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Der belgische Gesandte für Berlin.

Brüssel, 24. Zum. WTB.) Ter belgische Gesandte in Xofio, Grus de la Faille de Le- v e r g h e n, wurde -um Gesandten in Berlin er- noimt.

Aur Sern Reiche«

Lcbensmittelunruhc».

Berli n, 24. Juni. (WTB.) TieBoss. Ztg." meldst aus Bremen über Lebensmittelrra- walle. Ti? SSircnten^er aus d u Märkten wurden von dec Menge gezwungen, ihre Waren zu den von dem Pol Le f.stge setzen Preisen, abzugeben. Sparer wurde die Bewegung auch aus die Ladengeschäfte übertr-^gm. Tie Polizei mußte sich daraus beschrän­ke, sckstimmere Äus^chveitungen zu verhindern.

Berlin, 25. Juni. Ter durch die Plünde­rungen in K r e s e l o angerichtete Schaden wird aus.meh-ere Millionen Mark geschah. Tie städti- sche Lebe smittelkommission muß Lebensmittel in großen Mengeri eürkausen und sie zum Selbst- kostenpreis an die Bevölkerung abgeben.

B r e m e n, 2t. Juni. tWTB.) Tie Le den s- mitlclunruhen verstärkten sich über Mittag sehr, so daß die Polizei einige besonders lebhafte Ladenstrasten für den allgemeinen Verkehr sperren mußte. <ic Demonstranten wandten sich im Lause des Tages auch g.g.n die Schuhwaren laden und größere Warenhäuser, denen sofort polizeilicher Sdjufc zuteil wurde. In ersteren fan­den vielfach Zwangsverkäufe statt. Auch kamen Tiebsläyle vor.

Drr Achtstundentag.

D-cr Bezirkseisenbahnrat für die Direk­tionsbezirke Hannover und Münster faßte in seiner Satzung am Mittwoch in Hannover nach einem Vortrage des Eisenbahndirektionsprä­sidenten Wesener, zu dem sich die Mitglieder zustimmend äußerten, einstimmig folgenden Beschluß: Eine Gesundung des Eisenbahn­wesens, sowie der deutschen Volkswirtschaft ist nach der fortgesetzten Erhöhung der Tarife nicht zu erwarten. Die Wurzel des Ueb e ls liegt in der allgemeinen Einführung des Achtstundentages, der ohne interna­tionale Regelung für Deutschland vollständig untunlich erscheint.

Die Berechnung der Schuhpreise. o

Frankfurta. M 24. Juni. (Wolff.) Tie Arbeitgeber- uno Arbeitnehmer- Vertreter der Verbände der Leder- i n d u st r i t, der Schuhindustrie, des Schuhgroß- banbds im> des SchuU.emHandels faßten bezüg­lich der Berechnung der Sch uh preise in einer gestern in der l-iesigen Handelskammer abgehäl- tenen gemeinsamen Beratung folgenden Beschluß:

Um die gegenwärtige GeslÄstsstvckung und die daiwrch verursachte Stillegung und Arbeits- zeitverl'uwnlng in den Betrieben der Leder- und Sclwhindustirie zu beheben, erklären die rn Frank­furt a. M. amvesenden Arbeitgeber- und Arbeit­nehmer-Vertreter der Lederindustrie, der Schüh- industrie, des Schuhmacher-Handwerks, des Schuh- grvßhandels und Schuhkleinhmchels nach eingehowi der Aussprache als ihre Ueberzeugung, daß der heutige Verkaufspreis von Schuhwaren sich auf dem gegenwärtigen Häute- imb Lederpreis auf- bauen must unter Berücksichtigung eines den heu­tigen Verläl mssen errtspreck-endon bescheidenen Zu­schlags für Unkosten und Gewinn. Sie sind ferner der Ansicht, daß die Preise für die rn den Leder-- herstellungsbelrieben, Schuhfabriken und Schub­laden vorhandenen teueren Bestände ohne Rücksicht auf die entsteh irden Verluste ebenfalls auf vvr- stehender Grundlage errechnet werden sollen."

Essen ohne Wasser.

Essen, 21. Juni. (Wolff.) Die streikenden Arbeiter haben das Wasserwerk stillgelegt. Die ganze Stadt, auch die Krankenanstalten, sind ohne Wasser. Mehrere industrielle Werke mußten bereits den Betrieb schließen.

