Einzelbild herunterladen

Wn 403 dH«, n fc 3ier: l9ej jeibejreic Wben|amen( nb geik

er Qualität

Ur. 97

Oer Lietzener Unzeiaer -rscheint täglich, außer Zonn- und feiertags.

Btjugspreii:

-Monatlich Mark 3.60, rierleliährlichMark 10 80 »inschlleßlich des Bestell. ge(bs; durch die Poft vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: -Qr die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Liehen.

psftscheckksnto:

Sranffnrt a. M. U686

Erster Blatt

170. Jahrgang

enerAmei

Montag, 26. April 1920 Annahme von Anzeige« für die lagcsnummer ois zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm hvhe für Anzeigen p. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärt» 45 Ps.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Ps Bei Platz.

Vorschrift 20% Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für ben übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und Verlag: vrühl'fche Unio.-Vnch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

ruvienstU

t Paare zu jeder raget nen Timm rrifili In , Marltplatz 23, III,

Somme^^ ! asW'btSÄndl I fibemschend I

Wified

u,and^

lirbf ..ihre(131^"%

ÄJ*

Vie Uonferenz in San Remo.

Paris, 25. s2ÜmI. (Wolfs.) Der Vertreter der Agentur Havas in San Remo teilt in einem längeren Telegramm mit, das; Lloyd George imb Millerand vormittags eine Unterredung batten. Es scheine, daß die Hauptprobleme, die die Xonseven; ^u lösen habe, nunmehr soweit gefördert feien, daß fie gelSst werden könnten. Es sei ein Ab­kommen ausgearbeitet worden, das nwi> gen dem Obersten Rat vorgelegt werde, das ein gemeinsames Einverständnis zwischen den Alli- terten seststrllen werde. Heber die beiden Deutsch­land betreffenden Hauptpunkte, Entwaffnung und Wiedergutmachung, hätten Millerand und Lloyd George die Grundlage einer Verständigung ge­funden. Es scheine, daß die Meinungsverschieden­heiten, die sich am ersten Tage der Beratung ge­zeigt hätten, viel mehr auf wirklichen Mißver­ständnissen als auf Meinmigsverfchiedenheiten be­ruht hätten. Die gemeinsame Erklärung werde ohne Zweifel aud) die gemeinsamen GesMe Frank­reichs imb Englands betonen. Es werde ein Doku­ment ausgearbeitet, das von Deutschland die Aus­arbeitung des Friedensvertrages verlange Dos Manifest werde jedoch erklären, M die deutsche Regierung aufgefordert werde, Porsärläge zu unterbreiten. Der d e u t s ch e K a nz- ler werde infolgedessen später eingcladeu. mit den alliienen Staatschcss, die vorher das Programm und die Ausdehirung der direkten Be­sprechung regeln würden, zu verhandeln. Es sei möglich, dos; diese Zusammenkunft in Brüssel, womöglich noch per der interalliierten Finanz- ''mmissivn, die dort im Mai zusammen trete, statt- [inben werde. Diese Finanzkommisfton setze tatsäch- t.ch, um zu einem Ergebnis zu gelangen, das vor­herige Einverständnis der Alliierten über die Wie- dergulmachimgsfragc voraus.

A m 1 0. M a r laufe die Deutschland in Bezug auf die Wiedergutmachung gewährte Frist ab. Diese Frist könne leiclst verlängert werden, um den Deutschen alle Initiative nach dieser Rich- tinig zu gestatten Die Alliierten seien geneigt, so schnell rote möglich die Summe festzusetzen, die Teutschland mit Rücksicht auf seine Zahlungsfähig- kit zu entrichten habe und unter Berücksichtigung! CNcffay, daß es sich wieder an die Arbeit begeben müsse, nm seine Verpflichtungen zu erfüllen. Es scheine nicht, baß man bereits über die Bewertung der Summe, die man von Deutschland in steigenden Annuitäten oder in festgesetzten Beträgen nach Steigerung der deutschen Einnahmen aus den üfenoayneir und Zollverwaltungen verlangen volle, eine Entscheidung getroffen habe. Ter letz- wc Modus scheine begünstigt zu werden, nament­lich in belgischen Kreisen. Aber das sei eine Frage, fcc in zweiter Linie komme. Die Hauptsache sei, daß: brr Grundsatz angenommen werde, die beutsch: Schuld festzusctzeu. Aus alle Fälle aber werde in San Remo feine Ziffer festgesetzt werden. Das ßnnc erst später in Paris gesck>ehen, wo man alle i notwendigen Insomnationsmittel besitze.

