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Albanisch-serbische Kämpfe.

Rom, 24. Aug. (WTB.^ Stefan. Wie der TenrpS" berichtet, haben die Albaner bei Tibru einen Sieg über die Serben errungen. Tie Serben sollen 2000 Mann, mehrere Geschütze und tzalflr.iche Mash-Meng«w.hre ri.igebüht haben. Meh­rere Gefangene hatten erklärt, sie hätten sich des­wegen ergehen, weil sie den Weisungen von Belgrad nicht willenlos folgen wollten. Tie Serben seien über die Grenze zurückgeworfen worden, die sie trat 16. Juli überschritten hätten. Tie Regierung von Ärana habe ihren Truppen den Auftrag er­teilt, die im Jahre 1913 festgesetzte Demarkations­linie nicht zu überschreiten, ixt btt Regierung die Antwort auf eine nach Belgrad gerichtete Rote über este Demarkationslinie abwarten wolle.

Aus dem Reiche.

I Staatsbürger. Zu dem Verbot der OrgMnsatton Escherich durch die preußische Regierung Stellung zu nehmen, lag bei dem föderaliitilchen Charakter beä1 Reichs für die Reichsregierung kerne Veranlai- sung vor, da die 5>andhabung des Vereens- und VersammlungSrechrs in den Hfaden der Umber liegt und cs den Beteiligten frei geht, über ixe Rechtmäßigkeit des Verbots gerichtltä)c oder ver­waltungsgerichtliche Entscheidung l-erbeiznfuyren.

Eine neue Bewegung im Ruhrgebiet.

Berlin, 24. Aug. Die Abendblätter melden aus Essen: Die B e rgar bei ter v e r b an do haben den Lohntarif im I^hrbergbau ge­kündigt und fordern eine Lohnerhöhung von 6 Mk. pro Schicht für Untertagearbeiter unb 65Ps. pro Stunde für llebertagearbeiter. Auch die A n- gestelltenorg anifationen haben den Lohntarif zum 31. August gekündigt.

Prämien für Waffenablieftrung.

Berlin ,24 .Aug. (Wolff.) Wie der Rekchs- lomnrissar für Entwaffnung zu der Aus­führungsbestimmung des Entwa'fnungsgesetzies er­gänzend mitteilt, werden für schnelle Ablieferung der Waffen Prämien ausgesetzt werden. Es werden für die erste Ablieferungszeit vom 15. 9. bis 10. 10. für jedes abgelieferte Gewehr bzw. Karabiner 100 Mk. gezahlt werden. Für die Zeit vom 10. bis 20. Oktober beträgt die Prämie 50 Mk. Für die anderen Waffen werden entspre­chend höhere ober niedrigere Summen bezahlt wer­den.

Berlin, 24. Aug. (WTB.) Der Reichs­präsident erliefe folgerten Ausruf: An das deutsche Volk! Tas Gesetz über die Ent­waffnung ist in Kraft getreten. Tie erforder­lichen ersten Ausführungsvorschriften sind mit Zu­stimmung des Reichstagsbeirats festgesetzt. Geboten ist jetzt, das deutsche Volk auf die schwere Bedeu­tung der Gesetzes hinzuweisen. Die Verpflichtun­gen, die wir durch den Friedensvertrag und die Vereinbarungen von Spaa übernehmen mußten, verlangen das Entwaffnungsgesetz. Unabsehbar sind die Folgen, wenn die Entwaffnung nicht gelingt. An alle Volksgenossen geht die Forderung, die Waffett herauszugeben. Wer sein Vaterland nicht neuerlich infolge der Nichterfüllung des Friedens- verttages in schvere Gefahren stürzen will, darf sich der Forderung der Waffeitabgabe nicht ent­ziehen. Die Befolgtmg der Vorschriften, die zur Durchführung der Wafsenabgabe erlassen werden, ist gebieterische Notwendigkeit. Tie Entwaffnung der Bevölkerung ist für uns Zwang und gleichzeitig Lebensfrage. Tie Waffen­abgabe wird gleichmäßig und unparteiisch gegen jeden durchgeführt, mag er in seiner politischen Anschauung rechts oder links stehen. Wer säumig ist uns wtderwtllig bleibt, den muß die schwere Strafe des uns in Spaa abgeforderten Gesetzes treffen. Wir müssen durch die Tat auch hier den festen Willen zur Erfüllung der übermnnmenen Pflichten beweisen, sonst drohen uns neue schwere Belastungen, die unser gesamtes Wirtschaftslebein vernichten würden. Berlin, den 21. August 1920. Ter Reichspräsident: Ebert. Der Reichskanzler: Fehrenbach.

