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schuf die Generalkommission der Gewerkschaf-

26. Dez. (WTB.) Ober-

Erbeutet wurde nichts, unternahm eine Streife

-0.

später erlegen ist. Die blaue Polizei in der Umgebung.

Köln a. Rh.,

ten und wählte Legien zum Vorsitzenden. Au 4. August 1914 (Rcichs-Gesetzbl. S. 328) angeord- dieser Stelle stand ec bis heute. Jahrelang : nete Hemmrmy der Verjährung wird hierdurch nicht redigierte er dasKorrespondenzblatt der Ge- i berührt. Borschnst güt auch über den 31. Te-

Aus Sta-t und Land.

Gießen, den 27. Dez. 1920.

Verjährung von Ansprüchen de- täglichen Lebens.

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zember 1920 hinaus.

Das vom Reichstage am 18. Dezember dS. Js. beschlossene Gesetz über die Verläng-rung von 23er» jährimgsfristen bezieht sich ausschließlich auf An­sprüche des Seeversicherungsrechts und hat mit dec Verjährung von Ansprüchen des täg­lichen Lebens im Sinne der §§ 196, 197 'des Bür­gerlichen Gesetzbuches nichts zu tun.

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Nicht gut noch böse sind die Handlungen des reichen Mannes, er lebt, wie jedermann in seinen Verhältnissen leben würde. Und doch, wie anders erscheint dies alles an den Maßstäben der Ewig­keit gemessen, die das Herannahen des Todes den Handlungen Jedermanns aufzwingt. Alles wird wertlos, nichtig und läßt ihn im Stich: die Liebe der Buhlschaft, die Treue des Guten Gefells, die Anhänglichkeit der lieben Verwandten und die Tienstbereitschaft des Mammons, der ihm als sein sicherster Besitz galt. Nichts bleibt ihm, in die Rechnung, die er ablegen soll, als wertvoll ein* zusetzen, als die wenigen guten Werke, die er ver­gessen hat. Erschüttert stehen wir mit chm vor der Wertlosigkeit eines reich dahin^eströmten Lebens. Nichts, was bedeutsam erschien, hat Bestand vor Gott. Jedermann erscheint gerichtet.

Doch da setzt die fromme Inbrunst der Dichtung ein. Ter Glaube kommt den guben Werken zu Hilfe und die Gnade deren Jedermann durch das Erlöser-- werk des Gottsohnes zuteil wird, löscht alle Schuld seines Erdendaseins und läßt auch ihn zur Gottes­kindschaft berufen sein.

Tie Glaubensinbrunst dieses Mysteriumspieles ist nickst auszuschöpfen und erschütterns in der Ein- drinalichkeit des aus schlichten 'Vorgängen heraus durch sich selbst wirkenden Mahnrufes.

Jedermann war zu diesem Weibespiel am ersten Feiertage in Gast geladen Die Range waren fast leer, das Parkett kaum zu einem Drittel besetzt. Leider war es die schLechtest besuchte Vorstellung dieser Spielzeit. Ob eine Operette am ersten Feiertag ziwkräftiger gewesen wäre, als ein Segen» denspiet? Man muß es leider vermuten.

die von militärisch beauftragten Dienst-1 W und Paul Schönebeck von Berlin zwei schwere ch mit Müfe Jungen, die bei Bicbentopf eure Vllia ausgeraubt!

stellen ausgingen und jetzt nur noch nut Müfe zju erwerben fmd, hat hier ein weites Totenrerch eine erste umfassende Darstellung gesunden, aus­gestattet mit vielen Tabellen, Plänen, , Sage» skizzen, einer großen Uebersichtskarte, sowie 404 Textbildern und 8 Kunstbeilagen in Vierfarbm druck. Der gesamte Reingewinn aus dem Verkauf des 200 Mk. kostenden Bandes fließt der Krtegs- gräberfürsorae zu. Vielleicht trägt das Werk aber auch sonst dazu bei, denen einen Trost zu ge­währen, die in Trauer eines ihrer Lieben ge­denken Müssen, der fern von der Heimat auf einem Helden fried Hof in Westgalizien in einer einsamen, aber würdigen Grabstätte der Ewig- leit entgegenschlummert.

Dr. H. Schneider-Gießen.

