ihrer Kultur emporzuchebeit, Mtirf der Heimat Schritt
Selters geschlossen.
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schast der Angestellten für c ins Gewerks chaftshaus einbernsenen 5
int Osten nicht verlorst gibt, sprach des weiteren von ter Ansiedlung jener großen Zahl van süddeutschen (auch hessischen) Bauern in der Ukraine, die vor 170 Jahren dem Rufe der Kaiserin Katharina von Rußland gefolgt seien. Diese zwei Milliio- nen Menschen, denen es nicht gelungen sei, die sie
Mitbürger! Wer seine Kartoffeln im Keller hat, liefere freiwillig 25 Pfund für die Person ab.
Sporte
** Sport. Sonntag den 29. Febr., nachmittags y23 Uhr, spielt aus dem Sportplätze an der Harttt die Liga-Mannschaft des Rasensport-Vereins Germania 08 Marburg gegen die Liga-Mannschist des Vereins für Rasenspiele 1900 (>:. V). Germania stand bei den letzten Verbands spielen in Marburg an erster Stelle. Tie beidm NLannschaf- ten dürften ziemlich gleich ßark sein. (Steh; Anzeige.) — Am 28. März findet in Frankfurt a. M. aus dem Platze der Fußball-Abteilung Germania 1894 das Spiel Süddeutschland gegen Mitteldeutschland statt. Ber diesem Spiel werden sich Deutschlattds beste Fußballspieler gegmübrr stehen. Für 20 000 Zuschauer ist Platz geschaffen. — Das in München vor 18 000 Zuschauern stattgesundenr Spiel Süddeutschland gegen Oesterrnch lanfete unentschieden mit 1:1 Toren.
** Fußball. Auf dem V. s. B.-Sportplatz Trieb finden morgen folgende Wettspiele statt: Nachmittags 3 Uhr spielt die an der Spitze der Tabelle stehende Ligamannschast des F. C. Wetzlar von 1905 gegen die erste Mannschaft des Verein für Bewegungsspiele Gießen. Nach den letzten Resultaten der gut eingespielten V. f. B.-Mannschaft dürfte ein interessantes Spiel zu erwarten seinh Vormittags 9 Uhr spielen die Schülermannschaften und um lOVa Uhr die dritten Mannschaften beider Vereine, wahrend die zweiten Mannschaften in Wetzlar ein Gesellschaftsspiel austragen.
Prüfungen für Handwerker int Frühjahr wieder vorschriftsmäßig beginnen. Der Ortsgewerbeverein Gießen läßt am 29., 30. unb 31. März zur Vorbereitung auf die Prüfung einen Vorbereitungskursus abhalten; er hat vorerst drei Tage hintereinander gewählt, damit auch auswärtige Handwerker ohite große Kosten teilnehmen föjmeit. Nähere Auskunft erteilt der Schriftführer des Gewerbevereins.
** I n der von der Arbeitsgemein--
umgebenden Russen zu ihrer Kultur emporzuHebeit, ut>er ihrerseits mit der Kultur der Heimat Schrttt zu halten, seien von dieser Heimat leider im Stich gelassen worden. Im Ballilüm hätte es zwar immer Führer, aber keine Soldaten, in der Ukraine immer Soldaten, aber keine Führer unter den Deutschen gegeben. Die Deutschen der Ukraine hätten sich den fortwährenden Russifizierungsbe- sttebungen erfolgreich widersetzt und seien zu großer wirtschaftlicl;en Bedeutung gelangt, ohne ein rich-
mc. Frankfurt a. M., 27. Febr. Das Pr o v i n z i al a rn t für Arbeitsnachweis für die Provinz Hessen-Nassau wird am 1. März in Frankfurt a. M. seine Tätigkeit aufnchmen.
** Braunkohlen ausgab e. Die an Haushaltungen über 5 Köpfe ausgegebenen Bezugsscheine über 1 Ztr. Braunkohle werden in der im Anzeigenteil bekanntgegebenen Weise be- lfofert. An lünftäpfige Haushaltungen kann 1 Ztr. Braunkohlen abgegeben werden. Die Ausgabe der Bezugsscheine erfolgt vormtttags bei der Städt. Kohlenstelle.
** Alle Bezugsberechtigten haben die Brennstosfbczugsscheine von weißer und roter Farbe für Kohlen und Koks bei den Kohlenhändlern oder Bezugsvereinigungen umgehend ab- Mgeben. Scheine, auf die bei dem Stadt. Gaswerk Koks direkt bezogen werden soll, brauchen nicht abgegeben zu werden.
