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Beweise reger uns betroffenen vir auf diesem Dank.

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Blatt Eießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Samstag, 28. Zedruar 1920

Deutsche Nationalversammlung.

Berlin, 27. Febr. 1920.

142. Sitzung.

Güte Anfrage der Abg. 3tau Zietz (Unabh.) toirb con der Regierung dahin beantworte:, die (Mangcnen des Mili:ärgefängnisses Karserimtz in Görlitz, die mein wegen TiebilaiX und Unterschla­gung gefangen falb, wurden Leibwäsche an ge­rne sie.r versorgt und erhielten die ihnen zustehende Nahrung.

Auf eine Anfrage Nuschle (Dem.) wird ge­antwortet, die Fnstandsetzungsarbeiten an Kraft­wagen der Reichswehr konnten nicht weiter dem in Auflösung begriffenen Reichsverwcrtungsanrt überladen bleiben Tic einzelnen Kommandos neh­men diese Arbeiten vor, ohne daß dadurch eine Verteuerung entsteht.

Auf eine Anfrage I r l (Z wird geantwortet, daß bei der Besckxrfnmg von Kleidungsstücken für die Entlassenen des Heeres das Handwerk nach Möglichkeit berüclsichtigt wird.

Auf eine Anfrage Mumm (T.-Natl. > wird geantwortet, da ßwegcn der schwierigen Vermögens­lage die Lmtdesv-ersicherungsansbalten und sonstige Anstalten in der (Erfüllung ihrer Verpflichtungen gehindert sind und bafc das Reichsarbeitsministe­rium einen Gesetzentwurf vorder eite, der der Na> tionalvcrfammlung in nächster Zeit zugehen wird.

Auf eine Anfrage Frau Dr. Schirrmacher (D.- Natl.) wird geantwortet, daß die Regierung alles getan habe um die schleunige Heimschaffung der beutfdien Kriegsgefangenen aus Japan zu betrei­ben. Mehrere Transporte sind bereits angekommen, andere sind unterwegs.

Auf eine Anfrage Frau Dr. Schirrmacher (D.- Natl.) wird geantwortet, daß die Regierung bei der sianz höfischen Regierung Vorstellungen dahin erhoben habe, daß für jeden lebend eingebrachten Flüchtling der deutschen Gefangenen 25 Franken, für jeden toten ein gebrachten aber 50 Franken ge­zahlt werden. Eine Antwort sei nicht erfolgt. (Hört, hört!) Die Vorstellungen seien in bringatber Form wiederholt worden

Auf eine Anfrage Frau Zieh (Unabh.) wird geantwortet, daß der größte Teil unserer inter­nierten Seeleute aus Indien hier eingetrvsfen sei. Alles nötige sei veranlaßt, um die weitere Hrim- schaffung zu beschleunigen. An Influenza seien über 600 Personen auf den Transporten gestorben.

Auf eine Anfrage Frau Agnes (Unabh.) loirb geantwortet, daß die mangelhafte Kohlen- verßrrgung von Düsseldorf, wodurch die Arbeiter vieler Betriebe feiern müßten, auf die mangel­hafte Förderung der Bergwerke und auf den Eisen­bahnerstreik zurück-uführen sei.

Aus eine Anfrage Tusche (Dt. Bp.) wirb geantwortet, daß hie Regierung zur Linderung der Notlage der Flüchtlinge aus Erlsaß-Lothringen das Mögliche tue und weiter tun werde.

Auf eine Anfrage Kennegott (Soz.) wird geantwortet, baß Lebersenbungen ins Auslanb nur i'm beschränktem Maße gestattet sind, und zwar nur von eingeführten Rohhäuten, nicht aber von einheimischen Roh häuten. Ein gewisser Prozent­satz 75 Prozent Leder aus eingeführten Häuten darf exportiert werden, damit wir Devisen bekommen.

Zweite Beratung des Entwurfes einer Reichs- eintommeufteucr.

Mit der Beratung des § 1 wirb eine allge­meine Aussprache oerbunben.