Die Abfindung des Fürsten von Waldeck.

W i l d u n g e n, 24. Juni. (WTB.) Nach einer Melduni ter Waldeckschen Zeitung aus Arolsen nahm die Waldeck-Pyrmontsche Landesvertretung den Antrag des Gesetzgebungsausschusses betreffend die Abiindung des F ü r st e n von Waldeck mit 15 gegen 5 sozialdemokratisch Stimmen an. Für den Antrag hatten auch zwei Sozialdemokraten gestimmt. Tec Fürst erhält darnach die Domäne Hüninghausen bei Arolsen mit 1200 Morgen Wald, dar- Schloß in Pyrmont mit Hofgarten sowie das fürstlich? Erbbegräbnis Rhoden mit dem zugehö­rigen Grundstück. Ferner gewährt der Staat dem fürstlichen Hause die Nutznießung an dem Resi­denzschloß in Arolsen. Die Unterhaltungskrsten desselben hat zum größten Teil der Waldecksche Staat übernommen. Der Fürstinwitwe wird aus Lebenszeit der Nießbrauch im neuen Schlosse in Arolsen und der dazu gehörige Park überlassen. An Barabiindungen erhält der Fürst 3V; Mill. Mark, die zum größten Teil für die Reichöver- mvgenssteuer verwendet werden.

Berlin, 25. Juni. Im 68. Lebensjahre ver­starb der langjährige Leiter der Farbenfabriken! Dorrn. Friedrich Bayer u. Co. in Leverkusen bei Köln, Geheimer Kommerzienrat Friedrich Bayer. Er begrünpete den Weltruf der Firma und wirkte auch auf sozialem Gebiet vorbildlich.

llus Liessen.

Das Wahlergebnis in den h fsischcn Provinzen.

rm. Darmstadt, 25. Juni. Das Er­gebnis der Reichstagswahlen für die einzelnen hessischen Provinzen stellt sich wie folgt: Für Starkenburg : Wahlberechtigte 356 858, abgegebene Stimmen: 275 781. Da­von erhielten: U. S. P. 36 967, Mehrh.-Soz. 95 084, Kommunisten 2554, D. B.-P. 11 862 Zentrum 41 078, Demokr. 26 295, Hess. P.-P. 30860- Oberhessen: Wahlberechtigt: 19o 43b. Abgestimmt: 148 211. Davon U S P 19 670, Soz. 38564, Kommun. 356, D. B.-P. 18 677, Zentr 7466, Demokr. 12 489 Hess B P. 50 629. Rheinhessen: Wahl-

Hessen: Wahlberechtigt: 781 724. Abgege bene Stimmen: 594 545. Davon U. S. P.

72 420, Soz. 179 800, Kommun. 3014, D. V.

P. 94 755, Zentrum 95 536, Dem. 63873, Hess. V.-P. 83 824.

Beratung drs Hauptvoranschlags.

rm. D a r m st a d t, 25. 3uni Der Fi­nanzausschuß des Landtages trat heute unter dem VorsG des Abg. Eißnect zu­sammen, um mit der Beratung des nunmehr erschienenen Halfst Voranschlags zu beginnen.

Zunächst wrrde eine RegierungsMittei­lung beraten, ncrh der etwa 20 Wohnungen für Angestellte u»0 Arbeiter in der Landes­heil- und Pflegeanstalt Philippshospital er­richtet werden fallen, da hierfür geeignete Räume vorhanden sind mrü dec Wohnungsnot damit etwas geftetert werden kann. Der vor­gesehene Betrag Aon 256200 Mk. wird be­willigt.

Auch in bet Heil- und Pflege- an st altin,Gießen lassen sich zur Bekämp­fung der Wohnungsnot zweiWohnungen für Oberwärter n Fachabteilungen einrrch- ten und findet der hierfür angeforderte Betrag vor 6000 Mk. Bewilligung.