** Holzausgabe. Auf die im Monat Januar und Februar d. I. ausgegebenen Bezugscheine für Brennholz von gelber Farbe wird Holz ausgegeben an Bezugsberechtigte des 12 und 11. Bezirks. Näheres liehe Anzeigenteil.
** Als Bekleidung für M inder- bemittelte sind der Stadt Gießen 4000 Meter ‘ .Hemdentuch, 3000 Meder Hemdenslanell und 275 Stuck Kindertrikot überwiesen worden. Siehe Anzeigenteil.
** Schau kochen. Auf bad am 1. unb 4. März in der städt. Haushaltungsschule, Neustadt 61, stattfindende Schau ko chen foi besonders hingewiesen. Ter vorzufÜhreiÄ»-! Apparat ist äußerst iparsam im Verbrauch Don Brennstoff Schon mit eineh halben Brikett ober 200 Gromm Köhlen laßt sich ein warmes Essen bereit m. Ter Besuch der Veranstaltung ist jeber Hausfrau dringend zu empfehlen
neu; hat doch schon ber erste ober zweite Beratungstag Unruhen gebracht, bei denen 50 Menschen den Tod fanden. Auch das ist Politik, Herr Artikelschreiber von der Rechten, daß man unter Umständen seine Ueberzeugung nicht zum Ausdruck bringt, sich zurückhält und sich der Abstimmung enthält, zumal wenn man Mitglied einer verantwortlichen Regierungspattei ist, während die Angehörigen kleiner, in der Opposition befindlicher Parteien: Rechte, Unabhängige — nach Herzenslust sich betätigen können, frei von Verantwortung und nickst belastet mit dem Bewußtsein, daß ihre Abstimmung nach der einen oder anderen Seite ausschlaggebend sein könnte.
So werden manche meiner Freunde und wohl auch Zentrumsmitglieder gedacht und gcfyanbelt haben, sie werden sich aber gleich mir einen Tadel oder eine verallgemeinernde Kritik, wie jie der Artikelschreiber sich beraub nimmt, verbitten. Wir fragen ihn auch nickst, wieviel Mitglieder der Rechtsparteien da waren und aus welchen Motiven sie gehandelt haben. Will er näheres über meine politische Tätigkeit und über diejenige der Demokratischen Pattei erfahren, so empfehle ich ihm, meinen Bericht vom 19. November v. I. zu lesen, ich stehe ihm aber auch gerne zu einem Privatissimum zur Verfügung.
Grünewald, M. d. N.
Samstag, 28. Febr. Stadtthoater, 7 Uhr, „Die fttns Frankfurter". — Lichtspielhaus: „Das Gift im Weibe", ,,Seitensprünge". — Lichtsprel:, Seltersweg: „Mazeppa", „Medaille ber Republik".
Sonntag, 29. Febr. GrieH,chast Lielng- nrufnun, liy< Uhr, 11. VolVvvtte.ung. — Allgemeiner Staatseisenbahnervwttn Gießen, 31/’ Uhr, Hauptversammlung, Wartesaal 3. und 4. Sflahe, Bahnhof Gießen. — ReickSverband weiblicher Hausangestellten Deutschlands, 4 Uhr, Vottvag im Postkeller. — Hotel „Ginhorn", 5 Uhr, „Struwwelpeter". — Stadttfeater, 3 Uhr, „Tas Beschwerdebuch'^ 7 Uhr, „Die Frau im Hermelin". — Lichtspielhäuser wie Samstag.
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Die Revision des Mörders Maus verrvorfen.
