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der Lebensmittelpreiie, Die roarerbtng* in vielen Städten »u schweren Untuten geführt haben.

Berlin, 24. Juni. Äe Bürgermeister der größeren Städte der Rheinprovinz kamen in Bonn zusammen zur Besprechung der Maß­nahmen gegen die Wucherpreise von Obst und Gemüse. Sie richteten eine Eingabe an die rheinische Landwirtschaftskammer, mich ihrer­seits Schritte zu unternehmen, um auf eine andere Preisgestaltung hinzuwirken.

Berlin, 24. Juni. Wie dem Berl. Lo­kalanzeiger aus Krefeld berichtet wird, hat die belgische Besatzungsbehörde infolge der Lebensmittelunruhen angeordnet, daß bis einschließlich nächsten Sonnabend die Gastwirtschaften usw. um 91/? Uhr abends geschlossen und um 10 Uhr abends die Straßen vollständig geräumt sein müssen. Die Polizei verhaftete bisher über 50 an den Plünderun­gen beteiligt gewesene Personen.

Stuttgart, 23. Juni. (Wolff.) Bei den gestrigen Unruhen in U l m wurden sechs Polizisten zum Teil sehr erheblich verwundet. Auf Seiten der Demonstranten sind fünf Tote zu beklagen. Die Zahlen sind nochpicht end­gültig festgestellt. Aus Ravensburg werden zwei Tote und zwanzig Verwundete gemeldet.

Stuttgart, 23. Juni. (Wolff.) Zur Wie­derherstellung der gefährd den Sicherheit und Ord­nung hat das Staiatsministerium im Obek­amt s bezirk Ulm den Belagerungs- z u st a n d eingeführt.

A>cr,te und Krankenkassen.

Berlin, 23. Juni. (Wolfs.) Die Verhand­lungen, die am 21. Juni im Reichsarbeitsnrini- ftcrimn zur Beilegung der Streitigkeiten der Kassenärzte mit den Krankenkassen statt gefunden haben, führten zu einer völligen U e d e r e i n st i m m u n g. Tie teiterseiligen Or­ganisationen werden die nötigen Weisungen er­gehn lassen, wann der vertvagslose Zu stand auf- 8u beten ist.

Der württembergischc Landtag.

Stuttgart, 23. Juni. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des Landtages wurde ter bis­herige Kultusminister, Abgeordneter Dr. Lieber mit 52 von 97 anwesenden Abgeordneten zum Staatspräsidenten gewählt. Hizher hat die Wahl angenommen. Der frühere Landtagspräsident Dr. K raut erhielt 27 Stimmen des Bauern­bundes und der Bürgcrpartci. Die unabhängigen Sozialdemokraten enthielten sich der Stimme.

Die Thüringer Laudtagswahlrn.

Weimar, 23. Juni. (WTB.) Das amt­liche Ergebnis ter Thüringer Landtagswah- len kann erst am nächsten Mittwoch tekanntgegoten metben. Bis jetzt sind folgende Zahlen bekannt: Denlschnationale 45 122 Stimmen (3 bis 4.Sitze), Deutsche Bolt.Partei 104 077 Stimme (8'Sitze), Demokraten 58 142 Stimmen (45 Sitze), So­zialdemokraten 132 784 Stimmen (11 Sitze), Un­abhängige 182 865 Stimmen (15 Sitze), Thü­ringer Landbund 134 487 Stimmen (11 Sitze), Kommunisten 8434 Stimmen (keinen Sitz). Es stehen noch 12 bis 15 kleinere Orte aus, die aber an dem Ergebnis nichts wesentlick)es ändern.

Berlin, 23. Juni. (WTB.) Am 31. Juni fährt ter Dampfer der Deutsch-Ost- a f r i k a L i n i eBaltik" > 3900 Tonnen groß, ton Hamburg mit Passagieren und Fracht nach Südwestafrika. Er läuft die Häfen Walfischbai und Lüteritzbucht an.