Abg Dr. Blunck (Dem.) als Berichterstatter bezieht sich auf den schriftlichen Bericht. In­zwischen sei eine große Reih: von Em gaben ein- gegangen. (Erne solche der Rbeinisch-W-estfälischm Handelskammer protestiert gegen die Ucherhaslung bet der Behandlung dieses Ges-tz?s, die eine sach­liche Prüfung unmöglich mache. Demgegenüber 1 :t zu jagen, baß die es Gesetz seit bv:i Rtonadm be- fannt sei. Die Nationalversammlung habe keines­wegs die Steuergesetz: überstürzt. Der Ausschuß habe die vielen Abändemmgsanträge auf das G> nauefte geprüft. Eine solche verhetzende Bri)aup- hmg müsse zurückgewiesen werden. (Zustimmung.)

Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Schluß gegen 5 Uhr.

ICircbe und Schule.

O Schotten, 27. Febr. Unter dem Vorsitz des Tekanüellvertrclevs Psarr»rs Volp-Laubach tagte am Mittwoch im hiesigen Zrathaussaal bte Synode des Dekanats Schotten. Nach einer von Pfarrer Die hl° Sellnrod gehalt mm Ansprache und nach einer V:grüßungsrede ds Vor­sitzenden wurden gctoüblt als ylbgeordnet: zum verfassunggebenden Landeskirchent rg Pfarr.'r F r i t s ch - Ruppertsburg uitb Bürgermeister Viehl-Rainrvd, als Stellvertreter Wir ebenen Mün ch-Scholten und Lehrer De b ns -Rup­pertsburg. Sodann hielt Pfarrer Fritsch einen Vortrag überDie Aufgaben der Kirche in der Gegenwart". Weiter folgte der von dmi Vorfitzm- ben erstattete Bericht über dm mligiös-siMichan Zustand der DeSanatsgemeinden für Da5 Jahr 1919, sowie die Berichte über die Dättgksit tes Tekanats-Erzirimngs-Bererns und des Dekanats- Misftonsvereins, sowie die Prüfung 6er Rechnun­gen dieser Vern ne. Zum D:kan wurd: gewäl;lt der bisherige StrllvertretTr Pfarvrr Boi v-Lau­bach, zum Debrnstell'v.rttrier Hofpredig'.r Wid­mann-Gedern. NaäKvm noch bet Voranschlag der Dekanatssosse für 19201922 genehmigt wor­den war, wurde die Synode mit Gebet von Pfatr:r M u h 1 - Schotten geschlossen.

Handel.

** Anleihe ber Provinz O be r- hessen. Zu unserer gestrigen Notiz über bie neueAnlcihederProvinrOberhessen teilt uns bie Gewerbebanf iu Gießen ergänzend mit, baß auf diese Anleihe, die 4Vxproz ist, nicht 4prvz., wie versehentlich gemeldet wurde, noch eine weitere Gruppe, bestehend ans ber Dresdner Bank in Frankfurt a. M., dem Bankhaus L. & (E. Wett- heimber. Frankfurt a. M. imb ber Gewerbe­bank zu Gießen e. G. m. b. H. ein Gebot mit 100.05 p. tC. abgegeben batte.

Berlin, 27. Febr. Börsen stimm ungs- bild. 'Die neuerliche Verschlechterung des Mark- kurses im Auslande gab der Kauflust für Aus- landswerte und Valutapapiere neue Nahrung. Stürmisch gestaltete sich besonders bie Aufwärts­bewegung in südwestafrikanischen Kolonialpapieren, von denen Pomona etioa 1500, Otaoi-Werte über 100 gewannen: auch Kolonialanteile und Sloman stiegen sehr bebeutenb. Reges Interesse bekundeta sich auch für Canabaaktien: ferner sinb Petroleum- werte gesucht. Am Montanaktienmarkt war bie Bes­serung etwas geringer: als wesentlich höher be­haupteten Phönix mit einer zeitweilig mehr als 25prozentigen Besserung, Rhein. Braunkohlen mit einer 30prozentigen Besserung und Thale mit einer 40prozentigen Besserung den Vorrang. Von Elek­trizitätswerten falb nur AEG. mit einer lOprozen- tigen Besserung erheblich lhöher. Farbwerte zeigten keine einheitliche Bewegung. Das Geschäft lenkte allgemein im Verlauf in ruhigere Bahnen ein, doch behielt bie Haltung ihr festes Aussehen. Von An­lagewerten besserlen sich einzelne mexikanische An­leihen. Für deutsche Anleihen herrschte keine ein* heitliche Tenbenz. Oesterreichische und ungarische Werte stellten sich meist etwas besser.