rz. Leipzig, 26. Febr. Wegen Ermordung des Sicherhettswachmannes Albert Böhm, der chn am 28. Februar 1919 in Gießen bei einem Einbruch ausgeschrieben hatte, ist am 9. Dezember v. I. vorn Schwurgericht Gießen ber Viehschweizer Friedrich Maus zum Tode verurteilt worden. Bereits am 23. September 1919 hatte Haupt- Verhandlung gegen ihn angestanden, sie mußte aber abgebrochen werden, weil der Angeklagte sich als verhandlungsunfähig ettvies. Er gab keine Antwort, sondern brüllte und stöhnte nur und warf sich zu Boden. In der Verhandlung vom 9. Dezember 1919 wiederholte sich der geschildette Vorgang, aber da der vernommene medizinische Sachverständige sich dahin ausspvach, daß cd, sich nur um die bei Gefangenen gelegentlich vorkommende Nervenaufveguna handle und daß ber Angeklagte offenbar absichtlich sich so ungewöhnlich benehme, entschied sich das Gericht diesmal dafür, den Angeklagten für verhandlungsfähig zu erklären. In der R e v i s i o n des Angeklagten führte der Verteidiger aus, die Berhandlungsfähigkeit sei zu Unrecht angenommen; außerdem rügte er, daß nicht eine besondere Frage wegen Totschlages stellt worden ist. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision als unbegründet. Gegen bk Annahme ber Verhondlungsfähigfeit liegen Bedenken nicht vor. Ein Antrag, eine Frage weyen DckschlageS den Geschworenen vorzulegen, ist nich> gestellt worden; überdies wäre sie überftüffig gewesen, denn der Tatbestand des Totschlages war in der Frage loegen Mordes mit enthalten. (Nachdruck verboten.)
Kirche tmb Schule.
■4 Tübingen, 24. Febr. Heute sand in> iüt hiesigen Gemeindesaal der evang. Kirche bk ordentliche und außenorLenttlche Dekanate syniode des Dekanates Büdingen statt Sie wurde eingeleitet durch eine Ansprache W Pforrer Werner-Usenborn. Tefon Schäfer begrüßte die erschienenen Synodalen. Pfarrer Bar-Lindheim verlas denRechenschaft^ bericht. Tie Zahl der Kirchenbesucher betrug danach im Dekanat sonntäglich 22 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, die Zahl ber Aberd mahlsbesucher 69 Prozent. Tie Gaben christ" kicher Liebestätigkeit betrugen 2767-) Niark, darunter für Krankenpflege 7157 Mk., 9bk Kreuz 4872, Aeußere Mission 2555 Mk., Inner Mission 757 Mk., Kirchenfollerten 3078 Mk Gustao-Adolf-Verein nsw. 1467 Mk., Sonstig^ 6171 Mk., Ortsarme 1618 Mk. u. a. rn., d. b auf den Kopf der Tekanatsbedölkerung 1,25 M Nach Vortrag des Bescheides des Oberkonsistoriums des Voranschlag und ber Wahl Prüfungen folg" ein Referat von Pfarrer Göbel-Büdingen über „Tie neue kirchliche Verfassung Pfarrer Kahn-Ortenberg trug den Rechen schaftsbericht über die TekanatskranPenpflege bor und erbat infolge ber gesteigerten Ausgaben Zu schüsse seitens der Gemeinden und Kirchen^ Nack einer Pause wurde darauf die a. o 'Sön^‘ eröffnet, es waren 50 Synodale erschienen. M Abgeordnete zum Landeskirchen tag wurden gewan' Pforver Bär-Lindl-eim, Kaufmann £enyDrteroerg als Stellvertreter Pfarrer Kallchcnn-Ober-Moa flrcbt unb Landwirt Tietzel-Eckartshausen. Di°' Synode wurde mit einem Gebet von Pforrer Hoch
**T ieBc erdigung von Geheimerat Siebeck fand Donnerstag vormittag unter za hl- vcid)er Beteiligung, bsosnders aus Univerptats- kreisen, statt. Pfarrer Bechtvlsheimer entwarf ein anschauliches Bild ber sittlich-religiösen Persönlichkeit oes Entschlafenen in ihrer Gediegen - T^it, Schlichtheit und Lauterkeit. Ter derzeitige Rektor, Professor Kalbfleisch, der zugleich im Namen des Landesamtes für das Bildungswesen sprach, rühmte die Verdienste Siebecks um bte Universität; der stellvertretende Dekan der philosophischen Fakultät, Professor Schlesinger, schilderte und würdigte in eingebenbiter Wei,e seine Leistungen auf dem Gebiete der Philosophie. Jin Namen der thoologifchen Faluliät, deren Ehrendottvr der 23crfe> ebene war, sprach Prost stör S ch i a n. Auch von dem Bettreter des allgemeinen Studentenausschusses und von einem folch.'N der Burschenschaft wurden Kränze am Sarge des all- verehrten Hochschullehrers niedergelegt.
