Ur. 252
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PojUvMwto:
^Taflffwrt e. M. \\W>
Erster Blatt
HO. Jahrgang
Dienstag, 25. (Moder 1920 uou 2.n,..SiO |0i d c lagesnummer bis zum Nachmittag vorher »hnej deDerbindlichkeit. Preis jfit l mm hihe jür Anzeigen o. 34mm Breit» örtPd) 35 ‘P(., auswärts 45 Pf.; lör Reklame» Anzeigen von 70 mm Tutte IbOPf Bei Platz.
vorfckrin 20" a Ausschlag. Hauptfchriftte'ter: Aug. Goeh. Derantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für öcn übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich In Gießen.
General-Anzeiger für Gberhefsen
Druck untz Verlag: Vrühl'sche Aniv.vvch. und Lteikdruckerei 8. Lange. Schristleitung. GeschästrfteSe und Druckerei: Zchulfttahe 7.
Die Lüge von Versailles.
Don Henri Barbusse.
Mit Genehmiaunq des Rbein-Berlag-' in Basel und Leiptta entnehmen hrir die folgrnbt Abrechnung mit Verfalles unb England d.'m flammenden M^ni est, da Barbusse, der Dicker des „Feurr?" unter dem Titel „Ter Scknmmer im Abgrund" an alle Denkenden richtet.
Der Plan der Barbaren ist verwirklicht! Während der F:indteligktiten haben btc Alliierten ihre grieeSzicle nicht veröffentlicht. Das darf man nie vergessen: es ist eine schlickte, nackte, unabtoeis- bare, unvertilqbare Anklage. Gs ist das endgültige Eingeständni s dcS Berats der .He rschenl«n gegenüber den Völkern. Ta? Verbrechen des Vertrags um Bersaill's, der wiederum nationale Raubzüge iieiürworler und ebeirsoviel z-ikünstige Kn ge vor- bereitet als „Kragen" geres.lt wurden, war vorbedacht.
Nach andere Berbrechen wurden gegen die Aenschh il begangen: man meifc es j-tzt, und wird r< immer sicherer und bester erfahren — der Krieg hätte früher enden können, vor oder nach Ä^st-Litowsk, wo den Russen eine Verantwortung aitfgdabcn nrirb, die allein ben Alliiert n yufommt. Wenn die Entente ehrlich g^hand-lt h^tte, wenn ihre DÄiEr einen Morneitt Tang das ©emäfrl der Aörsen menschen über hört Hütten, toäre.t M illionen l?7isten»en verschont geblieben und die ökonomische Lage eines Landes wie Krankr-'ich vor der unausweichlichen Krise beiwahrt worden, der eS jetzt schnell iufleuert.
Die zwischen den Alliierten ausgeheckte imperialistisch^' Mltordnung ist, wie überliefert, im Äc hei men au sgebaut worden. Das Schicksal der Länder und Menschen ist von ein paar Greisen entschieden worden, die sich ;vtc absolute Gewalt angemakt he ben. Je mehr von Selbslü.stimmungs- recbt der Völker, von offener Politik, von Welt- tfldjt geredet wir e, um fu fiifje.-tiatiRIrr stampfte man diese heiligen Grundsätze in Grund und Boden. Aber e$ war ein schbauer Scl>ochtzug, diese Dinge gleichzeitig auSxubeuten, sie an sich -u reiben und mit ihnen zu pro-en
Der Friedensvertrag hätte ein unvergängliches sittliches und soziales Dmkmal fein körnen, eilte Abrechnung mit dem Krieg und eine Grün- t-ing der Zukunft auf der Basis des Rechtes statt wie bisher aus persönlich r Willkür; indes n hat die Armer ion und dm Rand befürwortet. Die erste Ann. ^ion war die von Elsaß Lothringen, beim zum mindesten hätte man die Bevölkerung iefragen sollen nach dmi Grundsatz, daß es nur rm Recht und ein" Gerechtigkeit gibt. Die übrigen Ännex-ionen bemessen sich je nach der Macht der Sieger, begrenzt j:wrilS durch die Rmibgier imd Nröße des andern. Es ist ein Willkür- und Macht- Dfttrag, keineswegs ein Rechtsvertrag. Ein Sieges-, kein FriÄensverttag. Die Geschichte nrirb ein sehen, daß kein früherer je so grundverlogen war wie dieser. Wenn er von Prinzipien tTtkrnatrona'cn Rechts spricht, so tu' er das nur, um Diebstahl mit einer großen, eb-nfalls gestohlenen Idee zu decken und um offiziell die reattionäre Ncktinternationale aufrichtm zu können. Auf- gebaut hat et nichts als den Verfall.
