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Die neue Mankenkasferrverordnung.

Berlin, 24. April. (WTB.) Nachdem am Freitag i>te Nattonalversammlung sich für die Aufhebung der Krankenkajscnverordnung ausge- spwch-n hat, ut der bekairntlich von einer Be- qteitiinig des Grutidlvhns adgeiehen und die Ber- sichecungspflicht bis auf ein Einivmrnen von 20000 Mark hmaufgescSL wurde, hat die Regierung als­bald dem Reichsrat eine neue Verordnung vor- Mlegt, in der die Gehaltsgrenze von 12 000 Mark wieder eingeführt und die Be­grenzung für den Grundlohn aus 24 bis 30 Mark festgesetzt wird. Dec Zeitupnkt, des Inkrafttretens der neuen Verordnung ist auf den 3. Mar feite gesetzt, während die neue Begrenzung des Grund- lohns vom 27. April ab Geltung haben soll, ^er Reichsrat hat die Regierungsvvr,age angenommen.

Eine Erhöhung der Aerztehonorare.

B e r l i n, 26. April. (WTB.) Das Wohl- fahrtsministerium hat die Berliner Aerzte- kammer aufgefordert, sich dahin zu äußern, ob schon vom 15. Mai d. I. ab bi5 auf werteres alle Sätze der preußischen Gebührenordnung für Aerzte und Zahnärzte um 150 Prozent zu erhöhen seien. Die Aerztekammer erwiderte darauf, eine Erhöhung um 500 Pro­zent sei als das Mindestmaß der ärztlichen Forderungen anzusehen.

--- Frankfurt a. M., 25. April. Der Führer des ganz radikalen kommunistischen Arbeiter-Bundes Deutschlands, Mtnster, wurde heute nach Schluß eines Vortrags über denMassenmord im Ruhrgebiet" von der Kriminalpolizei in S ch u tz h a f t genommen. Minster trat hier seit Monaten unter dem Nomen Ernst König auf.

Deutsche Natlo-mlversammlimg.

Berlin, 24. April.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.

Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt der Abg Tr. Kahl (D. Bp.): Der Nsick^usttz- mimster hat in Bezug auf mich n^ckich das Wort des hannoverschen Königs Ernst August auf dve Professoren ungezogen. Tiefer MSspruch lautet: Professoren, Huren und Tänzermnen kann man überall für Geld haben. (Psui.) Diese ffivvle, schwere B.leiirigung laffe ich mir urcht gefallen, auch nicht für meine Fraktion und für den ^tand der deutschen Professoren. Ich fordere 3urud> nähme und von Ausdruck des Bedauerns. Durch Vermittelung trs Herrn Präsidenten ist mir der irr einer Erklärung des Miniiirrs zugegan- geit, die aber unzureichend war. Erfolgt k ine genügende Erklärung, so muß ich mir wertere Schritte Vorbehalten.

Reichsjustizminister Blunck legt dagegen nachdrücklich Verwahrung ein. Dr. Abg. Kahl habe Deinerseits von Winkeladvokaten in herabwürdrgen- der Weise gesprochen. Um ihm vor Augen zu füh­ren, wie verwerflich es fei, attgenwie Werturteile über einen Stand zu fällen, habe der Minister den Ausspruch des navverschen Königs angezogen, ohne sich diesen Ausspruch eines verrotteten und nwralisch verkommenen Dtvnarchen zu eigen zu eigen zu machen. Ihm das zu unterstellen, sei eine niedrige Verdächtigung. (Lärm rechts.)

Präsident Fehrenbach weist diesen Aus­druck zurück. _ w , ...

Abg. Dr. Kahl (D. Vp.): Im Auslegen seid nur recht munter; legt ihr nicht aus, so legt was unter! (Beifall rechts, Lärm links.) .Ich rufe Deutschland zum Urteil darüber auf, ob ein Mann, der so leichtsinnig mit der Ehre anderer umgeht, an der Spitze des Reichsjustizmiuisteriums stehen kann.

Präsident Fehrenbach weist diesen Aus­druck zurück. Wenn ihm der Wortlaut des Aus­spruchs des hannoverschen Königs gegenwärtig ge­wesen wäre, hätte er ihn zurückgewisien.