Nach einer weiteren Regierungsmrttei- lung ist es infolge der geringen Belegzahl von Kranken möglAh^ die 5. Oberarztstelle im Philipphospital in Goddelau eingehen zu las­sen, während durch Errichtung der Nervenkli­nik in Gießen dort eine weitere Arztstelle notwendig gewordes ist. Oberarzt Dr. W. Schmeel wurde dvher von Goddelau nach Gießen versetzt. CS, wird beschlossen, daß die damit verbundenen Umzugskosten durch die Staatskasse zu tragen sind.

Die Regierung wachte weiter die Mittei­lung, daß sämtliche nLehrer innen der Alireschule in DarmIadt auf 1. Oktober ge­kündigt wurde. Dir Angelegenheit soll bera­ten werden sobald ein Vertreter des Landesbil­dungsamtes anwesend ist.

Dann wird die Beratung des Hauptvor­anschlags besprochen. Zunächst wird durch den Vorsitzenden die Verteilung der einzelnen Ka­pitel an die Referenten vorgenommen und soll die Einteilung, wie bisher, bleiben. Die eigent­liche Beratung.wird atzt Freitag, vormittag be­ginnen.

Maßnahmen gegen Obstwucher.

rna. Mainz, 25. Juni. Nachdem sich in den letzten Wochen herqusgestellt hol, daß trotz sehr reichlicher FrühvbstErnte die Preise auf dem Wochenmarkt eure Höhe angenommen faben, die als wucherisch angesehen werden muß, ift die Kriminalpolizei heauftvagt worden, unter Begleitung von SackjversMrbigen an den Wochen­tagen biejemgcn Händker oder Erze uger, deren Preise das Angemessene über­schreiten, vom Stand weg zu verhaf- t e n und dem Wucher ge richt vorzuführsr: die betreffenden Ob st Vorräte werden dabei kon­fisziert. Es wird darauf aufmerksam ge­macht, daß die Vorschriften der Wuchergerichts­verordnung die Anordnung der Uwterfucliuwgshaft sowie Konfiszierungen aucj ätzne Rücksicht auf die Vorschriften der Strafprozetz^rdirung yrstatten. Bon dieser Befugnis wird zum Schutze der Verbraucher rücksichtslos Gebrauch gemLcht werden.

* *

Der Steuerabzug vom Lohn.

rm. Darmstadt, 25. Jmri. Zu dem zehn- prvzentigcn Steuerabzug vor dem Entkommen er­fahren wir, daß nach einer Mitteilung des Staats­präsidenten auch den Stgatsbeamten der Steuerabzug, der bekanntlich nicht vorgesehen war, erfolgen fall.

Koblenz, 24. Juni. (WTB.) Die Rhein­landkommission hat hcztte beschlossen, fei ne Einwendun gen zu erheben gegen die Ver- ordmmg vorn 21. Mai betretend den zehnprozen­tigen Lohnab^cg.

Nur dem besetzte Sediet.

Mainz, 24. Juni. (WM.) Wie die hiesige Volkszeitung" meldet, wurde der verhaftete Dlainzer Arbeitersekretär Karl. Grötschner nach Gestellung einer Kaution cchs der Haft ent­lassen.

Wiesbaden, 24. Juni. (Wolff.) Nach der bereits mitgeteilten Entlassung des Arbeitersekre­tärs Grötschner wurde nunMehr auch Direktor A b i g t, der bekannte Führer und Gründer der Heim kul tur" aus der Haft entlassen. Seine Freilassung erfolgte auf die Drohung der sozial? demokratischen Parteien hin, fofort in .den Gene­ralstreik einzutreten, falls er bfs Mittwoch mittag nickst entlassen sei. Direktor Ab^t war am 15. Juni wegen eines Briefes, den er am den Ministerpräsi­denten geschrieben haben soll, als der Spionage verdächtig von den Franzosew verhaftet worden. Abigt hat sich jedoch politisch nicht betätigt, sondern nur die Interessen der Bevölkerung in der Mietev- schudbewegung vertreten.

Ams Stadt nnb Land.

Gießen, bau 25. Juni 1920.

Lebensmittel.

♦♦ Freibank. Samstag, 26. Juni, werben von 13 Uhr die Njummern 1100 beliefert.

* Bei der stöbt. O b st « u n b Gemüse- st. e l l e, Marktlauben, kommen ntprgen Gelberüben, Schotenerbsen, Blumenkohl, Weißkraut und Gurken zum Verkauf. Ferner noch gjQüne Erbsen und Bohnen. An Obst: Kirschen, Aptelspolten mid Zwetschen.