Zenenn Kr°S fi lassen. _ -eben. Ifjofhn M Mi pfien h '"sln selbst Amtliche t-Nk Ansn

text tn der Form von Liebesgaben und Geldüber­weisungen. Ta kräst.'^e, von warmer Svmpatme getrogene Hilfe kam auch von den Staaten Sud- lamerikas. So hat noch iw'gst ein Komitee ch- leni'scker Dwuen der Gattlli unseres Auhennnni- sters 150000 Mk. für unsere KriegS'rai en zur Verfügung gestellt. Das Gechlst der Dcvikbarkeik für all diese mcmscfenfreundliche Dr fe wr.d tnt dfutsckan Volke, das schwer um fern Dasein ringt, nickt erlöschen. Ich möckste las Weihnaefesfest nickst vorüberaohen lassen, ohne diesem Geiühr weiterhin Ausd-uck zct geben, und ick ritte Sie, Herr Reicksä zrir, allen fetri ta'en Stelen den warmen, bleibenden Dank des deutschen Volkes zu übermitteln. gez. Ebert.

2er Reichskanzler hat veranLaßt daß den be- te'ligten Stet eir des Auslandes u-d den inlän­dischen Har'ptstellen des ausländi'chm Hi 's-werkes der in diesem Schreiben ausgedrü-kte Wellnacksts- dank des deutschen Volkes übermittelt wird.

Aus Sem Aeictze«

Karl Legien f.

B erlin, 26. Dez. (Wolff.) Der Reichs- ragsabgeordnete Legien, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts­bundes, ist heute morgengestorben.

Carl Legien ist geboren am 1. Dezember 1861 in Marienburg (Westpreußen), besuchte dort die Bürgerschule und erlernte in Thorn das Drechslerhandwerk. Als Drechslergeselle bereiste er Deutschland, kam Mitte der 80er Jahre nach Hamburg, schloß sich der gewerk­schaftlichen Arbeiterbewegung an und wurde bald Vorsitzender der Bereinigung der Drechs­ler Deutschlands und der Zentralkrankenkasse der Drechsler. Eine Gewerkschafts-Konferenz, die im November 1890 in Berlin stattfand,

Tie Aufführung war unter der Leitung M>o§ Telekhs würdig imb weihevoll, allerdings niefli an der naiven Realistik gotischer Holzschnitte orien* tiert, denn an der himmelstrebenden Stilstrenge M Architektur. So blieben Einzelheiten, die nicht frurd eine Aufzählung im ter ft riefen werden sollen, niM straff in den Rahmen des Ganzen einbezogen.

Die sehr anspruchsvolle Rolle des JederM^ führte Karl Juhnke mit großer Hingabe und erreichte dadurch eine nachhaltige Wirkung, ** sonders in der Herzensnot der ihn plötzlich A gebenden Einsamkeit. In glatter Verbindlich^? spielte Oskar Feiael ben guten Gesell. Leb'nd'i: war das Bild der Taselgesellschast. worum ficb geschmeidige Buhlschaft (Karla Keller), die gut: ge­zeichneten Vettern (Rudolf Goll und Rlckar.« Hellborn), sowie die übrigen Festteilnehme: verdient machten. Jedernuums Mutter (Anguiü- M a r ck s) sprach mit warmer HerzenSfrömmigkei Ter arme Nachbar (Paul Mehnert) und ort Schuldkneckst (Karl V o l ck) hätten härter in dtt Anklage sein dürfen. Für den Tod besaß Bech stei n das richtige Organ. Die Wirkung feuu» Erscheinens hätte fick steigern laffen. Für den Dohrn des Mammons fand Harry Noe bert übet* zeugende Gebärde. Wolf Lentheiser fvtel- einen luftigen Teufel ohne jegliche Dämome. den Mysterienchar aller des Spieles sanden dw innerlichsten Ausdruck Else Koop als Gute Wer» imb Rose Erika von Brandek als Glaube.,

Es wäre beklagenswert, wenn das Legende^ spiel in der Wiederholung nicht den ZuspruD fände, der ihm bei der ersten AnsfühWiNS leck« fehlte. U*

neral-Kommission", das in den ersten Jahren nur eine Art Mitteilungsblatt der General- Kommission war, fid} aber zu einem wichtigen Zentralorgan des gesamten Gewerkschafts­wesens Deutschlands entwickelt hat. Alle deut­schen Gewerkschaftskongresse sind von Legien geleitet worden. In seiner Stellung als Vor­sitzender der heute mit ziemlich großen Befug­nissen ausgestatteten General-Kommission der Gewerkschaften hat Legien starken Einfluß auf die gesamte deutsche Arbeiterbewegung. Die Gewerkschaftsbewegung hat sich zwar unab­hängig von der politischen Arbeiterbewegung, der Sozialdemokratie, entwickelt, aber letztere ist doch öfter genötigt, ihre Taktik den Wün­schen der Gewerkschaften anzupassen.

