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limg der rieiigen Orgcmriatwn, durch bte h f len wrcncn

bolfchewistischen Führer ihre Ideen und 3*cje ber Ausbau und Ausnutzung

ins Volk tragen. Lehrer, .Künstler, Sanger, Schau- ltever Äusaa $anäIen hielt

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2lu$ Stadt tutfc Land.

Gießen, 27. Juli 1920.

Veranstaltungen.

Dienstag, 27. Juli: Httel Einhorn, 8V4 Uhr, Gastspiel Birchwald. Lichtspielthsater tote gestern

O Bad Salzschli rs, 26. Juli. Das erste größere Feuertoerk, das gelegentlich bc Reiterfestes der Fuldaer Garnison hier veranstaltet tourde, mrhrn leider einen b. trüblichen Ausgang. Ein bei der Abbrennung des Feuerwerks beichäftigter' Heiner wurde von einer Leuchtrakete erfaßt und am ganzen Körper so furchtbar verletzt, daß sofortiger Tod eintrat.

rinertbaiten Beachtung ernt Stellen gegen die

Opferfreudigkeit besortoers ausgestellter kommuni- , Mtm ftifdjer Einheiten dem Sowjetheere seinen eigen > | Cx- <

ui» Volk tragen,-- - .

spieler und Gelehrte sind zu dieser Propaganda herangezogen. Die kommunisttlchen Bataillone unterwerfen sich selbst der strengsten

Sie stellen besondere Stoßtrupps auf und feuern durch ihren Mut und ihre Kühnheit die übrigen Truppen an. So stellte z. B ,ber Bonsownn Juni ein vommunisrrsches Babnlbvn dre beretts vom Feinde durchbrochene Front wieder herimd verlor dabei 400 Tote. In den Osfiziers-Aus- bildungsschulen werden Tausende von NMgen.Ar­beitern herangebildet, dre von den Gewerbchaften ausgewählt stnd. Bon diesen find 25 Prozent Kommunisten, 59 Proz. solche, die mtt dem Kom­munismus sympatisieren, und ^e ubrrqen Men- scheviki, Sozialrevolutionäre und Parterwse.

in beiden Füllen mit I1/2 Prozent steuerpflichtig, wenn der Verein sich nachhaltig mit der Veran­staltung von Ausstellungen besaßt.

** T ie Gemeinden und die Versor- gung der vertriebenen Beamten. Zur Unterbringtmg von mittelbaren Staatsbeamten und Lehrpersonen aus den abgetretenen Gebi -ten ist bekanntlich ein besonderes Gesetz erlassen worden. Tie Gemeinden und Gemeindwerbände, sowie alle sonstigen Körperschaften dos öffentlichen Recht's sind verpflichtet, ihre freien Stellen mit mitt4= baren Staatsbeamten zu besetzen, die aus diesem Grunde ihr Amt verlieren oder es aufgeben, weil ihnen die Fortsetzung ihrer Amtstätigkeit unter fremder loerrsch.Fi nicht zugemutet werden firmt. Es wird nun vielfach darüber geklagt, daß sich die Körperschaften, insbesondere die GemeindeveNval- tungen, dieser Pflicht entziehen und ihre freien Beamtenstelleu nach wie vor in een Fachzeitschriften öffentlich aus schreiben. Ter Minister des Innern I hat deslxl.lb die Kvmmunalaufsichtsbehörten ersucht, I die unter eilten Gemeinden, Gemeindeverbände und

** Oberhessischer Kunstverein. Lei­der kann die Lürsstellung hessischer Künstler tw vorgesehen nicht bis nächsten Sonntag hier ver­bleiben, da ein großer Teil der Bilder schon diese Woche in Nürnberg eintresfen muß. Die Ausstellung ist daher morgen von 111 Uhr und am Nachmittag von 35 Uhr geöffnet. Von Donnerstag an wird die Ausstellung geschlossen sein.

** Tas 8. Abonnementskonzert der Regimentskapelle unter Leitung des Ober Musik­meisters Löber findet am Mittwoch, 28. ds, Mts., abends 8 Uhr, auf der Schönen Aussicht statt.

