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Der iiegener erscheint täßlich, außer Sonn- und Feiertags.

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Monatlich Mark 3.60 ehbMk.- 65Trägcrlohn, oierleljährlichMark 10 80 undMk.l.gSTrägerlohn- durch die Post viertel­jährlich Mark 12. ausjchlieblich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüste: für die Schrifttestung 112; Derlag.Gejchasisstelle 51. Anschrift für Druhtnach. richtens Ln»ei§er Lietzen.

pastscheeS»«.

$ranffurt a. M. U6S6

Erstes Blatt

170. Jahrgang

Mittwoch, 25. August 1920

General-Anzeiger für Oberhesten

Druck und Verlag: vrtchi'lche U»iv. Such uni« Stdndrwferei H. Lange. SchnfUeivmg, 6cf*5fte*elk imü Druckerei: Zchvlstrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Taqesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derkindlichkeit. Preis für l mm YSHe für Anzeigen t>. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts

45 Pf.; für Ncklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz.

Vorschrift 20°, Aufsehlag. ^aovtfchrrfUeetae- Au». Boch. Derautwortlich für Politik: Aug. Boetz; für den übrigen Teil: Dr. Bemhald 3«X6; für den

Anzeigenteil: fi. SeA, sämtlich in Bietzen.

Vie Befreiung Aegyptens.

Aus Lonvon kommen verschieDentliche Meldungen, oie britische Regierung habe sich entschlossen, Aegypten zu räumen! Zu räumen mit fast Der gesamten Besatzungsarmee, mit Den englischen Zivilbeamten, mit den eng­lischen Zollwächtern uno Steuereintreibern. Die Nachrichten erschienen erst so unglaublich, Daß man versucht war, einen Bluff anzuneh­men, wenn man sich nicht erinnerte, Daß Eng­land kurze Zeit nach dem Burenkriege, d. h. narb der Vernichtung der burischen Selbstän­digkeit plötzlich in Südafrika eine Politik der Milde, der Großmut und offiziellen Uneigen­nützigkeit einleitete. In Aegypten herrscht seit 18 Monaten volle Revolution.Aegypten für die Aegypter" war das Feldgeschrei, mit dem die Studenten von Kairo am 9. März 1919 iq den Ausstand traten unb eine große Det- monftration unter Mitwirkung der Volks­massen veranstalteten; doch wurden die De­monstrationen unter Blutvergießen von briti- ichen Truppen unterdrückt. Gefährlicher für die englische Herrschaft wurde die Bewegung erst, als sich die Aufständischen anschickten, durch Sabotage den ganzen Verkehr des Lan­des, insbesondere den Eisenbahnbetrieb lahm­zulegen, was auch zu einem großen Teil ge­lang. In Unter- und Ober-Aegypten wurden die Eifenbahnzüge allenthalben angehalten, die Schienen aufgerissen, die Lokomotiven zer­stört. Jv Wasta wurde der englische Eisen- bahnpräfident von der Menge getötet, seine Frau entkleidet durch die Stadt geschleppt, und nur mit Mühe infolge der Intervention eines Eingeborenen vor dem Tode errettet. Im Süden wurden noch schwerere Ausschreitungen verübt. Der Luxor-Kairo-Expreßzug, der mit Offizieren und Pflegerinnen besetzt war, wurde von der wütenden Menge angegriffen, i>ie unter den Passagieren ein Blutbad aw- richtete. Bei Der Ankunft fand man die Lei­chen von sieben verstümmelten Offizieren.

Seit jener Zeit finü in den Städten des Nillandes säst an jedem Freitag Demonstra- lionen^Umzüge und dergleichen an der Tages­ordnung, die niemals ohne eine Anzahl Toter unb Verwundeter ablaufen, denn der Eng­länder ist mit scharfem Schießen schnell bei der Hand. An jedem Freitag, sobald am Vor­mittag die Bevölkerung aus den Moscheen slröml, bilden sich dort unter Teilnahme aller Volksschichten, hauptsächlich der Studenten, Umzüge, die sich durch die Straßen bewegen unter den Rufen: Es lebe das freie Aegypten! lieber mit England! Und immer neue Metze­leien waren die Antwort der Engländer. Ueberall wurde das Kriegsgesetz und der.Be­lagerungszustand eingeführt. Die Gefängnisse lind überfüllt.