Bandenüberfall.

Beuthen (Oberschlesien), 24. Dezbr. Heute morgen wurde ein Geldtransport der Bergverwaltung von Gießhes Erben auf dem Wege nach dem Wilhelmsckacht von 30 Banditen überfallen. Dem Geldtrans­port waren außer dem Kassenverwaltungs­beamten fünf Beamte der Abstimmungspoli­zei beigegeben. Bei dem Feuergefecht wurde ein Wachtmeister am Arm verletzt, ein Ban­dit erschossen, ein zweiter schwer verletzt. Der verletzte und der tote Bandit wurden von ihren Spießgesellen weggeschafft; ein Kassenbeamter erhielt Bauchschuß, dem er

deutschen Volkes bezeichnen kann, sondern sie trei­ben im toten Wasser des gelehrten Besitzstandes. Darum wurde hier versucht, dieses allen Zeiten gehörige und allgemeingültige Märchen abermals in Bescheidenheit auszuzeichnen. Vielleicht geschieht es zum letztenmal, vielleicht muß es später durch den Zugehörigen einer künftigen Zeit noch einmal geschehen."

Rein auf typische Gestaltung angelegt, wie modernste Jdeendichrimg erhebt sich der Bau dieses Legendenspieles in der gestellten Formstrenge mittelalterlicher Tome, ohne in ben Maßwerken der Buntheit zierlichen Ornamentes oder der Ver­führung launiscfer Einfälle auszuweichen. Dies­seits imb Jenseits greifen unvermittelt ineinander über. Weltliches und Geistliches durckdringt sich. Ter Teufel konversiert mit dem Engel. Heute, wo die soziale Tendenzdichtung Licht und Schatten kraß einander gegenüberstellt, muß man staunen angesichts der Loyalität, mit der des reichen Jeder- mannes Anspruch auf den Genuß seines Reichtums gerechtfertigt wird. Wie das Wesen des Kapitals als sich selbst verpflichtende, aus sich selbst weiter­zeugende STraft anerkannt und). Der Reiche wird nickt als Verschwender, als Prasser hingestellt. Er schaltet unumschränkt, aber maßvoll mit seinem Besitz. Er ist kein Blutsauger und Beutelabschneider. Und dennoch läßt ihn die Weisheit des mittel- atterlicfen Spieles allein dadurch schuldverstrickt werden, daß rr als reicher Mann Mammons Unecht ist und der Fluch, der dem Mammon gilt, sich an ihn heftet. Er ist im Recht und dennoch schuldig, daß der Sckuldknecht in den Turm muß, y igt er auch dessen Wribe gegenüber soziales Emp- I finden und Hufsbereitschaft.

Wcftgalizische Heldengräber.

Tie Sorge für die Pflege der Gräber unserer Gefallenen sollte eine selbstverständliche Pflicht all'.r Volksgenossen sein, zu der es keiner ausdrücklichen Mahnnim bedürfte.Leider tilgen die Verhältnisse so, daß die Stärke dieses fittlid>eii Gebots, überall, wo man ihr in der Dessentlichkeit begegnet, mit beson­derer Genugtuung begrüßt werden muß, da immer noch weite Kreise hier untätig fei erte stehen. Nicht nur müssen immer wieder diejenigen aufgerüttelt werden, die es in der schweren Not der Zeit x>*x» geffen haben, dm Toten die Treue zu feilten, auch alle die, welche glauben, vielleicht durch eine Spmde an Geld sich lvsgeSauft zu haben von der Schuld gegen die Gefallenen, können nicht oft genug an die immerwährende Tankespslicht erinnert werden. Seitdem sich in Deutschland der Bolksbmid Deutsck>e KriegSgräberfürsorge"' gebildet hat, ist der Gedanke der Gräbersürsorge vielfach erfreulich im Wachsen begriffen, wenn auch noch nicht aller­orts in fern erferderlichm Maße die tragende Ido» des Bundes wirklich zur Volkssache geworden ist. Auch die hier in Gießen im Sommer dieses Jahres ins Leben gerufene für ben oberfessiscyen Bezirk geplante Ortsgruppe hat noch mit erheblichen Sckfwierigkeiten zu kämpfen. Tie verhältnismäßig geringe Zahl ber Mitgliü>er, der schwache Besuch der Versammlungen finb dafür ein beschämender Beweis.

