170. Jahrgang
Samstag, 24. Juli 1920
verraten. Dar-
llstreckbar. Aus r Zivilpwzek- Ausfertigung ober bei ent* ’.itt, in dessen nb hat. Diese 731, 767 bis
t Lille Streitig» in oder Micken rus allen An- nahmle Tabake
Her sammelte sich eine Menschenmenge, die eine drohende Haltung annahm. Sicherheit^ Polizei ist zum Scl)utze des Hauses ausge»* rückt.
Auch Munitionswagen führt. Ein zweiter Zug sei von Hamburg einge-
Ein Rcutraiitäfsbrud) der Engländer?
Dresden, 23. Juli. (WTB.) In der heutigen Sitzung der Volkskammer teilte bei der Etatsberatung der Abgeordnete Lipinski mit, daß am Donnerstag nachmittag ein Eisenbahnzug mit Gefangenen in Dresden an- gekonlmen sei. Diese angeblichen Gefangenen seien in neue englische Jnfanterieunifor-
men ^gekleidet und bewaffnet gewesen, habe der Zug ge-
Die polnisch-russischen wafsenftlllstands- verhandlungen.
Rotterdam, 23. Juli. (WTB.) Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London nieldet, wird amtlich-bestätigt, daß Polen die Sowjetregierung um einen W a f- fenstillstand ersucht und vorgeschlagen hat, die Verhandlungen darüber in G r 0 d n 0 zu führen.
Paris, 23. Juli. (WTB.) Nach einer Mitteilung des „Temps" hat gestern mittag 2 Uhr die polnische Regierung durch einen F u n k s p r u ch die Regierung von Moskau um ben Abschluß eines Waffen st ill st andes ersucht.
türlich angesichts der Tatsache, daß die Russen, nachdem sie den Njemen bei Grodno überschritten haben, sehr nahe an der ostpreußischen Grenze angelangt sind. Eine entsprechende deutsche Note ist auch in Paris abgegeben worden, worin besonders betont wird, daß unsere Grenzorte durch deutsche Einwohnerwehren verstärkt worden sind und daß auch in den Abstimmungsbezirken nur deutsche Abwehr organisiert werden dürfe. Die Franzosen ständen auf polnischer Seite und würden uns nur den Kampf ins Land schleppen. Die Russen scheinen die deutsche Neutralität achten zu wollen; der Berliner Vertreter der Sowjet-Regierung hat eine entsprechende Erklärung abgegeben. Rußland wolle mit Deutschland in Frieden leben, die wirtschaftlichen Beziehungen möglichst bald wieder aufnehmen und dächte garnicht daran, durch einen Einfall in Ostpreußen eine scharfe nationale Reaktion in Deutschland hervorzu- rufen. Wir sind nun gespannt, welche Bedingungen die Russen den Polen gegenüber stellen. Lloyd George hat erklärt, er wolle die Sowjet-Regierung auf die Probe stellen. Es kann auch umgekehrt kommen: daß die Westmächte eine ernste Prüfung bestehen müssen, denn im Ernstfall ist es durchaus nicht sicher, ob lediglich Materiallieferungen den Polen zur Rettung gereichen würden. Deutschland hat gar kein Interesse daran, den von der Entente konstruierten polnischen Pufferstaat unversehrt erhalten zu wissen; es wird darum etwaigen Durchmarsch- oder auch nur Durchfuhr-Gelüsten der Westmächte entschieden entgegentreten.