Die Ausführungsbestnmnungen zur Entwaffnung.

Berlin, 23. Aug. (TRllff.) Der Reichskom­missar für die Entwaffnung erläßt die erste Ausführungsbestimmung zum Gesetz über die Entwaffnung der Bevölkerung. Es werden die Gegenstände aufgezählt, die als Militär- to a f f e n anzusehen seien, und der Begriff der Militärmunition festgelegt. Sämtliche Vereinigun­gen, die Militärwaffen oder Munition im Besitze oder im Gewahrsam haben, müssen diese bis zum 1. 10. 1920 .bei den zuständigen Landes- (Bezirks-) Kommissaren unter Angabe des Ortes, wo die Waffen sich befinden, der Art ihrer Aufbewahrung sowie ihre Zahl und Art arnndben. Ort und Zeit der Ablieferung bestimmt der Reichskommissar. Anzumelden sind auch die im Besitz von Privat­personen oder Firmen befindlichen Militärwaffen. Tie Ablieferungspflicht erstreckt sich auch auf solche Personen, die aufgrund eines Waffenscheines Mili­tärwaffen, abgeänderte Militärwaffen oder wesent­liche Teile von diesen im Besitze oder im Gewahr­sam haben. Von der Ablieferung der Waffen ist nur die Reichswehr und die zur Ausübung ihres Berufes mit Waffen versehene Beamten­schaft befreit. Die abgelieferten Waffen sind un­verzüglich zum Gebrauch untauglich zu machen und an die vom Reichs Kommissar bestimmten Stellen abzuführen. Wer von Waffen-- und Muni­tionslagern im Sinne des Entwaffnungsgesetzes Kenntnis hat oder erhält, hat unverzüglich dem zuständigen Landes- (Bezirks-) Kommissar An­zeige zu erstatten. Tie Bestimmung findet keine Anwendung auf Mitglieder der anmeldungspflich­tigen Vereinigungen. Tie Bestimmungen treten mit dem Tage der Verkündigung in Kraft.

Aus dem Reichskabiuett.

Berlin, 24. Ang. (Wrflff.) In der 'heutigen Kabinettssitzung berichtete der ReichSmini- fter dcS Innern Koch über seine Reise ins besetzte Gebiet. Er 'ffcb hervor, daß sich in zMreichen Besprechungen mit den Angehörigen aller Parteien und Bevölkerengsschichten die kraft­volle Entschiedenheit ergab, womit die Bevölke­rung an dem Reiche fe sichelte. Durch be­wußte und tendenziöse Pvvpagcv^da die Bevölkerung auf ihre nationalen Pflichten h-insuweisen, sei un- zneckmäßig und werde von allen Kreisen ima> Par­teien deS besetzten Gebietes entschieden abgekhnt. Tagegen sei es von der größten Bedeutung, die Hohe bodenständige deutsche Kultur des Rheinlandes zu fördern und dadurch den Zusammenhalt des Rliernlandes mit der deutschen Kultur zu starken. Heber die Wege habe er sich mit den Führern des Bildungswesens, der Kunst, des Sports und der Jugendpflege eingehend bespnochep. Ferner sei eine Reihe wirtschaftlicher Beschwerden, die dem Reichs­minister gegenüber geltend gemacht wurden, den zuständigen Ministerten zur Berücksichtigung über­wiesen worden. Endlich wurden die burd) die starte Besetzung des Rhembandes hervor gerufenen Be­schwerden und alle darüber mit der interalliierten Kommission geführten Verhandlungen des Reichs- ijwrrifteri erörtert.

Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Tas Reichs- kabinett befaßte sich in der gestrigen Sitzung mit der Behandlung derOrganrsationEsche- rich. Tie Reichsregierung war einstimmig der Asfficht, daß dieser Organisativn keine Aus­nahmebehandlung sm gewahren sei, unb daß der Reichstmmissar für bte Entwafftnmg die Angehörigen dieser Organisation bei der Durch führung der Entwaffnung schon mit Rücksicht auf beu Friedensvertrag und die Abmachungen von Spaa nicht anders zu behandeln habe als ander>

Aus dem besetzten Gebiet.