Eine wesentliche Förderung des Ziels dieses letztm Zweiges der mm allmählich abgeschlossenen Kriegswohlfahrtspflege kann aber erreicht werden durch eine Veröffentlichung, auf die hierdurch die Aufmerksamkeit geteuft werden soll. Von der öster­reichischen Aktion zum Schutze und zur Pflege der Kriegsgräber (Schwarzes Krmz") fvurde kürzlich ein Werk ferauygegeben, das sich eingehend mit dm zahlveick)en Heldenfriedhöfm in Galizien besaßt. Un­ter bemTit«lWestgalizische HeldenMäber"wird ein; Schilderung ber 400 nach künstlerischen Entwürfen erbauten Friedhöfen geg^en, auf denen die Toten der historischen Kampfstätten von Gorliee, Liwa­nowa und am Tunajec im Jahre 1915 nach Abschluß der Kämpfe ihre letzte Ruhe gefunden haben. Da an diesen Schlachten auch hessische Truppenverbände und solche, die ihren Ersatz feuptsächlich aus unserer engeren Heimat erhielten, hervorragend beteiligt waren, verdient das Buch gerade bei uns besondere Beachtung. Das dem Werk beigefügte Verzeichnis gibt einen Ueberblick über die Gefallenen von 54 fentschm Trnvpmkörpern, die auf 109 Kriegerfriedhöfen bestattet werden. Außer einigen noch während des Krieges entftanbenen Beschreibungen von Ehren- friedhöfen meist auf dem westlichm Kriegsfchau-

Beranstaltungen.

Montag: Stadttheater, 3 Uhr,Fran Holle"; 67a llbr, ,,Tie Strohwitwe". Liebigs- höfe, 4 Uhr, Weilmachtsfeier des Kriegerverems. Turnhalle, Nord--Anlage, Weihnachtsfeier des Vereins ehemalig er 116er. Cafe Leib, 7 Uhr, Weihnachtsfeier des Gesangvereins ..Eintracht". 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemseer. Lichtspieltheater wie gestern.

* Amtliche Personalnach richten Der Direktor des Emst Ludwig-'Semv a s m Bens- feim, Glückert, ist mit Wahrnehmung der T ieustverricktuiigm eines Vortragenden Rats (Ober* sckulrat) in der Abteilung für Sch.i lange le gen- feiten beauftragt worden. In ben Rufestand versetzt wurde am 20. Dezember 1920 der Kom­mandeur des Ge,L»armerietorps (nun Vorstand der Landes-Gendarmerie-Direllwn) Oberst M o o tz zu Tarmstadt am fern Nach.ucfeu unter Anerkennung ferner dem Staate geleisteten ^Dienste-vom 1. Ja­nuar 1921 ab.

**Ordensangelegenheit.en. Nachdem Durch das ReicksabwickelungSamt die Auslösung der Abivicklungsämter angeordnet ist. hat das Reick)s- wehr-Ministerium verfügt, daß alle Ordens-, Ehren- irub Lthzcicfenan gelegen feiten, sowie alle Anträge auf Charskter-Berleihu g und E.teilurg ber Erlaubnis zum fragen von Uniform unb der Aussicht auf Anstellung im ZiviLrmst von den ledigen Divisionen (früheren Wel)rlrciZkomman- dos) weiter zu bearbeiten sind. Das Abwicklungs­amt XV1H. A. K. gibt daher aller noch nickt bearbeitenden Anträge dieser Art an die 5. Tr- viston in Stuttgart ab, die für den Bereich des früheren XVIII. A. K. zuständig ist. Aufvagen wären also dorthin zu richten. Neue Anträge in Ordens- üsw. Angel genheiten werden nur noch für Heimkchrer bearbeitet ,bte nach dem 31. Auguft 1920 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt find. Anträge auf Charakter-, Uniform-, Äustel- liMgsaussicht-Verleihun.g find umgehend fei der 5. Division in Stuttgart er>wrciicfen. Die übrigen Restarbeiren des Ab wickebingSainvtes erledigt nach dessen Auslösung vom 1. Jaimar IS21 ab die Zweig­stelle der AbwickelungsiutenLantur des XVIII. A. K. inNeuburga. D. Für alle VerwalfmigS- angeleAeicheiteii bleibt die Korpöbezirksregierung tn Frankfurt a. M. zuständig.