** Silberne Hochzeit feiern morgen Franz Henn und Ehefrau Christine, geb. Cap­peler, Buddestraße 7.

** Entwendet wurde von einem Acker am Aulweg ein größerer Leiterwagen. An der Leiter fehlt eine Latte und in einem Rad eine Speiche: der Wagen ist nicht angestrichen. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Heber die Umsa tzsteuer Pflicht von Künstlern und Kunstvereinen hat der Reichsminister der Finanzei: wichtige Entschei­dungen getroffen. Einem Kunstverein kamt Steuerbefreiung für die Einnähmen aus dem Verkauf von Kunstwerken auf einer Ausstellung nicht gewährt werden. Bei der Beranstltaung einer Ausstellung 'handelt es sich in erster Linie um eine Tätigkeit im wirtschaftlichen Interesse der Künstler. Der Minister will es den Künstlern über­lassen, die Pveise unter Berücksichtigung der Luxus steuer zu bemessen. Beim Verkauf oer ausgestellten Gegenstände für Rechnung der Künst­ler ist ein Kunstp rein für die Vermittlungsgebühren mit IV2 Prozent, die Künstler mit 16 Prozent steuerpflichtig. Ter Verein ist aber mit dem vollen Entgelt steuerpflichtig, wem: er den Käufen: gegen­über nicht ausdrücklich lediglich als Beauftragter der Künstler und in denen Namen tätig wird, son­dern die Bilder 'von den 'Künstlern übernommen hat und als Kommissionär auf eigene Rechnung veräußert. Tann sind außerdem die Künstler für die Entgelte luxussteuerpflichtig, wenn nicht W'ieder- verkäuferbescheinigungen vorgelegt worben sind. Tann sind auch bte Entgelte bei den Künstlern mit IV2 Prozent steuerpflichtig. Tie Eintrittsgelder sind

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von Wasserkräften und Kanälen hielt Tivl-Jng. Schmale am Lamstag abend, :m großen Hörsaal des physikalischer: Instituts nnen Vortrag für die Ortsgruppe Gießen des Retchs- bundes Deutscher Technik und die von geladenen Gäste. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die schon m frü'hester Zeit versuchte Nutzbarmackiung des Wassers für dre Der]dyteben-' artigsten menschlichen Verwew'Ungszwecke, wobei jedoch das Wasser als eigentliche Ktaftguelle voi- erft n»eniger in Betracht kam, da etn derartiger Bedarf firum vorlag, wies der.Redner aus dre außerordentliche Bedeutung hin, d:e dre Wafscrkran gerade jetzt für Deutschland gewinnt, nackMm durch den unglücklichen Ausgang des Krieges und deisen wirtschaftliche Folgen die Kohlenkuapphert jur uns stets fühlbarer wird. War dock/ bisher bei urtt ^rn Lande der Kohle:: die Ausnutzung der Wchsertrafte bei weitem nicht derart vorgeschrieben wre in anderer: Ländern, 'n» die durch die Natur geschafte- nen VetlMltnisse die Wasserturbine sckwn lange tn ernstlichen Wettbewerb mit der Tampfma'chme tre­ten ließen. Erst mit dem wirtschaftlichen Um- ckwung trurd) itnb nach dem Kriege zeigt sich auch in' dieser Hinsicht für Deutschland ein vollstäud:g geändertes Bild, und man erinnert sich: nnmer mehr der den Wasserläufen innewohnenden Kräften. An und für sich muß Deutschland zu den von Natur aus '-an Wasserkräften armen Ländern gezählt wer­den, doch sind diese trotzdem verhAtnismäUg wett- gÄiend ausgenutzt. Durch neue Stauanlagen sonne durch Regulierung der Wasserläufe und Kanal­bauten finb jedoch noch etheblich größere Wafter- lväfte zu gewinnen, deren Schaffung imtere der­zeitige wirtschaftliche Notlage infolge der wohl aus lange Zeit fühlbaren Kohlen- inti) Rohfiiosftnapp- heit gebieterisch fordert. Tie in dieser Hinsicht be- tehenden zahlreichen und verschiedenartigen Pvo- jette wurden von dem Redner nÄ7er besprochen unb an Hand umfangreicher Zahlenangaben deren große Bedeutung und Vorteile erläutert. Im be- onderen behandelte dann der Vortragende noch biß Frage, wie die Wasserkräfte unseres hev- mischen Flußlaufes, der Lahn, am zweckmäßigsten für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden kön­nen. Um eine Verzettelung der dem Wasser lauf innewohnenden Kräfte zu verhüten, wird eine um­fassende und einheitliche Behandlung dieser Frage empfohlen, wozu sich wohl am besten die hierbei in Betracht kommenden anliegenden Städte noch Ansicht des Redners zu einem Zweckverband zu­sammen schließen. Dabei soll jedoch die Frage nicht Kanalisierung oder Kraftcrusnutzung" sondern Kanalisierung und KraftauSnutzung" lauten. Mit einem Anblick in die Zukunft, daß es deut­schem Fleiß und. deutscher Tüchtigkeit in richtiger Erkenntnis der gerade unter den jetzigen Verhält­nissen großen Bedeutung der Wasserkräfte sicher gelingen werde, die infolge der Kckhtonknapphett auf wirtschaftlichem Gebiet bevorstehende schwere Zeit zu überwinden und wieder in die Hohe zu fbmmen, schloß der Redner seinen Vortrag, dem sich zur weiteren Erläuterung und Ergänzung der gemach­ten Anssühruingen eine große Anzahl Lichtbilder über den Bau unb die Einrichtungen solcher An­