Der Verkehr am Rhein.

Berlin, 24. Aug. (WTB.) Wie wir hören, äußerte der Reichsminister des In­nern bei Besprechungen in Köln sein Be­dauern darüber, daß sich die deutschen Touri st en von Wanderungen am Rhein jetzt abhalten lassen. Es sei gerade in der gegenwärtigen Zeit erwünscht, daß die deutschen Touristen soviel wie möglich am Rhein wandern. Ebenso bezeichnete der Retchs- minister es als wünschenswert, daß so häufig wie möglich KongresseundVersamm- lungen in rheinische Städte gelegt werden.

Französische Gewaltjustiz.

Paris, 24. Aug. (Wolff.) Die Liga für Menschenrechte veröffentlicht eine Erklärung zugunsten eines in St. Ingbert in der Pfalz verurteilten Bürgers namens Johann Burger, der zu 10 Jahren Ge­fängnis und 20 Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt worden ist, weil er angeblich einen französischen Posten belästigt haben soll. Burger sei. unschuldig und seinem Verteidiger sei nicht die Möglichkeit gegeben worden, vier Entlastungszeugen zur Verhandlung zu laden. Die Liga für Menschenrechte hat von der Re­gierung die Revision des Urteils und zuerst die Begnadigung des Verurteilten verlangt. Auf neun Briefe habe der Kriegsminister nur mit einem einsachen Schreiben geantwortet, daß ote Angelegenheit geprüft werde. Wenn die Angelegenheit nicht in kürzester Frist eine günstige Lösung gefunden hätte, so werde die Liga für Menschenrechte die öffentliche Mei­nung sich mit der Angelegenheit befassen lassen. Selbst einem Deutschen gegenüber schulde man Gerechtigkeit.

xiri

** Amtliche Personalnachrichten Ter JTreiSöireftor des Kreises Erbach Dr Eugen Kranzbühler wurde mit Wirkung vorn 1 .April 1930 an zum Hessischen StaatMimmissar beim Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete ernannt. Ernannt wurde am 18. 9Iug 1920 per Notar mit dem Amtssitz in Nieder-Olm Friedrich Karl Bohn aus Alzey mit Wirkung oom

A«s Stadt und Land.

Gießen, den 35. August 1920.

Aufhebung der Reichsfteifchkarte.

Vvm 30. August ds Is. an '.Derben feine Fleischkarten mehr für die Landgemeinden des Kreises ausgeaeben. In den Landgemeinden des Kreises sind Fteisth unb Ffeffchwaren von den Metz­gern nur auf Kundenlisten ausiugeben. In die Kundenliste hat der Metzger alle Haushaltungen und selbstäiidige Einzelpersonen einsutragen, die bisher schon regelmäßig Fleisch aus fernem Geschäft bezogen haben oi.w die Eintragung mit der Er­klärung beantragen, daß sie künftig ihren Fleisch­bedarf bei dem betreffenden'Metzger decken wollen. In denjenigen Gemeinden, wo die Fleischausgabe abwechselnd durch ixe an ber Fleischverfagung be­teiligten Metzger erfolgt, 'hat die Führung der Kunoenliste durch die Bürgermeisterei zu erfolgen. Tie Metzger fertigen sich hier eine Abschrift an, die vor jeder Ausgabe von Fleisch mit der von der Bürgermeisterei zu führenden Liste zu vergleickren ist. Tie Kundenliste unterliegt der lieberivachung durch die Ortspvli-eibehörde, letztere kann eine Döchstzahl von Künden für itixn Metzs-er festsetzen. Die Eintragung in die Kunoenliste mehrerer Metz­ger ist verboten. Dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen bfeibt es überlassen, Kunden- listen einzufuhren ober die Gemeindefleischkarte bei» zicktehalten.

Lebensmittel.

** Fleischp reise. Laut Beschluß oer Städtischen Lebensmitteldeputation werden die Fleischpreise mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt: Rindfleisch 8Mk., Hammel­fleisch 8 TO., Kalbfleisch 6,50 Mk. für das Pfund.