Sau Remo, 25. April. (Reuter.) Tic Kon- ftren» beschloß, in den türkischen Friedens- Oertrag die Erklärung Balsours einzufügen, die bestimmt, baü Palästina eine nationale Heimstätte sür die Juden werden soll, die ixe gleichen Rechte wie die Araber und die Juden in anderen Ländern haben werden.

Sau Re m o , 25. April. (WTB.) Der Oberste □iat hielt am Sonntag zwei Sitzungen ab. Rach trxtcr weiteren Sitzung am Montag wird die Kon- skrenz vertagt.

Aeutzerungen Lloyd Georges.

A ui st er da rn, 24. April. (Wolff.) Nachher .Times" erklärte Llvvd George auf eine Frage englischer Journalisten, es sei nicht porge- s-ö lagen worden, Teutschland die Lebensmittel­ieferungen abzusperreu. In Teutschland würde idon genug gehungert. Im besetzten Gebiete er» hüte die Bevölkerung lediglich, den drittelt Teil irr normalen Lebensmittelmengen. Hinsichtlich der 5 n t ro a ! f n u n g toie gegenüber d.-r Mchtliejlerung b*r Steinkohlen müsse die Ausführung des Driedensvertrages erzwungen werden. Tie Alli-, i frten müssten gemeinsam Handeln. Tie Zeit könne stimmen, da Teutschland wieder eritarfc, aber der C*ebanfe, Teutschland sei gefährlich für die Alli- i Tten, sei im Augenblick phantastisch.

Zur Frage des Ruhrgebiets sagte Lloyd George, er erwarte eine befriedigende Lösung. Eine Schwierigleit bilde die Weigerung Bayerns, den Befahlen Berlins zu gehorchen.

! Tie Besetzung des Ruhrgebiets und eines Teiles ! Zreußens würde feines Erachtens nicht das ge- jgnete Mittel fein, einen Truck auf Bayern ans- cjüben. Lloyd George meinte, die Furcht vor dem Bolschewismus in Teutschland fei nicht über- ttneben, obtooffl er nicht glaube, daß der deutsche ücharatter sich für den Bolschewismus eigne. Aus Cer anderen Seite habe der Mißerfolg des M'a p p-

Ulnternehmens gezeigt, das; Teutschland nicht ereignet sei, die militanfriitbe Bewegung zu untcr- ^ützen. Lloyd George bestritt nachdrücklich, daß r> jemals eine Revision des FriedensveNrags ixn- »n'chlagen habe, lieber die Anwesenheit des ameri- lünischen Ge'andten in San Remo sagte Lloyd George, die Anwcsenlxit eines Vertreters, der nur r.orizen mache, habe wenig Nutzen. Tie Konferenz

; labe jemanden nötig, der den amerikanischen j Ltandpunit k.arlege. Auf eine andere Frage sagte Lloyd George, die Antwort auf bie~9iote Wilsons la er die Türkei werde in einigen Tagen abgel^n. Tie amerilairischen Petroleumte> nzessioneu in der Türkei würden geachtet. Wenn Konzessionen cml- f-gnet würben, würden es deutsche sein, um F* für ben SSieberaufbau zu finanzieren.

Deutschlands Vertretung in Sau Remo.