Frankfurt a. M., 28. Febr. B örsen- stimmungsbild. Tie an der Mittagsbörse eingetretene lebhafte Nachfrage nach Otapi-Minen machte im freien Verkehr weitere Kurssort schritte. Olavi wurden bis 1140, Genußscheine bis 860 unv gesetzt. Bon sonstigen Spezialpapieren stellten sich Canada auf 1880, Kvlmanskbp 820815, HeÜ>- burg 320, Eleftr. A. E. G. (loben sich um 20 Pvoz. 451460. Tiefe Steigerung wird mit Gerüchten von einer Fusion mit Krupp in Zusammenhang gebracht. Lahme her waren etwas angeboten und schwächten sich 5 Pvoz. ab (280W4). Auch Montanpapiere wurden etwas niedriger. Sv u. a. gaben Phöntt mit 604 14 Pvoz., Deutsch-Luxem­burg 390 6 Pnoz. nach. Mannesmann fanden bei reger Nachfrage eine weitere Kur ser Höhung von 11 Prr>z. auf 433, Buderus 375 unverändert. Ba­dische Airilin sind etwas gebessert 6017?. Spiegel und Spiegelglas gewannen 4 Proz. (408 ). Sübd. Immobilien gaben 4 Pvoz. nach 126. Lombarden, welche sehr lebhaft gehandelt wurden, zogen 1 Proz. an. Schonttrng 670 ( 4 Pro-.). Nordd. Lloyd find fest 1777». Sonst lag ber Kassaindustriemorkl ruhig, aber gut behauptet. Mexikanische Anleihen schwächten sich etwas ab. Larissa-Griechen lebhaft und fest 660. Kriegsanleihe 79.

Frankfurt a. M, 28 Febr. Ter Börsen- vvrstand, Abteilung Fondsbörse, Hal vorläuftg für die nächsten 14 Tage bcfMjffen, daß die Börse am Tienstag, Donnerstag und Damstag geschlossen bleibt. Die Notierung ber Devisen findet statt. Am Samstag den 3. April 1920 Lstersanistag bleibt bie Börse gänzlich geschlossen.

Frankfurt a. M., 28. Februar.

Devifeumarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 26. Febr. 27. Febr. Amsterdam - Rotterd. 3596, - 3604, 3696, - 3704,- Drüssel-Anttoerpen . 716,75 718,25 721,75 723,25 Thristiania 1668,25 1671,75 1688,25 1691,75 Kopenhagen 1446,- 1449,- 1474,50 1477,50 Stockholm 1819,- 1823,- 1843,- 1847,- Helsingfors 439,60 440,40 437,10 437,90

Italien 529,50 530,50 540,25 541,50

London 333,15 333,85 341,65 342,35

New.York 97,90 98,10 100,30 100,70

Paris 696,80 698,20 699,30 700,70

Schweiz 1568,25 1571,75 1598,25 1601,75

Spanien . . 1683,25 1686,75 1718,25 1721,75

Wien (altes) .... 38,96 39,04 39,96 40,04

Deutsch.Oesterr. abg. 36,96 37,04 37,46 37,54

Prag 100,40 100,60 101,15 101,35

Budapest 33,96 34,04 35,96 36,04

Bulgarien,,,

vörsenknrse. Frankfurt Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs

Datum: 26.2. 27.2. 26.2. 27.2.

