Ausgabe 
26.11.1920
 
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intb die Grmrr werden restlos politisch beseitigt, wenn das Proletariat einig sei.

M>g. Däuser (Soz.) l «gründet semen An­trag zur Begehung d s 1. Mai als Feiertaa und glaubt, dal; man auch ohne Rücksicht aus das gleich den Tag b-'i uns feiern könne.

Abg. Knoll (Ztr.s führt aite, bafe auch bte 2 Millionen starke ckrift iche Arbeitcrs.hast diese Heiden Friertage abgelehnt habe. Auch vom wirt- schaftliden Standpunkt sei n diele Feiertage zu verurteilen, da wir genug ZlyangSfeiertage haben und jetzt bekanntlich 3 Mil bnen Arbeiter ,eden Taa feiern müf'm. Nur durch Arbeit und Pflicht­erfüllung und Schaffung von Werten können wir ans dieser Zckt herau-skommcn. Der Bonvurf der vielen katholisch m Feicrdrge sei unberechtigt, da mich Rom jetzt auf eilte Beseitigung dieser Feier­tage hinarbeite. Der Fwang z-ur Arbcitseinstel- lung s.i als verwerflicher Terror, zu bezeichnen, der in unseren demofra rischen Freiheitsstaat nicht Vase. Auch Staatsbetriebe haben kein Recht, nicht gesetzlich fcstgelegte Tage zu feiern. Auch der internationale Gedanke komme hier nicht zum Durchbruch. Ter Achtstundentag werde bei uns auch nicht feftg.'bilti'n werden können. Auch in Rußland wurde die Arbeit am 1. Mai direkt befohlen. Rdner bespricht dann noch die in die Oeffentlichk-üt getan llen Widersprüche und Zwistigkeiten in den Ministerien und erwähnt oen in derMainzer Bolks^<irung" ver­öffentliche Protest der smialdemolratricl)en Lehrer, der verw-rflich fei uird sicher nicht zur Erhaltung der S aa saudorität beitrage. Zn Mainz haben nur vrei fiviber am 1. Mai gc ehlt, ein B^veiZ, daß der Erlast des Ministeriums Slr.cker seine Schuldigkeit getan habe. Im übrigen hält er für geloteu, daß die Minister nicht i-o viel Erlöste und Verordnungen ergehen la,len, die 'ehr nach Autokratie riechen: man solle mehr das V tk bzw. den Landtag hören. Es bestehe überhaupt fit -e Ursache, den 9. November als Nationalfeiertag' ftu begehe i, wenn man sich nicht dem Gespött des ganzen Auslandes auseseu w I(e. M i t diesem Tage habe die tiefste Er­niedrig ung des Deutschen Volkes ein­gesetzt, di? stch von Tag zu Tag v rfchlimmere. Man solle ihn als nationalen Trauertag begehen. Der 18. Januar könne sehr wohl als Wiel-eraufrich'ung des Teu'schen Reidnte als Feier­tag l-cchge^l e t werden. Nur die weltumfassende Kraft des CH ist en ums könne uns bal)tn bringen, hast wir durch eigene Kraft und Macht wi-udcr besseren Zeiten entw-gengehen.

Abi. Delp (Soz) g bt eine eingehend; Schil- derimg bte Revolutionstage am 8., 9 und 10. No­vember, an denen er zunächst ohne f'in Wollen p-er- sönlich in Tätigkeit get etm sei unb ohne Rück­sicht auf parteipolitische Interesten verhi idnt Haie, daß die revo utionmen Solteiten unb Mengen d'r 8stboitersck)aft mit Gewalt vorgegangen feint. Nur mit g öß en Sch i rigkeiten war es für ihn Verb ui- hen, in jener Nacht B.U'vergi^ßm und anb'r? Ber- b echen zu r-erhindern. Die Arteidtesd-aft sei in der Lage den 1. Mai mit oder ohne den Wi len d'r Regierung zu begehen. Er empfiehlt den anderen Partri-en lieraus mehr Rück'icht zu nehmen.