Aus Hessen.

dt. Worms, 21. Juni. Der Verein hessi­scher Landesprodukten-, Mehl- un-d F u t t e r m tt t cl h ändlcr , E. V. (Sitz Worms) nahm in seiner letzten Mitgliederversammlung zur Frage ter Sicherung der Dolksernährung folgende Stellung:Der Verein hessischer LanteSproduk- teir-, Mehl und Futtermittelhändler, E. V., steht nach wie vor auf dem Standpunkte, daß der Handel mit laiidwirtschastlichen Erzeugnissen aller Art so bald als möglich wieder freigegeben lverten sollte: 'r erkennt jedoch an, daß bei ter heutigen Lage der Verhältnisse die Beibehaltung ter Zwangs bcIrHrtK-iftung teS inländisckien Bnügvtzrektes für teo Ernte ja hr 1920/21 noch notwendig ist. Er spricht sich dagegen sehr entschieden gegen die Ein- führmrg des von einem Teil der landwirtschaftlichen Crzeugerorganisationen vertretenen Umlagever'fah- rens aus, lveil eine Aenterung des Systems unter ten heutigen Verhältnissen ohne Ztveiftl $u einem vollständigen Zusammenbruch der Zwangsbewirt- sä,rftung und zu einer schwanen Gefährdung der Volksverso grng führen ivürte und das Umlagever- sahren keineswegs geeignet erscheint, das heutige System zu ersetzen. Die Mitglieterversammlung. spricht sich auch gegen die Neuregelung ter Star* tvfseltewirtschastung ans der Grundlage des Ilm* lagcv'rfabrenö aus. Nacktem die zentralisierte Ein­fuhr sich ihrer Ausgabe nicht vollkommen gewachsen gezeigt hat, ersckeint es dem Verein unbedingt not- wciidig, daß der vor Kriegsausbruch tätige legi-* time Yßüreidceinfuhrhantel ivicter zur Einfuhr zu- gelassen wird."

Aus Statt ttttö Land.

Gießen, den 24. Juni 1920.

3unt Jammer iuii Einmachzucker.

1 ÄommunalDetteutb Gießen, Kreisvcrtei- lungssteUe, schreibt uns: In enter Notiz des Gie- teuer Anzeigers Nr. 144 vom 22. 6. 20 wird dar- auf mngennesen daß in den tenachterrtm Städten wrc .Yticbterg, Bad-Nauheim, Fvankfurt und Boi>- Vomburg ^nmachzncker zur AuSgate gelangt.

< q) 5. temerkcn dazu, daß Emmaä^ucker von vor .tinckspelle nicht zngeivi fen wird und sogar damit zu rechnen ist. daß uns infolge ter Zucker- M?l'b lt für die txer letzten Bdonate de>. Wirt schaUSwhves nur die feitber für drei NL-mate zu- geiviciene Menge zugeteilt tocrocn kann, also auf 5mpl bvr Bevölkerung 2250 (tzramm = ca

560 ©rajuni pro Dtonat. Wir Katen jedoch die M?sucht, emo Kilrzung ter feitberigen Monats menge oen 750 Gramm nicht vorzirnehrnen, son- b.sselte aus einer zur BerfÜmmg stehenden Rücklage aufrecht zu erlxiltvn, wodurch der Be völkerung rdmfalls je V , Pfund Zucker außer ter anteiligen Menge zugewieftn iweben, iwmt die Zuteilung auch nicht unter der Beieichnuna Ein­machzucker erfolgt.

Ter Zufall will es, daß uns <>cmte Tolgenoe Mitteilung einer hiZig.ii Groscho

firma zugeht, die in diesem Zusammenhang gewiß i Schülerinnen bestimmt, die unter den gleichen nicht ohne Interesse ist Wir dürfen wohl auch I Voraussetzungen die Schule zu Michaelis ver- hier-u eme Aufklärung des Kommunalverb-anoes lassen. Uebrigbleibende Abdrucke werden für

erwarten.