®rof;6rit<nrnicn, dessen Mache^sciLflen vor und »ährend des Krieges :?och viel imge^euerivter und ireuloscr gewesen fvrd, ais manö zu denken wagt — Großbritaninm, das der Welt lveisgemacht hat, rS trete nur in den Krieg, um daö mit Füßen gc- rttenc Keilte Belgien zu vei-tcidigen, Gvoßbritan- mt, das durch Bonar Law oerfü^ben lieh: „Wir ühren den Krieg für die Menschli-tckeit gegen ine Barbaren... wir irerden intfer Besitztum nickt ■rm einen Fuß Landes vergrößern!", durch As- nnth: „England kämpft für s.:ine (Slyce, nicht I iür einer Boit^il", duvch Balfour: „Es ist em l Ännpt des Himmels mit der Löste" — beste selbe I ^roßbritannim hat b:\n "Millionen Quadvatkilo- | Bieter eingesteckt, und mehr nock): sich di- Herrschaft I t*r Meere und die Souverälnität über drei Viertel I kr Erdober st äckx gesicl-ert. Engter':d hatte diesen I Erieg voransbeeck^ et und mußte ihn in ferner iBerfättlidei Herbgier haben: eS kam auf dre cnd- tihg: OberhcrrsckMt in der West an! Und es Nt den Sieg geniolerweisc in einen englischen =vg untflenxm5clt. Gemäß sedern uatü.iafen, scnt
SunöcT'jihrigen Krieg mrwandestar dnrch- Vführten Wrltl^'.errschungsp'a.'l ist eS neben und Der allen alliierten und feindlickict Nationen der «stanzend if..Vierte" Meister geblieben. Zuerst rußte bie über bandr -ehmende d u sche K'onkurrei'z ' S Bode.r gestreckt iverici; darauf wurden ite ^nen Länder von Zett-a e.lropa bis fritm Stou» «sus und bis nach Syrien nach seinen beten;* “Den kommerzieller und den Grundsä-rn seiner -Einflüsse" zerstückt. Außerdem hat es schon eilten ,ni& auf Persien und Mestop-stamien gesetzt. Dann, dl über Mernasien hinweg Aeg»)pten mii Jtrdvrn
Ostasien, wie dereinst mit dem >Vap, zu ver- Ixtt es, unklugerweise »teikidM, den Emir ”^cal eingesetzt und mit Gold und Ruhm über» WaS wird cS vom noch intixrt-itten Bal- sich zumesten? Und hinter Englands Schulet schielten die anderen gierig aur tBergirerfe, Kohbengebiete. BmrmwoÄ, Pet ulenm, L \ ^senbalnrpunfte und die gTL-gcn Landest- | Pjwt« und rissen an sich, was sie konnten. ES darauf an, wer bessere Fäuste und Tatzsi
_ Gleichzeitig erstickte England mit unerhörter «Jgnamfcit bie Befreiungsverfuche in Irland, unb Aegypten (in Aegypten namentlich ?^n,Aufruhrszenen künstlich von der kaiserlichen •jS*1 w'ovozstrt nx2rtxm). „Die GrSfie Englands mcht angetastet werden dürfen", erklärte 1 «nm ^."ierhaus nach den Schlachtszenen ron , einmal mit Liberalismus und Mensch - austrumpfte inti> jetzt solche Rede fühtt, ist
ein Schuft. Er verkörvert auf der Redettibüne die ganze Religion der Riuberei, des Mordes, bum reifte:t und unersättlichsten Egoismus. Der Versailler Vettrag erteniU ausdrücklich die Oberhoheit Englands über Aegynten an. Chamberlain erklärte 1882 nach Gla?swne: „Die Regierung Seiner Majestät, die ' h aus frühere Vervsiichtungen und aus daZ Vo^lerrechl beruft, glaubt nicht Aeaypten unter sein Protektorat stellen zu tonnen." 1894 sagte Salisbury: „Wir können das Protektorat über Aegyoten nicht proklamieren, auch nicht einmal unsere Absicht einer dauernden lat- sächlich^ Okkuvation: d-nn das wäre ein W-xrt- brach Äigla ids gegenüber feinen internationalen Verpflichtungen."