Abg. D i nge l de y (D. Vp.): In iönlick-er ss)cmerkung, erklärt gegenüber dm Angriffen des 8lbg. Knoblauch bau er während der Revolution als Beamter der l-essischen Regierung beim Kreis­amt Worms als Poli^ircferent für Wuftechterhal- tung der Ruhe und Ordnung tätig mar. hierbei flnust'e er feststellen, dast an der Spitz: des Ar- Leiter- unb Svldatenrates ein Geift.'skanker und fin vvrb straf ter Verbrecher tätig roarm. Pflicht- gemäst bäte er die- ohne Wahrung seinte Partei- potitisckien Interessen den Mitgliedun Rechlin und Schulte mit dem Ersuchen mitgeteilt, triefe zu ent­fernen. Den Vorwurf mangelnden Mutes must -:r -urückweij-en, denn wenn man damals der Beweg» üug mit Gewalt g-genübergetrebm wäre, hätte man hew.istt den Bürgerkrieg l)eraufbeschwov?n. Nur das erhöhte Verantn-ortunasgesühl habe ihn »urück- grhalten. Er verivahrt sich ^egen jete Beschildigung nach dieser Richtung und snüet keine befswe Recht- hettigimg als gerade die Schilderungen d:s Abg. Delp, denn nach diesen Vorgängen gehör: groster Mut dazu, den 9. November als Feiertag zu te- gehen.

Schlich IVa .Uhr. Nächste Sitzung Freitag früh 9 Uhr.

Tie Regierungsantwort auf die An­frage bte Abg. Dinge bei) und Genossen laut't: An den Derrn Präsidenten des Landtags. Auf die Anfrage des Abg. Tingeldey und Genossen, betr. Freigabe bcä 9. November 1920 als Feier­tag für die Beamten und Bediensteten beehren wir uns, zu erwidern: Urlaubsgesuche von Be­amten zur Teilnahme an politischen Feiern wür­den von der Regierung von dem Gesichtspunkt aus betrachtet und behandelt werden, ob die Feier dem Geiste der republikanischen Verfassung ent­spricht oder ihr entgegenzuwirken geeignet oder bestimmt ist. Daß die Regierung in dem letzteren Falle die Ur'aubserteilung verweigern würde, be­darf keiner Begründung. In dieser Auffassung ist die Regierung in ihrer Gesamtheit einig."

2lu» Liessen.

Eine Beamtentagung.

** Darmstaot, 25. Nov. In letzter Woche fr-eren in Darmstaot Vertreter der Arbeits- gemeinfchastdernichtgeprüftenmitt- I e r e n sowie bcr unteren Beamten- und Angestclltenverbände Hessens ver- einigt. Nach einem Bericht über dir Tagung des De tschen Beamt nbunbes in Berlin wurde ins- Leso^chere die.igkei: des Hessischen Beamtenbun­des einer Kritik unterworfen wegen der Behand­lung der Kartoffelbelieferung und ver Unter st ünungsge suche. Ti' levorstehente Ueberprüsung der Besoldungsord-- n u n g stand alsdann im Vordergrund des Inter­nstes. Man hoffte, dast bis zu der Vollverlamm- lung am 28. November in Frankfurt das Reichs- -Q'-f-b vorliegt und dast alsdann Stellung ge­nommen werden kann. Dort s i die letzte Gelegen­heit geboten, in j'.'.glicher Hinsicht Wünsche und Beanstandungen gellend au machen, damit deren Vertr tnng durch di: Arbeitsgemeikischaft bei der U:berpr sung gcpxihrleistet werde. Die Arbeits­gemeinschaft umfasse einen untergsgliederten sehr beträchtlichen T'.il von Beamten unb Äaatsbe- dienstet n. Die Regierung könne und werde den Aeill« ungen einer solchen gewichte.en Körpteschaft nicht einflußlos begegnen. In scharfen Worten kam in der Bers.immlimg zum Ausdruck, daß, die nichtgeprüflen mittl ren svwri- die unteren Be amten in vi l n Begehungen sehr berechtigte Kritik an der BesildungSordnung hätten und dast nicht am verrenn, n sei, dast der vorsorgliche Moment der B.'sridungsordnung in der Haupiiache den mitt Irren geprüften sowie den akademischen und höchsten Beamten zugute gekommen sei

Aus und Land.