**Ausgabevon Rindergefrier­fleisch. Freitag nachmittags und Samstag den 28. August gelangen in den hiesigen Metz­gergeschäften auf die Fleischmarke der 34. Woche 250 Gramm Rindergefrierfleisch zu 4,75 Mk. zur Ausgabe. Die Ausgabezeit ist unbedingt einzuhalten.

** Kartoffelpreis. Der Kartoffel­kleinverkaufspreis wird mit sofortiger Wir­kung auf 35 Pf. für das Pfund herabgesetzt. Es findet bis auf weiteres markenfreier Verkauf in den amtlichen Verteilungsstel- len statt.

**Städt. See fisch markt. Morgen, Donnerstag ftüh treffen wieder lebendfrische Seefische (Nordseeware), wie Kabeljau, Schell­fische, Seehecht und Rotbarsch ein und kommen von 8 Uhr ab in den Marktlauben zum Verkauf.

Veranstaltungen.

Mittwoch. 81/. Uhr, Cafe Leib: Oeffentl. Versammlung des Gießener MieterveremsDas Wohn- und Mieteinigungsamt". Lichtspiel- h<rus: Alkohol. Lichtspiele: Tie Marchese b'Ar- miani. Einhorn, 8V2 Uhr: Gastspiel Buchwald. 5?^' 8 Uhr: Medick-Meibingersche bähe» rffche Musik- und Possengestllschast.

1 September 1920 zum Rotor mit dem Amtssitze in Mainz Tie Ernennung des Herrn Geh. Iustizrats Rechtsanwalts Tr. Jäger in Darm­stadt zum Notar wurde auf besten Wunsch wieder zurückgenommen.

** Stadttheater-Abvnnement. Im Anzeigenteil finden sich bte Bedingungen des Abon­nements für die Spielzeit 1920/21. Wir entnehmen daraus besonders, daß die Spieltage der Vorkriegs­zeit wieder hergestellt sind; wir werden also wieder am Tienstag, Mittwoch und Freitag Theater ha­ben, während in den letzten Wintern an die Stelle des Tienstag der Montag, an die Stelle des Frei­rag der Samstag getreten und der Mittwoch als Abonnementstag ganz ausgefallen war. Ter Vor­zug des Alwimements besteht in um Va billigeren Preisen und in der Annehmlichkeit fester Plätze. Mancher Abonnent, der bisher mit toeniaer guten Plätzen infolge des Platzmangels vorlieb nehmen mul>te, wird wohl aüf den noch ganz unbesetzten Mittwoch übergehen.

** Kerbsabend. In einem Vortragsabend in der neuen Aula der Universität am Montag den 30. August, zu dem der Bund zur Pflege von Musik und Literatur eudäbt, wird Rudolf Korbs unter dem zusammenfassenden Titel: Liebe, Ge­nius, Gott Dichtungen aus der Bibel, besonders Psalmen, von Ewethe, von Nietzsche, besonders aus Zarathustra Md aus neuerer Lyrik vortragen. An- febenb mit dem in die satte Farbenpracht des Orients getauchtenLied der Lieder" führen die Dichtungen des ersten Teils von der rein sinn­lichen Liebe bis zur Liebe in höchster Vollendung. Dem Martyrium des Schaffenden güt der zweite Teck, der die Tragik btofetegt, aus der das künst­lerische Schaffen geboren wird und die das Schaffen begleitet. Der dritte Teil führt aus den Niede­runsen erkenntnismäßiger Zweifel, aus den Tiefen seelischen Jammers imrch Gottsehnsüchtige hin­durch enger zu sieghafter Gottesgewifeheit. So bieten die einzelnen Teile, auch unter sich ver­bunden, geschlossene GedcmkenMsammenhänge. An der Vortragsweise von Ritoolf Kerbs, der jüngst auch mit großem Erfolg in der Universitätsaula in Marburg gesprochen hat, rühmt die Presse übereinstimmenddas wundervoll klare und modu­lationsfähige Organ, die Durchdringung des Stoffes, die seelische Vertiefung". Den Vorverkauf hat die Musikalienhandlung Challier übernommen. Mitglieder des Bundes zur Pflege von Kunst unb Literatur und der Literarische Gesellschaft, die zugleich hierdurch eingeladen werden, erhalten auf allen Plätzen eine Ermäßigung von 1 Mark.,

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walrarbeiten ist die Sttecke des Wetzlarer weges zwischen der Frankfurter Straße und K l i n i k st r a ß e für Fnhrwevks- und Rcto- fahrverkehr bis auf weiteres polizeilich gesperrt.