Seit Ende des Weltkrieges, also seit dem "Waffenstillstände, wurde 30 000 Aegypter ge­lötet und 60 000 zu Krüppeln geschossen. Diese Wahlen sind nicht die Ausgeburt orientalischer Uebertreibung, sondern stammen von dem sehr 'achlichen Führer der ägyptischen Bewegung, Dr. jur. Said Bey, der kürzlich mit Giolitti n Rom verhandelte, dann mit Mohamed Ali, )em Vertreter der Inder, nach Paris fuhr und letzt in den Londoner Aemtern vorsprach. Die Frucht dieser Konferenzen scheint der Räu­mungsbeschluß Englands zu sein. Die britisckie Regierung hat offenbar eingesehen, daß man mit dem ewigen Krieg auch in Aegypten nicht Meiler kommt. Aegypten ist durch die Revo­lution so geschwächt, daß es politisch nicht mehr gefährlich wird. Durch wirtschaftliche Beherrschung ist der Suezkanal besser gesichert als durch die Flinten der Besatzungstruppen. Möglich ist ja, daß die gesamte englische Politik übergeht von der Beherrschung der Kolonien durch das Mutterland zu einer Ver- nndung der Einflußgebiete nach dem Muster

Bereinigten Staaten von Nordamerika. Aber Aegypten gegenüber ist die neue Politik vorläufig nichts anderes als ein verschleiertes Sinknfen, weil man eben nicht mehr weiter ^kiß. Für Deutschland ist die Besreiung Aegyptens von größerer Bedeutung, als man vielleicht im ersten Augenblick übersieht. Im Artikel 147 des Versailler Vertrages mußte Etschland das von Großbritannien am td. Dezember 1914 erklärte Protektorat über Uegypten anerkennen. Wenn nun dieses Pro- tettotat entfällt? Gelten immer noch alle Deutschen Verträge mit Aegypten seit dem 1- August 1914 nach Artikel 148 des Friedens- als aufgehoben? Lebt nicht beut $e5 Eigentum in Aegypten wieder auf? (Ar­tikel lo3.) Das Papier von Versailles hat iinen neuen Riß. Die Notwendigkeiten der Revision häufen sich.

Dr. Simon» über die Lage.

.fl/Bctlin, 25. Aug. Ter deutsche Austenmi- Simons ist gestern aus der Schweiz ^ber Ski/trn nach Berlin zurückgeLehrt. Am Tage Zuvor hatte er eine Unterredung mit einem

schweizerischen Zeittmg»>ertretrr. btek-r wird demBerl. Tagebl." berichtet: Der Minister holde jede Differenz zwischen Sngland und Frank.«ich als für Deutschland schädlich. Die Gegensätze wur­den tut dem Rücken der Deutschen ausgelvaaen. Schlimm sei das grenzenlose fvanzösische Miß­trauen. Tie Nicht Unterzeichnung des Versailler Friedens und ein französische Einrücken in Deutschland seien pi'ych « lagrich besser gewesen. In Frankreich hätte dies entspannend grtrnrft unb gleichzeitig der ganzen Welt eingeprägt, daß Versailles ein unmöglicher Geivaldakt sei. Auch von den polnischen Bäumen sei zu erwarten, daß sie nicht in den Himmel wachsen würden . Er, der Minister, trete mit Lei­denschaft für die volle Neutralität ein. Zwischen Oft und Mesl könne Deutschland nur Schlachtfeld ober Bindeglied fein und er strebe darnach, daß es das letztere sei. Nach seiner Meinung werde die Entscheidung über die Zukunft fallen, wenn Frankraich seine wahre fwanyeLe Lage cdfannen würde.

Giolitti in Vern.

Luzern, 23. Aug. (Wolff.) Giolitti ift heute vormittag kur- nach 9 Uhr wach Bern ab- gereift. Lloyd Qk arge, der sich bereits gestern abeiü> von Giolitti verabschiedet hatte, ließ sich bei der Abreise durch feinen Privr4: ekretär vertraten.