Der „Oberste Ratt' abn: setzt in seinem kleinen Salon unerschüttert feine Ver uche fort, aus dem Kreis em Quadrat zu machm oder vielmehr die Grenzen nach jedermanns App tit zu.u chieiden — da doch überall der Appetit maßgeb-ono ist —, und er streut Nationalitäten toi: W:nd in die Welt. Die nationalen Komplexe zerren bie einzelnen Vö b-rschasten toi: Ding: an sich. Ueberall w rd t-as P'inzip der Nationa it.iten, dal gar k in g ostes,^ to t es ein tvillkürlich's und künstliches Prinzip ist, zum Vorwand für oöl ige Unterwch'.mg genommen. Schon Ix» sich Pvlen, der geouns"^ Mord- hckser der Enttrnte, gegen Rügland erhoben, Ungarn rüstet sich gegen Oester ceich und die Tfckeckio st wükei, Italien c.eöm die Iug? stan-en. Aui ter gelben Erdhältt: äf t Ja'oan den Jm-e-cialiSmuZ der A'.te.i W.stt nach und b.-droht :ie g!e chzeicig. Schon ist es in un;cren Kriegen überzählig. DaS von England mit Opium nietergedrücktt Chi.".a erwacht, und das von Frankreich mit Alkohol zerseyte Indo-Ehina erwacht. Marokko ^ehrt an Frankreich. Berick>wmdcrischer als je mit seinen Soloaten scknsten bf en Minister Leere gen Klein- afkn, wo mit Türken und 15 Millionen Levante- Arabern anieoandelt wird, woraus eine neue chronisch: Militärepidrmt: für unsere junge Generation sich entwickeln kann. Bald wird die lang- «kvau nLc Bcs tzung deS Rlxinlandes irgendeine si'.e Idee in dm Hirnen unserer Nationalisten entwickeln. Um samt ich: Begierden nationa'istischer Sbkulationen zu bcsrtdige-i, mütztie bie Erde in Wahrheit zwei Oberslachm. haben.
Ein bolländi<ches Blatt über die Fö'-dening des VolschrwiSnmS durch die Enlcn.'e.
Haag, 2b. Oft. (WTB. ) Ter „Nieuwe Rotdndanstck/e Eourant" schrstbt in ernem „Bol- schewistisste Qk'a'rr" überschriebenen Ar'ikel u. a.: Ter Ansckstub ter Mehrl eit i er bcu f.rru unab* bängigm Soz'ali.sten an M5 komm uni' ische Programm wird dv: bommunis ische Prcst> d i unter j>:r bcutfd^Ti Arbe:ierrevölkorung zroeifellss sehr verstör5cm. Ta2 sie girnlagen Bo'ei fristet b> für sorgt bsnsters die Politik der West- m ächte. TaZ deutsckie V^lk beginnt mehr und mehr den Glauben zu verlieren, ba'$ es sich bald in die Höhe arbeiten wich. Wie könnte es auch anders sein, wcmn cs hott, bat) Fran freich mehr Kohlen ha talseSbraucht, wShr^iw in Deutschlwid den Privaten unb der Industrie tme Aohlen erzogen werle i, um die Aerpflist)tu?'.g^n txm ©tx»i zu tt füllen, wenn das deutsche Volk to.'iter hört, bah die Fvonzoftn unb Belgier grufc? Margen dieser Kiohlen für teures Geld nach Deutschland zurückverkaufen, wenn da? deutsche Volk weiter bört, baf) ein gwher Teil des bisher ab gelieferten besten Zuchtviehs in Frankreich unb Belgien abgcfck/lachtet worben ist und hast trotzdem noch die Ablte'erung von 800 000 Milchkühen, tret', der Entbehrungen von Fr«ucn unb ÄHrdern geibrbert wich, imb toemi e* weiter steht, wie in br< A bftrm m un gs gebiet en tm O'et unb Westen sein Nattonalaefühl vergewaltigt wird, daß man die Erfüllung oes Vertrages von Versailles verlangt, eines Vertrages, den keiner brr Sieger als für sich bmdend anzuerkm- nen f(feint wenn das deutsche Volk weiter liest, daß btc Kosten für die Unterhaltung der Ententekommissionen zu einer ungeheuerlichen Steigerung brr deittschen Sckmld fuhren und ben finanziellen Wi-cherauibccu unmöglich macken. Während bie Hoffnung auf eine, wenn auch langsam anhebende Besserung bisher dem deutschen Volk: die innere Kraft £ab, bie Produktion zu heben, fällt es jetzt ber fortschveitmben Zersetzung zum Opfer. Durch diese Politik vermindert >ich die Widerstantzsllust Deutschlands in item Augenblick, wo bie bolschewistische Propag:inda nicht nur von aus-en, sondern auck gleich stark von innen oeführt wirb, also ganz besonders große Widerstandskraft verlangt.