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Auf ein eingehend begründetes Gesuch um Einfuhrerlaübpis für eine ihr zum Kauf angebotene Partie Einmachzucker erhielt eine hiesige Großhandelsfirma von Berlin aus fol­gen ten kurzen Bescheid:Emfuhrerlaubnis von Auslandszucker kann Einzelin.eressenten nicht ge­geben werten. Wir müssen daher Ihren Antrag ablehnen. ReichszuckerauSaleictezeftllfckiast." Viel­leicht versucht das hiesme Lebensmittelamt, das man wohl als Ernzelmteressenten nicht be­zeichnen kann, einmal sein Glück bei der für die Einfuhrgenehmigung in Betracht kommenden Ber­liner Stelle.

Veranstaltungen.

Donners tag, 24. Juni: Hotel ErNhorn, 81/4 Uhr, Gastspiel Paul Buchwald. Nene Hula, 8 Uhr, Kvm mernrusikabend des W<rrtburgvereins. Schöne Aussicht, 8 Uhr, 3. AbvimementsLmzert ter Reichswehrkapelle. Hotel Gvoßl-erzog, 8l/> Uhr, Mitgliederversammlung' ter Temokratisrt^n Partei. Aguarrum, 8*/2 Uhr, Hauptversamm­lung des Tierschutzvereins. Lichtspieltheater wie gestern.

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** Die Not der geistigen Arbeiter. In einer Akademikerversammlung in München stellte ter sozialdemokratische Landtagsobgoordnete Rechtsanwalt Saenger fest, daß in Bayern verdient: eine AborUvärlerin 5948 Mk., ein La­ternenwärter 6635 Mk., ein Tagelöhner 10 375 Mark, ein Vorarbeiter 12 496 Mk. und ein Spe- ^ialarteiter 14 746 Mk.; demgegenüber begännen in Preußen ordentliche Universitäts- Professoren mit 4200 Mk Jahres gestalt, außerordentliche mit 2600 bis 4800 Mk. In Bayern lägen die Verhältnisse nicht te-ffer. Es gebe an ter Akademie der Wissenschaften Assistenten, die einschließlich Teuerungszulage mit 2700 Mk. sich durchhungern müßten, und da­bei seien das Leute, die im Alter von 35 bis 40 Jahren ständen und Familie hätten. Ein Metall­arbeiter int 20. Lebensja'hr habe heute mchir Ein­kommen als ein am Anfang seiner Laufbahn stestenter Universitätsprofefsor. In Hessen lie­gen die Verhältnisse auch nicht anders.

** Hühnerdiebstahl. In der ver­flossenen Nacht wurden gegen 2 Uhr aus dem Hofe des Dachdcckermeisters Kcöck, Rodhei- merstraße 25, 11 drei Wochen alle Hühner, sieben weiße und vier graue, gestohlen. Da der Dieb die Tiere offenbar zu veräußern suchen wird, wird hiermit vor Ankauf ge­warnt.

** Der Preisabbau scheint nunmehr auch im Kleinverkauf der Konfektions­branche zutage zu treten. Im Zusammenhang hiermit verwchen wir auf die Ankündigung einer Gießener Konfektionsfirma im Anzeigenteil ter heutigen Nummer.

ot X* 6 abe bo n Käse. Freitag, den 25. Juni wird tn ter Verkaufsstelle ter Molkerei G JKUikfurter Straße, .an die Bezirke 9 und 12 Käse ausgegeben.