Veranftaltunchen.

Freitag, 25. Juni: Nquc Aula, 8 Uhr, Literarische Gesellschaft. Vortrngsabend Rudolf Presber. Hotel Einhorn, 8*/> Uhr, Gastspiel Paul Buchwnld. (Prvgrammwchchfel. Zirkus Althoff, 8 Uhr, Eröffmmgsvorhcllung. Lichte spielbcms,Das Narrenschloß" undJohmmes Goth . Lichtspiele, Sclterdtoüg,Tie tötende Sonne" und, ,Banditcnbväntchett7.

**ZurBolksabstimmisn»i'irOst-vnd Westpreußen. Für die am Al. Juli in Of^ »Md Westpceußen stattfiTrdende Äbstimmunq stellt auch der Norddeutsche Llo^d feine See* bäderda mpfer mit Aiys nahmc de r Dampfer Delphin und L»chs zur Ber- ^Ügung. Di« Schifte fatram it der Zeit vom 1.23. Juli zvchchen SlvureMbndc^Lwlpmünbe

und Pillau. Jnsvlgevessen Dunen die Nort>«ebäder- ftrhrteu über Bremerchafen nach H.ig-o!and imh Nor­derney mit DampferNxrM>a" nicht, nne beabsich­tigt, am 27. -mb 29. Juni, sonsern erst am 29. Juli begümen. Aus dnn gleichen Grmide muß auch die regelmäßige PasjogLLfai/rt SnnremündeDanzig des DampfersGrüß Gott" für die Zeit vom 2. bis 22. Jicki eingestellt werden. TerGrüß Gott" wirv nach Beendigung Der Abstimmungs afcraen erstmalig am 24. Juli wieder von Swinemünde nach Danzig fahren. Tie F^hrrm nach Wangerooge werdeii un­verändert durchgeftrhrt. m.

** Rud-olf-Presber-Abend. Wir wollen nicht versäumen, nochmals in letzter Stnnbc auf den heute abend 8 Uhr in der Neuen 2Luld stattfindenden Vortragsabend von Rud. Presber hinzuweifen. Wer befreiende Stunden erleben will, der verfäun« den Besuch des Abends nickst.

** M i t der Neufestsetzung der Sätze der Billettsteuer beschäftigt sich eine Be­kanntmachung der Stadtverwaltung, die aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist.

** Flüchtlinge, die noch nicht im Besitz eines Ausweisbuches sind, müssen entsprechenden Antrag bis 1. August bex der Flüchtlingsfürsorge- stelle, Merweg 25, ges.'ellt haben, da nach diefem Zeitpunkt Flüchrlmgsausweife nur noch in Aus- nöhmefäUe ausgestellt werden.

** Ein sprüche gegen die Veranla­gung zum 7. und 8. Gemeindesteuerziel werden bis Eirde Juli im Stadthaus, Zimmer Nr. 2, entg.^ngenommen. Näheres siehe Anzsigeu- teil.

** Besitzwechsel. Müller Ludnng Fied­ler verkaufte sein Anwesen dieustadt 19 dahier an Frau Kostleck zum Preise von 60000 Mark.