Der Ausschuß für die Geschäftsordnung be­antragt, die Genehmigung sur Strafverfolgung des Abg. Becker -Oppeln (Soz.) in einem Privat- klageverfahven nicht zu erteilen. Der Antrag wird angenommen.

Ter gleiche Ausschuß stellt denselben Antrag betreffs der Abgg. Geyer-Leipzig (USP.) und Dr. Geyer-Sachsen lUSPsi mir Grund einer Strafanzeige b s Rates der Stadt Leipzig, weil politische Motive Vorgelegen hätten, nicht aber eine ehrlose Handlungsweise. Ter Eintrag tohb angenommen.

Der gleiche Ausschuß fielt denselben Antrag betreffs des Abg. Braß (USP.), in der Lande s- verratsangelegeirheit. Tage gen liegt ein Antrag vor, die Genehmigung zur Strafverfolgung zu erteilen und ein weiterer, die Sache an den Aus- sckmß zurückzu verweisen, da tfe Sackte nicht ge­nügen?) geklärt sei. Nach längerer Geschäftsord- nungsdebatte wird der Antrag auf Zurückverwev- snng angenommen.

Der Gesetz.nlwurf betr. das dmtsch-franzö- sische Abkommen über die Zahlung der elsaß- lothringischen Pensionen wird nt allen drei Lo­sungen angenommen.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwur­fes betreffend den Staatsvertrag über den Ueber- gang der Staatseisen bahnen auf das Reich.

Abg. Dr. Becker- .Hessen (D. Vp.) berichtet über die Ausschußverhandlungen. .hoffentlich nutzen die Länder die Mwonnenen Vorteile nicht allzu rücksichtslos aus. Nur in dieser Hoffnung könne der Aussckmß die Annahme des Gesetzes empfehlen. Reichsverk hrsminister Dr. Bell: Die Verantwor- tuitg für die Vorlage mit Einschluß ihrer gesamten finanziellen Wirkungen übernimmt die Regierung vollkommen. Ter Uebernahmepreis war durchaus angemessen. Ans Finanzrücksichten konnten wir den Vertrag nicht scheitern lassen. Da? Personal ver­langte die UebcrnahmE auf das Reich wegen der Besoldungsreform. Eine enrlteitliche Leitung ist auch erforderlich im Hinblick auf die örtlichen -Streiks und Unruhen.

Abg. Gandorfer (Bayr. Vp.) erklärt, daß feine Partei gegen das Gesetz stimmen werde.

Das Gesetz wird angenommen.

Der Gesetzentwurf über die Anfhebimg derGe- Ibührensreilheil im Post und Tel^grapbenverkehr wird in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Der Gefetzermourf über die Ausü bung des ' bayerischen und württembergi'chen Postregals wirb in zweiter und dritter Lenmg angenommen.

Zweite Beratung der Gesetzentwürfe Mreffenb die Tetegrapt>cn- und Fernsprechg-ebühren und bei die Postgetm ch<en.

Abg. Fischer- Berlin (Soz.) bemängelt eine Reihe von Tarifsätzen, durch die be'onders daS 3ei- tmigsgeiverbe aufs schwerste belastet würbe.

Abg. Trimborn (Ztr.) beantragt, die Zei-I tungsgebühren erst vom 1. Oktober ab in Kraft treten zu lassen.

Reichsminifter Giesberts: Diese Vorlagen sind eine Warnungstafel. Wir haben rwlles Ver­ständnis für die schwierige Lage der Presse. Aber ich versuche jetzt nur, das Defizit herauszuholen. Mit dem Antrag Trimborn bin ich einverstanden. Eine Reform des Scheckwesens erstrebe ich schon lange.

Abg. N u s ch k e (Dem.): Wft sehen in den neuen Gebühren eine katastroplxrle Belastung des Verkehrs. Die Gebühren dürfen nur provisorisch sein. Die Postverwaltung muß zusehen, daß neue Ersparnisse gemacht werden. Die Telephonanleihe lehnen wir ab.

Abg. Bruhn (D.-N.): Das Zeitungsgewerbe, besonders die kleiner Verlage, werden vom Ruin bedroht. Aufschub bte zum 1. Oktober ist dringend nötig.

Abg. M o st (D. Vp.): Wir können uns nur schwer entschließen, den erhöhten Gebühren zuzu­stimmen.