Eine «rob? TäuMinß der Frtedensksnferenz.
D<r? Scknckial der Derttschen in Dihlnen, Mähren und Scküefien würbe entgegm ben Grund äi.en ber Selbfches r-^rmung in iem Sinne en^ich.e en, bai- t<ic im gesMrssenen Svrachs-bie e ber Subcten* lander w-hnenden 4 Mil inrem Du schen ohne Bolksabstiurmurrg ber TscheckZc» cinterlk.b! wurden, wo sie in ihren na r malen, kultuvcklen in® wittschafilichen Rechten.furch einen die Gost'gebuug und Verwalnmg <'? richerma'ten bvrd'.:z heulten EhauvinisnrnS Tcg für Tag cufs neue vergewaltigt io Enteil. Tie „Deu.fcye 3<i img B 0 htmi a", vi Prag bat nun mit ber Beröf-entiickrmv, emes len- strümellen, bisher unbekannten ‘??amyranbum5 ter Tschechen an bie FritttensÄ.nifm- -z [t' imrn, ta? o n ber lfd,e 'Lschen Siegt nntg sehermg:-al t;\ .rv.- ben war und über das Mr. er int Parlament stets nur ntii Andeutungen l)i;mxx?2/filittcH lind. Aus btt fern vcm Dr. KrMnar und «.em Austennn- nifter Dr. Benes Versatz en Memorandum, das für tie EnNckteidiUtzf aus^chla»tcbend war, gilt hervor, bas bie Frietens'umte enz in schmäblicker D«sr von den tschsckiischen Vermtern hin.ters Luht (tefuhrt tvurbe. TtW- -cur, bat mit yauz red d,en Zahlen gearbeitet wurde, es geht auch aus dem Memoran
dum hervor, daß die Tschechen über ihre iöaltung den Tchltsckien gegenüber der Konjerenz De spreck- ungen gemacht lxit>:n, die das gerade Gegenteil dessen siird, nxx3 die ®eiiafiung dann bestimmt bat. So wurde versprochen, das die deulsäe Smocks zur tnni'en Land sp-acke gemacht werten wird: es lourde versprochen, dast die Sdjulcn ber d utscken Ltevölke.ung nicht unterdrückt roert>n. In Wirtlich' feit wurden b:s ieyt über 503 deutsche Sck;ulklasten gesperrt. Es h:idt auch in dem Memvire auSorück' lick, „man «verde sich niemals einer oepatorischrir Maimahme gegen ben deutschen BrrölkerungSteil bedienen". Die Berösfmtlickung des MemoireS, dieses historischen Zeugnisses einer der größten und folgenschn^rsten Irresührungen, hat ist ganz Deutlchböhmcn eine an geh ure Erregung berooi» gern en. Die tschechische Presse gibt die Authentizität des Memorandums zu und macht klögückie Bersnch«, banuinn, Oafi die in dem Memovandum mthal'enen Lter!pr-^ckiungrn g''ai:eni wuri«u Die Angelegenheit wird in nächster Zcil das Parlament befd)äitigen.
Dir fruchtbare Lngc der WolMdentfchen.