** (Sin beneidenswerter Spiel- plan. Der Spielplan des MarburgerSom- merthraters unter ter rührigen Leitung seines Direktors Otto Henning (ter bekanntlich im Winter in Gießen in einer Gastspielaufführung des frankfurter Neuen Theaters ganz hervorragend die Hauptrolle in DehmelsMenschenfreunde" fpielte) hält sich andauernd auf einer geradezu vorbildlichen Höhe. Nachdem vor kurzem ter erste Teil des Faust sogar zweimal gegeben werten konnte (mit Otto Henning als Mephistopheles), gastierte gestern abend der bekannte Schauspieler Ernst Deutsch von den Berliner Neinhacdt- bühnen als Oswald in IbsensGespenster n". Morgen abend wird die Wetekindsche Kinter- tiagödieFrühlings Erwachen" wieder­holt. Am Sonntag wird zum erstenmal auf ter neugeschassenen Waldbülmo hinter tem Kaiftr- Wilhclm-Turm GoethesIphigenie" durch das Sommertheater ausgeführt und am Montag gibt eine unserer besten Schauspftlermmen, Maria

?om Deutschen Theater in Berlin, ein Gastspiel inE l g a" von Gerhart Hauptmann.

Das vorherige Belegen von P ätzen in den zur Abfahrt bereitstchenden Zügen war auch schon bisher N i ch t r e j sc n - den (Inhabern von Bahnsteigkarten) nicht ge­stattet. Das Recht zum Belegen steht nach wie vor nur dem Reisenden selbst zu. Jedoch ist neuerdings gestaltet, daß er außer für sich auch für jebe .mit ihm reisende Person einen Platz belegen darfDurch die am 1. Juni 1920 emgetretene Aenderung der Eisenbahndcr- rehrsordnung werden nur die Fahrpreiszu- schlüge erhöht, die zu zahlen sind, wenn keine gültige Fahrkarte im Zuge vorgezeigt werden kann. Danach hat ter Reisende, der sich n i ch t unaufgefordert meldet, ab 1. Juni 1920 für die von ihm ohne gültige Fahrkarte zu- ruckgelegte Strecke wenn die Zuaangssta- tion nicht sofort unzweifelhaft nachgewiesen werden kann, für die ganze, vom Zuge zurück- gelcgte Strecke das Doppelte des Fahr- preifes m i n de ste n S j e d o ch 20 M k. (statt blster 6 Mk.) zu entrichten. Ebenso Hal nun­mehr 20 Mk. statt bisher 6 Mk. zu entrichten, wer ohne die Absicht mitzureisen in einem zur Abfahrt bereitstetenden Zuge Platz nimmt, ferner ist der Zmchlag von 1 auf 3 Mk. für btc Reisenden erhöht worden, die u n a u f g e - fo r der t dem Schaffner oder Zugführer mel- ben' daß lic Teure Fahrkarten haben lösen kön« neu Die Bestimmung, daß lctztercnfalls nicht mehr als das Doppelte des Fahrpreises zu zah­len ist wlenn dieser weniger als 3 M be­tragt, ist unverändert geblieben. ' .

»Die Verteilung der Reich!. ?anSch«lcr. Die Verteilung der Reichsverfassung an abgehende Schüler konnte zu Ostern nicht, wie dies vorgesehen war, erfolgen, da die nötigen Stücke noch nicht gedruckt waren. Inzwischen sind die Abdrucke ausgehändigt worden, so daß sie nachträglich ausgehandlgt werden können, soweit dies mög­lich ist. Jwer Schüler und jede Schülerin OK tncrii aus der Volks- oder mittleren

die Zukunft aufbewahrt.