** Für die Elsaß-Lothringer- Hilfe haben Schülerinnen der Höher m Mädchm- chule, sowie Schüler des Realgymnasiums unb ber Oberrealschule vom 11. bis 13. Februar eine Hans- ammlung vorgenommen. Die fleißigen Sammler haben 7118 Mk. abgeliefert. Wettn sind bei der Mitteldeutschen Kreditbank (Konto El saß-Lothringer-Hilfe) eingegangen: T. 200 Mk., Union- Brauerei 100 Mk., Bezirkssparkasse 1000 Mk., Fischer Adolf 50 Mk., W. G. Schuchard 100 Mk., Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt 100 Mk., D Winn 50 Mk., Frau Geh. Rat Riegel 100 Mk., Bank für Handel und Industrie 100 Mk., Fntz Nowack 200 Mk, W. Zurbuch 50 Mk., Leopold Meyer 30 Mk., Prof. Dr. Bostroem 50 Mk., Frau Therese Heß 20 Mk., Fabrikant K. Haubach 50 Mk, N. N. 100 Mk., Aug. Kilbinger 50 Mk., zusammen 2300 Mk.
** Die Stücke der Deutschen Spar- prämienanleihe 1919 ber bei der Bezirksparkasse Gießen gezeichneten Beträge können in Empfang genommen werden. Näheres siehe Anzeigenteil.
** Schaufen sterdieb stahl. Inder Nacht zum 27. Februar 1920 wurden aus dem Schaufenster eines Geschäfts in dem Seltersweg durch Zertrümmern der Scheibe verschie- >ene Stoffe von dunkelblauer, brauner und lila Farbe, die die Nummern 403, 239 und 8411 tragen, gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. I
**lVerkauf von Hefe. Die Preisprüfung sstelle iber Provinz Oberhessen in Gießen schreibt uns: ,Zn letzter Zeit mehren sich die Fälle groben Wuchers beim Verkauf von lHefe. Der Verkauf von Hefe ist laut Verordnung des Reichsernährungsministers nur nach -Gewicht zulässig. Da der Einkaufspreis pw Pfund Hefe aaif 2 bis 3 Mk. zu stehen kommt, so ist der Verkaufspreis in der Regel nicht höher als wie zu 9 bis 10 Pf. für je 10 Gramm zulässig. Jede Ueberschreitung dieser zuverlässigen Verkaufspreise oder jeder Verkauf, der nicht nach Gewicht erfolgt, wird als Wucher zur Anzeige gebracht und strengstens (bestraft werden. Wir machen die Bevölkerung und die Gewerbetreibenden darau aufmerksam, daß seitens der Polizeiorgane mit ganz besonderer Strenge auf die Innehaltung dieser Vorschriften geachtet werden wird und bitten die Bevölkerung, sofern die Vorschriften von Gewerbetreibenden übertreten werden, um Mitteilung an die zuständige Polizeibehörde ober an bie Preisprüfungsstelle.
** E i n Schneesturm von außerordentlicher Hefttgkeit fegte gestern nachmittag zwischen 4 unb 6 Uhr über Gießen. Es handelte sick vermutlich um die Ausläufer eines Gewitters, denn vereinzelt wurden Donner gehört.
** Meisterprüfung. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, werden die Meister
Mehl, Geld u. a. den Einbrechern zum Opltzr iel, wurde auch hier in der vergangenen Nacht versucht, in einigen Häusern einzubrechen. ^Glücklicherweise wurden die .Einbrecher rechtzeitig gestört. Eine Leiter ließen ie am Tatorte zurück.
Starkenburg und Rheinhessen.
sn. Bensheim, 26. Febr. Ein denkwürdiges Jubiläum kann unsere Stadt begehen. Es sind jetzt 600 Jahre, daß Bensheim Stadttechte bekam, was damals von großer Bedeutung war. Tie Stadt wird den Gedächtnistag feierlich begehen. Tas jetzige unheraldische Stadt- vappen soll umgeänbert unb durch ein neues Wappen die historische Entwicklung der Stadt dar- gestellt werden.
mc. .Darmstadt, 26. Febr. Aus der Strecke.Frankfurt—Darmstadt und Darmstadt—Dieburg soll noch ein drittes Geleise ^ür .Gütertransporte angelegt werden.
Hessen-Nassau.