Berlin, 25. Oft. (WTB.) Der Verein der Wolgadeutschen e V, Berlin, Motzstr. 22, er- b.vV. n* er uns mitte:ilt. in den Tagen reichhalttges und zuverlässiges Material über die katastrophale Lage der deutschen S i e b e l u n q e n (sZj Milijonen S.^-w im Woi- gagebict Sowjetruhiands. Zu dem wirtschastlichen Ruin und den Seuchen aller Art, besonders Flecktyphus, kommt der hunger. In diesem Gebiete, das sonst viele Millionen Zentner feinsten Weizenmehls ausfuhtte, ist 1920 eine so völlige Mißernte, daß oielsach nicht einmal die Saat geerntet wurde Trotzdem verlangt die Moskauer Zentralverwaltung, daß der Bauer auch die letzten Vorräte für ba5 auch bereits hungernde Zenttalruß- lanb hergibt. Was nicht gutwillig abgegeben wird, wird gewaltsam genommen. Die Bevölkerung geht zerlumpt, ohne Brennmaterial, Licht unb Lebens- mittelVorräten einem langen kalten Winter entgegen. Schon jetzt richten einzelne Siedelungen gemeinsame Speiseküchen für die gesamte Bevölkerung ein. Aber auch dadurch wird die Katasttophe nur um zwei bis drei Monate hinausgeschoben, dann beginnt das große Sterben, wenn es dem internationalen Roten Kreuz nicht gelingt, auf irgend einem Wege Hilfe zu sä-affen.
Die grage der Wiedergutmachung.
fen, Westfalen, das Ruhrgebiet und Thüringen überschwemmen. Zum Schluffe habe Sinowjew noch die Erklärung Viktor Kopps bestätigt, daß Rußland nicht daran denke, seine Schulden in Frankreich anzuerkennen und daß es keinen Pfennig davon bezahlen werde.
Nach den hier erscheinenden „Russischen Neuesten Nachrichten" soll in Kronstadt die Besatzung des Kreuzers „Trogmobi" gemeutert und die Kommissare und Offiziere getötet haben. Der Kreuzer soll alsdann vernichtet worden sein.
Die Frage von Danzig.
Danzig, 25. Okt. (Drlff.) Nach einem Telegramm Lord Derbys an >>ie hvei cp alliierte Verwalten^ verlang e btc p-'lnickL Delegation ant Sams ag eine Z-ri t mm zwei Tagi.m, um mit ber Da Si9?r Tel g t iy.i ge'mr e le Vcrhci.d wt er. zu pflegen. Die Danzichcr Del a i-.m lehnte dies ab und begründete ib en ©can. p nrft in einer Note an die Bo schafterÄ^nf'venz Dar-mshin setzte die Botsckaf.ervönte-eirz einen interalliierten Sonderausschuß cm, der aus vier Franzosen, zwei Engtertdern, ei;;era J'al e' er und einem Japaner Le .eb , mit ber Ausgabe, eine Einigung gusLmdezubringen.
Der rron!y v-n Srlrchen'and t.
Athen, 26. Okt. (LiavaS.) Der König von Griechenland ist gcftxrrben.
Paris, 25. Okt. (WTB.) Nach einen „Temps"-Meldunq au5 Vvndoi' hat König Konstantin von Griechenland einem Vertreter der „Daily Mail" erklärt, es sei ihm unmöglich zu sagen, ob er fernem Sohne gestatten werde, den Thron von Griechenland zu besteigen, ober ob er die Bedingung annehme, die die griechisch- fRegierung vielleicht stellen werde. Er halte sein Anrecht auf den Thvon von Griechenland aufrecht. £<n der Umgebung des Mtrigs erkläre man, König Konstantin werde sich nur unterwerfen, wenn eine Volksabstimmung sich gegen ihn ausspreche.
Amsterdam, 25. Okt. (WTB ) Die „TimeS" erfährt, daß die französische Regierung in Erwiderimg auf die englische Antivvrtnvte betreffend die Entschadi- gungdjrage einen Plan aufgestellt hat, wonach die deutschen Delegierten einer Versammlung von Sachverständigen beiwohnen sollen, und daß die Entscheidung über die machungsk-ommissiou ernannt werden sollen und daß die Entscheidung über die Maßregeln, die die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen sichern sollen, durch den Obersten Rat nach Empfang des Berichtes der Wiedergutmachungskommission getroffen werden soll.
Der Bürgermeister von Cork gestorben.
London, 25. Okt Wolfs.) Der Bürgermeister von Cork ist gestorb n.
