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(70. Jahrgang

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ingsbncchtigtc t hat, sind bei en. Dasselbe tminderungen/ rschuldet ober jenhe Gewalt

g sestgeslcllten § 2 geregelten rchschnitiskurse er sestgeslelltcn inst znslÄd'ge .en, sofern für nd ist, zu dem des Tages, an itg bei bei zw

siver Puffer gegen Rußland z. sein. Es tverbe vielmehr eine rote Brück für die soziale Revolution gan^ Westeuropas werden. Dies sei cnid) der Grund, weshalb

ist der Unter; 11. November 'fischen Regie- beniickidigemg

lgsbla^.

die Entente die Unterstützung Polens fieber­haft steigere, und weshalb die Bolschewisten sich -bemühen müßten, die Herrschaft des weißen Pans" unwiderruflich und endgültig zu verstoßen, bevor die Hilfstruppen ankom­men könnten.

Eine Zusammenkunft Millcrands mit Lloyd George.

Paris, 27. Juli. (WTB.) Havas. Marschall Fuch, der sich, in der Bretagne in der Sommev- ftische befand, ist anr Sonntag abend nach Paris znrückgekehrt, wo er alsbalo mit M i l l e r a n d eine Unterredung hatte. Fach soll den Minifterpräsiden.- ten und den Finanzminister nach Boulogne für Mer begleiten. Ministerpräsident Millerand begibt sich heute nach Boulogno, wo er mit L l o y d Ge v r g e zusammen treffen wird. Seine Rückreise erfolgt be­reits am Mittwoch.

Lloyd Georg in der Schweiz.

Paris, 26. Juli. (WTB.) Rach einer Meldung desEcho de Paris" wird Lloyd George seinen Urlaub in der Schweiz verbringen. Lloyd George wird Ende Juli in Luzern erwartet.

für Politilr: Aug. Goch; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen.

Erstes Blatt

Aus dein Reiche.

Eine Wohnungsfteu-er.

B e r l i n, 26. Juli. (Priv.-Tel.) Wie der Berl. Lokal-Anzeiger" meldet, hat das Reichswirtschaftsamt einen Antrag angenom­men, durch den die Reichsregierung zur Ein­bringung einer Vorlage über eine W'o h- nungssteuer aufgefordert wird. Vrschlatznahme von Waffen in Braunschweig.

Berlin, 27. Juli. Die Blätter melden aus Braunschweig die Entdeckung gewisser Waffen- und Munitionslager. In der Rälse von Frellstedt wurden 85 JnsanteriegewÄ/re ausgegraben, die durch Braunschweiger Stu­denten an die Fundstelle gebracht worden sein sollen. In der Wohnung eines Studenten Faust in Braunschweig wurden vier Maschinengewehre und 4000 Schuß Munition beschlagnahmt. Auch in Helmstedt wurden 125 Jnfanteriegewehre, 2 Maschinengewehre und eine große Menge Mu­nition gefunden. Einige Personen in Helmstedt wurden verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat in allen Fällen Untersuchung eingeleitet.

Ein feinerPolitiker".

Laut Blätter Meldungen aus Magdeburg ist dort der Führer dec Unabhängigen, Grasse, wegen Lebensmittelschiebun- g e n verhaftet worden. Als Betriebsrat dec Krupp- Grusonwerke hatte er von dec Reichssettstelle in Berlin mehrere Waggons Schmalz dadurch er- sckstvindelt, daß er mit dem Streik der Arbeiter­schaft drohe, wenn die Lebensmittel nicht ge­liefert würden. Grasse hat das Schmalz dann verschoben.

der neutralttät.

Berlin. 26, Juli. (WTB.) Die R.nchsgewerk- schaft deutscher Eistnbcchn.be amten und Anwärter, die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und der All- aemeine Eisenbahneroerbano richteten folgenden Uufruf an alle dcutschen Eisenbahn­beamten und Arbeiter: Die Reichsregio- rung erklärte die,Neutralität der Republik Deutsch­land im Kampfe zwischen S o w j e t r u ß l a n d u^nd Polen. Diese Neutralitätserklärung legt Deutschland n. a. die Pflich auf, zu verhindern, daß Militärische Transporte für die eine oder die andere der kriegführenden Partien durch Deutschland ge­leitet werden. Sollte irr dieser Hinsicht irgendwelcher Truck auf die deutsche Regierung ausgeüvt werden, p .erklären die Großorgauisationen der deutschen Eisen bahn beam te n und Arbeiter, daß sie unter keinen Umständen eine Verletzung der