Ein Regierungsvertreter bittet um Ablehnung der vorliegenden Anträge.

Ein Vertreter des Reichsfinanzminifteriums verteidigt die in Aussicht genommene Zwangsan­leihe. Bei dem schlechten Stand des Postetats sei eine freie Anleihe unmöglich.

Abg. Zubeil (USP.): Die Vorlage ist un­annehmbar.

Abg. Irl (Bayr. Vp.) wendet sich gegen die Telephongebührenerhöhung im Interesse der kleinen Gewerbetreibenden-

Der Antrag auf Streichung der fogenannten Zwangsanleihe wird abgelehnt mit einer geringen Majorität bei schwach besetztem Hause, ebenso in der sogleich vorgenommenen dritten Lesung.

Angenommen wird ein Antrag Arnstadt, der den periodisch erscheinenden Zeitungen eine Vergünstigung bringt, ebenso der Antrag Trim­born (Ztr.), der die ZeitungsgebührenevhölKmg bis zum 1. Oktober hinausschiebt.

Die Postgesetze werden in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Zu einem Gesetzentwurf über eine Abgabe zum Baute stenemsgle ich bittet Reichsarbeitsmm ister Schlicke um Ueberweisung an einen Ausschuß.

Abg. Payer (Dem.) bittet im Einverständnis mit dem Senivrenkonvent wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes, das Gesetz nicht mehr in der Nationalversammlung zu beraten.

Tas Gesetz geht an den 24er Ausschuß.

Ein Bericht des Ausschusses für Volkswirt- schiaft betreffend Annahme von Kriegsanleihe an Zahlungsstatt wird erledigt.

Reichsfinanzminister Wirth erklärt, int Laufe der entstandenen Debatte über diese Frage, im Mi­nisterium in den nächsten Tagen in Besprechungen mit Abgeordneten und Jutevessentenlleisen ein- tveten zu wollen.

Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Notetat in Verbindung mit Einträgen. Schluß 8 Uhr.

Aus Statt und Land.

Gießen, den 26. April 1920.

Volkshochschule.

Morgen beginnen die Anmeldungen für das neue Semester. Das Programm ist mit Rücksicht auf den Sommer nicht ganz so umfangreich wie das der vergangenen. Es enthält folgende Arbeitsgemeinschaften: Die Lösung der so­zialen Frage durch die Propheten und Jesus. Lesung und Besprechung ausgewählter Abschnitte aus NietzschesAlso sprach Zarathustra". Deutschlands Altertum (Kulturgeschichte und poli­tische Geschichte). Deutsckie Maleret 'von 1870 bis zur Gegenwart. Einführung in das land­schaftliche Aichnen. Wirtsch-afts- und Verkehrs­geographie der außereuropäischen Erdteile. Die Flora des ktuheimischen Waldes unter besonderer Berücksichtigung der Holzgewächfe. Der elek­trische Strom. Chemie: Die Metalle. Geo­logische Heimatkunde. Ferner soll eine Arbeits- gemeinschast aus der deutschen Literatur stattfinden, über die noch Näheres bekanntgemacht wird. Auskunft und Beratung in den Sprechstunden der Geschäftsstelle (Löberstr. 26II) oder bei der An­meldung in der Ober-Realschule. Näheres über die Anmeldung besagt eine Anzeige in dieser Nummer.

Gültige Lebensmittelmarken

für die Zeit vom 26. April bis 2. Mai 1920.

Brot: 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl. Boot Kilogr. 1,25 Mk., 80proz. Weizenmehl Kilogr. 1,60, 90proz. Weizenbrotmehl Kilogr. 1,44 Matt, Weißbrot Kilogr. 1,65 Mk. Weißbrotbäckw: Heinr. Weimar, Frankfurter Str., Ludw. Bende, Bahnhofstraße.

Butter: Marke 17, 125 Gramm Mar­garine zu 2,25 Mk.

Fleisch: Wochenabschnitt 17. Metzger für Fremde: Hch. Rausch, Neustadt 78.

Zucker für April 1920: 750 Gramm. Für Kinder bi; zu 1 Jahr einmalige 500 Gramm. Aus­gabe erfolgt bei Gebr. Noll, Ballmhofftrasie 6.