** An die Arbeitgeber, die Gefan­gene beschäftigen, wendet sich eine Bekannt­machung der Direktion des Kriegsgefangenenlagers Kassel im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes.

** Tie Maul- und Klauenseuche ist amtlich festgestellt worden in Gießen in zwei weiteren GeWfeen. Es werden gebildet einS p e r r- bezirk, bestehend aus der ganzen Gemarkung Gießen, sowie ein Beobachtungstzebiet, bestehend aus den Gemarkungen Wiessck unb Schiffen berg. Tie Erlaubnis zum Fahren mit Klauenvieh in­nerhalb der Gemarkung wird mir unter besonderen Bedingungen genehmigt. Tie Maul- uni> Klauenseuche ist ferner in Langd aus ge­brochen. Es ist ein Sperrbezirk für bte Ge­markung Langd, unb ein Beo-bachtungsgebiet für die Gemarkungen Rabertshausen mit Ringels- hLusen und Hof Graß gebildet.

Landkreis Gießen.

-m. Hungen, 24. Aug. Im benachbarten Roicheim machte am Sonntag ein junger Mann einen Selbstmordversuch,, indem er sich zwei ftugeCn in den Kopf schoß. Tie Kugeln blieben aber in der Schädeldecke stecken. Man brachte den jungen Mann in das hiesige Krankenhaus, wo er schwer krank bamieberliegt. Was den LebensmiLen zu dieser Tat trieb, ist unbekannt.

Kreis Büdingen.

Nidda, 23. 9hig. Ter kürzlich von hier gemetbete Einbruchsdiebst-ahl in die Vorratsräume des Metzgermeisters Rudolf "Nings^hausen ist nun aufgeklärt. Als Täter sftrd drei junge Männer von Schotten ermittelt worden, wovon einer, ein Weißbinder, im vorigen Jahre in den Gebäuden des Metzgers R. gearbeitet hatte und dadurch mit den Einrichtungen vertrant war.

X Orten berg, 36. Aug. In einer in voriger Woche afegebattenen Versammlung der Be­amten Vereinigung wurde beschlossen, erneut an die Regierung wegen Verbilligung des zu^- tetlten Dolzes b-w. wegen einer gerechteren Verteilung i«d Preiseslsttzung des Holzes heran- zutreteu. Auch die Versorgung der Mitglieder mit Obst wurde beraten.

Kreis Alsfeld.

vz. Maulbach, 24. Aug. Hier brach kürz­lich ein Dienstboten streik aus. Nach 6 U'hr nady- mittags stch man die Knechte und Mäc^e über die Dorfstvaße spazieren gchen, während il/ve Herr­schaften, rnxh fest mit Erntearbeiten beschäftigt wä­re«. Ter Streik sollte aber bald eat tragisches Gnde Hnixnc. Während die Timst boten sich wie­der nachFeierabend" mit Spazieoer^ckhen ver- snfegien, erschienen plötzlich mehtere Väter aus einem benw^bartat Orte, holten sich ihre Töchter aus den Rechen der Spaziergänger heraus, unb Ao" rcgirete es Träftig Maulschellen. Mit den Worten, daß sie in den Erntearbeiten um biefe 3cü auch noch nicht Feierabend hätten, machten sie chre Töchter auf Ihre Pflichten als Dienstboten «ffmerffam. Seit dieser Zeit hat man in bfeftger Gemeinde von einem Tienstbotenstreik nichts wte- der gehört.

Kreis Lauterbach.

_ D Schlitz, 24. Aug. Ter verstorbene Apo­theker L. Gaerth hat in seinem Vermächtnis dem hiesigen Turnvevem einen größeren Geldbetrag vap gewiesen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Oberstadt, 22. Aug. Die schweren SchÄvn, welche bte Gewttter und der verheerertde Hagelschlag des vorigen Jahres dem Modautale gebracht haben, sind mmmehr soweit wieder aus- aeglichen, chs durch die großen Opfer in gemein» $emeinben das Bachbett und bie Verkehrswege, Brücken usw wiederheraestellt sittd imb auch die Staatsbeihilfen an b?e Gefchatngten m den einzelnen Gemeinden m bar zur AuszKrmg gelangt sind, die in mandyen Gememden 70000 Mk. und mehr ausmachen.