Gießen, den 26. November 1920.

Neue Brot- und Milchpieue.

den, da diese beim Lebensmittelamt

vor-

Durch Beschluß der Städtischen Lebens­mittel-Deputation werden die Brotvreise mit Wirkung vom 27. November wie folgt fest­gesetzt:

Für den 1-Psund-Laib 1,10 Mk., :: g: ,,4 y h 4 u5 ,,

Der Milchpreis wird ebenfalls mit Wir­kung vom 27. November auf 2,10 Mk. für den Liter sestgesehst

** Kartoffelversorgung. Um einen lleberblick über den gegenwär­tigen Stand der Kartoffelversoraung in der Stadt Gießen zu gewinnen, werden alle die­jenigen, welche noch nicht im Besitze von Win­terkartoffeln sind, gebeten, sich innerhalb drer Tagen mündlich oder schriftlich beim Städti­schen Lebeusmittelamt, Zimmer 6, zu melden. Bei den Meldungen ist anzugeben, Kopfzahl, welche Menge benötigt wird und ob die Kartof­feln bereits bei einem Händler zur Lieferung vorgemerkt sind. Antragsteller für Minder- bemittelbe-Kartoffein brauchen nicht zu mel-

gemerkt sind.

Veranstaltungen.

Freitag: StadttlMt r, G/s Uhr, ..Die Strohwitwe". Gw er Hörsaal d r Universität, 8 Uhr, Bund nur P.l.'ge von Musik und 2it?ra'ur, Wisfen'chn.tiich:r Lich bild rvo trat.Vom Urtic zum Menschen". Cafe L ü 8 Uhr. Konzert und Vorstellung ter M dick-Meibinger. Licht piel- hans,Whibechapel" unbEin: Partie Sechs­undsechzig". Lich.spielc Selterswcg,Das amerikanische Tu ll".

LSettcrvoraussage

für Samstag:

Wied'r »me menbe Trübung unb Erwärmung, nebelig, südl.che Winde.

Die nord'"ärts abzielende Depression hat gestern Abend nur geringe Trübung und Envär- miiig berurfad) n körn. Der hohe Druck hat sich beute wieder etwas auSoebontet und Aufheiterung geb.acht. Eine ne .e süd iche 2epv:ssion dürfte wie­der z itti'd e Trüft.nig mit sich bringen.

Die Höchsttcmrera''ur betrug gestern 2,1 Grad über Nu l: in der Nach: sank das Thernwrneter auf 8^ Grad unter Null.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Nochmals fei auf das einma ige Tanzaast- spiel von Ruth Schwarzkopf hingewie­sen. Es dürften zu diesem Abens noch einige Worte aus einer Besprechung imHamburger Korre­spondenten" über die Künstlerin interessieren: Sprühendes Temperament erfüllt sie: Grazie und Anmut verlassen sie nie, auch nicht in Momenten grotesker akwbatischer Gelenkigkeit der Glieder. Eine Mimik von seltener Beweglichkeit vermittelt rasch unb überzeugend das, was auszubrücken ist." Anders lautenden Gerüchten gegenüber sei fest- gestellt, baß noch gute Plätze für dieses Gastspiel an der Kkste ju haben sind. Rose Rubner, die bereite vier Mal mit dem gleichen Erfolge tvie hier amNeuen Tl)eader"' in Frankfurt a. M. alsLiselott von der Pfalz" in dem gleichnamigen Lustspiel von P esber und Stein gastierte, würbe von bet Direklim zu erneutem Gastspiel in dieser Rolle eingeladen.