Frankfurter Wohnungsnot.
mc. Frankfurt a. M., 26. Febr. Im Wohnungsamt wurde bisher in 17 Fällen festgestellt, daß in einem einzigen Zimmer mehr ivie 12 Personen zusammen wohnen. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Zigeuner .und Galizier. Eine Einzimmerwohnung wurde gefunden, in der 21 Personen hausten.
tiges Verhältnis zur Heimat erhalten zu haben. Den Deutschen an der Wolga, wo der Eigenbesitz im Gegensatz zu den Beihältniffen in ber Ukraine verboten gewesen sei, sei es schwerer ergangen. Im Kaukasus dagegen seien sie durch den blühenden Weinbau erfolgreicher gewesen. Der Redner wies mit Rücksicht auf die wieder aktuell werdende Auswande- rungsfrage auf die Brücke hin, bie von Siebenbürgen über bie Dobrudscha—Bessarabien »rach der Ukraine führe. Sowohl ein bolschewistisches wie auch ein sozialistisches Rußland werde prinzipiell einer Einwanderung von Deutschen sympathisch gvgenüberstehen. Der Redner schloß seinen ein- ftüntigen Vortrag, der infolge eines Transport- unfolls auf der Eisenbahn ohne Lichtbilder gehalten werden mußte, mit einem Appell für die Sache der Auslandsdeutsck)en.
** Die A nl a gen musik der Regimentskapelle, Obermusikmeister Löber, fällt morgen aus, da ein Gefangenentranspott zu erwarten ist.
** Konzert. Der Bau ersche Gesangverein veranstaltet anläßlich seines 56j ädrigen Stiftungsfestes am Sonntag, 14. März, ein Konzert in der neuen Aula der Universität. Als Mtt- wirkende find gewonnen: Opernsänger Windgassen (Cassel), Tenor, und Pianist Hahn (Gießen). Der Verein bringt zehn Lieder zum Vortrag, darunter einige schwierige Kunstchöre. Seit sechs Jahren ist es wieder das erste Mal, daß die „Bauern" sich in einem Konzert hören lassen. Mit etwa 90 Sängern wird der Verein auf treten.
** Ortsgewerbeverein. Es wird nochmals auf bie am Montag abenb im Gewerbehaus stattfindende Mitgliederversammlung hingewiesen!. (Siehe Anzeige.)
** Der ©bang. Arbeit er verein unb der Wartburgverein veranstalten morgen Sonntag abenb in der Johanneskirche in Gemeinschaft mit der Gesamtkirchengemeindei einen Vortragsabend, bei welcher Gelegenheit Missionar Walter über seine Erlebnisse in fünf- 1 übriger Kriegsgefangenschaft in Afrika sprechen wird. Die Gesangsabteilung des Evang. Arbeitervereins wird den Abend durch Gesangsvotträge verschönern. (Siehe Anzeige.)
Landkreis Gießen.
Ans Ktadt tittö Land.
Gießen, den 28. Febr. 1920.
Der neue Cisenb hntaris.
Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß ab 1. März die neuen Tarife für den Eisenbahnverkehr in Kraft treten, die eine Erhöhung um 100 vom Hundert ausmachen. Die Erhöhung der Fahrkattenpreise wird in der Weise durchgefühtt, daß die vorhandenen Fahrkatten ohne Aenderung des aufgedruckten Fahrpreises zum doppetten Betrag ausgegeben werden. Mit Rücksicht auf, die Papiernot werden keine zwei Fahrkarten verabsolgt. Die Fahrkarten, die vom 1. März an neu gedruckt werden und infolgebeffen den erhöhten Fahrpreis tragen, unterscheiden sich von den Fahttattm mit dem alten Preisaufdruck durch einen breiten Strich unterhalb des Fahrpreises. Für den Uebergang wurde bestimmt, daß mit den am 27., 28. unb 29. Februar gelösten Fahrkarten die Fahrt am ersten Ta g e der Geltungsdauer cmgette- ten werden muß. Auf diese Weise ist es ausgeschlossen, daß die Fahttarten zu den alten Preisen fogü* sagen gehamstert werden. Wer am 29. Februar ab* reift, hat den erhöhten Fahrpreis noch nicht zu bezahlen, auch wenn er sein Reiseziel erst am 1. März erreicht. Die vor dem 1. März gelösten Schülermonatskatt en, Schülettatten für 30 Fahrten, gelten bis zum Ablauf des darauf bezeichneten Geltungstages.
Eine Bahnsteigkarte wird vom 1. März ab das -Fünffache wie früher kosten, nämlich 50 Pfennige.