volvern auf ihn ein und zwangen ihn in ein bereitstehendes Auto, welches ihn alsbald in rasender Eile entführte, noch ehe der in seiner Begleitung befindliche Prinz Gelegenheit hatte, um Hilfe zu rufen, und ohne daß der we­nige Meter entfernt aufgestellte französische Posten etwas von dem Vorfälle gemerkt hatte. Frau Dr. Dorten unterrichtete alsbald die französischen Behörden, aber deren Weisung an die Grenzstellen kam zu spät, denn das Auto war bereits vorübergerast. Die französi­sche Behörde ließ sofort beim Wiesbadener Polizeipräsidenten P r o t e st erheben und ihn um Nachforschungen nach den Urhebern der Entführung ersuchen. Der Wiesbadener Poli­zeipräsident stellte darauf in Höchst Nachforsch­ungen an, die aber ergebnislos verliefen. Später erfuhr man, daß die Verhaftung durch drei deutsche Polizeibeamte erfolgt ioar, und zwar auf Befehl des Frankfurter Polizei­präsidenten als Folge eines Haftbefehls des Reichsgerichtes. Das Auto selbst, in dem die Ueberführung vorgenommen worden ist, ist das Auto des Frankfurter Polizeipräsidenten gewesen. Die deutsche Polizei behauptet, daß Dr. Dorten bereits nach Leipzig geschafft wor­den sei, doch nimmt man an, daß er sich noch in Frankfurt a. M. befindet.

P a r i s, 26. Juli. (WTB.) Wie derMa- tin" meldet, hat die Oberste Alliierte Storni Mission in Koblenz beschlossen, gegen die Ver­haftung des Dr. Dorten nach §31 des Frie­densvertrages Einspruch zu erheben. Die Oberste Alliierte Kommission verlangt seine Freilassung und Zurückschaffung nach Wies­baden.

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Vie waffenftillstandsverhandlungen in varanowitjchi.

Paris, 27. Jnli. (WTB.) In einem Radio- telegramm aus Moskau setzten die Bolschewist-eir als Zeitpunkt sür den Beginn der WaffenstillstandÄoer- handlimgen mit Polen den 31. Juli an. Die Ver­treter der beiderseitigen Regierungen werden in Baranowitfchi znsammentreten.

Trotzki über Polen.

Amsterdam, 26. Juli. (WTB.) Eine bolschewistische Meldung vom 24. Juli besagt: Trotzky sagte in einer Rede, Polen werde binnen kurzem aufhören, ein defen-

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Spannende Lage in Peking.

London, 26. Juli. (WTB.) DieTimes" meldet aus Peking: Die Stadt Peking be­findet sich wieder in großer Aufregung. Die Stadttore sind geschlossen und mit starken Wachen besetzt. Die Truppen von Tscbcmg-Tso- Lin und Wu-Pei-Wn schließen die Stadt ein und umzingeln ihre letzten Widersacher. Bis letzt fanden noch keine Verhandlungen statt. Doch ver­lautet, daß die Angreifer die Stadt noch nicht betreten haben.

Zur Verhaftung Dorfens.

Mainz, 26. Juli. (Wolff.) Nach einer Meldung desEcho du Rhin" hat die inter­alliierte Rheinlandkommission dem Reichskommissar vorgeschrieben, die Rückkehr Dr. D o r t e n s in kürzester Zeit zu veranlas­sen, andernfalls seien gerichtliche und admi­nistrative Sanktionen im Gange. Die Verhaf­tung selbst hat sich nach einem Bericht des Blattes in kaum 10 Minuten abgespielt. Als Dr. Dorten am Samstag nachmittag 4 Uhr in Begleitung des ihm befreundeten Prinzen Isenburg eine Villa in Wiesbaden verlassen wollte, sprangen 3 Leute mit gezogenen Re­

Deutscher Studententag.

Göttingen, 23. Juli.