lagen anschlvß.

** Bezirksverband Gießen der Ortsgewerbevereine. Am Sonntag vor­mittag fand im Gewerbehaus zu Gießen eine Be­zirksversammlung statt, an der Vertreter aller dem Bezirk angefjörenben Vereine teilnahmen. Nach Begrüßung burch den Vorsitzenden, Dr. Kr aus- müller, wurden zunächst die Schüler Verhältnisse besprochen. Da noch einzelne Schulen Sonntags­unterricht haben, wurde erneut darauf hingewiesen, daß man dort unbedingt dem Gedanken auf eine Verlegung des Unterrichts auf den Werttag näher­treten müsse. Die Kosten sind für die Unterrichts­erteilung erheblich gewachsen. Um diese Unkosten zu decken, soll vom 1. Oktober l. Js. ab in allen Schulen das Schulgeld mindestens auf 25 Mk. vierteljährlich erhöht werden. Außerdem soll bei den maßgebenden Stellen beantragt werden, die Zuschüsse des Staates und des Kreises den verän­derten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend zu erhöhen, da für alle Schulen bis jetzt noch die Friedenszuwendungen in Geltung sind. Weiter wies der Vorsitzende erneut darauf hin, daß der Zusammenschluß im Handwerk weiter gefördert 1 verben müsse. In Gießen seien augenblicklich Verhandlungen wegen Gründung einesHand- werkerbundes" mit dem Ziel, einen Syn- bikus anzustellen, im Gange. Bei Besprechung der Tagesordnung der Hauptversammlung des Landesgewerbevereins tourde einmütig die An­sicht zum Ausdruck gebracht, daß die jetzige zen­tralisierte Durchführung der Meisterprüfung bei- zubehalten sei im Interesse einer gleichmäßigen Beurteilung der Leistungen. Schiff- Lich beklagt sich über den Ausgang der vorgesehenen Zuwei­sung von Holz an Handwerker durch den Staat. Die Handwerker hätten sich darauf verlassen, an diesem Wege Holz- zu erhalten, seien von der Nichtbelieferung aber zu spät unterrichtet wor- dden. Es soll weiter angeregt werden, die Haupt- versammlungen des Landesgewerbevereins alljähr­lich in den einzelnen Provinzen wechseln zu lassen.