** Der Zirkus W. Althoff veranstaltet morgen abends 8 Uhr, feine Gala-EröffnungS- vorskllung.

** Licht-, Lust- und 5 o n n e ti! u r c n.

allen Kreisen, die für die Volksgesundheit tätig lind, hat das Licht-, Lufr- uns Sonnenbad längst eine beachtenswertcStetlung cm icnomnien toiDbütt ist die Einsicht in bat Segen ter billigen Luft- und Gönnen Euren noch immer nicht genug verbreitet. Immer allgemeiner ist in den letzten Jal)vai von ter Wissenschaft anerkannt Worten, welche un- tel-euere Bedeutung für oft Gesundheitspstege des Körpers und Geistes eine gründliche Hantpsleg.' be­deutet, und daß neben einer sorgfältigen Reinhal­tung ter Haut, das Baten in freier Lust imb Sonne von außerordeMlich seaensreichem Einfluß für die Gesunderhaltung des Körpers ist. Nach den Fest­stellungen einer großen Anzahl von Aerzten wird dadurch die Seuchensestigkeit des Menschen außer­ordentlich erhöht, der Körper von schädlichen Delbst- giften gereinigt und so vorbeugend einer Schar von .Örnnüfciten ter Boten entzogen. In terKöln. Zeitung" verössentlicht Sanitätsrat Dr. Hartlbpf wertvolle Hinweise auf die gesundheitliche Wirkung des Sonnenlichts. Er macht u. a. daraus aufmerk­sam, daß Tuberkelbazillen, toerni man sie 510 Stunden ans Fenster stellt, zugrunde gehen, im grellen Svmienlicht schon in einer Stuickc. Krank- machente Bakterien (z. B. Diphtherie-^ Typhus-, Milzbranderreger) gehen durch Einwirkung der Sonne gleichfalls raich zugrunde. Sanitltsvat Dr. Hartkvps stehl in bat ^xwtnenbätem die einfachste Art der Heilamvendung. Gelegenheit zum Lust- und Sonnenbade ist auch in Gießen gegeben.

** Der Bundzur Pflege von Musik und Literatur verammelte gestern zu einem musikalischen UnteLhaltmigsabend anläßlich seines sechsjährigen Stiftungsfestes in ter Neuen Aula der Universität seine Mitglieder, Freunde uiti> Gönner. Erfreulicherweise war noch manchem Gießener Mustkframd Gelegaiheit gegeben, oen recht gut verlaufenen Abaid zu besuchen. Alle Bo tciligten trugen. ihr Bestes dazu bei, die in statt­licher Zahl erschienenen Zühörer zuftiedenzustellen, wie der reichliche von Herzen kommende Beifall öfters beivies. An erster (Stelle genannt zu werten verdient ter 'hiesige wesentlich verstärkte Orchester­verein unter der taktfesten verständnisvollen Lei­tung seines Dirigenten des Herrn Musil'lehrers W. 0)ern'hardt. Tie mächtige (Sgutuntoutertüre stellte eine vorzüglick-e Leistung dar, hinter der die be­kannten Schubert'schen Militärmärsche 'imb die seb- len gehörte Ouvertüre Heimkehr aus der Fremde nicht zurückstanden. Tie in der tiefen Lage recht klangreiche Stimme des Konzertsjämgers .Herrn E. Schuchard kam nach Ueberwindimg anfänglicher Be- fangestheit erst in den Wagnevaricn voll zur Gel­tung. Auch Herr Musilleltrer W. Sck)ättler (Vio­line) TjaTT wesentlich den Erfolg des Abends zu sichern. Musikalische und geistige Beherrschung be­wies sein Vortrag der unvergänglich schönen Fnlur- stiiomanze; aber auch die an die Technik große Ain- fiorterung stellende Faustfantasie von Sarasaäe kmete recht sicher und sauber Mm Vortrag ge- lwocht. Endlich sei noch die vortreffliche Begleitung des Herrn F. Habenicht erwähnt, ter die gesang­lichen wie instrumentalen Tarbietungen mit sein- Eiger AnpassungsMigkeit stützte. Allen Teil- nehmevn sei 'hiermit herzlichst gedankt. (Stiert großen Teil des Erdiges darf aber vor allem der Bund zur Pflege von Musik und Literattrr in Anspruch nahmen. J'hm wünschen wir, daß es khm vergönnt sei noch manches Wiegenfest durch solch sck>öne ,Abende M feiern. Eine Vereinigung, die in den. sckyveren Kriegsz-eiten ins Leben treten bannte und bie sich ein so schönes Ziel zur Aufgabe gestellt hat, wird und muß stets Unterstützung finden, zumal wir ihr fo manchen schönen Dichteratend des vori­gen Jahres verdanken. Dankbar erinnern wir dar­an, daß gerate dieser Bund die für Gießen wert­voll gdreottene Literarische Gesellschaft wieder er- srehen ließ. Wenn beide Schwesterveveine treu löanb in Hand ge'ten, dann ist ihr Weiterbestehen gesichert. Hoffenilich werden sie künftig auch in ^ren^Hteranfdwi VeremßEungen reichlicheres