Nährmittel für April 1920: 1. Marke B: 250 Gramm Gries zu 92 Pf. per Pfund und 250 Gramm Haferflocken zu 92 Pf. per Pfund. 2: Marke C: 125 Gramm Haferflocken zu 92 Pf. per Pfund und 500 Gramm weiße Bohnen zu 3,50 Mk. per Pfund.

Nährmittel und Zucker für Zuge­zogene: H. Arnold II., Kaiser-Allee 19, Gebr. fiten, Bahnhofstraße 6. Konsum-Verein, Frankfur­ter <5trafie, Georg Wallenfels, Marktplatz 21, Ehr. Bieker, Neustadt 55.

Nährmittel und Zucker für Fremde: Emmericher Wavenexpeditwn, Seltersweg 59.

Nährmittel für Kranke: Wilh. Haas, Bleickstraße 18.

Zucker für Kran ke: Ehr. Bfelier, Neustadt. Mehl für Kranke, Kilogr. 1,80 Mk.; G. Geisse, Seltersweg 2

Seife, Marke für April: Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpukver das Pfund zu 2,10 Mk.

Petroleum: Ab 26. April erfolgt die Aus­gabe von Petroleum. Nähere Bekanntmachung er­folgte am 24 April.

** Stadt. Seefisch-Berkaii f. Infolge verspäteten Eii.tr f «ms der Fisck)d.imp'er kann eie Verladung der Fische erst heute erfolgen, so daß das Eintreffen der Fisctie erst morgen ob. r über­morgen zu erwarten ist. Der Beginn des Ver­kaufs wird an den bekannten Stellen durch An­schlag befanntgegeben. Es fei noch hmzugesügt, daß der Berkau, »ec Fische infolge anderer Einrichtung rascher er folgt.

** Bei der ftäbt. Obst-unbGemüse- stelle kommen morgen uub folgende Tage n. a. I Bohnen, das Pfund 2 Mk., uub Spinat zum Afettmff. Der Verlaus von Spargel wird noch im I Lause dieser Woche beginnen.

Die Einschränkung des Gasverbrauchs.

Auf dasEingesandt" in unserem gestrigen Blatte erwidert das städtische Gas- und Wasser­werk:

Die am 16. Oktober v. Hs. vorn Vorsitzenden des Demobilmachungsausschliffes Gießen-Stadt er­lassene (verschärfte) -Verordnung über die Ein­schränkung des Gasverbrauchs ist am 9. d. Mts. aufgehoben worden, dagegen hat die vom Reichs­kommissar für die Kohlenverteilung am 26. Juli 1917, bzw. von seinem Vertrauensmann heraus-« gegebene Verordnung vom 16. August 1917 noch Geltung. Hiernach ist den Gasabnehmern nur ein Monats-Gasverbrauch von 80 Proz. des Ver­brauchs vom 'Kalenderjahr 1916 gestattet. Bei einem etwaigen Mehrverbrauch ist das Gaswerk gehalten, ein Aufgeld von 50 Pf. für den cbm überschrittene Gas zu erheben. Der Kohlenverbrauch der Betriebswerke ist noch immer rationiert. Die ^tzohlenzuteilung wird voraussichtlich auch noch meh­rere Jahre anhalten. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich, die höheren Ortes angcorbnete Gas­sperre gänzlich aufzuheben. Wenn bie Gaswerke zur Gaserzeugung geeignete Kohlen in genügender Menge erhalten, werden die Sperrstunden weiter verkürzt; heute ist dies leider noch nicht mögt ich.

Tie Gaswerke haben dem Reichskohlenkommis­sar wöchentlich Bericht über den Kohlenverbranch und die Gasabgabe zu erstatten. Er wacht streng darüber, daß die festgesetzte, täglich zu erzeugende Gasmenge nicht überschritten wird. Der, Gasver­brauch ist nach fikufheduiig der verschärften Ver­ordnung ganz erheblich gestiegen. Es liegt daher int Selbstinteresse der Verbraucher, m i t d e m G a s sparsam zu wirtschaften, da sonst die Sperrstundeü wieder ausgedehnt werden müssen.