** Lichtspiele. Man schreitt uns: In denLichtspielen, Selters weg" wird bis DonnerstagDer Doppelmord vonSera- j e w 0" gegeben, ein Film, der recht interessante Einzelheiten über die Ermordung des österreichi- fdjen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinaiid und seiner Gemahlin, sowie die Vorgeschichte dieses Mordes gibt, der ja unmittelbarer Anlaß des Welkrieges wurde. Ter Film führt nicht nur in das Haus des Thronfolgers, sondern auch in die ver­brechens ck>en Kreise, die den folgenschweren Mord planmäßig vorbereitet haben.

Kreis Lauterbach.

O Schlitz, 26. Juli. Vom 17. März bis 15. Juli wurden hier an 28 Tagen 6011 Pfund FreibankfleisÄ vertrust. Tie Kollekte des Schlitzerländer Missionsfestes in Psvrdt ergab die noch nicht erreichte Summe von 1471 Mark. Tie hiesige Spar- und Dar- lchnskasse hat bei der letzten Ziehung der Spar- Prämienanleihe einen Haupttreffer mit 300000 Mark zu verzeichnen. Ter Gewinner ist ein hiesiger Bürger.

1 Mk, Mirabellen 1,20 Mk., Reineclaude-' 1,20 Mark, Aprikosen 2,50 Mk., Frühäpfel 2 Mk. Zwiebeln 0,90 Mk., Johannisbeeren 1,20 Mk. -LM der herabgesetzten Preise ist der SDlarft immer gut beschickt. *

bz Friedberg, 26. Juli. Auf Grund un- tderer Zeitungsmeldungen hat sich das Gerücht verbreitet, daß der Verkehr mit Vieh rmgegeben fei und die öffentliche Bewirtschaftung des Fleisches eingestellt sei. Tas Kre:s- lebensmittelamt macht darauf aufmerksam, daß bis jetzt keinerlei Verfügung des Landesernäh- rungsamtes vorliegt, wonach die Schlachtvieh- und Fleisckversorgung freigegeben ist. Alle auf diesem Gebiet erlassenen Gesetze und Vorschriften sind nach wie vor in Kraft. Wann die ösfentlichie Bewirt- chastung des Fleisches aufgehoben wird, steht noch keineswegs fest. Es wird deshalb davor gewarnt, elbständig Schlachtungen vorzmuchmen, oder gegen die Bestimmungen über den Handel mit Schlacht­vieh und die Versorgung mit Fleisch zu verstoßen.

Hessen-Nassau.

Zur Linderung der Arbeitslosigkeit.

Au» Hessen.

Aus dem Finanzausschuß.

rm. Darmstadt, 26. Juli. Der Finanz­ausschuß der Kammer tagte heute w:eder unter Vorsitz des Abg. Eißnert und ber:et zunächst die Vorstellung der Oberförster bett. Regelw:g ihrer Amtskosten. Es wirb beschlossen, bte Re­gierung zu ermächtigen, baß fte bie in Kap. 2, 1 1 für Amtsbedürfnifse vorgesehenen Kosten, im tfalle bies nötig fefeint, erhöht, auch wwden bte nn gleichen Kapitel vorgesehenen Kvsten sur dw Plerbe- haltung statt vom 1. Oktober sckwn mit dem 1. April d. Js. bewilligt. H:erauf nnrb in bte Beratung ber Regierungsvorlage bett. Ko m- munalfor st warte eingetreten. Danach^ soll eine einheitliche Zusammenlegung aller Förste­reien unb eine entsprechende gle:chmaß:ge Ein­teilung in Bezirke erfolgen. Es entsteht eine ein­gehende Aussprache, in deren Verlau fder forstmeister Dr. Weber einen großzügigen Plan über den weiteren Waldschutz vorträgt und die von einer Seite vorgebrachten Bedenken wwerlegt. Auch eine bessere technische Vorbildung der Förster wird von ber Regierung zugesagt. Alle Gemeuide- sorstwarte werden vom Staate übernommen. Die Vorlage wird gegen eine Stimme angenommen. Zu den Anfragen der Abg. Hartmann und Lux bett, die Ausfuhr von Nutzholz er­klärt die Regierung, daß, solange das Lock) :m Westen offen war, sie nicht in der Sage war, e:n- zuschreiten. Nachdem Abhilfe geschaffen und bte Preise gesunken sind, ist auch dieser Mißstcmd be­seitigt. Die Regierungsvorlage bett .bie Dienst­verhältnisse ber Schreibgehilfen w:rd, nach­dem die Besvldungsftage schon im Budget ge­regelt ist, ohne Aussprache angenommen, ebenso eine Regierungsvorlage bett, bie Ruhegehaltsver­hältnisse ber früheren hessischen Eisenbahnbeamten. Auch eine Regierungsvorlage betr. die llebernahme ber Bürg schäft burch den Staat für Wechsel- Verbindlichkeiten der Gemeinden findet ohne Aus­sprache Erledigung.

