Dienstag, 29. Juni $20
er
1920
28. Juni
Nr. 88
Inhrtlts HfbfrficM- Serien des Provinzialausschusses. - Wahlen zum Kreistag. - Außerkurssetzung der Silbermunzen. - Backermnung. - Sinhaltuna der Spritzenhäuser. - Statistik des Wein- und Obstertrages. - Maul- und Klauenseuche. - Dienstnachrichten. - Bekanntmachung ' der neuen Fassung der Reichsgetreideordnung.
Zchulstrahe 7.
Die Entente-Noten
^DrSrimacTt mit immer grünerer Energie geltmd heitspolizei und die Emwohnerweywi, lrotz wn> macken und jedes Mittel wählen, das es seineni derholter Aufforderungen iwch lorlbestehen, & Siete näher bringt In Spaa werd,- der Reichs- die Zerstörung des Kriegsmaterials, die am kanzler" jedenfalls den Versuch machen, eine Milde- 10. März batte beendet sein noch nicht zwc rnng der Fricdensbedingungen durchzusetzen. Eines Hälfte durchgesuhrt ist, und ^^dw Ausfuhr Von .
UnterLütmuasmittel bimu würde drelMtieu nad) dem .Auslände
ckwerf en Ent cheiduugen treten wir vor den deut- rung der Friedensbcdmgmigen^urckznietzen^rn^
wolle» tou toäai der besten Iteüüto^niittd vE würde du l Watten nach
cht einmal angchört. Der Deutschen Volks- mache er zum Vorwurf, daß der Abgeordnete gleich zu Beginn der Regierungsbildung! affen gestreckt habe. Den Wahlkampf haben eite an Seite geführt, weshalb Heinze sich ; bekennen sollte. Die Regierungsbildung ist erlegenheitsprodukt, zwar bürgerlich, «wer ier starken Neigung nach links. Wir werden -wartend verhalten, aber uns nicht binden, auptsache bleibt die Konferenz von Span, Programm leider noch nicht bekannt sei. : dankt der Regierung für ihre guten Av- Gegenüber der Landwirtschaft bitten wir, dem Terror der Landarbeiter zu schützen. Partei wolle der Regierung kein Miß- zvotum, aber auch kein Vertrauensvotum
Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 nun Breite 150 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20°/9 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Polittk: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
Bekanntmachung.
Ter Provinzialausschuß Ml während der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien ,
Während der Ferien können nur besonders schleunige Sachen zur Verhandlung kommen. t . ,,
Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferren ohne Einfluß.
Gießen, den 25. Juni 1920. .
Ter Vorsitzende des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen.
Dr. Usinger.
Betr.: Bäckerinnung.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Sie wollen sämtliche Bäckermeister in Ihren Gemeinden auf die Freitag, den 2. Juli l. Js., nachm. 3 Uhr, rm Sitzungssaal des Regierungsgebäudes dahier, Landgraf-Philipp- Platz 9tr. 3, einberufene Mitgliederversammlung der Bäckerzwangsinnung besonders aufmerksam machen.
Gießen, den 25. Juni 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker.
B e t r.: Statistik des Wein- und Obstertvages im Jahre 1920.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und Die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Mit Bezug auf unser Ausschreiben vom 6. Juni 190^ (Kreisblatt Nr. 40) empfehlen wir Ihnen, auch in diesem Jahr zu geeigneter Zeit, anfangs November, Erhebungen über den Wein- und Obstertrag unter Benutzung der Ihnen nut nächster Post zugehenden Forniulare vorzunehmen und uns ein Exemplar des auSgesüllten Formulars bis spätestens 15. November 1920 vorzulegen. Tas zweite Exemplar ist für Ihre Akten bestimmt.
Gießen, den 19. Juni 1920.
Kreisamt Gießen. I. B.: v. Gemmingen.
Verordnung
betreffend Außerkurssetzung der Silbermünzen. Vom 13. April 1920.
Auf Grund des Gesetzes über eine vereinfachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der Uebergangswirtschaft vom 17. April 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 394) wird von der Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats und des von der verfassunggebenden Deutschen Rationalversammlung gewählten Ausschusses folgende Verordnung erlassen:
§ 1.
Die V2-Mark-Stücke, 1-Mark-Stücke, 3-Mark-Stücke und 5- Mark-Stücke sowie die in Form von Denkmünzen geprägten 2-Mark-Stücke sind einzuziehen: sie gelten nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel.