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Leider fyat die deutsche Regierung in den letzten Tagen auch der Wiener Regierung in einer Durchmarschangelegenheil eine Lektion erteilen müssen. Es handelte sich dabei um den Austausch österreichischer und russischer Kriegsgefangenen, der endlich nach Vereinbarungen zwischen Wien und Moskau vor sich gehen sollte. Die Berliner Regierung hatte den Heimtransport der Russen durch deutsches Gebiet gestattet, wurde aber darauf aufmerksam gemacht, daß unter einem Transport solcher Russen auch Bela K h u n, der bekannte Rätediktator von Ungarn, sowie andere politische Flüchtlinge von der ungarischen und Münchener Räteherrschaft sich befänden. Der Transport wurde angehalten und nach Oesterreich zurückgeleitet. In einer Auseinandersetzung mit der ungarisck)en Regierung, die ebenfalls gegen die Fortführung Bela Khuns Verwahrung einlegte, soll die österreichische Regierung diesen gelinden Schwindel damit zu rechtfertigen versucht haben, sie sei in einer Zwangslage, da sie den Moskauer Bedingungen sich fügen müsse, um den in Rußland schmachtenden Landsleuten endlich die Befreiung und Rückkehr zu ermöglichen. Wir vermuten, die Sowjetregierung wird sich schließlich damit begnügen, daß nur waschechte Russen die Fahrt nach dem Osten antreten, und der russische Rätebotschafter, der, sehr zum Aerger der Westmächte, in Wien beglaubigt ist, wird das „Mißverständnis" vielleicht aufklären.
11 10. Oktober in Beschlagnahmt das bei dieser ischaftsminister dn beteiligten ilandgesellschan >cs Reichswirt- det unter Mit-
wm 10. £(-' ichcibungen er- nkunst in Benter Michluk sgmchte iinbfii ahren wr bem teichs-GeseM 1 14. Septembn jung, pme die der Lpiuckab- Jannar 1919 f (§ 2 Absatz 1 MsmrtschK om 3. Mae 191 < ern berufen wr^ bafinbiM M schast angeboren.
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aus der letzten Anttoortnote der Sowjettegierlmgs geschlossen werde, in der es heißt, die Sowjet regierung könne keinesfalls zugeben, daß eine Gruppe von Mächten bie Rolle einer über den Staaten der Welt stehenden obersten Körperschaft einnehme. Curzon sagte dann über die Manoats- frage, es sei schwierig gewesen, sich über die den Deutschen in Afrika und den Südseeinseln ge nom menen Gebiete zu einigen. Mrt Frank reich seien Streitfragen über das Mandat für Dogoland imb Kamerun und mit Japan über das Mandat für die Inseln des Stillen Ozeans entstanden. Daß die Frage dieser Mandate dem Völkerbund noch nicht unterbreitet nnrrbe, habe seinen Grund darin, daß man wünschte, zuvor eine Einigung herzustellen, lieber die Zusammenkunft des Völkerbundes sagte Curzon, er glaube, daß die wirkliche Zeit des Bundes gekommen sein werde, wenn der Oberste Rat imstande sei, die gegenwärtig in seinen Händen liegende Arbeit nieder-ulegenl, Tann könne der Völkerbundrat in seine Fußspuren treten und könne dann seine Machtbefugnisse aufnehmen und seine Funktionen erfüllen. Er werde dazu um so eher imstande sein, wenn- zu diesem Zeitpunkte die Ministerpräsidenten und die Minister des Aeußern der großen Länder im Völkerbundrate von der Verantwortlichkeit, die jetzt im Zusammenhang mit der Arbeit der Friedenskonferenz auf ihnen liegt, befreit seien und ihre Sitze im Rate einnehmen könnten.
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Schritt, der in dieser Richtung möglich sei, sei I haftet. Die Erregung der Bevölkerung ist die schleunige Enttvaffmmg^ der geschlagenen^ sehr groß. Bor bem polnischen Houptquar-
Feinde. Auf die polnische Frage über» gehend, sagte Cui^on, es sei ein Fehler güvesen, daß der Völkerbund bei Beginn der polnischen Offensive sich nicht mit der Frage befaßt habe Auf Rußlands mutmaßliche Stellungnahme könne
i tri, die französische Gewaltpolitik in Syrien nSheißt und die Griechen in Kleinasien ge- iQren läßt. Wenn der anscheinend wieder allowegs genesene Präsident Wilson seine "fit platonische Liebe 5um Völkerbunbsideal riEter dadurch bewies, daß er eine Völker- Inrdsversammlnug für ben 15. November Pch Genf einberief, so barf man keinen fh-l großen Fortschritt bavon erwarten. Auch dr?. wirb der moralische Modeschneider für be Alliierten unb ihre Interessen arbeiten. 5m wirb sich wahrscheinlich weigern, an
Versailler Friebensvertrag auch nur eine IMt aufzutrennen; wenigstens ist bisher itcht verlautet, baß einer der Weltverteiler 'öch^im ober Reue empftmden hätte. Ob es ><te^ vielleicht bie Ereignisse bewirken 1 llterben, baß manches von dem unsinnig Zu- :sscnrmengeflickten wieber zerreißt? . . .