San Nemo, 24. April. (Wolff.) Ha- Millerand und Lloyd George hatten am Samstag vormittag eine mehr als

itehMziM

re Speilal-Samiiluiii eriitloüiliilki itifi ;e von Werl.

hohe Provision; iet n Stfidten Vermitiler, m tflilc sind. HMu Leipzig,'Täubc enwej21 le und nlte Bücher.

81 wird jedes Gfrt e durch mein- 1 I goieri? Se'iMr pfl'rl. Vielbe- ' sind dpshnlb ir**|

In nn berlrcm-1'

jk PrlFiril»'

» Pesenden

y tu eroplebln« Mitesser, Finne", P;0?.; , sonstige. l

versehenden

vonKummerfeldss ^ischwu^

Preis pusche 1

zweistündige Besprechung, die ein sehr er-I sprießliches Ergebnis zeitigte, lieber folgende Fragen scheinen die beiden Regierungen zu einer Einigung gelangt zu sein: Entwaffnung Deutschlands, Wiedergutmachungen und Ak­tionsgemeinschaften der Alliierten. Diese Ver­einbarungen sollen dem Obersten Rai unter­breitet werden. Die Alliierten sind entschlos­sen, von Deutschland so schnell als möglich die Aufstellung über die Summe zu verlangen, die dieses auf bas Konto der Wiedergutmachuw­gen zu leisten hat. Die deutsche Regierung wird ermächtigt werden, durch einen ihrer Vertreter, der spater von den Alliierten berufen werden wird, über diese Punkte ihre Meinung zu äußern. Diese direkten Besprechungen würden wahrscheinlich bald stattfinden.

Deutschlands Entwaffnung.

P a r i s, 24. April. (WTB.) Davas mel­det aus San Remo: Millerand empfing die Spezialberichterftatter der Agenturen Ha- vas und Reuter und erklärte ihnen, es sei rich­tig, daß Foch während der Vorverhandlun­gen des Friedensvertrages für eine deutsche Armee von 200 000 Mann war. Aber der Oberste Rat gab dem Vorschläge Lloyd Geor­ges, eine Armee von 100000 Mann zu ge-^ statten, die durch freiwillige Anwerbungen für 12 Jahre zuftandegebracht werden solle, den Vorzug. Wenn der neue deutsche Vorschlag an­genommen würde, würde Deutschland 200000 Berufssoldaten haben, die leicht Kadres für eine viel stärkere Armee abgeben könnten. Was Deutschland verlange, sei viel zu Höch. Vor dem Krieg hatte England nicht mehr wie 100 000 Mann Soldaten, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, ebenso Amerika, dessen Ge­biet und Bevölkerung viel größer sei als die­jenigen Deutschlands. Bevor man der Ver­mehrung der deutschen Streitkräfte zustimme, wünsche Frankreich, daß Deutschland die ge­fährlichen Klauseln des Vertrages erfüllt habe, so die Auslieferung der Artillerie und des Flugmaterials. Bisher aber hätten die in» teralliertcn Kontrollkommissionen nur den schlechten WillenDeutschlands feft- stellen können. Deshalb zweifelten die fran­zösischen Vertreter an der Aufrichtigkeit Deutschlands. Unter diesen Bedingungen sei es zweifelhaft, ob der deutsche Vorschlag von dem Obersten Rat angenommen werden könne.

Paris, 25. April. (WTB.) Nach dem Petit Journal soll dqs deutsche Verlangen, seine Arm« auf 200 000 Mann heraufzusetzen, abgelehnt wor­den sein. Jules Sauenoein sagt imMarin", die Stärke des deutschen Deeres bicibe 100 000 Mann. Aber die Polizcikräfte könnten vermehrt werden.

Tie Wiedergutmachung.