Hessen-Nassau.

mc. Frankfurt a. M., 24. Aug Den Frankftrtter Bankangestellten wurde für die ^Dnf^ dlligust eine Teuerungszulage

non 100 bts o50 Maack je nach Mer imb Geschlecht iwm <-chlichtungs«usichuß zuerfoiint.

me. Frankfurt a. M., 24 .Aug. Tie heutige S tadtveror d ne ten-V-rr sam m- I u n g stand wieder unter starker Bewachung durch, die Sicherheitspolizei. Da vor dem Haus groß;> Ansammlungen von Erwerbsl-osen stattfanden, bie, trotzdem sie feine Eintrittskarte besaßen, Einlatz begehrten, hatte der Vorsitzende zur Sicherheit bie Plstizeimannschaften kommen lassen. Die Er­werbslosen gaben sich aber schlieUich zuftieden und gingen ohne Störung auseinander. Ms wich, tigsle Vorlage behandelte die Versammlung bitl Teckungsfrage der durch bie Erhöhung der Ax. beiterlöhne noch unausgeglichenen 31/2 Millionen, Es wurde demgemäß einer Fr em den steuer zu gestimmt, ferner bie ErhöhungderStrom- preise von 3.50 auf 3.80 Mk. pro Kilowattstunde und der Gaspreise von 1.20 auf 1.23 Mk. pw Kubikmeter gutgrheißen. Die Erhöhung derStraßenbahn- ta r if e lehnte die Versammlung als unsozial ab. Dadurch bleiben 3 Millionen ungedeckt, für bie einige Stadw-erorlmete u. a. eine Autamobil-, An­lagen- und Park-, Kavier- und Straßmpflaster- steuer Vorschlägen, was aber beim Magistrat keine Gegenliebe fand. Wie sehr das Bevantworttings- gefM gewisser Kreise geschwunden ist, geht aus der Mitteilung des Frankfurter Stadtverordneten- Vorstehers .Hoch hervor, daß in der letzten Sitzung von der Galerie in den Saal durch ErwerbÄost fleine P ill-e n geworfen wurden, durch die meh­rere Mitglieder des Kvllegiums am Erbrechen er­krankten. T«s ist anscheinend diemoderne" Art, Forderungen durchs setzen.

mc. Hanau (Main), 22. Aug Das Ge­schäft in Golbwaren unb Edelsteinen ruht noch vollstünbig. Tie Käufer bleiben nach wie vor aus und bte Fabriken flogen über Ar- beitsmangel, rote er währenb der scAechtesten Zei­ten dos Krieges nicht zu bemerken war. Trotz der in Aussicht stehenden Messe für Gold und Edelsteine in Stuttgart ist eine Geschästsdelebung bisher noch nicht eingetreten. Nur bie bisher fab leibe Tendenz für Silber und Diamanten Hal einer kleinen Befestigung Platz gemacht, ob btefetb aber von Tauer ist, vermag man in heutiger Zeil noch nicht zu sagen.

Hochschnlnachvichten.

Deutscher Freistuöenteutag.

Marburg, 22. Aug. Born 31. .Juli bis 3. August fand in Marburg der 15. Freistuden­tentag statt. Zahlreiche Vertreter der freifhitfcn* tischen Organisationen waren von den einzelnen Hochschulen erschienen. Das Programm, das von der Notwendigkeit der Besinnung auf die Idee der Hochschule ausgeht und bie tätige Mitarbeit zu ihrer Verwirllichung forbert, ist neu famuliert worden. Ein Aktionsprogramm,- bas bie Grundlage der praktischen Tätigkeit für die einzelnen Orgrstisatio- *nen bildet unb die Errichtung von staatsbürger- lickien Arbeitsgemeinschaften, ferner soziälstuden- tische Betätigung, Bilovngsarbeit in Arbeits­gemeinschaften, wirtschaftliche Selbsthilfe und tätige Mitarbeit an der Hochschulreform verlangt, ist ge- schaffen worben. Man beschäftigte sich ausführlich mit den freibeutschau, akademischen Verbänden. Dv Gemeinsamkeiten wurden herausgestellt imb bit Notwendigkeit eines Zusammengehens in allen studentischen Fragen betont.

Nus dem AmtsverkilndiMngsblatt.