Bis zum 1. Januar 1921 werden V2-Mark-Stücke, 1-Mark- Stücke, 3-Mark-Stücke und 5-Mark-Stücke sowie die in Form von Denkmünzen geprägten 2-Mark-Stücke bei den Reichs- und Landeskassen zu ihrem gesetzlichen Werte sowohl in Zahlung genommen, als auch gegen Reichsbanknoten, Reichskassenscheine und Dar- lehnskassenscheine umgetauscht.
§ 3.
Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausch (§ 2) findet auf durchlöcherte und andere als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte sowie auf verfälschte Münzstücke keine Anwendung.
Tie Verordnung tritt mit lern auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft.
Berlin, den 13. April 1920.
Ter Reichsminister der Finanzen.
Dr. Wirth.
rung sein, urkundlich darzulegen, was wir bereits geleistet, abgetreten und hingegeben haben. Menn trotzdem nicht alle Vertragsbestimmungen nach dem Wortlaut des Vertrages durchgeführt worden sind, fio liegt das nicht an dem bösen Willen Teutsch- bands, sondern in den Verhältnissen, die stärker sind als sein guter Wille. (Sehr richtig, l Zu diesen Umständen gehören in erster Liane das tiefe Mißtrauen, das bei unseren Gegnern auch heute noch gegen Deutschland herrscht. (Sehr gut.) Wir werden es als unsere vornehmste Aufgabe betrachten, der verhängnisvollen Wechselwirkung, die zwischen dem Mißtrauen der Gegner und dem Mitzlingen der Erfüllung der vertraglichen Bestimmungen besteht, ein Ende zu machen, indem wir alle unsere früheren Gegner davon überzeugen, daß in dem deutschen Volke macht- politische Gedanken und Träume oder Revanche- rdeen umso weniger Boden finden, je ^dringlicher man ihnen entgegentritt, und ba,' ,!leder ante Deutsche jetzt nur das Losungswort -fennr: Deutschland muß durch friedliche Arbeit und gutes Einvernehmen mit den Nachbarvölkern wieder in die Höhe kommen. Wir sehen einen Fortschritt darin, daß die vielen gegenseitigen Probleme des gemeinsamen Wiederaufbaues zwischen oen Beteiligten nunmehr mündlich besprochen werden sollen. Wir könneii dieser Besprechung aus sehr begreiflichen Gründen nicht vorgreifen. In der inneren Politik ist unsere vornehmste Sorge der Wiederaufbau des zusammengebrvcheneii Vaterlandes. Diesen auf dem Boden der bestehenden republikanischen Staats form to.tträftig weiterzufühcen, wird der unumstößliche feste Wille der- Regierung strn- Alle Parteien fordern wir auf, verfassungsrechtliche Kämpfe zurücktreten zu lassen. Wir stehen.auf de ni Boden der politischen Gleichberechtigimg allerTeut- schen und lehmm daher jeden Versuch der Aufrichtung einer Klasfenl>errschift oder die Bewilligung von Vorrechten an eine Klafft ab. (Unruhe bei den Unabhängigen. Beifall rechts.) Unser Zrl ist eine Politik der Versöhnung (Unrühe und Zurufe bei den Unabhängig, n> uiid des Ausgleichs auf politischem, sozialem und kulturellem Gebiet. Teshalb bekämvwu wir jeden ülaslen- und Raften- tzah, iede soziale und religiös KerA.1valttguW.
len. _.
inister des Auswärtigen Simons legte iß die französische Note am 25. ds. Mts. lngen und von ihm am 26. Juni bei ftii^r ntritt vorgefunden wurde. Die mit der Bildes Kabinetts und dem Entwurf des Pro-, s verbundenen Arbeiten hätten die Ver- chung verzögert, die morgen erfolgen ivcrte ichste Sitzung Mittwoch 1 Uhr nachmittags, ellationen und Fortsetzung der heutigen B-
_. Schluß Vs? Uhr.
*
Die Verhandlungen in Spaa.
Berlin 28. Juni. (WTB0 Wie heute im AeltestOirat des Reichstages mttgeteUt wurde, werden an den Verhandlungen in Spaa voraussichtlich der Reichskanzler der Minister des Aeußern und der Reichsfinanzminister teilnehmen.