Die deutsche Regierung hat zu wrn polnisch-russischen Streit ihre i)8e itr alität erklärt. Das war ganz na
ss indiskret, etwas Näheres zur Beleuchtung kr „impertinenten" ober „unlogischen" Note senins unb Tschitscherins zu verratet tach wären bie russischen Bedingunb
Wochenrückblick.
Llvyb George hat im englischen Irterhaus mit sehr wenig Idealismus ge- prochen; ein ächzender Opportunismus »ircchhinkte feine Rede, in der er bie Welt- iifle mit billiger Tünche malte. Er fühlt >as von ihm so oft angerufene, jetzt über eine Methoben spottende Weltgewissen unb •r bemüht sich, in ben Ton biederen Wohl- vollens zurüc^ufallen. Aber er macht nichts jmt damit. Besonders bei uns Deutschen virb er mit dem gnädigen Lob unserer Unterhändler und mit dem rednerischen Zuckerbrot, »18 er uns nach brutaler Unterdrückung untrer Rechte noch verabreicht, wenig Eindruck rachen. Die Worte, mit denen er „billige ittb alberne Spöttereien über die bisherigen Konferenzen" abtun wollte, machen ihm keilen Ruhm. Er sagte: „Hätte die Konferenz in Spaa vor dem Jahre 1914 stattgefunden, tarn hätte es überhaupt keinen Ltrieg ge- xeben." Sollte das etwa ein Witz sein? Dann Mr er albern und für die englische An- naßung sehr bezeichnend. Vielleicht wollte lloifb George sich mit der Satire der „Daily ) Senil" auseinandersetzen, bie fünf fingierte •Briefe aus bem Posteinlauf eines Staats- nunnes während des nächsten halben Jahr- hinbcrt§ mitteilte, um bamit die unfruchtbare Politik^der Weltorbner zu geißeln. Das päre aber nicht einmal ber grimmigste Spott, len man am Tun ber „(Sieger" üben könnte, tnm es wirb in diesen Briefen nur eine /Hydra neuer Probleme gezeigt, unb einige „nwch nicht berücksichtigte" Orte geben An- Iicgungen unb Einladungen zu neuen Kon- jkrenzen. Inzwischen ist ja die von England »»geschlagene Londoner Konferenz, bie dazu bestimmt war, mit Rußland ins Seine zu kommen, nicht nur von ber Sowjet- legierung, sonbern auch von den Ranbstaa- ten abgelehnt worben. Lloyd George gab dazu einer sehr sauer-süße Erklärung ab. Glatt bie Moskauer Antwort einmal aufrichtig ihrem Inhalt nach wiederzugeben eher sie in der Presse abdrucken zu lassen, sthilft er sich mit Mätzchen. Millerand hat We russische Antwort als „impertinent" be- liichnet, Lloyd George will sie mir als „un- ' logisch" charakterisieren. Des Pudels Kern jiit jedenfalls, daß Rußland die hochtraben- leit Bedingungen Englands abgelehnt hat, Md Lloyd George im vollen diplomatischen Mtkzug begriffen ist. Er hat funbgetan, daß tie Polen den Rat erhielten, mit ber Sowjet- ie$ierung birekt wegen des Waffenstill- farides tn Verbindung zu treten. Ein eng- Wes Blatt, „Manchester Guardian", war
Lord Curzon über den Völkerbund.