und Polen abgeschlossen sei.

London, 26. Juli. (WTB.) In Er­widerung von Anfragen bestätigte Lloyd George im Unterhause die Meldung, daß die S 0 w j e t r e g i e r u n g den englischen Vorschlag auf Abhaltung der Friedenskonfe­renz in Lo nd 0 n angenommen und vorge­schlagen hat, daß Vertreter der alliierten Mächte der Konferenz beiwohnen sollen. Lloyd George fügt.' hinzu, die englische Regierung habe sich in dieser Angelegenheit mit den Alli­ierten in Verbindung gesetzt. In Erwiderung auf weitere Anfragen sagte Lloyd George: nachdem die russische Regierung dem Waffen­stillstand mit Polen zugestimmt habe, habe die englische Regierung ihre Einwendungen gegen, die russische Handelsdelegation zurückgezogen. Lloyd George sagte: Ich habe die besten Hoff­nungen bezüglich des Friedens. Friede ist das, was die Welt braucht.

Lin Rurenzeuge über die Rote Armee.

Die Erfolge der Russen gegen die Polen und das immer weitere Vordringen ber Roten Armee, die schon in ber Nähe ber ostpreußischen Grenze steht, lenken unsere Aufmerksamkeit immer mehr auf dieses machttolle Kriegsinsttument, das sich die Sowjetregierung geschaffen hat.: vorur­teilsloses unb sachgemäßes Urteil, das auf eigener genauer Boobachtung beruht, gibt ber Soiwer­ber ichtersl aller berDaily News" Walter M e a k i u , ab, ber mit den Vertretern der eng­lischen Arbeiterpartei Rußland besucht hat und soeben nach England zurückgekehrt ist. Er wendet sich gegen die immer noch verbreitete Anschauung, als ob man es hier mit einem Heer blutdürstiger Räuber zu tun habe und meint, daß auch die­jenigen, die die schweren Niederlagen der Kolt- schal, Denikin und Judenitsch nicht von der Kriegstüchtigkeit der Roten Armee überzeugen tonnten, nunmehr wohl ihre Ansicht ändern müßten.

