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Artikel I.

Tie Verordnung über Pferdefleisch und Ersatzwurst vom 22. Mai 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 467 wird wie folgt geändert:

1. $ 2 erhält folgende Fassung :

,,Als Richtpreis für den Verkauf von Schlachtpferden wird für je 50 Kilogramm Lebendgewicht ein Preis von 200 Mark festgesetzt. Ter Preis gilt ab Stall des Verkäufers.

Tie Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden können mit Zustimmung des Reichsministers für Er­nährung und Landwirtschaft Abweichungen von diesem Preise für ihren Bezirk oder Teile ihres Bezirks vorschreiben und die Schlachtpferdc in Klassen mit gesonderten Richtpreisen eiiwrdnen. Maßgebend ist der Richtpreis des Bezirks, in dem sich die Pferde zur Zeit des Vertragsabschlusses befinden."

2. Dem § 5 wird folgende Vorschrift als Abs. 3 angefügt:

Tie Verniischung von Pferdefleisch mit einer der im Abs. 1 genannten Flcischarten zur Herstellung von Frischwurst ist ver­boten."

Artikel II.

Tiefe Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.

Berlin, den 4. Juni 1920.

Ter Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft.

__________________Dr. Hermes.____________________

Bekanntmachung.

Ten Dienst des nach Groß-Gerau versetzten Assistenzveterinär­arztes Dr. Monnard hat mit dem 18. Juni 1920 der Veterinap- arzt Dr. Stein als Assistenzveterinärarzt übernommen. Seine Wohnung befindet sich West-Anlage 511 'Fernsprechanschluß-Num­mer 55).

Gießen, den 19. Juni 1920.

bbreisamt Gießen.

Dr. Usinger.

Betr.: Turnunterricht.

An die Schulvorstände des Kreises.

Wir erinnern wiederholt, soweit iwch nicht geschehen, an die Erledigung unserer Verfügung vom 7. Mai 1920 mit Frist von 8 Tagen. (A.-V.-Bl. Nr. 65 vom 17. Mai 1920.)

Gießen, den 7. Juni 1920.

Kreisschulkommission Gießen. ___________________________Dr. Usingcr.___________________________ B e t r.: Tie Tagegelder und Reisekosten der Ortsvorstandsper jenen in den Landgemeinden.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Das nachstehende Amtsblatt des Ministeriums des Innern Nr. 1 bringen wir zu Ihrer Kenntnis und cmpfehlm dessen Beacl^ hing bei Vorlage der Tagegeldcrverzeichnisse am 1. k. Mts.

Gießen, den 21. Juni 1920.

Kreisamt Meßen. I. V.: Tr. Heß.

Zu Nr. M. d. I. 12 278. Darmstadt, den 1. Juli 1920. Betreffend: Tie Tagegelder und Reisekosten der Ortsvor­standspersonen in den Landgemeinden.

Das Ministerium des Jnucru au die Kreisämter.

Auf Grund des Art. 83 Abs. 1 der Landgemeindeordnung treffen wir für den Bezug von Tagegeldern und Reisekostenvergü­tungen durch die Bürgermeister und Beigeordneten der Land­gemeinden unter Aufhebung der Vorschriften unseres Amtsblatts Nr. 2 vom 14. Januar 1906 mit Wirkung vom 1. April 1920 ab die nachstehenden Bestimmungen:

1. Ein Anspruch auf Tagegelder besteht nur für^den Fall, daß Ticnftgeschäfte außerhalb der Ortsgemarkung der Wohnge­meinde Lor genommen werden und das einzelne Geschäft ein­schließlich des Hin- und Rückwegs einen Zeitaufwand von mindestens 3 Stunden erfordert.

Reisekosten werden unter sonst gtekljen Voraussetzungen auch bei kürzerer Tauer des Geschäfts vergütet.

2. Das Tagegeld beträgt, wenn das Dienstgeschäft einschließ­lich des Hin- und Rückwegs mindestens 3, jedoch weniger als 6 Stunden dauert, 5 Mk., bei längerer Dauer 10 Mk.

3. Erfordert das Dienstgcschäft einen Zeitaufwand von mehr als einem Tage, so werden im Falle auswärtiger Uebernachtung' für jede Uebernachtung 10 Mk. vergütet.

4. Zur Anpassung der Beträge unter Ziffer 2 und 3 an die Veränderungen in der allgemeinen Wirtschaftslage ist ein veränderlicher Teuerungsznschlag in dem gleichen Verhält­nis zu gewähren, wie er jeweils nach Art. 18 des Gesetzes über die Besoldungen der Staatsbeamten festgesetzt ist.

Dieser Tcuernngszuschlag beträgt ab 1. April 1920 50 Pro­zent. Von späteren Aenderungen sind die Bürgermeistereien in Kenntnis zu setzen.

5. Für die Vornahme verschiedenartiger Geschäfte an einem und demselben Tage kann nur einfaches Tagegeld gerechnet werden. Das Tagegeld ist auf die einzelnen Tienstgeschäfte im Verhält­nis des Zeitaufwandes zu verteilen, falls es zu Lasten verschie­dener Kassen zu verrechnen ist.