** Gießener K o n z e rt v erein, Tas nächste Konzert, Sonntag, den 28. November, ist wiederum als Solistenabenb gedacht. Für bie Ge- sangssolis ist das von ben Overnaussührungen unb berMessias '-Ausfühmng her wohlbekannte unb geschätzte Mitglieb bes Tarmstädter Lanbes- theaters, Frau Anna Jakobs, gewonnen. Es wir) intere fant sein, Frau Jakobs, bie wir als Opern-- und Oratoriensängerin kennen, nun auch als Liedersängerin kennen »u lernen. Sie wirb je eine Gruppe Brahms- unb Strauß-Lieber zum Vortrag bringen. Be.onberes Interesse toerben unsere Konzeii «sucher ber jugenblichen Geigerin, Frl. Alma M o o b i e, entgegenbringen, bie, im Jahre 1913, am 14. Dezember, h er schon ein­mal, als Wunberkinb von 14 Jahren, in einem Konzert bes Konzertvereins auf trat. Gießen ist überhaupt der Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Betätigung in Deutschland, denn zu Beginn des Winters 1913, als Profe sor Reger atlegentHd) eines Meininger Konzertes hier weilte, wurde ihm die junge Künstlerin von dem bekannten Klavicrvirino en Severin Eisenberger zugcschickt, mit der Bitte, sich von ihrBach" vorsvielen zu la.sm. Max Steuer, ter für Wmcke färoer nia-t viel Übrig ha te, ging nur sehr ungern daraus ein, aber gefi elt durch das fabelha te Geigen­talent des jungen Mädchens, nahm er sie sofort nach Meiningen mit. studierte mit ihr die Werke unserer großen Meister unb nahm sie im Win­ter 1913/14 mit auf Konzertreifen. Während des Krieges mußte Alma Moo ie in Brüsfel bleiben wo sie ihren Wohnsitz hat.e, kehrte aber 1918 nach Deutschland zurück, um bei dem berühmten Geiger Karl Flesch-Berlin noch einmal eifrige künstleri'ck)e Studien zu treiben. Seit ihrem neue­sten Auf>re <m in Deutschland wird sie von der Kritik einftt-nmig als eine Ausnahmeerichemung unter unseren besten Geigerinnen gepriesen. Sv schreibt dieNa ionalzeitung" Berlin:Alma Moodie möchte man beinahe ein Geigenphäno- men nennen", unb bieAllgemeine Mu ikerztg ": Sie steht auf ber Höhe ber Si uation nicht nur als glänirn^. alle technifchen Tinge mit unbe- bingter Sicherheit meisternde Birtuosin, sondern in gleichem Maße als starkfühlende, großzügig und plastisch gefta'tenbe Künst erin." Tie Beglei­tung beider Künstlerinnen liegt in den Händen Proff. Trautmanns.

** Ter Steuerpraktikant Heinz De­cke rt, Sohn des Zugführers H. Dechert aus Gießen, ttnire mit Wirlüng vom 1. Of ober 1920 ab zum Cberfteun-f treiür beim Finanzamt Sorau- Nie.-erlan iy ernannt.

* Die Wahlen zum Ausschüsse ber Allgemeinen Ortskrankenkasse für ben Landkreis Gießen. Während der vor- ge,ebenen Frist »ur Einreichung von Wahlvor­schlägen ist von der Gruppe ber Arbeitgeber als auch der ber Versicherten nur je ein gültiger Vorschlag eingegangen. Die darin Borgesch''agenen gelten somit als gewählt. Die auf Sonntag, ben 28. November 1920 anberaumte Wahl fällt daher aus

** Gießener Ruders esqlk schäft o n Io//, n> Iche auf die: jäh i:en auswäriigen I Regatten ütegi-famt 10 Siege errang, Hai heute.

morgen unb Sonntag ihre wertvollen Preise im Schaufenster d 5 Mobewarenhauses Karl Nowack, Scllersw.g, ausgestellt.