** Arbeiten und Aufgaben des Frauenbundes der deutschen Kolo­nial gesellschaf-t Hieß das Thema, über das testen abend Frau Frobenins-Berlin im Anftvag der hiesigen Ort«teirppe des Bundes im Hotel Gwßterzog sprach. Tic Rednerin cutttncMte Geschichte, Tätigkeit, Grundiätze und Zuknnftsziele des, Frauenbundes ber deutschen Kolonial gesell- schäft- Ter Bund, beseelt von dein Glauben an etne ffno&e Mhrraufoate des teutschcn Volkes in ter Welt, wolle Walten am kolonialen (tetenTcn und ihn auch m Zukunft im deutschen Mit, bo- tonter5 unter der Jugend pflegen und verbreiten. Ter Bund volle sich der Frauen und Kinder auch "toeiteilten anne'hmen und den Deutschen üt unseren Ehemaligen Kolonien nach Möglichst telftn, d utsche Art und Sitte zu pflegar Tarülvr hinaus irvlle ter Bund sich ter überieeöchen Deutschen an­nehmen und ihnen und ihren Ksinteni helfen, Deut­sche zu bleiten. Insbesondere wolle er sich der UnterbriTimmg imb Erziehung der Kinder rvn Kv- loniop- und Ueberseeteutfchen innrr'halb des deut­schen Vaterlandes annehmen auf der (Krunbrage it> divrbneller Behandlung nach Art ter Patenschaften. Daneben brachte die Rednerni noch mteref^nle Ein»- ^lfteiteii über Tätigkeit und Erfolg der teactschen Kolonisten, über schwere Seiten, aber auch unver- testcme Taten in den 'harten Kirmpftn der letzten Jahre gegen die Ueberinacht ter Entente. Hier­bei möchten wir nicht unterlassen, auf den bdrf>> menb schireiclxn Besuch veS Abends hinzuNAnsen ter (eibaß recht tenttich werten ließ, welch geringes Interesse und Zugkraft der koloniale ©dxmfc in unserem Botte noch besitzt.

Landkreis Gießen.

O. Gründ er a^ 23. Juni. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde hier eine ge- Knc Der übt. Dem Gastwirt und

Küfer Müller, ter am Südostausaange ter Stadt, am ^genannten Steinwea, die frühere Herberge zur Heimat bewohnt, wurde sein Bienenhaus angezündet. Dieses steht frei in einem Garten gegenüber dem Hause. Der ganze Bienenstand, ent- daltenv 7Vvlkei- mit noch ungefähr 1'/, Zentner Honig wurde total zerstört. Der Schaden dürfte den heutigen Preisen entsprechend mehrere taufenb ikart betragen. Eine exemplarische Straft für eine derartige Roheit wäre hier am Platze

. 17''V' -üuux» duvc minieren . J Lollar, 24 Juni. Sehr zu begrüßen ist

dnilc sowie einer höheren Lehranstalt nadi ?aEatf*' ^6 ft* hier ein Sport verein """ ......." Schulpflicht ausgeschieden Utto lktchtmhletische Uebnngen gebildet

Fortbildungsschule Überae- beretts 30 Mitglieter.

hen ie einen Abdruck 4>i?I < WklterShain, 22. Juni. Die durch > unh Mr ht. k 6111 Wric1 imntft wieder verschobene Neuanle-!