5e/eDeutJtriegsanL,- 79, -, 79, -

4°/gDeut.Beichsanl., -,- 69,75

3'/gDeut.Reichsanl.-,,- 65,80

4°/g Preutz. Konfols -,- -,- -,- 74,-

Darmstädter Bank,,150,-

Deutfche Bank. . . -,-,- 310,-

Disconto- Gesellsch.,, 237,-

Dresdener Bank. .,, 192,-

Nationalbank f. D., 152, Mitteld.Creditbank,, 156,-

H..Amerik..Pakctf. -,- 152,50

NorddeutscherLloyd,- 177,50179,-

Doch. Guhstah'wrk., -,,- 442,

D^Luxemb.Bergw. -,- 392,392,75

Gelsenkirch.Berqw., 409,, 408,

Harpener Bergbau447, Oberschi. Eisend.-B. -,- -,- 303,-

Oberschles.Eisenind. -, -, -, 300,-

Phönix.Brgb.-Akt. 604,- 600,-

Dad.Anilin-u.Soda601,50, 609,50

Höchster Farbwerk»,- -,- 449,75

Elektr. A. E. G.. . 460,- -,- 440,-

Schuckert-Werke. ., -,260,-

FeltenLGuilleaume,564,75

Daimler 370,-

Dud-Eisenw.-Akt. -,- 375,-384,75

Adlerwerke .... -,- 430,-430, -

4°/, Hess. Saatsanl.,

(Electron Griesheim,- -,362,

SRarhrotimingeu. Datum: 26.2. 27.2.

Zürich 6,40 6,25

Amsterdam 2,72 2,67

Kopenhagen............... 7,25 7, -

Stockholm 5,55 5,45

Wien 292,- 293,-

Paris..................,

London New.Pork ,

(In einem Teü ber Auflage wiednchrlt.)

Per Prozeß Lrzbergerchelfferich.

Berlin, 26. Febr. (WB.) Nach Statts­minister Dr. Sols bekundet UTtterstaatssekretär L i - wa l b, daß Erzberger bei ber Parlamentarier­besprechung beim Bi^kanzler, dessen Zw-ck war, jedes Ueberraschungsmoment auszuschalten, er­klärte, er denke nicht davon, seine Bchmken gegen den U-Bootkrieg im Hauptausschuß vorzubringm. Erzbergers Verstoß rief ganz ungeheure (Erregung hervor. Erzberger begründet sodann ben V'rstaß iximtt, daß bie ihm erteilte Antwort des Admrral- stabs auf sein Material durchaus unaenügend nur. Zeuge Dr. Stresemann erBärt, Erzbechgwhab: zugegeben, nachdem er am 6. Juli serirw Frag:, ob er Bethmann stützen ober stürzen wolle, aus­

gewichen sei, er toolle den 5kanzl r (»-stitigm. Betdmann wendet sich bet feiner wüteten Ver­nehmung gegen bie Behaupning, er hab' eine Be­sprechung Mriicbeii bat Parlamentoneni und der Obersten Heeresleitung trrbintvrt. ^Jeitcr teilt« er dem Mail er mit, daß die Lagt sehr -rnst mt£> kritisch sei, da Erzbergers Reichstagsrxche groß,» Aufregung hervor gerufen habe Bett) mm ui hofft! aber, der Auftegung Herr zu werden. In d't ninr folgenden Erörtcnmg der Vorgeschichte van Erzbergers Wiener Reise antmorrite Erzberger auf die Frage des Vorsitzend-n, ob er auf Wunsch des Kardinals Piffl oder aus Wunsch des Reichskanzlern gefahren ici, bib.i könne sein. Nachdem Gelxtmrat O^ordon imb Rechtsanwalt Alsberg sich mit ber An­regung des Vonitzenden «niwerstand'n erklärten, gewisse Fragen, deren (Erörterung das R nclsSinv.'r- esse gefährden könnten, nicht zur Stnaäie zu brin­gen, bekundet Be t d m ann - H o l l we g , er bäte Erzberger keinen Aufttag erteilt, nad) Wim zu reisen Da Erzberger aber in Oesfrrnch mit ein­flußreichen Personen zusammen kommen urußt:, bat er ihn, dort pessimistische Stimmung zu bekämpfen. Die Verhandlung wirb davaus auf Montag vertagt.