im Hotel Gin'hom, die Stadkkirche, wo der Verein aus Anlaß des Jugendtages deS .Hessenbundes einen Familienabend veranstaltete, bis auf den letzten Platz gefüllt; wie uns vom Verein nritge* teilt wird, war der Abend non 1050 Personen besucht. Professor Schi an, der die Festrede hielt, sprach in schlichter Eindringlichkeit über Wesen und Wollen, Streben und Kämpfen, Ziel und Sehnsucht der Jugend und fand manch treffend Wort auch über das Verhältnis der Alten zu den Jungen. Umrahmt wurde dieser Vortrag von musi­kalischen Darbietungen. Hierbei hatte man wieder Gelegenheit die für Nichtberufsmusiter ganz vor- züglicken Leistungen der von Rudi Sonntag geleitetenHausllapelle" des Wartburgvereins zu bewundern, die ausgezeichnet unterstützt intb er­gänzt wurde durch den Organisten G ö r l a ch unb eilten erst seit kurzem zusammengestelllen gemisck>- ten Chor.

** Massengewalt im S"tadt Parla­ment. Zu unserem Verhandlungsbericht in der Samstag-stLumyter bittet uns Frau Kunigunde Anna Burk, Ehefrau des Kutschers Christian Burk, daraus hinzuweisen, daß sie nicht mit der angeklagten Chefvau Anna Buick identisch sei.

Landkreis Gießen.

r. Londorf, 25. April. Beim Spielen am Mühlgvaben ertrank das zweijährige Söhnchen des Arbeiters Heinrich Schmidt. Äelteve Ge- chlwister, denen bas Kind anvertraut war, ließen es eine Z eillang unbeaufsichtigt.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 25. April. Das Kreisamt gibt bekannt, d. der Kveis Büdingen von der bevorstehenden Brotpreiserhöhung nicht

Beranftaltungen.

Montag, 26. April: Saal der Johannes- kirche, IV2 Uhr: Jahresversammlung des Ober- hrsstschen Vereins Tür innere Mission. Licht­spieltheater wie gestern.

** Die Frühgemüseeinfuhr aus Holland im Jahre 192 0. Auch in diesem Jahre ist, wie uns die Hessische Landesgemüsestelle mitteilt, die Einfuhr von Frühgemüse aus Holland innerhalb gewisser Grenzen zugela^snt. Die Zu­lassung gilt nur für bestimmte Osmü esvrten unb nur innerhalb bestimmter Zeiträume. Die näheren Bedingungen werden Jntereisenten von der Hessi­schen Landes-Gemüsestelle in Mainz ober den Kreisämtern mitgeteilt.

** Die fa l s chen Hoff ituit gen auf billige Schuhe. Der Verband der deutschen Schuhwarcn Händler gibt bekannt: In letz­ter Zett sind häufig Gerüchte durch die Tages­zeitungen gegangen, die an Billigerwerden der Schuhe mit dem Sinken der Häute- und Fellpreisc aus den Auktionen imd dem Steigen des Mark­kurses begründeten. Diese Mitteilungen sind ge­eignet, falsch eHoffn ungen zu ivecken. In Wirklichkeit ist die Lage so, daß eine Rohhaut etwa dreiviertel Jahre und länger braucht, ehe sie als Leber zu Schul)en verarbeitet werben kann. Wenn ferner Rohhäute wirklich um vieles billiger iver- ben sollten als sie bisher sind, so wird die,e Preis­minderung durch die ständig steigenden Löhne und Gehälter, die sich doch der allgemeinen Teuerung anpassen müssen, wieder mehr als ausge­glichen. Dazu kommt, daß beute noch gar nicht zu übersehen ist, daß die teueren Preise für Futter­stoffe, Garn, Seide, Oesen, Schnürbänder und sonstige Zutaten erheblich nachlassen könnten. Aus allen diesen Gründen ist an- ein Billigerwerden des Schuhwerkes in diesem Jahre leider gar nicht zu denken.

* Tas Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen Wois Spengler und Frau Maria geb. Tauern^heim.

* * Schaut-anzen. Am 29. und 30. April findet im Saale desHotel Einhorn" eine Vor­führung moderner Gefellschafts-Tanse durch Prof, art. falt. Rose und Fvau, Flüchtlinge, früher Straßburg, Mailand, Paris statt. Näheres ffetc Anzeige.