Sechsfache Bahnfracht. Eine Verdoppelung der Frachtsätze ist von den deutschen Eisenbahnen bekannttich zum 1. März beschlossen worden. Diese vorläufige letzte Erhöhung der Gütertarife bedeutet gegen die ursprünglichen FriAenssätze nahezu oas Sechsfache. Zum erstenmal begnügte man sich mit dem beschftd.'nen ZuscAag von 15 Proz. Auf diese 115 Prrz. der ursprünglichen Höhe kamen das zweite Mal aber gleich 60 Prvz., was zusammen 184 Proz. des ursprünglichen Bettages ergibt. Auf diese 184 Prozent wurden dann das dritte Mal mit der Reichssteuer gleich weitere 92 Proz. zugeschlagen, so daß schon jetzt 276 Pr^z. der ursprünglichen Last zu fragen sind. Die 276 Proz. sollen i.n März auf 552 verdoppelt werden. 7 Proz. Reichsverkehrssteuer von diesen 552 ergibt (untere 39 Prozent, was einen Gesamtbetrag von nicht weniger als 591 Proz. des ursprünglichen Friedens-- satzes ergibt. Es fehlen nur noch 9 Prvz. zum Sechsfac^n des ehemaligen Satzes ber ersten Zeit des Krieges.
Lebensmittel.
** Kartoffelversorgung. Nachdem die Kattoffelmarken der 9. bis 12. Woche ausgegeben sind, dürfen diejenigen Personen, die von jetzt ab Kartoffeln auf dem Wege freiwilliger Abliefenmg erhalten, nur noch 80 Pfund für eine Perfon beziehen.
** Die Abgabe von Weißmehl und Nährmitteln, die auf Grund von ärztlichen Attesten ausgegeben werden, ist für den Monat März 1920 übertragen worden: Weißmehl Phil. Gans, Dammsfraße, Nährmittel Emll Fischbach, SelterÄveg.
** Ausgabe von Süßstoff (Sacharin). Für die Zeit vom 24. Februar bis 15. März wird gegen die Lreferungsabschmtte 10 ber SüUtoff- larte H (blau) und 1 ber Süßstoffkarte G (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben.
O Grünberg, 27. Febr. Der Gemeinderat bewilligte in seiner letzten Sitzung den Gemeindebeamten und -bediensttten eine weitere Erhöhung der bisherigen Teuerungszulage um 150°/o mit Wirkung vom 1. Jan. 1920 ab
Y. ©taufenberg, 25. Febr. Nachdem vor einigen Tagen in dem benachbarten Dau- bringen von einer Diebesbande mir Erfolg gearbeitet worden ist, wobei in den Gast-. wirtschaften von Weimer und Schäfer Fleisch, |
der Angestellten Gießens wurde einstimmig beschaffen, den jetzigen Tarifvertrag, ber seit dem 1. Oktober v. I. in 'Kraft ist, auf den 30. April ds. Js. zu kündigen. Es wurde hettorgehobcn, daß die Sätze des ietzigien Tarifes zwar für das hetzte Vierteljahr 1919 als einigermaßen angemessen befrachtet werden können, daß sie aber jetzt infolge der inzwischen Ganz, erheblich verteuerten und immer noch steigenden Lebenshaltung nicht mehr zeitgemäß seien. In den Nachbarstädten wie Fvaüffnrt, Wetzlar uim. hätten die Angestellten neuerdings Tarifverträge abgeschlossen, die die Sätze des Gießener Vertrages wett Hutter sich ließen. Tie bekannt- gegebenen Sätze des srit 1. Januar ds. Js. m Kraft getretenen Wetzlarer Vertrages find erl)eblich höher als bie Gießener Satze. Tie Versammlung war sich barütec l'Cafr, daßi.in kd-emi neu abschließenden Vertrag die älteren Angestellten, bte Srößlcri- teils Familien zu ernähren haben, bedeutend besser gefeilt werden müßten. In dem jetzigen Vertrag, der nur als ein Grundstein anzusechen sei, auf dem nxtter gebaut njcrbcu müsse, hätten die älteren Angestellten erhebliche Opf>n: g^wraäü, da ihnen gar Seine ober doch nur geringe Gehaltserhöhungen zugebilligt wurden. Ferner wurde beschlossen, den neu abzu schließenden Vertrag fo zu formulieren, daß bie Angestellten der Industrie, des Großhan- I bet», des Kleinhandels, bte Verkäuferinnen ufn>. J itire fDotierungen g-fondert aufttellen und dem
Vorstanc. dec Arbeit-xlemettisck-aft Vorlagen, der l dvse Sätze dann den. neuen Vertragsentwurf $u
1 Grunde legt. Die Versammlung gab ihrer Ent- • ritffintg darüber Ausdruck, daß der letzige Tartfo v-erttag von einzelnen Firmen nicht etnget>.uien nxi±e, und daß sich viele Angestellte aus Maßregelungen zu Lohndrückern )lenrpeUi Irenen.