Bern, 24. Äug. (Wolff.) G io li t t i ist heute vormittag im Sonderzug in Beni eingetroffen, wo er vom Bundespräsidenten M'o t t a empfangen wurde. Im Eisenbahnwagen hatten beide Staats­männer eine kurze Unterredung, wobei Bundos- präsibent M'otta die Grütze bes Bundesvats a»s- sprach unb Giolitti seine große Befriedigung Über den herzlichen Empfang durch bas schl-ei-erische Volk ans: rückte. Auf de» Hinweis des BundesvräsDenten M'otta, daß er in Giolitti denManndesFrie- bens unb der Bersö hnu ng sehe, woraus die Sympathie der Schweizer für ihn zurück-uführen sei, betonte Giolitti, daß dies allerdings die beiden Hauptpunkte seines Programms seien. Er erklärte sich im übrigen von den Luzerner Besprechungen befriedigt.

London, 24. Ana (Wolff.) Luzern wird folgende offizielle Meldung verbrei­tet: Giolitti und Lloyd George haben an M i 1 l e r a n d folgendes Telegramm gesandt:Bei Abschluß unserer Zusammenkunft in Luzern ent­bieten wir Ihnen herzlich-n Gruß, unb wir sehen mit Vergnügen der nächsten Gelegenheit entgegen, mit Eurer Erzellenz -usammenzutreffeu."

Bern, 24. Äug. (Wolff.) Wie die Schweize­rische Tepeschenagentur erfährt, wurde das gestern in Luzern au-gegebene Communiqus auch nach Moskau gefunkt.

Paris, 24. Aug. (Wolff.) Tie englische Botschaft hat dem Minister des Aeußern offiziell ben Text des Communiquös über die Zusammenkunft LloydGeorges unb G i o- littis in Luzern bekanntgegeben. Darausbin übergab ber Minister des Aeußern der englischen Botschaft folgende 9L*te:Die französische Regie­rung dankt ber englischen und italienischen Regie­rung für die gemachte Mitteilung. Sie freut sich, festftellen zu können, daß in den gepflogenen Unter­handlungen nichts enthalten ist, was nicht überein- stimme mit den Prinzipien, die sie stets befolgt habe.

Nene Zusammenkünfte.

Paris, 24. Aug. (WTB.) Havas bezeichnet die Meldung«! über eine unmittelbar bevorstehende Zusammenkunft zwischen Giolitti, Lloyd George und Mill er and als unzutreffend. Tie Zusammenkunft zwischen Gwlitti und Mille- rand bleibe auf Mitte September festgesetzt. Mit dem englifcbeu Ministerprästdenten werde Mille­rand er)t später zusammentreffen, wenn nicht be­sondere Umstände eine frühere Begegnung not­wendig machten.

Der Krieg im ©Sten.

Königsberg, 24. Aug. (Wolff.) Das geftngc Gefecht bei Chorzele war em Tnrm- bruch-kampf des bisher weft.ich der Linie Chorzele- Mlawa abgeschnittenen 3. Kavalleriekorps. Tas Korps befand sich am 33. August abends im Rück­marsch über Mysckmietz. Der Uebertntt der rus­sischen Truppen verstärkt sich. D*e Gesamtzahl be­trägt jetzt rund 20 000 Mann.

PariS, 25. Aug. (WTB.) W»e aus London gemeldet toirb, besagen die letzten aus Wan'chau eingetroffenen Nachrichten, daß in elhrwaoaphlsch Polen 21 Divisronen der Roten Armee operierten, von Denen bisher 6 DoUb turnen vernichtet sind.

2er polnische Heeresbericht.

Kopenhagen, 24. Aug (WTB.) Nach einem Telegramm aus Warschau meldet der po> msckL He-rrSberi«t: Nordfront: Unser erists Heer hat endgülttg die fetnbiidxsi Tchftsisnen ver- nüfrtet, die dm Abzug der Bolschewik deckten. Nach scharfen Kämpen hab?n wir P-.-z-ssriyrt und Mlawa besetzt und die letzten RückM-skins-ei für die uaniöarttg flüchtenden ftindlichm Trnp ^ao- geschnitten. "Danach nnrrben das Der bienen Sow'^arme.' und das bitte bvlschewi tische Ka­va li er) elorps ftngeschkoften. T« m gchkure^Brute an Gesänge en und Material, Die von SNucke zu Stunde wächst, kann nach nicht gezählt trcrben. Die Niederlage Der bolsckxust .i chm No darmee iit so entscherdrick', daß z. B. allein untere 18. Ka­valleriedivision am 21. August Über 5000 Ge­fangene machte unb 16 Geschütze, 135 Maschinen­gewehre unb eine M«ige Train erbcutere. Gleich- ze.tig gehen imsere« Truppe-.r von Pommerellcn längs der deuffchen Grenz« vor. Sie haben Sal- b a u besetzt unb dadurch die Bolschewisten von Norden her abgesperrt.