* * Die 7. Allgemeine Ausstellung von Hunden aller Rassen, veranstaltet vom Verein Hundesport von Gießen und Umgegend, sand gestern auf der Liebigshöhe statt. Die An­meldungen waren über alles Erwarten so zahlreich eingelausen, daß der große Saal nebst Bülme die Tiere nicht alle zu fassen vermochte und viele noch im Garten untergebracht werden mußten. Ins­gesamt umfaßte der geschmackvoll ausgesührte Kata­log 315 Nummern von über 250 Ausstellern. Aus allen Teilen Deutschlands hatten die Hunde^üchter ihr bestes Material gesandt, so daß ganz licrvor- ragendes Zuchtmaterial vorhanden war. Es wur­den auch zahlreiche Verkäufe abgeschlosfen, und die Preise waren den heutigen Verhältnissen ent­sprechend recht hoch, Tiere bis zu 40 000 und 45 000 Mark standen zum Verkauf. Die Zahl der gestifteten Ehrenpreise betrug allein über 100, außerdem wurden 7 Zucht.iruppenpreise und sehr viele Geldpreise vergeben. In Anbetracht der starken Konkurrenz hatten die Preisrichter eine schloere Aufgabe, und manches noch gute Tier muftte leer ausgehen. Das Ergebnis der Preisver- teilung lassen wir morgen folgen.

** Der hef fische^ Polizei- unb Schutz Hunde-Verein, Zweigve? in Gießen, teilt mit, b-ifti, nachdem bie Hundekrankheitcn hier erloschen sind, dir Tre snrsluitden wieder augge- iwmmeit werben. Wir verweisen auf die heutige Anzeige.

** Ter Hausbesitzerverein Greßen veranstaltet morgen abend 8 Uhr im Hotel Großf- herz-og eine Mitglfeder-Versammlung. Auf der Tagesordnung stellt u. a. ein Vortrag des Rechts­anwalts Dr. Spohr:Die Beslimmungen des

betroffen wird, da die Kreisverwaltung nicht auf bad teure Auslandsmehl angewiesen ist. Nur m- iolge höherer Unkosten muß ein kleiner Aufschlag im Brolpceis vorgeiwmrnen werden.

Kreis Schotten.

e. Schotten, 24. April. Eine Bürger- meisterverfammlungder Bürgermeister des Kreifes Schotten nähm in einer Entschließung in scharfer Weife Stellung gegen die Holzratuniermig und verlangte sofortige Aufhebung der Brennholz- verordnung. Außerdem soll die. Staatsreyiermig« ersucht werden, in der Besetzung her KretÄ)iretz> torenstelle für den Kreis Schotten stetige Verhält­nisse zu schaffen, lieber die Regelung der Gehalls- verhältnisse und Tienstbezüge der Bürgermeister sollen Verhandlungen mit den zirstänbigen Stellen eingeleitet werben. In den Vorstand des Kreis­bürgermeistervereins würben gewählt: Ritter-Lau- bad:-, Mengel-Schvtten, Viehl-Rainvob, Rühl-Ul­richstein und Hofmomt-Mfa.

Starkenburg und Rheinhessen.

rin.' T arm stadt, 25. April. Die Paß­kontrolle an den Darmstädter Bahnhöfen durch bie französischen Besatzungsmannschaften ist seit Freitag nachmittag aufgehoben.

rm. Darmstadt, 23. April. In der Schriftleitung der amtlichenDarm­städter Zeitung" steh.m Aenderungen bevor. Ter seit näliezu 16 Jahren in seiner Stellung tätige Hauptschristlefter Hoftat Tr. B u schm an» wird infolge seiner schon seit längerer Zeit ge­schwächten Gesundheit zunäckist einen längeren Ur­laub antreten. Als sein <SteI(»?rtreter wird Pwj. Tr. Goldstein, außerordentlicher Professor für Philosophie an der hiesigen Technischen Hochschulc. vorläufig die Houptschriftleitung übernehmen.

Hessen-Nassau.

Der Mangel an Selbstzucht.

= Frankfurt a. M., 25. April. Auf Befehl der Besatzungsbehorde fanb heute nach­mittag im Plümengarten ein Konzert der französischen Militärkapelle statt. Der Hinweis hiesiger Zeitungen, daß während dec Krieges bei Konzerten deutscher Kapellen das fran­zösische Zivilpublikum unsichtbar b.ieb, hatte für Frankfurt die gegenteilige Wirkung ausgelöst. Wohl noch kaum erfreute sich der Palmengarten eines solchen Besuchr:s als heute, ba bie Franzosen kon­zertierten. Taufenbe umlagerten währenb des Kon­zerts die Kapelle und lauschten deren Darbietungen wie einer Offenbarung aus höheren Sphären und klatschten nach jedem Stuck jubelnd Beifall.

