon yi Ende ge­führt; nur vereinzelte Abtrilungeu tagten beute noch firn ter, so die Abteilung 25: öaB-, Nasen- und Ohrenheilkunde, deren Leiter Professor o. Eicken iGießen) war, der auch einen Vortrag über psycho­logische Stimmstörungen bei Kriegsteilnehmern hielt. Außerdem hielt von Gießener Gelehrten noch T)r. Brügge mann ein Nejerat. An die Schluß­no ch eine Beächtigung der Gießener Hals- und sitzung dieser Abteittlwg schloß sich heute nachmittag Ohvenklinik an.

Von bat über 4 00 Ein»elthemen, die in den letzten Tagen in den 30 fachwissenschaft- lichen Abteilungen behandelt worden sind, greifen wir heute noch einiaeS heraus, die allgemeines Interesse haben dürften. So sprach in der Ad- teilung für Psychiatrie und Neurologie Professor Sommer (Gieszen) überPsychologie und Psychopathologie der Erfinderund Erfindungen". Er führte ans?: So einen kleinen Vogel habe in den Äugerr der Mitwelt wohl jeder Ersinder. Er habe sich mit bat Erfindungen ausgefproch ner Psychopathen befaßt und da inter­essante Erscheinungen angetroffen. Er habe sie Mo­delle an fertigen lassen, wobei einige ganz beachtens­werte Arbeiten herausgebracht hätten so z. B. einen EnlfenrungSmesser, den das Kr^egsministerium als ganz brauchbar, aber als überholt bezrichnet habe. Es sei das Verdienst russischer Kollegen, die Be­deutung des mechanischen Sinnes betont zu haben. Für die Erftudertätighnt kämen drei Momente in Betracht: die Erftnderidee, die technische Durchbil­dung und die kcruftnänni.che Verirerlung. Es sei ein biologisches Geiey, daß die Erfinder diese letztere Fähigkeit meist nicht besitzen, und darin liege die Tragik des Erfindertums. Der Redner hat deshalb seine Bestrebungen auf die Errichttotg eines deut­schen Erfinderinstituts gerichtet. Die Organisalirn müsse dem Erfinder die kaufmännische Verwertung seiner Ideen abnehmen, ohne ihn um den Ertrag s.incr Arbeit zu bringen. Man könne die ganze geiftige Konstruktion des Ersin der s über­sehen, er sei stets emo Synthese der verschiedensten Eigenschaflen, wte wir es bei Leonardo da Vinci hätten. Auch in seinen Gemälden ringen die ver­schiedensten Elemente miteinander, sonst hätte er nicht an einer Mona Lisa jahve ang arbeiten kön­nen. Die vollkommenste Synthese fei Gcaf Zeppe­lin. Eine niederdeutsche Adelsfamilie, feste, aufs Rützlickic eingestellte Charaktere, verbänden sich im Südwcsten Deutschlands mit geisthochstehenden Bürgerfamilien vcn kaufmännischem Ge chick. Aus solchen Synthesen heterogener Eigenschafteir ent­stünden die bedeutendsten Erfinder.

In der Abteilung für gerichtliche und soziale Medizin sprach der Berliner Gerichts- arzt Prof. Strauch überSarggcburt", jenen ungeme n interessanten und e tonen Vor­gang, bei welchem nach dem Tode der Mutter im Sarge von dem Leichnam noch ein Kind geboren werde. An dem im Berliner Leichenschauhaus be­obachteten Fall knüpfte Professor Strauch inter­essante medizinische wie auch juristisch zu beach­tende Ausführun-gen. Interessant je; juristisch, ob und inwieweit so.che am Leben tierbtibe.-.ben Kinder solche Fälle seien bekannt erbfälfir leien.