Ter deutsche Studententag begann gestern abend. Aus den Begrüßungsansprachen war bemerkenswert die des Vorsitzenden der deut­schen Studentenschaft, der über die Wiederaufnahme von Beziehungen zu den Studierenden des Auslandes berichten lvnnle. Ihm,ant­wortete sebr herzlich ein Vertteter der schwedischen Studentensckiaft, der auf die KullArgemeinschaft zwilchen Schweden und Deutschland 'hinwies und die Hilfsbereitschaft der schlwedi'äien Studenten für die deutschen notleidenden Studenten versicherte. Auch von den Srudentenschaften der Schüveiz, TrLne- marks und Finnlands lagen Begrüßungen vor, zum Teil erscheinen aus diesen Ländern auch Vertteter auf der Tagung. Ter Vertteter des preußischen Unterrichtsministeriums, Staatssekretär Becker, machte in seiner Begrüßungsansprache benierkenÄverte Mitteilungen über den Standpuntt dcs preußischen Unterrichtsministe­riums zu der in den nächsten Tagen erfolgenden Neuregelung des Studentenrechts. In der Ausländerfrage würde danach? jede einzelne Hochschule sich Spezialsuatuten geben kön­nen, deren Prüfung und Genehmigung sich das Ministerium Vorbehalte. Die parteipolüiiche Be­tätigung der Studentenausschüße müsse auch wei­terhin ausgeschlossen bleiben, während gegen eine allgemein vaterländische Betätigung der Studentenvertretungen das Mini­sterium keine Einweichungen mache. Auch in der Frage des Rechts der Auflösung der allgemeinen Studentenausschüsse sei den Wünschen der Stu­dentenschaft Rechnung getragen worden.

Tie eigentlichen Verhandlungen begannen mit drei eindrucksvollen Referaten über die Notlage des Akademikers, die Notlage des Stu­denten und die besonderen $R»te der kleine­ren Hochschulen.

Dr. Brüning (Berlin) betonte, datz bie Aussichten für die Berufswahl der Akademiker durch die wfttschaftlichen und außenpolittschen Ver­hältnisse ganz und gar unsicher geworden seien.

Neue Bauämter in Hessen?

Wir erhalte nfolgende Zuschrift:

In lebhafter Erinnerung steht noch der Hin­weis der Agilationsredncr aller Parteien vor der Wahl zur Nationalversammlung, datz in unserem neuen Staatswesen größte Sparsam keit bei allen Behörden und staatlichen Betrieben geboten sei. Was ist aber in dieser Hinsicht gc schchen? alte, gut bewährte Einrichtungen find gefallen und viele neue Behörden und Beamten stellungen sind geschaffen worden ohne Rücksicht auf den Staatssäckel und ohne Rücksicht aus die finanzielle Teckimgssrage. Es ist wohl einerseits sehr löblich vom Staat, daß er seine Beamten- anwärtec unterbringt, allein es muß dabei auch berücksichtigt werden, ob der Staat sich auch den Luxus einer größeren Beamtenschaft leisten kann und ob er auch dauernd für die neuen Einrich­tungen, die ost mit großen Geldopfern verknüpft sind, Beschäftigung hat. Nach den Regierungs­ankündigungen sollen auch bei uns die B au b e - behörden, die zur Zeit außer der Kultur- inspektion fast keine Arbeit haben, reorganisiert werden. Vorgesehen sind 15 neue Hochbau- und 8 neue Tiesbauämter. Tie altbewährten Kreis- baninspektorstellen sollen eingehen, die Kultuc- inspektionen sollen mit den Tieibauämtern in einen Topf geworfen werden und die Hochbau­ämter sollen in Zukunft nicht nur den staat­lichen, sondern auch den Gemeindehochbau leiten. 3Lelck»e Folgen ergeben sich auf dieser Reorgani­sation? Tie Kreisbauinspektorstellen, die dem Kveisamt angegliedert sind, gellen ein. Die Kveissttaßenmeisterbezirke, die bisher bestanden ha- ben, werden ausgehoben und der Kreisstraßen- meisler, der in seinem Bezirk der ländlichen Bc- völkiecung als Bauberater zur Seite stand, ver­schwindet in irgend einem neuen Tiefbauamt und soll dort Straßenbauten, an die wohl in abseh­barer Zeit nicht zu denken ist, ober kulturtech- nischc Arbeiten, von denen er keine Ahnung hat, aussühren. Die in Hessen so gut bewährten Kul­turinspektionen sollen aufgehoben und den Tief- bauämtent an gegliedert werden.