öung des stehenden Heeres sein. Wir könnten nicht erwarten, daß die herrschende Klafft estMächte dem entsprechen werde. Das könn- ir die Arbeitermassen aller Völker emschließ- lmerikas tun. Unsere Arbett ist es, diese n in unserem Sinne zu überzeugen. Nur aus egenseitigcn Verbrüderung dec, Volker ist
Friede möglich. Am Schluß seiner ^Rede tedebour für FriodensMuß mit RußlMd Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Be- gen mit Rußland ein. Dazu werde seine gern mfthelfen.
bg. Dr. Herght (D.-Ntl.) bespricht die äußerungen der Koalitionsparteien welche usfall der Wählen als eine Dumckhett der r hingestellt hätten.' Er schildert sodann die ndlungen über die Regierungsbildung, die a kalter Wasserstrahl auf die VMler gewirkt
Aber wenn man sich an die Regierung nnokratie von >1917 erinnere, daß kein Reichs- c ohne vorherige Verständigung mit den en ernannt werden dürfe, frage man sich wo sei das alles geblieben. Es sei da ein :s Gefühl der Abstumpfung gekommen, daß ich sage, das sei einleuchtend. Man habe sv indruck eines Handelsgeschäftes. Nach jeber Litten kommt ein Rückschlag nach rechts. Tas ich heute der Fall gewesen. Klar sei es ills, daß im deutschen Parlament eine Koalitionsmehrheit möglich ser. sich der Kanzler Müller erst an die Una^ >en wandte, so sei das nach dem Ausfall Zahlen erklärlich. Glücklicherweise hatte dre >rt der Unabhängigen die Sache klargelegt, lnabhängigen sind gegen jede Demokratie egen jede Koalition, also gegen die Ver- j. Für sie gilt die Diktatur des Proleta- (Pvoteft. Zuruf: Sie selbst sind geaen die jung!) Solange ich Vorsitzender der D^itsch- alen Partei bin, wird sie auf dem Boden erfassung stehen. Was Ideologen von den eitssozialisten erhofft hätten, treffe nicht ein. tehrheitssvzialisten sagten sich von der Koali- »s. Damft hätten sich die Mehrheitssozialisten jeder positiven Mitarbett unfähig erklärt, ndere Lösung war ein gesamt-bürgerliches 4t, worüber wir keinen Zweifel gelassen
Das Volk schreit nach Autorität. Die Deen wollen aber nicht mit uns zusammen n: deshalb haben sie irnser AuslxmProgramm eitert. Der Deutschen Volks-
AmtzoerlündigungMatt
für die Provinzialdirektion Oderhessen und für dar Kreisamt Gießen
Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Rur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich.
Betr.: Reinhaltung der Spritzenhäuser.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir erinnern an die Erledigung unserer Verfügung vom 25. Mai 1920 (AmtsverkündiguMsblatt Nr. 75 vom 4. Junift920) soweit noch nicht geschehen.
Gießen, den 18. Juni 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Heß.
;ur Entwaffnung Deutschlands.
Berlin, 28. Juni. (WB.) Amtlich. Die dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation ut Paris übermittelten drei Noten über dre Entwaffnung haben in Uebersetzung folgende Wortlaut: st Im Namen der alliierten Machte beehre ich mich, Sie zu bitten, der deutschen Regierung folgende Note zu übermitteln:
Die alliierten Regierungen haben Mit dem größten Bedauern die Langsamkeit und den Mangel an gutem Willen festgestellt mit dem die deutsche Regierung an die Ausfuhrrmg der Bestimmungen des Friedensvertrages über Landheer, Luftfahrt und Marine herangegangen ist .