London, 25. Ott. (Wolff.) Dem Tode des Bürgermeisters von Cork, ber um 5.20 Uhr mor^ns erfolgte, ging eine Erschöte- stmgsperivdc voran-, in bereu Verlauf er das Bewußtsein nicht mehr erlangte. Sein Beichtvater blieb die ganze Nacht fr?i ihm unb verließ das Gefängnis erst mehrere Stunden nach dem Eintritt des Todes. Man glaubt zu wissen, daß bereite Dispositionen für bi: Ueberfübnmg bet Lcich? nach Arland, >vo das Leichmbegängnis stattsindet, getroffen wurden.
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Vie Lage in Rußland.
Paris, 35. Okt. (Wolff.) Der Berichterstatter deS „Journals" hatte eine Unterredung mit einem Freunde Sinowjews. Dieser hat ihm nicht verhehlt, daß die Lage in Räterußland sehr bedenklich geworden sei, daß der Winter, der jcht schon begonnen hat, eine schreckliche Hungersnot im Gefolge haben werde und daß das Volk von Tag zu Tag unzufriedener werde nach all den Entbehrungen, die es durchgemacht hat. Die Arbeiter regen sich und die Bauern haben nur soviel Land bestellt, um da? zu erzeugen, waS sie selbst an Lebensmitteln rwtwendig haben. ES fehle daher in den Städten auch vollkommen cm Brot. Alle Bemühungen, mit den ausländischen Mächten die freundschaftlichen Beziehungen wieder herzustellen, haben mir ein sehr mageres Ergebnis gehabt. England und Deutschland würden erst in einem Jahre Lokomotiven liefern können. Sowjetruß land fürchte neben diesem Zustande Polen, die Ukraine und vor allem General 28tangel. Sinowjew habe wörtlich erklärt, falls nicht im Laufe dieses Winters im Westen revolutionäre Bewegungen zum Ausbruch kämen, müßten die Volkskommissare zurücktreten. Zurzeit richten sich alle Anstrengungen Moskaus nach Italien unv der Tschechoslowakei. Die Volschennsteu feien ber Ansicht, nur von diesen Ländern und vielleicht noch von England könnten ihnen Hilfe kommen. Ein wenig rechnen sie auch auf Deutschland, und in Berlin wisse man wobl, daß ganze Scharen Agitatoren die Hä-
2fus bem Reiche.
Sparsamkeittpoll ik in Preußen.
Berlin, 25. Okt. (WTB.) Der Hauptausschuß der vreußischen Landesversammlung beriet heute den Haushalt des Finanzministeriums. Nach einer längeren Debatte über oie Wege zur Spa rfarw- keit in der Verwaltung wurde einstimmig ein Antrag angenommen, der die Regierung auffordert, dem preußischen Finanzminister angesichts der gegenwärtigen Finanzlage im Kabinett dieselbe Stellung zu geben, wie sie das Reichskabinett dem Reichsfinanzminister eiugeräumt hat.
Die Sanierung des Fernlvroch- und Tele- grarhrnverkehrs.
Auf der lebten Tagung des Reichsbundes Deutsckter Technik sprach Ministerialdirektor Dr. Bredow über das Telegraphen- und Fernsprechwesen. Nach seinen Ausführungen ist die Erhebung einer Anschlußgebühr und außerdem einer Ge- sp räch s g e b ü h r, die in mehreren Stufen nach der Zahl der vermittelten Gespräche gestaffelt wird, in Aussicht genommen. Die Biellprecher werden mehr zu zahlen haben als die Wenigsprecher, was bei der jetzigen Pausch- gebühr zum Schaden des Betriebs und der Allgemeinheit nicht der Fall ist. Der Redner rechtfertigte dann die Erhöhung des Fern- 'prechbeitragS von 1000 Mark, ber vielleicht gerade hinreiche, den Betrieb notdürftig in Ordnung zu bringen. Für die dringend nötigen Erweiterungen feien aber neue Mittel erforderlich. Mit der neuen Gebührenordnung ollen wichtige Veränderungen brr alten Fern- sprechordnung Hand in Hand gehen, die der Entwicklung des Fernsnrechers fre'e Bahn schaffen uno eine Reihe neuer Einnahmo- auellen erschließen. Die Einführung neuer BetriebSmcchote" ir d tech- '"ck.er Verbefse- । rungen sollen allmählich die Leistungsfähigkeit des Betriebs heben und eine winschafttichcre I Ausnutzung der Betriebsmittel ermöglichen.