P a r i s, 24. April. (Wolff.) Davas. Aus San Remo wirb gemeldet: Heute vormittag hielt der Oberste Rat keine offizielle Sitzung ab. Ritti, Lloyd George und Millerand wer­den im Beisein des bcsgischen Ministers Hy- mans die Fragen prüfen, die sich auf die Aus­führung des Friedensvertrages von Versailles und auf die letzten d e u t s ch e n N o t e n be­ziehen. Auch die Finanzpolitik der Alliierten gegenüber Deutschland soll geprüft werden. Im Laufe der Beratung soll über den Grund­satz der Festsetzung der Summe, die Deutschland als Wiedergutmachung zahlen soll, debattiert werden.

Paris, 25. April. (WTB.) TasEcho bc Paris" berichtet aus San Remo: Ministerpräsident Millerand empfahl als Z a h l u n g s s y st e m der von Teutschland zu leistenden Ent­schädigungen allmärXid) steigende Jahre Stäh­lung en auf 30 Jahre. Keine Jahreszahlung solle jedoch geringer als drei Milliarden sein.

Tic Auslieferung unserer Flotte.

London, 25. April. (WTB.) Reuter. Die beiden modernen deutschen SchlachtschiffeO ld e n« bürg" undP o f e n", die als Ersatz für die in Scapa Floro versenkten Schifte ausgelieserl wurden, sind am 24. April im Firth of Fvrth eingetroffen.

Französische Absichten auf den Rhein?

Am st er da m, 24. April. (Wolfs.)Daily Ehronicle" r er offen richt einen Be.icht fernes Korrespondenten in San Remo, worrn es heiß:: Führende sranzöftjcbe Peinönlichkeinn suchten hin­ter den Kulissen die drei Premierin nn er zur lieberjeuginig ju bringen, daß TeutschQnd seine Verlragsverpftichtungen itidjt erfülle, daß der Rhein zur endgültigen Grenze ertärt und das Ruhrgebiet militärisch be'etzt roerb:n müpc. Doch besteht kine_ Ansicht, d^ß die eng- lychen und italienischen L-taa:smänner so roißen Ratschlägen tfrr Ohr leihen."

Amsterdam, 25. April. Wie das Reuter- jche Bureau aus San Remo meldet, gab Llond George bekannt, daß das Ergebnis seiner De> sprechungen mit Millerand in einer gemeinsairen Erklärung nicbergelegt werde, wonach Frankreich und England übereingekommen wären, daß die Be­stimmungen des Friedensverttages über die Ent­waffnung Teu tf chlands durchgeführl wer­den sollen und daß der.Gedanke einer Bese tzung des rechtenRheinufers und des R u hr - gebiets durch Frankreich verwor­fen wird.

Aus dem englischen NntcrhauS.

Amsterdam, 26. April. (WTB.) Elmrchill erklärte im Unter häufe, baß sich noch über 1 2 0 0 kriegsbranchoare Flugzeuge 11 2eut, d> land befänden, dr e i Ausl e eining gegcnroärhg tm Gange sei. Tie Mlierttn wärdni sich über die Fi:age ihrer Vernichtung versiänbigeii. Aus bi.* Anfrage, ivas De.ttfchland bisher gemäß dem Fri'- benSvertrage an Wiedergutmachungen g - leistet babe, erwiderte^atzkanzlcr Chamberlain, es seien beträchtliche Lieferungen an Schiffen. Stoblen ufro. eing g ingen, aber er fei nach ni- t in der Lage, den Geldwert dieser Lieferimg.m an­zugeben. Tie Frage, ob die englische Regierung bei der franzö'i chen wegen der A e r ro c n d u n g schwarzerTrupvenin Europa und besonders in den besetzten Gebieten Einspruch erhoben, wurde von Bonar Law verneint. Wedgewood (Arbeiter­partei- erkundigte sich, ob Bedenldn dagegen be­ständen, daß die britische Regierung gegen eine folclie Schmach brate .it-.c, enig gnctc Sonar Laro, er glaube nicht, daß es Ausgabe der Regierung sei, über eine andere Regierung ein Urteil auszu­sprechen.