In der Abteilung fiir Tierheilkunde re­ferierte Prof. Zlwick (Gießen) über die Diag­nostik der Trypanosen, einer durch Try- panosensamen verursachten Krankheitsgruppe, zu der außer einer Reihe von Tierkrankheiten auch die Schlafkrankheit des Menschen gehört. Rach dem vom Vortragenden und fernen Mitarbeit em ausgebildeten Verfahren der Komple­mentbindung gelingt es, die Diagnose dieser Krank­heiten mit viel größerer Sicherheit als bisher zu stellen. Dies bedeute einen wesentlichen Fortschritt für die Bekämpfung dieser Seuchen.Die bis jetzt nach dieser Me.hodo nicht nur im In ande, sondern besonders auch in Kanada, zum Zwecke der Diag­nose der Beschälseuche der Vf.rde an ^stellten Un­tersuchungen hätten zu sehr günstigen Ergebnisse geführt. Der Vortragende verspricht sich von dem neuen Verfahren großen Nutzen auch bei der Ermit­telung und Bekämpfung der Schlafkrankheit des

Menschen.

In einer gemeinsamen Sitzung der Llbteilun- cxn für Mineralogie und Geologie, Geographie, Geophysik sprachen Prof. Harrassowitz (Gie-...........- . - - ,

ften) überOsttand der rheinischen Masse und der Landbewerber. Veverdrgung der ötfentluhm Vogelsberg in ihrer geologischen Entwicklung" und' Beamten. Leimbesörderuug russischer Kriegs-

Länden an das Krankenbett des Vaters, und mit verschräntten Länden wollen wir ankämpstu gegen die letzten dunklen 'Schatten, die uns noch von unserem Glück trennen. O, Vater wird gettnß gesund werden! Es kann nicht anders sein! Herr Reinsdon sagte mir ja auch aber w) ist denn unser lieber Freund?"

Ter Lehrer hatte die jungen Leute der weh­mütig grofjm Seligkeit ihres Wiedersel^ns allem überlassen und war inzwischen brnangeftiegen zur Krankenstube.

Sie folgten ihm.

Oben au* 'dem Flur blieb Rena aber stehen und schob weich und sacht ihre Hand in dre des jungen Mannes.

Bittend sagte sie:Hermann, wollen wrr nicht, ehe wir eintreten, zur Tante gehen und sie mit uns nehmen? Sie hat noch nicht an dem Kranken­bett gestanden, weil sie meint, fte frage dre Schuld an dem Unglück, und du, der Sohn des Erkrank­ten, müßtest ihr erst die Erlaubnis geben, zu ihm gehen zu dürfen"

Ergriffen klopfte Lermann Lüttich an die ihm oon dem jungen Mädchen bezeichnete Tür der Blinden.

In ihren schwarzen, wallenden Gewändern stand Frau Magdalene mitten im Zimmer, d« großen, toten Augen geradeaus gerichtet. Ten hvheitsvvllen Stopf mit dem schweren weißen Flcchtenkoanz senkte sie jetzt, als die Tür ging, arte in bittender Demut, und mit einer unbeschreib­lichen Bewegung streckte sie beide Lände aus

Lermann Lüttich ergriff diese Lände, und dre machtvolle Erschütterung, die ihn überkam, war so groß, daß er ein tiefempfundenesMutter!" mur­melte.

zahlen.

2. Baugeschäft Fritz Vogt nt Butzbach ist mit Wirkung vom 1. September 1920 verpflichtet, für alle im Butzbacher Lohn gebiet ausxuf ährende Ar­beiten den Lohn der 3. Lohnklasse des Tarifs für das Baugewerbe zu zahsen.

3. und 4. Der Einspruch des Betriebsrats der AbwicklungSstellr des Jnf.-Rog s. 168 in Butzbach und d-s Fnf.^Rcgts. 117 in Friedberg gegen die zum 30. September erfolgten Kündigungen einer grofan Anzahl von Angestellten wird für nicht ge­rechtfertigt erklärt.

5. Die Sache gegen die Firma Grünzwerg u. Hartmann in LudnngShafen mußte amsgeetzt wer­den, well die Verttelmrg der Firma beanflankt wurde, worüber zunächst Auskunft erhoben wer­den soll.