** Tas Amtsverkündigungs blaü Nr. 120 vvm 24. August enthält: Aushebung ba ReichsfleischParte. Versorgung der land.virt- sckastlichen Arbeiter. Er.r erbstosenf Lr sarge: hier: Nack Weisung für den Monat August. Viehseuchen. Tienstnacheichten.

Maul- und Klauenseuche.

Tie Maul- und Miuenseuche ist amtlich fest- gestellt: 1. in Londorf. Es wirb gebiktet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarckung Londorf, ein Beobcrchtun-sgebiet, bestehend aus der Gemar­kung Allendvrf a. Äxr.: 2. bei GH ünin gen. Es roiro ein Sperrbezirk, bestehend aus der Qtemarlung Grüningen gebildet. Tas Belobachtungsgebiet bleibt untxränbert; 3. in Hungen. Es wird gebildet ein Sperrgebiet, bestehend aus der Viehweide Tier­garten in Gemarkung Hungen, ein Beobachtungs- gebiet, bestehend aus der Gemarkung Hungen im übrigen und Billingen. Das Fahren nrit Rinder- geipcmn östlich der Straße Hungen8iHingen ist en Gemarkung Hungen verboten.

In Bernshausen u. Uetzhattsen ist die Maul- und Klauenseuche <rasgckwchen. Tie Ge­markungen BernSfausen und Uetzh^nlsen werden &tt Sperrbezirken erflärt. Das B«oixufaragsgebiet umfaßt folgende Gemeinden: Niederstoll, Wllloss, Hutzdvrf, Fvau-Rvmbach, Sandlofs. Queck, Rim­bach, Unter-Schwarz, Ober-Wegfur/h, Unter-Weg­furth, Pfadt, Uellershausen, Hamtersh.ru sen und Hemmen. In Ilbe shau sen ist bie Maul- unb Klauenseuche mrsgebrochen. Tie Gemarkung Ilbes'hausen ist zum Sperrbezirk erklärt worden. Tas Beobachtungsgebiet umfaßt die Gemarkungen LMrzenhain, IlbÄhäuser Waldgemarkung, Grebäl- 'fxiin, Vaitshain, Nösberts und AltenscAirf. In den Gem-vinden Eichen rod, Herbstein und Hopfmannsfeld ist die Mcsll- Klauenseuche ausgebrochen. Tiefe Orte sind Sperrbezirken twÄärt worden. Tie Orte W schlrtt, Eichelhcmr, Engelrod, Dirlammen, Wn, Ilbeshausen, Rixfeld unb Hörgenau b'Sx^ Beobachtungsgebiet. In Holzhausen mw Okarben, Ober-Florstadt und Burg- Gr äsen rode, Nieder-Wöll stabt ist bie Maul- und Klauenseuche amllich festgestellt worden. Tie genannten Gemeinden und Gemarkungen wer­den zum Sperrbezirk effllärt. InS BeodachtuNtzs- gebiet fällt bte Gemarfung G-rvst-Karbeit. Zu der Gemeinde Hochelheim ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrvchen. Unter dem View bestände des Landwitts Fr. Koch in Oberwet- ma c «st die Maul- und Klauenseuche ausgebwchen.

Die Versorgung der landwtrt- schaftlicheu Arbeiter. Tie lmtowirtsafat-. lichen Arbeiter haben am manchen Stellen neben ihrem auf Grund des Tarifvertrages ihnen W stehenden Deputat noch bie Selbstverforgerration mit monatlich 12 Kg. Brotgetreche, 5 Kg. Gerste unb 5 Kg. Hafer beansprucht Nach^ 8 8 der Retchs- netreibcDrbeumg vom 26. Mai 1920 (Reichs-Ge­setzblatt S. 1028) im letzten Absatz sind Natural- berechtigte, soweit sie als Lohn Getreide oder dessen Erzeugnisse $u beanspnkchen haben, Selbstversorger. Diese Kkffse der Selbstversorger (Deputalempfän-- gerl darf, nach § 8 Msatz 1 Ziffer 2 a. a. O. als Selbstverfagerration die in den Tarifverträgen festgesetzten Teputatmengen erhalten, auch soweit, sie bie im übrigen festgeestzte Sdbfaeriorgerratiön, von monatlich 12 Kg. Getreide, 5 Kg. Gerste unb