Amsterdam, 23. Juli. (WTB.) In einer Rede im englischen Obeihause führte Staatsiekretär des Aeußern Lord Curzon mit bezaw auf den Völkerbund u. a. folgendes aus: Es ist rich- tig, daß der Völkerbunosrat das persische und armenische Problem nicht hat lösen können. Auch der Oberste Rat hat in dieser Frage feinen Erfolg gehabt. Dennoch hat der Völkerbund bereits"bewresen, daß er der Sache des Weltfriedens sehr wertvolle Dienste bitten kann. Man tat behauptet, der Oberste Rat erfülle Obliegenheiten, die eigentlich in das Bereich des Völkerbundes gehörten. Dies ist jedock nicht der Fall. Der Oberste Rat ist ein Rat der alliierten Mächte, oer die Aufgabe hat, bie Friedensverträge auszuführen. Der Oberste Rat hat in Spaa mehr Arbeit getan, als bei irgendeiner früheren Gelegenheit. Der Grund dafür war, daß er znm ersten Male mit den Deutschen an einem Tische Platz nahm. Tie Zusammenkunft mit ben Deutschen war auf eine Anregung des britischen Premierministers zurückzuführen. Sie hätte unmöglich vom Völkerbünde veranlaßt werden können, da Deutschland noch nicht zum Bunde zugelassen worden ist. Ter eigentliche Grundg^anke des Völkerbundes ist der, datz er ein Weltbund sein sollte. Es ist zwecklos, die 'peinliche Enttäuschung zu leugnen, die durch Fernbleiben der Bereinigten Staaten verursacht mürbe. Es ist zugegeben worden, daß die Arbeit des Bundes dadurch verkrüppelt worden ist. Keine Anstrengung ist unterlassen worben, um Amerika zur Aende- rung seines Standpiuiktes zu bewegen. Zur Frage der Zulassung der ehemals feindlichen Länder zum Bunde sagte Lord Curzon, es sei seines Erachtens wünschenswert, daß diese sobald wie möglich erfolge. Heber bie Ent- waffnungssrage führte Curzon aus, niemanb, ber die jetzige Lage der Dinge in Europa betrachte, kömie im gegenwärtigen Augenblick vernünftigerweise von einer Entwaffnung reden. Der einzige
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
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Gegen die Einsetzung einer französischen Gesandtschaft in München.
München, 23. Juli. (Wolfs.) In ber Sitzung des bayerischen Landtags kam der Ministerpräsident auch auf die Wiederbesetzung ber französischen Gesandtschaft München zu sprechen. Er erklärte: Die Frage der WiedererrülMng der französischen Gesandtschaft in München oder auch bei einem deutschen Land war seit langem Gegenstand eines Meinungsaustausches mit der Reichsregierung. Hierbei bestand Hebereinstimmung dahin, daß Artikel 78 Absatz 1 der Reichsverfassung, der die Frage der Beziehungen zu auswärtigen Staatest^ ausschließlich dem Reiche überweist, dem Bestand fremder Gesandtschaften bei den einzelnen Ländern entgegen steht, ferner, daß, wenn eintf fremde Macht auf Grund des Fri^ensveiitrageS eine GesandtsckMt bei einem deutschen. Lande sollte errichten wollen, ihr gegenüber auf diese Bestimmung zu verweisen wäre, daß es im übrigen aber Sache des Auswärtigen Amts bliebe, die Verl-anülimgen hierüber mit der in Frage stellenden auswärtiaen Viacht zu führen. Die bayerische Regierung hat sich hieran gehalten. Sie hat der frar^ösischen Botschaft in Berlin gegenüber auf deren Mitteilung von der Ernennung eines neuen französischen Gesandten für München, auf "ben vorerwähnten Artikel 78 Absatz 1 der Reichs Verfassung bezugnehmend, sie zugleich wissen lassen, daß das Schreiben wegen der Errichtung einer französischen Gesandtschaft in München eben im Hinblick auf die einschlägigen Bestimmungen der Reichsverfassung bem Auswärtigen Amt in Berlin übermittelt worden sei. Inzwischen hat sich der französische Gesa n d t e in Aiünckieni eingesunden und mir bei einer erbetenen Unterrebung Jein /Beglaubigungsschreiben überveichit, das ich infolge des Ergeb--, nisseseinermündlichenHnterrebung- mit bem bermaligen Reichsmini st er des Auswärtigen entgegen nahm. Ein anderes Verfahren wäre, wenn nicht unnötige Weiterungen entstehen sollten, nicht möglich gewesen. Ich bemerke, ber Verlauf der gegenseitigen Unter» rebung zwischen mir unb dem französischen Gesandten war nach beiden Seiten hin durchaus torreft.