** Versorgungsangelegenheiten. Wer einen Antrag oder eine Anfrage in 95er» fo rgung5angelegenbeiten auf Grund des Reichs- venorgungsgesetzes 1920 hat, wende sich an bas für feinen Wohnort zuständige Veriorgungsarnt (früher BezirkSkommando^. Wer eine nicht gcietzlich testgelegte Unter,tüoung wünscht, wende sich an bie örtliche FürsorgesteUc. Nur bann ii't eine rasche Antwort und Eriebigung zu erwarten. Anfragen an das Hauptversorgungsamt und die Haupt- fursorgestel e führen zu Zeitverlust unb unnötiger Schreibarbeit, da beide in den meisten Fällen sich bie erforderlichen Unterlagen erst beschallen müssen.

Landkreis Gießen.

-o- G r o ße n - L i n de n, 25. Nov. Am Mitt woch hatte unier V o l ks h o ch s chu l ve r e i u feinen vverteil Vortragsabend. In der Reihe Mutter unb Kind" hielt Frau Dr. meb. Marx von Gießen ihren .'weiten Vortrag. Der Saal von Philipp Sch.mm IV. war mietet dicht b setzt Ucbcr 150 Frailm ivlgten aufm rksam ben Darlegungen, bie bie R-'dneriri über bie Zeit ber Mutterschaft mackste. Das Wort wurde unt.'rltützt durch An- ichauungsmaderial, Abdildunsen, Wantkarien imb Hanbz-eichinmgen auf b:r Tafel. Der nächte Vor­trag w rd sich mit ben allgem.insten Frauenleiden beschä.ticen.

nt. Hungen, 25. Nov. Vor 25 Jahren hat ine hi sige Molkereigen o s s e n s ch a f t ihren Betrieb eröffnet. Mte llrin.m Anfang>n hat sich bie Grnosf-en'chaft yi einer der größtm und lei- stinigssähigstcn Molkereien in He'sen mit einer, ab 1910 bis 1914, jähr ick-m Einli sernrng von über 3 Millionen Liter Milch entwickelt. Seit Bestehen tvr Mo kn ei nnrrben bis beide 55 Vs Millionen Liter Mi d> verarbeitet. Die Mitgliedn-zahl hat die itatUidjc Höhe von 675 erreid>t, außer dem wird noch von etwa 200 Nickstmitgliedeim Milch gelie­fert. Infolge des Krivzes ist das Mildxruantum um fast ein Drittel früheren Bestand:s zuriick- cenangen. T'e D?o,kerei versorgt vier Städte täg­lich mit etwa 3003 Liter Boll- und Magermilch, 21 Öit'dxif'cn mit Butter, Käse und Milch.

X Lang-Göns, 23. Nov. Hier wurde ein junger polnßd>er Israelit beerdigt, ber sich im hiefigen Arrestlokal erhängt hatte. Er hatte Mehl gehamstert unb wurde von bcr Butzbacher Sicher­heitspolizei in Kirch-Göns ertappt. Tas Mehl wurde beschlagnahmt unb in eine Wirtschaft ge­stellt, wo er dasselbe wieder stahl. Die Sicherheits- volizei erwisckite ihn bann in Lang-Göns unb übergab ihn ber ©enbamictic, bie ihn als Schleich­händler kannte. Wegen seines frechen Auftretens gegen bie Gendarmerie und weil er nicht im Vefitze eines Ausweises war, kam er ins Arrest- lokal, wo er sich erhängte. Auf der Grube Adler" verunglückte der 17jährige Bergmann Wilh. Lechens.

6 Lich, 25. Nov. Nachdem von ben hiesigen Vereinen der Turnverein als erster für feine gefallenen Mitglieder eine Ehrentafel in ber Turnhal.'e hat anbringen la f?n, hat nun auch bie Freiwillige Feuerwehr beschlossen, das Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Wehrleute burd) Anbringen einer künstlerisch ausgesührten Ehrentafel am städtischen Spritzenhaus zu

Die Hirsts- Ortsgruppe der Krieg ^schädigten mih Kriegshinterbli.benen erhielt |ür ihr- untc* stützungskaffe fdwn w ederholt ans hnliche Be­träge von Schlitzern in Amerika ü>eria ibt st nTuerdings wieder die Summe von 1503 Mk. Für bie Kinder, beren Väter im Kriege gefalle i such sott eitle Weihnachtsfeier veranstaltet werden

Kreis Schotten.