Ich zweifle nicht an ber Behauptung, daß die Rote Armee jetzt 3 Millionen Mann zählt," schreibt er.Es ist in der Hauptsache eine junge Armee, die sich aus der industriellen und der Bauernklasse rekrutiert. Sie wird geführt von Arbeiter-Offizicren und zaristischen Offizieren; beide Gruppen sind etwa in der gleichen Zahl Vertreten. Der Oberbefehlshaber ist General K a m e n 0 w , ber früher dem Generalstab des Zaren angehötte unb letzt im Kriegsministerium befiehlt. Die einfache, sestgeschlossene blaue Uni­form, die er trägt, ist ein äußeres Zeichen für die Abtvesenheit aller jener militärischen Formen« und Auszeichnungen, die früher herrschten. Er arbeitet zusammen mit, Stabsoffizieren aus der Arbeiterklasse und mit einem kleinen militärischen imb politischen Rat, in dem zwei nichtmilitärfiche Kommunislen sitzen müssen. Tuchaschewstt, der junge Befehlshaber an ber polnischen Front, ist wählend des Kolschak-Feldzugesentdeckt" wor­den. Seine voVtteffliche Organisation der letzten P>/rs c oiefts Krieg es('unv seine grvß»n Erfolge ließen ihn für den geeigneten Man nerscheinen, um den Befehl über die gegen Polen ausgestellten Heere 5'it übernehmen. Er stammt aus einer LLels- faw.il ie unb war im Heer des Zaren Unter­leutnant. Er ist jetzt Kommunist und ein ge­borener Führer. Er verbindet außergewöhnliche organisatorische Fähigkeiten mit militärischer Tüch­tigkeit, großem persönlichen Mut und der Gabe, fein eigenes Feuer feinem Truppen mitzuteilen. Erfahrene Leute bezeichnen seine Begabung als napoleonisch. Im ganzen kann man sagen, daß bic russische Armee gut ausgerüstet und gekleidet ist, ivenngleich die Verschiedenartigkeit ber Uni­formen von ber eiligen Aufstellung der einzelnen Formationen erzählt. Bei einer Parade bemerkte id) Leinenblusen in den verschißensten Farben und Beinkleider ober Reithosen in Blau, Braun unb Grün, bazwischen einige,wenige rote lieber refte früherer Tage. Die Einrickstungen unb bie ganze .Haltung der Roten Armee ist von irgend einer andern gut ausgebildeten eurobäiidKK Truppe nicht verschieden. Die hervorsteckiendc Be­sonderheit dieser Heere liegt in ber stürmischen politisd-en unb erzieherischen Propaganda, die sich immer deutlicher bemerkbar macht unb im Ver ein mit ber Begeisterung, den Mur unb der

daß bie Frage eines Waffenstillstandes mit Polen in freundschaftlicher Weise beraten werden kann. Bedingung ist, daß Polen eine Grenze zuge­standen bekommt, die nicht ungünsttger ist als bte ursprünglich vom Obersten Rat vorgeschlagene.

Sowjettußland hat gleichzeittg mit dteser Er- ckarung in energischer Weise dem Gedanken wider­sprochen, daß die Verhandlungen über den Wafienstillstand noch zwischen anderen Machten als Sowjetrußlmto unb Polen in Angriff ge­nommen werden. Wenn Sowjettußland auf die­sem Standpunkt beharrt, so hat b:e englifche Regierung nicht die Absicht, auf ihrem Vorschläge zu bestehen. Die englische Regierung htt den Zu­sammentritt der Waffenstillstandsronferenz w London nur vorgeschagen, well sie ber Ansicht war daß dadurch Rußland in Beziehungen zur Friedenskonferenz gebracht werbe unb toeil da­durch auf eine Verbindung zwischen Rußland und der übrigen Welt eingeroirEt wird. Was die eng­lische Regierung wünscht, ift baß bie Verhand­lungen unverzügl ich geführt werden, unb daß die Grenze zwifchm Rußland und Polen soweit wie möglich den Wünsch.rn der in Betracht kommenden Bevölkerung ReckMung trage, unb daß ein dauernder Friede zwischen Polen und seinem östlichen Nachbarn hergestellt würde, der bte Ein­stellung der Feindseligkeiten und die WiedermU- nahme ber freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn bringen würde.

Um den Stand der Angelegettheit endgültig tzu klären, ist bie polnische Regierung von den Mi- ierten nufgefordert toorben, fofert Wafsenslillslmils- unö Friedensverhanolungen herbeizuführen. Soll­ten icoock. die Sowjet Heere trotzdem verluden, ob­wohl fick, die polnische Regierung mit der Bitte um einen Waffenstillstand an die Sdwjetregierung ge­wandt tat, ihren Vormarsch sortzusetzen, so müßte die englische Regierung und die Alliierten not» wenbigerweise annehmen, daß die Sowjetregierung den Strieg gegen das polnische Volk wolle, unb sie müßten Polen beilteben unb Unter­stützungen leisten. Außerdem muß die englische Regierung erklären, daß die Verhandlungen be- züglicki der Wiederaufnahme der HanbelsbezielMi- gen jtoiidjen Jttßlanb und England zweckmäßiger- weise nicht fortgesetzt werden können, toeroi Sow­jet: nßl and in Polen einbringt. Die englische Re­gierung hat deshalb Kamenew und Krassin tele- grat-inert, ihre Abreise aus Reval zu verschieben, bis oer Waffenstillstaito zwischen Sowjettußland