München, 23. Juli. (WTB.) Bayerischer Landtag. Im Zusammenhang mit der Erklärung des Ministerpräsidenten betreffend dir französische Gesandtschaft in München gab die sozialdemokratische Fraktion eine Erklärung ab, die u. a. besagt, daß bie Einsetzung ein es bevollmächtigten Gesandten Frankreichs in München in den weitesten Kreisen der bayerischen Bevölkerung bie lebhaftesten Befürchtungen hervorgerufen hat. Diese Besorgnis wurde verstärtt durch die Worte, mit denen ber französische Ministerpräsident Millerand in der französischen Kammer dieses Vorgehen feiner Regierung begründete. Unter dem Vorwande, die deutschen Stämme vor ber preußischen Hegemonie schützen zu wollen, proklamierte Millerand bie unverlstlllte Absicht, über München und durch die Beeinflussung des bayerischen Volkes sich in den inneren Angelegenheiten der deutschen Republik einzumischen. Wir nehmen heute von ber heutigen Erklärung des Ministerpräsidenten /Kenntnis, daß ber Art. 78 oer Reichsversassung auch für Bayern maßgebend sei. Wir bedauern jedoch lebhaft, aus den Worten des Ministerpräsidenten nicht entnehmen zu können, baß er bei dem Empfang des Herrn Darb unbeschadet der Wahrung der Formen der internationalen Höflichkeit, eine förmliche und feierliche Rechtsverwahrung auf Grund des Art. 78 der Reichsverfassung abgegeben hat. Wir bedauern ferner, angesichts des ungebükMchen Vorgehens oer ftanzösischen Regierung, daß ber Ministerpräsident nicht sofort durch eine amtlich: Erklärung die Beiorgnis im Volke serftreutc. Wir erklären auch bei dieser Gelegenheit, baß alle Versuche, die Einheit und GeschLossenhett der deutschm Republik und des deutschen Volkes zu unter wühlen, unb zu stören, den g e sch l 0 s s e- nen Wider ft and der Sozioldemokratte und der Arbeiterschaft finden wird.. Von der tabtreten Regierung erwarten wir, baß sie die Reichsregrermtg ersucht, durch geeignete Schritte beim Oberiten mal ber Entente die Abberufung des sranzöttichm Gesandten in München zu bewirken.
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Der Siebener Anzeiger »scheint täglich, außer 5)nn- und Feiertags.
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laufen, ber ebenfalls mit uniformierten bewaffneten englischen Soldaten besetzt gewesen sei. Die Züge seien als Lebensmittelzüge deklariert, es handele sich offenbar um einen Bruch der deutschen Neutralität. Die Soldaten hätten unverweilt entwaffnet urtd interniert werden müssen.
Der Ministerpräsident Buck erwiderte, er habe Donnerstag ein Telegramm aus Berlin erhalten, worin um ben Durchttansport tschechischer Gefangenen aus Rußland, die zu Schiff nach Hamburg gelangt seien, gebeten wurde. Im ganzen seien drei Züge durch Dresden gekommen. Nach Ansicht der Regierung dürften Tschechen in den Zügen gewesen sein, da mit ihnen in ihrer Muttersprache gesprochen wurde. Ob noch anbere Ausländer in den Zügen waren, sei nicht bekannt. Auffallend sei, daß die Truppen neu ein» gekleidet und bewaffnet nxrren. Sollte es sich um englische Soldaten handeln, die nach Polen gelangen wollten, so wäre dies eine Gewaltanwendung gegen Deutschland und die Eisenbahner würden in diesem Falle den Transport unmöglich zu machen wissen.