Welche Arbeiten werden dann in Zukunft die Tiefbauämter zu erledigen haben? An Wasser­leitungen ,die bisher wohl größtenteils von den Kulturinspektionen gebaut wurden, ist infolge der teuren Materialpreise nicht zu denken, dasselbe gilt von den Kanalisationen, und Straßenneu­bauten können aus demselben Grunde nicht aus- gesührt werben. Uebrig bleiben beit Tiesbauäm- tem bann in Zukunft nur Meliorationsarbeiteitz bei Feldbercinigungen und Kiasfengenossenschaf- ten, bie bisher von unseren Spezialbehörben, den Kulturinspektionen, ausgeführt wurden und die man jetzt unverständlicher Weise ausheben will. Tie Kulturinspektionen, deren Tätigkeit haupt­sächlich in der Förderung der Bodenkultur besteht, sind mit der Landwirtschaft so eng verschwägert und verwandt, daß man diese Behörden ohne groeß Schädigung unserer landwirtschaftlichen Un­ternehmungen nicht mit den zu bildenden und zwecklosen Tiefbauämtern Zusammenlegen kann, denn die Kulturtechnik ist eine landwirtschaftliche Technik und die Kulturtechniker selbst müssen über eine große Summe landwirtschaftlicher Kenntnisse verfügen. Während Hoch- und Tiefbau in Hessen von Kriegsbeginn an bis jetzt ruht, war die Kultur- inspektion bie Behörde, bie mit Aufträgen über­häuft wurde, ein Beweis, baß sich diese Einrich^ tung gut bewährt und sich allgemeiner Beliebt­heit erfreut. In Landwirtskreisen wirb man einer derattigen Regierungsmaßnahme mit Kopfschütteln begegnen.

Es soll gespart werben im Staatshaushalt unb ba wird im Dunkeln nach Mitteln und Wegen gesucht, bie zu einem Resultat (15 Hoch- unb 8 Tiefbauämtern -geführt haben, das weder in Fachkreisen noch im Publikum verstanden wird. Ta Hoch- und Tiefbau für Jahre hinaus lahm- gelegt sind, ist die Schaffung solch.r Aemtec durch­aus zwecklos. Man gebe jeder Provinz ein Pro- vmziaibauamt und lasse den Kreisbauinspektor m seiner bisl-erigen Stellung zur Ueberwachung von Ties- und Hochbau, teile den Kreis in Bau- dezirke ein und gebe dem mittleren Bautechniker, der . einem solchen Bezirk vvrzustehen hat, eine größere Lrelbstänbigkcit. Man gebe ferner jeder Kulturinspektion, verteile die Kul- Zmechniker ,n bie Kreise, wie bas in den Kreisen -üsfeld und Lauterbach schon seit über 20 Jahren oct Fall ist und neuerdings auch im Kreise Schotten ein solches Amt geschaffen wird und

Beamten ebMfalls mit größerer Selb­ständigkeit aus.

Was nützen wohl die von der Regierung wrrgeichlagenen neuen Aemtec, toemt sie keine St lA fyrocn und enorme Summen verschlucken! Tehabl ist es wohl besser, die bestehenden Ein­richtungen zu verbessern und zu vereinfachen, als das ganze Bauwesen in dieser unbeständigen Zeit zu reorganisieren.

läge ein an der emittelnlO.

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Neutralitätspflichten zulassen und mit allen gewerkschaftlick?en Mitteln berartige Transporte verhindern werden. Jeoe dahingehende Llufforderung ist dorn Eisenbahner personal zurück- '.'iweisen. Jede Hilfeleistung ist Verrat am Vaterland!

Berlin, 27. Juli. Wie die Blatter aus Hamburg melden, traf der DampferB e l - gicn" mit 2300 tschccho-slvwa tischen Iba ten in Cuxhaven ein, bie mit der Eisen­bahn weiterbefördert wurden. Ta sich das Gerücht verbreitete, daß es sich um verkappte englifdyc Soldaten Ixntbie, hielten die Hamburger Arbeiter auf dem Untevelbebähnhof einen Transport von etaxi 1500 Mann an unb ließen durch eine 5bom- mifsion Munition, Säbel und Pistzolen tvegnel>men. Auck> zwei Waggons Gewehre wurden beschlag­nahmt. Ter Transport wurde später, da es sich wirklich um heirnkchrende lsckieckio-slonxikisck-eKriegs- gefangene handctte, freigegeben. Es sind Vorkeh­rungen getroffen, daß keine weiteren Transporte mehr bewaffnet durch Teutschland fahren können.