HollanS und die (Entente.

Amsterdam, 27. Febr. (WDB >Mgem^ Handelsbladet" meldet, daß ber holländische Mini­ster des Aeußern van Karnebeek bem ^iichterstatter berChikago Dayle NaoS" müteilte, daß die nieberlänbis che Regierung liicht b i t Absicht habe, ben vormaligeii bcutfdxm Kaiser nach einer ber Kolonien zu bringen, jeboch be­sondere Anordnungen für seine Betvachung treffen wolle. Van Karnebeek sagte, der Entwurf der nie­derländischen Antwortnote sei fertiggestellt und werde dem Kabinett zur Genehmigung demnächst unterbreitet werben. Das Dokument dürfte nid)t vor Beginn der nächsten Woä>' abgesandt werden. In der Note werbe bie nieberländische Regiei-ung erklären, daß sie ihre Ueberzeugung aufnerht er­halte. Auf die Frage des Berichterstatters, ov die niederländische Regierung eine etwaige Rückkehr deS ehemaligen Kaisers nach Deutschland Kulassen würde, antwortete van Karnebeek, daß mit einer solchen Möglichkeit vorläufig nicht geredmet worden fei, und daß sie jederzeit in Erwägung gezogeni werden könne, wenn sich die Notwenbigk'it ergeben würde. Mft Bezug auf den Standpunkt der Nieder­lande gegenüber dem Völkerbund erklärte van Karnebeek, der Umstand, daß die nieberländische Regierung noch nicht dem Völkerbünde bei getreten sei, habe sie in eine bessere Lage gebracht, das Aus­lieferungsersuchen der Alliierten abzutehnen.

(Eint Erklärung deutscher Heerführer.

Berlin, 27. Febr. Wie verschiebens Blätter mitteüen, gaben am Mittwoch die zu em er Sitzung versammelten (Generäle bzw Admirale von BölM, von Elsa, von Falvesthayn, von Hönisch, Hammer, von Heeringen, von Hutter, von In- gcnol, Kvsch, von Muck, von Lochow, Ludendorft, von Manteuffel, Quadt, von Neidenstein, Schent, von Schröder, von Tirprtz, Wichura, von Winckler und von Zwehl die ErNärung ab, es nicht als eine Verletzung ihrer (Ebr? jai empftnben, sich Kntm deutschen Gericht zustellen, aber auch nur nnmt solchen im Vertrauen auf das beutfdje Recht imb die beutf(ben Richter.

Schieberve rhafwnßen

Berlin, 27. Febr. Nach einer Meldung bdl Berl. Tagebl." aus Augsburg ist die Augs­burger Schleichbandelsstclle einer gro­ßen Schiebung mft Kerzen, Militärfchnürschuhen, Salvarsan usw. auf die Spur gekommen. Vorläuftg sind vier Personen festgenommen worben. Es wurden Waren int Gesamtbeträge von 89 Mill. Mark beschlagnahmt.

In Magdeburg ist man, demBerl. Tagebl." zufolge, bei der Eisenbahnwirtschaftsstelle großen Unregelmäßigkeiten auf die Spur gekommen. Auch in Dortmund sind, wie der ,^Äkalanzeige^ berichtet, drei Beamte der Reichs­verwertungsstelle verhaftet worden, die beschlag- nahmte Waren weiter verschoben haben.

Bei

Kopfschmerz

ärmlich bevorzugt.

behördliche Anzeigen.

Holzansgabe.

Auf die im Monat Fanuar und Februar b. Js. ausgegebenen Bezugscheine für Brennholz von gelber Farbe wirb Holz ausgegeben:

an Bezugsberechttgte des 12. Bezirks, berat Fami­lienname begrünt mit ben Buchstaben

MZ am 1. März 1920;

an Bezugsberechtigtc des 5. Bezirks, deren Fami­lienname beginnt mit ben Buchstaben

AL am 2. März 1920,

MZ am 3. März 1920;

an Bezugsberechtigte bcö 11. B^irks, berat Fami­lienname beginnt mit ben Buchstaben

AL am 4. März 1920, MZ am 5. März 1920.