** Bon dem Verein Gießen der Deutschen demokratischen Partei wird uns geschrieben:Der Verein Gießen der Deut­schen demokratischen Partei hielt am 24. Juni im Hotel Großherzog «ine gutbesnchte Mitglieder­versammlung ab, in der der Vorsitzende, Lehrer F i s ch er , überDas Ergebnis der Reichstags­wahl und die Bildung der Regierung" sprach. Der Bericht des Redners und die anschließende Aus­sprache ergaben volle Einmütigkeit in der Beur­teilung der Lage und Zustimmung zu der Stiel- lungnahrne, die der Vorstand zu der Haltung der Reichstagsfraktsim bei der Regierun-asbildung bis­her eingenommen Hal. Eine von Dem Vorstand am 20. an die Fraktion gerichtete Entschließung wurde einstimmig gebilligt. Die Versammlung sprach aus, daß es jetzt mehr als je notwendig sei, durch Aufklärungs- und polisische Erziehungs­arbeit unser Volk zu den großen Ausgaben reif zu machen, die chm die neue Zeit in der Selbst­bestimmung seines Schicksals auferlegt und denen es sich am 6. Juni so wenig gewachsen gezeigt habe. An diesem Ziel der politischen Erziehung mitzuarbeiten, sei niemand mehr berufen, als die Deutsche Demokratie. Folgende Ent- schlie ßun g wurde gefaßt:Die Mitglieder­versammlung des Vereins der Deutschen demo­kratischen Partei erblickt in der Fortführung und Sickierftellung einer wahrhaft demokratischen Poli­tik die erste unerläßliche Voraussetzung für die Ge- funbung unseres Volkes im Innern urtb eine er­trägliche Gestaltung unseres Verhältnisses zum Auslande. Von einem Abweichen von dieser Politik würde sie die unheilvollsten Folgen für unsere poli­tische und wirtschaftliche Zukunft befürchten. Sie fordert deshalb von der demokratischen Fraktion oes Reichstags, daß sie sich trotz der damit ver­bundenen schweren Opfer auch weiterhin mit allem Nachdruck für die Bildung einer Regierung ein- setzt, die auf den Boden der von dem Vorfitzenden Senator Petersen am 15. Juni ausgestellten Er­klärung zu treten bereit ist. Sollte die Bildung einer solchen Regierung nicht erveichbar sein, so wird erwartet, daß die Fraktion auf den Ein­tritt in die Koalition verzichtet."

Landkreis Gittzen.

x Wieseck 24. Juni. Dem Heimatmuseum wurde ein treffend ähnliches Bild in Rahmen von Pfarrer Wilhelm Drescher gestiftet, der von 1875 bis 1885 hier Pfarrer war und auf dem Gießener Friedhof begraben liegt. Das Bild kann an den kommenden Sonntagen in der tagsüber geöffneten Kirche besichttgt werden.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 25. Juni. (Strauß- R ege c-Fest.) Der zweite Abend des Strauß- Reger-Festes findet heute abend statt. Solistin ist Gertrud Geyersbach (Sopcan) vom Wiesbadener Landestheater.

Friedberg, 24. Juni. In bet heutigen Stadtverorbnetenversammlung wird beschlossen, den Preis des Wassers pu> Kubikmeter rückwirkend. oom 1. April auf 50 Pf. festzusetzrn, ohne Bewilligung -eines Borzugspreis-es für Groß­abnehmer. Es sdllen eine Anzahl weitere Zapfstellen für die Kleingartembesitzer errichtet werden: dio- jetigm Gartenbesitzer, die sich weigern, die Gebühr für die Wasserentnahme zu bezahlen, sollen für mehrere Jahve von der Pachtung ausgeschilossen 'werben. Tie bereits beschlossene Ausführung des Kanals m der verlängerten Kaiserstraße soll der hdlxn Kosten wegen bis auf weiteres zurückgestellt iverden. Für eine probeweise Anlage von Riesel­feldern werden 2000 Mk. bewilligt. Tie Ober- fcbftixrcßtbn teilt mit, daß die Autoverbi-n- dnngFriedberg-Ra-n stabt nicht genehmigt wurde, weil die betreffenden Gemeinden die Be­willigung des Zuschusses verweigert haben. Nach Mitteilung des Archivbirektors Tneher soll Arrfang Juli im Berlage von I. I. Weber in Leipzig cin großer Führer über Friedberg und Bad- Nauheim erscheinen. Es wird beschlossen, die Marktordnung strenger zu hantchaben, um zu verhindern, daß di« Friedberger Händler die Zufuhr vorn Lande mifflauftm. Durch einen Schieds­spruch werden die Löhne für die städtisck^n Arbeiter in der kürzlich vereinbarten Höhe rückwirkend vom 1. April bestätigt. Tie Stadtverordnetenver­sammlung erklärte ihre Zustimmung, daß Friedberg aus der Lohnllasse 4 in die Lohn klasse 3 versetzt wird.

Starkenburg und Rheinhessm. Billige Kartoffeln.

dz. Groß-Gerau, 24. Juni. Tie Stadt­verwaltung gibt die Kartoffeln an die Ein­wohnerschaft mit 20 Pf das Pfund ab.

bl. Oesdorf (Waldeck), 24. Juni. Hier wur­den Liebesgaben aus Holland in Gestalt von Kar­toffeln, Der Zentner zum Preise von 6 Mark, Verteilt.