Ein Märchen desPetit Parisien".

Paris, 26. Juli. (WTB.) Der Berliner Korrespondent desP e t i t P a r i s i e n" be­richtet seinem Blatte, daß die Sowjetagenten, die die Absichten Moskaus nicht verhehlten, Zeit gewinnen wollen, um in einigen Wochen die Operationen gegen Polen wieder aufzu­nehmen. Dem gleichen Blatte zufolge sollen britische Kreise in Berlin mit Lu­de n d o r f f und Hindenburg über den Plan einer militärischen Mitwir­kung Deutschlands gegen die Bolsche­wisten verhandeln. Ein bereits ausgearbeite- ter deutscher Plan sieht die Aufhebung des Friedensvertrages während des Feldzuges, Wiederherstellung der ehemaligen deutschen Grenze im Osten, Autonomie Posens unter der Souveränität Deutschlands uitd Beteili­gung Deutschlands an den mit Rußlaird er­langten Kompensationen vor. Als militärische Garantien würden die Alliierten die Be­satzung des linken Nheinufers aufheben.

Dienstag, 2?. Jul! 1920 Annahme von Anzeigen für bielagesnumm<i bis zum Nachmittag vorher ohne jede Berbindvchbeit. §reis für \ mm höhe für nzeigenv. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.,' für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Be> Platz, Vorschrift 20" Aufschlag HauptschristleUer. Aug. Goetz. Berantwortiich

Auch nach Abzug derjenigen Studenten, die gegen­wärtig nur ihre verlorenen .itzriegssemester nack- holen, studierten gegenwärtig 20 000 männliche Studenten mehr auf deutsche, Hochschulen als im letzten Borkriegssernestcr Als geradezu fataftnM phal bezeichnete er die Aussichten der Stiibentin* nen Staatliche Hilfe ist nur in Form Hon Sßc* rufsl>eratu.n:g, Titel schütz und älmlichem zu er­warten. - Mndidat S chwa ba ch von der Tech- nisäien Hochschule in Dresden bezeichnete auf Grund von Um frage material 4000 Mark als bas heutige Dcrmutlidie DtuchschnittSeinkommen eines Studenten, ivähreirb er 8000 47tark als Eristnrz- mhtimum bezeichnete Seine Vorschläge zur prak- tifdwt Abhilfe gipfelten vor atlnn in der Er­richtung von Sckbsthilfeaenoffenlschasttn.

Am zweiten Torte fano dos Referat von Prof. Dr. Litt (Bonn) bejomers lebhaften Beifall Litt h'ilrrtc mtS, daß eine Entschränkttna des zu behan­delnden Stoffes mW des zu crreick>enben Wissens im gegennmrtigeit Hochschuliinterrichl möglich mtd erwünscht fei. Tos Korreferat des sozialistischen Ro« {crentot Birnbaum (Bremen^ stieb bei einem Teil der Vertreter auf Widerspruch.

In der Samstag-Vorrnittagssitzung entwickelte Unterstaatssekretär Prof. Dc. Becker vom preu­ßischen Kultusministerium seine Anschauungen über bie Notwenb ig keit einer Hochschulee> form. Nacltbem der autoritäre Staat p?rschwun-> den sei, sei bie Zeit für eine neue Autonomie' ber Hochschule gegeben, bereit Organisations- ansänge sich örtlich und für ganz Deutschland schon allenthalben zeigten. Ihr Keni müsse bie Auto-, ivomie der crn^clncn Hockstchulen b'eiben. 9)> trägerin dieser Autonomie müsse auch bie Stu­dentenschaft werden Vorbedingung da>üc sei, daß sie ihren Korporationsgeist umbilb? in eine kor­porative Einstellung, nach der sich ber Student in erster Reihe nicht als Angehjftigec seiner Son- derverbindung, sondern als akademischer Bürger fühle. Der Positivismus des natur­wissenschaftlichen Zeitalters werde heute abge­lehnt .ebenso übertriebener Intellektualismus unt* auch das alte berufliche Arbeitsideal. Die Pflege dec körperlichen Gesundheit werde der Sorge für das rein Geistige gegenübergestellt, das Irratio­nale dem Nationalen: die Neigung zum Katholi­zismus unb zum Künstlerischen in ber Gegenwart lasse bas beutlich erkennen. Gin Hang zur Syn­these und zur Synopsis sei bie Folge biefer Grundeinstellung für bie wissenschaftliche Arbeit, als deren Leitgedanken heute Kritik unb Ehrfurcht genannt ioerben konnten. Als Forderungen er­gäben sich neue Formen des Hochschulbetriebes^ ferner neue Fächer: Soziologie, Pädagogik, Kul-, turphilosophie und innerhalb aller Fächer eine stärkere Betonung ber Problematik gegenüber ber bloßen Historie. Die Ausgabe ber Hochschulen in biefer historischen Lage fei Konzentrierung ihrev ganzen Arbeit auf Zucht bes Wissens unb Cha­rakterbildung ihrer Angehörigen in freier Selbst» Verwaltung. Daraus würde sich Ueberbrückung der Klaffengegensatze und Erziehung zu einer einheitlichen Nation ergeben.