N«b für bie Schüler und jguva eines Friedhofes geht nunmehr ihrer'

Vollendung entgegen. Einfriedigung und Planio« rungsarbeiten sind soweit ferttggestellt. Tie Er­richtung eines Ehrenhains und Denkmals für ge­fallene Krieger ist in Aussicht genommen.

Kreis Büdingen.

Dir Grafen von Nidda.

Nidda, 22. 5uni. Am 11. d M. starb in ter Kuranstalt zu Ahrweiler Karl Graf zu Nidda. Mit ihm erlischt zum dritten Male das Geschlecht ter Grafen dieses Namens. Das älteste Geschlecht ter Niddaer Grasen, die sich nach tem Städtchen in ter Wetterau benannten und zweifellos ein Zweig ter Grasen von Ziegenhain waren, blühte nur sehr kurz, etwa von 1150 bis 1200. Ihr Land fiel mit dem des Stammhauses Ziegenhain 1450 an Hessen. So kam es, daß die hessischen Großherzögc den Niddaer Freiherrn- bzw. Grafentitel mehrfach an Persönlichkeiten verliehen, die ihrem Haus näher­traten. Dies geschah 1808 und 1821 an die Frau unb die Tochter des Prinzen Georg von Hessen und letztmals 1878 an Karol ine Wittich gen. von Pöllnitz, bie Gemahlin des Prinzen Heinrich von Hessen. Mit tem Tod des einzigen Sprossen aus dieser Ehe dürfte für immer ter Name eines Grafen von Nidda erloschen sein. Das Deppen, auch des nun verstorbenen Grafen, war ter alte Schild: von Schwarz und Gold geteilt, oben zwei achtstrahlige silberne Sterne; den Helm schmückte ein Flug, wie ter Schild tingiert unb gezeichnet.

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k Nidda, 24. Juni. Am Tiens tag narjh- nnttag fu'hr ein fremdes Auto über oen hiesigen Marktplatz als "bad 5jährige Kino der Eteleute Rvkh gleichfalls über den Marktplatz lief. Es wutoe von dem Auto erfaßt und schwer verletzt. Außer einem Bruch des Knies trug es noch untere Ver­letzungen davon.

Kreis Schotten.

B. Kaulstos, 21. Juni. Von ter ganzen Gemeinde freudig begrüßt, kehrte heute ter Land- wirt Heinrich Hainz, Sohn des Heinrich Hainz von hier, aus der Gefangenschaft zurück. Seit 1915 ist Hainz in russischer Gefangenschaft geroefen. Da er vor 2V, Jahren das letzte Lebens- Zeichen von sich gab, rechnete man allgemein mit seinem Ableben.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Mainz, 23. Juni. Nach Berichten anS dem ganzen rheinhessischen Weinbaugebiet scheint ter Abbau der ins Ungeheuerliche gestiegenen Weinpreise in Sicht. In einzelnen Orten ist der Wein mit Rücksicht auf die schlechte Nachfrage schon um 50 Proz. zurückgegangen. Auch in man­chen Weinwirtschaften, besonders da, wo ter Wirt Selbstprodnzent ist, kann man jetzt schon den Halben für drei Mark bekommen. Auch im Rhein- gau regt es sich. Eine am Montag in dem be» kmmten Oestrich erfolgte Versteigerung ter Ver­einigung Oestricher Weingutsbesitzer wurde abge­brochen, da gegenüber den vorherigen letzten Ver­steigerungen kaumdieHälftegeboten wor­den war. Im Gegensatz hierzu stehen die Meldun­gen über die hohen Viehpreise. Durch die großen Verheerungen ter Maul- unb Klauenseuche sind die Ziegen unb Milchkühe kaum zu kaufen. Es werden für eine Ziege bis zu 1500 Mk. und für Kühe bis zu 10 000 Mk. gefordert und bezahlt und dabei sind sie kaum zu haben.