6. Das Verfahren gegen den Dreschma^chinen- besitzer Ludwig Filsingor in Un'erschmilten gegen Entlassung des Lrizers Heinrich Döll wird aus­gesetzt, bis das anhängige gerichtliche Verfahren be­endet ist

7. Die Firma Repp in Laubach ist der pflichtet, den Betrieb m Laubach wieder anfzunehmen und die bisher in Laubach beschäftigten Arieüuehmer weiter zu beschäftigen und zwar zu dem in dem Betrieb bisher vereinbarten Lohn. Der Einspruch auf den seit 13. September Aushilfe eines Betriebes in Grünberg mit anderen Arbeitskräften ringetrenen Lohnausfall bleibt den Arbeitern, die in dem Lau­bacher Betrieb hätten befchäftigt werden sollen, Vor­behalten.

Sitzung vom 23. September.

1. Die GewerkschaftGlücksfund" wurde für verpflichtet erklärt, 8 Mann der Belegschaft, ein* chließlich des Obmannes, weiter zu beschäftigen, >a die ihnen gegenüber am 17. 9 1920 ausge- prvchene Kündigung ungerechtfertigt war.

2. Der Einspruch des Wärters Wlhelm Bellos gegen seine Entlassung bei der chirurgischen Klinik wird für nicht gerecht fertigt erf ärt

3. Ten Arbeitern der Firmen Euler und Bamaß ist die zugcstandene Teuerungszulage, da die seinerzeit unter den Parteien wegen Abschlusses eines besonderen Tarifvertrages ftattgefunbenea

Bergrat Tr. Schettler (Darmstadtt über biet gefangener. Beizung bc5 Saatgutes. ®er- Geologie von Bad Salzhausen. Im AnschlußI wrgung unseres Landes mit Kartoffeln. X5ttfr­on ^en lcyteven Vortrag erfolgte eine Exkursion I seuchen. Tienstnachrichten. Feldbcretmgung nach Ni dda, Salzhausen, Lauser Hof und Wid-» Rabertshausen. .

dershrim | Beizung des Saatgutes. Auch in die-

3n der Abteilun ^ für Lebensmittelchcmie hielt I fern Jahre trat wieder der Steinbvand bei Wmter- Prvfessor Paul >Münck»en) einen beachtenswerten l weizen, stellenweise sogar in sehr starkem Aus- Vorttag über boä Süßen von ßcbcnäm it-| mäße, auf. Tie ixmtemrtfdxntefammcr für Lessen leln mit den künstlichen Süß st offen! hat die Sammelstellen für Pflanzenschutz bei den Sacchori" und Dulcin Er gab tem letziecen wegen I landwirtschaftlichen Wintersclullen ans gefordert, zur seiner Vo'.lmündigkeil, seinem rein süßen Ge-j Bekämpfung des Steinbrandes in den Gemeinden, chmackes und i'emer Beständigkeit beim Kochen den l llmenveisungSkurse in per Anwendung der Dtr- Vorzug vor Saccharin. Linfichtlich ter llnschäd-1 schieden en, JidKr wirkenden Bekamp'un g; inet frobat lichkeik des Dulcins marnt die Ausführungen Rosts vom Rcichsgesnndheitsamt bedeutungsvoll, da auf Grund zahlreicvrr Versuch' an Menschen festgestellt ist daß an: TaA^dosis von 0,3 Gramnr bei fort- aesetzterr Gebrauch keine Schädigungen zur Folge hatten.

Als ein besonderes Ergebnis der Tagung rst noch die Gründung einerDeutschen phar­makologischen Gefellschaft". Biologen imb Chemiker, die fich nnssensck;aftlich oder prak­tisch mit ter Pharma ko logre befdiäftigen, können als Mitglieder bei hoc t en. Auster dem mürbe eine Ar­beitsgemeinschaft ter deutschen natunmfien» schaftlilyen Kölpersü-af e.r in einem längeren Refe­rat von Dr. Zickig (Würzburg) angeregt. Als wich­tigste Aufgabe einer solchen bezeichnet Redirer eine jTganisatwn ter vor tem Kriege chaotisch zer- spitterten, freute bamietertiegenoen Wissenschaft-

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