X Gelnhausen, 26/ Juli. Das 750jährige Stadtjubiläum nxurb)» gestern einfach, aber würdig gefeiert. Tie Jubilä'umsfbeier, für die man eine der Zeit entsprechendes Fz^m gefunden hatte, bestand in Festgtttesdienst iunb ^rträgen. Pros. Dr -Hamann, der her^^rvagenbe 'Marburger Kunsthistonler, sprach über 1 bic Baubenkmäler ber Stadt Gelnhausen, bie innerlich aufs engste mit bc Erhebung Gelnlh^s«is zur S;tabt zu^ammenhängen. Am Samstag sprach Pros. Dr. Hamann über die Kanerpflalz ine bekanntl ^ch Kaiser Barbarossa

mc. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die Frankfurter Erwerbslosen stellten gestern in einer Versammlung im Zillertal von Groß-Frank­furt neueForderungen. Der tägliche Unter­stützungssatz soll um 2 Mk. erhöht werden, außer­dem wird eine Kinderzulage von 1 Mk. pro Tag und Kind angesttebt. Nach den teilweise recht erregten Verhandlungen formierte sich ein De- monslratwnszug zum Rathaus. Der Magistrat sagte einer Avordnung ber Erwerbslosen wohl­wollende Prüfung ihrer Forderungen ml

sd. Fran kfurt a. M., 26. Juli. Die Ber- ixmblimgcn der ErwerbÄosenkommissvm mit dem kNagiftvtt führten zu fblgeilen Vorschlägen des Magistrats: 1. Der Mttgistvat tritt un­verzüglich in eine Prüfung der finanziellen Mirkimgen für eine pro zentua* billigungvionLebenSmittelnanin Für­sorge befindliche Personen ein und wird ber Stadt- vevovdne ton Versammlung darüber Vorlage machen.

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2. Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist es nicht mögliche, allgemein die Erwcrbstosenunter- stützung länger als 26 Wochen zu zahlen: für die Ausgesteuerten sollen jedoch sofort NotstandSarbeb­ten bereit gestellt werden. Bis dMn werden die Unterstützungen weiter bezahlt. Heber weitere Aus­nahmen muß auf Grund von Prüfungen bi den Einzelsällen entschieden werden. 3. An den Kommissar für BolkSwohlfahrt ist der Magistrat mit dem Antrag vorstellig geworden, nach der 13. Woche eine Erhöhung der Unter­stützung rinireten zu lassen; ein selbständiges Vor­gehen muß der Magistrat ablehnen, da er andern­falls ber Reichszuschüsse verlustig ginge. 4. Laut Magistratsbeschluß sind die slLdttschen Dienststellen angewiesen worden, auf Grund der Verordnung des TemobilmachungstomNrissars vom 23. April 1919 die Freimachung von Dienststellen vorzuneh­men, die dann von Arbeitslosen besetzt toerben sollen. Ebenso werden für den Wirtschaftsbezirk verschärfte Vorschriften über bie Freimachung von Stellen zu Gunsten von Arbeitslosen aller Kate­gorien gehandhabt werden.

Quakerspeisuna.

fd. Fechenheim, 26. Juli. Der Gemeinde- rot beschloß, nach den Ferien für jebe Speisung 20 Pf. zu erheben und entspricht damit einem Antrag der Elternkommission. Es ist sichere Aus­sicht vorhanden, daß unter diesen Umständen die Speisung ein ganzes Jahr fortge­führt werden kann.