Eine unaufgeklärte Mordtat.

Marburg, 25 April. In geringer En^ fenuutg von der Landstraße, bie von h.er raun dem Dorfe Cölbe führt, fanden am Freitag nacst mittag spielende Kinder in der Nähe der soä Cölber Kuppe in einer Erdvertiefung die Grubenholz, Baumzweigen, Erde und Steinen zu- gedeckte Leiche eines etwa 25 bis 30 Jahre alM Mannes. Wie die gestern nachmittag vom borgenommene Besichlignng ergab, muß der Un­bekannte eines gewaltsamen Todes gestorben sem, außerdem war er völlig ausgeplündert. Mein Anschein nach hat die Leiche dort schon mehren: Monate gelegen. Ter Betreffende ist ziemlich gwtz. blond, feldgrauer Anzug, grüner Hut und Ga­maschen.

Raubmord?

= Limburg, 25. April. Seit einigen Tagen ist der hier angestellt gewesene Makler Emil K ä l i n verschwunden. Jetzt hat man am Lahnuser Spuren entdeckt, die darauf huv deuten, daß ein Körper dem Wasser zuge- schleift ist. Auch der Koffer und die Erspar­nisse des Kälin werden vermißt. Alle An­zeichen deuten darauf hin, daß der lange Mann einem Raubmord zum Opfer gefal len ist.

Bürgerlichen G 'etzbuches über bas Mielrecht unb bie Mieterschutzbestimmungen".

** Der Vereinter Gastwirte ver­anstaltet am Mittwoch den 28. d. M., nachmittags 3Vo Uhr, im Caf6 Leib seine Hauptversammlung. Aus der Tagesorvnung steht u. a. eine Bierpreis­erhöhung.

** Der Eisenbahner-Hcimstätten- Verein veranstaltet am Montag den 3. Mai, abends 8 Uhr, im Unterrichtszimmer lOberh. Bahnhof) feine ordentliche Hauptversammlung.

** (Sbanget Arbeiterverein. Die für Dienstag unb Samstag triefe Woche im Marlüs- faal borge c'.eneii Vorttäge' von Mu ikfehrer Gern­hardt überEinführung in die Muiik" werben durch inu'iklli.'ch? unb geang'iche Dar­bietungen ansgeschniuckt. Borge elxn sind Gemischte Chöre, Lieber zur Laute, Gambe und svnsttge Musikoorträge (Streick>quartett>. Tie Vorträge sind allgemein zugänglich.

** T e r Wartburgverein finbet immer ein volles Haus, mag er rufen; wann er will. 1 Sv war auch gestern abend trotz derKonkurrenz" I

Eschweae, 23. April. Die Stadwer beschlossen, beim Lanbesfinanzamt u

gc.

ordneten w,-..,,, ------_

Kassel eine Nachprüfung der Um> atz st euer Veranlagung bis zum 1. Januar beantragen, da offensichtlich infolge der Steigt rung des Umsatzes in vielen Fällen eine viel niedrige Veranlagung erfolgt fei. Wegen der außer ordentlich manaelhaften Belieferung der Sta-- Efckwege mit Butter soll Beictzverde bn 00 Regierung erhoben werden. Ter Kreis Eschweg' bat dem Magistrat den Bau eines Muster L c h m f a chw e r khau I e s durch die Stadt v» geschlagen unb will hierzu em unverzinslich« Darlehen von 50000 Mark zur Verfügung stellen Tie Gesamt bau losten betragen 170000 Mark, vvi henen nach Mzug des .Kreis- nnb staatlichen Bau kostenzuschufses noch 70 000 Mark durch die Stad

zu decken sind.

F r a n t f u r t a. M., 24. April. (WTB.) Do gewaltige Erfolg der ersten Frankfurter Inter­nationalen Messe hat den Anstoß zu einem groß zügigen Ausbau der bisherigen Messeeinrichtung« gcgdxM, als deren erstes Ergebnis sich die ge