B Gebern. 25. N.v Di: feit Sommer bt* stehcir.« Autvderbi nbung Scholten- Gebern. die im Anschluß an be Linie Ulrich- steinSch st!en von ter Rei iis po st einger idüc- nmci-e, erfreut fick; in l tz er Zeit wachse de. nutzung. Sie stellt nid): nur eine schnelle uist billige, fonix-m rior allem Prak i d)1 Gel.^nheil für bte B.wvh: er des 9:a>ce'-3'e Kes bar, te.i Bahn- mtschluß in Gfebcm zu evr td,e.t, von wo tcqurni Zuaverbindung mit Franlfurl beseht Audi bei Brief- und PakeOerÜelw zwisd-en Gebern und Schotten brauckst jetzt nickst mehr ben gaoaüiger Umweg üb r S v-ckh i w-N bda zu m-rrh n.

Starkenburg und Nheinhe scn.

fb. Weinheim, 25. Növ beinahe Don einem Meteor st rin yet rossen nnirb* gestern nachmittag bw Ge.nchtevoll'stlxr Knutz Dis schwarz-gvaur, lava-ahnliche Masse, bie s» dicht neben dem Manne nicberfiri, daß sie feint Kleider berührte, war etwa ein Kilogramm schioer und blieb noch eine Zeitlang glühend warm Im übrigen wurden in bi fen Tagen eine ganzt yieibe He l ud) eir er Me e.ire in der Geg-eno be­obachtet, von denen ein besonders schönes wäh­rend der ungewöhnlichen Dauer von 40 Sekunden sichtbar war.

Kreis Wehlar.

** Lützellinden, 25. Nov. Die hiesige Gemeinde hat ein Denkmal zu Ehren ihrer Gefallenen erridjtet. Der Entwurf rih t her von dem Architekten Pflaum aus Köln, w lcher die Gemeinde im Au trage der Rh'in. Be atungsstelle für Krieger hrungen aufs befle berakn hat. Di« Ausführung lag in den Händen des Bildhauers S ch m a l l aus Gießen. '0 . . . ~ An Gaben find freiwilli) 14 033 3Jtf. uns bex Gemeind: aufgebracht: noch etwa 5030 Mk. find <u deckelt. Am nächsten Sonntas, 23. No)., u n 2 Uhr nachm.. soll bie feierliche Denkmals« we i he stattfind n. Der Festplatz ist mit Tamen-- grün g'schmüdt unb bte Gemeinde ermattet manche Gaste aus der Umg-g-mb.

Hesicn Nfs'au.

Fd. Frankfurt a M f 24. Nov. Trotz des intgebeiren Milcwncni'els nimmt die Berntui'g von Sch'agsahne in den Krmdito eien und 5>olclZ mehr unb mehr ülerhand. Es f it) erneut bedbab fdja-.fe Best mmim en erlassen r orben. 3-;ben a deren Strafen steht den Betroffnen die imnach- sichtliche Schliefting dec Betriebe in Aussicht.

Fd. Frankfurt a. M., 24 Nov. Der 4T) Morgen große Bilbeler Exerrierplatzwird mtnmehr nneber a d Ackergelände benutzt. 13 500 Ouad a! meter erzielten ein: Jahrespach,! von 5 200 Mark.

Fd. Wald-Algesheim, 24. Noo. Jnfolc« des Kohlenmangcls läßt sich ber Betrieb bn Braun st einmerke. Gemerkschas^ Dr. Gcyw, nicht mehr aufrecht erhallen. 300 Ber gleut' baten bcshalb zum ersten Dezember ihre Süd- bigung erhalten.

nrursen aus unterer Gemeinte liefern versp vchen. Vorher hat bereits 470 Zentner Kartofsttn

168 Zen ner yi unerc öemebtic abgclüfert.

Turnen, Spiel und Sport.