Mainz, 22. Juni. Auch ter hiesige städt. Do r a n s ch l a g weist einen Fehlbetrag von 32 314 147 Mk. auf, für welchen zunächst feine Deckung vorhanden ist.

ma. Worms, 24. Juni. Bös hereingel»ft wurde eine Landwirtsftau im Kreise Worms, die einem Hamsterer zu den bekannten hohen Preisen Lebensrnittel verkaufte. Während sie die Lebensmittel herbeiholte, benützte her Hamsterer die Gelegenheit, stahl der Frau aus ihrer fronv mode mehrere tausend Mark und bezahlte die Lebensrnittel freigebig mit dem gestohlenen Gelte

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 21. Juni. Die diesjährige Hauptversammlung des Spar- und Bau­vereins wurde durch Direktor Ley von den Buderuswerkm geleitet. Der Verein ist mit 521 Mitgliedern und 1582 Anteilen in das neue Ge­schäftsjahr eingetreten. Außer einer unvermuteten Revision der Geschäftsführung durch den Ver- bandsdirektor ter Rheinischen Baugenossenschaften fand in diesen Tagen noch eine solche durch einen Ministerialbeamten statt, welcher die Geschäftsfüh- nmg als mustergültig bezeichnete. Die neuen Woh­nungen an der Stovpclbergerhohl (nämlich 12 Ein- samilien-, 38 Zweifamilien- und 24 Vierfamilien­häuser mit je drei Zimmern, Küche usw.) sollen bis zum Herbst ferttggestellt werten. Die im vorigen Jahr an ter Formerstraße gelegenen Bauten mit 33 Wohnungen (darunter 28 Ein­familienhäuser) wurden von der Stadt käuflich erworben.

Hessen-Nasfau.

mo. Frankfurt a. M., 23. Jüni. Die Stadtvelordnetenversammlung be- schäftigte sich mit ter F i n a n z l a g e ter Kranken-. anstalten. wobei Stadtv. Dr. Heilbrunn sehr un­erfreuliche Ziffern tekanntaab. Das Defizit der Krankenyäuftr ist von 25 Mill .Mark im Vorjahr auf 56 Millionen Mark gestiegen. Pro Wpf unb Dflegetag wurden 1910 1020 Mk mifgewendet jetzt sind es 56 Mk. und eine Steigerung aur 75 Mk. steht zu erwarten. Die Psleges'ätze für die Patienten in ter dritten Klaffe müßten aus 30, für die Kassen auf 25 Mk. erhöht werden. Es wurde über die Beschäftigung ter zu hohen Pfleger- zahl und die wirtschaftlichm Nachteile an tem Festhalten des Achtstundentags im Krank.-nhaus- betrieb geklagt. Dienstmädchen erhalten neben freier Kost und Logis 210 Mk., Pflegerinnen 550 Mk., während Assistenzärzte nur 500 Mk. Monatsgehalt bekommen. Die Vorlage wurde dem StistungsauS-, schuß üterwieftn. Der Ernst ter städtischen Fmanz- läge ergab sich auch auS den Bekundungen des, Stadtv. Dr. Tmmtüer, dec davon sprach, daß man sich mit dem Gedanken ter Schließung der städtischen Theater und ter Kündi­gung dec Verträge trage. Und Stadtv. Schell in äußerte, daß erhebliche Einschränkungen im Straßenbahnbetrieb bevorstänten.

= Frankfurt a. M., 23. Juni. Die Stadtverwaltung hat einer Reite neuer Straßen Namen von sozialdemokra­tischen Führern beigelegt. In brr Siete lungstolonie am Niederwald liest man jetzt die Namen Lassale, Karl Marx Engels usw. auf den Straßenschildern. Anffallentenveise ist der Name August Bebel nickt dabei. Lkuch das Andenken Friedrich Nsumanns ist in einem Straßennamen verewigt.

X HerSfeld, 22. Juni. Im hiesigen Land­krankenhause sino drei Mädchen im Alter von 22, 20 und 9 Jahren aus Widtersliausen und Herin­gen a. Werra gestorben, die an einer großen Bauern Hochzeit in Widtershausen teil ge­nommen