Tie Judenfrage ist auf der Tagung von den deutsch-österreichischen Studen­ten, bie auf dem Idafsenstanbpmikt stehen, aufge- loorfen worden. Tiefe verlangen, daß die Gleich­berechtigung für Auslandsbeutsche, soweit sie sich auf Deutsck^Oesterreicher erstrecke, auf Ras e eutsche beschränkt bleibe. Tiefem Standpunkt ist auf Griutd einer juristischen Auslegung der Bersassimg der deutschen Sttidentenschäft, bie auf der letzten Ta­gung in Dresden gegeben wurde, Rechnung ge­tragen morden. Ter Vorsitzende van Aubel (Bonn, katholische Nichtuirg) betonte alleromgs bei der Mitteilung dieses Rechilsstandpirnkles, daß sich daraus Ungerechtigkeiten ergeben müßten, so daß diese Auffassung dringend einer Nachprüfung bedürfe.

Politischen Charakter nähmen die Verhand­lungen auch noch ein zweites Mal an, als nämlich eine Erklärung gegen die Angriffe auf bie Marburger Studenten vorgeschlagen wirrte. Ter Vorsitzende der deutsck-en Studenten­schaft 'batte 'hierzu eine Erklärung veröffeittlickst, c>;^ die Marburger Zettfteiwilligen s-amt unb sonders in Schutt nimmt und sich dabei auf das Kriegs- gerichtsirrteil erster Instanz als Klarstellung der Sachlage beruft. An Stelle dieser Erklärung wurde mit Zustimmung des Vorsitzenden eine andere ab­gegeben, bie nur die Angriffe auf die Gesamt­heit der Marburger Studenten und ber deutschen Stick-entenschast als unberechtigte Verallgemeine­rungen scharf zurückweist; im übrfgen wirb darauf Angewiesen, daß das Verfahren in zweiter im stanz noch schwebe und eine Stellungnahme zu den Vor­fällen von Thal daher noch iricht möglich sei. Tie Erklärung weichet sich mit ziemlicher Schärst gegen den preußischm Kultusmwistcr H ä n i f ch, der in einem Artikel imAchtul-r-Abeich-Blatt" diese Ver- ai(genteinenmgen mitgemacht habe, und verlangt von ihm, daß er im Gegenteil die Sttck>entenfchaji vor solchen >mberechtigten Vorwürfen in Schutz nehme. --(F- 3 )

Die englisch-russischen Verhandlungen.

Amsterdam, 26. Juli. (Wolff.) Hier ist der amtliche Bericht über die zwischen Curzon und Tschitscherin gewechselten Noten über den Waffenstillstanb zwischen Rußland und Polen eingetroffen, auch die Antwort Curzons vom 20. Jutt. Diese besagt: , ,

Die Note ber Sowjetregierung hat eine große Zahl von Streitfragen angeschnftten, über bie zwischen Großbritannien und ber_ 5orcjctregierung noch Befprechnngen statt'in den müsien. p:e gegen­wärtige Depesche wirb sich damit nicht beianen, sondern sich auf das dringende Vwb.em der Ein­stellung ber Feinbseligkeiten zwischen Bolen und Sowjettußland beschränken. Die io schnell wie irgend möglich erfolgen soll. Die ^owietregie- rmig hat ihre BercitwUligkert hierzu ergeben, io

Nr. U4

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