* Der Kraft- unb Sportklub IkS- Gießen veranstaltet moraen im Saale des 6a\= Leib fein Winter Sp'r s.ft, bee>.iti) in Kuns:- Reckturnen, Keukenschmingen, Stemmen und Kra :-- vvramidenbau sowie Ausscheibungskämpsen irr Ringen für ben StöbteweUkampf in Kassel. (Siete Anzeige.) ,

er. RöthgeS, 25. Nov. (Mreufidrfmfi'e zieht der Sport immer weitere Kreise in fcijt» Bann. Unter dem NamenSrvr v.wein Fri auf" wurde vor kurzem bei'uns ein neuer Verein gegründet. Da sich die Gemeinde b's jetzt nvän nicht cnll.chliestm konnte, einen ge.i-'itcten Sbori- platz zur Versügnna zu stellen, fen trrtfln hr dne Hebungen auf pr'va'en Wie e t sta tfinteri. D'7l allen Dingen wi^) das Fußball p'el tfinv lich crn- geübt, worauf bann noch metere SpottübumM folgen fotien.

Dermiicbfet.

Heidelberg, 25. Nov. (Wolff.) D^t Tochter des Reichspräsidenten ilU wie das Heidelberger Tageblatt" meldet, M einiger Zeit als Hilfsarbeiterin zwecks lernung des Berufes als Biblioth?karin^ am der Heidelberger Universitätsbibliothek täiis-:

O Schlitz, 25. Nov. Recht viel Anllang sand eire Ausstellung künstlerischen Wandschmucks, den unsere Volkshoch­schule am Sonntag in ib ent Hllme veranstaltet hatte. Von den künstl-erischeu Dreifarbendrucken wurd- eine ganze Reih? an Besuch:r der Bilder­sammlung verkauft. Gestern alendnahmen bieVor- t ä$e m ten Arb itsg?mernscha ten der Vo.ksloch- sckmle ih en Pfortiang. E ö fn t mürbe bte natur- wis.enschastlichc VottvigSr i>, in bcr Lehwer Hahn im Laufe des Wink rs das geologische Wer­den linieret Heimat schildern mirb. Damit bcr Vortrags^aum immer tehagllch geheizt ist, bringen bie Besuch r bcr Veranstaltungen als ,.Ein-

ehren.

X W i e se ck, 25. Nov. Unserer Volkshoch­schule ging in bi'sm Tagen bie erste größere Spenbe von auswötts zu. Genewilbivektor Hilbe- brand in Zillerthal (Niedersch^esien) bezeugte in einem Brickc an den ersten Vorsitzenden sein lebhaftes Interesse an dieser Gründung in seinem Heimatdorf und fp nset zunächst 100 Mk. mit bcr Bitte, ihn ftbm: diese Arbeit aus dem Lausen­den zn telten. Die Hcsfische Zentralstelle aur Förderung der Volksbildung hatte uns freundlich rwei ober drei Theaterabende ihrer Landes- Wanderbühne im D'nembcr angeboten. Bei ber Nähe bte Gießener Stadttheaters hielt man aber eine hei den hohen Kosten (täglich 3000 Mark» auch nur annifrerrtte Einnrhmom! g'ichk it für ausgeschlossen unb lehnte ixte Anerbie.ea dan­kend ab.

x Wieseck, 24. Nov. Unter großer Be­teiligung murte gestern ber Werksüh er l R. Jo­hann Philipp Schmitt zu Grate gebracht. Er stand ^0 Jahre als P-kkmeifbcr tm Dienst der ?.tcma Ficher zu Gie'en unb hat e an den Fcb - zügen 1866 unb 18 0/71 tei'gcnvmmen. Es ist ickon der dritte Veteran aus jenem Krieg, der in diesem Jahre s!arb.

X W i e s e ck, 26. Nov. Heute feiert unser Mitbürger Johannes Deibel VIII. fein 25- jähriges Dtenstjubiläumals Faselwärter unserer Gemeinde.