Die Zurückziehung der deutschen Truppe" au» dem Ruhrgebiet.

B e r [ i n, 24. April. (WTB.) Am 20. April wurde durch den Vorsitzenden bet dem scheu Frie- bensdelegati'an den interalliierten Mächten mitge­teilt, in rocldjcr Weise und nt melden Zeitraten die Zurückziehung der beutsckien Truppen aus der neutralen Zone erfolgen solle. Tiefe Zurück- ziehu'ng bat nunmehr fta ttgefunben. Tie Truppenzahl an Offizieren und Mannschaften in der neutralen Zone beträgt nicht mehr als 17 700 Köpfe, überschreitet also nicht bie Kvps- stäfke. die unter Zugrundelegung der Entscheidmcg des Obersten Rates vom August 1919 für die neu­trale Zone sestgesetzt ist.

Das Kreditabkommen für Mitteleuropa.

Paris, 24. April. (Wolff.) Davas. Gc-stern fand eine Konferenz von Vertretern der Ententemächte und der Neutralen statt, die auf Veranlassung der britischen Regierung ein Kreditabkommen tätigen soll, um den Ländern Mitteleuropas, hauptsächlich) Polen und Oesterreich, zu Helsen. Es waren England, Frankreich, Kanada, Amerika, Ar­gentinien, Dänemark, Holland, Norwegen, Schweden und die Schweiz vertreten. Auch Italien schloß sich an, obwohl es nicht vertre­ten war. Spanien behält sich seine Entscheij- dung vor. Es handelt sich um die Lieferung von Nahrungsmitteln und Rohmaterialien.

vom Untersuchungraurschutz.

Berlin, 24. April. (Wolff.) Der Unter­ausschuß des Untersuchungsaus­schusses der Nationalversammlung, der die Vor­geschichte des Krieges zu erh llen hatte, veröffent­licht eine 120 Seiten lange Zusammenstellung der schriftlichen Auskünfte, die ihm aus eine Anzahl Fragen von im Juli 1914 maßgebenden Männern zugegangen sind. Die Angaben Beth- mann Hollroegs über die politische Haltung des Botschafters v. T s ch i r s ch k y und über den angeblichen Potsdamer ftronrat geben im all­gemeinen einen Ausschnitt aus seinem Buch zum Weltkriege. Besonderen Nachdruck legt Bethmann tzollweg auf die Audienz der serbischen Minister- piäjidenten beim Zaren am 2. Februar 1914. Nach dieser Audienz wußte P a s ch i t s ch, daß Ser­bien nicht allein bleiben würde, wenn es mar­schierte. Die Schlußworte des Zaren waren ein feierliches V:rfvrecbn:Für S rbien werden wir alles tun. Grüßen Sie den König imb sagen Sie ihm: Für Serbien werden wir alles tun." Das war, so betonte Bethmann Hollweg, die Vorberei­tung auf ben Weltkrieg, dessen die russischen Mack)t- haber zu bedürsen glaubten, um Herren der Darda­nellen zu werden. Dem Pazifismus gegenüber erinnert der frühere Reichskanzler an ben spani­schen Krieg Amerikas, den Transvaalkrieg, den japanischen Krieg Rußlands, die flolonialFriege Frankreichs und ben Tripoliskrieg Italiens und bemerkt:Daß der Krieg gegen Serbien in Be­tracht gezogen worden ist, mag vielleicht von ben Anhängern des Pazifismus verurteilt, nicht aber unter Verleumdung ihrer eigenen Geschichte von denjenigen Regierungen als Frevel Aebrandwarkt werden, deren Staatsmänner in Ver'ailleS unter- Mchn.t haben. Fürst Lichnowsky bleibt dabei, daß Tschirschky jbriegspolitik getrieben habe, wäh- Tenb andere Persönlichkeiten das Gegenteil aus­sagen.