*

dz. Worms, 24. Juni. Tie Dien st be- züge der städtischen Beamten und Leh­rer wurden in der heutigen Stadtveoorbneten- siyrmg in einer umfangreichen Vorlage wesentlich erhöht und den Aitzen der Reichsbesoldungs- vrdnung angeschlossen. Tas Höchstgehalt des Lber- bürgcrmnslers wurde auf 25 000 Mark jährlich festgesetzt, zu dem die OctA- und Tenerua^Szula^cn

kommen. Tas Höchstgehalt des Beigcvrdnetea wurde aui 20000 Mark festgesetzt, auch hier kom­men Teuerungs- und Ortszulagen hm'Ul- Tie Einführung einer Warenha ns- und Filial- st e u e r für die Stadt Worms wurde einstimusig abgelehnt.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 24. Juni. Die Kri­minalpolizei räumt seit einigen Tagen unter den Kupplernestern, die hier unter dem Namen Institut für Schönheitspflege" in üppiger Blüve stehen, mit scharfer Hand auf. Bis letzt sind vier solcher Nester ausgehoben worden. Es wurde fesb gestellt daß in allen bisher geschlossenenSchön­heitsinstituten" junge, kaum der Schute entwach­sene Mädchen reichen Lüstlingen zugeführt wurden.

LJ Marbuxg, 23. Juni Bürgermeister und Landwirt Mann aus Stedebach, brachten eine Kuh in das btefige Sck)lachtl)rrus, die das stattliche Ge­wicht von 15 Zentner aufwics. Gestern wurde in Cölbe eine junge Dame, die Wanderer­tracht trug, dabei erwischt, als sie ihrem Rucksack eine Ente, die sie in einem Häuschen geschlachtet, einverleiben wollte. Der Besitzer gab sich mit 100 Mark Kaufgelb zufrieden. Nun kommt noch die Strafe hinzu denn ein Gendernu-riewachrmeister war auch zur stelle. Tie hiesigen Schuh­warenhändler haben die Preise entsprechenb der Marktlage herunter gefegt. Tie seit acht Wochen beitehmde Trockenheit ist jetzt durch kurz« Regengüsse gemindert, aber noch lange nicht be­seitigt.

Hessen-Nassau.

[] Marbur g, 22 Juni. Am nächsten Sonn­tag begehen die Betnolmer des Nordviert^s uw, serer Stadt das im August 1914 zurückaestellte historische Bachfest, dos sonst alle fünf Jahre zur Erimierung an die Uederwölbung der Ketzerbach gefeiert wirb, in Form eines Jugondfestes. An demselben Tage begebt auch die hiesige Turnge-. meinbe die Feier ihres 35jÄbriget Bestehens.

(Sericbhfaal.

Ein Kommunistrnpro-th.

Berlin, 24. Juni. (WTB.) dem hiesige« Schwurgericht hatten sich heute drei Kommunisten^ der Schankwirt Max Fich'emann, der Kaufmann Erwin Hoppe und der Cchneidergeselle Willi Wink­ler, alle bvei Leute im Alter von 21 und 22 Jahren, wegen Mordes an dem angeblichen Spitzel In­spektor Blau zu verantworten. Am 7. August 1919 wurde die Leick-e des Inspektors, die mit einer Wäscheleine gefesselt war, ans einem Kanal gelan­det. Die polizcilichen Ermittlungen ergaben, daß Blau aus politischen Adonven crniorbert worden war. Ter Mord soll von kommunislicher Seite ge­plant worden sein. Als Täter kommen die oben* bezeichneten Angeklagten in Betracht.