Die Ausgabe sind et auf bem stäbtischen Lager­platz in der Sternstraße in ber Zeit von 812 Uhr vormittags und 14 Uhr nachmittags statt.

Der Preis pro Zentner bcttägt für Hartholz 6 Mk., für Weichholz 5.50 Mk.

Die Lebensmittelausweiskarte ist oorzulegen.

Gi-.'ßen, den 12. Februar 1920. 22518

Städtische Kohlen- und HolzsteUe.

Bronnkohleu-Ansgabe.

An fünfköpftge Haushaltungen kann 1 Ztt. Braunkohlen abgegeben werden. Die Ausgabe der Bezugscheine erfolgt vormittags ber Stadt. Kohlen stelle, imb zwar:

für den 1. imb 2. Bezirk Dienstag den 2. März, für den 3. und 4. Bezirk Mittwoch ben 3. März, für ben 5. u. 6. Bezirk Donnerstag d. 4. März, für den 7. und 8. Bezirk Freitag den 5. Man, für den 9. imb 10. Bezirk Samstag ben 6. März, für den 11. imb 12. Bezirk Mantag den 8. März, Nrr ben 13. Bezirk Dienstag den 9. März.

_^T^ .Lebensmittelausweiskarte ist vorzulegen. E 4$reiy beträgt pro Zentner 5,40 Mk. unb ist gleich bei Empfangnahme ber Bezugscheine zu en trübten. 2283B

Gießen, den 27. Februar 1920.

Städtische Kohlenstelle.

BklicsmW btt BttnnWbkpMtm.

Um die iuxb im Umlauf befindlichen Bezugs­scheine beliefern zu können, ist es notwendig, daß die Scheine bei ben Lieferern abgegeben werden.

Es ergeht an alle Bezugsberechtigten bie Auf­forderung, bie Bezugsscheine von weißer imb rotu Farbe für Kohlen und Koks bei ben Kohlenhänd­lern ober Bezugsvevernigungen umgehenb abzu­geben.

Scheine, auf bie bei dem Stadt. Gaswerk Koks direkt bezogen werden soll, brauchen nicht abgegeben zu werden.

Den Bezugsberechtigten, die dieser Aufforde­rung nicht nachkommen, kann eine Gewähr für die Belieferung der Scheine nicht gegeben werden. 22828

Gießen, ben 27. Februar 1920.

______________Städtische KoAenstelle.______________

Brannkohlenausgabe.

Die an Haushaltungen über 5 Köpfe ausgege­benen Bezugscheine über 1 Ztt. Braunkohl,.' wer­den wie folgt beliefert:

die Bezugsscheine mit den Nr. von 301450 am Dienstag den 2 März 1920,

alle übrigen noch nicht belieferten am Mitt­woch den 3. März 1920.

Die Ausgabe findet im Hospitalhof im Sei­te rsweg in der Zeck von 14 Uhr nachmittags statt. 22848

Gießen, den 27. Februar 1920.

Städtische Kohlenstelle. ____

Ausgabe von Süßstoff ITaltsrin).

Für ixe Zeit vom 24. Februar bis 15. März 1920 wird gegen die Lieferungsabschnitte 10 brr Süßstoff karte H (blau) und 1 der Süßstoffvarte G (gelb) von ben S ützstofßibgabestellen Süßstoff ab­gegeben. Es gelangen aut den Abschnitt 10 zw _> i Briefchen und auf ben Abschnitt leine Schachtri zur Ausg<che. Mit bem 15. März 1920 verlieren die Abschnitte 10 bzw. 1 ihre Gültigkeit. Nach biejem Zeitpuntt nicht abgerufene <2Üßstofftn mgm dürfen von ben Ausgabestellen an die Bwölkmung verkauft werden. 2281B

Gießen, den 27. Februar 1920.

Der Oberbürgermeister <.LebmsmitvÄamr,.

Kartoffelversorgung.