Zentralfront: Unter ber persönlichen Führung deS Oberbefehlshabers Pilsudstt setzen unsere Heere den Bormarsch gegen Norden fort. Die Linie Zambvow-M.^'wrnfk ist überschritten, ebenso der Narewiluß südlich txxt Bialystok. Nord­westlich von Eysockö-alitowfk stieß innere vierte Reiteveibrigade aut»e (Kruppe schwerer fernd- iicher Geschütze, die noch AuSfage von Gexingenen bA#u beftimmt waren, Warschau zu bombardieren. Sie erbeuteten insgesamt 22 schwere Geschütze und 100 Wagen und machten 500 Gestrn^e. Aus einem auf gefangenen Befehl der 21. br'lfchewiftt- schen Tivisstnr geht hervor, daß die Bolschewisten ihren Train in Brand stecken und die Pferde dazu benutzen sollten, die Fluch zu beschleunigen.

Südfront: Allgemeine Unsicheiheit hat ihre Ursache in der großen Niederlage. Sie macht fich auch auf ber bolschewistischen Südsront be­merkbar. Die feindlichen Llbteilungen, die in der Gegend von Lemberg operierten, befinden sich im vollen Rückzug und werden von uuferen Trup­pen sckiarf verfolgt. Ter Femd hat auch S t r y i aufgegeben.

Polnische» Lchreckcntzregimcntin Soldau?

Berlin, 25. Ana. Wie verschied-ne Blätter melden, führen die Polen ix Soöhni ein wahres SchMsckeusregiment.

Die F-riedentzverhandlungen.

Am ste rdam, 34. Aug. (WTB.) Ter Korre­spondent desTaily Chvonicle" in Warschau mel­det, daß die russischen Delegierten in Minsk mit Rücksicht auf die Erfolge ber Polen gemäßigtere Friedensbedingungen stellen.

Paris, 25. Aug. (WTB.) Mc aus London berichtet wird, haben die Polen die ihnen von den Ricsien untetibreiteten Bedingungen ab- gewiesen. Bon 15 Punkten haben die Polen nur einen Punkt angenommen und zwar den der Temobilisation, falls die russische Armee ebenfalls demobilisieve.

Eine englische Note an Äamenew.

London, 25. Aug. Havas. Gleiebieitifl mit der Uebermittlung des Luzerner Eommuniqu4s a n Kamenew wurde diesem von Balfour eine Note gesandt, in der die englische Regierung fest­stellt, daß die Friebensbedingrmgen, die Rußland Polen vocgelegt habe, soweit sie der enHlifchen und italienischen Regierung durch die ihnen zu gegangenen Informa turnen bekannt fntb, im Wider­spruch stehen mit ben Bedingungen, die Kamenew seinerseits mitteilte. Tiefer wird ausgesowert, zu erklären, ob seine Informatioire:' richtig sind unb ob die Sowjetregierung die Absicht habe, die Be­dingungen für Polen aufrecht zu erhalten. Bal­four »erlangt in seiner Note im Auftrag des Ministerpräsidenten Antwort bis späte­stens Freitag abend und macht darauf auf­merksam, daß seine Antt»ort die Haltung der eng­lischen Regierung gegenüber Sowjetrntzland beein­flussen werde.

viepolitil derZranzssen in Gberschlrfien.

Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Obivvhl die interalliierte Kommission in Oberschlesien der Reichsregierung zugesichert hat, die Entt»affnung der polnisck;en AufstärchisckMN durckHu'üh.en und für schZeunige Herstellung gcorix^cr Zuiiände zu sorgen, haben nach den hier vorliegenden Nach- ricksteu aus dem oberschllesischen AuMandsgeriet die dort eiug-mieften ffxrnzöfiftl)en trwen bisher keine Anstalten zur Entwafsnung der polnischen Banden gemacht. Sie ließen Istelme^-r ben Insurgenten Zeit, die Waffen ter- schvinden zu Icjien, und erklären nun, daß fte fernen 2lnlaß zum Einschreiten haben. Es ist auch tedfah zwisck>en den polnischen Banden und ben Franzo en zu Berbrüderungen grfommen. Irgend­welche Maßnahmen gegen die Führer der Bm'.dm )inb nickt getroffen worden. Im Gegeirsatz drzu sind die wenigen dort besiT^ichen rtalienr- schen Truppen au^ energischste gegen die Aus­rührer eingi schrit en und haben ihr MöglichstÄ getan, um eine Entwaffnung durchz-iführen.