ViehstHnmggler.

fd. Groß-Ostheim, 26. Juli. Die Gen barmerie überraschte an der Laiwesgren^e hes- sische Viehschmuggler, denen fte zwei Stück Großvieh abnahmen. Die Schmuggler ent kamen, ließen aber ein Fahrrad zurück, in dessen Werkzeugtasche sich ein gelabener Brownmg befand

Die Vatermörder geständig.

rm. Weiber, 26. Juli. Ter Vatermord in Weiher i. O. ist durch das Geständnis der Täter aufgeffärt. Er stellt sich nach den bisher fest­gestellten Einzelhetten und Aussagen der Täter als ein wohlüberlegtes gemeines Verbrechen her­aus. Bekanntlich sind drei ältere Söhne im Alter von 25, 23 und 17 Jahren vorhanden. Sie sind alle in Einzelhaft und der jüngste, Jobann Gräm­lich, hat in einem Geständnis eingeheno die Aus­führung der Tvt geschildert. Danach haben die Söhne nach vielerlei Strettigkeiten und Tätlichkeiten dem Vater nach dem Leben getrachtet. Am Samstag, den 10. d. M., gingen die beiden, Johann und ber nächstältere Leonhard Gr., auf der Landstraße den Weg, den der Vater kommen mußte. Als sie an dem Steinbruch vor Weiher vorbeikamen, erflärte der Leonhard unter Heraus­ziehen eines Browning: Wenn er uns heute abend aufstößt, kommt er da (auf den Steinbruch zei­gend) hinunter. Bald daraus, etwa 200 Meter weiter, bemerkten sie den Vater, der ruhig an ihnen Vorbeigehen wollte; e4' war inzwischen ziem­lich dunkel geworden. Als der Vater an ihn heran­kam, gab .Leonhard Gr. aus nächster Nähe einen Schuß ab, der quer durch die Brust ging, so daß ber alte Mann zusammenstürzte. Beide Brüder schleppten ihn dann auf eine nahe Wiese. Als er nach einer halben Stunde noch nicht tot war, schleiften sie ihn nach Dem Rand des Stein­bruches und warfen ihn in die Tiefe. Später haben sie bann die.Leiche verscharrt und unter Steinen versteckt, wo sie gesunden wurde. Wie weit die übrigen MfitgliÄrer der Familie beteiligt sind, müssen die wetteren Ermtttelungen ergeben. Der jüngere Gr. hat die Mütze, die der Ermordete verloren hatte, gesucht und in einen Kanal gesteckt, wo sie gesunden wurde.

♦♦ Fufball sich auf dem Spie maimkMten bei Gießen unb bes y des tut Zeit weit Mge MonMaf: ilürmex, Notzdem tmuntn gleiäiver m solche: quten; Nach schwem ft - Tem Spiel v IM) III gegen fnapD mit 1:02

" Radsp> deutscher Rndfth Juli auf ber S bürg, Laasphe, Meisterschaft ab. Das Rennen. Flinten, l;atte folg 1E. Roll-Kirchhe A>cc-Gieß'n (181 Mtzen (Germania Rinsland-Gietzen ( 5.88. Muhl-Gießei Senioren: 1. 3 49.45 Mm.,- 2 1 6 <ti). 47 Mm. . " Londorf, Mr-Verein j» dabrern beim ft, iPn-Verein Spor Mhalten wurde j

Kreis Friedberg.

Hrrabsetzung der Preise für Gemüse und Obst. m ,.4 Bad Nauheirm 26. Juli. Das hiesige Polizeiamt hat iuT dem Markte bie Preise für Gemüse undO bst n>Htcr her.ibge'etzt. Es gelten u.a. zunächlt folgende Höchstpreise: Grüne Bahnen 0,50 Mk., Gelbe Bohnen 0 70 Ml Wir­sing 0,50 Mk., Erb en 0,90 Mk., Gelbe Rüben '>,40 Ml Römisch ^ ,::l 0.30 M.. (Surfen 0,12j«baut h.st.'Äm toÄiitaa^fim''üTbö

b15 °'30 ATf - 3^[)birnen 1,20 Mk., Pflaumen | Marienkirck-e, unter bereu K I1We( Mijec Friedrich