Tie Auskünfte über bie pvlitisck-en Vorgänge am 5. und 6. Juli, ben jogeiur-uitm Pots­damer Kronrat, bringen nichts Neues. So berichtet br frühere Kriegsminister v. Falken- Hayn über eine Uatxrrebimg mit dem Kai er, dessen Frage, ob das Heer für alle Fälle bereit sei, er bejahte Auf des Kri gsministers Frage, ob n_>ch irgendwoch? Vorbereitungen zu trafen wären, habe b.r tbaier nur kurz ao ehnrnd gc- anttoortet. Eingrieio) find die Aus agci darüber, ob vor Ueberr ichung des Ultimatums finanzielle oder wirticheftii-« Dorbrnritungen KattgcfiDL.cn fjaben. Im Frühjahr 1914 war erörtert worden, daß bei einem Dreirrontenkrieg, in Nachahmung der Politik Friedrichs des Großen, Getreide- und Futtennit el gelegen roe ben müßten. Hebet dos Ergebnis tagte Geheimrat Meyde n bauer aus: Es geschah aber nichts. Mir ist nichts bekannt geworden, daß man dem ungeteiProblem

irgendwie ernstlich zu Leibe gegangen wäre Trrvt- tor Mühlon, bei Kriegsausbruch Tin fror hn Krupp, sog e nur Mts, er könne keine Angaben machen, die für Erreichung des Zwecks der Unter- suchimg o-on Bedeiltuirg wär-

B e r l i n 24 April. (WTB.) Ter Vorsitzende des varlamenwrischen 11ntersuaynug-.<iuö,dmises ber Natronachersammlung für bie Vorkriegszeit ?£bg. Tr. Guard legte den Borsitz deS Lno- fckusses niebcr, iwil sein Aillrag, Betllinaml.' Holln»og, Jaguw nnb Zimmermann nock> unmitlcl- bar nack 'Abschluß bes Parlaments mündlich über die Sck.nldfrage zu norm*timen, feine genügen!* Unterstützung fand. Tic Vertreter der Tcutfd?j Nationalen, der Temvttatcn uno des Zentrums waren gegen die Vemchinung vor der Wahl, roeil eine Erhitzung des Wahlkampfes baöirvdi befürchtet wird. Tie Abgg Quarck, Frau Boti.n-2ck>nch(Soz i und Eichilorn (USP.) waren dafür. Mcerseld (Soz.) CTitbielt sich der Abstimmtlng

?ltt» dein Ueiche.

Aufhebung der Standcsvorrechtc deS A'>els in Preußen.

Berlin, 21. April. (Priv.-Tel.) Den Abendblättern zufolge wurde in dec gestrigen Sitzung des preußischen Staalsminlfteriums der Gesetzentwurf über die Aufhebung der S t a n d e s v o r r c ch t c bes Adels und die Auflösung ber Dausvermögen angcnoiw men. Danach werben die auf dem öffcntlidjen Recht Preußens bestehenden Vorrell;te des bisherigen Adelsstandes einschließlich der Vor­rechte in Artikel 57 und 58 des Einsühcungs- gesetzes zum bürgerlichen Gesctzbuck) der ge­nannten Familien sowie des herzoglich hol steinischen Fürstenhauses und bet Mitglieder dieser Familie aufgehoben.

Vor den Wahlen.

Berlin, 26. 2lpril. Tcc WahlkreiSoerbono Berlin ber Deutschen Aolksparter hielt gestern eine Versammlung ab, in der Strese- mflitn sprach. Tie Kapv-Epif i irooem gut gewesen, als man dadurch ciTtgefcIjeu Ixtbc, daß mit Baionetten bei uns nichts zu erreichett sei. Wenn man jetzt aber die EftMwhncrwehren auslöle und d?s Proletariat bewaffne, bann werden bi uns b:ehlb?n Verhältnis e ein treten loie tn RUß- laub. Wir müßten für bie nächsKNl Reichstags-' wählen die bürgerlichen (Elemente stärSen, welch-r Partei sie auch immer angeboren.