Trshender Generalstreik.

Benthen, 24. Aug. lWolff.) D« Deutsche nationale Volk?Partei, bie Katholische Bolkspartei st Zentrums die Demokratische Partei, die Sozial­demokratische Partei, ber Allgemeine deutsche Ge- werffcha'ttbund (freie Gewerffchaten», die Arbeits­gemeinschaft softer Angestelt-enverbände (Asas, der Teutschr Gewrtffchaftöbund (christlich: Gewerffchar- ten), der Gcsamtoerband deutscher Angestellten- Gewerkschaftrm, die Hirsch-Tunckr chen Gewerk­schaften mW ber GewerkschaftsirEid der Angell- ten erlassen folgenden Aufruf an die ober­schlesische Bevölkerung:Unsere ober- schlesische Heimat ist in tiefster 9tot, Teutsche und Po en stehen gegeneinander und Brudecblut ist geftonen. Tie Sühne der Verbovchm gehört vor das Geruht. Wir wollen Frieden. Tie interalliierto Kommiffion sicherte uns zu, die Ruhe, Sicherheit und Ordnung wrederh-rzusdellen. Wir forderten am 21. August und General Gracier sicherte uns folgendes zu: 1. Restlose Entwaffnung der Bevölkerung ohne Rücksicht auf Nationalität: 2 Aushebung des Belagerungszustandes, soweit es die BerhÄtrnsse gestatten: 3. Hmmziehrmg deutt'chn: unb vvlnisck^r Arbeiter zur Wiederher­stellung des Friedens: 4. Verhütung von Gewalt­taten aller Art. Die Bewaffnung pol- nischer Banden schreitet dennoch fort, sie reihen die Gewalt an sich und mißbrauchen sie. Tem muß ein Ende gemacht werden. Die gesetz­mäßige Gewalt muß sofort wftderhevges-ellt wer­den. Tas ist unsere einzige Forderung und sie wird noch beule der uUerallüertai Kommission unter-

breitet. Wird sie rricht erfüllt, dann snrd wir ent-- fchlosftn, den Frieden durch einen General­streik zu erzwingen. Haltet euch bereit und wartet auf den Ruf der Führer. Es geht um unsere Heimat!"

Breslau, 24. Aug lWolff ) (Erbittert über die Ereignisse in Oberschlesien, faßten heute die Angestesiten des hiesigen Hotels Monopol einstimmig ben Beschluß, ab heute bifll zur voll­kommenen Wiederh rstellung der Reche der deut­schen BeMIcrunb Oberschlesiens an die fran­zösischen Mit g l i e b c r der interalliiertai Kommission webe r Speisenno chGetränke zu verabfolgen, foivie jede sonstige lienft* Iriftung zu verweigern An alle Berussvenossen- schaften richten die Angestellten des Hotels Monv- pol die dringende Bitte, sich mit ihnen sotidartsch zu erklären.

Kattowitz, 24. Aug (Wolff) In Kvttowitz Stadt und Land ist unter dem Vorsitz des franzö­sischen Hai»ptman7rs 2elaune eine Qualffi- zierung-svommission, besbehend Mis bni Teuffchen und drei Polen gebildet worden, dft die O r g a n i- sation der Bürgerwehren in Angriff net>' men soll. Tie Zusammensetzung dieser Bürger-- wehven soll nach der Stärke ixr Neutralitäten auf Grund der letzten Gemeindewahlen erfolgen.

Das Eingreifen der Italiener.

Berlin, 25. Aug. Wie demLokalanz/' aus Rybnik gemeldet wird, hat ber italienische Oberst Pesenti den Polen im Landkreise Ryb­nik ein Ulttmatum auf Ablieferung der Waffen zugehen lassen, widrigenfalls er sich gezwungen! sehen würde, die allerschärfsten Maßnahmen gegen die polnischen bewaffneten Banden zu ergreifest.

Ter Abstimmungtztermin.