** Di e hessische V ereiniaung f ur Volkskunde trat gritern nach saft fecktsiahriger Pause mtt einem Vortrag an die Oesfentlichiett, für den sie Herrn Professor Dr. Diehl aus tfrieb* berg gewonnen i-atte. Der Redner sprach rn über» aus fesselnder, mit feinem Humor, gewürzter ibeiie über den Einfkluß des Aufklärungszettalters aus die Volkskunde Hessens, der unbestrettbar fohr stark gewesen sei, ttotzdem in jener Zeit das geschichtlici^e Verständnis im allgemeinen sehr verkümmerte. Dieser Aufschwung des Interesses an Volkskunde ist an drei Erscheinungen zu erkennen: Einmal an den auffallend großen Beständen Volks- und larwes- kundlicher Ltteratur in den Privatbibliotfeken lener Zett, ferner daran, daß der landeskundliche Unterricht in den Schulen eingeführt und gepflegt nnirde und schließlich an dem eigentlichen Charaktevisttkum der ganzen Erscheinung. Dem Auskommen ber statt- tischen Mssenschast, d. h. der Wiffensckiaft, bie das Volksleben erfassen, erklären unb schließlich verbessern will. Die Ursache des durch diese drei Er- «cheinungen gekennzeichneten Aufschwungs sicht der Redner in dem sozialen Zusammenbruch des 18. Jahrhunderts und den Reformen Hessens unter dem Minister v. Moser, die eine Besserung der wirtschaftlichen Lage bringen sollten. Wollte man mtt Erfolg reformieren, bann mußte zunächst der Bauernstand gehoben werden, man mußte die Sttm- mnng der Bauern, bie den Staat, die Regierung, geradezu haßten, ändern und ihr Vertrauen gewinnen. Dazu aber mußte man den Bauernstand nicht allein kennen, sondern ihn in feinem innersten Wesen erforschen. Dies geschah mtt ber bem Rationalismus eigenen Gründlichkeit, unb es entstand eine reiche Literatur über unb sür bie Dauern, aus der wir heute ersehen können, mit welchem Eifer man damals — von rein praktisckien Gesichispunk- tun ausgehend — das Studium der Volks- und Landeskunde betrieb. Die Bestrebungen hatten vollen Erfolg, denn Hessen konnte ohne zusammen zu bredjen, bie schweren Kriege um die Wende bes Jahrhunderts überftelym. Bald aber verschwand das Interesse an dem Bauernstand und damit hatte auch der Auffchwung ber Beschäftigung mtt hessicher Volks- unb Landeskunde sein Ende erreicht.
Die interessanten Ausführungen des Redners wurden von den Zuhörern mit reichem Beifall belohnt.
** „Ta s Deutschtum im Osten" behandelte im Auftrag ber Vortragsveveinigung des Kaufmännischen Vereins in der sehr ckswach besetzten, nicht geheizten Neuen Aula Dr. Fritz Wertheimer-Stuttgart .Er gab eine Darstellung ber Entwicklung des Deutschtums int Baltikum, das als Kulturträger von großer Wichtigkeit geworden sei, und das sich in den 40er und 50er Jähren des vorigen Jahrhunderts der Assimilation mit dem Lettentmn hartnäckig und erfolgreich widersetzt habe. Dadurch sei allerdings beit Russen Gelegenheit gegeben worden, Deutsche und Letten gegeneinander auszuspielen, Und eine Fxnndschaft zwischen beiden sei die Folge gewesen. Ein siegreicher Ausgang des Krieges hätte vielleicht die Deutschen und Letten auch staatlich miteinander verknüpft, eine Hoffnung, die durch die Ereignisse zuschande geworden und mtt dem Abenteuer der Baltitumtümpfer endgültig begraben worden sei. Ter Redner, der tvotzdem den deutschen Einftuß