Berlin, 26. April. In einer soz ia!<- bemokratischen Parteivcrsammlung von Tcltow-Beslow ivurbc gestern aus geführt, daß jchon aus rein praktischen Ettoagütigen, insboso!.- bcrc aber ans grundsätzlicher Gegner chast bie So- zialbemokratie sich gegen die Diktatur wenden müsse. Gerade durch bie Ablehnung ber Diktatur bei bem Kapp-Putsch in Berlin sei l veiler es Blut­vergießen wrntiebm worden.

NeichStagskandidaten der demokratischen Partei.

Berlin, 26. April. Nach bem Berliner Lok.-?lnz." hat bie demokratische Partei bes Wahlbezirks Magdeburg-Anhalt für die Reichslagswahlen folgende Kandidaten an die Spitze ihrer Liste gestellt: Reichsminister a. D. Schiffer, Führer des Bauernbundes Böhme, Regierungspräsident Pohl­man n-Magdeburg, und Handelskammer- Syndikus Dr. Rudolf Rausch-Dessau.

Die demokratischen Kandidaten für Hessen-- Nassau.

Marburg, 25. April. Die heule hier ab» gehaltene Vertveterverfarnrnlunz ber Tvuii'djen De­mokratischen Partei für den Wahlkreis Heyen-Nas­sau stellte folgende Kandidaten für bie Reichs - tagsroa hl auf:

1. Walter Schücking (Marburg), 2. Land­wirt Trieschmann, 3. Rercksminister a. D. Hugo Preuß, 4. Dr. Anna Schultz (Frank­furt a. M ), 5. Pfarrer P h c l i v v i (Wiesbaden i, 6. Oberlyzeumsdivektor Dr. Friedrich (Kassel), 7. Handelskammersyndikus Tr. Trumpler (Frankfurt a. M.), 8. Postsekretär Kaufhold sHanau), 9. Lehver Wickel (Oestrich), 10. Frl. Käthe (Kassel), 11. Bürgermeister Kappel (Hachnllmrg), 12. Landtagsabg. Dr. Hufnagel (Arolsen?, 13. Frl. Grete W a ß m a n n (Efchwege), 14. Angestelltensekretär Geßner (Frankfurt am Main), 15. Frau Pfarrer Löw geb. Naumann (Simmersbach), 16. Landwirt Joh. Heinr. Nau (Beltershausen, Streis Marburg), 17. Fabrikant Privat (Friedrichsdorf), 18. Stadtverordnete Frl. Alma Münck (Diez', 19. Ober-Jng. Rötb (Biebrich, 20. Justizral Dr. Albert Helfs (Frankfurt a. M.).

Beschlosscni wurde, an den Parteivorstand in Berlin die Aufforderung zu richten, ben Innung-- obermeister Kniest (Kasiel- aus die R e i ch s l i st e zu fetzen.

Das Loch im Westen verstopft?

Berlin, 24. April. An zuständiger Stelle wird erklärt, daß die West grenze vollkom­men in der Hand ber R e i ch s r e g ier u n g sei, und daß auch die Aussicht bestehe, das gleiche (Ergebnis für die Südgrenze zu erzielen.

Ein Heringsabkommen mit Norwegen.

Berlin, 24. April. (WTB.) Jrn Auswär­tigen Amt wurde ein treues Heringsabko m- men mit Norweg e n unterzeichnet, das bie Siefenmg von einer Million Faß Heringen zum Höchstbttrage von ungefähr 49 Mlllionen Kronen Vorsicht. Mit bem Kaufvertrag ist ein Finanz­abkommen verbunden, in bem Teutschlanb die Kaufsumme mit Laufterm irren bis zu zehn Jahren kreditiert wird.