Am 21. Juni, nach Ablaut von beinahe sechs Monaten seit Inkrafttreten des Friedens Vertrages, find die wichtigsten dieser Bestimmungen noch unausgeführt oder unvollständig ausgeführt. So kommt es, daß das ftebenbe Heer soeben erst auf 200 000 Mann zurückgeführt worden ist, eme Zahl, auf die es am 10. Avril hätte gebracht sein müssen, und daß seine Gliederung mit der im Friedensvertrag vorgesehenen nicht im Einklang steht: daß keinerlei Gesetz erlassen worden ist, um in Deutschland ein dem Friedensvertrag entsprechende* Heerwesen einzurichten: daß durch den , Vertrag, verbotene militärische Formationen, wie die Sicherheitspolizei und die Einwohnerwehren, trotz wik>
Maßnahmen ergreifen, um die Kohlenförderung sicher zu stellen. Das im Interesse der Volksgemeinschaft beantragte SozialiperunMfttz^is- besondere die Sozialisierung der Elektrizitatswrrt- schaft, wird loyal durchgeführt werden. Zweck und Erfolg jeder Sozialisierung soll eine Steigerung der Produktion sein. Die Regierung begrüßte em lebhaft, daß gleichzeitig mtt.chr der Reichswrrt- schaftsrat seine Arbeiten beginnt. An der Durchführung der sozialen Reformen halt dve neue Regierung fest. Eine Versicherungsreform m Anpassung an die heutigen Verhältnisse wird nötig sein Die Regierung denkt dabei vor allem an eine Neuaufstellung der Lohnklassen und eine Neufestsetzung der Beiträge entsprechend der erhöhten Leistungen der Invalidenversicherung. Eine Vorlage über die Versicherung bei Aübeitslosigkeih liegt dem Rat bereits vor. Im engsten Zusammenhang mit dieser Frage steht die Frage ktes ländlichen Siedelungswesens und die Durchführung des Heimstättengefttzes. Im Anschluß an die große Reichsversorgung! der Kriegsbeschädigten soll auch die Entschädigung derer geordnet werden, die durch eine kriegerische Handlung irgendwelchen körperlichen Schaden erlitten haben. Zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter beftndet sich ebenfalls ein Gesetz in Vorbereitung. Die Neu- ordnuiig der sozialen Sondergerichtsbarkeit ist ebenfalls in Bearbeitung. Mr hoffen zuversichtlich mit dem Ausbau der Arbeitervertretung eine neue wichtige Etappe zurückzulegen aus dem Mge zur wirtschaftlichen und sozialen Gesundung und Wie- derauirichtmigsunseres zusammengiebrochenen Vaterlandes. Es ist der ehrliche und aufrichtige Wille der Regiermig, nickst gegen die Arbeiterschaft, son- derrr für sie und mit ihr zu regieren. (Lebhafter Beifall) Wir wollen eine Regierimg der Versöh- itunn, des Ausgleick^ der Gegensätze fern und richten an das deutsche Volk den Aufruf, alle verfügbaren Kräfte zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes anzuspornen. Uns hat nur das Bewußtsein unserer Pflicht gegenüber unsevem Volke und unserem Vaterlande an diese Stelle gesetzt. Der Kanzler schließt: In einer Zeit der Not und folgen
neue an die Unabhängigen gewandt. Selbstverständlich hätten dann diese ihre Forderungen gestellt (Zuruf: Ihr wäret ja die Minderheit!) und sei das sozialistische Kabinett gescheitert. Seme Partei stehe auf ihrem Programm, das ihr fünf Millionen Stimmen verschafft habe. Er gebe zu, daß einzelne Mitglieder feiner Partei attveichende Absichten bekundet hätten. Darauf komme es aber nickt an Das Parteiprogramm sei bindend und daran halte auch die Reichstagsfrattion fest. Die Einigung im Proletariat sei frellich auf dem Weg aber nicht auf dem Weg über das Parlament. Der Kampf gegen die Reaktion werde das emigende Band bllden. Dann werde auch der Tag kommen, wo die Mehrheitssozialisten wieder Hand ut Hand mit ihnen gehen würden. Redner kommt sodann auf die Kanzlerrede zu ff>red)at, aus der er nichts greifbares entnehmen könne. Er erinnert an die noch heute bestehenden Lüttwitz- nnd Kappleute. Was sei gegen die Offiziere geschehen, dir aus der Seite des KmpP-'Pmtsches gestanden hätten? Statt die Truppen auftnlösen, würden ihnen Fahrkarten in die Heimat gegeben gleichzeitig aber Rückfahrkarten, em Beweis, daß eine militärische Nebenregierung im reaktiEaren Sinne an der Arbeit sei, die stärker sei als 'M Regierung. Demgegenüber müßten die Arbeiter sich rechtzeitig auf den Generalstreik ernrichten. Warn der Kanzler in der Arbeiterfrage die Politik der bisherigen Regierung fvrtsetzen wolle w sei dm Arbeitern damit nicht gedient, denn dae alte Re- giermig sei ihnen so gut wie alles ichuldig geb! letzen Das Kabinett wolle Ruhe und Ordmrng. Wenn der Reichskanzler die Zwangswirtschaft nnr m gewissen Grenzen tveitertühven wolle, so sei er damit nicht ernverstandm. Die Zwangswirtschaft mnsie un Gegenteil ausgegeben und alle Vorr^e iN Staatsbesitz genommen tverden. Ledebour fordert weiter Sozialisieriing des Großgrundbesitzes rmd des Wvhninigswese^ls. Tos Proletariat werde seine
Betr.: Die Maul- und Klauenseuche: hier: Durchführung der angeordneten Maßnahmen und die Befchaffung von Kalk.