Nachdem bie K'artoffrimarken ber 9 bis 12. Woche audgegeben sind, dürfen diej migm Personen, die von jetzt ab Kardoffrin auf dem Wege fvnwil- liger Ablieferung erhalten, nur noch 80 Pfund für eine Perfon beziehen. 2280b

Gießen, den 27. Februar 1920.

Ter Oberbürgermeifter (Lebmsmittriamt).

LMkblilig non gafitltilinngtn.

Sämlliche Fuhrleistungen für die Zwecke des Stadtbauomtes sollen für die Zeit vom 1. April 1920 bis 31. März 1921 am

Mittwoch ben 3. M arz d. I., vorm. 10 llhr, öffentlich vergeben werden.

Die Berd ingungsunterlagen liegen während ber Dienst stunden bei uns zur Einsicht offen und sind Angebote auf Vordruck, der daselbst erhält­lich, bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, ben 24. Februar 1920. 2285B

Stadtbauamt. I. B.: N o l d.

Befltiöung für Minderbemittelte.

Für die Versorguttg der minderbemittelten Bevölkerung ber Stadt Gießen sind 4000 Meter Hemdentuch, 3000 Meter Hemdenflanell und 275 Stück Kindertrikot überwiesen worden.

Diejenigen Personen, wriche nach den bereits bei der Reichskieiderverteilung befarmtgegebenen Grundsätzen, als Minderbemittelte gelten, können die entsprechenden Bezugscheine auf dem städtischen Lebens mittel amt (Zimmer 3) gegen Vorzeigung der Lebensmittel ausweis karte in Empfang nehmen.

Die Ausgabe der Bezugschrine findet statt: Montag den 1. März die Bezirke 1 und 2

Dienstag 2. ,, 3 und 4

Mittwoch 3. 5 unb 6

Donnerstag 4. 7 unb 8

Freitag 5. 9,10 unb 12

Samstag 6. 11 und 13.

Der Verkauf endet am 20. März 1920.

Gießen, ben 25. Februar 1920. 22628

Ter Oberbürgermeister -Lebensmittelamt).

Bekanntmachung

Festsetzung des Wertes der Sachbezüge.

Durch Verfügung des Herrn Oberbürgermeisters und des Dersicherungsamts der Stadt Gießen wird der letztmalig am 2. April 1919 festgesetzte Wert der Sachbezüge gemäß § 2 des Dersicherungsgesetzes für Angestellte und § 160 R.-D.-O. wie folgt neu festgesetzt:

l. Freie Verköstigung.

Frühstück

cn e je tägi.

& ® tägl.

. p. 2lbend' P. essen

Dolle Tages kost

erstes

zweit.

tägl. J4

jührl- Ji

a) männliche

Personen

40

50

1.40

0.50

1.20

4.-

1400

b) weibliche Personen

40

40

1.-

040| 1.-

3.20

1100

H Freie Wohnui

'S-

a) ein einfaches Mansardenzimmer oder gemeinschast« liches Zimmer für mehr als eine Person täglich 25 Pf., jährlich 90.- Mk.

b) für ein besonderes Zimmer täglich 60 Pf., jährlich 220 Mk.

c) Familienwohnung (2 Zimmer mit Zubehör) täg« lich 1.- Mk., jährlich 360 - Mk.

HI. Freier Brand.

a) für eine Einzelperson jährlich 50.- Mk.

b) für eine Familie jährlich 125.- Mk.

IV. Freie Beleuchtung.

a) für eine Ginzeloerson jährlich 25 - Mk.

b) für eine Familie jährlich 50. - Mk.

Die Festsetzung gilt im allgemeinen als Durch» schnsttssatz. Der Wett anderer Sachbezüge wird von Fall zu Fall festgesetzt, ebenso können auch 2lb» weichungen von den obigen Festsetzungen zugelassen werden, wenn dies nach Lage des Einzelfalles ge» rechtfertigt erscheint.

Die Festsetzung tritt vom 1. März 1920 in Kraft.

Gießen, den 23. Februar 1920. [22868

Berficherungsamt der Stabt Gießest.