** Mitteilung aus deut Stadt­theaterbureau. Wegen Erkrankung des Frl. v. Brandek kann die angekündigte Aus­führung vonD o n C a c l o s" am morgigen Dienstag nicht stattfinden. Es wird dafür das Sudermannsche SchauspielDie Rasch- boffs" außer Abonnement gegeben. Diese Vorstellung, die letzte des spannenden Wer­kes, findet bei gewöhnlichen Preisen statt unb haben Gutscheine Gültigkeit.

* Betrüger. Am Donnerstag den 23. De­zember, vormittags zwischen 10 und 11 Uhr erschie­nen zwei jüngere Bürschchen in einer hiesigen Wohnmrg mit der Angabe, sie seien vom Gas­werk geschickt, den Gasherd nachzusefen. Ohne sich über die Legitimatton des Gaswerks zu ver­gewissern, ließ die Wohimngsinhaberüt hie beiden die Küche und alle Zimmer betreten, um Lampen unb Leitungen nachzusehen. Sie kamen nachmittags gegen 3 Uhr noch einmal, um ihre Arbell zu prüfen. Nach ihrem Weggange vermißte die Woh­nungsinhaberin einen größeren Ge ldbetrag und Schmuck: eine goldene Damenuhr, auf Der Rückseite ein Schwan eingraviert, mit goldner langer lleingliedriger Halskett-e, ein goldenes Arm­band mit Granaten besetzt, ein Kollier aus Gold mit Granaten. Vor Ankauf wird gewarnt. Woh­nungsinhaber, bei welchen auch ähnliche Versuche gemacht worden sind, werden gebeten, sich auf ber Kriminal-Abteilung zu meiben. Die Täter waren zwischen 16 unb 18 Jahren, hatten beibe blasse Gesichter, der eine war mittelgroß, ber andere etwas größer, trug gelbe Gamaschen unb wurdeRudi" genannt. Die WohmmgsinHaber werden erneut darauf hingewiesen, sich von Leuten vom Gas- und ElellrizittitSwerk Die Ausweise vorzeiaen zu lassen.

** Zwei schwere Jungen. Unter Mit­hilfe eines hiesigen AlthÄrdlers gelang es der Polizei, den Metzger Heinrich Pfeil von Bieden-

l-atten und die Sachen bei sich führten, festzu^ nehmen; die Gegenstände im Wert von mehreren tausend Mark tonnten dem Eigentümer wieder

Hu$ dem besetzten Gebiet.

Amerikanische Kinderbescherung.

fb. Koblenz, 26. Dez. Die amerikani­sche Ernährungs-Kommission hat in dem amerikanisch besetzten Gebiet tn großem Um­fange die Bescherung notleidender .Kinder vorgenommen. In allen Orten dieses be­setzten Gebiets erhielten die Kinder Weih­nachtspakete; in Koblenz allein über 4200, in Bendorf 550, in Matzen 1050, in Andernach 1160, in Neuwied 2100. Im ganzen gelang­ten 12 720 Weihnachtspakete zur Verteilung. Außerdem erhielten Waisenanstatten und Kin­derhorte Noch 1100 Pakete.

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landesgerichtsrat a. D. Geheimrat 91 o er en, einer der bekanntesten ehemaligen Zentrums- Parlamentarier im Reichs- und Landtag, der sich kurz vor dem Kriege aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hatte, ist hier im Alter von 76 Jahren an Herzschwäche gestorben.

zurückgegeben werden.

** Eine H ausdiebin. Eine hiesige F». milie wurde im Lause dieses Sommers wiederfeit bestohlen, ohne daß es gelang, den Dieb zu er­mitteln. Es baitbeke sich um wertvolle KleidungK-. und Ausstattungsgeaenstände. Als Anzeige erhoben wurde, bezeichnete das Dienstmädchen einen un­bescholtenen jungen Mann als den Täter. Nachdem es der Krimincllpolriei gelungen war, die Gegen« stände bei einem hiesigen Geschäftsmann amzufin- oen, zerriß das ganze Lügengewebe des Dienst­mädchens und es entfmppte sich selbst als die Diebin. Es wird sich wegen Diebstahls imb falscher Anschuldigung zu verantworten haben.