P Marburg, 22. Jmri. Wegen Störung eines Eisenbahntransports, Beteili­gung an Zusammenrottungen und Mißhandlung non Eisenbasiibeamten hatten sich heute auf der Strafkammer fünf Bergarbeiter aus der Gladen­bacher Gegend zu verantworten. Es handelte sich um die bekannten Vorkommnisse auf dem Bahnhof zu Hartenrod am 8. November v. Js., wo beim Einlaufen des von Herborn kommenden Zuges, dec fahrplanmäßig von dort wieder zurücksabren sollte, eine Anzahl Reisende durchsetzen wollten, daß der Zug weiterfahren sollte. Es entstand em großer Tumult, bei dem der Zug von unbefugten Händen gebremst, die Nollcine gezogen und ein Beamter mißhandelt wurde. Erst mit tinfHinbiaet Verspätung konnte der Zug endlich die Rückfahrt antreten. Von den Angeklagten wurde einer zu 6, zwei zu 5 und einer zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der letzte erzielte Freisprechung. Ein Gasthofbesitzer, der von einem Landwirt ein von diesem heimlich aeschlachtetes Kalb gekauft und das Fleisch in seinem Betriebe verwertet hatte, wurde wegen Ucbcrtretung der Fleisch, handelsbestimmungen zu 300 Mk. Geldstrafe und wegen gewerbsmäyigem Scheichhandel zu 3 Tagen (Helängnis verurteilt. Der Landwirt muß 300 Mk. Strafe und ein Nachbar, der ihm zu dem Geschäft geraten hatte, wegen Beihilfe 30 Mk. Strafe be­zahlen.

X. Hanau, 23. Juni. Tre aus Hanan ge­bürtigen Brurw und Wilhelm Fischer, geboren am 8. Te&ember 1899 und 24. Oktober 1897, Küfer und Schlvssergehilfe von Beruf, hatten sich am Mittwoch nachmittag ivepen Körperverlet­zung und M entere r vor den Geschworenen zu verantworten. Am 17. August v. Js. wurden die Angeklagten wogen EinbruchsdiobsEe ver­haftet und in das hiesige Landgni.ck)tsgejiängniA tingdkrert. 4lls am 18. August v. Js. der Pvl»ei- geföngniswachtmeisber Schulz bas Mittagessen geben wollte, 'hatte der Ang.-klagte Bruno Fischer diesen tätlich angegriffen und vermcht, ihm die Schlüssel zu entwenden. Ter 93ruber des Ange­klagten, Wilhelm Fischer, ber in der Mhe Ar­beiten verrichtete, tarn auf bie Hilferufe herbei, riß die Schlüssel an sich und suchte das Weite. In Offenbach Konnte er bald darauf festgenommen werdet!. Ten Angeklagten Bruno Fischer Konnte Schulz mit Hilfe seiner Frau und dem hinzu- gekommenen Polizenvachtmeister Drechsler in Ge­wahrsam bringen. Schulz und seine Frau hatten einige körperliche Verletznrryen davongetragen, bie eine örztlickx Behandlung eriDrbetlüb machten. Tas Schwurgericht verurteilte den Bruno Fischer zu 3 Jähren 6 Monate ZuckstIxrus, 5 Jahre Ehrver­lust, Wilhelm Fischer zu 3 Jahren 9 Monate Zucht­haus, 5 Jahre Ehrverlust.

^ochschulnachrichten.

mo. Frankfurt«. M., 24. Ium. Fvänlein Gertrude Philipp ans Homburg legte das Refe­rendare xamen ab, damit hat zum erstenmal in Frankfurt eine Dame den Referendar bestanden

wz. Marburg, 25. Juni. In derOberh. Ztg." veröffentlicht das ehemalige Mar­burger Studentenkorps folgende Er­klärung^Tie Worte, die Herr Geh. Rat Pws. Dr. Maaß am 21. Ium 1920 an dieser Stelle veröffentlichte, und die vielen auZ dem Herren gesprochen sein werden, lassen es für not­wendig erscheinen, kurz ber Oeffentlichkeit folgen­de zu erklären: Der Richterspruch lautet auf Freisprechung. Unser bisheriges Schweigen, das für uns Pflicht war, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob wir Gericht und öfsintliche Mei­nung beeinflnsfen wollten, werden wir brechem sobald das Urteil rechtskräftig geworden ist. Erft dann können und nterden wir mit allen zur Ver­fügung stehenden rechtlichen Mitteln uns Gteuug- tuung verschaffen von denen, die sich nicht ge­scheut haben, in Verleumdung und Gehässigkeit bat Prozeß gegen die Angehörigen des Marburger Student en korvs für ihre vartcivolitischeu Juter- dl'eu auszicmtval."