Der Schutz der Ostgreuze.
Königsberg, 23. Juli. (WTB.) Vorn Oberpräsidium wird uns zur äußeren Lage in der Provinz mitgeteilt: Der Stoß der lVlschewistischen Truppen ist nach alten hier vorliegenden Nachrichten auf .Warschau gefallen. Es ist unwahrscheinlich, daß Truppenab- zweigirngen zum Zwecke des Angriffes aut Oft» preu feen stattfinden. Diese Möglichkeit wird aber dauernd im Auge behalten Und scharf beobachtet. Auch für den Fall des Eintveftens von Flücht- lingen ist gesorgt. Erschwert werden die ostpreußt- schen Abwehrmaßnahmen dadurch, daß über das Abstimmungsgebiet die interalliierte Kommission das Recht der Staatshoheit ausübt. Die Genehmi- guitg zum Einmarsch deutscher Truppen in das Abstimmungsgebiet, die beantragt ist, ist noch nicht erteilt. Inzwischen übernimmt dort die Sicherheitspolizei, die im Abstimmungsgebiet verhältnismäßig stark ist und tm Augenblick noch verstärkt wird, den Grenzschutz. Die, Reichswehr ist bereits so verlegt worden, daß sie in der Nähe der Gefahrenstellen konzentriert bleibt, um bei Grenzverletzungen sofort vorgeworfen werden zu tonnen.
Polnische Wirtschaft
Allen stein, 23. Jnli. (Wolff.) Morgens gegen 9 Hhr über fuhr, wie bas „Volksblatt" meldet, das Automobil des pol- nifcherr Generalkonsuls Fürsten CKartorys- ki, das sich auf dem Wege von Warschau irach Allenstein befand, in der Hohensteiner Sttaße drei Kinder im Alter von 12, 10 und 9 Jahren und verletzte sie schwer. Im Automobil befanden sich neben Revolvern und Gummiknüppeln auch acht zum Teil geleerte Kognakflaschen. Anscheinend hat der bettunkene Kraftwagenführer die Gewalt über den Wagen verloren. Die 2Ä>lksmenge verprügelte' die drei Insassen des Autos, darunter den aus Allenstein stammenden Dr. v. Langvwski, gründlich. Drei Polen einschließlich des Kraftwagenführers wurden ver-
i MO) waren tue russtsck)en Bedurgunben gar- rM so gelinde, ©ie verlangen bie unbe» limgte Hebergabe der Halbinsel Krim mit cll»m militärischen Vorräten und charakteri- : 'stören den sogenannten Völker bund ganz iHtitz als einen „Bund der alliierten üe-gierun gen", mit dem die russische Re- **w**||cirmrng nichts zu tun haben wolle. Dieser ^„Unli jhoel Md" habe ja auch, trotz der Vülkerbunds- (111 jjUÖM» IHM gen, nichts Ernstliches getan, um Polen „.„.ttflfl, 24- S® feinen Angriffsplänen zurückzuhalten, dünkt, das ist durchaus logisch, und wtt hochmüttger Siegerwahnsinn kann die Anwendung „impertinent" nennen. Auf eine Imfrage im englischen Unterlaufe, warum :ic Intervention des Völkerbundes in dem Asnsch-polnischen Streit nicht eher anqerufen twrben sei, erklärte Lloyb George die letzte n^^I???Eaus habe große Mißachtung pa den Völkerbund zum Ausdruck gebracht' kft hätte — logischerweise t- sagen müssen: ic den Völkerbund, wie England und Eankreich ihn meinen! Für ben ökerbunb, ber gegen fast alle „Punkte" ii.Isons gesündigt hat, neuerdings Mesopo- nrien dem englischen Gewaltwört überlie-