Von der Feuerwehr. Am Freitag nachamtbass 3,57 Uhr lief durch den Feuermelder im Schifflenferger Tal eine Feuecmeldung aus der Wache am Oswaldsgarfen, ein._tooram sofort die Mannschaft mit dem Bereitschaftsfbagen ausrückle und 4,05 UhrFeuer in ber Ober yossischen Nebenwerk st ätte" znrückmeldrie. Da inzwi­schen auch telephonisch die Mit eilung gemacht war, es brenne eine Halle im Hofe der Nefenwerkstütte, wurde die Motorspritze nachgezogen und die Ring- toitung für beide freiwillige Wehren angekurbelt. SBcber Motorspritze noch die mit zwei Geräten ein- getroffenen beiden sreiwilligen Wehren brauefem ledoch in Tätigkeit zu treten, da das in (einem Schuppen ausgebrochene Feuer durch Eisenbahn- bebienftete unb die Feuerwache in kurzer Züt ge­löscht war.

** Bei der Viehzählung in Hessen am 1. Tczember 1920 (bzw. am 1. Derernfer 1919) wurden gezählt: Pferde 56 418 (55 287), Rmdvteh 279 271 (278543), Schafe 87215 (72042),Sckwrim 284 719 (229 3691, Ziegen 1 j3 005 (151089) Gänse 140105 (93 456), Enten 45 967 (39 3261. Hühner 1 123 098 (892 964), Kacllnchen 163 231 (162 361). In erfreulicher Weise hat die Schweme- zücht zugenommen, aber der FriedenSstWH, 410 395 Stück Schweine am 1. Dezember 1914, ist faxt Lange nicht erreicht.

** Die attt 1. Januar 1921 fälligen Pensionen, Renten und Hinterblie- benengebührnisse dürfen ebenso wie dir Beamten gehälter unter Berücksichtigung aller etwa angeordneten Abzüge schon jetzt ausaezahli werden. Die Postanstalten imb die Zafestellen sind mit entsprechenden Anweisungen versehen wor­den. (Wolfs.)

** Die Außerkurssetzung bei Silbermünzen. Die Silbermünzen wer­den mit dem 1. Januar außer Kurs gesetzt. Die Reichs- und Landeskassen nehmen sie nin noch bis zu diesem Tage zu ihrem gesetzlichen Werte in Zahlung. Sie dürfen später auch nicht mehr gegen Reichsbanknoten, Reichs- kassenscheine und Darlehnskassenscheine um­getauscht tverden. Vielen praktischen Werl dürfte diese amtliche Erinnerung nicht haben, da der Metallmert dieser Münzen weit größer ist als der Nennwert der heutigen Papiermack

* Zur Bekanntmachung betr. btt Entrichtung der Umsatzsteuer für bd Kalenderjahr 1920 verweisen rotr auf die Bekum- mwchung im Anzeigenteil.

** Ueb erwachung deS Handel; mit Kun st speisefett. Nach dem Gese^. betr.: den Verkehr mit Butter, Käse, Schmatz und deren Ersatzmittel vom 15.6.97 (RGBl. S. 475) müssen die Gefäße und äußeren Um­hüllungen, in welchem Kunstspeisefett ver­kauft oder feilgeboten wird, mit einem stets sichtbaren, bandförmigen roten Streifen und der deutlichen InschriftKunstspeisefett" vev sehen sein, ebenso darf nach § 5 der oben­erwähnten Verordnung auch in öffentlichen Zeitungsangeboten usw. sowie bei Schluß- schein, Rechnungen und Frachtbriefen eben­falls nur die Bezeichnung ,Kunstspeisefett" angewendet werden. Käufer wollen hierauf achten.

**DerAlkgemeineDeutscheGe*- werksch a f tsb un d, Ortsausschuß Gießen (früher Gew-erkschaftskartell), veranstalte! mdrgen abend 8 Uhr im Gemerkschaftshaus. eine Gewerkschafts-Versammlung. Näheres siehe Anzeigenteil.

* Vortrag Gras von Westarp. Da' Deutschnationalen Volkspartei ist 8> gelungen, den Grasen von Westarp füi einen Vortrag in Gießen zu gewinnen, der an 4. Januar int Hotel Einhorn ftottfinben wird Graf von Westarp wird überDeutsche Aufe gaben" sprechen. Näheres durch Anzeige.