Be rlin, 25. ?£ug. Nach einem schlesischen Zentrumsblatt soll der Abstimmungstcr- nun in Ol»erschlesien auf die erste Dtoobemxbe feftgesatzt worden sein.

Ein Druck auf den Oberkommandauten von Danzig.

P a r i s, 25. Aug. (WTB.) Nach den von Lloyd George und Giolitti gemachten Vorschlägen hat M i l l e r a n d durch den Vorsitzenden der Bot- fchaft-erkonferenz dem Oberkommandanten für Daw- sig telegraphisch die In st r n k t i o n zu gehen lassen, daß gemäß des Artikels 104 des Friedens Vertrages! betr. die Benützung des Danziger Hafens für die Ein- und Ausfuhr diese Bestimmung sicher zu stel­len sei. Tower hat den Auftrag erhalten, mit allen Mitteln, über die er verfügt, die Entladung der Schiffe für Polen bewerkstelligen zu lassen.

(Eine Streitfrage im Saargebiet.

Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Innerhalb der internationalen Kommissron, bte mit der Abgrenzung des Saargebiets be­traut ist, kam es befofiTTtilkf) vor einiger Zeit zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem deutschen Vertreter und ben übrigen Mitgliedern. Tie Kom­mission wollte die als Grenzen des Saargebiets beüimmten Verwaltungsgrenzen abäntern. in­struktionsgemäß erklärte der deutsche Kommissar dies für unzulässig urtb lehnte eine Bete^igung an der Beschlußfasfung ab. Es entftxinn sich sodann, wie wir en, ein längerer Notenwechsel über die Angelegenheft. Tie Alliierten verlangen von Teutsckstand, daß es feinen Vertretern anweise, eine Aenderung von VermaltimgÄgrenzen als zu­lässig anzuerkenncn, und führten dabei aus, der ueutKbe Kommissar habe arftänglich denselben Standpunkt eingenommen wie die übrigen Kom­missare unb seine Meinung erst später geändert. Tie deutsche Regierung übergab darauf der Frie- denslvnferenz Anfang Juni eine ausführliche Note, worin sie sich ber Rechtsouffaffung ihres Ver­treters in jeder Hinsicht anschloß und hervorhob, daß sie nach genauer Prüfung keinen der gegen den deutschen Komme sar erhobenen Borwürfe a l s begründet anerkennen könne. Tie Frie- densvonferenz hielt ihren Standpunki auftecht. In eener Gabe Juli emgegangenm weiteren Rote führte sie aus, daß bet Gren-en ton Verwaltungs­bezirken unmöglich ohne weiteres zu Landes- grenzen umgewandelt werden könnten Tie Rück- lichtnahme auf die örtlichen und wirtschaftlichen Fnteressen mache geringfügige Kenterungen er- svrdersich: polche Aenderungen seien durch den Frie- denFoertrag kerneswegs tertoxn. Im übrigen wird in der Note der Vorwurf widerspr.chStollen Ver­haltens gepen den dm. scheu Kvmmi far nnederholt und am Schluß erklärt, iverrn bie den:sch? Regie­rung nicht für bie baldige Wiederaufnahme der muerbrochenen Abgrenz ingsarb i en -forge, wirrten sich \xt Alliierten gciötigt sehen, biefe Arbeiten Durch hre Svnmr.s'are all in cheittrführeitz yu Lassen.

Tie Note erwähnt ferner, pah die deutschen Mitglieder der GrenzLnnmissttmen un Gegensatz M denen der alliierten Mächte keine Uniform tragen dürfen. Diese Note hat die deutsche Re- g-znmg vor funem beantwortet. Sollten die alliierten Machte sich der Auffassung der Rutschen Regierung nicht anschiiehen zu können glaubet, si> würde sie bie Meckmäßigste Lösung darin <x» blicken, daß die Entscheidung der Streitfrage einem Schiedsgericht übertragen wird. Im An- schluß hieran erklärt sich die deutsche Regierung bereit, ihren Kommissar zur sofortigen Wiederaus­nahme der Arbeiten an zuweilen unter Borvehatt der Entscheidung des Schied^gerLits. tfP a erneut bie brutsche Regierung üyzen P rötest gegen das dem durch nichts gerechr«rncsten Grund­satz der Gleichberechtigung aller Mr: gl «der ewrr intcmat»Txilen Kommission w^rsprechrtlde Ver­bot des Uniformtragens für die deutschen gtteder der GrenrlommissiM,