An die Bürgermeistereien Holzheim, Grüuingen, Odcr-Hörgcrn, Lang-Göns, Eberstadt, Muschcnheim, Arnsburg, Albach, Steinbach, Langsdorf, Birklar, Ober-Bessingen, Nieder-Bessingen, Dors-Güll, Leihgestern, Großen-Linden, Klein-Linden, Watzenborn-Steinberg, Hausen, Garbenteich, Annerod, Lich, Obbornhofen, Bettenhausen, Bellersheim, Inheiden, Utphe und Trais-
Horloff sowie das Polizeiamt Gießen.
Als Hauptsache der starken Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in Hessen muß die Tatsache angesehen werben, daß die angeordneten Maßnahmen vielfach in durchaus ungenügender Weise durchgeführt werdm. Wir weisen Sie deshalb wiederholt an, die Beobachtung aller zur Bekämpfung dieser in ungel- pöhnlich bösartiger Form auftretenden Seuche angeordneteii Äcatz- nahmen auf das ft t e n g ft e zu überwachen. Zuwiderhandlungen sind uunachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
Wegen «Beschaffung der zur Bekämpfung der Seuche not- wmdigen Mengen von Kalk teilt die Landwirtschaftskammer mit, daß ihr vom Staatskommissar für wirtschaftliche Demobilmachung einige Waggons Weißkalk zur Verfügung gestellt worden sind Sollte die Beschaffung von Kalk durch die einzelnen Besitzer auf Schwierigkeiten stoßen, weisen wir die Gemeinden auf den gmieinsamen Bezug durch Berntittlung der Landwirtschaftskammer hin.
Gießen, den 25. Juni 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen.
Dicnstnachrichten des Kreisamtes.
Stand der Maul- imd Klauenseuche im Kreise Friedberg: Sperrgebiet: Ort und Gemarkung Münzenberg, Massenheim, Heldenbergen, Rendel, Dortelweil. Beobachtungsgebiet: Stammheim, Griedel, Rockenberg, Wohnbach, Nieder-Erlmbach, Nieder-Eschbach, Harheim, Gambach, Trais-'Münzenberg, Büdesheim, Klern-Karben, Dortelweil, Kloppeüheim, Ober-Erlenbach, Vilbel, Küichrti. Die Sperrmaßnähmen sind an geordnet.
*
Ter Karl Höfeld von Rodheim ist heute von uns als Erheber der Gemeinden Rodheim, Steinheim, Langd und Rabertshausen für Neuanfnahme der Viehbestände verpflichtet worden.
Bekanntmachung.
Betr.: Wahlm zum Kreistag. . _ , .
Nachdem die Kreistagsmitglieder Landwirt Wilhelm Fenchel, Oberhörgern, Fabrikant Heinrich Schirmer, Gießen, und Landwirt Friedrich Bommersheim, Langsdorf, chr Amt als Kreistagsmtt- glied niedergelegt haben, treten an deren Stelle die demselben Wahlvorschlag mrgehörigen gemäß Art. 29d, Art. 29b der Kreisend Prvvinzialordnung nächstberufenen, ine die nachträgliche Berufung zum Kreistag angenommen haben: ,
Landwirt und Sparkassenrechner Jakob Gerhard v., Lteinbach, Amtsgerichtsdirektor Karl Schmahl, Gießen, Landwirt Gilbert Sames, Bettenhausen.
Gießen, den 25. Juni 1920.
Der Kreistagswahlkommissar: Welcker, Ober-Regiernngsrat.
Betr.: Die Außerkurssetzung der Silbermünzen.
An die Gemeinde-, Mark-, Kirchen- und Slifkungsrechner sowie an die Rechner der isr. Religionsgemeinden des Kreises.
Die nachstehende Verordnung, betreffend Außerkurssetzung der Silbermünzen vom 30. April 1920 teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme und unter dem Auftrag mit, vom 1. Januar 1921 ab feine Silbermünzen mehr in Zahlung oder zum Umtausche anzunehmen.
Die zur Zeit etwa vorrätigen Reichssilbermünzen sind alsbald dem Münzmetalldepot des Reichs in Berlin C 19 mit dem Ersuchen um Erstattung ihres Nennwerts, und zwar sotveit möglich im Wege der Ueberweisung auf ein Postscheck- oder Bank- nsw. Konto, zu übersenden. Die bis Ende des laufenden Jahres noch eingebenben Silbermünzen sind vierteljährlich, zuletzt am 31. Dezember 1920, in gleicher Weise an das Münzmetalldepot abzuliefern.
Gießen, den 23. Juni 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. 5) e ß.