** Die Annahme von Expreßgu< hat eine Einschränkung erfahren, soweit d sich um Güter größeren Umfanges oder Gewicht!

Durch die Bekanntmachung des Bundesrats Dom 22. Dezember 1914 (Rcichs-Grfetzblatt S.543) wurde angeordnet, daß. die in ben §3 196, 197 d^s Bürg riich n GcsetzbUllH le--ichmtonAn p W, die Damals noch nicht verjäl)tt war eit, nicht vor dem Schluß des Jahres 1915 verjähren. Die Verjährungsfiisten für diese Ansprüche smd tm Laufe des Krieges wiederholt verlängert und zuletzt durch die Verordnung vom 26. November 1919 (Reichs Gesctzbl. S. 1918) bis zum 31. Dezember 1920 bt.uruWdtoben worden. Eine wei ere Aus­dehnung dieser Verjährung^ftrston ist nicht zu er­warten. (Soweit deshalb nicht etwa im Lcpife des Jahres 1920 eine Hemmung der Verjährung (§ 202 des Bürgerlichen Gesetzbiufesl emgetreteit sein sollte, läuft die Verjährung mit dem 31. De­zember 1920 ab. Dieses güt für die Ansprüche des täglichen Lebens mit zweijähriger Verjährungs­frist 196 des Bürgerlichen Gesetzbuches,, insbe­sondere also Anspeücfe der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker aus Lieferungen an Private, An­sprüche der Frachtfuhrleute, Schisser, Gastwirte usw., Aerzte, Nechtsaikwälte und Notare wegen ihrer Gebühren und Auslagen! aus den Jahren 1912 bis 1918 sowie für solche Ansprüche mit vierjähriger Verjährungsfrist (§ 197 des Bürger­lichen Gesetzbuches, noMeittlich) also Ansprüche aus Wareitlieserungen für den Gewerbeb hkb de§ <Sd'iu(bner§, Ansprüche auf Unterhaltsbciträge, rück- stmtdige Miet- und Pacfezmsen usw.) aus den Jah­ren 1910 bis 1916 Wer sich gegen die Einrede Der Verjährung schützen will, rnuy Deshalb bis zum 31. Dezember 1920 für die Unterbrechung der Ver­jährung sorgen (§§ 209 ff. des Bürgerlichen Gesetz­buches». Die für Kriegsgefangene und deren Gläu­biger im § 8 des Kriegsteilnehmerschutzgesetzes vom

Glehener Stadltheater.

Gießen, 26. Dez. 1920. Jedenrwnn.

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes.

Tas altenglische Spiel vom Every-man, mit dessen Erneuerung Hugo von Hofmannsthal 1911 Die deutsche Bühne bereichert hat, ist in der Ein­dringlichkeit seiner gedrängten Wucht eines der ergreifendsten Mysterien, mit denen der gotische Mensch seine tiefe Religiosität naiv und ein­dringlich zum Ausdruck brachte.

Der Buchausgabe des Spieles gibt Hugo von Hvfmannsthal folgende Geleitworte mit:

Die deutschen Hausmärchen, pflegt man zu sagen, haben feinen Verfasser. Sie wurden von Mund Mi Mund weiter getragen, bis am Ende langer Zeiten, als Gefahr war, sie tonnten ver­gessen werden ober durch Abänderungen unö Zu­taten ihr wahres Gesicht verlieren, zwei Männer sie endgültig aitffdjrieben. Als ein solches Märchen mag man auch die Geschichte von Jedermanns Ladung vor Gottes Richterstuhl ansehen. Man bat sie das Mittelalter hindurch an vielen Orten tn vielen Fassungen erzählt; dann erzählte sie ein Engländer des 15. Jahrhunderts in der Weise, daß er die einzelnen Gestalten lebendig auf eine Bühne treten ließ, jeder die ihr gemäßen Reden in ben Munid legte unb so die ganze Erzählung unter die Gestalten austeilte. Diesem fvlgle ein Niederländer, bann gelehrte Deutsche, bie sich der lateinischen ober der griechischen Sprache zu Dem gleichen Werk bedienten. Ihrer einem schrieb Hans Sachs seine Komödie vom sterbenden reichen Manne nach. Alle diese Ausschreibungen stehen itid>t in yuan Besitz, den man als ben lebendigen des