KreiS Büdingen.

2$. Ortenberg, 25. Nov. Am Totensonn­tag fand am Schluß unierte von fast der ganzen Gerneiwte befudyen Go tes->icnses ein f ierllcher kurzer ater um"o eiiDrnckÄ. oller Gedentakt für die Gefall men statt. Samt.'iche Vereine waten mit Fahnen zum Go t s ienst erfchienen: die Fahnenträger fnten an ben Altar, der Geistliche verlas imter Glvebmgriäut die Namen ber Ge­fallenen und den Tag ihres Helten ödes. Zum Schluß stimmte die Geiwein-te in mäch.igem Chor oas LiedJesus meine Zuversicht" an.

4 Ortenberg, 25. Nrv Unter freu"her Anteilnahme ter ganzmi Gemeinde feierte gestern t«er langiähiige Fcl.-schütz Tho dor Bauer mit seiner Frau Frillxrike geb. Eckel bad Fest der silbernen HvckHeit.

P Usenborn, 25. Nov. Am vergangenen Sonntag nachmittag wurde in unserer Kirche die von den Gemeindegltebern für bte gefallenen Krie­get aus unserer Gemeinde gegiftete Ehren­tafel in feierlichem Gottesdienst eingemeiht. Die Tafel wurde durch ben Denkmalvfleger für Hessen, Geheimer Sau rat Dr. Walbe, entworfen und von Kunstmaler Belte in Darmstadt aus Holz in einfachen, schichten Formen auSgeführt. Auf der Tafel stehen 13 Namen verzeichnet, die Kosten hierfür betragen ungefähr 1503 Mk.

Kreis Lauterbach.

Berlin, 25. Nov. (Wolff.) Im Kapital- verschiebungsvtozeß gegen eine Reihe von Angehörigen der Handels- und Jndustriekreue tz nntragte ber Staatsanwalt gegen Jakob Sämaw 1OOOOO Mark Gelbstra e, gegebenenfalls 1 nis bis zu einem Jahr, gegen Josef Sömn- 50000 Mark Geldstrafe, gegebenenfalls ©eiän? - niS bis zu einem Jahr ferner fur.er e er bte * ziehuna der beschlagnahmten Werte für bas MM in Höhe von 736 0)0 Mark Gegen den Angesto-^ ten von Emst beantragte ber Staatsanwall frld. Monate Gefängnis unb 50 030 Mark Geldürcüi - im Unvermögensfall eine weitere Gefängmostra bis zu einem Jal)t, ferner die Etnpehung ; verswobenen Werte in Höhe von 60)033 Gegen Göggel beantragte ber Staatsanwalt ein Geldstrafe von 103 000 Mark, eventuell Gefängm- bis zu einem Jahr. Er fordert auch m wfl« Falle bte Einziehung dec ins Ausland geschailw' Summe in Höhe von 535 030 Mark-

Berlin. 26. Nov. Bor dem Landgerichllii in Berlin wurde geftern der verantwort ichc ät - bafteur berFreiheit", WilepP. wegen v leidigung bcs Generals v. Lüttwil« zu 1000 Mar? Gelbstrafe verurteil- TieFreiheit" hatte seinerzeit einen von unterschriebenen Befehl bes Reichswehrgrupptt. l>iv <x-puu, r i>cr or anirairmgen ate ,Etn-1 kommandos veröffentlicht und zu einem Temen trittägelb" zumeist ein Schert Holz mit. Ides Generals bemerkt, es sei frech erlogen.

Vie Karfoffelcerforgung.

ga. G r ü n b e rg, 23. Nov. Von den hi- sigen Landwirten, die dem Hessischen Baunn- bunt), Ortsgruppe Grünberg, angehören, roui-- den über 1200 Zentner Kartoffeln abge­liefert, davon über die Hälfte zum Zenknev- preis von 20 Mk.

np. Ruppertenrod, 24. Nov. Dm yw« Herren der Karlosselllommi svon aus Dirmstadr

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