6. Als Reisekostenvergütung können für jeden angefangenen Kilo­meter der kürzesten Straßenentfernung des Geschäftsorts von»

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Wohiwrt 30 Pf. an gesetzt werden. Hierbei werden Hinivog und Rückweg je besonders gerechnet.

Soweit Eisenbahn oder Tampfsckstff oder Postverbindungen vorhanden sind und deren Benützung dienstlich? Gründe nicht entgcgenstehen, fällt die obige Reisekosten Vergütung weg, und es werden dafür die wirklich aufgcwendcten Auslagen für die Eisenbahn =, Dampfschiff- ober Postfahrt ersetzt.

7. In einzelnen und außergewöhnlichen Fällen kann das Kreis- aml auf Antrag des Gemeinderats Tagegelder, Uebernachtungs- gebühr und Reisekostenvergütung nach höheren Sätzen ge­nehmigen.

8. Die Verzeichnisse der Tagegelder- und Reisekostenvergütungen sind vierteljährlich innerhalb 14 Tagen nach Ablauf des Kalendervierteljahres dem Kreisamt zur Genehmigung vorzu­legen. Sie müssen alle Angaben enthalten, die den Ansätzen zugrunde liegen (Tag und Stunde der Abreise unb der Rück­kehr, Bezeichnung und Ort des Geschäfts, die Entfernung nach der kürzesten Straßenverbiirdung in Kilometern, bie An­gaben, welche Wagen- ober Tampfschiffklasse benutzt würbe ober warum bie bestehende Eisenbahn-, Tampfschisf- ober Post- verbindung nicht benutzt werden konnte vergl. lsterzu das dem Amtsblatt Nr. 2 von 1906 beigegebene Muster7"Tie Auszahlung kann erst nach Genehmigung erfolgen.

Die vorstehenden Bestimmungen finden entspreck>ende An­wendung bei den auswärtigen Dienstgeschäften der Mitglieder des Gemeinderats (Art. 90III LGO.>, der Mitglieder der Deputationeit und Kommissionen, die nicket Mitglieder des Gemeinderats sind, »mb des Gemeinderechners.

I. V.: Hölzinger.

Betr.: Einsendung der Tage- unb Handbuck-auszüge.

An die Gemeinde-, Mark-, Kirchen- und Stiftungsrcchner sowie an die Rechner der isr. Religionsgemcindcn des Kreises.

Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 5. Februar 1917 an bie Gemeinberechner bes Kreises machen wir auf bie Ein- senbung ber am 1. k. M. fälligen Tage- unb Hanbbiickfsanszüge aufmerksam und erwarten bestimmt Vorlage bis spätestens 15. k. M.

Eine Befreiung von dieser Auflage kann nicht erfolgen. Gießen, den 19. Juni 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Heß.

Betr.: Gesuch der Feuervisitatoren um Erhöhung der Gebühren. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger^ mcistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir erinnern wiederholt an die Erledigung unserer Verfügung vorn 10. Februar 1920 (A.-V.-Bl. Nr. 22 vorn 13. 2.201.

Gießen, den 18. Juni 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Heß.

Bekanntmachung.

Betr.: Ansteckender Scheidenkatarrh unter den Rindvichbestän- den der Gemeinde Weitershain.

Ter in ber Gemeinde Weitershain ausgebrochene ansteckende Scheidenkatarrh ist erloschen.

Tie ungeordneten Sperrmaßregeln werden hiermit aufgehoben. Gießen, den 16. Juni 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen.

Bekanntmachung.

Betr.: Ansteckender Scheidenkatarrh unter den Rindviehbestän- ben der Gemeinde Beltershain.

Unter den Rindviehbeständen ber Gemeinbe Beltershain ist der ansteckende Scheibenkatarrh festgestellt worben.

Tie erforderlichen Sperrmaßregeln würben von uns ange- orbnet.

Gießen, ben 16. Juni 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: v. G e m m i n g e n.

Bekanntmachung.

Betr.: Schweinerotlauf zu (Brünberg; hier: unter dem Schweinebestand des Georg Karl Kehr und Philipp Kehr in Treis a. d. Lumda.

3n dem Gehöfte des Georg Karl Kehr und des Philipp Kehr in Treis a. d. Lumda ist unter dem Schweinebestand der Schweinerotlauf festgestellt worden.

Die Sperrmaßregeln find angeorbnet worden.

Gießen, den 16. Juni 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen.

Tienstnachrichten des Zrreisamtes.

Unter dem Viehbestände des Landwirts Wilhelm 5t u hl b o r sch zu Katzenfurt ist die Maul- unb Klauenseuche amtlich festgestellt worben.

Der Friebrich Wilhelm Kreiling II. zu Heuchelheim wurde heute zum Nachtwächter für die Gemeinde Heuchelheim vor dem Kreisamt Gießen eidlich verpflichtet.

Ter Ludwig Opper II. von Ettingshausen ist heute von uns zum Hauptmann Der Pslichtfeuerwehr der Gemeinde Ettings­hausen verpflichtet worden.

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